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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von jiskett:

Interessante, komplexe Handlung

"Der Mond des Vergessens" erzählt eine ziemlich komplexe Geschichte. Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme damit, der Handlung richtig zu folgen; man begleitet verschiedene Charaktere, die alle irgendwie miteinander verbunden sind, was den Überblick trotz des Namensregisters am Ende des Buches erschwert.

Nach einer Weile hatte ich mich aber gut eingelesen und danach war es spannend, zu verfolgen, was mit den Figuren passiert. Sehr gefallen hat mir, dass alle Protagonisten ihre ganz eigene Motivation und Ziele haben, die oft im Widerspruch zu einander stehen, sodass man als Leser nicht einfach sagen kann, dass eine Seite recht oder unrecht hat. Natürlich gab es Personen, die mir sympathischer waren als andere, aber sie waren alle recht vielschichtig und zumeist interessant.

Die Handlung ist stark von unterschiedlichen Konflikten, Kämpfen und auch Gewalt geprägt. Der Autor scheut sich dabei nicht, die Brutalität und Grausamkeit darzustellen, mit der gegen Menschen, die den Charakteren im Weg standen, vorgegangen wurde. Es gab ein paar Szenen, die ich wirklich abschreckend fand und es ist mir schwer gefallen, sie zu lesen. Sie haben allerdings wirklich demonstriert, wie ernst die Lage war und dass die Personen sich nicht scheuten, alles zu tun, um ihr Ziel zu erreichen. Zudem wird die Spannung erhöht, da man sich als Leser nicht sicher sein kann, wer verschont werden und ob es Opfer geben wird.

Neben den gut ausgearbeiteten Figuren und einer interessanten Handlung hat mich auch das World Building überzeugt, da die Welt, die Durfee erschaffen hat, sehr facettenreich ist. Die Geschichte selbst war zwischendurch ein bisschen zäh, doch insgesamt fand ich sie fesselnd und packend und durch die ganzen geheimnisvollen Vorgänge bin ich neugierig, wie es weiter geht. Auf den zweiten Band bin ich schon gespannt.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ein neuer "Ermittler" aus dem Bayerischen Wald

Eiskalter Hund von Oliver Kern

Lebensmittelkontrolleur Fellinger wird Anfang Juni zum Restaurant Peking gerufen, da mit der schwatrzen Soße etwas nicht in Ordnung sein soll. Mit der Soße scheint soweit alles in Ordnung zu sein, aber im Kühlraum hängt ein Hund an der Kette von der Decke. Als Fellinger heraus findet, dass das Frauchen des Hundes, die reiche Helga Poschinger verschwunden ist, beginnt sich sein Spürsinn zu regen.

Und da er ja viel lieber bei der Kriminalpolizei gelandet wäre, als bei der Lebensmittelüberwachung, und seine Freunde von der Polizei ihn nicht ernst nehmen, beginnt er selbst zu ermitteln...

Oliver Kern hat so einen einerseits weichen, andererseits bissigen Humor, der meine Mundwinkel oft nach oben gezogen hat. Er versteht es sehr gut, die bayerische Mentalität und viele Kleschees in kurzen knappen schnörkellosen Sätzen durch Fellinger, an den Leser zu bringen. Er pflanzt mir Bilder in meinen Kopf, die ich nur schwer wieder raus bekomme. Durch viele dialektische Auswürfe bin ich mittendrin im Bayerischen Wald, komme aber auch mit dem chinesischen und dem tschechischen Wortschatz in Berührung. Die kleine Übersetzungshilfe am Schluss der Geschichte hätte ich persönlich nicht gebraucht, hilft aber Nichtbayern beim Verständnis sicher weiter.

Dass Fellinger die Geschichte in der Ich-Form erzählt, hat mir sehr gut gefallen und lässt mich noch näher am Geschehen dransein und teilnehmen. Flotte Sprüche und interessante Vergleich hat der Herr Lebensmittelkontrolleur reichlich im Repertoir.

Ich habe mit Berti Fellinger einen neuen Ermittler kennenlernen dürfen, dem ich zutraue, noch weitere Fälle ohne seine Freunde bei der Polizei lösen zu können. Urig, grantelnt, geradeaus, mit einem Hang zu gutem Essen war er mir sofort sympathisch. Auch die anderen Prtagonisten, manche etwas schräg, andere einfach menschlich, kann ich mir gut vorstellen und hatte meinen Spaß mit ihnen. Die Gesichter der Restaurant- oder Gaststättenbesitzer, wenn Fellinger reinkommt, die erst die Starre fallen lassen, wenn er wieder geht, oder privat dort ist, kann ich mir gut vorstellen. Auch da habe ich ab und an schmunzeln müssen.

Wer eine superspannende Krimilektüre mit Mord und Totschlag sucht, der wird hier nicht fündig werden. Wer aber einen gut ausgedachten Fall mit Humor, Wortwitz und Spannung lösen möchte, der ist hier genau richtig. Ich hatte wundervolle unterhaltsame Lesestunden, die ich gerne bei einem neuen Fall für Berti Felinger wiederholen würde.
4,5 von 5 Punkten lasse ich dafür gerne hier.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Sturmflut auf der Hallig Langeneß

Eiskalter Hund von Oliver Kern

Britta Tjaden vom Landesamt für Küstenschutz wird von den Halligbewohnern der kleinen Hallig Langeneß angefeindet. Um den Untergang der Halligen wegen des immer weiter steigendes Meeresspiegels zu verhindern, muss eine Menge Geld ausgegeben werden, auch von den Halligbewohnern. Den Aufbau der Halligen bezahlt das Land, den Abriss und Neubau der Häuser sollen die Bewohner selbst stemmen.

An diesem Abend, an dem die Gemüter hochkochen, schlägt wieder einmal eine Sturmflut zu. Und am nächsten Morgen wird Britta Tjaden vermisst und die Naturschutzaktivistin Beeke Klock tot aufgefunden.
Kuno Knudsen und Arne Zander von der Kripo Wattenmeer, die auf der Hallig drei ruhige Tage verbringen wollten, reißen sich nicht darum, diese mit Mordermittlungen zu verbringen. Kuno selbst hat keine schönen Erinnerungern an die Hallig, die ihm einen Cold Case beschert hat: das Verschwinden der jungen Dänin Asta von vor 7 Jahren ist bis heute nicht geklärt.

Ich fiebere den Büchern von Ulrike Busch schon immer entgegen und nun war es wieder soweit. Kuno und Arne sind wieder da. Auch diesen neuen Fall kann man sehr gut lesen, ohne die anderen Bücher zu kennen. Sollte man sich aber nicht entgehen lassen.
Ich bin sofort mittendrin in diesem Kriminalfall und die beiden Kommissare sind mir schon gute Bekannte geworden, die auch diesmal ihre freie Zeit sausen lassen um das Verschwinden von Britta Tjarden und den Tod von Beeke Klock aufzuklären.

Detailgenau beschriebene Protagonisten wie Rasmus Raab, der sich einen äußerst ungewöhnlichen Wohntraum erfüllt hat, Paul Tjadenn, der das Casino und junge Frauen mehr liebt, als seine Britta oder Mario Meier, der mit Schmetterlingsnetz und Botanikbüchern über die Hallig schleicht – lassen Bilder in meinem Kopf entstehen. Genauso wie die Landschaftsbeschreibungen, bei denen ich die Warften mit den wegen der Sturmflut verrammelten Fenstern, die kleine Lorenbahn und das tosende Meer direkt vor Augen habe. Die Ruhe und Beschaulichkeit ist für kurze Zeit dahin und ich meine die Unruhe der Menschen, besonders von Brittas Schwester Tilda, spüren zu können. Bei den Vernehmungen der Halligbewohner tritt die Redeunlust sehr deutlich zutage. Da tun mir die Kommissare fast schon leid. Und natürlich schafft es auch der nervige Lokalreporter Friedrich Fliegenfischer wieder auf die Insel.

Die Geschichte selbst hat mir vor Augen geführt, dass auch das Leben auf einer so beschaulichen Hallig nicht immer einfach ist, und mit welchen Naturgewalten die Bewohner gerade auch wegen der Klimaerwärmung zu kämpfen haben. Es kommt aber auch sehr gut heraus, dass die meisten Menschen, die dort leben nicht woanders leben möchten, als auf ihrer Hallig.

Ein spannender Fall, der mich auch diesmal das Buch nicht aus der Hand hat legen lassen. Interessante Charaktäre, einige Wendungen und die Aufklärung, die ich so nicht erwartet hatte, machen das Lesen auch bei diesem Buch zu einem Erlebnis, dass ich jedem nur empfehlen kann.

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Rezensionen von rewa:

Auch kurze Thriller haben ihren Reiz

Vertraust du dir? von Damaris Trompell

Sechs kurze Thriller findet man in dem Buch ,,Vertraust du dir?´´ von Damaris Trompell. Ihre Kurzgeschichten sind ihre erste Veröffentlichung und ich kann sagen, dass einiges an Potenzial vorhanden ist.
1. Auge um Auge: Eine Reise nach Australien wird für eine Backpackerin zu einer Reise ohne Wiederkehr.

Hier spielt die Autorin geschickt mit dem Leser, indem man bis zum Schluss auf der falschen Spur ist.
2. Die Therapie: Wie verhält man sich, wenn man seinen Therapeuten tot in der Praxis auf findet und merkt, dass der Mörder auch noch hier ist? Eine interessante Geschichte, wenn man einen verängstigten Menschen begleitet, der auf Mördersuche ist.
3. Das Haus am Stadtrand: Eine Frau, die sich in ihrem Haus verbarrikadiert und auf den Kampf mit ihrem Mörder wartet. Eine spannende Geschichte, wo man nicht genau weiß, ob man das Verhalten der jungen Frau nach vollziehen kann.
4. Letzte Seefahrt: Eine Frau und ihre furchtbaren Kindheitserinnerungen. Eine berührende Geschichte, wo 2-3 Sätze mehr zur Erklärung der Handlung gut getan hätten.
5. Der Stalker: Angie lässt sich mit dem neuen Nachbarn Phillip ein und wird von ihm daraufhin gestalkt. Aber warum behauptet die Polizei, dass dieser Nachbar gar nicht existiert? Eine gut gelungene Geschichte, die dem Leser nach dem Ende sicher noch unter die Haut gehen wird.
6. Verlass mich nicht: Wenn der geliebte Partner stirbt, dann kann es passieren, dass das seelische Gleichgewicht mörderisch aus den Fugen gerät. Die Geschichte ist im Vergleich zu den vorherigen recht blutig, aber es passt für die verwirrenden Gedanken der Mörderin.
Die junge Autorin hat sechs interessante und spannende Geschichten geschrieben. Da zumeist ein eher offenes Ende zu finden ist, kann jeder selbst entscheiden, wie es weiter gehen könnte. Ein blutig aussehendes Cover und ein ,,gefährlicher´´ Titel, schaffen schon im Vorfeld ein mulmiges Gefühl.
Für die ersten Schreibversuche würde ich 5 Sterne vergeben. Da es aber zu einigen Rechtschreib- und Grammatikfehlern gekommen ist, gibt es 1 Stern als Abzug. Mich persönlich würden diese nicht stören, aber da es Leser gibt, die sehr wohl darauf achten, muss ich es hier erwähnen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

"Alle Menschen san ma zwider,..."

Horak hasste es, sich zu ärgern von Cvancara Karoline

Schauplatz Wien-Josefstadt/Traditionscafé Hummel:
Erwin Horak, seines Zeichen Lehrer für Mathe und Physik im nahen Piaristen-Gymnasium verbringt jeden Abend im Hummel um sein Abendessen zu genießen und Zeitung zu lesen. Wobei genießen wohl der falsche Ausdruck ist, denn Horak ist alles andere denn ein Genussmensch.

Er ist ein Misanthrop wie er im Buche steht. Er kann nichts und niemanden leiden, hasst Störungen, seinen Beruf, die Schüler, die Kollegen, die Nachbarn, Autos und vor allem gurrende Tauben.

Einzig mit Kurt, einem Latein-Professor, spielt er seit Jahrzehnten einmal wöchentlich Karten im Hummel. Doch gepflegt konversiert wird hier auch nicht: Kurze, knappe Worte – das muss reichen.

Erwins Leben ändert sich, als Kurt in den Ruhestand geht und mit seiner Frau Resi einen neuen Lebensabschnitt beginnen will. Das wäre an sich schon eine einschneidende Änderung in Erwins gleichförmiges Leben, denn nun fürchtet er den Schulbeginn noch mehr. Was soll er ohne Kurt?


Doch eine viel schwerwiegendere Änderung schneit ihm in Form der Trafikantin Elfriede an den Kaffeehaustisch.
Sie lässt sich von Erwins ruppigen Gehabe nicht abschrecken und setzt sich täglich an seinen Tisch. Zu Beginn ist die Konversation einseitig, doch scheint Erwin,die freche Person nicht aus dem Kopf zu gehen.

Meine Meinung:

Die Autorin hat hier eine wirklich nette Geschichte erzählt. Wie oft begegnen wir Menschen, die ruppig und grob erscheinen? Oft vermuten wir schlechtes Benehmen dahinter. Meistens haben wir weder die Zeit noch das Animo sich mit solchen Mitmenschen länger als nötig zu beschäftigen. Wenn man allerdings versucht, hinter die grobe Fassade zu blicken, kann sich ein verletzlicher und netter Mensch verstecken.
Wie singt schon Kurt Sowinetz in einem seiner Chanson? „Alle Menschen san ma zwider, ..“

Mir hat das Lokalkolorit des achten Wiener Gemeindebezirks (=Josefstadt) sehr gut gefallen. Der kleine Bezirk hat wenig Grünflächen, dafür mehr Kaffeehäuser und wirkt im Sommer besonders heißt. Die Verkehrsader Josefstädter Straße ist fast immer verstopft. Autos, Straßenbahn, Autobus und Radfahrer duellieren sich regelrecht um die Vorfahrt. Ja, genauso kenne ich die Josefstadt!

Ein besonderes Highlight ist natürlich das Café Hummel, in dem man seit längerer Zeit nun doch nicht mehr rauchen darf, aber umso mehr exzellente Speisen zu sich nehmen kann.

Sprachlich hat mir das Geplänkel zwischen Erwin und Elfriede sehr gut gefallen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Erwin und Elfriede, Kurt und Resi oder auch die Kellner Klaus und Peter sowie die alte Dame Josefine haben ihre Ecken und Kanten und sind in ihrer schrulligen Art liebenswert.

Fazit:

Ein gekonnter Blick mit Augenzwinkern auf eine echte Wiener Spezies: Den Grantscherm. Gerne gebe ich für dieses nette Buch 5 Sterne.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ein absolutes Wohlfühlbuch

Die kleine Inselbuchhandlung von Janne Mommsen

Lufthansa-Flugbegleiterin Greta Wohlert sieht sich vor ihrem Flug nach Shanghai mit einer Panikattake konfrontiert. Fiegen kann sie nicht, also nimmt sie ein paar Tage Auszeit und fährt mit dem Zug zu ihrer Tante Hille auf die kleine Nordseeinsel, die sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Aus 3 Tagen werden zwei Wochen in denen sie krankgeschrieben ist und sich über ihre Zukunft Gedanken macht.

Da sind zum einen die vielen Bücher, die ihre Tante abstoßen will und die sich als Grundstock für eine kleine Bücherei gut eignen würden. Da ist der blonde Surferboy Claas, den sie sehr sympathisch findet. Aber auch ihr Kollege Florian spukt ihr immer noch im Kopf rum. Soll sie es wirklich wagen und auf der kleinen Insel einen Neuanfang starten?

Ich war sofort mittendrin in diesem kleinen abgeschlossenen Kosmos in der Nordsee mit tollen Menschen, Sonne, Sand und Meer. Entspannung ab der ersten Seite.

Greta mit ihrer Liebe und einem tollen Verständnis zu Büchern; ihre Tante Hille, die die irrwitzigsten T-Shirts trägt; dem Krabbenfischer, der recht maulfaul ist und trotzdem seine große Liebe findet – einfach schön zu lesen, wie einfach das Leben eigentlich sein könnte, wenn alles etwas entschleunigt vonstatten geht.

Ich habe es genossen, miterleben zu dürfen, wie die kleine Inselbuchhandlung Stück für Stück entsteht; wie die Menschen, die schnell zu Freunden geworden sind, mit anpacken und helfen. Wie einfach alles geht, wenn man es nur will.

Mit dem Radl durch die Marsch, durch die Felder und Weiden, über den kleinen Waldweg zum See, die Beschreibung der Dünen, wenn der Wind durchs Gesicht streicht, wenn die Wellen die Füße umspülen, die Kuhle in der Düne, oder einfach nur im Sand sitzen und den Kitesurfern zusehen – alles so wunderbar, eindringlich und gut vorstellbar beschrieben, dass ich gleich wieder Fernweh bekomme und unbedingt mal wieder in den hohen Norden möchte.

Janne Mommsen hat mir einen absoluten Wohlfühlroman zu lesen gegeben, der mir einige wunderschöne erholsame Lesestunden geschenkt hat.

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Rezensionen von jiskett:

Ein guter erster Band

Die drei Opale 1: Über das tiefe Meer von Driver Sarah

"Über das tiefe Meer" ist der erste Band einer Trilogie, in der es um die dreizehnjährige Maus geht. Sie hat ihr ganzes Leben auf dem Meer verbracht und soll eines Tages die Nachfolge ihrer Oma als Captain des Segelschiffes 'Jägerin' antreten - doch im Laufe der Handlung wird das alles auf den Kopf gestellt und sie muss nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihre Familie kämpfen und ein großes Abenteuer bestehen.

Ich fand das Buch von Anfang an interessant, obwohl es ein wenig gedauert hat, bis ich mich richtig zurechtgefunden habe, da der Leser quasi direkt in die Handlung geworfen wird und die Welt und die Charaktere eher nebenbei vorgestellt werden. Zwar beginnt das eigentliche Abenteuer erst nach einer Weile, aber schon zu Beginn des Buches passiert so einiges und Maus ist bei den meisten aufregenden Ereignissen direkt involviert. Dabei erzählt die Autorin eine abwechslungsreiche Geschichte, die zwar in mancher Hinsicht etwas vorhersehbar, aber doch spannend geschrieben war, sodass ich mir nie ganz sicher war, wie es weiter gehen würde.

Besonders gefallen hat mir das World Building; die Welt, die Driver geschaffen hat, ist faszinierend und gut ausgearbeitet und ich hoffe, dass man im zweiten Band noch ein bisschen mehr über die verschiedenen Aspekte erfahren wird. Gut fand ich zudem, dass die Geschichte und die Charaktere recht komplex waren, obwohl alles kindgerecht erzählt wurde. Maus war mir als Heldin sehr sympathisch und sie ist sehr charakterstark, aber ich mochte, dass sie altersgemäß handelte und Fehler machte. Sie muss, genauso wie die anderen Figuren, einiges durchstehen, wodurch es leicht war, mit ihnen mitzufühlen, ganz zu schweigen davon, dass dadurch immer eine gewisse Spannung aufrecht erhalten wurde. Weil am Ende dieses Bandes noch sehr viel offen bleibt, ist man nach dem Lesen auch neugierig darauf, was als nächstes passieren wird und ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung.

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Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

Ein geistreicher Traum vom Genügsamwerden des Menschen . . .

Befreiung vom Überfluss von Niko Paech

Der Autor plädiert für eine Reduktion des Wohlstandsballastes sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene - nur so könne die ökologische Plünderung der vorhandenen Ressourcen eingedämmt und noch größere Schäden verhindert werden. Ein einfacheres Leben würde nicht nur unabhängiger gegenüber möglichen Verlusten machen, sondern auch glücklicher, weil man sich dann für die wirklich wichtigen Dinge mehr Zeit nehmen kann.

So sympathisch die grundlegenden Überlegungen auch klingen, so schwierig scheint mir die konkrete Umsetzung - vor allem auf gesellschaftlicher Ebene. Einzelne mögen seinen Ratschlägen jetzt schon folgen, aber wahrscheinlicher scheint mir, dass sich erst aufgrund von Sachzwängen - wie zunehmende Umweltschäden oder Ressourcenknappheit - der Lebensstil ändern wird bzw. geändert werden muss. Denn ohne gesetzliche Regelungen würden sich wohl die wenigsten Menschen kaum freiwillig in ihrem Konsumverhalten einschränken.

Eine weitere Schwierigkeit sehe ich in der Ungleichzeitigkeit globaler Entwicklungen. Während wir in den hochindustrialisierten Ländern längst über unsere Verhältnisse leben, kann dies von vielen Entwicklungsländern nicht behauptet werden. Wenn aber die dort gerade entstehenden Mittelschichten unseren konsumorientierten Lebensstil übernehmen wollen, dann wird es zu noch intensiveren Auseinandersetzungen in Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen kommen. Mit anderen Worten: Während wir hier unseren Lebensstil werden ändern müssen, kann dies anderswo nicht im selben Maße eingefordert werden, zumindest derzeit (noch) nicht.

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Überzeugendes Plädoyer für mehr soziale Gerechtigkeit

Zahlen bitte!. von Marterbauer Markus

Dem Autor gelingt es vorzüglich, sowohl verständlich als auch sachorientiert die Ursachen der Finanzkrise aufzudecken. Er zieht daraus überzeugende Lehren für Gegenwart und Zukunft, darunter vor allem die Forderung, den gesellschaftlichen Wohlstand gerechter zu verteilen. Seine konkreten Vorschläge stützen sich dabei auf umfangreiches Datenmaterial, das wohl die meisten ideologisch unvoreingenommenen LeserInnen überzeugen dürfte.

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit!

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Gerechte Lebenschancen für alle

Lebenschancen von Steffen Mau

Dem Autor gelingt es, auf sehr anschauliche und überzeugende Weise die Befindlichkeiten der sogenannten Mittelschicht zu umschreiben. Neben zahlreichen empirischen Hinweisen auf die sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch die persönlichen Folgen für Angehörige der Mittelschicht geschildert: von Statuspanik über Abgrenzungsversuche nach unten bis hin zu den Mühen der Selbstbehauptung reichen einige der gängigsten Strategien, mit denen versucht wird, auf neue Herausforderungen für die gesellschaftlichen Mitte zu reagieren.

Der Vorschlag, faire und verbesserte Lebenschancen für alle zu verwirklichen, orientiert sich unter anderem an Überlegungen von Amartya Sen. Er ist grundsätzlich aus meiner Sicht sehr zu begrüßen, weil er die Entwicklung der Fähigkeiten und Talente des Einzelnen ins Zentrum stellt, und somit vermutlich ideologieübergreifend akzeptiert werden kann.
Die konkrete Umsetzung in Form eines "Lebenschancenkredits" hat mich jedoch nicht wirklich überzeugt. Leichter umsetzbar und mit weniger Risiko für Fehlinvestitionen behaftet erscheint mir, statt auf Transferzahlungen auf den Ausbau öffentlicher Leistungen zu setzen, die dann kostenlos in Anspruch genommen werden könnten.

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und überaus interessant zu lesen.

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