Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Dirk74:
Ein Verbrechen im Schatten der Sonne
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
Kit, Laura, Beth und Jamie sind junge Menschen, die sich im Sommer 1999 in Cornwall eine Sonnenfinsternis ansehen wollen.
Was dort geschieht, soll die nächsten 15 Jahre ihres Lebens prägen.
Das Cover mit dem dunklen Bild und der orangen Schrift gefällt mir gut. Es hat etwas düsteres und das passt gut zur Geschichte.
Die Geschichte wird aus Sicht der 4 Protagonisten erzählt. Dabei wechselt der Erzähler sowie auch die Zeit. Wir springen zwischen den Jahren 1999/2000 und 2015 hin und her. Wenn man sich auf diese Zeitsprünge eingestellt hat, liest sich das Buch sehr gut. Erin Kelly schafft es den Leser wiederholt auf eine falsche Fährte zu locken. Erst am Ende wird deutlich was sich in Cornwall tatsächlich ereignet hat.
Ohne zuviel zu verraten, kann ich sagen, dass es eine Geschichte voller Lügen ist. Sie handelt von Kit, der bereits als kleiner Junge seine erste Sonnenfinsternis erlebt hat. Seitdem reist er um die Welt und versucht möglichst jede totale Sonnenfinsternis zu erleben und zu fotografieren. Bei der Sonnenfinsternis in Cornwall beobachtet seine Freundin Laura ein Vergewaltigung und beide müssen im Anschluss vor Gericht aussagen.
Später verstecken sie sich vor dem Opfer Beth und ändern sogar ihren Namen. Doch warum haben sie vor Beth so große Angst?
Ich durfte das Buch Dank Vorablesen.de lesen und habe damit an der Leserunde des FISCHER Leseclub von LOVELYBOOKS teilgenommen. Beides hat mir viel Spaß bereit. Ich vergebe für das Buch 4 Sterne.
Rezensionen von Josef Lüthold:
Entwicklung oder Neuschöpfung?
Reinkarnation von Helmut Obst
Der Autor weist überzeugend nach, dass eine moderate Reinkarnationslehre mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. Die Lehren "Unsterblichkeit der Seele" und "Reinkarnation" (zwecks Weiterentwicklung) sind auch glaubwürdiger als die kirchliche Lehre von der "Auferstehung" (als Neuschöpfung des Menschen).
Rezensionen von SweetSmile:
Wem wirst du glauben?
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
persönliche Wertung:
Heute gibt es mal eine Rezension zu einem Buch, welches einem Genre entspricht, dass sonst eigentlich nicht unbedingt von mir favorisiert wird.
Hier sprach mich der Klappentext sofort an und ich wollte mal etwas Abwechslung in mein Leseleben bringen, deshalb wurde es diese Geschichte.
:)
Der Wechsel der Perspektiven und auch die Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, welche die ganze Geschichte beherrschen, haben mir sehr gut gefallen. Als Leser erfährt man nur nach und nach, was eigentlich geschehen ist und eben auch nur aus der subjektiven Sicht von den Hauptprotagonisten Kit und Laura. Für mich war es faszinierend, mir aus diesen subjektiven Berichten eine eigene Meinung zum Geschehen bilden zu müssen. Zumal die Geschichte wirklich verstrickt ist und man die ganze Zeit das Gefühl hat, dass irgendwer nicht die Wahrheit erzählt. Interessant ist es, herauszufinden wer dieser Jemand ist! Die eigene Menschenkenntnis wird im Verlauf des Buches ganz schön auf die Probe gestellt. Ich habe mich sehr oft gefragt, was nun wirklich an dem dran ist, was berichtet wird.
Die Autorin stiftet sehr viel Verwirrung und hat für mein Empfinden das Thema "Vergewaltigung + die Strafe für diese Tat" sehr gut umgesetzt. Es gibt, dieses Thema betreffend, so viele Fragen, die man beantworten muss, so viele Punkte, welche mit einfließen - vor allem, wenn Aussage gegen Aussage steht. Selbst für mich als Leser, obwohl ich die ganze Zeit ein Gefühl hatte, war es nicht ersichtlich, wer in diesem Fall die Wahrheit sagt. Mich persönlich hat der im Buch stattfindende Prozess sehr nachdenklich gestimmt. So viele Fragen geistern mir nun diesbezüglich durch den Kopf, dass ich in den letzten Tagen nicht wirklich gut schlafen konnte...
Besonders beeindruckt war ich am Ende des Buches. Autorin Erin Kelly konnte mich tatsächlich überraschen, denn ein paar Punkte hatte ich so definitiv nicht erwartet.
Leider muss ich sagen, dass ich das Buch, gerade im Mittelteil, sehr langatmig fand. Zwischendurch hat es mich persönlich leider gar nicht gepackt und somit war es ab und an sogar ein richtiger Kampf für mich überhaupt weiter zu lesen. Ich hatte zwischendurch sogar den Gedanken im Kopf das Buch komplett abzubrechen, die Luft war einfach raus.
Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass ich froh bin es doch beendet zu haben, denn die letzten Kapitel waren sehr spannend. Für mich bestand ein sehr krasser Umschwung von "gar nicht weiter lesen wollen" zu "das Buch nicht mehr aus der Hand legen können". Letztendlich hat sich mein Kampf während des Mittelteiles wirklich gelohnt. Das Ende konnte mich dann doch noch vom Buch und seiner Geschichte überzeugen.
Fazit:
Eine interessante Geschichte über ein brisantes Thema, bei der ich mir gewünscht hätte, dass die tolle Spannung vom Ende, sich durch das ganze Buch gezogen hätte.
Rezensionen von betsy:
Die Wahrheit hinter der Lüge
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
„Eine Lüge führt zur nächsten und zur übernächsten. Wenn man nicht von Anfang an ehrlich ist, ist man am Arsch.“
1999: Der begeisterte Sonnenfinsternisjäger Kit und seine Freundin Laura erleben mit anderen begeisterten Anhängern auf einem Festival in Cornwall eine totale Sonnenfinsternis.
Kurz danach wird Laura Zeugin einer Vergewaltigung, doch Jamie, der vermeintliche Täter, bestreitet die Vorwürfe und das Opfer, Beth, schweigt zunächst dazu. Es folgt der Prozess in der Aussage gegen Aussage steht und der wegweisend für die weiteren Geschehnisse ist, denn kurze Zeit nach der Urteilsverkündung drängt sich Beth immer mehr in Lauras und Kits Leben. Dabei wird Laura mit der Zeit immer unsicherer ob sie in Bezug auf Beth nicht doch vorschnell geurteilt und einen großen Fehler gemacht hat. 15 Jahre später, leben Laura und Kit unter falschem Namen und versuchen alles zu vermeiden, was ihren Aufenthaltsort verraten könnte. Während Kit sich erneut auf eine Reise macht um eine totale Sonnenfinsternis mitzuerleben, bleibt Lauren diesmal alleine daheim zurück und spürt ihre Panik darüber, dass Beth sie und Kit nun doch finden könnte, weil er seiner Faszination für Sonnenfinsternissen erneut nachgibt. Dabei holt Laura einmal mehr ihre Lüge von damals ein, ohne zu ahnen, dass bald nichts mehr so sein wird wie zuvor.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart und im Jahre 1999, wo die Ereignisse ihren Anfang nehmen und man sich ausgehend davon immer weiter den aktuellen Geschehnissen nähert. Das Ganze wird sowohl aus Kits als auch aus Laurens Sicht erzählt und ist dabei in die Phasen einer Sonnenfinsternis eingeteilt. Das Thema Sonnenfinsternis ist die ganze Zeit ein sehr präsentes Thema und die Faszination der Figuren dafür ist regelrecht ansteckend, auch wenn es doch sehr viel Raum in der Geschichte einnimmt.
Anfänglich ist man sofort neugierig was für eine Geschichte wohl dahinter stecken mag, dass Kit und Laura untergetaucht sind und warum vor allem Laura unter Panikattacken leidet, wenn sie an Beth denkt. Wir erfahren Bruchstückhaft was dahinter steckt und mehr und mehr verdichten sich die Andeutungen zu einer lückenlosen Geschichte, dabei wird auch auf die Entwicklung der Beziehung zwischen Kit und Laura eingegangen. Als Leser ist man, je mehr Einblicke man in die Geschehnisse und Personen bekommt, ständig hin- und hergerissen wem man glauben kann und wem nicht. Ist die Wahrheit wirklich so klar wie es zu Beginn scheinen mag? Oder gibt es hier noch andere Lügen und Geheimnisse? Ist Beth wirklich nur ein unschuldiges Opfer oder ein berechnendes Biest? Ist Jamie der abgebrühte Täter, der sein gutes Aussehen, seine angesehene und vermögende Familie, sowie seinen bisherigen tadellosen Ruf zu seinem Nutzen gekonnt vor Gericht einsetzt oder Opfer einer Intrige? Fragen über Fragen die erst ganz am Ende aufgelöst werden und vieles nochmal in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Anfangs ist alles sehr realistisch, vor allem der Prozess rund um die Vergewaltigung zeigt sehr anschaulich wie schwer es ist objektiv zu bleiben und wie intensiv so eine Verhandlung für alle Beteiligten ist. Mit der Zeit nimmt die ganze Geschichte aber Ausmaße an, die mir persönlich doch etwas zu viel des Guten sind, teilweise schon sehr konstruiert wirken und dann auch nicht gänzlich überzeugen können je mehr man alles wirken lässt und gewisse Dinge hinterfragt. Auch der Fokus verlagert sich dann auch immer mehr in eine etwas andere Richtung als anfänglich gedacht. Letztendlich hat mich die Geschichte im weiteren Verlauf etwas verloren, was vor allem auch an den Figuren lag, die nur begrenzt Sympathien wecken, durchaus anstrengend sind und für die zweitweise einfach das Verständnis fehlt.
Trotz etlicher Wendungen und Verstrickungen, fand ich die Handlung im Großen und Ganzen überraschend langatmig und obwohl es durchaus etliche Spannungsmomente gibt, ging es mir bei weitem nicht so unter die Haut wie erwartet, da es zumindest teilweise doch mehr Drama als echter Thrill für mich war. Die Geschichte selbst wird teilweise sogar etwas zermürbend, weil man irgendwann einfach nur noch alles hinterfragt und schon gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht und das Ende noch lange nicht in Sicht ist, sondern immer noch eins draufgesetzt wird. Das Ende selbst schließt alles gelungen ab und löst alle noch offenen Fragen, aber ist dann auch eine persönliche Geschmackssache, denn mich konnten die abschließenden Entwicklungen nicht so ganz für sich gewinnen, einfach weil es mich nicht gänzlich überzeugt und ich mich mit gewissen Aspekte nicht recht anfreunden kann. Andererseits finde ich die Geschichte dann aber auch wieder unglaublich gelungen und großartig, wenn man an den Anfang der Geschichte zurückdenkt und wie sich alles tatsächlich verhält, selbst wenn mich nicht alles zu hundert Prozent überzeugen konnte, so zeigt das Ganze doch wie wenig man in andere Menschen hineinsehen kann und wie jeder sich selbst alles so zurechtlegt, dass es richtig erscheint bzw. Sinn ergibt, wenn man nicht den Mut aufbringt zu seinen Fehlern zu stehen und die Wahrheit zu sagen. Zugleich stellt sich aber auch die Frage ob Lügen jemals gerechtfertigt sind und wie zweischneidig auch die Wahrheit sein kann.
Fazit: Eine Geschichte, die etliche Überraschungen zu bieten hat, aber es dann vielleicht auch einen Tick zu weit reibt und seine Glaubwürdigkeit in einigen Dingen einbüßt. Trotz der intensiven und gelungen Darstellung wie sich der Druck einer simplen Lüge immer weiter aufbaut, welche ungeahnten Konsequenzen sie nach sich ziehen kann und wie unterschiedlich die Motive zu lügen sein können, sowie die Darstellung zweier Seiten rund um eine Vergewaltigung, war es mir rundherum doch etwas zu viel Drama und leider auch trotz spannender Momente und etlichen Wendungen, überraschend langatmig. Dabei hatte ich dann auch so meine Probleme mit den Figuren und nicht alles ist wirklich schlüssig, dennoch ist es eine durchaus gute und dichtgesponnene Geschichte eingebettet in ein Netz aus Lügen, wo nichts nur schwarz oder weiß ist, auch wenn die Handlung mich bei weitem nicht so fesseln konnte wie anfänglich gedacht und ich es am Ende etwas schade fand, das so manche Figur letztendlich blasser blieb als gedacht.
Rezensionen von Gudrun7:
ein Buch, das einen Mordfall, Liebeleien und Historie vereint - jedoch die Spannung etwas vermissen lässt
Die Schwestern von Mitford Manor Unter Verdacht von Fellowes Jessica
Das Cover ist meiner Meinung nach optimal gearbeitet. Sowohl die Farbgebung in blau und gold sowie das in oval eingearbeitete Bild im Sepiatouch wirken herrschaftlich und genau passend zur Zeit, in der die Handlung spielt. Aber nicht nur die Außen- sondern auch die Klappeninnenseiten sind wunderschön gehalten.
In der vorderen Klappeninnenseite wurde ein Bild von Mitford Manor plaziert, das einen tollen Einstieg in die Thematik gibt. Die hintere Klappeninnenseite ist einerseits ein Interview mit der Autorin und andererseits ein Foto derselbigen. Hier sieht man auch, dass auf die Details geachtet wurde, denn die Autorin hat ihre Kleidung und auch den Hintergrund ebenfalls passend gewählt.
Die Geschichte, wie u.a. auch dem Interview, der Anmerkung und dem Dank zu entnehmen ist, ist in Anlehnung an wahre Persönlichkeiten und Geschehnisse angelehnt und das macht ein Buch für mich umso interessanter. Wobei ich hier feststellen musste, dass ich zwar den Schreibstil, der alles gut nachvollziehbar erläutert, mag, dieser jedoch etwas tiefgründiger hätte sein können. Die Autorin schreibt, dass sie viel Recherchearbeit unternommen hat, weil sie die Thematik fasziniert. Hier wurde ich dann doch in der Umsetzung etwas enttäuscht, denn man wurde als Leser zwar von vielen realen Geschehnissen unterrichtet, jedoch hat mir hier teilweise die Authentizität etwas gefehlt oder es wurde einfach zu wenig in die Tiefe gegangen. Beispielsweise werden zwar die Gepflogenheiten der damaligen Zeit im Großen und Ganzen geschildert, jedoch wurde hier, anders wie beim Cover, etwas an der Liebe zum Detail gespart.
Die Spannung, die die Aufdeckung des Mordfalles so mit sich bringen könnte, hat ebenfalls dadurch gelitten. Es war zwar in Ordnung, aber große Spannungsmomente habe ich nicht erlebt.
Die Charaktere werden gut geschildert und man kann sich die Szenerien gut vorstellen, nur wurden hier oftmals etwas zu große Sprünge eingebaut und daher konnte ich zwar die Geschichte gut mitverfolgen, mich jedoch nicht wie mittendrin und dabei fühlen.
Die etwas unterkühlte Art, die die Schreibweise exportiert, ist gut für die Zeit zwischen 1917 bis 1922 gewählt. Diese umfasst die Kriegszeit, die durch Briefmaterial in Zusammenfassungen erzählt wird und die Nachkriegszeit, in der sich die Geschichte abspielt.
Der Autorin ist es gelungen, die Lebensumstände der "Upstairs" und der "Downstairs"
(wie sie so schön schreibt) und deren Missverhältnis darzustellen.
Mein Fazit: ein Buch, das einen Mordfall, Liebeleien und Historie vereint - jedoch die Spannung etwas vermissen lässt
Rezensionen von dorli:
Die Zeit der Kraniche
Zeit der Kraniche von Ulrike Renk
Prignitz im Oktober 1944. Frederike zu Mansfeld ist in großer Sorge um ihren Mann Gebhard und ihre Schwiegermutter Heide. Beide wurden von der Gestapo verhaftet und nach Potsdam gebracht. Doch die Mittdreißigerin lässt den Kopf nicht hängen, sondern kümmert sich um alles und jeden. Sie macht sich mit den Aufgaben auf den Gütern vertraut und fährt nach Potsdam, um ihre Lieben zu sehen und sich für deren Freilassung einzusetzen…
Auch das so dringend herbeigesehnte Kriegsende hat neue Sorgen im Gepäck.
Die Rote Armee rückt näher und stellt die zu Mansfeld vor die Entscheidung, ihre Güter und Ländereien zu verlassen und in den Westen zu trecken oder abzuwarten, was die Zukunft in der Heimat für sie bereithält…
„Die Zeit der Kraniche“ ist der dritte und abschließende Band von Ulrike Renks großer Ostpreußen-Saga und schließt fast nahtlos an den zweiten Teil an. Auch wenn Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden für das Verständnis dieser Geschichte nicht unbedingt vonnöten sind, halte ich es für ratsam, die Teile der Saga in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse sowie die Entwicklung der Figuren den Lesegenuss dieser mitreißenden Geschichte noch erhöhen.
Ulrike Renk erzählt diesen Roman sehr intensiv. Die Beschreibungen und Schilderungen sind detailreich und anschaulich und sie entsprechen vor allen Dingen zu einem großen Teil der Realität, da der Roman, wie die Autorin in ihren Nachwort erklärt, auf Informationen, Dokumenten und Hinweisen der Familie zu Putlitz basiert, um deren Familiengeschichte es hier geht. Ulrike Renk geht auf alle Ereignisse und Charaktere sowie deren Probleme genau ein, so dass man als Leser stets mittendrin im Geschehen ist, sich als Teil der Familie fühlt und zudem eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen damals alles durchmachen mussten.
Die Akteure werden von der Autorin lebendig und ausdrucksvoll dargestellt und wirken in ihrem Tun überzeugend. Die Art und Weise, wie die zu Mansfeld lebten, die Hingabe, mit der sie ihren Alltag auch in den schrecklichen Zeiten meisterten, der große Zusammenhalt zwischen Familie und Leuten und die beeindruckende Stärke, mit der sie allen Schwierigkeiten und Strapazen entgegentraten, kommen auch in diesem Band wieder zum Vorschein. Ich habe mit den Akteuren gelebt und gelitten, habe mit ihnen gebangt und gehofft und habe Kummer und Furcht genauso mit ihnen geteilt, wie die kleinen Glücksmomente.
„Die Zeit der Kraniche“ lässt mich tief berührt zurück. Diese mitreißend erzählte Mischung aus Historie und Fiktion hat mich durchweg fest im Griff gehabt und mir nicht nur Einblicke in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte gewährt, sondern mich zudem intensiv an dem Schicksal der Akteure teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von Gaby 2707:
Konnte mich nicht so ganz fesseln
Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan
Dream Maker Parker Ellis, Love Maker Bogart „Bo“ Montgomery und Money Maker Royce Sterling führen gemeinsam die Agentur „International Guy Inc“. Die Drei coachen Frauen in Sachen Styling, Selbstbewusstsein, Finanzen und allem was Frau so brauchen kann. Eine Agentur für Lebenshilfe.
Der erste Auftrag führt sie nach Paris zu der jungen Firmenerbin Sophie Rolland.
Ihr soll Stil und Selbstsicherheit beigebracht werden. Auch die Finanzen der Firma werden beleuchtet. Parker Ellis, vor dem keine Frau sicher ist, nimmt sich der jungen Dame im Besonderen an. Nach ihrem Auftrag wollen sie Freunde bleiben.
Auch in New York, wo Parker seinem großen Schwarm der Schauspielerin Skyler Paige aus einer Depression helfen soll, ist er der Mann, dem keine Frau widerstehen kann. Sky, die er Peaches nennt, kann endlich sie selbst sein.
Der letzte Auftrag in diesem Buch für Parker und Kollegen führt zu Fürstin Mary und ihrer Tochter Prinzessin Christina Kaarsberg in Dänemark, die den ihr angedachten Prinzen nicht ehelichen will. Auch hier ist Lebenshilfe angesagt.
Dies ist das erste Buch, das ich von Audrey Carlan gelesen habe. Und vom Hocker gerissen hat es mich, nach dem ganzen Hype, leider nicht.
Dream Maker ist der Auftakt einer neuen Reihe der Autorin, der mich in den kommenden Büchern noch nach Mailand, San Frabcico, Montreal, London, Berlin, Washington DC., Berlin, Los Angeles und Rio de Janeiro. Da wäre ich schon gespannt, was dort alles geschieht.
Die drei Geschichten hier in drei Metropolen werden aus der Sicht des Hauptprotagonisten Parker Ellis erzählt. Mir ist Parker zu selbstgefällig, zu selbstverliebt, zu glatt. Aber auch die beiden Partner Bogart „Bo“ Montgomery und Royce Sterling haben mein Herz nicht erreichen können. Dazu waren sie mir nicht präsent genug.
Den Schreibstil finde ich richtig gut - locker, leicht, flüssig, ausdrucksstark und prickelnd. Die Protagonisten sind sehr lebendig, ausdrucksstark beschrieben und sehr gut vorstellbar. Es geht immer wieder um Sex und Erotik. Aber die erotischen Beschreibungen gehen nicht unter die Gürtellinie und sind sehr gut lesbar.
Genau wie Parker zum Ende der Geschichte muss ich über einiges nachdenken. Ich wurde schon gut unterhalten. Aber will ich die anderen drei Bücher auch noch lesen? Vielleicht gebe ich dem nächsten Band noch eine Chance.
3,5 von 5 Sternen
Rezensionen von yellowdog:
Hartes Buch, zu aufgesetzt
Bungalow von Helene Hegemann
Helene Hegemanns Bungalow ist ein relativ hartes Buch, das ein düsteres Weltbild zeigt.
Die Erzählerin ist eine Schülerin, im Zeitraum der Handlung ca. 14 - 17 Jahre alt. Challie lebt mit ihrer alkoholkranken, gewalttätigen und unberechenbaren Mutter im sozialen Abseits.
Manche Passagen sind ziemlich krass, umso irriterender, das einige Szenen dann wieder auch so banal und aufgesetzt wirken.
Zu dem Mädchen findet man über die bloße Oberfläche hinaus wenig Zugang.
Ihre Situation der Verwahrlosung kann einem als Leser nur leid tun. Die gewalttätigen Passagen sind tatsächlich prägend, viel Perspektive hat Charlie aber auch im alltägllichen nicht. Sie wehrt sich dagegen mit Sarkasmus, aber das bewahrt sie auch nicht vor Verzweiflung, wenn ihre Pschomutter mal wieder abstürzt.
Charlie wohnt mit ihrer Mutter in einer Wohnung, auf der anderen Straßenseite gibt es Bungalows,
da wohnen die Leute mit Geld. Die neuesten Nachbarn sind Marie und Georg, ein exzentrisches Paar, mit denen ich als Leser nicht viel anfangen kann. Sie wirken auf mich nicht real.
Das nebenbei eine ökologische Katastrophe und Krieg die Welt bedroht nimmt man nur nebenbei wahr. Eigentlich läuft das nach meiner Lesart ins Leere, das war aber auch schon bei Juli Zehs noch neuen Roman "Leere Herzen" so, weil man das Thema Apokalypse nicht mal eben so bringen kann.
Manche der gelungenen Passagen bleiben sicher länger im Gedächtnis.
Dennoch, am Ende bleibe ich mit dem Buch überwiegend ratlos zurück.
Rezensionen von Lilli33:
Spannend, aber nicht atemberaubend
Blutrausch - Er muss töten von Chris Carter
„Blutrausch“ ist der 9. Band dieser tollen Thriller-Reihe. Der Fall ist aber abgeschlossen, sodass man keine Vorkenntnisse braucht. Trotzdem würde ich auch die ersten acht Bände empfehlen.
Inhalt:
Die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom Los Angeles Police Department sind für besonders brutale Mordfälle zuständig.
Als sie an einen frischen Tatort gerufen werden, bietet sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Hunter erkennt ziemlich schnell, dass dieser Täter nicht zum ersten Mal gemordet hat. Da steht auch schon das FBI auf der Matte und reißt den Fall an sich. Hunter und Garcia dürfen aber mitarbeiten, was jedoch nicht ohne Querelen abgeht.
Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan dieser Reihe und habe von Anfang an alle Bände gelesen. Chris Carter schreibt sehr locker und einfach zu lesen - literarisch Hochwertiges darf man hier nicht erwarten. Dafür bekommt man aber gute Unterhaltung. Kleine Spannungsmomente gibt es durch die Cliffhanger am Ende vieler Kapitel und anschließende Perspektivwechsel. Während manche Bände der Reihe von Anfang bis Ende hochspannend und alptraumhaft sind, war mir hier vieles zu vorhersehbar und fast ein wenig weichgespült für Cartersche Verhältnisse. Die Opfer lernt man nur ganz kurz kennen, bevor sie im nächsten Moment auch schon tot sind. Das nimmt vieles von der sonst gewohnten Brutalität und Grausamkeit. Erst am Schluss gibt es einen dramatischen Show down mit einer überraschenden Wendung, was mir richtig gut gefallen hat.
In einem abschließenden Cliffhanger verweist Carter auf einen Gegner aus einem früheren Fall, der wohl in Band 10 wieder eine Rolle spielen wird. Ich bin schon gespannt darauf.
Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod
9. Blutrausch. Er muss töten
Rezensionen von Lilli33:
Unterhaltsam und tiefgründig
Liebe ist so scheißkompliziert von Sabine Schoder
Inhalt:
Nele (17) und ihre vier Jahre jüngere Schwester Lea sind ganz normale Teenager. Sie kabbeln sich ständig und zeigen so manche Unsicherheit, die die Pubertät mit sich bringt. Kompliziert wird es, als sich beide in denselben Jungen verlieben, den Star der Basketballmannschaft ihrer Schule, den charismatischen Jerome.
Leider lässt Neles bester Freund Tom kein gutes Haar an Jerome.
Auf einer Party erwischt Nele dummerweise zu viele Drogen. Am nächsten Tag zeigt ein Video im Internet sie halbnackt auf einem Bett. Sie kann sich nur noch daran erinnern, dass sie zuletzt mit Jerome in diesem Zimmer war …
Meine Meinung:
Ich liebe Sabine Schoders Schreibstil. Er ist so herrlich leicht und locker, immer wieder mit einer Prise Humor gespickt, sodass man beim Lesen ständig ein Grinsen im Gesicht hat.
Die Charaktere sind liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Auch wenn die Jungs und Mädels manchmal Dinge tun, über die man nur den Kopf schütteln kann, erweckt die Autorin doch immer das Verständnis des Lesers für so manche ungute Aktion, indem sie uns tief in das Innerste ihrer Protagonisten hineinblicken lässt.
Die Handlung kommt für meinen Geschmack etwas zu langsam in Fahrt. Die ersten hundert Seiten plätschert sie ein wenig vor sich hin. Wir lernen die verschiedenen Figuren kennen und wie sie zueinander stehen, was später natürlich noch wichtig wird. Trotzdem hätte ich mir auch schon am Anfang etwas mehr Handlung gewünscht. Zudem nervte mich auch Nele ziemlich. Sie ist ein Meter neunzig groß, was für ein Mädchen schon enorm ist, und leidet wahnsinnig darunter. Dies schmiert sie als Ich-Erzählerin dem Leser leider auf gefühlt jeder zweiten Seite gefühlt drei Mal aufs Butterbrot. Das war mir echt zu viel. Später wird es dann zum Glück weniger oft erwähnt.
Ansonsten gibt es aber überhaupt nichts an diesem tollen Roman auszusetzen. Er entwickelt sich erstaunlich tiefgründig und zum Glück auch in eine etwas andere Richtung, als ich anfangs befürchtet habe.
Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkt richtig glaubhaft und ist, wie der Buchtitel schon sagt, alles andere als einfach. Sabine Schoder hat die Gefühle ihrer Figuren gut eingefangen, fast ohne jeglichen Kitsch.
Fazit:
Sabine Schoder hat mal wieder einen herrlich leichten, aber tiefgründigen Roman für junge Leser geschrieben, in dem sich sicher viele zumindest teilweise wiederfinden können. Ein Roman über Freundschaft, Familie, Mobbing, Vertrauen und die erste Liebe.









