Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Honigwarmerloewe:
Berührend und außergewöhnlich
Nala - Der magische Steinkreis von Gabriela Proksch Bernabé; Gerhard Proksch
Nala ist ein typisches Mobbingopfer, etwas mollig und fühlt sich erst wirklich sicher, wenn sie sich hinter einem Buch verstecken kann. Gemeinschaft ist nicht ihre Sache. In einem Reitcamp wiederholt sich ihre Geschichte des Außenseiter seins, bis sie in einer Traumwelt der schamanischen Lehrerin Blaue Feder begegnet, die Nala nicht nur in die Geheimnisse des Horsemanships, des "Pferdeflüsterns", einführt, sondern sie lehrt ihr auch philosophisches Wissen der amerikanischen Ureinwohner, die von der Autorin richtig und konsequent nicht als "Indianer" bezeichnet werden.
Ihr neues Wissen über Pferde ermöglicht es Nala sich selbst und gleichzeitig die verschreckte Stute Lilou zu stärken und zu heilen und ihre (Durchsetzungs-)Kraft zu entwickeln. Der Autorin gelingt es hervorragend die verschiedenen Themen Horsemanship, Philosophie /Lebensweisheit und Mobbingstrategien auf einzigartige Weise in einer spannenden Geschichte zu vereinen, bereichert durch treffende und humorvolle Illustrationen. Das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung hoffen...
Rezensionen von Anja:
süße Geschichte, die hungrig macht
Scarlett von Remington Laurel
Die 12-jährige Scarlett leidet unter der Tätigkeit ihrer Mutter. Diese bloggt nämlich und immer öfter ist Scarlett und deren Verhalten Inhalt ihrer Beiträge. Dabei gelangen teilweise peinliche Themen ins Internet – zumindest empfindet Scarlett dies so und zieht sich daher von allem zurück, sowohl von ihren Freunden als auch aus schulischen Aktivitäten.
Da ihre Mutter ständig arbeitet, übernimmt Scarlett viele Aufgaben im Haushalt und kümmert sich fürsorglich um ihre kleine Schwester.
So wie Scarlett die Lage darstellt, ist nachvollziehbar, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler als unangenehm empfindet. Ein großes Problem ist allerdings, dass Mutter und Tochter eigentlich gar nicht mehr vernünftig miteinander reden und ihnen daher nicht bewusst ist, was die andere denkt. Dass Scarlett in Streitsituationen eher dickköpfig und undiplomatisch reagiert, hilft dabei natürlich auch gar nicht weiter.
Kein Wunder also, dass Scarlett sich ein Hobby wünscht, was sie vor allen Leuten – damit niemand ihrer Mutter darüber berichten und diese es verwenden kann – geheim halten will.
Und ausgerechnet im Haus ihrer Nachbarin findet sie genau diese Sache, die ihr unglaublichen Spaß macht und ihr sogar neue Freundschaften bringt.
Wie Scarlett ins Haus der Nachbarin gelangt und dort letztlich mehrfach ohne Erlaubnis die Küche benutzt, ist natürlich fragwürdig. Dennoch entwickelt sich eine sehr niedliche Geschichte über Freundschaft und Nachbarschaftshilfe, über Liebe, Mitgefühl und Zusammenhalt. Es gibt sogar ein paar kleine übernatürlich scheinende Ereignisse, die sich aber mit der Zeit erklären.
Durch das Koch-Abenteuer lernt Scarlett viel dazu – nicht nur in der Küche. Sie erhält neues Selbstvertrauen, öffnet sich einigen Menschen, die sie bisher von sich gestoßen hatte, und setzt sich für andere ein.
Die 12-Jährige ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. In einem jugendlich, leichten Stil führt sie durch die Handlung und gibt dabei immer wieder Einblicke in ihre Gefühlswelt.
Witzige Szenen gemischt mit ernsten Momenten sorgen für eine gelungene Abwechslung, die mir für die Zielgruppe passend erscheint. Für die Charaktere hätte ich mir allerdings dennoch ein wenig mehr Tiefe gewünscht.
Zwar wird im Buch deutlich, wie schnell Informationen sich im Internet verbreiten und welche Probleme den Betroffenen daraus auch entstehen können, die ermahnende Wirkung dahinter bleibt aber aus. Denn auch die 12-Jährige eröffnet munter einen Blog in dem sie freizügig Informationen teilt – wenn auch nicht über sich persönlich – und ist im jeden neuen Leser bemüht.
Und ganz am Ende findet Scarlett auch noch die geheime Zutat…
Fazit
Eine niedliche Geschichte über Freundschaft und Hilfsbereitschaft – und natürlich übers Backen. Dank des jugendlich-leichten Schreibstils liest sich die Geschichte sehr zügig. Die Handlung hat spaßige, aber auch berührende Momente.
Allerdings finde ich den Internetgebrauch sowohl von Mutter und Tochter recht unglücklich geschildert, da den Lesern nahegelegt wird, wie kinderlicht das Eröffnen eines Blogs ist…
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein sehr interessanter Erfahrungsbericht
Scarlett von Remington Laurel
Nach ihrem Fachabitur reist Miriam Traut als Au-pair für ein Jahr in die USA um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Anschließend besucht sie in Australien ein College für Reisen und Tourismus. Hier reift ihr Wunsch als Flugbegleiterin bei einer deutschen Airline durchzustarten. Und nach einigen Stolpersteinen, die wegzuräumen sind, wird sie endlich zu einem Vorstellungsgespräch nach Frankfurt eingeladen, das mit einer Vertragsunterzeichnung endet.
Nun folgt die sechswöchige Flugbegleiterausbildung mit Einweisung in Schminken, Service, Emergency, Stand-by-Reisen und vieles mehr. Endlich ist es dann soweit und die ersten Langstreckenflüge gehen nach Buenos Aires und Mumbai. Wenn Miriam die gut übersteht, steht ihrer Laufbahn als Flugbegleiterin nichts mehr entgegen.
Miriam Traut beschreibt ihr Leben als Flugbegleiterin so lebendig, so direkt, so leidenschaftlich, dass man sofort merkt, mit welcher Freude sie diesen Job ausführt. Aber ich denke, es ist nicht nur der Job, der sie so fesselt. Auch dass sie dauernd in andere Länder fliegen und neue Eindrücke sammeln kann, Land und Leute kennenlernt, immer Menschen um sich herum hat – das alles macht den Reiz aus. Da Miriam hier nie etwas Negatives beschrieben hat, denke ich, sie hat ihren Traumberuf wirklich gefunden.
Ich habe sehr gerne in einen interessanten, abwechslungsreichen und manchmal auch stressigen Beruf reingeschnuppert. Miriam Traut hat mich mit ihren Berichten sehr gut unterhalten. Ich bekomme sogar noch eine kleine Einführung in die Flugbegleiter-Sprache. Vor allem aber hat dieses kleine Buch mein Fernweh wieder angefacht. Los Angeles wäre einen Trip wert, denke ich.
Rezensionen von Sandra8811:
Großartiges Buch, dessen Fortsetzung ich kaum erwarten kann!
Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James
Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Das Cover und der Klappentext haben mich gefesselt. Die Leseprobe fand ich großartig und ich wollte einfach wissen, wie es weiter geht.
Cover:
Das Cover finde ich großartig! Ich liebe die Farbe Lila, von daher ist es mir schon förmlich ins Auge gesprungen.
Das mysteriös wirkende deutet auf ein Fantasy- und/oder Jugendbuch hin. Ich finde die beiden Personen toll, vor allem, dass sie unterschiedliche Augenfarben haben.
Inhalt:
Luke und seine Familie leben in einer Welt, in der es Menschen gibt die anders sind, die Ebenbürtigen mit Geschick. Jeder der kein Ebenbürtiger ist, muss 10 Jahre seines Lebens opfern und Sklavendienst verrichten. Eigentlich wollten Luke und seine Familie die Zeit gemeinsam auf dem Anwesen der Familie Jardine verbringen, doch leider kommt alles anders als geplant.
Handlung und Thematik:
Die Vorstellung, dass es Menschen gibt die eine Art Magie besitzen und andere unterdrücken ist nicht neu. Allerdings bekommt dies eine neue Ausprägung durch die 10 Jahre Sklavendienst und die schockierenden Begebenheiten in der Sklavenstadt Millmoor. Die Handlung des ganzen Buches ist sehr detailliert und mitreißend. Ab und an gab es Überraschungs- und Schock-Momente. Das Ende hat ein einen fiesen Cliffhanger der die Sehnsucht nach Band 2 deutlich erhöht.
Charaktere:
Luke war mir gleich von Beginn an sehr sympathisch. Er kämpfte sich durch die Ungerechtigkeiten der Stadt Millmoor und wuchs mit seinen Taten. Seine Schwestern Abi und Daisy fand ich auch super nett.
Meine Gefühle gegenüber der Jardine-Brüder waren immer zwiegespalten, einerseits fand ich sie nett, andererseits auch wieder nicht. Bin gespannt, ob sich das in Band 2 ändert.
Es gab noch viele Nebencharaktere, die super ausgearbeitet waren, die ich hier aber gar nicht alle aufzählen kann ;-)
Schreibstil:
Vic James Schreibstil fand ich leicht und schnell/gut zu lesen. Sie hat mich gut abgeholt und gestaltete das Buch durchgehend spannend. Einzig und allein am Ende passierte so viel, dass ich manche Stellen doppelt lesen musste, um alles mitzubekommen. Die Umgebungs- und Charakterbeschreibungen waren grandios!
Persönliche Gesamtbewertung:
Ich liebe dieses Buch! Es enthält alles was ich mir zu Beginn beim Lesen des Klappentextes und der Leseprobe gewünscht habe. Der Cliffhanger ist echt fies und ich hoffe Band 2 kommt ganz schnell! Ich kann das Buch vor allem Jugendbuchfans empfehlen, aber auch Fantasy-Freunde dürften hier nicht zu kurz kommen. Von mir klare 5 Sterne!!!
Rezensionen von Sandra8811:
Konnte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen...
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich fand den Hintergrund der Sonnenfinsternis spannend und der Klappentext klang sehr spannend.
Cover:
Das düstere Cover hat mich gleich auf den ersten Blick angezogen. Für mich war das Buch gleich klar ersichtlich als Thriller. Durch die einzelne Person zwischen den Bäumen vermutet man, dass es sich wohl um eine Flucht handelt oder darum, dass jemand alleine ist.
Alles in allem finde ich das Cover großartig!
Inhalt:
Laura und Kit erleben 1999 die Sonnenfinsternis, kurz danach werden sie Zeuge einer Vergewaltigung, oder doch nicht? Ein Netz aus Lügen breitet sich aus, welches erhebliche Konsequenzen hat.
Handlung und Thematik:
Die Grundidee der Handlung fand ich gut. Allerdings war vor allem der erste Teil sehr langatmig und schleppend… Anfangs gings eigentlich sehr oft um Alkohol und Drogen. Die beiden Handlungsstränge der Vergangenheit und der Gegenwart sind super dargestellt, allerdings wirkte vor allem das Ende sehr konstruiert und unrealistisch. Die Sonnenfinsternis fand ich super dargestellt und die Sonnenfinsternis-Jäger sind ja tatsächlich real.
Charaktere:
Anfangs war mir Laura sympathisch. Sie ist eine hilfsbereite Person die gerne auch mal ihre Bedürfnisse nach hinten stellt. Dies hat sich allerdings mit der Zeit gelegt.
Kit handelte nicht immer logisch, da ich Charaktere nicht mag, die sich durch große Dummheit irgendwo rein manövrieren (mehrfach!) konnte ich Kit bereits am Anfang nicht leiden.
Beth war gut dargestellt, bei ihr war ich mir nie sicher was ich von ihr halten soll.
Schreibstil:
Das Buch war einfach geschrieben, allerdings vor allem am Anfang sehr langatmig und langweilig. Es wurde etwas besser, aber vom Hocker gehauen hat mich der Schreibstil nicht. Die Ich-Perspektiven-Wechsel fand ich gut und auch, dass man immer gleich wusste um wen es geht und zu welchem Zeitpunkt.
Persönliche Gesamtbewertung:
Leider konnte dieses Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich fand auf den ersten Seiten die Charaktere gut, später aber nicht mehr. Die Handlung wirkte viel zu konstruiert und die Spannung fehlte zu Beginn ganz. Da ich im Mittelteil aber miträtseln konnte, was jetzt nun wahr ist und was nicht, fand ich es dann nicht soo schlecht. Wer gerne rätselt, ist mit diesem Buch gut bedient. Für den ersten Teil würde aber auch die gekürzte Leseprobe ausreichen…
Rezensionen von simone.h1:
Irgendwas fehlt!
Weit weg von Verona von Jane Gardam
Jessica ist 14 Jahre alt und mitten in der Pubertät in der Mitte des 2. Weltkriegs. Sie ist ein sehr charakterstarkes und schlaues Mädchen und nimmt kein Blatt vor den Mund.
In dieser Geschichte aus Jessicas Sicht begleiten wir sie in ihrer engen und geschützten Weltanschauung durch ihren Alltag in Kriegszeiten.
Das Buch hat mir teilweise wirklich gut gefallen, andere Stellen waren für mich leider überflüssig. Was mir jedoch wirklich gefehlt hat, war ein roter Faden bzw. ein primärer Zusammenhang von Jessicas Erlebnissen. Man bekommt hier einfach viele Handlungen hingeworfen, ohne dass diese weitergehend ausgeführt werden, was leider gar nicht meins ist. Andererseits fand ich gewisse Aspekte dieses Romans wirklich besonders und klug gewählt. Somit komme ich in meiner Zerrissenheit über dieses Buch zu guten 3 Sternen!
Rezensionen von LEXI:
Ich habe mein Leben gut gelebt
Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche von Elke Ottensmann
„Habe ich mein Leben richtig gelebt? Habe ich das erfüllen und tun können, was mir als Mensch als Lebensaufgabe gestellt worden ist? Mein Wunsch, Lehrer zu werden, erfüllte sich nicht. Aber der Wunsch, eigene Kinder zu erziehen, wurde mir doch erfüllt. Das ist das Glück meines Lebens.“ (Arthur Seidel)
„Arthur stand achtzig Jahre lang auf der großen Bühne des Lebens, ohne jemals viel Worte gemacht zu haben.
Im Stillen vertraute er sich seinen Tagebüchern an und schrieb sich alles von der Seele.“
Diese Tagebücher bilden gemeinsam mit alten Briefen und Dokumenten das Vermächtnis des Arthur Seidel und stellen die Grundlage für diese beeindruckende Biografie dar. Gut verborgen und wie einen kostbaren Schatz behütet harrten sie in einer alten Handtasche auf dem Dachboden ihrer Entdeckung. Eine Handtasche, die Johanna Seidel ihr Leben lang wie ihren Augapfel gehütet und bei der Vertreibung aus ihrer Heimat Schlesien mitgenommen hatte.
In äußerst einnehmendem Schreibstil erzählt Elke Ottensmann in diesem Buch die beeindruckende Geschichte ihres Großvaters, der einer schlesischen Bergarbeiterfamilie entstammte. Untermalt von Tagebucheinträgen und Briefen, die allesamt in kursiver Schrift dargestellt wurden, gewährt sie ihren Lesern tiefe Einblicke in die Lebensumstände von Arthur Seidels Kindheit, der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schicksalsschlägen, aber auch den vielen Bewahrungen, die Arthur im Laufe seines langen Lebens erfahren hat. Elke Ottensmann ist es hervorragend gelungen, die historischen Ereignisse der damaligen Zeit mit jenen ihrer Familie zu verweben. Sie beschreibt Arthur als fleißigen Schüler und wohlerzogenen Sohn, dessen größter Traum es war, Lehrer zu werden. Sie erzählt vom Kennenlernen seiner Frau Johanna, die Geburt der Kinder bis hin zum Ausbruch des Weltkrieges und den damit verbundenen schweren Zeiten, die auf die Familie zugekommen sind. Man bangt und leidet an der Seite Arthurs, als sein Sohn Günter im zarten Alter von nur siebzehn Jahren zur Wehrmacht einberufen wird und erlebt diese schlimmen Jahre aus der Sicht des tiefgläubigen Arthurs mit.
Die Familienmitglieder waren sehr authentisch beschrieben und wuchsen mir im Verlauf der Seiten immer mehr ans Herz. Besonders beeindruckend empfand ich neben Arthur auch dessen gütige und liebevolle Großmutter Ernestine, die stets ein offenes Ohr für andere hatte und sehr beliebt war. Als überzeugte und tief gläubige Christin legte sie durch ihre Barmherzigkeit, ihre Nächstenliebe und durch die Art, wie sie ihr Leben lebte, den Grundstein für Arthurs Glauben. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Familienmitglieder tragen dazu bei, sich noch intensiver auf die Protagonisten dieses Buches einzulassen.
Ich danke der Autorin für die Bewahrung des kostbaren Erinnerungsschatzes ihres Großvaters in Form dieser tief berührenden Lektüre, die mir ausgezeichnet gefallen hat und die noch lange in mir nachwirken wird.
Rezensionen von S.:
Unvorstellbar gruselig
Vox von Christina Dalcher
Die Idee: weibliche Wesen dürfen am Tag nur 100 Worte sprechen, nichts lesen, nichts bestimmen, nicht arbeiten gehen und brauchen für nahezu alles die Zustimmung eines männlichen Vormundes. So sieht der Wunschtraum einiger mächtiger Fanatiker aus. Gar nicht mal so weit hergeholt. Gehorcht das weibliche Wesen nicht, egal wie alt, bekommt es Stromschläge.
Oder muss Sklavenarbeit verrichten. Auch Jean, erfolgreiche Hirnforscherin, unterliegt diesen Zwängen. Die Konsequenzen sind schrecklich, geistige Ödnis, Mädchen mit Fehlentwicklungen, Unterdrückung.
Plötzlich aber wird sie gebraucht: der Bruder des Präsidenten hat einen Unfall und erleidet einen Hirnschaden. Jean soll es richten. Spielt sie mit? Oder gibt es noch andere Hintergründe?
Christine Dalcher erschreckt mit einer furchtbaren, aber nicht unmöglichen Konstellation . Aus der Geschichte nichts gelernt, bedrohliche Entwicklungen verharmlost - Jean ist eine typische, politisch nicht besonders interessierte Frau. Sie hält sich raus und erlebt ein bitteres Erwachen. Absolut normal für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung. „Vox“ aus dem Fischer Verlag ( großartig übersetzt von Susanne Aeckerle und Marion Balknehol) ist ein Aufruf, Entwicklungen nicht zu verschlafen und aktiv zu werden, in welcher Form auch immer.
Rezensionen von Dana:
schöne Grundidee, zäh in der Umsetzung
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
Man begegnet im Laufe seines Lebens ganz unterschiedlichen Menschen. Manche bleiben für immer, auf die eine oder andere Weise, manche sieht man nie wieder, einige würde man vielleicht gern öfter sehen, schafft es aber nicht mit ihnen in Kontakt zu bleiben und wieder andere würde man am liebsten aus seinem Leben streichen, doch sie verfolgen einen, Jahre lang.
Laura und Kit sind auf einem Festival, um die Sonnenfinsternis in Cornwall 1999 zu genießen, als die Geschichte, die sie nie mehr loslassen wird, beginnt. Durch einen Zufall stoßen sie auf zwei andere junge Leute und von dem Zeitpunkt an, sind ihre Leben miteinander verwoben. Die Erlebnisse, die folgen, sind größtenteils nicht positiv. Gerichtsverhandlungen, Angst, Verzweiflung, Drohungen und eine große Lüge belasten die Zukunft und egal, wie viel Zeit vergeht, die Protagonisten kommen einfach nicht von ihrer Vergangenheit los.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, die einen durch verschiedene Jahre führen. Man erlebt die Protagonisten, Kit und Laura, sowohl 1999, als alles begann, als auch 2015, in der Gegenwart der Figuren, sowie in einigen, ausgewählten Jahren dazwischen, in denen für die Entwicklung ihrer Leben wichtige Dinge passiert sind. Durch die zwei ich Perspektiven ist man sehr nah bei den Protagonisten und erhält Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten, die im Laufe der Jahre mit immer unterschiedlichen Dingen gefüllt und belastet werden. Nach und nach baut sich so die Geschichte zusammen, man erfährt etwas über die Zusammenhänge der verschiedenen Ereignisse und die zahlreichen Verstrickungen zwischen den Figuren, die man zu Beginn der Handlung so nicht erwartet.
Insgesamt bleiben mir die Charaktere aber zu blass. Obwohl man so nah bei Laura und Kit ist, taucht man erst sehr spät etwas tiefer in ihre Persönlichkeiten. Die Einblicke vorher geben eher ein grobes Bild bzw. eines, das die Autorin eben in uns entstehen lassen will. So richtig tiefgründig wird es aber nicht, obwohl oder vielleicht auch gerade wegen den zahlreichen Zeitsprüngen, die einen durch die verschiedenen Jahre jagen. Man bekommt eher einen groben Überblick über alles, so richtig greifbar wurden die Figuren für mich dadurch aber nicht.
Die Grundidee der Geschichte ist auf jeden Fall interessant, leider konnte mich die Handlung und der Schreibstil aber nicht vollständig überzeugen und fesseln. Es gibt reichlich langatmige, zähe Passagen, in denen nicht so richtig viel passiert, die einen dann aber von den ereignisreicheren, spannenderen Szenen weglenken, in denen man hofft zu erfahren, wie nun wirklich alles zusammenhängt und was so verhängnisvolles passiert ist, das die gesamte Situation sich so zuspitzen und eskalieren konnte. Auch die Rückblenden in die Vergangenheit sind, für meinen Geschmack, manchmal etwas zu umfangreich gestaltet. Es ist schon interessant zu lesen, was den Charakteren passiert ist, da man sich nur so ein Bild darüber machen kann, wieso sie teilweise so seltsam reagieren, was sie verschweigen, wovor sie Angst haben. Diese Rückblicke hätten aber etwas knackiger und kürzer sein können. Die zwischendurch sehr detaillierten Beschreibungen entschleunigen die Handlung und bringen sie immer wieder ins stocken.
Erst nach etwa 300 Buchseiten war ich dann doch etwas mehr von der Handlung und den ganzen Geschehnissen gefesselt genug, dass ich wissen wollte, wie es weiter und aus geht, für mich leider deutlich zu spät.
Die Autorin hat die Handlung und die Charaktere schon clever angelegt. Immer wieder ändert man beim Lesen die Meinung über die Protagonisten, man zweifelt, grübelt und weiß bis zum Schluss kaum, wem man was zutrauen soll. Durch die turbulenten Passagen am Ende kommen viele Dinge ans Licht, es werden dunkle Geheimnisse aufgedeckt, die ich so nicht erwartet hätte. Mich konnte es insgesamt aber einfach nicht mehr abholen, nachdem es zu lange an der Oberfläche plätscherte, ohne das man so richtig von der Handlung gefangen genommen wurde.
Was mir allerdings gut gefallen hat, ist der Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis und dem Anpassen der Handlung an die verschiedenen Phasen der Finsternis. Das war ein sehr ungewöhnliches Element, das ich so vorher noch nie gesehen habe.
Fazit:
Eine interessante, sehr verstrickte Grundidee, in der es reichlich Lügen und Intrigen zu entdecken gibt. Während des Lesens ändert man mehrfach seine Meinung zu den Charakteren und weiß bald gar nicht mehr, wem man noch glauben darf. Leider gibt es zu viele langatmige, zähe Passagen und auch die Figuren waren mir insgesamt zu blass und nicht greifbar genug. Die Spannung kam für mich zu spät auf, dadurch konnte mich das Buch nicht mehr packen und überzeugen.
Rezensionen von DieLeserin:
Ein rassistischer Roman im Südstaaten-Country-Flair!
Krumme Type, krumme Type von Tom Franklin
Larry, oh Larry, der weiße Junge hat keine Freunde. Nur Bücher von Stephen King begleiten ihn. Selbst seine Mutter betet zu Gott, er möge dem Jungen wenigstens einen einzigen Freund schicken. Doch mit Freundschaften ist das nicht so leicht in Chabot, wo Schwarze und Weiße aufeinandertreffen und zusammen leben müssen.
Denn rassistische Ansichten stecken tief drinnen in den Menschen und sorgen für Vorurteile und Ausgrenzungen. Als dann ein Mädchen spurlos verschwindet, wird Larry verdächtigt. Doch man kann dem Jungen nichts nachweisen, nur ausgrenzen, der Außenseiter wird zum Außenseiter.
Jahre später verschwindet wieder ein Mädchen. Larry, inzwischen 41 Jahre alt, gerät natürlich sofort in den Verdacht. Seine Außenseiterrolle, die er ohnehin schon inne hat, wird nochmal verstärkt. Erst als er im Krankenhaus landet will ein Polizist den Fall klären. Der Polizist ist ein Schwarzer und natürlich wird gemunkelt, warum Silas Larry helfen will. Denn, wie gesagt, Rassismus lebt hier zwischen all den Menschen, obwohl sie alle zu diesem Ort gehören und sich von klein auf kennen.
Tom Franklin zeigt in diesem Roman, dass es egal ist, welche Hautfarbe man hat. Dass das Leben da keinen Unterschied macht, es vergibt die Chancen auf ein gutes Leben per Zufallsprinzip. Franklin zeigt die Folgen der Rassentrennung, wie schwierig es ist, Menschen wieder zusammenzuführen, jahrhundertaltes Rassismusproblem aus den Zellen zu bekommen. Die Widersprüche im täglichen Leben zwischen Schwarzen und Weißen, die es eigentlich besser wissen, und doch wieder rassistisch handeln. Die Vorurteile, die man als Verdächtigter durchleben muss. Die Ausgrenzung von jungen Leuten, die einfach nur scheu oder zurückgezogen leben. Oder eben die vermeintlich „falsche Hautfarbe“ haben.
All das packt Franklin in eine Geschichte, in der es um Freundschaft und Verrat geht, die sich über Jahrzehnte streckt, die wie vererbt wirkt und aus der es aufgrund gesellschaftlicher Festgefahrenheit kaum eine Chance gibt, diesen Rassismusquatsch endlich zu beenden.
Ein absolut genussvoller Roman mit Südstaaten-Flair, der kritisch gesellschaftlich verankerten Rassismus aufgreift, noir zu lesen, und ohne Hoffnung auf ein glückliches Happy-End ist. Weil das Leben nicht fair ist. Hier in Chabot.









