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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gudrun7:

Tracy Rees hat wieder mal gezeigt, wie ein gutes Buch geschrieben werden kann

Die Sonnenschwestern von Rees Tracy

Zuerst möchte ich hier auf den Titel "Die Sonnenschwestern" eingehen, denn diesen finde ich nicht so passend. Konnte dazu keinen direkten Zusammenhang zum Inhalt finden. Der englische Titel "The Hourglass" (Die Sanduhr) finde ich hier äusserst passend und stimmig, denn dieser Gegenstand verweist immer wieder auf wichtige Details und Zusammenhänge im Buch.

Schade, dass der deutsche Titel so davon abweicht.



Das Cover finde ich hervorragend gewählt. Sowohl die Abbildungen wie auch die Szenerie sind wunderbar stimmig und laden ein. Ich musste beim Lesen immer wieder das Cover betrachten, weil es optimal passt und die Atmosphäre des kompletten Buches gelungen aufgreift.

Die Klappeninnenseiten, die zwar nur einfarbig sind, machen dennoch jede Menge her, weil sie stimmig zur generellen Grundfarbe gehalten sind.



Der Schreibstil ist sehr eingängig und die Autorin hat die Umsetzung, die Geschichte aus zweierlei Perspektiven und Zeitebenen zu erzählen, die sich einander mehr und mehr annähern, hervorragend umgesetzt. Zum einen wird die Spannung dadurch aufgebaut, zum anderen wird man als Leser dadurch miteingebunden, weil man darüber nachdenkt, wie denn alles so zusammenpassen wird. Außerdem kann man so voll in die Geschichte eintauchen und das "Entstehen" direkt miterleben und die Hintergründe begreifen.

Der Spannungsbogen wurde über das ganze Buch hinweg hoch gehalten.



Die Erzählung der Geschichten ist Tracy Rees gut gelungen und ich konnte, bis auf wenige Seiten zu Beginn des Buches, flüssig lesen. Zu Anfang hatte ich kurz das Problem, in die jeweilige Geschichte zu finden. Dazu musste ich immer mal wieder zurückblättern, um die Zusammenhänge voll und ganz zusammensetzen zu können. Aber, das hat sich innerhalb kürzester Zeit erledigt und da das Buch danach so interessant und "nicht-mehr-Wegzulegen" war, werde ich hier auch keinen Punkt abziehen, weil alle anderen Seiten diese kurze Passage weitaus entschädigen.



Das Thema ist gut gewählt, denn es zeigt gute Brisanz und so tiefgründig, authentisch und nachvollziehbar wie es umgesetzt wurde, kann man das Ganze hautnah miterleben und -begreifen.



Die Atmosphäre, die die Szenerien, die Landschaft und die Leute aufbauen, sind passend in die jeweilige Zeit gesetzt und lassen den Leser damit verschmelzen.



Mein Fazit: Tracy Rees hat wieder mal gezeigt, wie ein gutes Buch geschrieben werden kann

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Rezensionen von Gaby 2707:

Nichts ist wie es scheint

Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly

1999 – Es ist Sommer in Cornwall und beim Festival am Lizard Point treffen sich tausende Menschen um bei der Sonnenfinsternis dabei zu sein. So auch Kit und Laura. Als die beiden anschließend zu ihrem Zelt zurück gehen, ist sich Laura sicher, eine Vergewaltigung gesehen zu haben. Im Prozess beteuert der Angeklagte, Jamie, die Tat immer wieder; das Opfer, Elisabeth "Beth" Taylor, schweigt.

Jamie bekommt 5 Jahre Haft. Monate später steht Beth vor Lauras und Kits Tür und schleicht sich im Laufe der Zeit still und heimlich in ihr Leben. Nur Kit scheint zu ahnen, dass Beth eine Bedrohung für sie Beide darstellt...

So, wie mich das Cover angezogen hat, zieht mich auch die Geschichte, zuerst ganz langsam, dann immer schneller total in sich hinein. Es ist mir teilweise sehr schwer gefallen, das Buch mal zur Seite zu legen. 5 Phasen, wie bei einer totalen Sonnenfinsternis mit 66 Kapiteln, die mit dem jeweils Erzählenden und einer Zeitangabe versehen sind, lassen sich leicht und flüssig lesen.
Laura und Kit erzählen die Geschichte aus ihrer Sicht. 1999 in der Vergangsheitsform, 2015 lässt mich die Autorin in der Gegenwart in ihren Gedanken dabei sein. Obwohl die Zeiten und auch die erzählenden Protagonisten immer wieder wechseln, ließ die Spannung nicht nach. Ich hatte sogar das Gefühl, dass gerade die Rückblicke die Spannung noch erhöhen. Alles fügt sich ganz gemächlich zu einem runden Ganzen zusammen. Anfangs war mir die Geschichte zu seicht, zu langsam. Aber im Laufe des Lesens habe ich gemerkt, dass genau das die Spannung ab der ersten Seite ebenfalls stetig steigert. Auch brauche ich die vielen kleinen Belanglosigkeiten, die der Text versteckt, um, wie ich meine, hinter die Fassade der Protagonisten zu schauen. Denn Vieles ist Lüge, vieles ist verwirrend, nichts ist wie es scheint.
Mag auch der Beginn der Geschichte noch so dahin tröpfeln. Je weiter ich hinein kam, desto spannender und abwechslungsreicher wurde es. Hatte ich gerade gemeint, alles hinterblickt zu haben, tut sich eine neue Wendung auf. Wer ist Opfer, wer ist Täter? Diese Frage habe ich mir immer wieder mal gestellt. Beantwortet wird sie erst ganz zum Schluss. Und vor allem dieses Ende, mit dem ich so absolut nicht gerechnet habe, hat es in sich und mich etwas schockiert.
Die Protagonisten sind so facettenreich und gut vorstellbar skizziert, dass ich schnell ein vorstellbares Bild von ihnen hatte. Laura und Kit, Beth und Jamie - richtige Sympathie hat sich nicht eingestellt. Nur die schwangere Laura hat sich ein kleines Stückerl meines Herzens ergaunert.

Ein tolles Buch, bei dem man sich am Anfang etwas Zeit für die Entwicklung geben muss. Das aber dann so richtig in Fahrt kommt und für spannende, abwechslungsreiche Unterhaltung sorgt. Ich jedenfalls bin absolut begeister!

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Rezensionen von Gaby 2707:

1621 in Nürnberg...

Das Geheimnis der Papiermacherin von Andrea Bottlinger

Nürnberg 1621: In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges versucht die 19-jährige Anna Pecht die Papiermühle ihres Vaters über Wasser zu halten. Lumpen zur Papierherstellung sind rar. Also entschließt sie sich zusammen mit 4 Freunden im Umland, wo die Soldaten schon abgezogen sind, danach zu suchen.

Dass sie damit dem Leiter des Handelshauses Bartholomäus von Treist, der nicht nur saubere Geschäfte macht, in die Quere kommt, ahnt sie da noch nicht. Sein Bruder Johann, der auch keine reine Weste hat, rettet Anna aus einer brenzligen Situation – und bekommt die junge Frau nicht mehr aus dem Kopf…

Andrea Bottlinger nimmt mich mit in die verdreckten Straßen von Nürnberg, zu den verwüsteten Dörfern in der Umgebung und ins herrschaftliche Haus der von Treists. Sie beschreibt alles so detailliert und farbig, dass ich meine, den Schmutz, die eingelegten Lumpen und das Blut riechen zu können. Besonders ein Toter, die erste Begegnung auf Annas Beutezug, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Fast alle Protagonisten sind gut ausgearbeitet, kommen authentisch und lebendig rüber und haben sich bildhaft in meinem Kopf eingenistet. Durch den eingängigen und leicht zu lesenden Schreibstil bin ich sofort in der Geschichte drin und mit Anna und ihren Freunden unterwegs.

Anna ist eine sehr taffe junge Frau, der fast nichts anderes übrig bleibt, als zu unlauteren Mitteln zu greifen, um die Papiermühle ihres Vaters, die direkt am Ufer der Pegnitz liegt, für sich und ihre Angestellten am Leben zu erhalten. Ihr trunk- und spielsüchtiger Vater Josef ist ihr dabei keine Hilfe. Im Gegenteil: mit seinen Schulden stürzt er sie nur noch tiefer ins Unglück. Aber Anna ist keine, die so leicht aufgibt.
Vor allem hat sie Freunde, die mit ihr zusammen stehen und sie nicht im Stich lassen. Egal was passiert.
Eine weitere, mir sehr sympathische Frau, ist Sybille Stromer. Was es mit ihr auf sich hat? Lest selbst.

Die Autorin schafft es, mich für diese unwirtliche Zeit in Nürnberg zu faszinieren, mich sehr schnell ins Buch hineinzuziehen. Sie gibt dem historischen Roman eine ganz schön große Portion Spannung mit, bei der es mir schwerfällt, das Buch auch mal aus der Hand zu legen.

Ein historischer Roman, der mich nicht nur in das karge Leben und die Überlebensängste des Dreißigjährig Krieges mitnimmt. Ich erfahre auch einiges über die Papierherstellung und dass Freundschaft keine Grenzen kennt.
Ein interessantes, spannendes Buch, mit dem ich ein paar wunderbar unterhaltsame Stunden hatte.

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Rezensionen von begine:

Im Grenzgebiet von Südkorea

Das Geheimnis der Papiermacherin von Andrea Bottlinger

Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“ ist ein einzigartiges Werk. Es wurde von Andreas Jandl übersetzt.
Sokcho ist ein kleiner Küstenort in Südkorea, kurz vor der Grenze nach Nordkorea.

Die Protagonistin und Erzählerin ist eine junge Angestellte in einer Pension. Sie hat eine koreanische Mutter und einen französischen Vater.

Das hat sie mit der Autorin gemein. Die Geschichte spielt im Winter. Ein neuer Bast ist ein französischer Comiczeichner. Er sucht die Stille in Sokcho.
Die Protagonistin beobachtet den Zeichner bei der Arbeit.
Die Dialoge zwischen ihnen sind interessant. Sie sind beide etwas einzigartig. Auch die Mutter der Protagonistin ist ein Unikum.

Die Autorin zeigt uns das beschauliche Küstenstädtchen mit ihren Bewohnern, viele sind Fischer. Es ist eines der Orte, aus denen die jungen Leute wegziehen.

Ein Buch in dem mehr drin steckt als man denkt, es lohnt sich, es zu lesen.
Es ist gute Literatur.

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Rezensionen von yellowdog:

beißende Satire

Der aufblasbare Engel von Burchuladze Zaza

Zaza Burchuladze hat eine beißende Satire über die Verführbarkeit der Menschen geschrieben.
Dabei zielt er weniger auf den Scharlatan und Verführer Gurdjieff, der immerhin viel Ausstrahlung hat, als auf die Menschen, die so leicht verführbar sind, die fast darauf zu warten scheinen.
Das Paar Nino und Niko haben Gurdjioff bei einer Geisterbeschwörung herbeigerufen.

Jetzt haben sie ihn am Hals. Gurdjieff fühlt sich wohl bei ihnen, mag auch ihren kleinen Hund Foucault, aber sein Hang zum beeinflussen lässt ihn schließlich wieder tätig werden.
Zaza Burchuladzes Spott wirkt, weil man als Leser sich ggf. fragt, wie man selbst sich verhalten würde, wenn ein heraufbeschworener Scharlatan Reichtum ermöglichen kann.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Roman voller Drogen-Exzesse und Gewalt. Daher kommt dieser auch nicht ohne Trigger-Warnung aus und ist nichts für zarte Gemüter. Ich jedoch bin begeistert.

Kill Your Friends von John Niven

FSK 16 J.

Wer nichts von derben Kraftausdrücken hält, bzw. nichts für Romane mit solchen übrig hat, sollte jetzt gehen, wer die entschärfte Rezension lesen möchte, der möge auf Amazon ausweichen...falls sie dort überhaupt freigegeben wird. Alle anderen .... Herzlich Willkommen zu meiner zweiten FSK 16 J.

-Rezension.

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Erfolg um jeden Preis. Steven Stelfox ist A&R-Manager in einer großen Plattenfirma, immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Level. Doch als die Erfolge ausbleiben, greift er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle. Die Folgen sind verheerend...(Klappentext)


Triggerwarnung für diesen Roman: Rassismus, Sexismus, physische und vor allem sexualisierte Gewalt

"Das ist MEIN Job:
Ich höre mir Musik an - Sänger, Bands, Songwriter - und entscheide, welche eine reelle Chance auf kommerziellen Erfolg haben.
Dann kümmere ich mich darum, dass ihre Musik angemessen aufgenommen wird, und wir, die Plattenfirma,
verkaufen sie schließlich an euch, die Öffentlichkeit.
Klingt ganz einfach in deinen Ohren? Fick dich ins Knie - du würdest es keine zehn Minuten überleben."
(S. 18)

Steven Stelfox - 27 Jahre, erfolgreich, gut aussehend und ein aufgeblasenes Arschloch. Er ist arrogant, sexistisch, rassistisch und ein Egomane durch und durch. Steve Stelfox ist also alles andere als ein Sympathieträger und man kann ihn schon ab der ersten Seite nicht leiden.

Durch diesen koksziehenden Vollidioten erhält man Einblick in seine Welt - in die Welt der Musikindustrie und die ist alles andere als ein Ponyhof. Diese besteht nämlich aus Intrigen, Machtgeilheit und noch mehr solcher Typen wie Steven. Eigenleben vor Fremdleben ist hier die Devise und Steven nimmt das nur allzu wörtlich. Muss er ja irgendwie, um seinen Lebensstandard weiterhin hoch zu halten - um sich weiterhin teure Klamotten, Koks und Nutten leisten zu können.
Als sein Arsch auf Grundeis geht, genügt es nicht mehr anderen bloß ans Bein zu pissen und deren Karrieren zu zerstören, um weiters einer der Alpha-Gorillas im Musik-Business zu sein. Steven muss zu drastischeren Mitteln greifen, denn - Eigenleben vor Fremdleben.

Man begleitet Steven ein Jahr lang und somit 12 Monate. Jedes Monat wird durch damalige News aus der Musikbranche eingeleitet und jedes Kapitel durch ein Zitat eines Produzenten oder Sänger, wie z.B.: Simon Cowell, Don Simpson, etc.

Bis es zu einem Mord kommt, dauert es jedoch etwas. Bis dahin plaudert Steve über die Musikindustrie und wie sie wirklich ist, was sich jedoch alles andere als langweilig gestaltet.
Man besucht mit ihm Events, Puffs und Geschäftsessen, ballert sich die Birne mit teuren Alkoholika, Koks und sonstigen Drogen und Pillen zu und lernt dabei all die anderen Loser und Arschlöcher kennen. Hierbei wird geflucht was das Zeug hält. Dann ,wie aus dem NIchts und völlig unerwartet, quasi aus einer Laune heraus, geschieht es - der erste Mord. Einfach so und nahezu emotionslos, als wäre dieses Geschehen eine Nebensächlichkeit. Dies ist wohl das schockierender, als die ganze sexistische und abwertende Flucherei. Hier erkennt man dann erst mit was für einem Typ Mensch man es wirklich zu tun hat. Er ist nämlich nicht nur ein Arschloch, sondern ein berechnendes und gefühlskaltes Oberarschloch.

Ihr mögt nun womöglich das Gefühl haben ich würde diesen Typen abgrundtief hassen..nun ja..nein. Das zwischen mir und diesem abgewichsten Arsch,der auf alles schimpft und scheißt, ist es sowas wie eine Hass-Liebe. Vielleicht seid Ihr auch der Meinung, dass meine Wortwahl derb und proletarisch ist. Nun, dann braucht Ihr hier überhaupt nicht mehr weiterlesen oder auf andere Rezensionen umschwenken, denn dann ist dieser Roman definitiv nichts für Euch. Wenn dem also so sein sollte, dann - Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Für sensible Gemüter ist dieser Roman nämlich definitiv NICHTS.

"Während [das] Atmen von einem lauten, mühsamen Schnorcheln zu einem rasselnden Wispern wird und schließlich ganz aufhört,
sehe ich Clips der Cardigans, Radiohead, Texas und die neue Blur-Single.
Zufrieden, dass er tot ist, hole ich meinen Schwanz raus und pisse ihn voll."
(S. 113)

Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktere sind durchwegs gut gezeichnet, wenn man auch fast niemanden leiden kann, da ja auch Steve niemanden leiden kann.
Hier richtet sich der Protagonist an den Leser und erzählt seine Geschichte, mit seinen Ansichten und das in einem ziemlich tiefen Jargon - rassistisch, sexistisch, derb...so wie Steven eben ist. Dagegen sind meine Worte nahezu als niedlich zu bezeichnen. Dabei wird der Leser auch direkt angesprochen und man hat das Gefühl Steven gegenüber zu sitzen - mit einem teuren Whisky in der Hand und vor einem eine Line Koks auf dem Tisch. Man ist hier mitten drin, statt nur dabei. Manchmal wurde aber selbst mir das Gefluche und Geschimpfe zu viel, bzw. begann es mich zeitweise zu langweilen, da ich immerzu darauf hoffte, dass Steve wieder mal durchdreht. Was er dann auch tut...wieder völlig unerwartet und wie aus dem Nichts.
Die Atmosphäre der 90er wird gekonnt eingefangen und wiedergegeben, sei es durch diverse Sprüche, wie z.B. "Coolio", oder durch damals angesagte Bands und Songs. Das erhöht natürlich den Lesegenuß, vor allem wenn man in dieser Zeit selbst durch die Clubs zog, wie ich.

"Sein Nachname enthält einen Bindestrich, scheiße,
und trotzdem redet er immer wieder wie ein mit Schuhcreme geschwärzter Dick Van Dyke -
die gedehnten Vokale, die verschluckten Konsonanten -,
weil er irgendwann mit fünfzehn mal eine HipHop-Platte gehört und beschlossen hat, die Dachpappen wären cool."
(S. 45)

Eine Freundin sagte mir, dass die Story sehr an "American Psycho" von Bret Easton Ellis erinnert und dem muss ich zustimmen. Der Schreibstil von Niven mach das Buch dennoch speziell - ein Niven eben und daher "American Psycho" zwar ähnlich, aber trotzdem ganz anders.

Fazit:
Ich bin ein absoluter Fan von John Niven und dieses Buch zu lesen hat mir richtig Spaß gemacht.
Es ist verstörend, abartig, morbid, ein durchaus obszöner Roman voller Gewalt. Gleichzeitig hat mich die Story gefesselt und ich musste an mehreren Passagen sogar lauthals lachen. Dieses Gefühl von heiß-kalt, dem Wechsel zwischen ekelhaft und zum Schreien komisch, muss ein Autor erstmal bringen.
Irgendwie ist dies eine spezielle Art gewisser schottischer Autoren. Irvine Welsh gehört z.B. auch zu dieser äußerst seltenen Autoren-Spezies.
Ich für meinen Teil freue mich jetzt schon, im Jänner wieder mit dem Wichser Steve abzuhängen. Da erscheint nämlich der 2. Teil "Kill 'em All".

© Pink Anemone

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Rezensionen von LEXI:

Unser Respekt gegenüber Gottes Schöpfung

Schweineglück & Lebenslust von John Niven

„Gibt es eine biblisch „richtige“ Art der Haltung und Zucht von Nutztieren? Ich gehe ganz schlicht davon aus, dass alles, was Tiere ehrt und respektiert, richtig ist und alles, was Tiere mit Maschinen und Gebrauchsgegenständen gleichsetzt, falsch ist.“ (Joel Salatin)

Der Amerikaner Joel Salatin ist nicht nur Öko-Farmer, Dozent und Buchautor, sondern auch bekennender Christ.

Er wendet sich in seiner aktuellen Neuerscheinung in erster Linie an Christen und offenbart seiner Leserschaft damit sein Plädoyer gegen den gedankenlosen Umgang mit der Schöpfung. Auf knapp dreihundert Buchseiten äußert er seine Gedanken zu einem Landwirtschaftssystem, das Gottes Vorgaben in der Bibel entspricht. Seine Art, eine Farm zu betreiben, widerspricht den gängigen Vorstellungen der Nahrungsmittelindustrie und der Chemiekonzerne, deren Methoden er strikt ablehnt. In seinen Ausführungen erzählt er von seiner Art, Nutztiere zu halten, und seine Vorstellungen eines Bauernhofes und die Umsetzung dieser Visionen in seinem eigenen Betrieb haben mich fasziniert und zutiefst beeindruckt.

Joel Salatin veranschaulicht die schrecklichen Bedingungen, in denen Schweine und Hühner in industriellen Mastanlagen ihr kurzes Leben ertragen müssen. Im Gegensatz dazu zeigt er seinen völlig konträren Weg auf.

Als Christ ist es ihm ein großes Anliegen, auf die Aussagen über Tierrechte und Anweisungen zum Umgang mit Tieren in der Bibel hinzuweisen. Er schreibt über Gottes Ordnung, gentechnisch veränderte Organismen, gewährt hoch interessante Einblicke in die Welt der Tiere und Pflanzen und sogar kleinster, nicht mit freiem Auge sichtbarer Organismen. Salatin erläutert das Prinzip der Permakultur, kommt auf die Ernährung zu sprechen und plädiert für eine verantwortungsvolle Nutzung des Wassers. Auch die Vermarktung und die Zustände in Massentierhaltungseinrichtungen sind Themen dieses Buches. Der Autor warnt nachdrücklich vor Unkrautvernichtungsmittel, die für Mensch und Umwelt tödliche Gifte darstellen. In laufenden Berichten über seine Art und Weise, eine Farm zu betreiben, gewährt er viele Einblicke in den Alltag eines Öko-Farmers und begeisterte mich mit im Prinzip sehr einfachen, aber wirkungsvollen Methoden. Joel Salatin ist der Meinung, dass „unsere Einstellung gegenüber Tieren ein direkter Ausdruck unserer Haltung gegenüber anderen Menschen und Gott“ darstellt und erläutert seine Ansichten sehr ausführlich.

„Würde ich als Tier so leben wollen?“ Salatin stellt diese einfache Frage direkt und offen – und ehrlich gesagt hegte ich nach der Beschreibung der furchtbaren Zustände in Legebatterien und Massentierhaltungsstätten den Wunsch, die Öko-Farm dieses brillanten Mannes selber besichtigen zu dürfen, der einen vollkommen gegensätzlichen Weg eingeschlagen hat.

Fazit: „Schweinglück & Lebenslust“ war für mich persönlich eine sehr emotionale Lektüre. Aufgrund meiner lebhaften Vorstellungskraft konnte ich die im Buch beschriebenen drastischen Zustände und fürchterlichen Misshandlungen der Tiere beinahe hautnah miterleben, was mich das ganze Buch über stark belastete. Dennoch empfand ich den Wunsch, aus der Erstarrung aufzuwachen und meine Haltung zu verändern. Meiner Ohnmacht angesichts der riesigen Konzerne, die den Nutztieren unendliches Leid zufügen, steht nun eine kleine Hoffnung gegenüber: nämlich die Hoffnung, dass es auf dieser Welt weitere Menschen wie diesen amerikanischen Farmer gibt, die nicht mehr zusehen können, wie Gottes Schöpfung misshandelt und ausgenutzt wird. „Wann ist Essen kein Essen mehr? Und würde ich als Tier so leben wollen?“ Drastische Fakten und unbequeme, direkte Fragen, auf die der Autor wohl überlegte Antworten hat. Joel Salatin lebt seine Überzeugungen und Visionen – und hat großen Erfolg damit. Es bleibt zu hoffen, dass er Nachahmer findet und er viele Menschen mit seinem Buch erreicht, damit es endlich zu einem Umdenken kommt und ein bewusster und respektvoller Umgang mit unseren pflanzlichen und tierischen Ressourcen irgendwann zur Selbstverständlichkeit wird.

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Rezensionen von jiskett:

Bittersüße Liebesgeschichte

Schweineglück & Lebenslust von John Niven

"Bittersüße Leidenschaft" erzählt eine Geschichte, die - passend zum Titel - bittersüß ist. Einerseits passen Mitch und Summer gut zusammen, sie haben einige emotionale, romantische Momente und die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander war schön dargestellt, auch wenn es vielleicht etwas zu schnell ging (gerade in Bezug auf ihr Vertrauen ihm gegenüber, da sie in der Vergangenheit sehr negative Erfahrungen hatte).

Andererseits haben beide ihre Päckchen zu tragen und Mitch ist ein Charakter, der es dem Leser nicht leicht macht, ihn sympathisch zu finden.

Schon im allerersten Kapitel, das aus seiner Sicht geschrieben ist, wird deutlich, dass er die Protagonistin nicht leiden kann, aber trotzdem plant, sie für Sex zu benutzen und zu vertreiben, unter anderem, um ihre Tante - die Freundin seines Vaters - zu verletzen. Das war nicht wirklich ein guter erster Eindruck und es hat deshalb eine Weile gedauert, bevor ich mit ihm warm werden konnte; die Autorin hat sehr gut dargestellt, was in ihm vor sich geht und dass die Situation für ihn nicht einfach ist, aber diese Gedanken haben bei mir trotzdem einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Geholfen hat, dass er sich im Laufe der Handlung verändert hat beziehungsweise gegenüber Summer aufgetaut ist, je besser er sie kennen gelernt hat und das war schön zu sehen. Zwar gibt es weiterhin Momente, in denen man ihn packen und schütteln könnte, gerade gegen Ende, doch insgesamt fand ich seine Charakterentwicklung glaubwürdig und gelungen.

Summer ist eine tolle Protagonistin; sie hat vor ihrem Umzug nach Australien einiges mitgemacht, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, ist charakterstark und weiß sich durchzusetzen. Sie lässt sich auch von Mitch nicht alles bieten, was mir gut gefallen hat, selbst wenn sie ihm etwas zu oft nachgibt. Zudem war es leicht, mit ihr zu fühlen, vor allem in den letzten Kapiteln; es kam sehr viel (fast schon zu viel) zusammen und es gibt eine Enthüllung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen kann. Dieser Cliffhanger ist zwar irgendwie klischeehaft, sorgt allerdings dafür, dass man als Leser wissen will, wie es weiter geht. Hauptsächlich tut mir Summer aber einfach leid und ich hoffe, dass es für sie gut ausgehen und sie nicht alles verlieren wird.

Die Charaktere haben in "Bittersüße Leidenschaft" einiges erlebt und ihre Beziehung hatte viele Aufs und Abs, doch insgesamt hat ihre Liebesgeschichte mir gefallen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt auf jeden Fall, sie scheinen einander gut zu tun und sich auch zu ergänzen. Mit den Entwicklungen am Ende bin ich nicht hundertprozentig glücklich, aber sie liefern viel Potential für den zweiten Band und es ist völlig offen, wie es weiter gehen wird, sodass ich neugierig auf die Fortsetzung bin.
3,5/5 Sternen

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Rezensionen von yellowdog:

Menschen im Hotel, und ein Frettchen

Hotel California, Abigail von Violet Thomas

Hotel California ist ein heller Roman. Zwar haben die Protagonisten auch ihre Sorgen, aber es herrscht ein optimistischer Grundton vor. Das wird auch durch die patente Hauptfigur Abigal, die in einem Hotel arbeitet, getragen.
Der Name Abigal wunderte mich. Ist der nicht etwas altmodisch? Welche junge Frau heißt denn heute noch so? Aber das sollte einen nicht stören.

Ich liebe Romane, Filme oder Fernsehserien über Hotels und das Leben der Gäste und des Personals. Das gilt umso mehr, wenn es sich um traditionsreiche, familiär geführte Hotels handelt.

Beim Personal hat Abigal gute Freunde und Kollegen. Unter den Gästen gibt es ganz unterschiedliche Charaktere. Da ist zum Beispiel die siebzigjährige Martha mit ihrem Frettchen. Ein Orignal! Sie wohnt dauerhaft im Hotel.Ein neuer Gast ist William, der schnell sehr wichtig für Abigal wird.
Abigals fürsorgliche und freundliche Art prägt den Roman. Eine starke und sympathsiche Hauptfigur ist wichtig für einen Roman dieser Art.
Mein einziger Kritikpunkt ist das abrupte Ende. Ein paar Seiten mehr hätten dem Finale gut getan.

Eine gute Entscheidung des Moments-Verlags, die Hotel California-Reihe zu bringen.

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Rezensionen von Vicky:

Träume sterben, wenn man keine Risiken eingeht

This is Love - Travis & Viola von Kennedy Fox

This is Love‘ ist der heiß ersehnte, zumindest von mir, zweite Band der Checkmate-Reihe rund um 'Travis & Viola'. Kennedy Fox ist das Pseudonym zweier erfolgreicher amerikanischer Liebesroman-Autorinnen, da war ich anfangs etwas skeptisch aber mein Vorurteil gegen Pseudonyme wurde widerlegt!

Das Cover ist toll und passt gut zum ersten Band der Reihe.

Ich finde es ist durch das schwarzweise Bild zwar einfach gehalten wird aber durch den goldenen Schriftzug definitiv aufgepeppt.

Unter 'Zu diesem Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf den Roman holen, er umfasst einundzwanzig Kapitel sowie einen Epilog. Die Abschnitte in den Kapiteln sind abwechselnd aus Sicht von Viola bzw. Travis geschrieben.

Am Anfang ist wieder ein Auszug aus der Wortdefinition bzw. Erklärung für ‘Schachmatt‘ zu finden – dieses Mal war mit bereits klar warum!

Band zwei setzt unmittelbar vor dem Ende von Band eins ein. Es beginnt mit einem Travis Kapitel zehn Stunden zuvor. und geht dann mit einem Viola Kapitel in der Gegenwart weiter und schließt somit direkt ans Ende von Band eins an. Das finde ich sehr gut! Kennedy Fox hat es erneut geschafft mich von der Geschichte rund um Travis und Viola zu bezaubern und an das Buch zu fesseln, ich habe es regelrecht verschlungen! Dennoch habe ich dieses mal etwas das heiße Spiel zwischen den beiden vermisst, ich finde der vorherige Band war in dieser Hinsicht etwas besser und ziehe daher einen Stern ab.

Den Epilog fand ich nett gestaltet denn er begann ähnlich wie der Prolog vom ersten Teil von Travis und Viola – ich habe es sofort erkannt :-)

PS: Ich finde Courtney total super und freue mich bereits auf den Band mit und über sie - der wird bestimmt super toll!

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