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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von TanyBee:

Im New York der 30er und 40er Jahre

Manhattan Beach von Jennifer Egan

Manhattan Beach spielt im New York der 30er und 40er Jahre. Anna, in den 30ern noch ein Kind, ergreift in den 40ern ihre Chance: Da viele Männer im Krieg sind, arbeiten erstmals Frauen in den Werften. Doch sie ist ehrgeizig, es reicht ihr nicht, den ganzen Tag Bauteile zu prüfen, sie will mehr vom Leben.

Sie möchte als Taucherin arbeiten, was jedoch zur damaligen Zeit völlig undenkbar ist. Denn auf Grund der früher sehr schweren Ausrüstung ist es richtig schwere körperliche Arbeit.
Außerdem erfährt der Leser auch einiges über Annas Leben als Kind in den 30er Jahren. Die Eltern haben früher gut verdient, hatten gute Jobs, doch dann kommt die Weltwirtschaftskrise und Vater Eddie muss die Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten.
Einerseits hat mir das Buch richtig gut gefallen: es lässt sich locker und leicht lesen, die Geschichte ist spannend, die Charaktere sind interessant und man erfährt viel über die Zeit, in der es spielt. Allerdings ist die Story ein bisschen zu vollgestopft. Ich hatte ein Buch über eine starke Frau erwartet. Doch ein großer Teil der Handlung spielt auch im Gangstermilieu. Anna Schwester Lydia ist schwer behindert, was großen Einfluss auf den Rest der Familie hat. Und gegen Ende findet sich der Leser auch noch auf einem Schiff der Handelsmarine wieder, das Angst vor deutschen U-Booten haben muss. Das alles ist zu viel für einen Roman, ein wenig mehr Konzentration auf einzelne Themen wäre vielleicht besser gewesen.
Auch gibt es insgesamt gibt es zu viele knappe Rettungen und klischeehafte Wendungen, was zu Lasten der Glaubwürdigkeit geht.
Wahrscheinlich ist bei diesem Roman die Herangehensweise entscheidend für die Bewertung. Wenn man als Leser gute Unterhaltung sucht, einen Schmöker, dann wird man zufrieden sein mit „Manhattan Beach“. Wenn man anspruchsvolle Literatur sucht und hohe Maßstäbe anlegt, dann wird man eher enttäuscht werden.
Wie bewerte ich nun so ein Buch? Trotz all meiner Kritikpunkte habe ich es sehr gerne gelesen. Es hat mich gefesselt und ich habe mich immer sehr auf das Weiterlesen gefreut. Und das ist ja doch ein sehr wichtiger Punkt! Deswegen gebe ich auf jeden Fall 4 Sterne.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Tolle Fortsetzung des genialen Pony-Mädchen-Duos

Bulli & Lina - Ein Pony lernt reiten von Scheunemann Frauke; Szillat Antje

Kurz zum Inhalt:
Bulli, das ehemalige Turnierpony mit dem klingenden Namen Lord Royal Bullheimer, und das 11jährigen Mädchen Lina sind nun beste Freunde geworden.
Da ein Hofturnier ansteht, muss Lina endlich richtig reiten lernen. Und wer kann da ein besserer Lehrer sein als ein ehemaliges Turnierpony? Auch Lucas, der Sohn des Reiterhofes, hilft Lina, schnell eine gute Reiterin zu werden.

Doch es stellen sich einige Hindernisse in Bullis und Linas Weg: da sind die oberzickigen Pinke-Zwillinge, die alles tun, damit Lina das Turnier nicht gewinnt und die außerdem extrem eifersüchtig sind, da sie in Lucas verliebt sind.
Und dann verschwindet auch noch die Geldkassette von Oma Gertruds Verkaufsstand, und Lina wird verdächtigt.
Können Bulli und Lina den echten Bösewicht stellen?
Außerdem ist da noch der unglücklich verliebte Hengst Wally, dem Bulli natürlich auch zu seinem Glück verhelfen will. Wird er das alles schaffen?


Meine Meinung:
"Bulli und Lina - Ein Pony lernt reiten" ist die Fortsetzung von "Bulli und Lina - Ein Pony verliebt sich", ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wie sich Bulli & Lina gefunden und angefreundet haben, ist kurz und flüssig in die Geschichte integriert und ist stört auch jene nicht, die den ersten Band bereits kennen.

Es wird abwechselnd in Ich-Form aus Sicht von Lina bzw. Bulli erzählt. Der Schreibstil ist kindgerecht und total witzig!
Antje Szillat haucht Lina Leben ein und Frauke Scheunemann verleiht Bulli ihre Stimme. Beide Perspektiven sind humorvoll und fröhlich geschrieben und Bulli hat immer wieder tolle Ideen! Auch Lina hat sich entwickelt und ist eine richtige Tierfreundin.
Aber auch ernstere Themen, die im "echten Leben" vorkommen können, kommen zur Sprache und sind gut und kindgerecht in die Geschichte integriert (Arbeitslosigkeit, Mobbing, Neid und Eifersucht).
Eine spannende Krimanalgeschichte und viel Wissen um Ponys und Turniere runden die Geschichte toll ab.

Das Cover erinnert an Band 1 mit dem farbigen Hintergrund (diesmal in blau) und dem großen Hufeisen, in dem Lina, Bulli und Hund Karlchen abgebildet sind. Somit kann man es eindeutig der Reihe zuordnen und es hat großen Wiedererkennungswert.


Fazit:
Eine wirklich gelungene und geniale Fortsetzung der Reihe über Bulli & Lina, die nicht nur Mädchen begeistert!
Meine Tochter und ich lieben dieses süße Pony und das tolle Mädchen und freuen uns schon auf Band 3, der im Frühjahr 2019 erscheinen soll! 5 Sterne von uns!! Wühahawü!

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Rezensionen von heinoko:

Tod von Haustieren als Spukgeschichte geeignet?

Bulli & Lina - Ein Pony lernt reiten von Scheunemann Frauke; Szillat Antje


Rauhaardackel Arik tapert orientierungslos nachts durch den Wald, sein kleines Herzchen voller Sehnsucht nach seinen Menschen Jette und Tim. Wie war er nur in diesen Wald gekommen? Wie sollte er nach Hause finden? Und dann plumpst er auch noch in ein Erdloch. Mit seinen kurzen Beinchen hat er keine Chance, sich von dort zu befreien.

Aber da naht Rettung: fünf ziemlich seltsame und irgendwie kaputte Tiere holen Arik aus der Erdhöhle und nehmen ihn mit zu ihrer Geisterschule Spuk Ekelburg, die am Tag die ganz normale Menschenschule Sankt Ethelburg ist. Nach und nach wird Arik klar, dass seine neuen Freunde alle tot sind und nachts in ihrer Schule das Geistern und Spuken lernen. Und ja, Arik ist auch tot. Er erinnert sich jetzt, dass er ohne Leine über die gefährliche Straße gelaufen war und ein Auto rasend schnell angekommen war… Seine neuen Tierfreunde und er schließen sich zu einer Tiergeister AG zusammen, um sich gemeinsam gegen ihre recht fiesen Spuklehrer zu stellen.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Vielleicht beginne ich mit den Illustrationen, die meiner Meinung nach sehr gut gelungen sind. Sie sind kindgerecht, humorvoll im Ausdruck, und die Beschädigungen der Tiere (Loch im Körper, heraushängendes Auge usw.) sind relativ unauffällig eingezeichnet, nicht abstoßend oder erschreckend. Auch gut gefallen mir die Grundthemen wie Freundschaft oder Zusammenhalt, weil jeder das, was er kann, zur Gemeinschaft beiträgt. Gut auch, dass das Buch mit sehr viel Sprachwitz geschrieben ist, ideenreich, lebendig. Ratlos macht mich das Buch allerdings, was das Alter der Zielgruppe betrifft. Meines Erachtens enthält das Buch viel zu viele Namen, zu viele Personen, zu viele schwierige Begriffe, zu viele Handlungsstränge, als dass 8- bis 10-jährige Kinder wirklich gut damit zurechtkämen. Am Schlimmsten jedoch empfinde ich persönlich den traurigen Grundgedanken der Geschichte, dass nämlich alle Tiere tot sind, tot bleiben und kein einziger Satz für die traurigen Tierbesitzer, bei Arik z. B. Jette und Tim, übrig ist. Für mich bleibt sehr fragwürdig, ob man für Kinder dieses Alters den Tod von Haustieren auf diese Weise thematisieren oder besser gesagt benutzen kann für eine an sich gut erdachte Spukgeschichte.

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Rezensionen von MelE:

Wer einmal lügt ...

Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly

"Vier.Zwei.Eins" ist ein Roman, der etwas länger benötigt, um rasante Spannung aufnehmen zu können. Vorerst plätschert das Geschehen vor sich hin und verwirrt den Leser / die Leserin eher als zu begeistern. Meine doch recht hohe Erwartungshaltung wurde erst im letzten Teil des Buches erfüllt.

Die ersten drei Abschnitte sind eine Einleitung in die Lüge, die auch im Klappentext und dem Cover erwähnt wird. Sobald zu erkennen ist, wo Betrug und Lüge stattgefunden haben, konnte ich die Story als relativ gelungen ansehen, zuvor war ich eher zum Durchhalten motiviert, da ich selten ein Buch abbreche. Es hat sich letztendlich gelohnt und meine zuvor eher durchwachsene Meinung dazu anleiten können, "Vier.Zwei.Eins" zu einer **** Sterne Rezension zu verhelfen.



Es bestätigt sich wieder einmal mehr "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" oder auch "Lügen haben kurze Beine", denn jede kleinste Lüge / Notlüge zieht einen riesigen Rattenschwanz hinter sich her, was die Protagonisten des Buches schmerzlich erfahren müssen. Dieses ist der rote Faden der Story und entlädt ich zum Abschluss der Story mit einer mächtigen Überraschung, denn nichts bleibt, wie es zuvor den Anschein hat und eine Lüge wird von einer anderen sehr bedeutenden Lüge abgelöst.



Zum Ende hin baut die Autorin mächtige Spannungsmomente auf, die zuvor sehr vernachlässigt worden sind. Vom Cover her erwartete ich eher einen Thriller, da die Farben doch sehr düster gewählt wurden. Letztendlich bestätigt sich mein erster Eindruck, denn der Showdown am Ende ist wirklich sehr gelungen und einem Thriller würdig. Als Leserin bin ich von der Wendung fasziniert und musste manche Meinungen zu Personen ändern. Der erste Eindruck trügt definitiv und Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden. Vielleicht wird es auch nie wieder wie vorher sein?



Die Vergewaltigung von Beth nimmt einen großen Teil der Story ein und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Situation und Gerichtsverhandlung sind sehr authentisch beschrieben und hinterlassen einen negativen Beigeschmack. Keine Frau sollte dieses ertragen müssen.



Im Gesamteindruck hat "Vier.Zwei.Eins" dann doch überzeugt, wobei ich lange Zweifel daran hatte, ob Sonnenfinsternis alleine reicht, um der Aufhänger eines Buches zu werden, gepaart mit einer Vergewaltigung und einer Lüge. Eine Lüge, die Menschen entzweit und das Ende anders aussehen lässt als vermutet. Eine gelungene Wendung, die für mich nicht vorhersehbar war. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

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Rezensionen von Krimine:

Eine verhängnisvolle Suche nach der Wahrheit

Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly

Naturphänomene haben schon immer eine enorme Anziehungskraft auf uns Menschen ausgeübt. Wie auf Kit, der gemeinsam mit einem Freund zu den Färöer-Inseln reist, um eine Sonnenfinsternis zu erleben. Allerdings bleibt seine hochschwangere Freundin Laura in dieser Zeit alleine zu Hause, was Kit nicht wirklich gefällt.

Denn sechzehn Jahre zuvor ist während einer solchen Sonnenfinsternis etwas Schreckliches geschehen, das ihnen noch immer zu schaffen macht. So wurde Laura Zeugin einer Vergewaltigung und wird seit dem vom Opfer verfolgt. Nur eine Flucht unter falschem Namen und an einen geheimen Ort hat sie vor ihr retten können. Und tatsächlich, kaum ist Kit weg, steht Beth erneut vor Lauras Tür und eine verhängnisvolle Suche nach der Wahrheit nimmt ihren Lauf.

Erst sind es nur Andeutungen, dann werden es Tatsachen. Die amerikanische Autorin Erin Kelly versteht es, ihre Leser neugierig zu machen und mit der Frage zu beschäftigen, was auf einem Festival während einer Sonnenfinsternis in Cornwall geschehen ist. In zwei Zeitebenen mit wechselnden Perspektiven aus der Sicht von Kit und Laura abwechselnd erzählt, geht sie dem fatalen Geschehen nach und entblättert allmählich, welche Schuld jeder Einzelne der Beteiligten auf sich geladen hat. Denn obwohl es damals augenscheinlich ein Verbrechen gab, sind die Umstände der entwürdigenden Tat auch sechzehn Jahre danach nicht vollständig geklärt. Deshalb geschieht es, dass plötzlich Erstaunliches ans Tageslicht tritt und die damaligen Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen.

Laura, Kit, Beth und auch Jamie sind allesamt keine Sympathieträger. Sie bleiben die Handlung hindurch unnahbar, wobei Laura diejenige ist, die der Leser am ehesten versteht. Wohl auch, weil ihre Schilderungen den größten Teil der Handlung bestreiten und er sie am besten kennenlernt. Demgegenüber agiert ihr Ehemann Kit eher im Hintergrund, während Beth verantwortlich für die immer wieder auftauchenden Probleme ist. Und dann gibt es da noch Jamie, der als narzisstisch veranlagter Sohn reicher Eltern nicht zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann. Sie alle sorgen in einem verwirrenden Zusammenspiel dafür, dass lange Zeit nicht zwischen Wahrheit und Lüge unterschieden werden kann.

Fazit:
"Vier.Zwei.Eins.: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge" ist ein clever erdachter Roman, in dem der Leser immer wieder ausloten muss, wem er glauben kann und wem nicht. Und obwohl die Handlung stellenweise etwas konstruiert erscheint und das Ende reine Geschmackssache ist, bleibt die Spannung konstant und treibt den Leser Seite für Seite voran.

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Rezensionen von dorli:

Brunnenleich

Brunnenleich von Ilona Schmidt

Coburg. Während des Schlossplatzfestes wird im Herzog-Alfred-Brunnen die Leiche einer Frau entdeckt. Maria Dolores Enrico aus der Dominikanischen Republik wurde ermordet, wie die Obduktion ergibt. Das Team um Kriminalrätin Maximilia Frohn und Kommissar Richard Levin nimmt die Ermittlungen auf und muss schnell feststellen, dass dieser Fall rätselhafter ist, als zunächst angenommen, denn bei Maria handelt es sich um die tot geglaubte Melinda Hauptmann, die vor 17 Jahren während eines Segeltörns in der Karibik angeblich von ihrem Mann Walter über Bord geworfen wurde…

Ilona Schmidt versteht es mit ihrem angenehm zu lesenden Schreibstil ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren.

Schnell ist man mittendrin im Geschehen und erlebt nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die persönlichen Probleme sowie das Miteinander und das Gegeneinander der Akteure hautnah mit.

Der Aufbau des Krimis hat mir besonders gut gefallen – sowohl die Aufteilung in drei Perspektiven (Walter, Maxi, Richard) wie auch der Verlauf der Handlung auf unterschiedlichen Zeitebenen.
Walters Part beginnt mit dem für ihn so verhängnisvollen Segeltörn. In weiteren Rückblenden erfährt der Leser, was Walter über die Jahre hinweg erlebt hat bzw. was er während seiner Inhaftierung in der Karibik und danach erdulden musste.
Maxi hat sich erst vor wenigen Wochen von München nach Coburg versetzen lassen und die Leitung des Kommissariats übernommen. Sie hat sich bisher weder in Coburg eingelebt noch in ihrem neuen Aufgabengebiet richtig Fuß gefasst und man merkt ihr ihre Unsicherheit aufgrund mangelnder Routine deutlich an.
Richard ist ein Ermittler, wie man sich ihn vorstellt: scharfsinnig und akribisch. Er kommt mit allen Kollegen bestens aus, nur Maxi steht er zwiespältig gegenüber – es ärgert ihn, dass man ihm jemanden mit so wenig Erfahrung vor die Nase gesetzt hat, dennoch fühlt er sich zu ihr hingezogen.

Der Fall um die ermordete Melinda Hauptmann ist knifflig. Immer neue Fakten und Ereignisse halten die Handlung bis zum dramatischen Finale lebendig und haben mir genauso wie die zahlreichen im Verlauf des Krimis auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben.

Ilona Schmidt kann auch mit einer großen Portion Lokalkolorit punkten. Dank der detailreichen Beschreibungen kann man sich die Schauplätze in und um Coburg prima vorstellen.

„Brunnenleich“ hat mir sehr gut gefallen - ein Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Toller Hai-Horror -> spannend, interessant, blutig und mit Actionszenen. Für Lesen am Limit empfehle ich dieses Buch im Strandurlaub zu lesen *g*

MEG von Steve Alten

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat »Carcharodon megalodon« überlebt - MEG, ein Vorfahre des weißen Hais und eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte. Der Herrscher der Meere, eine Killermaschine. Jonas Taylor, ein berühmter Tiefseeforscher, ahnt es. Auf einer Tauchstation in ozeanischen Tiefen stellt sich heraus, wie recht er hat.

MEG gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo der gigantische Hai fortan sein Unwesen treibt. Die Jagd beginnt - und dieses Mal ist der Mensch das Opfer....(Klappentext)

✺✺✺✺✺✺✺✺✺✺

"Warmes Wasser strömte in das leicht geöffnete Maul, das sich scheinbar zu einem grausamen, gezackten Grinsen verzogen hatte.
Über dem Zahnfleischrand ragten die Spitzen von zweiundzwanzig rasiermesserscharfen Zähnen hervor, mit denen der Räuber seine Beute packte.
Im Oberkiefer steckten weitere vierundzwanzig Zähne, wesentlich größere und breitere Waffen,
von der Natur dazu vorgesehen, Knochen, Sehnen und Speckschichten zu durchbohren."
(S. 49)

Das Buch ist in zwei Teile geteilt:

Hier muss man anfangs etwas Geduld mitbringen, denn auf den ersten 50 Seiten erhält man zwar unter anderem Einblicke in die verschiedenen Handlungsstränge und Charaktere, aber es lassen einem auch einige technische und wissenschaftliche Ausführungen gähnen. Zumindest war dies bei mir der Fall. Das technische Nackerpatzl in mir interessiert sich nämlich keineswegs für den Aufbau eines Tiefseebootes, dessen Instrumente und wieviel Bar Druck es aushält. Ich kann damit so gar nichts anfangen.
Was ich jedoch durchaus interessant fand, war der Aufbau und die Geschichte des Marianengrabens mit den darin lebenden Meeresbewohnern. Ebenso erfährt man interessante Fakten über Haie allgemein und wie es möglich ist, dass ein Megalodon-Weibchen und auch ein Kronosaurus bis heute darin überleben konnten. Letzteres natürlich nur fiktional...hoffen wir zumindest mal *g*.
Im ersten Teil erfolgt aber auch der erste mehr oder weniger glimpflich verlaufende Kontakt mit dem Megalodon-Weibchen und die Spannung steigt langsam an.

"Vierzig Minuten später saß Jonas Taylor in der SEA CLIFF und ging wie gewohnt seine Checkliste durch -
für einen Tauchgang, der sein ganzes restliche Leben prägen würde."
(S. 25)

Forscher an Bord der Tallman haben den ersten Kontakt, zumindest vermuten sie, dass es sich im Sonar um diese prähistorische Spezies handelt. Diese Vermutung genügt jedoch schon, um bei den Forschern den Jagdinstinkt zu kitzeln und sie beschließen dieses Monstrum von Hai an die Oberfläche zu locken.
Näheren Kontakt hat hingegen der Tiefseeforscher Jonas Taylor, der sich mit zwei Wissenschaftler in einer geheimen Marine-Expedition befindet und mit ihnen in einem Tiefseetauchboot hockt, um Bodenproben aus dem Marianengraben zu bergen. Dabei erwecken sie kurz die Aufmerksamkeit des gleichen Megalodon-Weibchens, konnten sich jedoch, durch das Abschalten der Motoren und Lichter, dieser Aufmerksamkeit nur knapp entziehen....nicht jeder überlebte diesen dramatischen Tauchgang.

Mit dem 1. Teil wird der Leser quasi auf das was folgen wird vorbereitet.

Im 2. Teil (ab ca. S. 90) beginnt der eigentliche Roman, bzw. die Story. Es sind 7 Jahre vergangen und Taylor, nun Paläontologe, musste aufgrund des mißglückten Tauchganges und seiner Aussage ein riesiger Hai hätte sie angegriffen, einen 3-monatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung über sich ergehen lassen. Damals wurde er unehrenhaft aus der Marine entlassen. Immer noch davon überzeugt, dass das Tiefseeboot von einem Megalodon angegriffen wurde, beschäftigt er sich seither eingehend mit der These, weshalb das Megalodon überlebt haben könnte. In ein Tiefseeboot ist er seither jedoch nicht mehr gestiegen. Das ändert sich als mehrere unbemannte Forschungstauchboote im Marianengraben völlig demoliert geborgen werden und ihn sein Freund Tanaka um Hilfe bitte dem nachzugehen.

"Das Megalodon tauchte auf, das Seitenlinienorgan genau auf die Vibration des Motors ausgerichtet.
Das aufgeregte Raubtier beschleunigte immer schneller, die seelenlosen, graublauen Augen rollten in den Schädel, und eine Sekunde später...
WUSCH! Das Meer explodierte, als das Meg durch John Pauls Boot krachte und es zu Kleinholz verarbeitete."
(S. 215)

Auch im 2. Teil muss man sich etwas gedulden, denn hier dauert es etwas bis das Megalodon wieder auftaucht. Dies gestaltet sich jedoch keineswegs langweilig, sondern erhöht in gewisser Weise die Spannung. Immerhin wissen wir Leser ja - das Meg wird auftauchen! Ab diesem Zeitpunkt geht es dann jedoch Schlag auf Schlag. Die Spannung und das Tempo steigen und man fliegt regelrecht durch die Story.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst plastisch. Alten schafft es wirklich gekonnt Bilder entstehen zu lassen und man spürt regelrecht wann es so weit ist und sich das Megalodon nähert. Ähnlich der typischen Musikuntermahlung bei "Der Weiße Hai" richten sich einem dann die Nackenhaare auf und man kaut den ein oder anderen Fingernagel ab.
Actionszenen und überraschende Wendungen wechseln sich ab und einige der Figuren werden das Ufer nie wieder lebend erreichen....höchstens stückchenweise.
Der Erzählstil und die Story selbst sind absolut packend, die Charaktere authentisch und was mich besonders begeistern konnte war, dass man auch Einblick in die Sicht des Megalodon erhält. Diese Passagen strotzen nur so vor animalischen Instinkt und roher Kraft.

"Als das Megalodon aus der warmen Brühe der Rauchfahne in das eisige Wasser darüber geriet, wirkte die Kälte vorübergehend stimulierend auf seine überhitzten Muskeln.
Es schwamm auf das lästige Piepen der zweiten Drohne zu, wobei es immer weiter aufstieg.
In weniger als einer Minute hatte es bereits dreihundert Meter Höhe gewonnen.
(S. 69)

Fazit:
Trotz der Geduld die man anfangs bei beiden Teilen des Buches aufbringen muss, entwickelte sich dieser Hai-Horror rasch zu meinem persönlichen Sommer-Highlight.
Spannung, Tempo und Action mit blutigen Zwischensequenzen, machen diesen Roman zu einem tollen Lesevergnügen.
Für Lesen am Limit empfehle ich dieses Buch am Strand zu lesen *g*.
Nun bin ich gespannt wie der Film ist...bei FSK ab 12 darf man wohl sich nicht viel erwarten, daher schätze ich, dass der Film ordentlich gekürzt und entschärft wurde.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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Rezensionen von Pink Anemone:

Interessante Fakten über Highclere Castle, dem Schauplatz von Dowton Abbey. Leider mit einigen langatmigen Stellen, Abschweifungen und Aufzählungen...Gott, diese Aufzählungen!

Lady Almina und das wahre Downton Abbey von Carnarvon Fiona

Als die bürgerliche Almina im Alter von 19 Jahren den Grafen von Carnarvon, Herr von Highclere Castle, heiratet und in die Kriese des Adels aufsteigt, scheint ihr Leben perfekt. Als Erbin eines immensen Vermögens und Frau eines Adeligen feiert sie rauschende Feste und hüllt sich in teure Kleider. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nimmt Lady Alminas Schicksal eine unerwartete Wendung und sie muss beweisen, was wirklich in ihr steckt.

Seit 2010 die erste Folge von Downton Abbey in Großbritannien ausgestrahlt wurde, ist das Kostümdrama zu einem TV-Hit geworden. Von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wurde die Serie schnell auch international zu einem Erfolg. Mithilfe von Tagebüchern, Briefen und Fotografien aus dem Archiv von Highclere Castle erzählt die aktuelle Lady von Carnarvon die faszinierende Geschichte von Lady Almina und Schloss Highclere, welches sowohl als Kulisse als auch als Inspiration für Downton Abbey dient...(Klappentext)

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"Dieses Buch handelt von einer außergewöhnlichen Frau namens Alina Carnarvon,
von der Familie, in die sie einheiratete, von dem Herrensitz, der ihr Zuhause wurde,
von den Menschen, die dort arbeiteten,
und nicht zuletzt von der Verwandlung des Anwesens in ein Lazarett für verwundete Soldaten in der Zeit des Ersten Weltkriegs."
(S. 9 - Vorwort)

Nahezu jeder kennt die historische Serie "Dowton Abbey", doch nur wenige wissen, dass die Serie teils auf wahren Begebenheiten beruht. Das Highclere Castle ist nicht nur der Grundstein für die Geschichten dieser TV-Serie, sondern fungierte gleichzeitig auch als Schauplatz für "Dowton Abbey".
Die wahre Geschichte von dem wahren Dowton Abbey, ergo dem Highclere Castle, und seinen Herrschaften wird in diesem Buch erzählt. Dies erfolgt von der derzeitigen Herrin, Countess of Carnarvon, höchstselbst. Diese stellt bereits im Vorwort klar, dass dieses Buch weder Biografie, noch ein Roman ist. Es ist eine Erzählung über die Geschichte dieses Hauses, welche durch Briefe, Haushalts- und Tagebücher rekonstruiert wurde.

Im Mittelpunkt steht hier Lady Almina, die uneheliche Tochter und Erbin des berühmten Bankiers Alfred de Rothschild. Sie heiratete den 5. Earl of Carnarvon, welcher für die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun, gemeinsam mit Howard Carter, bekannt war und noch immer ist. Und mit ihr beginnt die Geschichte des Highclere Castle.

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Kapitel:

Glanz und Gloria
Willkommen im Highclere
Almina, die Debütantin
Ein Triumph für ihre Ladyschaft
Das Leben im unteren Stockwerk
Festlichkeiten
Ägypten zur Zeit Edwards VII.
Das Ende des Goldenen Zeitalters
Der Sommer 1914
Der Ruf zu den Waffen
Das verlorene Paradies
Kriegshelden
Ei Krankenhaus im Umbruch
Tod in den Schützengräben
Dunkle Zeiten
Das ersehnte Ende
Vom Krieg zum Frieden
Zurück zu Glanz und Gloria
"Wunderbare Dinge"
Der Vorhang fällt
Erbe

Epilog
Danksagung
Niederschrift der Briefe
Bildnachweise
Bibliografie

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Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich eher holprig. Hier wird nämlich, neben der Geschichte von Alminas Einzug und verschiedenen Familienverstrickungen, auch unheimlich viel aufgezählt und dabei ins Detail gegangen - welche Kleidung Almina wann trug und wie diese genau ausgesehen hat, Blumenarrangements und Menüpläne. Ich hatte das Gefühl einem monoton daher sprechenden Moderator bei einer Royalen Hochzeit zuhören zu müssen.
Erst ab dem 5. Kapitel wurde es interessanter. Hier erhält man Einblick in das Leben der Bediensteten - von der Hierarchie angefangen, bis hin zu deren Aufgaben.

"Einige der jüngeren Dienstmädchen teilten sich ein Zimmer zu zweit.
Die Schlafzimmer waren nur zum Übernachten da, denn für die Freizeit gab es einen Gesinderaum und ein gemeinschaftliches Wohnzimmer,
Privatsphäre wurde der Dienerschaft nicht zuerkannt."
(S. 59)

Der Schreibstil ist flüssig und die verschiedenen Erzählungen interessant - Erzählungen über den Tod Königin Victorias und den Wechsel in das Edwardianische Zeitalter, über die Leidenschaft des Earl of Carnarvon zu Automobilen und der Geschwindigkeit dieser, sowie dessen Autounfall von dem er sich nie ganz erholte, von den unzähligen Reisen der Carnarvons nach Ägypten und die Ausgrabungen, viele davon mit Carter und schließlich der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns. Über das politische Engagement Alminas, bei dem sie sich für die Rechte der Armen stark machte, sowie ihr Interesse an der Krankenpflege und der Medizin im Allgemeinen. Sie wurde sogar Schirmherrin des Cold Ash Hospitals. Als der Erste Weltkrieg England erreichte, wurde Highclere Castle kurzerhand in ein modernes Lazarett verwandelt.
Hochzeiten, Festlichkeiten, Geburten und Tode - das Haus hat viel gesehen.
Dies und noch viel mehr erfährt der Leser und dabei entdeckt man einige Geschichten, welche vom Regisseur von "Downton Abbey" aufgegriffen wurden.

"Als sie am 25. Juli in London eintrafen, hatten sie eine Zeitung im Gepäck,
die von dem Ultimatum berichtete, das Österreich nach der Ermordung des Erzherzogs Serbien gestellt hatte,
Winifred schrieb an Lord Carnarvon, es sei
>>Der letzte Sonntagmorgen der alten Welt<< gewesen."
(S. 120)

Es wird auch allgemein etwas auf historische Ereignisse eingegangen, die Einfluß auf Highclere Castle hatten. Vor allem der Erste Weltkrieg nimmt viel Raum ein (ganze 8 Kapitel!), welche ich anfangs noch interessant fand, doch nach unzähligen Seiten wurde es doch sehr ermüdend. Da gibt es andere Bücher, die dies ausführlicher und wesentlich interessanter an den Leser bringen. Ich bin normalerweise absolut keine Querleserin, aber hier wird man zuweilen regelrecht dazu animiert. Die heutige Lady Carnarvon hat nämlich, wie schon anfangs erwähnt, eine Vorliebe alles mögliche aufzuzählen und zu beschreiben, sei es die Blumenarrangements, Kleidung, 10-Gänge Menüs und vor allem Personen. Wenn bei einem Ereignis 20 Personen beteiligt waren, so werden diese natürlich auch alle aufgezählt. Personen die im Grunde völlig unwichtig sind, da diese nie wieder im Buch auftauchen. Da die Carnarvons natürlich sehr viele Personen kannten (vermutlich waren das damals durchaus wichtige Personen und die Erben sind es wohl noch heute) und beliebt waren, kam dies leider nur allzu oft vor.

Die Autorin scheint durchaus viel recherchiert zu haben und fördert dadurch interessante Fakten und Begebenheiten zu Tage, leider schweift sie auch nur allzu gerne ab. Ich musste mich manchmal regelrecht dazu zwingen in diesem Buch zu lesen, da es nie lange dauerte, bis langatmige Stellen oder absatzlange Aufzählungen auftauchten.

"Im Schloss und auf dem Gut leben heute Familien, die hier schon seit Generationen ihr Zuhause haben.
Sie sind die Hüter der Geschichten ihrer Vorfahren."
(S. 274)

Fazit:
Als Dowton Abbey-Fan fand ich viele Erzählungen durchaus interessant und fesseln, doch nur allzu oft tauchen langatmige Stellen mit Abschweifungen und/oder Aufzählungen auf (Gütiger Himmel - diese Aufzählungen...arrgh!), die mein Lesevergnügen beeinträchtigten oder überhaupt in den Keller sacken ließen. Weniger ist eben oft mehr.
Trotzdem habe ich so manche Passagen genossen und habe wieder Lust bekommen "Downton Abbey" zum wiederholten Male anzusehen, nur um herauszufinden, welche Parallelen sich darin noch zu Highclere Castle verstecken.

© Pink Anemone

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Rezensionen von Cyrana:

Eine zweigeteilte Gesellschaft

Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James

In einer Welt, in der jeder Mensch, der nicht über "Geschick" verfügt oder zu den sogenannten "Ebenbürtigen" gehört, muss jeder sich für 10 Jahre als Sklave verpflichten. Wann ist der ideale Zeitpunkt dafür? Wohl nie, aber wenn man keine Wahl hat...
Die Eltern von Abi, Luke und Daisy entscheiden sich, diese Zeit als Familie zu verbringen.

Abi ist gerade mit der Schule fertig und hat sich auf ein Medizinstudium gefreut, Luke hat mit seinen 17 Jahren die Schule noch nicht beendet und Daisy ist erst 10 Jahre alt. Doch Abi ist schlau und hat für ihre Familie einen Antrag gestellt, die Jahre auf dem Landgut Kyneston zu verbringen, da Landarbeit nicht so furchtbar klingt wie die Arbeit in einer der Sklavenstädte wie Millmoor. Doch der Plan misslingt, denn Luke wird von seiner Familie getrennt und nach Millmoor geschickt, obwohl Minderjährige eigentlcih nicht von ihrer Familie getrennt werden dürfen.
Doch wem wird es besser ergehen? Ist die Arbeit auf Kyneston angenehmer oder gibt es doch auch Vorteile in Millmoor, eine Stadt, die an die schlimmste Zeit der Industrialisierung denken lässt. Denn die Familie Kyneston mit ihren drei Söhnen ist auch nicht einfach. Vor allem der jüngste Sohn besitzt großes "Geschick", aber auch der Älteste ist mit seinen Wutanfällen nicht zu unterschätzen.

Eine Geschichte, die immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und somit einen guten Einblick in diese Gesellschaft und die Charaktere des Buches bietet. Gerade am Ende passiert noch sehr viel und so bleiben viele offene Fragen für die Fortsetzung, auf die ich mich schon freue.

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Rezensionen von DieLeserin:

Eine Gangster-Aussteigergeschichte im Gangsterstyle in einer Gangsterwelt. Gangstermäßig gut!

Safe von Gattis Ryan

Okay, "In den Straßen die Wut" ist um einen Tick besser als "Safe" zu lesen. Aber Ryan Gattis beweist wieder sein Können: Sein Thema ist Programm, von der ersten bis zur letzten Seite. Knallhart bleibt er an diesem Thema dran, lässt es nicht los, zieht es voll durch. Dieses Mal lautet es: Gangster.

Ghost ist Tresorknacker für die Polizei. Wie ein Geist kommt er mit geschwärzten Nummerschildern daher, geht rein, öffnet den Safe, geht wieder raus, ist weg.
So war er nicht immer. Früher war ein Junkie, verliebt in eine todkranke Frau, die starb, und als Stimme auf einen Tape ihn noch heute begleitet.
Nun ist sein Gehirntumor zurück und er wünscht sich nur eines: einen sauberen Abgang. Also knackt er wieder einen Safe und klaut daraus eine Menge Kohle. Die ist nicht für ihn, sondern für Leute, die das Geld dringend brauchen. So als gute Tat an seinen letzten Tagen.

Natürlich lassen sich Drogenbosse nicht so einfach beklauen. Hier kommt Glasses ins Spiel, ein Handlanger des Drogenkönigs Rooster, ein Gangster in einer Gangsterwelt. Er soll Ghost suchen, das Geld zurückholen, ein Zeichen setzen.
Doch auch Glasses spielt ein eigenes Spiel, denn hinter seiner finsteren Miene hat er ganz andere Absichten. Er will aussteigen aus der Gangsterwelt. Er hat Familie. Er will alt werden. Auch das lassen Drogenbosse eigentlich zu.

Gattis nimmt den Leser mit in diese Gangsterwelt, lässt die Gangster selbst auftreten und erzählen, so dass ein Gangsterstil entsteht. Das Thema "Gangster" drängt sich in jedes Wort, jede Tat, von Anfang bis zum Ende durch. Da bleibt Gattis sich treu, sein Thema ist Programm, bleibt es von der ersten bis zur letzten Seite und einfach alles - wirklich alles - hat mit diesem Thema zu tun. Wie auch schon in "In den Straßen die Wut" die Wut einfach allgegenwärtig war, so sind es hier Gangster.

Das ist Gattis Markenzeichen. Und das macht er wieder richtig gut. Ein absolut lesenswertes Buch für Gangsterleser!

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