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Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

Eine zwiespältiger Eindruck ...

Wie man (vielleicht) in den Himmel kommt von Sedmak Clemens; Resch Christian

Die Idee, jemanden täglich mittels konkreter "Aufträge" dem Glauben - und damit Gott (= Himmel) - näher zu bringen, klingt interessant. Die Umsetzung des Programms gerät allerdings - je länger je mehr - zu einem überraschend altbackenen, kaum mehr als zeitgemäß zu bezeichnenden Weg.

Dass der Journalist auf diese Weise auch am Schluss des Weges skeptisch bleibt, kann kaum überraschen. Dafür überrascht umso mehr, wie ausweichend Prof. Sedmak auf viele berechtigte Fragen antwortet oder überhaupt nicht auf sie eingeht.

Insgesamt hinterlässt die Lektüre den Eindruck eines ziemlich konservativen Glaubens- und Kirchenbildes, das hier vermittelt werden soll. Schade, denn das Buch ist über weite Strecken mit viel Witz und Ironie geschrieben - vor allem Herr Resch versteht es auf wunderbare Weise, Sympathie für seine Person zu wecken.

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Wichtiger Diskussionsanstoß

Anna, die Schule und der liebe Gott von Richard David Precht

Precht gelingt es in seinem Buch auf überzeugende Weise, vieles zu hinterfragen, was im schulischen Alltag meist als selbstverständlich gehalten wird: Die Aufteilung des Lehrstoffs in separate Fächer, das zeitliche Korsett der 45-minütigen Unterrichtsstunden, die jahrgangsweise Führung von Klassen, das nur kurzzeitig wirksame Anfüttern von Lernstoff für Prüfungen ("Bulimie-Lernen") u.

v.m.

Vieles von seiner Kritik am herkömmlichen Schulsystem in Deutschland ist natürlich nicht neu, manches ließe sich noch ergänzen durch die Berücksichtigung des Konzeptes der "Laboratory School" von John Dewey, der als einer der Pioniere der Reformpädagogik u.a. nicht nur darauf Wert legte, die geläufige Trennung von Wissen und Handeln, Theorie und Praxis, zu überwinden, sondern auch in der Erziehung zu solidarischem, demokratischem Denken und Tun einen grundlegenden Wert sah, den es in der Schule zu vermitteln gelte.

Zusammenfassend ein sehr anregendes und nachdenklich stimmendes Buch, das allerdings in einzelnen Kritikpunkten und Vorschlägen nicht auf ungeteilte Zustimmung treffen dürfte (z.B. sein Vorschlag nach Einführung von Schuluniformen). Auch dürfte es ziemlich ernüchternd bzw. wenig praxisrelevant für jene sein, die nach der Lektüre wieder täglich in der traditionell strukturierten und geführten Klasse unterrichten (müssen).

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Rezensionen von LadyIceTea:

Ich weiß nicht, was ich von diesem Buch halten soll

Im Dunkel deiner Seele von Harrar George

Der Philosophieprofessor Evan Birch wird eines Tages von der Polizei angehalten und festgenommen. Er soll ein junges Mädchen entführt haben. Viele Zufälle sprechen für seine Schuld, doch er beteuert seine Unschuld. Als dann ihr Lippenstift in seinem Auto auftaucht, glaubt ihm nicht einmal mehr seine Frau und Evan weiß nicht, was er noch tun soll.

Ich finde, der Klappentext des Buchs klang sehr viel versprechend und ich habe einen spannenden Psychothriller erwartet. Spannend war es im Groben und Ganzen, doch welchem Genre ich das Buch zuordnen würde, weiß ich nicht.
Ich finde im ganzen Buch gibt es keine Figur, die sich nicht irgendwie merkwürdig verhält. Oft sagen die Personen Dinge, die mich eher ratlos zurückgelassen haben, weil ich mich frage, was sie mit der Geschichte zu tun haben.
Es gab oft Stellen im Buch, die mit dem eigentlichen Erzählstrang nichts zu tun haben. Es gab viele Aussagen von Studenten oder seine Vorlesungen und philosophischen Gedanken. Das alles wäre in einem gewissen Maße interessant gewesen und hätte den Charakter des Buchs hervorgehoben aber für meinen Geschmack war das einfach zu viel und hat vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Der eigentliche Inhalt wirkt neben dem Philosophischen und der Uni eher schmal.
Die Geschichte an sich war spannend. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was wirklich passiert ist, ob Evan der Täter war und warum sich seine Frau so merkwürdig verhält.
Auf keine dieser Fragen gab es eine wirklich zufriedenstellende Erklärung. Der Autor lässt sehr viel offen und geht auf viele Punkte gar nicht wirklich ein. Ich finde das eher unbefriedigend und sehr schade. Ich frage mich wirklich, was diese Geschichte uns eigentlich erzählen wollte.

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Ernüchternde Bilanz über die Situation in den USA

Der Preis der Ungleichheit von Joseph Stiglitz

Joseph Stiglitz legt in diesem Buch eine ernüchternde Bilanz über die Situation in den USA vor: Der klassische amerikanische Traum, dass jede(r) dieselben Chancen für einen gesellschaftlichen Aufstieg habe, sei im Grunde nur mehr ein Mythos - er bleibt für die meisten ein bloßer Traum. Denn die soziale Mobilität in der amerikanischen Gesellschaft sei inzwischen viel schwächer ausgeprägt als in den meisten anderen westlichen Demokratien.

Erschreckend muten auch die teils kriminellen Machenschaften vieler Banken in den USA an, deren Praktiken eng mit den Interessen der wirtschaftlichen und politischen Eliten verstrickt sind. Die Verquickung von Politik und Wirtschaft ist wohl in kaum einem anderen Land enger als in den USA - mit all den negativen Folgen für das Gemeinwohl der US-BürgerInnen. Stiglitz charakterisiert diesen Tatbestand in Anlehnung an die bekannte Aussage Abraham Lincolns treffend als "Regierung des einen Prozents, durch das eine Prozent und für das eine Prozent", also eine Wirtschaftspolitik für die Superreichen.

Stiglitz gelingt es anhand vieler konkreter Beispiele ein sehr anschauliches und abschreckendes Sittenbild der amerikanischen Finanzwelt zu zeichnen, das allerdings nur bedingt auf europäische Verhältnisse übertragbar sein dürfte.

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Der Einfluss der Gene wird ins rechte Licht gerückt ...

Das Gedächtnis des Körpers von Joachim Bauer

Der Autor legt in diesem Buch auf überzeugende Weise dar, dass der alte Streit darüber, ob Gene oder Umwelt die entscheidenden Faktoren im menschlichen Leben sind, weitgehend überholt ist. Denn Gene wirken nicht einfach von selbst, sie sind keine "Autisten", sondern werden erst durch bestimmte äußere Signale in ihrer Wirkung reguliert, d.

h. aktiviert oder abgeschaltet. Ein bemerkenswertes Detail in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass "die DNS-Sequenz, also der 'Text' der etwa 35 000 menschlichen Gene, bei allen Menschen untereinander zu 99,9 Prozent (!) identisch ist" (232).

Die Art, wie das Zusammenleben der Menschen gestaltet wird sowie ganz grundsätzlich der menschliche Umgang miteinander spielen eine überaus wichtige Rolle für die psychische und physische Gesundheit des Menschen. Der Autor erläutert diese grundlegende Erkenntnis anhand zahlreicher Beispiele und schildert, wie bestimmte Umweltfaktoren (z.B. Stress) zu entsprechenden Krankheitsbildern führen können.

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Bekannte Positionen im Bildungsbereich werden als Ideologien entlarvt

Bildungsideologien von Manfred Prisching

Der Autor analysiert häufig anzutreffende Positionen, die im Bildungsbereich vertreten werden. Dabei gelingt es ihm vorzüglich, die hinter konkreten Praxen, Forderungen und Überzeugungen stehenden Bildungsauffassungen - die von deren Vertretern nicht immer bewusst reflektiert sein müssen - auf den Begriff zu bringen, wie dies z.

B. beim "Lagerhausmodell" des Wissens ersichtlich wird.

Insgesamt werden 9 Wissensmodelle auf teilweise sarkastische, aber immer humorvolle Art genauer unter die Lupe genommen und ihr einseitiger, ideologischer Gehalt offen gelegt.

Anhand der jeweiligen Kritik scheint zwischen den Zeilen auch die Position des Autors durch, der mit einer humanistischen Bildung sympathisiert, die aber für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen anschlussfähig bleiben muss.

Ein sehr interessantes und gut lesbares Buch, das auch dazu anregt, über die eigene Einstellung zur Bildung nachzudenken.

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Holzschnittartiges und ideologisch überfrachtetes Portrait von Jugendlichen in Deutschland und Österreich

Performer, Styler, Egoisten von Bernhard Heinzlmaier

Der Autor versucht in seinem Buch das vielfältige und z.T. widersprüchliche Verhalten junger Menschen auf dem Hintergrund der kritischen Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule zu deuten. Im Anschluss an Jürgen Habermas, der von einer "Kolonialisierung" kommunikativ strukturierter Lebenswelten durch ökonomische Imperative sprach, sieht der Autor sämtliche Lebensbereiche zunehmend durch wirtschaftliches Denken und Handeln infiltriert.

Mit seiner Schwarz-Weiß-Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem gelingt es dem Autor allerdings nicht mehr, irgend etwas Positives dem Bereich der Arbeit abzugewinnen bzw. in der beruflichen Tätigkeit eine gerade für junge Menschen wichtige persönliche Sinnressource zu erkennen.

Folglich werden auch Schulen pauschal negativ beurteilt, weil in ihnen nach Ansicht des Autors marktkonforme, wettbewerbsorientierte und auf Eigennutz ausgerichtete Fähigkeiten und Kompetenzen vermittelt würden. Das führe dazu, dass sogenannte Softskills, allgemeine Kulturtechniken und Persönlichkeitsbildung in der Freizeit erlernt werden müssten, "vom Ballettunterricht zum Zeichenkurs und vom Klavierunterricht zum Basketball-Training"(71).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, das anschaulich dokumentiert, wie der Versuch, gesellschaftliche "Großtheorien" auf das Handeln und Verhalten Jugendlicher anzuwenden, zahlreiche Ungereimtheiten bzw. absurde und empirisch unbegründete Behauptungen zur Folge hat.

Der Autor zeichnet in seinem Buch ein ernüchterndes Bild der "heutigen Jugend", die jegliche Kritikfähigkeit und Ideale vermissen lasse - und hält damit zugleich der Erwachsenengeneration einen Spiegel vor, denn die Jugendlichen würden nur jene Werte übernehmen, die ihnen vorgelebt werden.

Die Lektüre hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack, weil hier komplexe Sachverhalte holzschnittartig vereinfacht und Lieblingstheorien den empirischen Gegebenheiten einfach übergestülpt werden.

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Holzschnittartiges und ideologisch überfrachtetes Portrait von Jugendlichen in Deutschland und Österreich

Performer, Styler, Egoisten von Bernhard Heinzlmaier

Der Autor versucht in seinem Buch das vielfältige und z.T. widersprüchliche Verhalten junger Menschen auf dem Hintergrund der kritischen Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule zu deuten. Im Anschluss an Jürgen Habermas, der von einer "Kolonialisierung" kommunikativ strukturierter Lebenswelten durch ökonomische Imperative sprach, sieht der Autor sämtliche Lebensbereiche zunehmend durch wirtschaftliches Denken und Handeln infiltriert.

Mit seiner Schwarz-Weiß-Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem gelingt es dem Autor allerdings nicht mehr, irgend etwas Positives dem Bereich der Arbeit abzugewinnen bzw. in der beruflichen Tätigkeit eine gerade für junge Menschen wichtige persönliche Sinnressource zu erkennen.

Folglich werden auch Schulen pauschal negativ beurteilt, weil in ihnen nach Ansicht des Autors marktkonforme, wettbewerbsorientierte und auf Eigennutz ausgerichtete Fähigkeiten und Kompetenzen vermittelt würden. Das führe dazu, dass sogenannte Softskills, allgemeine Kulturtechniken und Persönlichkeitsbildung in der Freizeit erlernt werden müssten, "vom Ballettunterricht zum Zeichenkurs und vom Klavierunterricht zum Basketball-Training"(71).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, das anschaulich dokumentiert, wie der Versuch, gesellschaftliche "Großtheorien" auf das Handeln und Verhalten Jugendlicher anzuwenden, zahlreiche Ungereimtheiten bzw. absurde und empirisch unbegründete Behauptungen zur Folge hat.

Der Autor zeichnet in seinem Buch ein ernüchterndes Bild der "heutigen Jugend", die jegliche Kritikfähigkeit und Ideale vermissen lasse - und hält damit zugleich der Erwachsenengeneration einen Spiegel vor, denn die Jugendlichen würden nur jene Werte übernehmen, die ihnen vorgelebt werden.

Die Lektüre hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack, weil hier komplexe Sachverhalte holzschnittartig vereinfacht und Lieblingstheorien den empirischen Gegebenheiten einfach übergestülpt werden.

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Wertvolle Anregungen, wie man Sinn im Leben finden kann

Dem Leben Sinn geben von Wilhelm Schmid

Der Autor versteht es vorzüglich, die unterschiedlichsten Lebensbereiche daraufhin zu untersuchen, wie sie dem Einzelnen mehr Sinn im Leben geben können. Man ist überrascht über die Fülle an Möglichkeiten, die hier aufgezeigt werden. Der oft übertriebenen Jagd nach Glück wird die Suche nach Sinn gegenübergestellt: Denn man kann im Leben nicht immer Glück haben; aber wo Sinn ist, da ist auch Glück - selbst in schwierigeren Zeiten kann man Sinn finden.

Die vom Autor favorisierte Variante über ein Leben nach dem Tod hat mich jedoch weniger überzeugt: Die Person sterbe zwar, aber alle Bestandteile (körperlich, seelisch, geistig) würden in anderen Zusammenhängen weiterleben, wobei er dabei u.a. auf den Energieerhaltungssatz Bezug nimmt. Auch seine Ausführungen über christliche Vorstellungen von Gott sind weniger biblisch-theologisch begründet als vielmehr philosophisch geprägt - zum zentralen Konzept der Auferstehung schweigt der Autor bezeichnenderweise.

Trotz der zuletzt genannten Schwächen ein interessantes Buch, das viele Anregungen zum Weiterdenken enthält.

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Aufschlussreiche und spannende Lektüre

Die große Gereiztheit Wege aus der kollektiven Erregung. 19.02.2018. Hardback. von Pörksen Bernhard

Der Autor zeigt anhand zahlreicher konkreter Fälle Chancen und (meist) Gefahren im Umgang mit Facebook, Twitter & Co auf. Als jemand der nicht auf diesen Plattformen unterwegs ist, staunt man jedenfalls über die ungeheure (oft negative) Dynamik, die diese Medienformen mit sich bringen.

Im abschließenden Kapitel werden Vorschläge für eine zukünftige „redaktionelle Gesellschaft“ unterbreitet, die – journalistisch aufgeklärt und verantwortungsvoll – besser und angemessener mit diesen neuen Plattformen umgehen lernen soll.

Ob dafür die Anregung, diese Kompetenzen in einem eigenen Schulfach zu vermitteln, geeignet ist, um die Auswüchse z. B. auf Facebook in den Griff zu bekommen, darf bezweifelt werden, zumal ohnehin immer weniger Jugendliche – zumindest in Österreich – sich auf Facebook aufhalten. In den Augen vieler Jugendlicher ist Facebook längst zu einer Plattform ihrer Eltern geworden und daher ziemlich out.

Ganz grundsätzlich ist überdies die Frage zu stellen, warum Schule immer der Ort sein soll, an dem erhofft wird, dass gesellschaftliche Defizite überwunden werden können. Das soll nicht heißen, dass Fragen der Digitalisierung unwichtig sind – aber das trifft auch auf andere wichtige Fragen zu.

Trotz dieser Einschränkung enthält das Buch wichtige und bedenkenswerte Überlegungen, die dabei helfen können, die Logiken modernen Kommunikationsformen besser zu verstehen.

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