Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lotta:

Interessante Welt, die noch deutlich mehr Potential besitzt

Queen of Blood von Myles Jill

Die Athoniten beherrschen die Welt, bereits seit Jahrhunderten. Dabei unterdrücken sie alle anderen Völker wie auch die Vidari, zu denen Seri gehört. Jeden Tag aufs neue weiß sie nicht, ob sie genug Nahrung für sich, ihre Schwester und ihren Vater zusammen bekommt. Durch einen Zufall gelangt sie ins Schloss und soll für die Rebellion spionieren.

..

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Perspektivisch wechselt die Geschichte zwischen Seri und Prinz Graeme hin und her.
Dabei beginnt das Buch sehr märchenhaft, doch leider sind die ersten gut 100 Seiten sehr vorhersehbar.

Die Welt an sich ist durch die vielen Völker, von denen man lediglich zwei kennenlernt, sehr interessant. Gerne hätte ich hier deutlich mehr von kennengelernt. Schließlich haben sie alle ihre eigenen Traditionen, die sich deutlich widersprechen.

Die Diskrepanz der Gefühle von Seri wurden sehr gut dargestellt, jedoch wurde bei der Ausarbeitung einiges verschenkt, da die Umsetzung entweder sehr schnell geht oder durch die Romanze in den Hintergrund verdrängt wird.

Insgesamt eine tolle Fantasy Geschichte mit Luft nach oben. Ich würde sehr gerne nochmal in diese Welt eintauchen und bewerte mit 3,5 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von Cha_:

Trotz Schwächen zum Ende echt spannend

Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James


Das Buch ist aus mehreren Sichten geschrieben wovon mir die Kapitel aus der Sicht von Luke und Abi am besten gefallen haben. Manchmal waren leider aus den anderen Sichten der Schreibstil nicht so gut und es wurde manchmal auch etwas politisch.

Die Charaktere wurden gut beschrieben und man konnte sich gut in sie hineinversetzen.

Auch die Orte waren schön bildhaft beschrieben und man konnte sich alles toll vorstellen.

Die Story war echt spannend und interessant. Leider kam die richtige Spannung aber erst zum Schluss auf und im ersten Teil plätscherte die Geschichte nur vor sich hin. Dadurch war das Lesen manchmal etwas anstrengend.


Trotzdem würde ich den zweiten Teil lesen da ich die Geschichte von Luke und Abi weiterverfolgen möchte und wissen möchte wie es ausgeht da man mit einem kleinen Cliffhanger zurückgelassen wurde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Cha_

Rezensionen von Harakiri:

sehr schöne Geschichte

Die Charite von Vic James

Eine aufregende Zeit in der Geschichte der Medizin: das frühe 19. Jahrhundert. Operationen werden ohne Betäubung durchgeführt, man kämpft gegen Wundbrand und die Cholera und Frauen dürfen sich nur als Krankenwärterinnen verdingen, statt selbst als Ärztinnen tätig zu werden.
In dieser Zeit spielt Ulrike Schweikerts neuer Roman.

Teils fiktive Personen werden mit realen Persönlichkeiten vermischt und alles zu einer sehr lesenswerten Story verwoben, die den Leser in seinen Bann zieht. Tragische Einzelschicksale, auferlegte Gesellschaftszwänge und wunderbare Erfolge in der Medizin – das alles macht die Geschichte aufregend und lädt zum Mitfiebern und Bangen ein.
Fazit: Ulrike Schweikert schafft es immer wieder, die Vergangenheit einzufangen und lesenswert aufzubereiten

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Harakiri

Rezensionen von C. P.:

Wenn das perfekte System doch nicht so perfekt ist...

Die Charite von Vic James

2356 A.D. : In einem perfekten System der fernen Zukunft ist es eine Ehre, zu den elitären Privilegierten zu gehören. Als solche ist es Nora Stars' Aufgabe, das Leben der Menschen zu schützen. Aufgrund hoher Strahlenwerte ist ein Leben ausserhalb der geschützten Städte undenkbar. Und obwohl ihre Erinnerungen vor dem 18.

Lebensjahr gelöscht wurden, sieht sie in ihren Träumen Bilder aus ihrem früheren Leben - ausserhalb der Stadt.
Die Zukunft ist in diesem Buch recht düster gezeichnet. Nach einem interstellaren Angriff ist die Strahlung auf dem Planeten so hoch, dass die Menschen in abgeschirmten Städten leben. Dort werden sie streng hierarchisch eingeteilt in Privilegierte, Minderwertige und Wertlose, wobei letztere als Feinde des Systems aus den Städten verbannt werden. Während die Minderwertigen als ausgebeutete Arbeiter leiden, leben die Privilegierten zwar komfortabel, dafür streng systemtreu und werden mittels Chipimplantat dauerüberwacht. Gefühle und Spaß sind verboten, Systemtreue und Disziplin erwünscht. Also eine Welt, die einem als Leser schnell alles andere als perfekt oder wünschenswert vorkommt.
Nora befindet sich noch in der Ausbildung und will im System ganz nach oben aufsteigen. Als Partner wird ihr ausgerechnet Darian zugeteilt, welcher schon mehrfach durch regelwidriges Verhalten auffiel. Das passt der ehrgeizigen Nora natürlich so gar nicht ins Konzept - und dennoch bring er eine Saite in Nora zum Schwingen, welche sie anfangs nicht einordnen kann. Zudem gehört er zu denjenigen, welche das System stark kritisch betrachten und bringt Nora dazu, ihre Sichtweise zu ändern.
Das Worldbuilding ist auf jeden Fall stark dystopisch und von der Autorin in sich stimmig und verständlich aufgebaut. Dass die Anwärter der Privilegierten von Luxus und Versprechungen so verblendet sind, dass sie das System nicht hinterfragen, ist ebenso realistisch dargestellt. Auch ist die Gefühlskälte zwischen ihnen schon fast greifbar. Leider erfährt man dadurch aber auch nur Oberflächliches über die einzelnen Personen. Interessant war auf jeden Fall, dass nicht nur hinter Nora ein Geheimnis zu stecken schien, sondern auch Darian etwas verbarg, worauf bereits im Prolog hingewiesen wird. Das Liebesgeplänkel zwischen den beiden wirkte mir persönlich jedoch etwas zu aufgesetzt und störte mich eher, als dass es zur Story passte. Ebenso kam das Ende etwas zu abrupt, auch wenn es inhaltlich zum Buch passte und die Erzählung sehr gut abschloss.
Eine in sich abgeschlossene, unterhaltsame Dystopie mit gesellschaftkritischem Thema und schönen Ideen, die stellenweise gefühls- und systemtechnisch etwas zu oberflächlich blieb.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C. P.

Rezensionen von manu63:

Hat mich nicht gefesselt

Was wir zu hoffen wagten von Saalfeld Michaela

Was wir zu hoffen wagten ist ein Roman der Autorin Michaela Saalfeld, die versucht hier die Geschichte der drei zur Nieden Geschwister zu erzählen, welche sehr unterschiedlich sind. Felice, welche am liebsten Jura studieren möchte um später als Anwältin zu arbeiten, bekommt von den Verhältnissen der damaligen Zeit immer wieder Steine in den Weg gelegt.

Wilhelm, der lieber Filme machen möchte als in die Bank des Vater einzutreten und dann noch Ilsebill, die sich nichts sehnlicher wünscht als von ihrer Schwester Felice geliebt und wahr genommen zu werden.

Das Buch umfasst 40 Kapitel und am Ende ein Glossar der damaligen Begriffe die ggfs. erklärungsbedürftig sind. Aufgeteilt ist es in drei Abschnitte, der erste Teil trägt den Titel Ille, der zweite Willi und der dritte Felice.

Das Buch setzt recht unvermittelt im Jahr 1918 ein am Tag der Abdankung des Kaisers, um dann in Rückblicken zu erzählen wie es den Geschwistern ab dem Jahr 1912 geht. Der Erzählstil ist für mich etwas mühsam und zäh und sehr detailverliebt. Da hätte ich mir weniger Beschreibungen und Details gewünscht und dafür lieber mehr Tiefe bei den Figuren. Ilsebill genannt Ille wird als naives Dummerchen gezeichnet das nach der Anerkennung der Geschwister und vor allen der von ihrer Schwester Felice lechzt. Dafür ist sie auch bereit persönliches Ungemach in Kauf zu nehmen und einen ungeliebten Mann zu heiraten, was letztendlich in eine Katastrophe führt. Dabei bleibt die Figur von Ille sehr oberflächlich und die Gier nach der Liebe und Anerkennung der Schwester wird in zähen langen Abschnitten immer wieder herausgearbeitet.

Wilhelm, genannt Willi ist ein lebensfroher junger Mann der sich nach Recha einer Schauspielerin verzehrt die jedoch mit dem Regisseur Wolfgang Vanselow zusammen ist. Als Recha Willi abweist meldet sich dieser zum Militär und muss das grausame Leben an der Front erleben und droht daran zu zerbrechen. Diese Zeit an der Front wird von der Autorin sehr lebhaft und in teils grauenerregenden Bildern erzählt.

Felice, die älteste der drei ist ein ewig empörter Charakter der sich immer zurück gesetzt und unverstanden fühlt, weil sie ihre Ziele nicht so verfolgen kann wie ein Mann. Dabei ist sie ungerecht und in meinen Augen recht ich-bezogen. In erster Linie sieht sie nur sich selber und die Ungerechtigkeiten die sie auszubaden hat, weil sie eine Frau ist. Fast bis zum Ende des Buches gefiel mir Felice gar nicht. Ihre Gedankengänge waren mir zu negativ und zu einseitig auf sich selber bezogen. Sie hatte immer wieder eine Ausrede für ihr Verhalten und ihre Fehler konnte sie sich nur selten eingestehen. Erst auf den letzten Seiten ergibt sich ein positiveres Bild von Felice, das ich mir eher gewünscht hätte.

Was mich etwas gestört hat war der große Anteil im Buch der Felice eingeräumt wurde, die beiden anderen verblassten dahinter. Auch wurden etliche Passagen erzählt die weniger mit den Geschwistern sonder vielmehr mit der Lage an der Front zu tun hatten. Die Nebencharaktere waren ansonsten recht blass und einiges wurde nur angedeutet, wie z. Bsp. die Rolle welche Onkel Benno an Felices Verhalten hatte. Das Zusammenleben von Ille und ihrem Mann kommt praktisch gar nicht vor, es gibt nur kleine Hinweise auf die Art der Probleme in der Ehe.

Nachdem die Geschichte erst sehr detailreich und ausufernd erzählt wird, geht es zum Schluss recht flott zu und es werden Wochen übersprungen in denen für die Familien wichtiges geschah das nur in einem Nebensatz eingefangen wurde.

Mein Fazit: Wer detailreiche Erzählungen mag mit schwierigen Charakteren und angedeuteten Szenarien wird das Buch sicherlich nicht schlecht finden. Mir selber hat es nicht so gut gefallen, da ich eher am Schicksal der Geschwister interessiert war als an langen Passagen des Frontlebens, das zwar realistisch dar gestellt wurde, mir aber zu viel Raum einnahm, der den Schicksalen der Protagonisten fehlte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63

Rezensionen von LEXI:

Die Frauen von Ivy Cottage

Die Frauen von Ivy Cottage von Julie Klassen

„Was ist besser: eine echte, wunderschöne Rose, lange verblasst, aber niemals vergessen – oder ein verlockender Ersatz, der für immer zu halten verspricht?“

Julie Klassen präsentiert mit „Die Frauen von Ivy Cottage“ den zweiten Band aus einer Reihe, dessen Handlung in Ivy Hill im England des Jahres 1820 spielt und den Leser mit einigen bekannten Figuren aus dem Vorgängerbuch konfrontiert.

In diesem Nachfolgeband konzentriert sie sich zum einen auf die Gastwirtin Jane Bell, eine junge Witwe adeliger Herkunft, die langsam aus ihrer tiefen Trauer um ihren verunglückten Ehemann John erwacht. Der Betrieb der Poststation, ihre Gäste, das Personal und auch ihre frisch verheiratete Schwiegermutter Thora, die bereits im ersten Band eine wichtige Rolle spielte, bewahren sie davor, Einsamkeit zu verspüren. Doch dennoch hat Jane bestimmte tragische Ereignisse in der Vergangenheit noch immer nicht überwunden.

Janes Freundin Mercy Grove ist die zweite Protagonistin dieses Buches. Die herzliche, jedoch eher unansehnliche Frau aus adeligem Hause empfindet das Unterrichten als ihre Berufung. Mercy machte ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf, indem sie im Ivy Cottage eine Mädchenschule gründete. Es ist zudem ihr großes Bestreben, auch finanziell benachteiligten Kindern Schulbildung zu ermöglichen und ihre Vision einer Wohlfahrtsschule Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit der verarmten Adeligen Rachel Ashford präsentiert Julie Klassen ihre dritte Hauptfigur – eine zurückhaltende und reservierte junge Engländerin, die sich mit ihrer veränderten Lebenssituation nach dem finanziellen Ruin ihres Vaters mittlerweile arrangiert hat. Sie lebt bei Mercy Grove und ihrer Tante Mathilda auf Ivy Cottage und der Plan, mit der umfangreichen Büchersammlung ihres verstorbenen Vaters eine Leihbibliothek zu gründen, nimmt immer mehr Gestalt an. Der bezaubernden jungen Frau mit dem blonden Haar und den wunderschönen großen blauen Augen wurde vor Jahren das Herz gebrochen, doch nun wirbt ein attraktiver, vermögender Mann um sie. Wird Rachel sich für ein neues Glück öffnen können, oder an ihrer unglücklichen Liebe festhalten?

Julie Klassen verwöhnt ihre Leser mit einem Nachfolgeband, der dem ersten Buch in nichts nachsteht. In behutsamen Schritten und mit einer wundervollen Erzählkunst ausgestattet stellt sie ihren Lesern die drei Hauptfiguren vor und gewährt nach und nach nähere Einblicke in deren Geschicke. Ihre große Liebe zu den Werken Jane Austens durchdringt jede Zeile dieses zauberhaften Romans aus der Feder einer Autorin, die es versteht, diese Epoche wieder auferstehen zu lassen. Das Eintauchen in die Zeit Jane Austens und in die Geschicke der drei adeligen Protagonistinnen hat mir allergrößtes Lesevergnügen bereitet. Ich empfinde es zudem als eine ganz besonders herausragende Fähigkeit Julie Klassens. Dass diese sich in ihren Büchern auch sehr intensiv ihren zahlreichen Nebenfiguren widmet, die allesamt liebevoll gezeichnet und wundervoll authentisch charakterisiert sind. Der christliche Glaube spielt auch in diesem Buch eine Rolle, wurde jedoch nur sehr dezent in die Handlung eingebracht.

„Die Frauen von Ivy Cottage“ war ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art. Der Inhalt dieses Romans verheißt bereits eine höchst interessante Fortsetzung um die Geschicke der liebenswerten Bewohner von Ivy Hill. Wer ist beispielsweise die elfenhafte blonde Schönheit, mit der Joseph Kingsley gesichtet wurde? Und wie wird es mit Mercey Grove nach ihrer folgenschweren Entscheidung weitergehen? Darf Jane endlich ihr Glück an der Seite des geliebten Mannes finden? Man kann unschwer erkennen, dass ich förmlich darauf brenne, diese Fragen beantwortet zu sehen und ich blicke dem Erscheinungsdatum des nächsten Buches aus der Ivy-Hill-Reihe bereits voller Vorfreude und mit großer Erwartungshaltung entgegen.

„Die Frauen von Ivy Cottage“ ist ein Roman ganz nach meinem Geschmack, der mir durch den großartigen Schreibstil, die einfühlsame und detailverliebte Beschreibung der Handlung und die hervorragend ausgearbeiteten handelnden Figuren allergrößtes Lesevergnügen bereitet hat. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es als eines meiner heurigen Lesehighlights uneingeschränkt weiterempfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LEXI

Rezensionen von liesmal:

Verwirrende Wahrheit

Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste von Philipp Schwenke

von liesmal - 60 Jahre alt war Karl May, als er wahrscheinlich seine erste große Reise angetreten hat, die ihn in den Orient führte. Doch schon viele Jahre zuvor wurde er bekannt durch seine Reiseerzählungen. Viele Bücher schrieb er in der Ich-Form und vermittelte dadurch den Eindruck, er selbst wäre einer seiner Buchhelden wie Old Shatterhand oder auch Kara Ben Nemsi und hätte auch verschiedene Länder bereist.

In diesem Buch lernen wir den privaten Karl May, seine Ehefrau und seine Freunde Richard und Klara Plöhn kennen und erfahren viel über deren Leben.
Mich hat die Geschichte sehr beeindruckt, die sich gut lesen und mich oft schmunzeln lässt. Der Autor Philipp Schwenke hat seinen Schreibstil der Zeit angepasst, aus der er erzählt, ca. zwei Jahre vor bis zwei Jahre nach 1900.
„Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste“ ist ein gut gewählter und passender Name für diesen Roman. Es ist tatsächlich so, dass dieses Flimmern mich beim Lesen ständig begleitet und ich mich mehr als einmal frage, ist das, was ich gerade lese, Wahrheit, Lüge oder Illusion? Das hat sich Karl wohl auch häufig gefragt, denn es wirkt tatsächlich so, als ob er seine Geschichten selbst glaubt.
Wechselweise geht es in der Geschichte einmal um seine Reise in den Orient, in der er aufregende, spannende und verrückte Abenteuer erlebt, und zum anderen um sein Leben in seiner deutschen Heimat nach dieser Reise. Dieser Wechsel hat mir zu Beginn gut gefallen, in dem letzten Drittel des Buches allerdings nicht mehr, weil es meinen Lesefluss oft unterbrochen hat. Außerdem waren mir einige Passagen zu umfangreich erzählt, aber es geht natürlich um Karl May, der nicht nur selbst gern sehr ausschweifend erzählen, sondern sich scheinbar auch selbst endlos lange zuhören mochte. Die Orte und damit die Erzählungen auf den letzten Buchseiten wechselten manches Mal mehrmals pro Seite. Komischerweise hat mir das wieder gut gefallen, weil es irgendwann irgendwie zu einem Ganzen verschmolz.
Karls Beziehung zu von Hoven war für mich ganz besonders interessant.
Dass Karl May bis zu seinem 5. Lebensjahr blind war, habe ich nicht gewusst, bevor ich dieses Buch gelesen hatte. Das erklärt mir einiges über das „Flimmern“ und über Karls Fantasie.
Tolle Geschichte – nicht nur für Karl-May-Fans!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Rezensionen von Harakiri:

Der Absturz des DI Brennan

Er will dein Herz von Carver Tania

Rätselhafte Morde geschehen. Die Frauen werden entführt und das Herz herausgeschnitten. Ein schwieriger Fall für Phil Brennan und Maria Esposito, die auch noch mit ihrer Beziehung zu kämpfen haben.
Doch der Täter begeht Fehler, die es den Ermittlern gestatten, ihm auf die Spur zu kommen. Allerdings ist er schneller als sie und entführt eine Polizistin.

Jetzt läuft die Zeit gegen die Ermittler…

Wieder mal ein spannungsgeladener Thriller von Tania Carver. Bereits von der ersten Seite an ist der Spannungsbogen sehr hoch und flacht auch nur selten ab. Meistens in den Szenen, in denen das Beziehungsdrama von Brennan und Esposito thematisiert wird. Das hat mich mit der Zeit etwas gelangweilt. Vor allem auch Brennans Totalabsturz und sein Verhalten den Verdächtigen gegenüber waren nicht gentlemanlike, so kenne ich ihn gar nicht.
Carver schreibt sehr flüssig und hat mit dem Vorgehen des Täters auch einen erfrischend neuen Ansatz in einem Thriller gefunden, den ich sehr gut aufgebaut fand. Die misshandelten Frauen, die nie im Frauenhaus ankamen. Leider hatte ich schon sehr bald einen Verdacht auf den Täter, hier hat sich die Autorin zu früh verraten, was mir das Lesen ein klein wenig verleidet hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Harakiri

Rezensionen von BarbaraM:

Eine ruhige, einfühlsame Geschichte über das Leben der Vogelbeobachterin Len Howard

Das Vogelhaus von Eva Meijer

„Das Vogelhaus“ von der niederländischen Autorin Eva Meijer ist 2018 im btb Verlag erschienen und umfasst 320 Seiten.

Eva Meijer beschreibt anhand von recherchierten Fakten aber auch fiktionalen Elementen das Leben der Len Howard, die von 1894 bis 1973 in England lebte.
Zunächst wird auf ihre Kindheit eingegangen, in der sie schon dieselbe Leidenschaft wie ihr Vater teilt: das Beobachten der heimischen Vögel.

Diese Leidenschaft lässt sie auch ihr gesamtes Leben nicht mehr los. Die sehr musikalische Len Howard schafft es, sich als junge Dame aus den herrschenden Konventionen zu befreien. Sie wird eben nicht der erwarteten Rolle einer Hausfrau und Mutter gerecht, sondern wird als Musikerin Teil eines Londoner Orchesters. Im Laufe der Jahre erkennt sie aber ihre wirkliche Passion: die heimische Vogelwelt zu erkunden und das Leben in London hinter sich zu lassen. Sie zieht auf das Land und widmet sich völlig der Vogelkunde. Im Gegensatz jedoch zur wissenschaftlichen Methode beobachtet sie Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum. Sie zieht wichtige Erkenntnisse und veröffentlicht diese in verschiedenen Magazinen.
Durchbrochen von der Schilderung über das Leben von Len Howard wird die Geschichte immer wieder durch die eingeschobene, jeweils kursiv gedruckte Erzählung von Sternchen, einer ganz besonderen Kohlmeisendame.

Eva Meijer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen, ruhigen und sehr gefühlvollen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Sie beschreibt die Protagonistin in all ihren Stärken und Schwächen und so konnte ich mich gut in Len Howard hineinversetzen und ihr Handeln jeweils gut nachvollziehen.
Besonders gelungen ist meiner Meinung nach die Schilderung der Zeit im tatsächlichen „Vogelhaus“ und besonders gefallen hat mir zudem die Schilderungen über Sternchen, die Kohlmeise.

Fazit: Es war ein Genuss, dieses Buch zu lesen und in die leidenschaftliche Vogelwelt der Len Howard und der Kohlmeise Sternchen einzutauchen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von BarbaraM

Rezensionen von C. P.:

Die böse Seite der Märchenwelt

Mundus Perditus von Carmen Gerstenberger

Vernita traut ihren Augen nicht: Mitten in New Rise City steht auf einmal ein riesengroßer, undurchdringlicher Wald. Wie magisch wird die junge Polizistin von diesem angezogen - und steht plötzlich Rotkäppchen gegenüber. Das letzte, woran sie sich erinnert, als sie Tage später im Krankenhaus erwacht, sind diese dämonischen Augen.

New Rise City hat sich in der Zwischenzeit in einen blutigen Albtraum verwandelt. Und Vernita wird bereits von jemandem erwartet...
Die Beschreibung des Romans hatte mich sofort neugierig gemacht: Eine Märchenadaption, bei der es blutig wird? Wunderbar, her damit! Beim Lesen stellte ich begeistert fest, dass es nach einer kurzen Einleitung auch schon gleich in die Vollen geht. Die Autorin hat sich nicht mit langwierigen Einleitungen aufgehalten sondern schmeißt die Protagonistin sofort ins Abenteuer. Vernita ist tough, aber sympathisch. An ihrer Seite steht Ruiz, ein Dämonenwächter der vergessen Welt, welcher den geheimnisvollen Kampf-Dämon Marno dabei hat. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die Dämonen auf, welche in Gestalt von Märchenfiguren die Bewohner von New Rise City regelrecht abschlachten.
Der Roman ist wirklich sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Es gibt Wortwitz, schwarzen Humor - und es ist verdammt blutig. Keine Sorge, es gibt keine ekligen Horrordetails, bei denen einem schlecht wird beim Lesen. Aber die Grundstimmung ist schon recht düster und gefährlich. Mir gefiel die Idee, was es mit den Märchendämonen auf sich hat, welch ungeahnte magische Rolle Vernita im Kampf gegen die Dämonen einnimmt und wie sich eine kleine Gruppe zusammenfindet, um die Stadt aus den Klauen des Grauens wieder zu befreien. Dabei war mir jeder aus dem Team auf seine eigene Art sympathisch und verlieh dem Ganzen den gelungenen Pep. Optisch aufgewertet wird das Buch durch ein paar Zeichnungen passend zur Story. Märchenkitsch wird man in diesem Roman allerdings vergeblich suchen.
Mundus Perditus ist definitiv eine völlig andere Märchenadaption: Spannend, blutig, schleimig - und mit ausreichend Humor an den richtigen Stellen. Eine fesselnde Story, spannend bis zur letzten Seite. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von C. P.