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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von manu63:

Die wilde Rose

Die wilde Rose ist ein historischer Liebesroman der Autorin Patricia Cabot. Sie erzählt die Geschichte von Lord Edward Rawlings der lieber sein Leben mit Vergnügen und Frauen zubringen möchte statt als Herzog. Die einzige Möglichkeit dem zu entkommen ist sein Neffe Jeremy, der in der Erbfolge über ihm steht.

Doch Jeremy wird von seiner Tante Pegeen aufgezogen und diese hat entschieden etwas gegen den Adel und sein Leben. Dennoch gelingt es Edward Pegeen davon zu überzeugen mit ihrem Neffen zu ihm zu ziehen. Womit beide nicht gerechnet haben ist die magnetische Anziehungskraft die Edward und Pegeen in einen Strudel mitreißt.

Die Geschichte wird in flüssigem Schreibstil mit teilweise witzigen Dialogen erzählt. Wobei sich jedoch immer wieder Längen in der Geschichte ergeben sowie Wiederholungen. Da hätte die Geschichte straffer erzählt werden können. Explizite Szenen zwischen Pegeen und Edward werden geschmackvoll eingebettet und nehmen nicht den Hauptteil der Geschichte ein. Außerdem weisen die Charaktere einigen Kanten auf die unsympathisch wirken. Pegeen wirkt zu zickig und Edward wirkt insgesamt relativ flach, auch ist Jeremy ein eher schwieriger Charakter der bei mir nicht so angenehm ankommt.

Insgesamt eine vorhersehbare Geschichte die einige Stunden Entspannung verspricht, ohne den Intellekt zu strapazieren.

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Rezensionen von manu63:

Neue Erkenntnisse

Ein MORDs-Team - Band 21: Bürgermeisterin für einen Tag von Andreas Suchanek

Bürgermeisterin für einen Tag ist der Titel des 21 Bandes der Ein Mordsteam Reihe des Autors Andreas Suchanek.

Das Mordsteam sucht weiter nach Informationen rund um Corey Parker und seine Schwester Wendy. Durch diese Informationen ergibt sich im Fall eine unerwartete Wendung und weiteres Unheil nimmt seinen Lauf.

Dem Autor gelingt es innerhalb kurzer Zeit die Lage dramatisch zuzuspitzen und hinterlässt am Ende des Buches wieder einige Cliffhanger welche neugierig auf das weitere Geschehen machen.

Als Alice ihren ersten Tag als Bürgermeisterin antritt, wurde ich als Leserin von einigen Handlungssträngen ,welche der Autor aufbaut, überrascht. Alles deutet auf ein dynamischen Finale dieser Staffel hin und es werden hoffentlich einige Fragen im Laufe der nächsten Bände geklärt.

Der Schreibstil ist wieder flüssig und die Geschichte bleibt übersichtlich durch die präzisen Ort-und Zeitangaben bei den einzelnen Abschnitten des Buches. Die Charaktere und ihre Beziehungen bewegen sich weiter und wieder muss ich mich als Leser von einigen Charakteren verabschieden.

Insgesamt einmal mehr spannend und unterhaltsam.

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Rezensionen von manu63:

Wer ist Anonymus?

Ein MORDs-Team - Band 21: Bürgermeisterin für einen Tag von Andreas Suchanek

Der sechste Teil der Cyberworld Reihe der Autorin Nadine Erdmann trägt den Titel Cyberworld 6.0 Anonymus. Eigentlich glauben Zack, Jemma, Jamie, Ned, Charlie und Will das ihr Leben gerade gut verläuft und sie testen ein neues CyberGame, das sie geschaffen haben, in der Endstufe da taucht plötzlich in dem Spiel ein bedrohlicher Unbekannter auf und auch Zacks Eltern melden sich zu Wort und wollen ihren Sohn für ihre eigenen Zwecke einsetzen.

Für alle ergibt sich ein Wettlauf mit Zacks Eltern und dem Unbekannten und sie müssen an mehreren Fronten ihre Fähigkeiten einsetzen.

Einmal mehr gelingt es der Autorin mir eine fesselnde, spannende und gut unterhaltende Geschichte zu erzählen. Die Hauptcharaktere reifen immer mehr zu jungen Erwachsenen die ihren Weg ins Leben und zueinander finden und auch die lieb gewonnenen Nebencharaktere der Vorbände dürfen mehr in den Vordergrund treten. Die Erwachsenen unterstützen die Jugendlichen in guter Form und entwerfen ein Idealbild das sich viele Kinder wünschen würden, wobei es auch Ausnahmen gibt die hoffentlich mir ihren Aktionen in diesem Band aus der Serie herausgeflogen sind.

Neue Protagonisten kommen hinzu und ohne viel zu verraten kann ich sagen, dass sie sehr gut ins Gesamtkonzept passen. Die Dialoge sind unterhaltsam und in Teilen auch anrührend. Der Anteil der Szenen in der Cyberworld sind in diesem Band geringer als in den Vorbänden, das stört mich aber gar nicht, da es auch zum Gesamtkonzept dieses Bandes nicht so gut passen würde. Hier geht es nicht ums spielen sondern eher um die Gefühlswelt der Protagonisten und wie sie ihren Weg finden.

Mein Fazit, ein Band der Cyberworld Reihe der mir sehr gut gefallen hat und der mir etliche Stunden gutes Lesevergnügen geschenkt hat. Mit Cyberworld 7.0 soll die Reihe ihren Abschluss finden, wobei ich die Freunde gerne weiterhin begleiten würde.

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Rezensionen von yellowdog:

Gesellschaftsportrait von Relevanz

Hausbrand von Kamila Shamsie

Kamila Shamsie ist eine britisch-pakistanische Autorin, die ich sehr schätze. Herausstellen möchte ich die gelungenen Romane Verglühte Schatten und broken verses. Und doch hat sie mit Hausbrand jetzt vielleicht ihr bestes und wichtigstes Buch geschrieben. Hausbrand ist geschickt und gut durchkonzipiert geschrieben und besitzt wichtige Themen.

Insbesondere ist es ein London-Roman, die eine Gesellschaft zeigt und ihre Konflikte mit der Akzeptanz der muslimischen Bevölkerung.
Dafür lehnt sich Kamila Shamsie an Antigone von Sophokles an, eine griechische Mythologie. Das muss man aber nicht erkennen, um den Roman zu würdigen. Es ist auch ein beeindruckender Familienroman.
Im Mittelpunkt eine Familie von muslimischen Briten mit pakistanischen Wurzeln: Isma und ihre jüngeren Geschwister, die 19jährigen Zwillinge Aneeka und Parvais. Ihr Vater war Dschihad und starb auf dem Weg nach Guantanamo. Das prägt seine Familie natürlich.
Die Geschichte teilt sich in 5 Abschnitte auf, mit jeweils einem anderen Protagonisten im Mittelpunkt: Isma, Eanmonn, Parvaiz, Aneeka, Karamat.
Durch diese Technik entsteht ein gesellschaftliches Gesamtbild von Relevanz.

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Rezensionen von heinoko:

Ein behutsames Buch

Das Vogelhaus von Eva Meijer

„Das Vogelhaus“ hat es mir angetan. Es ist zwar ein Roman, aber doch kein richtiger. Es ist eine Biographie, aber auch keine richtige. Und es ist ein Vogelkundebuch, aber auch das kein richtiges. Und genau deshalb, weil das Buch vieles ist, sich nicht festlegen lässt, mag ich es sehr. Immer ist es kurzweilig, man liest und liest, man lässt sich von den Geschichten wegtragen, genießt die teilweise so poetisch schöne Sprache, die nicht viele Worte machen muss, um Kopfbilder zu erzeugen, und wenn man das Buch schließt, ist man völlig unbemerkt und ungewollt zum Vogelbeobachter geworden, mit größter Achtung vor der Natur.

Der Autorin ist es gelungen, uns das Leben und Forschen der vergessenen Vogelkundlerin Len Howard (1894-1973) auf eine ganz spezielle, wunderbar kurzweilige Weise näherzubringen. Von Kindesbeinen an hatte Len eine besondere Affinität zur Natur, insbesondere zu Vögeln, aber auch schon sehr früh in ihrem Leben zeigte sich, dass sie sich mehr zur Natur hingezogen fühlte als zu ihren Mitmenschen. Sie lebte als erfolgreiche Geigerin in London, ihre Freizeit jedoch gehörte ausschließlich der Beobachtung und Deutung von Verhalten und Gesang von Vögeln. Der Wunsch, sich ganz diesem Hobby zu widmen, führte schließlich dazu, dass sie sich in ein Cottage weitab von der lauten Großstadt zurückzog und die nächsten 40 Jahre sozusagen in Extremform in Wohngemeinschaft mit Vögeln verbrachte. Über ihre Beobachtungen und Erkenntnisse schrieb sie Bücher und Geschichten. Tragisch zu hören, dass ihr Vermächtnis, ihr Haus dem Sussex Naturalists‘ Trust als Auffangstation zu vermachen, ignoriert wurde, das Cottage teuer verkauft und die Bäume des Gartens abgeholzt wurden.

Die Mischung zwischen fiktiven und überlieferten biographischen Szenen aus dem Leben der Vogelforscherin und eingestreuten Geschichten über Sternchen, einer ganz besonderen Kohlmeise, macht das Geheimnis des Buches aus. Auf ganz unspektakuläre Weise gewinnen wir einen Einblick in das Fühlen und Denken eines Menschen, der völlig aufging in seiner wahren Berufung. Die Autorin konnte auf großartige Weise die Faszination des genauen Hinschauens vermitteln einschließlich der Entbehrungen, die die Besessenheit für eine Sache mit sich bringt. Dass ein Mensch, der auf solch intensive Weise mit scheuen Wesen zusammenlebt, zum menschenfeindlichen Einsiedler wird, lässt Eva Meijer völlig wertfrei im Raum stehen. Den eigenen Weg zu gehen mit allen Konsequenzen als eine Möglichkeit, das Leben zu gestalten, das vermittelt Eva Meijer in wunderbarer Weise, so leise und behutsam, wie es die Annäherung an Vögel erfordert.

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Rezensionen von BarbaraM:

Eine ruhige, elegante und poetische Erzählung

Zärtliche Klagen von Yoko Ogawa

„Zärtliche Klagen“ von der japanischen Autorin Yoko Ogawa ist 2018 im Aufbau Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 270 Seiten. In Japan ist dieses Werk bereits im Jahr 1996 veröffentlicht worden.

Yoko Ogawa beschreibt das Leben der Kalligrafin Ruriko, die aus Tokio vor ihrem untreuen Mann in das Ferienhaus ihrer Eltern flüchtet.

Hier hat sie eine sehr schöne Zeit als Kind verbracht. Anfangs widmet sie sich völlig ihrer Kunst, der Kalligrafie, doch schon bald lernt sie Herrn Nitta kennen. Er wohnt mit seiner Assistentin in einem nahegelegenen Haus und geht dort dem Beruf des Cembalo-Bauers nach. Langsam entspinnt sich eine interessante Dreiecksbeziehung.

Yoko Ogawa schreibt auf ihre ganz besondere Art und Weise: poetisch, sehr ruhig, mit wenig Handlung. Allerdings ist die Erzählung dadurch nicht langweilig. Im Gegenteil, der Leser wird angeregt mitzudenken und mitzufühlen.

Fazit: Nachdem ich mich mit dem Schreibstil angefreundet habe, war es für mich nun eine ganz neue Erfahrung, dieses Buch zu lesen und in die beruhigende und elegante Welt von Ruriko einzutauchen.

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Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:

Psychologisch raffiniert

Das andere Haus von Fleet Rebecca

> Handlung
Caroline und Francis bekommen ein Angebot zum Haustausch. Was als spannende Reise ins Ungewisse beginnt, wird schnell zum psychologischen Nervenkitzel.
Die beiden haben eine schwere Zeit hinter sich und sind gerade dabei, wieder zueinander zu finden. Doch es gibt Situationen, die schienen die Vergangenheit geradezu heraufzubeschwören.

Während Francis seine Tablettensucht hinter sich lässt, wird Caroline durch scheinbar unbedeutende Zwischenfälle immer wieder an ein grausiges Ereignis erinnert. Doch es bleibt nicht bei einer Erinnerung – es scheint, als würde Caroline von ihrer Vergangenheit eingeholt.

> Charaktere
Die Geschichte wird aus der Caroline und Francis erzählt und wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Geschichte in der Vergangenheit baut kontinuierlich Spannung auf und löst sich erst spät auf. Die gegenwärtige Situation zu verstehen fällt am Anfang schwer, macht aber schnell Sinn.
Ansonsten beschränkt sich das Buch auf wenige handelnde Personen, was sehr gut zur Atmosphäre passt.

> Leseerfahrung
Die psychologischen Spielchen dieses Buches haben mich interessiert. Allerdings musste ich das Buch öfters aus der Hand legen, weil ich das Gefühl hatte, wieder etwas „normales“ zu lesen. Die Bezeichnung als „Psychothriller“ finde ich nur bedingt zutreffend – Thriller-Elemente hätten durchaus stärker vertreten sein dürfen.

> Fazit
Ein gut durchdachtes psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, das sich stimmig und logisch auflöst.
Gefehlt hätten noch ein paar Thriller-Szenen, dann wäre das Buch rundum gelungen gewesen.
Die Idee ist durchaus interessant und das Buch lesenswert!

> Eckdaten
Titel: Das andere Haus
Autor: Rebecca Fleet
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-20559-2
Seiten: 352
Preis: 15,00 €

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Rezensionen von Caro2929:

Eine emotionale Achterbahnfahrt

Nicht ein Wort von Brad Parks

Klappentext:


"Es hätte ein normaler Mittwochnachmittag werden sollen. Kurz bevor Bundesrichter Scott Sampson seine Kinder Sam und Emma zum Schwimmen abholen möchte, erreicht ihn die SMS seiner Frau. "Kinder haben heute Arzttermin. Hole sie gleich von der Schule ab." Zwei Stunden später kommt Alison nach Hause.

Ohne die Kinder. Und sie hat keine SMS geschrieben. In diesem Moment klingelt das Telefon. "Ihre Kinder sind in unserer Gewalt." sagt eine Stimme. "Folgen sie unseren Anweisungen." Wie weit wird Scott Sampson gehen, um das Leben seiner Kinder zu retten?"


Meine Meinung:

Dieser Thriller war für mich eine reinste Achterbahnfahrt. Genial. Ich habe sogar am Ende eine Träne verdrücken müssen. Was mir bei einem Thriller gewiss noch nie passiert ist.

Dies wiederum bedeutet, dass in diesem Buch alles, wirklich alles steckt, was ein gutes Buch braucht.

Vor allem möchte ich den Schreibstil loben. Der war wirklich einzigartig. Das faszinierende an diesem Schreibstil ist nämlich, dass der Leser das Gefühl hat, dass Scott die Geschichte wirklich dem Leser erzählt, dass er ihn tatsächlich anspricht. Woraus folgt, dass die Geschichte zum größten Teil aus der Sicht von Scott erzählt wird. Kleine Einschübe über die Entführer aus der dritten Person sind allerdings auch zu finden. Ich muss ganz klar sagen, dass mich der Schreibstil tatsächlich fasziniert hat!

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten. Aber für mich war die Geschichte definitiv nicht vorhersehbar. Ich wurde überrascht, es gab Wendungen, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe und das Ende hat mich tief berührt.

Ich habe Scott "gern" begleitet durch seine persönliche Hölle, es war spannend und aufregend. Das Buch konnte mich mehr als fesseln.

Die Geschichte ist in sich schlüssig und perfekt aufgebaut, der Spannungsbogen wurde stetig erhöht.

Seine Figuren Scott und auch Alice waren glaubwürdig, ihre Gefühle erreichten den Leser.


Fazit:

Ein rasanter Thriller, mit einem einzigartigen sowie faszinierenden Erzählstil.

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Rezensionen von Caro2929:

Zauberhaft, so dass die Seiten nur so verflogen

Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman

Klappentext:


"Als Emilia auf dem New Yorker Flughafen ihre Großtante Poppy trifft, bekommt sie plötzlich Angst vor der eigenen Courage. Seit mehreren Jahren hat sie ihre Großtante nicht gesehen. Warum hat sie bloß deren Einladung zu dieser weiten Reise nach Italien angenommen? Vor ihr steht nun Poppy - eine alten Dame, behängt mit verrücktem Modeschmuck und bunten Tüchern.

Poppy tut so, als wüsste sie allein, was im Leben wichtig ist: etwas riskieren, Erfahrungen sammeln und sich selbst dabei treu bleiben. Das Leben als bunten Strauß an Möglichkeiten genießen – lache laut, singe falsch, liebe innig!
Ist vielleicht etwas dran an dem, was Poppy sagt?
Emilia wagt es: Sie tanzt auf Brücken, umarmt die Sonne und genießt die Magie des Augenblickes. Dabei kann wohl kaum etwas schiefgehen, oder?"


Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich förmlich gefesselt. Ich hatte tatsächlich arge Schwierigkeiten es aus der Hand zu legen. Während ich las, verflogen die Seiten nur so.

Der Schreibstil von Lori Nelson Spielmann ist einfach großartig. Sie schafft es den Leser in ihren Bann zu ziehen, ihren Figuren Leben einzuhauchen und dem Leser eine zauberhafte, gar magische Geschichte zu schenken. Der Leser wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und fiebert geradezu mit den Figuren mit.

Die Charaktere in dieser Geschichte sind mehr als gelungen, so mancher könnte sich von Poppy eine Scheibe abschneiden ;)

Vor allem Poppy ist eine großartige Figur, so eine mutige lebensbejahende Frau. Aber auch Emilia und Lucy sind nicht zu verachten. Ich habe sowohl Emilias (aus ihrer Sicht wird erzählt) als auch Lucys Entwicklung geradezu genossen.

Die Geschichte fügt sich durch einzelne Erzählungen Poppys, wodurch die beiden Mädchen "geführt" werden.

Dieses Buch trägt wirklich einen Zauber in sich ohne kitschig oder realitätsfern zu sein. Recht schnell, wird dem Leser klar, welch ein Geheimnis sich hinter der Familie verbirgt, nichts desto trotz gibt es unerwartete Wendungen und Überraschungen auf ganzer Linie.

Eine tolle Geschichte über das Leben, den Mut sich gegen andere zu behaupten, an sich selbst zu glauben und die Liebe.


Fazit:

Lori Nelson Spielman hat mich ein weiteres Mal mehr als überzeugt. Glasklare Leseempfehlung.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Eine schottische Milieustudie, verpackt in eine absolut spannende Gangster-Story.

Kurzer Abstecher von Irvine Welsh

Jim Francis hat endlich seinen Frieden gefunden. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern führt er ein beschauliches Leben unter der Sonne Kaliforniens. Nichts mehr deutet darauf hin, dass er einst ein berüchtigter Straftäter war. Doch dann wird sein Sohn aus erster Ehe ermordet. Um der Beerdigung beizuwohnen, reist Jim noch einmal in die Stadt, die er nie wieder betreten wollte.

Und auf Edinburghs Straßen flüstern die Leute: Franco Begbie ist zurück ...(Klappentext)

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"Wenn der Zorn ihn übermannt, kann er sein früheres Selbst noch spüren.
Doch in Kalifornien gibt es bei seiner Lebensführung nur wenig,
was ihn so in Rage zu bringen vermag, dass er diesen Punkt erreicht.
Allerdings liegt zwischen ihm und Kalifornien augenblicklich ein ganzer Ozean."
(S. 113)

Wer "Trainspotting" kennt, kennt auch Begbie, wer "Trainspotting" nicht kennt, wird ihn kennenlernen. Diesen Roman kann man also ohne weiteres ohne Vorkenntnisse lesen.

Begbie, bzw. Jim Francis, hat sich vom Gangsterleben völlig zurückgezogen und hat sich im sonnigen Kalifornien ein normales Leben aufgebaut - eine hübsche Frau, zwei entzückende Töchter, Haus am Meer und er ist nun ein gefragter Künstler. Doch einmal Gangster, immer Gangster?
Das man ihm nicht blöd zu kommen braucht und er mit allen Wassern gewaschen ist, wird schon auf den ersten Seiten klar. Wenn es dabei auch noch um seine Familie geht, kennt er nichts und fährt schon mal schärfere Geschütze auf. Als er erfährt, dass sein Sohn tot ist und er dazu erstmal nichts näheres erfährt, ist für ihn klar, dass er wieder in das verhasste Edinburgh zurück muss. Er will nicht nur die Beerdigung besuchen, sondern erfahren was genau vorgefallen ist.
Er bemüht sich nicht in alte Gangstergewohnheiten zu verfallen und die Kontrolle über seine Aggressionen und Emotionen zu behalten, versucht sich wirklich dort in nichts hineinziehen zu lassen. Doch kaum in Edinburgh scheint sich diese dunkle Atmosphäre wieder in ihm einzunisten und er wird immer mehr zu dem Mann, der er früher war - zu Begbie.
Und wir, die Begbie kennen, wissen was das bedeutet, denn - einmal Gangster, immer Gangster...oder?

Welsh hat eine ganz eigene Dialogführung, was anfangs eventuell etwas gewöhnungsbedürftig sein mag, an die man sich jedoch sehr rasch gewöhnt.

"-Ich habe doch was angestellt, gesteht er und beobachtet, wie ihre Gesichtszüge entgleiten.
-Nicht mit den beiden Kerlen. Aber mit ihrem Auto."
(S. 16)

Diesem Stil ist er treu geblieben, ansonsten merkt man, dass "Kurzer Abstecher" ein späteres Werk von Welsh ist. Dieser Roman ist zwar durchaus mit blutigen und gewalttätigen Szenen gespickt und auch die vulgäre und derbe Sprache, welche das Milieu der Edinburgher Gangsterszene hervorragend einfängt, ist vorhanden, trotzdem ist es einer der ruhigeren und vor allem tiefsinnigeren Romane von Welsh.

Das große Thema hier ist, ob man immer das bleibt was man ist und was die Umgebung aus einem gemacht hat, oder ob man sich grundlegend ändern und zu einem völlig anderen Menschen werden kann. Kann man die Einflüsse, welche einem als Kind prägten und einem zu dem gemacht hat was man ist völlig vergessen und verdrängen, oder...einmal Gangster, immer Gangster?
Die Story wird zwischendurch immer wieder durch Rückblenden in die Kindheit von Begbie unterbrochen. So erfährt man wie er zu dem Menschen wurde, der er jetzt ist. Im Grunde konnte aus ihm überhaupt nichts anderes als ein Gangster werden. Schon früh lernte er die Sprache der Straße und der Gewalt kennen, waren doch alle männlichen Familienmitglieder der Begbies schottische Kleinmafiosi.
Dadurch erhält man Einblick auf die prägenden Einflüsse Begbies, seine oft falschen Entscheidungen und auch in seinen Charakter. Dadurch erhält diese Thematik ungewöhnlich Tiefe.

Nur wenige Autoren schaffen es Tiefsinnigkeit in einen fesselnden Roman voll derber Sprüche und blutiger Gewalt zu packen, doch Irvine Welsh ist einer von ihnen. Ein Grund, weshalb er zu einem meiner Lieblingsautoren gehört.

"Die meisten von ihnen haben eine gewisse Ahnung davon, dass die klügsten Menschen diejenigen sind,
die sich selbst als ewige Schüler begreifen,
die niemals damit aufhören zu lernen und sich angesichts der ständig wechselnden Möglichkeiten und Bedrohungen des Lebens immer wieder neu ausrichten."
(S. 101)

Fazit:
Steht Irvine Welsh drauf, ist Irvine Welsh drin und somit war ich auch von diesem Roman restlos begeistert, wenn er auch etwas "ruhiger" ist als "Trainspotting", "Porno" und vor allem als "Drecksau".
Für all diejenigen, welche mal etwas neues bezüglich Genre probieren wollen und vor Gewalt und derben Sprüchen nicht zurückschrecken, kann ich Irvine Welsh sehr empfehlen.

© Pink Anemone

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