Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lara:
Ein Spiel mit Zweifel und Vertrauen
Firewatch von Colin Hadler
Firewatch von Colin Hadler lebt von der Kombination zweier scheinbar widersprüchlicher Genres. Aaron, der beste Freund des Protagonisten Robin, ist verschwunden und vermutlich ermordet worden. Nachdem die Polizei den Fall schließlich ad acta legt, beschließt Robin, selbst zu handeln. Er nähert sich jener Person, die Aaron zuletzt lebend gesehen hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter sein muss: Kian, der sich im Laufe der Handlung zunehmend in Widersprüche verstrickt.
Doch schon bald geraten auch Robins eigene Gedanken und inneren Stimmen ins Wanken, sodass er nicht mehr weiß, was er glauben kann - und was er fühlen darf.
Die Figuren des Romans sind sorgfältig ausgearbeitet und verfügen über komplexe Hintergründe, die ihr Handeln nachvollziehbar machen, ohne dabei auf platte Klischees zurückzugreifen. Die Handlung ist hervorragend strukturiert: Leser:innen wissen stets nur so viel wie Robin selbst und zweifeln daher gemeinsam mit ihm an Aussagen und Motiven der Menschen um ihn herum. Die Spannung wird bereits in den ersten Kapiteln aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches auf hohem Niveau gehalten, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.
Auch die Liebesgeschichte fügt sich nahtlos in die Handlung ein und wirkt weder konstruiert noch fehl am Platz. Dennoch bleibt Firewatch in erster Linie ein Thriller und ist als solcher auch allen Fans des Genres absolut zu empfehlen.
Thriller, der die Schattenseiten von Social Media aufzeigt
Die Influencerin von Rebecca Russ
Die Influencerin Sarah ist am Höhepunkt ihrer Karriere als sich ein depressives Mädchen wegen ihren fitnessorientierten Inhalten das Leben nimmt. Aus Betroffenheit und Schuld deaktiviert sie ihr Profil, was einigen Leuten gehörig gegen den Strich geht. Allen voran ihrem unbekannter Stalker, ihrem Ehemann und Manager Raphael und einigen Kritikern, die dies als Flucht ansehen.
In weiterem Verlauf muss sie sich gegen jeglichen Gegenwind behaupten, der sogar von ihrer eigenen Tochter kommt, und muss schmerzlich erfahren, dass viele in ihrem Umfeld nicht so sind wie sie vorgeben zu sein.
Rebecca Russ hat in diesem Buch ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen. Viele, vor allem junge Menschen, sehen oftmals nur die guten Seiten des Internets und Social Media. Was jedoch passieren kann, wenn sich die Meinung auf gewissen Plattformen, wie beispielsweise Instagram, gegen dich wendet, oder wenn Sachen bekannt werden die man nicht zeigen wollte wird oftmals ignoriert. Auch die Lügen, Filter und vorgespielten Lebensweisen von Influencern beeinflussen viele Kinder, wie beispielsweise Leonie, der es in diesem Buch zum Verhängnis geworden ist. Diese Schattenseiten des Internets sind in diesem Buch hervorragend aufgezeigt.
Die Figuren sind zu Beginn des Buches sehr oberflächlich erschienen. Je tiefer man jedoch in der Geschichte drinnen war, desto mehr kamen Hintergründe und Motivationen der Charaktere ans Licht. Auch wenn ich Sarah zu Beginn nicht wirklich mochte, gegen Ende wird sie immer sympathischer und man fängt an richtig mit zu fiebern mit ihrer Geschichte.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, was das Buch jedoch recht schnell lesbar macht. Im Großen und Ganzen hat mir "Die Influencerin" sehr gut gefallen und ist für Thrillerfans unbedingt weiter zu empfehlen.



