Kunden em pfehlungen
Rezensionen von niki:
Irgendwie hat alles einen Sinn - auch Krankheit
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher
Daniela Dröschers Vorgänger*inroman „Lügen über meine Mutter“ hat mich total begeistert. Nun geht’s um ihren neuesten Roman.
Hier erzählt sie von sich selbst, Anfang 30, und von ihren körperlichen Leiden und der Tortur, von einer*m Ärzt*in zum nächsten zu wechseln, denn keiner konnte so richtig rausfinden, was die Ursache ihrer Leiden war.
Begonnen hatte alles mit einer Kehlkopfentzündung. Sie erhielt einen Spray, dieser löste Herzrasen und Herzstolpern bei ihr aus. Sie konsultierte weitere Ärzt*innen und wurde mit neuen Diagnosen, Allergien und Medikamenten konfrontiert.
Zeitgleich stand sie wahnsinnig unter Stress, arbeitete an der Universität und stand kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit – es wurde ihr, da gar keine Erklärung seitens der Ärzt*innen gefunden wurde, Ruhe und Stressvermeidung verordnet: in dieser Situation natürlich unmöglich. Sie muss die Prüfung exzellent schaffen, denn dann steht ein Uni-Job in Aussicht, den sie unbedingt möchte.
Auch Elas Mutter begegnen wir wieder im Roman. Mittlerweile hat sie sich von ihrem Ehemann getrennt (noch nicht geschieden) und lebt nun endlich ihr eigenes Leben.
Dieser Roman erzählt die Geschichte, wie die @danieladroescher zum Romanschreiben kam, aber zuerst einige Hürden in Angriff nehmen musste. Auf ihrem Lebensplan stand etwas ganz anderes. Dafür hat sie alles hintangestellt – ihr Körper hat jedoch dagegen gestreikt.
Ich habe den Roman gern gelesen und kann ihn absolut empfehlen.
Was für ein Buch!
Habsburg von Roman Sandgruber
ch bin weder interessiert an Schauspieler*innen noch sonst an irgendwelchen Berühmtheiten – ABER ich liebe Monarchien, Königshäuser und ihre Hauptdarsteller*innen (und die 1990er Jahre-Supermodels). Daher ist dieses Buch ein absolutes Muss für mich.
Die Habsburger sind eines der bedeutendsten Herrscherhäuser der Welt gewesen und das über Jahrhunderte.
Schon auf den ersten 15 Seiten lernte ich Erstaunliches: Die Habsburger haben keine*n „Große*n“, hervorgebracht, wie Peter der Große und Katharina die Große in Russland oder bei den Deutschen Friedrich der Große – das war mir bis dato gar nicht so bewusst, dass das in unserer alten Monarchie fehlte.
Das Buch stellt dar, was eine Dynastie, also eine geschlossene Familiengruppe als soziales Konstrukt ausmacht: eine mystische Abstammungsgeschichte, Gemeinschaft der Toten, Geld- und Erbschaftsregelungen, familiäre Gewohnheiten (Hausgesetze) und eine genealogische Erzählung, Nachfolgeregelungen und vieles mehr.
In 36 Kurzbiografien werden sämtliche wichtige Habsburger*innen (vor allem Männer!) präsentiert – sie reicht von Rudolf I., dem ersten Habsburger, bis zu Otto, dem Sohn des letzten Kaisers Österreichs.
Natürlich kommen Intrigen, strategische Hochzeiten oder einfach kuriose Typen (aufgrund des Inzests) nicht zu kurz.
Ich habe das Buch wahnsinnig gerne gelesen, nebenbei viel Neues gelernt und es sehr genossen.
Absolute Empfehlung
Um jeden Preis berühmt werden - großartiger Roman
Der Rache Glanz von Maud Ventura
Was für eine geniale Geschichte hat sich Maud Ventura hier wieder ausgedacht – großartig! Schon ihr Debüt „Mein Mann“ hat mich in Erstaunen versetzt, nun ist es ihr wieder gelungen.
Cléo Louvent ist schon als Kind überzeugt dafür geschaffen zu sein, berühmt und damit reich zu werden - als Popsängerin.
Sie gibt alles dafür und verfolgt diszipliniert ihr Ziel – sollte sie einmal undiszipliniert sein, bestraft sie sich.
Wir verfolgen Cléos Gedanken im Roman ganz unmittelbar. Alles was sie sich in jeder Situation denkt – sie lässt uns Leser*innen teilhaben. Zu Beginn ist Cléo fast sympathisch, will gefallen, ist zu allen nett – dies ändert sich aber im Laufe ihres Weges zu einer Berühmtheit. Sie wird arrogant, unsympathisch, quält ihre persönlichen Angestellten und entwickelt einen Größenwahn. Sie ist obsessiv in der Vorstellung gefangen, eine Berühmtheit zu sein und entsprechend behandelt zu werden.
Cléo komponiert, schreibt die Texte ihrer Lieder, singt und spielt Klavier sowie Gitarre. Sie kommt ursprünglich aus relativ normalen Verhältnissen – beide Eltern sind an der Uni beschäftigt, was sie sehr bereut, da sie sie nicht in ihrer Karriere unterstützen können. Sie bezahlt einen hohen Preis für das Berühmtsein.
Cléo ist keine sympathische Protagonistin. Sie ist egozentrisch, arrogant und räumt aus dem Weg, wer ihr nicht passt. Alles nachvollzielbar dargestellt in einem innerem Monolog.
Und das Ende des Romans war wieder einmal ebenso sensationell wie unerwartet und lässt die Leser*innen mit einem breiten Grinsen zurück – einfach nur großartig.
Wem „Mein Mann“ gefallen hat, wird hier nicht enttäuscht, und allen anderen empfehle ich Maud Ventura kennenzulernen.
Wie Alltag sich in Märchen findet
Happily von Sabrina Orah Mark
Sabrina Orah Mark verbindet in diesem Buch in kurzen Kapiteln Märchen und ihren eigenen Alltag, vor allem als Mutter, auf sehr gelungene Weise.
Sabrina Orah Mark lebt in einer jüdischen Patchworkfamilie: sie ist die dritte Frau ihres schwarzen Mannes, der bereits drei Töchter aus zwei Ehen hat.
Gemeinsam mit ihm hat sie zwei kleine Söhne.
Das erste Kapitel beginnt mit Pinocchio von Carlo Collodi, der seinem „Vater“ Gepetto Schmerzen durch sein Verhalten zufügt . Trotzdem liebt Gepetto sein Holzbübchen wie einen eigenen Sohn. Gepetto kann seinen Sohn aber nicht beschützen, so wie jedenfalls die Autorin über das Beschützen ihrer Kinder nachdenkt – nach einem Massaker in einer Synagoge, die sie regelmäßig mit ihren Kindern besuchte.
Sie nimmt dabei Typisches der Märchen, z. B. die Stiefmutter, heraus und erklärt das Image und die Funktion einer Stiefmutter und bricht das auf ihr eigenes Stiefmuttersein herunter.
Ursprünglich wurden diese Kapitel für ihre monatliche Kolumne „Happily“ in der „Paris Review“ geschrieben. Das Buch enthält viel Autobiografisches der Autorin, in dem es um die Ehen ihres jetzigen Mannes geht, um Rassismus und Jüdisch-Sein, Stieftocher- und Stiefmuttersein und die Krebserkrankung ihrer jüngeren Schwester.
Für mich war interessant, dass ich alle Märchen noch aus meiner Kindheit kannte und besonders daran erinnert wurde. Später hatte ich ja keine Märchen mehr gelesen. Wir hatten damals so ein altes Märchenbuch, das unserer Mutter gehörte, die meiner Schwester und mir daraus oft vorgelesen hatte. Ein Märchenbuch, dass nur noch mit Klebestreifen zusammengehalten wurde, vergibt war und kaum Bilder enthalten hatte.
Ich fand einen Großteil der Kapitel sehr gelungen und fantastisch interpretiert, und auch realistisch mit dem Alltag abgeglichen. Wer sich auf so etwas teilweise Surreales einlassen und mal etwas anders lesen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig.
Coming of Age eines homosexuellen 15-Jährigen
Öffnet sich der Himmel von Seán Hewitt
James ist 15 Jahre alt, als er sich outet. Er lebt mit seinen Eltern und dem kleinen Bruder Eddie im kleinen Dorf Thornmere im Norden von England, in den 2000er Jahren. Er war früher schon einer, der keine Freunde in der Schule hatte, und nach dem Outing fühlt er sich erst recht als Außenseiter. Seine Eltern kommen mit seinem Schwulsein gut zurecht, jedoch wünschen sie sich, dass er Freunde hat.
Er träumt von einem Leben anderswo, nur nicht weiter in diesem Dorf.
Als Luke beim Nachbarn aufgenommen wird, weil seine Eltern ihn dorthin bringen, ist James von ihm vom ersten Augenblick an fasziniert. Luke ist einer, der Schwierigkeiten und Ärger hat. Er ist zwar nur ein Jahr älter als James und geht er nicht mehr zur Schule, daher wirkt er weit älter und überlegen.
James ist wie gesagt fasziniert von Luke. Zuerst beobachtet er ihn nur aus der Ferne, dann verliebt er sich in ihn und entwickelt sexuelle Fantasien. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft. Ein Jahr dauert diese Freundschaft und bleibt für James in prägender Erinnerung – auch 20 Jahre danach, als er wieder zur Besichtigung eines Hauses ins Dorf zurückkehrt
In einer schönen Sprache wird das Leiden und Träumen von einem besseren Leben und der großen Liebe eines jungen 15-Jährigen an der Schwele zum Erwachsenwerden werden erzählt, mit allen Schwierigkeiten, die dieses Alter bereit hält.
„Öffnet sich der Himmel“ ist der Debütroman von Seán Hewitt über eine unerfüllte große Liebe.
Sensationelle Darstellung der komplizierten Historie der Ukraine im Kampf um ihre Unabhängigkeit
Eine kurze Geschichte eines langen Krieges von Mariam Naiem
In dieser Graphic Novel, von Ukrainer*innen geschrieben und gezeichnet, werden die historischen Wurzeln des Unabhängigkeitskampfes der Ukraine, welche eine komplizierte Historie mit Russland hat, dargestellt.
Die Geschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück – die Kyjiwer Rus war damals einer der größten Staaten in Europa und bildete die Grundlage der heutigen Ukraine.
Das Buch beschreibt die Mongoleninvasion und die spätere Besiedelung durch die Kosaken, die für Freiheit, Mut und Heldentum stehen. Die meisten Kosaken waren ethnische Ukrainer*innen und standen für Selbstorganisation, sie trafen Entscheidungen im Kollektiv bei Versammlungen, bei denen jeder ein Stimmrecht hatte. 1775 kam es zum Ende der Geschichte der Kosaken unter der Herrschaft von Katharina der Großen. Weiters spielte das Christentum in der ukrainischen Geschichte eine wichtige Rolle.
Den Höhepunkt in der russisch-ukrainischen Geschichte wurde 1929 erreicht – massenhaft wurden Menschen aus der Ukraine nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Stalin richtete Kolchosen ein und die ukrainischen Bäuer*innen mussten hohe Getreideabgaben leisten, so dass die ukrainische Bevölkerung in den Jahren 1932-1933 einer großen Hungersnot ausgesetzt war. Diese wird als Holodomor bezeichnet – als Völkermord, Genozid. Auch die Revolution vom Maidan aufgrund der Wahlen zwischen Juschtschenko und Janukowytsch werden auf sehr verständliche Weise beschrieben.
Durch das gesamte Buch zieht sich der aktuelle Angriffskrieg anhand der Protagonistin Vika, die immer wieder vor Bombenangriffen fliehen muss.
Die Autorin, Mariam Naiem, ist Journalistin und Historikerin. Die Zeichnungen von Yulia Vus und Ivan Kypibida sind in schwarz/grau und orange gehalten – orange, die Protestfarbe vom Maidan.
Ein gut recherchiertes Buch, das sehr schön und professionell aufbereitet wurde. Das Buch versucht die komplizierte Geschichte der Ukraine auf sehr verständliche Weise darzustellen.
Bitte lest das alle!
Absolute Empfehlung
ë von Jehona Kicaj
in autofiktionaler Roman vom Aufwachsen in Deutschland und zugleich dem Erleben, dass in der einstigen Heimat Kosovo der Krieg herrscht und man sich selbst in Sicherheit befindet. Die Verwandten sind zurückblieben.
Bei Besuchen der Familie im Kosovo werden durch die Protagonistin beschossene Häuser wahrgenommen.
Es bleibt der Fantasie jeder Person überlassen, warum auch Jahre nach dem Krieg die Einschusslöcher noch immer sichtbar sind, nicht ausgebessert wurden.
Besonders interessant fand ich die forensische Anthropologin, die anhand von Massengräbern und Leichen versucht eine Geschichte zu den Geschehnissen zu erzählen, die im Einklang mit der Erzählung der Autorin sind.
Man erfährt viel über den Kosovo-Krieg, der wenig bekannt ist, und man ist versucht, die Protagonistin mit der Autorin gleichzusetzen.
Zu Recht stand das Buch auf der Short-List des Deutschen Buchpreises. Ich habe den Roman mit großem Interesse gelesen und viele neue Erkenntnisse daraus für mich mitgenommen.
Absolute Empfehlung
Großartiges Experiment
Vera von Susanne Röckel
Am Morgen des 29.4.1968 stand Dina Pronitschewa aus Kiew in Darmstand als Zeugin vor Gericht, im nach dem Hauptangeklagten genannten „Callsen-Prozess“. Sie war eine der wenigen Überlebenden des Massakers von Babyn Jar in der Ukraine Ende September 1941. Bei diesem Massaker wurden innerhalb von zwei Tagen mehr als 33.
000 jüdische Männer, Frauen und Kinder brutal ermordet.
Die damals 14-jährige Susanne Röckel stellt sich vor, dass sie am Weg zur Schule der Zeugin, die sie im Roman Vera nennt, begegnet sein könnte. Dass sie ihren Blick aus dem Auto aufgefangen hat, während sie auf dem Fahrrad saß. Diese Begegnung wäre zeitlich gesehen möglich gewesen.
Susanne Röckel stellt sich weiters vor, wie Vera überlebte, wie sie sich in die Grube fallen ließ, die voll von erschossenen Leichen war, wie sie sich daraus in der Nacht befreite und Angst hatte, erwischt zu werden.
Susanne Röckel setzt sich in ihren Gedanken auch damit auseinander, wie es für Vera gewesen sein muss, in Deutschland als dem Land der Täter, die dieses Massaker verursacht haben, einzureisen. Sie imaginiert, wie Vera durch die Passkontrolle geht, von einem hohen Beamten des Justizministeriums abgeholt und ins Hotel gebracht wird, dann dort die Nacht vor dem Prozess alleine verbringt. Und sie stellt sich vor, am nächsten Tag, am Weg zum Prozess, Susanne Röckel begegnet zu sein. Sie fragt sich, wie es für Vera in Deutschland war, wo doch bereits alle Spuren des Kriegs beseitigt worden waren, sich niemand mehr an den Krieg und die Verbrechen der Nazis erinnern wollte?
Vera ist ein Roman, der fiktive Gedanken ineinanderfließen lässt, so nach dem Motto: es wäre möglich gewesen, vielleicht war es auch so. In den Text fließen auch immer wieder kurze Auszüge aus dem Gerichtsprotokoll ein.
Ich fand diesen Versuch des Romans ausgesprochen gelungen, sprachlich großartig und inhaltlich äußerst anspruchsvoll.
Wichtige Themen werden hier verhandelt
Mutters Sprache von Wlada Kolosowa
isa, Mutter der erst zwei Monaten alten Eva, ist mit neun Jahren mit ihrer eigenen Mutter aus Russland nach Deutschland emigriert. Aljona ist eine russische Hebamme in Deutschland und muss plötzlich zurück nach Russland, sie wird dort dringend gebraucht. Auch Lisa möchte ihre sterbende russische Großmutter ein letztes Mal sehen.
Also beschließen beide zurück in ihre ehemalige Heimat zu reisen.
Auf dieser Reise wird die Vergangenheit Schicht um Schicht freigelegt – großartig.
Wow, das war ein Ritt durch Themen, die es in sich haben: Leihmutterschaft, Fruchtbarkeit, ungewollte Mutterschaft, lesbische Beziehung, Migration aus Russland, Familie, ein lang gehütetes Geheimnis und ein Inzest Thema.
Den Roman habe ich inhaliert und in einem Schwung gelesen, weil hier wirklich alles gepasst hat: der Aufbau des Romans, die Art wie sich die Protagonist*innen und die Zeitebenen abwechselten und ineinander verstrickten, die weiteren Themen im Kontext mit Russland, einerseits eine Freundschafts- und andererseits auch eine Familiengeschichte über drei Generationen mit einem wirklich schlimmen Geheimnis.
Der Roman bietet Überraschungen, hält Unerwartetes bereit und hat dabei Tiefgang.
Ohne erhobenen Zeigefinger
Fleischeslust von Oesch Martin
Im Mittelpunkt dieser Graphic Novel steht der Metzger Ernst Merz und seine Frau Margit, die gemeinsam eine Metzgerei führen.
Beide sind im Pensionsalter, es findet sich jedoch keine geeignete Nachfolge für den Laden. Und dann hat sich auch viel verändert im Lauf seines Berufslebens: Biobauernhöfe halten ihre Schweine im Freien und verkaufen ab Hof; die Menschen aus dem Dorf kaufen in den Supermärkten, die Wurstzubereitung mit Pöckelsalz wird von den Konsument*innen hinterfragt.
All das ärgert den Metzger sehr. Die Ausländer*innen essen kein Schweinefleisch und die Einheimischen werden zu Vegetarier*innen. Kebab-Buden und ausländisches Fleisch stehen in Konkurrenz zum alten Metzgerhandwerk. Auch sind die Menschen nicht mehr bereit, für Fleisch ausreichend Geld auszugeben. Jede*r möchte ein billiges Schnitzerl oder Kebab. Das Metzgerhandwerk wird von niemanden mehr geschätzt. In den Nachrichten erfährt man ständig von den Regenwaldabholzungen, um Soja zu pflanzen, damit die Massentierhaltung ausreichend ernährt wird.
In der Nacht wird Erwin Merz immer wieder von Albträumen heimgesucht, die das Töten der Tiere zum Inhalt haben und auch tagsüber bei der Arbeit kommt ihm immer mehr in den Sinn, dass das Fleisch, dass er verkauft, vor kurzem noch ein lebendes Tier war. Er weiß eigentlich nur, welche Nummer es hatte, aber nicht, wie das Fell oder die Augen ausgesehen haben. Er stellt sich immer öfter moralische Fragen zum Fleischkonsum.
Anhand der Zeichnungen und Dialoge wird deutlich sichtbar, dass hier eine Generationenablöse stattfindet. Erwin Metzger und seine Frau sind noch vom alten Schlag. Keiner möchte die Metzgerei übernehmen – für die Räumlichkeiten würden sich schon Interessent*innen finden, jedoch handelt es sich dabei um Optikerläden und keine traditionellen Interessenten eines Metzgereibetriebs.
Diese Graphic Novel zeigt großartig am Beispiel des Metzgers Merz die unterschiedlichen Probleme rund um das Thema Fleisch.
Übrigens ist der Autor selbst Metzger und weiß, wovon er hier schreibt.
Ich habe diese Graphic Nocel mit größtem Vergnügen und Interesse gelesen und möchte sie wärmstens empfehlen. Es geht hier keinesfalls darum, die Leser*innen davon zu überzeugen, dass der Felsichkonsum aufhören muss, sondern darum, dass Ersatzprodukte wie Soja problematisch und Billigfleisch ein Problem sind, wiewohl es dazu Alternativen gibt, wie zB Biofleisch ab Hof.
Die Zeichnungen sind eindringlich und unterstreichen die Message dieses wichtigen Buches.











