Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bosni:
Wie Pferde heilen können....
Nala - Der magische Steinkreis von Gabriela Proksch Bernabé; Gerhard Proksch
In „NALA – Der magische Steinkreis“ erzählt die Autorin Gabriela Proksch Bernabé die Geschichte der dreizehnjährigen Nala. Das schüchterne Mädchen verbringt ihre Sommerferien mit einigen anderen Jugendlichen auf dem Arabergestüt „Au Grand Chêne“ in Südfrankreich. Doch auch dort wird Nala schnell zur Außenseiterin und findet nur schwer Anschluss an die anderen.
Aber nicht nur Nala ist eine Außenseiterin – auch die weiße Araberstute Lilou, die erst vor kurzem auf den Hof gekommen ist, wird von den anderen Pferden gemieden. Schnell zeigt sich, dass die beiden ein unsichtbares Band zu verbinden scheint.
Nach einem Unfall sucht Nala Zuflucht im nahen Wald und entdeckt dort einen magischen Steinkreis, der sie eine Traumwelt zu der Schamanin Blaue Feder bringt. Von ihr lernt Nala alles über die Sprache der Pferde…..
Ich habe viele verschiedene Kinderbücher (sowohl Sachbücher, als auch Romane) zum Thema „Pferd“ gelesen. Aber keines davon ist annährend vergleichbar mit „NALA“.
„NALA“ dagegen zeigt dem Leser, dass das, was die Pferde für uns tun, eben nicht so selbstverständlich für sie ist, wie wir vielleicht denken. Daher ist „NALA“ keinesfalls nur ein Roman – gleichzeitig ist es auch eine Art Sachbuch mit genauen (aber auch kindgerechten) Beschreibungen für Übungen aus dem Horsemanship. Einige Kleinigkeiten rund um die Themen Dominanz und Herdenverhalten sehe ich (da ich aus der Clicker-Szene komme) etwas anders, das tut aber der Tatsache, dass es sich hierbei um ein außergewöhnliches und absolut empfehlenswertes Buch handelt, keinen Abbruch.
Das gesamte Buch (inkl. der Übungen!) ist illustriert mit wunderschönen und liebevollen Zeichnungen von Claudia Martina Rauber.
Besonders gut hat mir der Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung gefallen. Denn Nala wächst im Laufe des Buches über sich selbst hinaus. Von dem anfangs schüchternen und verschlossenen Mädchen ist bald nichts mehr zu spüren. Einen bedeutenden Anteil an Nalas „Heilung“ hat dabei die Stute Lilou.
Zusammengefasst möchte ich „NALA – Der magische Steinkreis“ jedem Pferdemenschen, ganz egal ob jung oder alt, ans Herz legen. Die Altersempfehlung liegt bei 11 bis 99 Jahren und ich denke sogar, dass auch jüngere Kinder das Buch vielleicht schon gemeinsam mit ihren Eltern lesen können.
Genauso ist das Buch aber auch für Nichtreiter geeignet, denn das Buch regt dazu an, sich selbst und die Menschen in der eigenen Umgebung noch einmal aus einem ganz anderen Licht zu betrachten. Falls Verständnisprobleme auftreten sollten, sind diverse Pferdebegriffe am Ende des Buches aufgeführt und erklärt.
Rezensionen von heinoko:
Zuviel vom Gleichen
Das andere Haus von Fleet Rebecca
Caroline und Francis haben eine schwere Zeit in ihrer Ehe hinter sich. Ein Urlaub soll auf dem neuen Weg zueinander hilfreich sein. Als sie ein Angebot zu einem Haustausch erhalten, greifen sie zu und beziehen voller Pläne für eine Woche das angebotene Haus in der Nähe von London. Caroline jedoch fallen während des Aufenthaltes immer mehr beunruhigende Details im Haus auf, und zwar eigentlich harmlose Gegenstände, die jedoch in Caroline machtvolle Erinnerungen auslösen.
Dazu kommt noch die Angst auslösende Frage, wer der Mensch ist, der nun stattdessen in ihrem eigenen Haus wohnt. Sind Caroline und Francis in eine mysteriöse Falle geraten?
Das mit einer interessanten Haptik gestaltete Cover hatte es mir angetan, ebenso der spannend wirkende Plot. Auch entdecke ich stets gerne und offen-neugierig Erstlingswerke. Aber was fand ich vor?
In wechselnden Sequenzen erzählen Caroline und Francis in Gegenwart und Rückblenden, also in einem schriftstellerischen Kunstgriff, um Spannung zu erhöhen. Das ist insofern gelungen, als immer wieder in die einzelnen Szenen brotkrumenartige Spuren setzen, ohne dass es dem Leser lange Zeit hinweg gelingt, einen Zusammenhang herzustellen. Auch ist die Autorin zu bewundern, wie sie es schafft, die geschilderten Befindlichkeiten in tausend Bruchstücke zu zerlegen und zu immer neuen Mustern wieder zusammenzusetzen, einer Laterna magica gleich. Das Gute ist aber auch zugleich das Negative. Denn spätestens, allerspätestens nach 100 Seiten beginnt das Buch zu langweilen. Es wird ohne Ende dasselbe erzählt, nämlich eine seelische Verstörung, die sich bei jedem der Beteiligten anders zeigt. Nein, ich mag nicht in endloser Wiederholungsschleife darüber lesen, wie Caroline sich schminkt und Francis im Tablettensumpf dümpelt. Vor allen Dingen mag ich nicht Caroline’s weinerliches Suhlen in Gefühlswirrnissen in zig Variationen lesen. Das Psychogramm eines Betruges hätte viel Potenzial in sich gehabt, aber leider erstickt es sich selbst im Zuviel von Gleichem.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Spannende Geschichte, Liebesgeschichte und Informationen - eine gute Mischung
Das Geheimnis der Papiermacherin von Andrea Bottlinger
Nürnberg im Jahre 1621. Der Dreißigjährige Krieg hat der Bevölkerung nur Not und Armut gebracht. In diesen schweren Zeiten versucht Anna Pecht die Papiermühle ihres Vaters vor dem Ruin zu bewahren. Ihr Vater ist dabei keine rechte Hilfe - seine Trunk- und Spielsucht sind die Ursachen für die Schulden, die Anna dazu zwingen, nicht ganz legale Wege einzuschlagen.
Unterstützt wird sie dabei von ihren treuen Freunden. Unglücklicherweise kommt sie dabei aber Bartholomäus von Treist in die Quere, der nicht nur ein reicher und angesehener Kaufmann ist, sondern gleichzeitig auch die Unterwelt von Nürnberg lenkt und beherrscht. Dass der solche Einmischungen nicht dulden kann, ist klar. Welche Konsequenzen müssen Anna und ihre Freunde tragen? Und welche Rolle spielt Johann, der ehemalige Söldner? Welche Ziele verfolgt er? Und warum?
All das sind die wichtigsten Elemente, aus denen Andrea Bottlinger eine spannende und wirklich flüssig lesbare Geschichte gemacht hat. Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist die differenzierte Darstellung der einzelnen Protagonisten. Sie haben alle wirklich gute Seiten wie Treue und Loyalität, aber gleichzeitig sind sie in ihrer Auslegung von Recht und Gesetz erstaunlich flexibel. Es ist die Not, die Menschen manchmal zu Taten verleitet, die sie ansonsten keinesfalls begehen würden!
Eine etwas vorhersehbare Liebesgeschichte lockert die düsteren Episoden angenehm auf und so kann man sich von Anfang an auf ein Happy End freuen.
Nebenbei erfährt man auch interessante Details über die Papierherstellung in jener Zeit, über die Macht des Rates, seine Verordnungen und Gesetze, seinen Einfluss auf die Handwerker, aber auch über die Sitten und Lebensumstände der Nürnberger Bevölkerung.
Fazit: Abgesehen von der Tatsache, dass der Titel nicht zum Inhalt des Buches passt, ist es ein spannender und stimmiger Historienroman, der unterhaltsame Lesestunden garantiert!
Rezensionen von Nepomurks:
Spannend mit einigen Längen am Anfang...
Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit von Claire Douglas
„Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit“. Ein junges Mädchen verschwindet in einer Nacht spurlos. Jahre später findet man ihre Leiche. Doch was ist in jener Nacht geschehen? Und wer ist in den Todesfall verwickelt, weiß mehr, als er/sie zugeben möchte?!
Francesca, genannt Frankie, kehrt nach langer Zeit in ihren Heimatort zurück, um dem Bruder ihrer toten Freundin Sophie bei der Identifizierung beizustehen.
Doch sie kommt nicht umhin, sich ihrer Vergangenheit und dem mysteriösen Verschwinden ihrer Jugend-Freundin zu stellen.
Mit „Missing“ hat Claire Douglas wohl einen recht soliden Thriller mit vereinzelten Mystery-Elementen vorgelegt. Die Figuren wirkten authentisch und die Story in sich auch ziemlich stimmig. Allein der Spannungsbogen hätte für meinen Geschmack etwas schneller ansteigen können. Dadurch, dass Douglas die beiden Hauptprotagonistinnen abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen lässt, aber nur sehr langsam und spärlich die wichtigen Eck-Elemente preisgibt, war die erste Hälfte des Thrillers meiner Meinung nach nur eher mittelmäßig spannend. Es gab zu viele Fragezeichen zu den Verläufen und die Nebendarsteller blieben lange sehr unscheinbar. Ich finde, dass zu viele Dialoge und unklare Verhältnisse die Gesamtspannung zunächst ein wenig herausgenommen haben. Erst ab ca. der Mitte der Story nahm das Buch Fahrt auf und bot einige überraschende Wendungen. Insgesamt ist der Thriller gut lesbar und (wenn man sich erst einmal in den Plot eingefunden hat) auch durchaus fesselnd. Ich würde einen Stern abziehen, weil sich das Buch anfangs halt noch in die Länge zog, ansonsten gibt es aber eine Leseempfehlung von mir. Gute 4 Sterne.
Rezensionen von PFIFF:
Drei Frauen versuchen dem geliebten Mann nach einem Kriegstrauma zu helfen
Die Rückkehr von West Rebecca
Chris Baldry kommt nach dem Ersten Weltkrieg von der Front zurück. Er wird sehnlichst erwartet. Doch er leidet unter einem Kriegstrauma und kann sich nicht mehr an die letzten 15 Jahre erinnern. Also auch nicht an seine Heirat mit der schönen Kitty und das Leben mit ihr.
Seine Cousine versucht zu vermitteln zwischen der früheren Jugendliebe von Chris und Kitty.
Alle drei Frauen versuchen Chris zu helfen, jede auf ihre Art. Dramatische Situationen spielen sich ab, schmerzliche Erinnerungen quälen alle Beteiligten.
Die britische Autorin verarbeitet in ihrem Debütroman die Folgen des Ersten Weltkriegs.
Rezensionen von PFIFF:
Tragische Baskische Familengeschichte
Patria von Aramburu Fernando
In einem baskischen Dorf wird ein Familienvater, Ehemann und Arbeitgeber auf offener Straße erschossen. Mitglieder der ETA sind dafür verantwortlich, sogar der Sohn der befreundeten Nachbarfamilie.
Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Geschwister streiten, verlassen ihre Familien und versuchen das Schreckliche zu vergessen.
Aber sie können es nur verdrängen und sind gezeichnet von der sinnlosen Gewalt, die zwischen den baskischen Fanatikern und den Spaniern herrrscht.
Aramburu versteht es, den Leser hineinzuziehen in die Geschichte, die so geschehen sein könnte. Man begreift, wie die Jugendlichen hineingeraten in da Netz aus Hass und Gewalttätigkeit.
Freundschaften und Familien brechen auseinander und leiden unter dem Verlust geliebter Menschen, sei es durch Mord oder lange Gefängnisstrafen.
Die Frauen sind einerseits verbittert, andrerseits versuchen sie, wieder Frieden zu schaffen, um ihren Familien ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.
Trotz der 750 Seiten spannend, so dass man nicht aufhören kann zu lesen und am Schluß fast enttäuscht ist, am Ende des Buches angekommen zu sein.
Rezensionen von Nepomurks:
Sehr interessant und informativ!
Wir sind Tier Was wir von den Tieren für unsere Gesundheit lernen können. Gebunden. von Natterson-Horowitz Barbara; Bowers Kathryn
Faszinierend und beeindruckend ist es, was Kardiologin Barbara Natterson-Horowitz und Wissenschaftsjournalistin Kathryn Bowers hier in ihrem gemeinsamen Werk „Wir sind Tier“ vorstellen. Ihr Ansatz, Human- und Veterinärmedizin übergreifend und gemeinschaftlich zu betrachten, erscheint recht innovativ – macht aber nach all den detailreichen Schilderungen der beiden Autorinnen durchaus Sinn.
In vielfältigen Beispielen (Fallbeispiele, aber auch Erzählungen und weiterführende Erläuterungen) wird aufgezeigt und erklärt, wie und woraus sich die Schnittmengen beider Fachgebiete ergeben und wie stark sie miteinander korrelieren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die genetische Übereinstimmung von Mensch und Schimpanse z.B. bei 98,6 % liegt. Unglaublich spannend und informativ sind die Erkenntnisse von Natterson-Horowitz und Bowers somit, wenn nicht manches Mal sogar ein wenig erschreckend. Man kommt wohl nicht umhin, eigene Sichtweisen zu überdenken.
Das Buch ist durchweg sehr eingängig und ziemlich verständlich geschrieben. Dennoch habe ich einige Inhalte noch einmal separat nachgeschlagen – vorwiegend interessehalber. Ob nun übergreifende Behandlungsfelder und Ursachenforschung, allgemeine Krankheitsbilder: Die Autorinnen beschreiben alle Themenbereiche sehr nachvollziehbar und logisch. Und trotzdem liest sich das Buch weniger wie ein Sachbuch, sondern vielmehr wie eine Sammlung vieler verschiedener Einzelkapitel, wobei an keiner Stelle das eigentliche Überthema außer Acht gelassen wird.
Mich haben Barbara Natterson-Horowitz und Kathryn Bowers mit ihrem Werk „Wir sind Tier“ absolut überzeugt und auch berührt. Ich finde, es handelt sich um ein extrem lesenswertes und empfehlenswertes Buch. Wer sich auch nur ein wenig für Wissenschaftsthemen, Medizin oder auch einfach nur für interessante Themenbereiche aus der Tier- und Menschenwelt interessiert, liegt mit diesem Werk vollkommen richtig! Deshalb sehr gute 5 Sterne.
Rezensionen von Caro2929:
Gelungener Auftakt
Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James
Klappentext:
"In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten. Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird.
Die Arbeit dort ist besonders hart. Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardine den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adelige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen."
Meine Meinung:
Die Geschichte bildet den gelungenen Auftakt zu einer neuen Jugendbuch-Fantasy-Reihe.
Mich hat das Buch durchaus fesseln können. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist gut gelungen, so dass man sehr schnell in einen angenehmen Lesefluss gerät.
Allerdings hatte das Buch auch eine nicht außer Acht zu lassende Schwachstelle und zwar dahingehen, dass die Geschichte im Grunde genommen aus der Sicht von mehreren Personen erzählt wird. Zwar nicht aus der Ich-Perspektive, aber jedes einzelne Kapitel trägt die Überschrift eines Charakters, um dessen Schauplatz dann erzählt wird.
Die Geschichte lebt von vielen Charakteren, so eben auch die Erzählweise und sobald ein Spannungsbogen aufgebaut wird, ist das Kapitel beendet und es wird an einem anderen Schauplatz weiter erzählt.
Das hat mich gestört, aber es verleiht der Geschichte keinen wirklichen Abbruch. zwar wird kein kontinuierlicher Spannungsbogen aufgebaut, denn zumeist wird die Spannung des vorangegangen Kapitels irgendwann wieder aufgegriffen, jedoch eher kurz, wenn der Leser es nicht sogar schon fast wieder vergessen hat.
Nichts desto trotz konnte mich das Buch trotz dieser Erzählweise fesseln und in seinen Bann ziehen. Vor allem ein Charakter (Silyen) hat es mir sehr angetan. Er ist einfach eine faszinierende, interessante und vor allem undurchschaubare Person. Ich muss gestehen, dass ich seine Machenschaften noch nicht durchblickt habe.
Aber auch die anderen Charakter sind nicht zu verachten...
Gavar z. B. ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich ihn einschätzen sollte "gut" oder "böse"? Aber warum immer schwarz oder weiß? Vielleicht gibt es ja auch einfach ein grau... Auch seine Verlobte ist ein zwar wirklich ekelhaft fieser, aber trotzdem interessanter Charakter.
Ich möchte an dieser Stelle nichts von der Geschichte verraten, deswegen höre ich an dieser Stelle auch auf. Aber es ist ein Buch, welches gelesen werden sollte!
Fazit:
Gelungener Auftakt. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Glasklare Leseempfehlung!
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Komplette Entmutigung
Mit der Faust in die Welt schlagen von Rietzschel Lukas
Philipp und sein jüngerer Bruder Tobias wachsen in Sachsen auf, in Neschwitz in der Nähe von Dresden. Das Buch begleitet sie vom Vorschulalter bis sie junge Erwachsene sind, von „9/11“ bis zum Einmarsch Russlands auf der Krim.
Das wäre die Inhaltsangabe zum Buch… was der Klappentext auf der linken inneren Klappe verheißt, mag ich nicht wiederfinden, denn nach Dresden geht es nur zu einem völlig friedlichen Fußballspiel.
Ja, ohne Zweifel wird hier beschrieben, wie die Jungs sich in ziemlich nationalistischer Gesellschaft bewegen. Es wird aber mir nicht klar, wie es dazu kommt, DAS wäre interessant. Ich vermag nicht zu sagen „sie rutschen dahin ab“, wie könnte ich, wenn sie im Haushalt mit einem Vater aufwachsen, der lamentiert über „Polacken-LKW“, „unsere bescheuerten Straßen“, wenn das Umfeld die Sorben diskriminiert und in der Schule viele meinen, die USA hätten 9/11 verdient. Meine Güte, die Eltern haben Arbeit! Die Jungs haben ihre Ausbildungen!
Zur Verortung, weil ich an der Stelle die Unterstellungen kenne: Ich bin Wessi. Mein Mann ist Ossi. Wir leben „im Westen“ – NEIN, wir leben in Hessen. Leute, das ist wirklich mehr als nur ein paar Jahre her mit dem Ende der DDR und mit einem gemeinsamen Land und ich höre immer noch diesen Müll, von wegen abgehängt. Ich komme ursprünglich aus einer Kleinstadt im (West-)Norden, inzwischen ohne Bahnhof, ohne Kino, 10 km bis zur Autobahn, 35 km bis zur nächsten größeren Stadt, keine Fachärzte, die meisten pendeln, abends ist wenig los, viele Wohnungen stehen leer. „Früher“, in den 80ern, war das auch dort noch anders. Ja, in den 80ern hatten die Menschen, Ost WIE West, Anstellungen meistens auf Lebenszeit und das hat sich geändert, sie lebten mehrheitlich dort, wo sie arbeiteten, die Schulen waren sauberer - alles gut und schön („früher gab's 'nen Kaiser“ sagte dazu meine Oma, früher).
Im Buch bekomme ich die deprimierende Atmosphäre, aber keine Erklärung für die Entwicklung der Protagonisten – zum Phänomen der Hooligans konnte „Hool“ von Winkler mir das noch bieten, für mich völlig überraschend. Hier kann ich einfach nur passiv mit dabei sein, so passiv, wie ich die Brüder empfinde. Es heißt im Klappentext, der eine Bruder kann sich zurückziehen. Welcher das sein wird, scheint fast willkürlich, denn dabei bei den wirren Treffen waren beide irgendwann. Vielleicht ist das der Sinn des Buches: es passiert einfach? Überhaupt, wirre Treffen: rechte oder linke Extremisten als wirre Säufer dazustellen, finde ich reichlich harmlos für eine teils erschreckend gut organisierte Szene.
Das reicht mir nicht. Dazu kommt der Schreibstil, der mit den etwas seltsamen Sätzen, oft ohne Verb, dafür Aufzählungen: „Die Musik wurde lauter mit jedem Schritt, den die Vierergruppe dem Feuer näher kam. Der Platz kreisrund. In der Mitte das Feuer. Der hintere Teil durch Bauzäune abgesperrt, wo der Steinbruch angrenzte.“ S. 70 Dazu gibt es zeitliche Sprünge, auf einer Seite ist jemand noch ein Kumpel, auf der nächsten Meth-süchtig, dem ist oft schwer zu folgen, es wirkt künstlich.
Das Buch ließ sich fix lesen, deprimierte mich aber über alle Maße und strengte mich mit seinem Stil noch dazu an. Es rüttelt nicht auf, es bietet weder Ausblick noch Erklärungen. Es nervt mich einfach. Und das Schlimme: ich kenne ausreichend „Wessis“, für die die beschriebene Einstellung im Buch genau mit ihrem „Ost-Klischee“ zusammenpasst, während sie über die gleichen Dinge jammern. Ja, zur Zeit steht Chemnitz im Fokus. Aber es geht ähnliches um in Kandel und das ist nicht im Osten. DAS sollte noch mehr Angst machen.
2 Sterne.
Rezensionen von niknak:
Gelungenes Finale
Mit der Faust in die Welt schlagen von Rietzschel Lukas
Inhalt:
(Klappentext)
Neue Freundschaft – neues Glück? Sally und Brad sind endlich wieder beste Freunde, es könnte eigentlich nicht besser laufen und sie genießen die gemeinsame Zeit. Doch das Knistern zwischen ihnen will nicht vergehen. Obwohl beiden doch eigentlich klar ist, dass eine Beziehung nicht funktionieren wird, müssen sie sich bald entscheiden: Herz oder Verstand?
Mein Kommentar:
Dies ist der dritte und letzte Teil der Verliebt Reihe rund um Sally und Brad und ihr Liebesleben.
Die Autorin Jennifer Lillian hat auch hier wieder einen sehr flüssigen und einfachen Schreibstil. Dies passt aber meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte und so fliegen die Seiten einfach nur so dahin.
Auch diesmal ist die Geschichte wieder aus Sallys Sicht in der Ich - Perspektive geschrieben, was ich ja bereits vom Vorgänger gewohnt war. Daher war ich sofort wieder mitten im Geschehen und fühlte mich sofort heimisch. Ich kannte ja die Protagonisten bereits und wusste, was sie schon alles miteinander erlebt hatten. dennoch denke ich, dass es nicht so schwierig sein sollte diesen Band separat zu lesen, da die Autorin an wichtigen Stellen immer wieder kurze Rückblicke gibt, was in der Vergangenheit war, damit sich der Leser besser zurecht findet. Dies finde ich auch recht sinnvoll, wenn es schon längere Zeit her ist, dass man den vorderen Teil gelesen hat.
Die Protagonisten fand ich auch hier wieder sehr authentisch beschrieben und die Geschichte könnte sich jederzeit so zutragen. Dies gefiel mir an dieser New Adult Geschichte am besten, dass sie sehr realitätsnah war.
Am besten konnte ich mich in Sally hineinversetzen und mit ihr mitfühlen, was aber sicher auch an der Ich Perspektive liegt. Sie macht eine große Entwicklung durch und beginnt ihr Leben richtig zu ordnen, nachdem sie nun ihr Studium beendet hat und im Arbeitsleben steht. Außerdem erkennt sie so langsam, wohin sich ihr Herz sehnt und was sie wirklich will, auch wenn das nicht immer leicht zu erreichen ist.
Zum Ende hin konnte mich die Geschichte nochmals so richtig überraschen und auch die Gefühle kamen da nicht zu kurz. Während sie zu Beginn ruhig etwas stärker beschrieben hätten werden können. Doch das Ende hat mich daraufhin entschädigt.
Leider waren auch in diesem Teil noch einige Fehler, welche nicht sein sollten und ein zusätzliches Lektorat hätte hier nicht geschadet.
Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.
Mein Fazit:
Ein sehr gelungener Abschluss dieser Trilogie, die den Leser nochmals richtig überraschen konnte und mir ein tolles Lesevergnügen bereitet hat.
Ganz liebe Grüße,
Niknak










