Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Neues aus Neuharlingersiel
Muscheln, Mord und Meeresrauschen von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert
Goldener Oktober in Neuharlingersiel. Die Sommerhitze ist vorbei. Trotzdem wird es heiß, als durch einen Molotowcocktail ein Feuer auf der Baustelle des Geflügelbarons und Investors Johann Gehrken ausbricht. Hier soll ein neues Wellness- und Entspannungszentrum entstehen, gegen das sich einige Bewohner des Ortes quer stellen.
In der abgebrannten Halle verbrennt einer der polnischen Arbeiter. Johann Gehrken verbreitet die Nachricht, dass er weiß, wer den Brand verursacht hat – und kurze Zeit später ist auch er tot.
Hobbydetektivin Rosa Moll und Postbote Henner Steffens ermitteln wieder zusammen mit ihrem Freund dem Dorfpolizist Rudolph "Rudi" Hieronymus Bakker und seinen Kollegen Kriminalhauptkommissar Siegfried Haueisen und Kriminaloberkommissar Helmut Schnepel aus Wittmund. Es ist diesmal ein ganz verzwickter, mehrteiliger Fall, den sie lösen müssen.
Dies ist nun schon der 5. Fall, bei dem ich dem sympathischen Ermittlertrio Moll, Steffens und Bakker über die Schulter schauen und mit ermitteln darf. Und ich habe es auch diesmal nicht geschafft, alles vor der endgültigen Aufklärung zu durchblicken. Der Fall ist diesmal sehr verzwickt, die Ermittlungen gestalten sich schwierig und es dauert lange, bis sich die Männer endlich ganz langsam zur Lösung hinarbeiten.
Spannung ist wieder ab der ersten Seite da und hält sich, bis sich alles endgültig auflöst.
Ich liebe das Nordseeflair mit seinen Krabbenkuttern und dem Blick über die Weite des Wassers. Wenn ich von den Sandstränden und den Strandkörben lese, bekomme ich sofort Urlaubsgefühle. Diese bei mir anzufachen, ist den Autorinnen auch diesmal wieder sehr gut und sehr schnell geglückt.
Ich liebe es, im Frisiersalon dem neuesten Tratsch zu lauschen. Ich bin mittendrin, wenn Muddern und Vaddern ein paar Brocken Platt snacken, ich in ihrer Küche zusammen mit den Mädels und Rudi sitze, und sich sogar Rosa zu manch norddeutscher Äußerung hinreißen lässt. Sie ist halt oben schon richtig angekommen.
Wer auch in diesem Fall nicht mein Freund geworden ist – KOK Helmut Schnepel. Ich kann seine Frau Susanne so gut verstehen, dass sie ihn als A... tituliert und ihn endlich verlassen hat. Ich bin gespannt, ob er sich nicht doch noch irgendwann einmal wenigstens ein ganz kleines bisserl zum Positiven verändert.
Das Personenregister und die leckeren Rezepte aus Mudder Steffens Küche runden die Geschichte sauber ab.
Auch bei diesem Fall konnte ich wieder miträtsel, habe immer wieder in mich rein gegrinst, hatte ein paar wundervolle Stunden Nordseeluft in der Nase und habe das Lesen genossen.
Rezensionen von Harakiri:
anders als erwartet
DUMPLIN' von Julie Murphy
Willowdean ist 16 und übergewichtig. Die üblichen Teenagerprobleme treffen sie also umso härter! Von ihrer Mutter liebevoll „Dumplin“ (Knödel) genannt, fühlt sie sich eigentlich dennoch wohl in ihrer Haut. Erst als sie ihren ersten Freund hat, wird sie sich ihrer Fülle so richtig bewusst und verliert das Selbstbewusstsein.
Um zu zeigen, dass sie dennoch etwas zählt meldet sie sich zu einem Schönheitswettbewerb an und zieht damit weite Kreise.
Der Beginn des Buches hat mir super gefallen. Will, wie sie von allen genannt wird, war mir gleich sympathisch und die Handlung hatte Schmiss. Leider hat das Buch dann etwas nachgelassen und war anders als von mir erwartet. Wills‘ Zögern und ihr Streit mit der besten Freundin waren für mich nicht nachvollziehbar und somit kam ich nicht so ganz mit der Handlung mit. Das Buch hat sich leider in eine andere Richtung als von mir gedacht, entwickelt. Dennoch zeigt es, dass auch Mädchen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, durchaus geliebt werden und starke Persönlichkeiten sind.
Murphys Schreibweise ist locker und teilweise poetisch. Besonders erwähnenswert ist hier die Nacht unterm Meteoritenschauer, da konnte ich mir die Szene schön bildlich vorstellen.
Alles in allem ein Buch, das teilweise wirklich sehr gut unterhält, aber auch seine Schwächen hat.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Maximilian, 9 Jahre aus Rankweil:
Luzifer junior (Band 1) - Zu gut für die Hölle von Jochen Till
Luzifer junior ist der Sohn des Teufels. Irgendwann soll er mal den Job seines Vaters übernehmen. Der findet allerdings, dass der Junior viel zu nett ist. Deswegen soll er zu einem Praktikum auf die Erde. Dort soll er lernen, böse zu werden. Sein Onkel bringt ihn im Internat St. Fidibus unter. Dort ist alles für ihn neu.
So lernt er die Menschen und ihre Welt kennen – richtiges Essen, Duschen, körperliche Anstrengungen, Seitenstechen, Schmerzen und vieles mehr.
Dann trifft er noch auf Torben und seine Bande. Von ihnen will er lernen, wie es ist, böse zu sein. Doch irgendwie passt das alles nicht für ihn.
Das Buch finde ich total lustig und spannend. Insbesondere haben mir die Erlebnisse und Gespräche von Luzifer junior und seinem persönlichem Dämon Cornibus gefallen. … und dann gibt es noch ein Rätsel, das am Ende noch nicht gelöst ist. Ich habe mir gerade die beiden nächsten Bücher aus der Bibliothek besorgt.
Rezensionen von Markus Bacher:
Löwe Aragon besiegt sein Asthma von Osinger Christina; Osinger Rainer M.
I
ch bedanke mich für dieses tolle Buch. Ich habe schon lange Asthmaprobleme und die beschriebene Buteyko-Methode hat mir soooo sehr geholfen. Habe schon viel probiert, nichts hat mir so sehr geholfen wie die im Buch ausführlich beschriebene Atemmethode! Und obschon es eigentlich ein therapeutisches Kinderbuch ist, habe ich als Erwachsener genauso davon profitiert! :-)
Rezensionen von Vicky:
Teufelsküsse, einer für jede Sünde ♥❄
Löwe Aragon besiegt sein Asthma von Osinger Christina; Osinger Rainer M.
Das Cover ist toll und total heiß *hach* - ich könnte es stundenlang anstarren :-D
Den Abschnitt 'Die Autorin' am Anfang finde ich gut, denn ich persönlich sehe immer gern Bilder der AutorInnen da ich so bereits die erste Verbindung zum Buch schließen kann! Unter 'Das Buch' kann man sich einen kurzen aber bereits recht guten Vorgeschmack auf den Roman von Sara Rider holen.
Der Schreibstil ist locker flockig leicht und dennoch fehlt der Witz nicht. Sara Rider hat es mit nur wenigen Zeilen geschafft mich von ihrem Roman zu bezaubern!
Die Geschichte umfasst achtundzwanzig Kapitel und einen Epilog. Kapitel eins beginnt neuen Jahre zuvor und bereits der erste Satz hat mich zum Lachen gebracht. Außerdem hat mich dieser Satz sowie das ganze erste Kapitel, zusätzlich zum sehr ansprechenden Cover, darin bestärkt das richtige Buch ausgewählt zu haben! Und ich habe hier eindeutig bereits sehr früh mein neues Lieblingswort gefunden: Leg-dich-nicht-mit-mir-an-Stilettos :-) Das muss ich mir auf jeden Fall merken!
Die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man sich’s versieht hat man bereits das Ende erreicht. Dieses ist der Autorin Sara Rider gut gelungen, vor allem den Epilog empfand ich als guten Abschluss.
Rezensionen von Vicky:
Alles geschieht, wie es geschehen muss
Löwe Aragon besiegt sein Asthma von Osinger Christina; Osinger Rainer M.
Das Cover ist zwar von der Optik her anders als die bisherigen aber es hat dennoch das gewisse etwas. Es hat definitiv mein Interesse geweckt.
'Die Archive der Seelenwächter – Weg des Kriegers' ist ein spezieller Band der Buchserie 'Die Chroniken der Seelenwächter' von N icole Böhm. Dieser Band ist das Bindeglied zwischen Staffel eins und zwei, er ist somit zwischen Band zwölf und dreizehn einzuordnen.
Dieser Teil umfasst fünfunddreißig Kapiteln und dieses Mal berichtet Akil. Man erfährt was ihm in letzter Zeit passiert ist sowie etwas mehr über seine Vergangenheit. Sehr gut haben mir die Rückblendenkapitel gefallen in denen man mehr über Akils früheres Leben erfährt. Die Kapitel fliegen nur wieder nur so dahin, die Geschichte ist sehr spannend und durch den Wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit eine tolle Abwechslung. Ehe man sich’s versieht hat man bereits wieder das Ende des Bandes erreicht und lässt einen sofort den nächsten herbeisehnen.
Fazit: ACHTUNG - Nicole Böhm erzeugt mit ihren Seelenwächtern absolute Suchtgefahr!
Rezensionen von Kuhni77:
War es wirklich Selbstmord?
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
INHALT:
Maddy ist vom Dach der Bibliothek gestürzt, doch landet sie nicht im friedvollen Himmel, sondern blickt aus kurzer Höhe auf ihre Familie herab. Von hier kann sie ihre Familie
noch sehen, hören und immer wieder in ihre Entscheidungen eingreifen. Maddy taucht in ihren Gedanken auf und gibt Entscheidungshilfen.
Eve und Brady können es einfach nicht glauben, dass Maddy sich vom Dach der Bibliothek gestürzt hat. Es gab keine Hinweise, dass sie traurig oder verzweifelt war. Oder wollten sie es einfach nicht sehen? Schnell wird klar, dass sie schon mit den einfachsten Alltagssituationen überfordert sind und hier dringend Hilfe brauchen.
Eine neue Frau muss her und Maddy hat auch schon jemanden im Blick...
MEINUNG:
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maddy, Eve und Brady erzählt. Sowas gefällt mir immer sehr gut, da man unterschiedliche Meinungen und Perspektiven hat. Man lernt die einzelnen Personen dadurch besser kennen.
Eve war bis zum Tod ihrer Mutter ein ziemlich verwöhntes Einzelkind. Sie hatte alles und konnte sich immer auf ihre Mutter verlassen. Durch ihre Trauer kapselt sie sich ziemlich ab, trifft sich nicht mehr mit ihren Freunden und findet alles nur noch sinnlos.
Brady versucht zu verstehen, warum seine Ehefrau diesen Schritt gegangen ist. Was hat ihr im Leben gefehlt und was hat er falsch gemacht? Er merkt schnell, dass er nicht immer der beste Ehemann gewesen ist. Für ihn stand die Arbeit immer an erster Stelle und danach kam irgendwann seine Familie.
Maddy war eine hingebungsvolle Mutter, perfekte Gastgeberin und Beraterin in allen Lebenslagen. Sie war der Puffer zwischen Eve und ihrem Vater, der nun wegfällt. Aus dem Jenseits versucht sie nun zu helfen, so gut es eben geht. Aber ihre Zeit ist begrenzt.
Eve und Brady können es einfach nicht fassen, dass Maddy sich vom Dach gestürzt hat. Es gab doch gar keine Anzeichen, dass es ihr nicht gut ging. Was hatten sie wohl übersehen?
Durch ihr Tagebuch haben sie Maddy etwas besser kennengelernt und gemerkt, dass sie ihr oft Unrecht getan haben. Für sie war immer alles selbstverständlich: „Maddy macht das schon!“
Sie haben gar nicht gemerkt, was sie alles für sie getan hat und was sie von ihnen zurückbekommen hat. Maddy hat mir an einigen Stellen ziemlich leid getan. Aber das sie deswegen Selbstmord begeht, wollte ich nicht so richtig glauben. Da musste mehr vorgefallen sein.
„Für immer ist die längste Zeit“ ist der Debütroman von Abby Fabiaschi und der Klappentext verspricht eine ziemlich emotionale Geschichte. Der Roman ist wirklich schön und lässt sich sehr gut lesen, aber mir hat es hier an Emotionen gefehlt. Ich konnte leider mit keinem Protagonisten mitfühlen.
FAZIT:
Auch wenn der Roman mich emotional nicht so packen konnte, kann ich ihn trotzdem empfehlen.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Nackt über Berlin
Nackt über Berlin von Ranisch Axel
‚Nackt über Berlin‘ erzählt eine durch und durch kuriose Geschichte im Herzen Berlins. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und humorvoll.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: der von Jannik und dem Rektor. Jannik ist ein eigenwilliger Protagonist, mit dem ich erst im Laufe des Buches warm geworden bin.
Tai konnte mit hingegen gar nicht sympathisch werden und auch mit dem Rektor bin ich nicht ganz warm geworden. Die Charaktere sind insgesamt durchaus liebevoll und durchdacht gestaltet, für mich aber nur bedingt realistisch. Als Leser wird man gleich vollständig in die Handlung hinein geworfen und steht mitten im pubertären Leben von Jannik und Tai. Für mich weist die Handlung einige unnötige Längen auf, die den Lesefluss ein wenig gestört haben. Der Autor Axel Ranisch kann die Spannung dennoch geschickt aufbauen, so dass mir eher selten langweilig geworden ist. Hinter der Entführung und deren Folgen steht eine Moral, was schon relativ früh im Buch deutlich wird. Ich finde es schön, dass kontinuierlich auf diese hingearbeitet wird. Obwohl die Handlung ziemlich unrealistisch ist, konnte ich mir die Gegebenheiten gut vorstellen und mich gut in die Szenerie des Buches einfühlen.
Insgesamt ist ‚Nackt über Berlin‘ eine solide Coming-of-Age-Geschichte, die mit einem tollen Humor besticht.
Was die Covergestaltung angeht bin ich übrigens ziemlich ratlos – mit dem Inhalt hat sie nämlich rein gar nichts zu tun…
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Für immer ist die längste Zeit
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
Maddy ist tot. Vom Dach der Bibliothek gestürzt. Sie landet jedoch nicht im friedvollen Himmel, sondern blickt aus kurzer Höhe auf ihre Familie – ihre pubertierende Tochter Eve und den emotional unaufgeräumten Ehemann Brady – herab. Ohne Maddy sind sie schon in einfachen Dingen der Alltagsorganisation überfordert.
Jetzt drohen sie an der Frage nach dem Warum zu zerbrechen. Maddy muss etwas tun. Doch ihre Möglichkeiten der Einflussnahme aus dem Jenseits sind begrenzt – sie ist ja auch neu hier.
‚Für immer ist die längste Zeit‘ ist der Debütroman von Abby Fabiashi. Der Schreibstil gefällt mir gut, er ist schnörkellos und direkt. Gefühle kann er nach meinem Empfinden nur bedingt vermitteln, teilweise kam es mir etwas hölzern vor. Die Story ist durchaus emotional, das Thema Selbstmord und Umgang mit diesem wurde gut aufgegriffen. Für mich waren die Reaktionen der verbliebenen Menschen durchaus authentisch dargestellt. Dennoch blieben die Schilderungen distanziert und ich konnte mich nicht wirklich in die emotionale Lage der Charaktere hineinversetzen.
Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert, so dass man als Leser stets gut im Bilde über alle Gefühlslagen und Ansichten ist. Wirklich ans Herz ist mir keiner der Charaktere gewachsen. Ich habe ihren Werdegang gern verfolgt, habe jedoch nicht mitgefiebert.
Richtig packen konnte mich das Buch jedoch nicht, dafür hatte es zu viele Längen. Zum Ende hin nimmt die Story nochmals ein wenig Fahrt auf, was zumindest die letzten Seiten angenehm macht.
Rezensionen von Gluecksklee:
Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Scythe - Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman
Zum Inhalt
„Scythe – Der Zorn der Gerechten“ ist nach „Scythe – die Hüter des Todes“ der zweite Band in Neal Shustermans utopischer Trilogie, in der es der Menschheit gelungen ist, den natürlichen Tod oder den krankheitsbedingten Tod hinter sich zu lassen. Aus der Cloud heraus hat sich hat eine intelligente künstliche Intelligenz gebildet, der Thunderhead, der alle regionalen Regierungen und politischen Instanzen ersetzt hat und dafür sorgt, dass alle zur Erhaltung und dem Schutz menschlichen Lebens auf der Erde notwendigen Maßnahmen ergriffen werden.
Einzig eine Institution entzieht sich der Regulatorik des Thunderheads – das Scythetum. Die Scythe sind die Hüter des Todes, die dafür Sorge tragen, das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Doch was geschieht, wenn diese durch eigene Regeln gebundene Gruppierung beginnt, die Regeln und Beschränkungen der eigenen Handlungsweisen in Frage zu stellen und abzulehnen?
Meine Meinung
Im ersten Band der Reihe hat Neal Shusterman seine Leser bereits in die Welt eingeführt, in der die damaligen Scythe-Lehrlinge Rowan und Citra leben.
Dieser zweite Band fokussiert sich neben Citra und Rowan, die nach wie vor zu den Hauptcharakteren zählen, sowohl auf einen neu eingeführten Charakter (Greyson Tolliver) und den Thunderhead selbst. Bis auf wenige Ausnahmen spielte der Thunderhead als künstliche Intelligenz mit Bewusstsein im ersten Band eigentlich allzu aktive Rolle. Das ändert Neal Shusterman in „Der Zorn der Gerechten“ grundlegend.
An Stelle der Auszüge aus den Scythe-Tagebüchern, die der Autor im ersten Band zwischen die Kapitel einflocht, kommt nun der Thunderhead selbst zu Wort. Ich fand es unglaublich faszinierend den Überlegungen und Ausführungen zu folgen, die der Thunderhead, der alles Wissen und alle Erfahrungen der Menschheit in sich vereint, anstellt. Für mich verschwamm dabei relativ früh die Grenze, bis zu der der Thunderhead als eine reine „Maschine“ angesehen werden kann. In einigen Momenten des Romans wirkt er unglaublich menschlich. Auch Greyson Tolliver ist ein faszinierender Charakter, der einem sehr schnell ans Herz wächst.
Neal Shusterman macht grundsätzlich eine Kunst daraus, dass einem die Hauptcharaktere alle gleichermaßen am Herzen liegen. Manchmal, wenn eine Buchreihe mehrere Hauptpersonen besitzt, deren Perspektiven sich abwechseln, ertappe ich mich dabei, dass mich die Erlebnisse einiger Charaktere mehr interessieren. Das ist bei „Der Zorn der Gerechten“ nicht so. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Rowan und Citra weitergeht, aber mindestens genauso sehr wollte ich wissen, wie sich die Dinge für Greyson entwickeln, wie sich der Thunderhead verhält… das sorgt dafür, dass der Perspektivenwechsel den Spannungsbogen konstant sehr hoch hält, da es keine Passagen gab, die für mich weniger von Bedeutung oder weniger interessant waren. Hinzu kommt, dass Neal Shusterman einen unglaublich tollen und flüssigen Schreibstil besitzt. Auch aktuelle Themen und Sachverhalte lässt er so in die Handlung einfließen, dass man einen Bezug zu den Ereignissen hat und die Entwicklungen, die zu diesem Utopia, das an der Schwelle zu Chaos und Zerstörung zu stehen scheint, nicht als komplett unwahrscheinlich, sondern beinahe denkbar wahrnimmt.
Trotz der beachtlichen Seitenanzahl hat sich das Buch sehr schnell gelesen – und jetzt heißt es angespannt darauf warten, dass der nächste Band erscheint. Von mir erhält „Scythe – Der Zorn der Gerechten“ volle fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!








