Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Caroline :
Kit und David erzählen eine wundervolle Geschichte
Mein Herz in allen Einzelteilen von Buxbaum Julie
David und Kit gehen in die gleiche Highschool und besuchen auch gemeinsam Kurse, doch ihre Wege kreuzen sich sonst eher selten.
Als Kits Vater bei einem Autounfall stirbt, steht ihre Welt völlig Kopf. Niemand kann sie verstehen und alle erwarten, dass sie wieder zur Normalität findet. Deshalb entscheidet sie sich eines Tages die Mittagspause mit David zu verbringen.
Sie schätzt sein Schweigen und er behandelt sie nicht wie ein rohes Ei.
David unterscheidet sich von allen anderen Mitschülern. Ihm fällt es ungemein schwer, soziale Kontakte zu knüpfen. Bei allgemein üblichen Aktivitäten nimmt er auch nicht teil. Sein Tag ist durchgeplant und organisiert. Seine ruppige und direkte Art stößt bei vielen auf Ablehnung und deshalb hält er sich meist von den anderen Schülern fern.
Mit den gemeinsamen Mittagessen beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die beiden hilft schwierige Zeiten zu überstehen.
Wie hat es mir gefallen?
Wieder einmal wurde ich ein williges Opfer des Titels, des Covers und vor allem des Klappentexts. Zwar habe ich hin und wieder Probleme mit Jugendbüchern, aber diesem Buch wollte ich unbedingt eine Chance geben.
Erzählt wird die Geschichte meist abwechselnd aus Kits und Davids Sicht. Besonders David hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen. Sein Leben mit dem Asperger Syndrom gestaltet sich besonders schwer. Mit dieser speziellen Form des Autismus können betroffene zwar ein fast normales Leben führen, allerdings ist es nicht ganz einfach. So ergeht es auch David. Ihm fällt es ungemein schwer, menschliche Reaktionen richtig zu interpretieren und einzuordnen. Deshalb hat er ständig ein Notizbuch bei sich. Gemeinsam mit seiner Schwester hat er Regeln aufgeschrieben, Menschen kategorisiert, um sie besser beurteilen zu können.
Anfangs weiß Kit nicht so genau, warum sie sich zu David gesetzt hat. Langsam jedoch erkennt sie, wie er tickt, wie sie seine Reaktionen und Handlungen einordnen soll. Sie fühlt sich wohl in seiner Gesellschaft, denn er spricht Dinge oft klar und direkt aus. Zwar ist dies oft schmerzhaft, aber auch befreiend. Mit ihren Freunden verbindet sie so kurz nach dem Tod ihres Vaters kaum mehr etwas.
Die Autorin beschreibt Kits Ausnahmezustand sehr gut. Die Welt der jungen Frau ist in 1000 Teile zersprungen, nichts ist mehr wie es früher war und deshalb kann sie auch nicht mehr einfach so weiterleben, wie vor dem Autounfall. Selbst mit ihrer Mutter hat sie Probleme eine gemeinsame Gesprächsbasis zu finden.
David versteht zwar Kits Gefühlslage nicht in allen Einzelheiten, aber er mag sie unglaublich gerne und will ihr helfen. Sie verbringen ungewöhnlich viel Zeit miteinander und lernen sich sehr gut kennen.
Die Autorin hat ein wundervolles Buch geschrieben mit einer ungewöhnlichen aber über aus sympathischen männlichen Hauptfigur, die mein Herz im Sturm erobert hat.
Kit ist eine junge Frau, die ich sofort in die Arme nehmen und trösten wollte. Mein Papa ist erst vor kurzem verstorben und ich kann ihren Schmerz nachvollziehen.
Besonders gefallen, hat mir vor allem auch das letzte Drittel und das Ende. Eine großartige Geschichte mit überzeugenden Figuren, die ich auch Erwachsenen empfehlen kann.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von Krimine:
Ein beklemmender Rückblick in die Nachkriegszeit kombiniert mit einem vielschichtigen Kriminalfall
Mein Herz in allen Einzelteilen von Buxbaum Julie
Warum immer samstags, fragt sich Kommissar Peter Hoffmann und macht sich schlecht gelaunt auf den Weg in das Provinznest Kaltenbruch, wo er einen Mord aufklären soll. Einen, der mit viel Heimtücke begangen worden ist und der die Bewohner über alle Maßen schockt. So wurde ohne ersichtlichen Grund der Sohn eines Bauen mit einer Axt niedergestreckt, während ein bekannter Kneipenschläger mit Blut besudelt am Tatort verweilt.
Doch anstatt ihn als Täter noch am selben Tag zu überführen, stellt sich das Verbrechen als viel komplizierter heraus und Hoffmann hat alle Hände voll zu tun, die Folgen vergangen Unrechts zu entwirren.
"Kaltenbruch" ist ein Roman, der in den fünfziger Jahren spielt, als das Leben in dem rheinischen Dorf Kaltenbruch von den Nachwehen des Krieges gezeichnet war. Frauen brachten ihre Kinder alleine durch, die Arbeit der Bauern war knochenhart und Flüchtlinge versuchten sich zu integrieren. Und inmitten dieser von Veränderungen geprägten Zeit siedelt Michaela Küpper ihre Geschichte an, die von dem Alltag einer Dorfgemeinschaft, von Missgunst und Neid und von traumatischen Kriegserinnerungen erzählt. So kommt es vor allem unter der jüngeren Bevölkerung zu Auseinandersetzungen, weil dem sozialen Status eine ganz besondere Rolle beigemessen wird.
Der Einstieg in den Roman erfordert vom Leser eine hohe Aufmerksamkeit, weil er zunächst einmal die Bevölkerung von Kaltenbruch kennenlernen muss. Da gibt es zum einen eine junge Frau, die bei einem Bombenangriff ihre Mutter verlor und auf dem Leitnerhof ein neues Zuhause gefunden hat, zum anderen spielt eine aus Polen stammende Flüchtlingsfamilie eine große Rolle, deren Kinder bedroht und gehänselt werden. Und dann gibt es da noch einen Hilfsarbeiter aus der Fabrik und zwei Bauernsöhne, die dasselbe Mädchen lieben. Hinzu kommen ein Dorfpolizist, der mit Leib und Seele Ordnungshüter ist, ein Düsseldorfer Kommissar, der nichts mit der ländlichen Idylle anfangen kann und seine neue Schreibkraft, die sich wider Erwarten als überaus gewieft entpuppt.
Der Schreibstil von Michaela Küpper ist unspektakulär und kühl, überzeugt aber durch seine Authentizität und einer angenehmen Bildhaftigkeit. Sämtliche für das verheerende Geschehen wichtige Figuren sind glaubhaft dargestellt, wobei ihr Zusammenspiel oftmals nur angedeutet wurde. Hier fehlen Informationen, die für den Fortgang der Ermittlungen wichtig sind und oftmals die emotionale Tiefe, um Handlungsweisen wirklich verstehen zu können. Demgegenüber sind die Rückblicke in die Vergangenheit sehr bewegend dargestellt und lassen ein nachvollziehbares Bild der damaligen Ereignisse entstehen. Der Mordfall selbst wurde gut erdacht, sodass der Leser lange Zeit rätseln musste, wer und was hinter den Taten steckt und dadurch die Spannungsbogen auf einem steten Level verweilt.
Fazit.
Ein beklemmender Rückblick in die Nachkriegszeit und ein Roman, der mit einem interessanten Ermittlerteam und einem vielschichtigen Kriminalfall gut unterhält.
Rezensionen von begine:
Geschichtsträchtig
Revolution im Herzen von Claudia Beinert; Nadja Beinert
Claudia und Nadja Beinert haben gemeinsam den Roman „Revolution der Herzen, Die heimliche Liebe des Karl Marx geschrieben. Zum 200. Geburtstag Karl Marx entwickeln sie einen historischen Roman mit Tatsachen und Fiktion.
Sie lassen Helene Demuth, genannt Lenchen mit ruhiger Sprache aus ihrem Leben erzählen.
Von Anfang an bin ich gefesselt. Sie kommt aus einer armen Familie, anheimelnd war die Szene als ihr Vater ihr Schachspielen beibringt. Als sie 10 Jahre alt ist, macht sie sich nach dem Tod des Vaters, auf den Weg um Dienstmädchen zu werden. Auf dem Weg kann sie Baroness Jenny vor einem Hund retten und die nimmt sie mit der Kutsche mit, schon da lernt sie den düsteren schwarzen Karl, wie sie ihn nennt, kennen. In Jennys Familie bekommt sie eine Anstellung und so geht alles seinen Weg.
Ihr Weg geht von Trier nach Paris , Brüssel und London. Sie ist der Fels der Familie Marx und nimmt Karls Meinung auf. Durch Lenchen wird besonders das Ergehen der Dienstmädchen in verschiedenen Familien beleuchtet.
Die Autorinnen haben Lenchens Geschichte und Karl Marx undd seine rFrau Jennys Leben interessant beschrieben. Die Leser erleben so den Kampf Mary und Engels, gegen die Armut und Ausbeutung. Bedrückend ist die große Kindersterblichkeit.
Claudia und Nadja Beinert erzählen im Nachwort noch wie das leben und der Kampf Karl Marx, seiner Frau, Lenchen und den Kindern weitergeht. Das ist informativ und interessant.
Den Roman ist ein Stück Weltgeschichte und ich kann ihn empfehlen.
Rezensionen von Pink Anemone:
Gelungene Anthologie voller unheimlicher und skurriler Geschichten, Morbidität und schwarzen Humor. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
GHOST WRITER von Andreas Gruber
Diesmal entführt Andreas Gruber Sie mit seinen Horrorgeschichten in das Leipzig des Jahres 1840, nach New Orleans um 1908 und in das Wien des Jahres 1945.
Wir treffen auf elektronische Spinnen, einen kriminellen Zahnarzt, einen verrückten Erfinder in einem Kellerlabor und ein ungewöhnliches Brüderpaar, das an einer seltenen Krankheit leidet.
Erfahren Sie mehr über einen erschreckenden archäologischen Fund bei Athen, eine Lovecraft-Hommage über die Miskatonic-Universität in Arkham, sowie eine teuflische Weihnachtsgeschichte direkt aus der Hölle.
Und freuen Sie sich nicht zuletzt auf ein Wiedersehen mit Edgar Allan Poe und Jack the Ripper...(Klappentext)
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Der Autor Andreas Gruber hat unglaublich viele schriftstellerische Facetten und in seinen Anthologien kommen diese besonders gut zur Geltung. Egal ob historischer Grusel, SciFi, unheimlicher Thriller, Medical-Horror oder gar eine Mischung des ein oder anderen. Jeder dieser Geschichten besticht durch unglaublich atmosphärische Beschreibungen des Settings, packenden Schreibstil, authentischen Charakteren, aber auch äußerst skurrilen und auch bekannten Figuren, und durch schwarzen und nicht selten auch morbiden Humor.
"Als ihr Mann, durch einen nächtlichen Anruf geweckt, statt nach dem Telefon zur Waffe greift, die auf dem Nachttisch liegt, schießt er sich beim 'Abheben' versehentlich in den Kopf. Blöder Zufall, kommt sicher nur einmal im Leben vor." (S. 41)
Hier finden wir ebenso einen Schreibstil der an E.A. Poe und H.P. Lovecraft erinnert, als auch einen modernen und frischen Stil, je nach Geschichte und Genre.
Es traf zwar nicht ganz jede Geschichte meinen Geschmack (wie das bei Anthologien eben so ist), wurde jedoch mit so manch anderer Geschichte dafür entschädigte und mich umso mehr begeistern konnte.
Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, jeder kommt durch ein paar Geschichten auf seine Kosten.
Ein ganz besonderes Schmankerl sind die Einleitungen zu jeder Geschichte, welche nicht selten witzige Anekdoten, sowie kleine private Einblicke des Autors enthalten und einen auf die jeweilige Geschichte einstimmen. Diese sollten also unbedingt gelesen werden.
"Die folgende Geschichte ist die zweite bisher unveröffentlichte Story in diesem Band. Ursprünglich wollte ich für diese Kollektion nur alte Stories überarbeiten und keine neuen schreiben. Aber diese Geschichte musste einfach aufs Papier. Die Idee war da, krallte sich mit aller Macht in meinem Kopf fest und ließ mich nicht mehr los, bis ich sie mir von der Seele geschrieben hatte. Nun gehört sie Ihnen - was für eine Erleichterung!" (S. 217)
Fazit:
Wieder eine gelungene Anthologie voller unheimlicher und skurriler Geschichten, Morbidität und schwarzen Humor.
Zugegeben, nicht jede Kurzgeschichte traf meinen Geschmack, aber die anderen im Gegenzug umso mehr und diese ließen mich dann mehr als nur begeistert zurück.
Ich werde immer wieder aufs Neue vom Schreibstil des Autor mitgerissen und das betrifft nicht nur seine Anthologien, sondern vor allem auch seine Thriller.
Ich hätte mich noch ewig in diesem Buch verkriechen mögen, so unheimlich einige Geschichten und so morbid und bösartig so manche Figuren auch waren. Jedenfalls schloß ich das Buch dann mit dem Wissen nun endlich die wahre Geschichte Jack the Rippers zu kennen, dass jeder Zahnarzt irgendwann seine gerechte "Bezahlung" bekommt und das Weihnachten in der Hölle nicht anders gefeiert wird als auf Erden.
© Pink Anemone
Rezensionen von Gudrun Gaber:
Von England über Brüssel nach Bruchleithen
Jud von Georg Thiel
So lange es Täter/Menschen mit folgender Einstellung gibt: "Es ist nicht meine Schuld, dass der Nationalsozialismus die herrschende Ideologie dieser Jahre gewesen ist. Dass man von uns unerschütterlichen Glauben, unbändigen Willen, ungebeugten Opfermutter eingefordert hat." braucht es solche Bücher.
Lassen Sie sich auf die Geschichte (Roman/Fiction) ein.
Rezensionen von heinoko:
Leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben
Erzähl ich von früher... von Christina Herr
Das Anliegen der Autorin ist, wie sie selbst im Vorwort schreibt, die eigenen Erinnerungen „aufzuwecken“. Das Buch soll ermutigen, von diesen Erinnerungen zu erzählen, wem auch immer, und damit ein Stück Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen.
Die einzelnen Kapitel sind zeitlich und thematisch eingeteilt, wie z.
B. Kindheit und Jugend, Leben in der Familie, Kriegsjahre usw. Innerhalb dieser Kapitel finden sich einige sehr schön und passend ausgewählte Geschichten, erzählt von Astrid Lindgren zum Beispiel oder Erich Kästner. Der Rest des Buches ist angefüllt mit privaten Erinnerungsfetzen und persönlichen kurzen Geschichtchen.
Was gut ist an diesem Buch und was ganz im Sinne der Autorin funktioniert: Es werden beim Lesen eigene Erinnerungen wach, einzelne Bilder tauchen auf und man beginnt tatsächlich davon zu erzählen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit diesem Buch überall dort, wo ältere Menschen zusammenkommen, interessante und lebendige Gesprächsrunden anstoßen kann, das Buch also quasi einzusetzen als Arbeitsmaterial für Menschen, die sich mit Senioren beschäftigen.
Lesend hat mich das Buch allerdings sehr enttäuscht. Es kommen nur wenige Erinnernde zu Wort, die Beiträge sind sprachlich dürftig, wirken meist farblos nüchtern bis hölzern. Die Geschichten bleiben aufgrund der knappen und trockenen Schilderungen für den Leser nicht wirklich greifbar. Man atmet geradezu auf, wenn man auf einen Beitrag stößt, der gekonnt geschrieben ist – um dann festzustellen, dass hier Astrid Lindgren erzählt… Es hätte dem Buch gut getan, wenn die Autorin mehr Mühe darauf verwendet hätte, zum einen viel mehr und unterschiedliche Menschen zu befragen, mehr Erinnerungen zu sammeln, denn erst die Vielfalt bringt das Leben in seiner gesamten Bandbreite näher, und diese Erinnerungen dann vor allem sprachlich so zu überarbeiten, dass sie den Leser emotional erreichen.
Rezensionen von PFIFF:
Frauen entlarven einen Spion
Halali von Noll Ingrid
Eine Großmutter erzählt ihrer Enkelin von ihrer Zeit als junge Frau in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts, wo sie mit einer Freundin als Sekretärin in einem Amt arbeitet.
Die Tante der Freundin vermietet Zimmer in ihrer geräumigen Villa an alleinstehende Herren, unter anderem an einen Bürokollegen der beiden, Burkhard Jäger.
Zufällig beobachten die beiden ein seltsames Treffen Jägers mit einem mysteriösen Mann und die Übergabe eines Päckchens. Sie schleichen sich in sein Zimmer un d finden ein Kuvert mit viel Geld. Sofort vermuten sie, dass Jäger ein Spion ist und verfolgen ihn.
Es komm zu einer Konfrontation, die für Jäger tödlich endet. Die beiden jungen Frauen wurden beobachtet und werden nun erpresst, die Nachfolge Jägers zu übernehmen, was gar nicht so unangenehm ist, weil lukrativ. Doch die Skrupel bringen die beiden Neospioninnen dazu, die Unterlagen zu fälschen, damit kein Schaden frü das Amt entsteht.
Viele Zufälle helfen den beiden, sich heil aus der Affäre zu ziehen.
Köstlich, amüsant und mit viel schwarzem Humor, wie gewohnt bei Ingrid Noll.
Rezensionen von PFIFF:
3 Frauen, 3 Kulturen, 3 Kontinente, verknüpft durch den Haarzopf
Halali von Noll Ingrid
Das Schicksal dreier Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten, aus drei verschiedenen Kulturkreisen, drei verschiedenen Gesellschaftsschichten, drei verschiedenen Berufen, verbindet der Zopf, das menschliche Haar, das aus einem indischen Tempel an eine sizlianische Manufaktur für Perücken verkauft wird und schließlich in Kanada landet, um einer krebskranken Frau wieder Selbstbewußtsein zu schenken.
Die Verflechtung der drei Schicksale ist wunderbar beschrieben. Die Inderin, eine Unberührbare aus der untersten Kaste, möchte für ihre Tochter ein besseres Leben und bricht aus aus ihrem bedrückenden, erniedrigenden Umfeld, ohne Rücksicht auf ihren Ehemann.
Die junge Sizilianerin kämpft um das Weiterbestehen des Familienbetriebs und erhält unerwartete Hilfe von ihrem indischen Freund.
Die alleinerziehende kanadische Rechtanwältin kämpft sich durch in einer Männerdomäne, von ihrem Ehemann im Stich gelassen, den neidischen Kolleginnen gemobt, ihrer Krankheit in die Defensive geworfen.
Das Opfer der indischen Frau, das Durchhaltevermögen und die Liebe zu einem Inder der Sizilianerin gipfeln in der Produktion einer Perücke, die der vom Schicksal gebeutelten Kanadierin wieder auf die Sprünge hilft, ihr wieder Lebenswillen gibt.
Eine wunderbare Geschichte über Opfer, Lebenswillen, Liebe und den ewigen Kampf der Frauen, egal in welcher Kultur und Lebenslage.
Rezensionen von MelE:
Absolut gelungen "Innere Werte zählen vielfach"
DUMPLIN' von Julie Murphy
"Dumplin" ist ein außergewöhnliches Jugendbuch, welches mir sehr zugesagt hat. Es zeigt auf, dass wir Menschen uns oft sehr oberflächlich verhalten und dabei innere Werte außer Acht lassen. Anhand von Dumplin (Übersetzt "Knödel") zeigt sich ganz deutlich, wie schwer junge Mädchen es haben, die leicht übergewichtig sind oder eben auch sehr übergewichtig sind.
Dies fängt direkt bei dem Klammottenkauf an und hört damit auf, dass diese Mädchen bei einem Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb eigentlich hätten ausgeschlossen werden müssen. Wer aber legt fest was Schönheit ist? Es ist unsere Gesellschaft, die Menschen mit Übergewicht nicht als Schön wahrnehmen und das sollte nachdenklich stimmen.Mir gefällt der leise Unterton in "Dumplin - Go Big or go Home", denn es zeigt ganz deutlich auf, wie wenig wertschätzend Dumplin mit sich selbst umgeht, da sie täglich durch ihre Mutter geprägt wurde. Diese war selbst übergewichtig und erhält ihr Gewicht nur durch Selbstgeißelung durch übermäßigen Sport und Verzicht. Ich musste direkt an diverse TV Formate denken in denen auch nur die weiterkommen oder ein Foto erhalten, die fast schon mager zu nennen sind und mir daher auch nicht attraktiv erscheinen, wobei ich anmerken möchte, dass ich damit nicht die jungen Mädchen meine die von Natur aus schlank sind, sondern lediglich die, die einem Schönheitsideal unterliegen. Diese jungen Frauen sind zum teil nur auf ihr Aussehen zu beschränken, denn besonders liebenswert erscheint es mir nicht. Mir schmeckt es einfach viel zu gut, als dass ich darauf bedacht bin auf alles zu verzichten, was eine höhere Kalorienzahl hat.Dumplins Mutter hat natürlich durch ihre eigenen Erfahrungen ein Weltbild, bzw. eine Weltanschauung um sich errichtet, in der ihre Tochter eigentlich nicht passt. Es macht mich regelrecht sauer, denn der Umgang, den sie mit Willowdean pflegt nervt und ist auch oft sehr herablassend. Natürlich ist die Tatsache seine Schwester durch einen Herzinfarkt zu verlieren schmerzhaft, dennoch ist es wichtig seine Tochter zu lieben und nicht beherrschen, bzw. beeinflussen zu wollen. Dumplins Mama ist selbst Schönheitskönigin des Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb und sitzt nun im Komitee seit vielen Jahren. Sie ist es, die Dumplin am meisten Steine in den Weg wirft, diese aber nicht ins Stolpern bringt.
Willowdean ist stärker als sie selbst glaubt und entwickelt sich zu einer echten Schönheit. Dies geschieht tatsächlich nicht durch Abnehmen, sondern daran, dass sie kämpft. Kämpft dafür gesehen zu werden. Endlich wahrgenommen zu werden als echte Schönheit, die lediglich ein paar Pfunde zu viel hat. Na und? Sie ist mir sehr sympathisch, obwohl ihre Selbstzweifel mitunter so weit gehen, dass sie nicht wahrnimmt, dass sie auch mit Speckröllchen geliebt werden kann. Fast verpasst sie so ihre erste große Liebe.
Ellen ihre beste Freundin nimmt irgendwann Abstand und lässt sich von anderen so sehr beeinflussen, dass die jahrelange Freundschaft von Willowdean und ihr zerstört scheint. Letztendlich scharrt Willowdean nun andere Personen um sich für die sie eine Vorbildfunktion übernimmt.
"Dumplin"ist ein Roman, der sich zu lesen lohnte. Innere Werte zählen tatsächlich vielfach und nicht das, was direkt vor Augen ist. Wir Menschen haben noch so viel zu lernen. Vielleicht benötigt es solch einen Roman, welcher der Auffassung ist, sich selbst schätzen zu lernen mit all den kleinen und großen Defiziten die nicht dem Schönheitsideal der Gesellschaft entsprechen? Absolute Leseempfehlung
Rezensionen von Sheena01:
Gut gemachter, spannender Thriller!
Hangman. Das Spiel des Mörders Thriller. 02.01.2018. Paperback / softback. von Cole Daniel
Inhalt:
Aufgrund von Parallelen einiger Mordfälle in New York zum Londoner „Ragdoll“-Fall, wird Chief Inspector Emily Baxter, welche an der Aufklärung des Ragdoll-Falles maßgeblich beteiligt war, zu Rate gezogen. Man vermutet einen Trittbrett-Fahrer, der den spektakulären Fall aus London kopiert, der Druck von Seiten der Medien auf die ermittelnden New Yorker Beamten wächst, zumal man sich mit einer äußerst brutalen und perfiden Mordserie –abwechselnd in London und in New York - konfrontiert sieht.
Wer steckt als Drahtzieher hinter diesen Morden? Wird es dem Ermittlerteam gelingen, ihn rechtzeitig zur Strecke zu bringen?
Handlung:
In einem kurzen Prolog, wird das Ende in groben Zügen vorweggenommen, auch wird dabei auf den ersten Fall Bezug genommen, und ein wenig gespoilert, wenn man diesen noch nicht gelesen hat. Danach macht die Geschichte einen Zeitsprung von fünf Wochen in die Vergangenheit, zum eigentlichen Beginn der aktuellen Mordserie: hier wird bei jedem Mord auch eine zweite Leiche gefunden, nämlich die des jeweiligen Täters. Es stellt sich die Frage, wie man diese Fälle lösen soll, wenn der Killer jeweils frei Haus „mitgeliefert“ wird? Wo setzt man an, wie lässt sich diese mysteriöse Serie stoppen?
Schreibstil:
Eins vorweg: dieses Buch ist keine leichte Kost, was Brutalität und Grausamkeiten anbelangt! Der Autor versucht auch jene Leser zu berücksichtigen, welchen den Vorgängerband noch nicht kennen, und versorgt diese mit wichtigen Details dazu, damit zum Verständnis der aktuellen Geschichte dieser nicht unbedingt gelesen werden muss. Auf diese Weise wird man immer wieder mit kleinen Häppchen zum Ragdoll-Fall „gefüttert“, welcher untrennbar mit diesem Fall zusammenhängt. Dabei bedient sich der Autor eines relativ einfachen Satzbaus, wodurch das Ganze sehr leicht und flüssig gelesen werden kann.
Charaktere:
Hauptfigur ist die bereits im Vorgängerband in Erscheinung tretende Emily Baxter, Ihres Zeichens Detective Chief Inspector bei der Londoner Behörde. Obwohl sie durch den Ragdoll-Fall zu Ruhm und Ehre bei den Ermittlern gelangt ist, ist sie dadurch zwar abgebrüht und hart im Nehmen, weist jedoch im sozialen Gefüge Defizite auf. Die Brutalität des Ragdoll-Falles, in dem sie auch persönlich involviert war, hat bei ihr nicht nur optisch Spuren hinterlassen, auch seelisch hat sie daran nach wir vor, schwer zu knabbern, da sie erst wieder Vertrauen zu ihrer Umgebung finden muss. Nicht zuletzt leidet darunter auch ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Thomas, der für Baxter eine Engelsgeduld aufbringt. Der einzige, dem sie blind vertraut, ist ihr alter Freund Edmunds, der immer loyal zu ihr steht, und auf dessen Rat sie immer wieder gerne zurückgreift. Dem neu zusammengestellten Ermittlungsteam gehören auch der durchaus sympathisch dargestellte Special Agent Damien Rouche von der CIA und die zum Teil recht zickige Special Agent Elliot Curtis vom FBI an. Dieses recht ungleiche Trio wächst aber mit der Zeit zu einem recht kompakten Team zusammen, wobei jeder von ihnen im Laufe des Hangman-Falls mit den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.
Cover:
Dieses Cover mit dem auffälligen, roten Kreuzknoten, der sich je nach Lichteinfall vor die silberne Schrift des Titels und des Autors schiebt und sich fast schon plastisch von dieser abhebt, ist sehr gelungen und ein echter Blickfang!
Autor:
Daniel Cole wurde 1983 geboren. Bevor er mit dem Schreiben begann, hat er als Sanitäter, Tierschützer und Seeretter gearbeitet. Cole lebt in Bournemouth in Südengland. Seine Romane sind mittlerweile in 35 Ländern erschienen.
Meinung:
Ich kenne den ersten Band bisher nur teilweise, daher hatte ich anfangs einige Probleme damit, in die Geschichte hineinzufinden, da mir einfach das nötige Hintergrundwissen fehlte. Danach ging es allerdings Schlag auf Schlag, die Ereignisse überstürzten sich geradezu, sodass die Spannung stetig aufrecht gehalten wurde, bis es letztendlich zu einem fulminanten Showdown kam, wobei der Leser teilweise sehr geschickt in die Irre geführt wurde und es am Schluss zu einem wirklich unerwartetem Ende kam.
Persönliche Kritikpunkte:
In einem Prolog das Ende eines Romans vorwegzunehmen, und teilweise bereits die Lösung zu verraten, finde ich persönlich eine sehr unglücklich gewählte Art, einen Thriller zu beginnen, zumal sie den Buch einiges an Spannung stielt. Ob es wirklich so eine gute Idee ist, den Leser mit Details aus dem ersten Buch zu versorgen, mag dahingestellt bleiben. Auf der einen Seite sind diese als Hintergrundwissen essentiell, jedoch fehlt denjenigen, welchen den ersten Band noch nicht gelesen hatten dadurch vielleicht die Motivation, diesen nachträglich zu lesen. Denn dieser wird hier gehörig gespoilert! Nach dem eigentlichen Roman richtet sich der Autor in einigen Zeilen direkt an seine Leser, und erklärt darin, dass der erste Band für das Verständnis davor nicht zwingend gelesen werden muss, da er in „Hangman“ darauf Bezug nimmt. Warum diese Zeilen erst nachträglich angefügt werden und nicht als einleitende Worte zu Beginn, entzieht sich jedoch meinem Verständnis. Ich persönlich fände es zielführender, als Einleitung darauf hinzuweisen, den ersten Band zu lesen, als die Lösung des ersten Falls im zweiten Band preiszugeben!
Zudem fand ich einige Textpassagen ein wenig verwirrend, was allerdings auf eine mangelhafte bzw. fehlerhafte Übersetzung zurückzuführen ist.
Fazit:
Ein durchaus lesenswerter und spannender Thriller, der jedoch leider sehr viel über den ersten Band verrät, falls man diesen davor noch nicht gelesen haben sollte!









