Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
am Mondsee
Unter der Drachenwand von Arno Geiger
Arno Geiger hat viel Aufmerksamkeit für sein Werk erhalten. Es war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Sicher zu recht, auch wenn das mächtige Werk in seiner Detailliertheit Geduld vom Leser erfordert.
Der mittelschwer verletzte Soldat Veit Kolbe verbringt seine Konvalenzzeit am Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Bergdorf am Mondsee in Österreich.
Dort ist auch die Drachenwand, eine hohe Felswand. Eine Umgebung, die ihren Teil zur Atmosphäre des Buches beiträgt.
Kolbes Eindrücke vermitteln ein Bild dieser Zeit, 1944, die wirklich keine einfache war. Die Kriegszeit verletzte die Menschen manchmal körperlich, oft aber auch emotional. Haltlosigkeit und Zerrissenheit sind die Folge.
Arno Geiger hat sich durch Briefe aus dieser Zeit zu dem Roman inspirieren lassen und ihm gelingt eine Sprache, die glaubwürdig ist.
Neben Veit Kolbes Erzählperspektive sind weitere Figuren wichtig, die briefartig erzählen. Lange Briefe sind auch in das Buch integriert.
Im Vordergrund ist der Alltag, Kriegspassagen gibt es nur wenige.
Ein Buch, dass man nicht so schnell vergisst.
Rezensionen von rewareni:
Pepe auf der Suche nach der Wahrheit
Unter der Drachenwand von Arno Geiger
Feldjäger Pepe S. Fuchs hat wieder einmal alle Hände voll zu tun um sich und seine Freunde aus gefährlichen Situationen zu retten. Doch bei seinem Freund dem Panzerkommandant Roger Deutschmann kommt er leider zu spät. Eine Bome explodiert auf dem Eisenacher Marktplatz und die ermittelnde Kommissarin Beate Jäger glaubt immer mehr daran, dass Deutschmann ein Selbstmordattentäter war.
Denn woher hatte er so viel Geld? Stammt es aus dem Überfall eines Geldtransporters, wo die Zeugen einen Panzer dabei gesehen haben? Pepe beginnt natürlich ebenfalls nach zu forschen und stößt dabei immer wieder auf die Mitglieder der ,, Nachtwölfe´´, die Schuld daran sind, dass seine Cousine Bibi im Koma liegt. Immer wieder führen die Spuren auch zu den Panzersoldaten, die sogar mit Beates Vater Helmut auf der Suche nach einem verborgenen ,, Schatz´´ aus der Nazizeit waren. Immer verwirrender werden die Hinweise und Spuren die Beate und Pepe finden und dass es noch mehrere Tote und Verletzte gibt, bis sie der Wahrheit näher kommen, daran sind die beiden schon gewöhnt.
Pepe S. Fuchs – Panzerjäger,ist bereits der 3. Teil aus der Feder des Autors Steffen Schulze. So wie die vorherigen Bände bekommt man auch hier wieder Spannung, ein wenig Humor und geschickt zusammen geführte mehrere Handlungsstränge.
Jeder Teil kann für sich alleine gelesen werden, aber ich empfehle trotzdem alle zu kennen, da immer wieder persönliche Geschichten seiner Freunde und Familie weitergeführt werden und man dadurch die folgenden Zusammenhänge besser versteht.
Pepe ist ein eher untypischer Held. Er ist nicht sehr groß, zerschrottet jedes Mal sein Motorrad und seine ,, amürösen´´ Frauengeschichten verlaufen auch nicht immer zu seinem Vorteil. Aber er ist ein Mann, der sein Herz am rechten Fleck hat und eines ganz und gar nicht mag- Ungerechtigkeit. Der Autor lässt dabei seinen Protagonisten nicht immer zimperlich handeln und so wird man immer wieder mit brutalen Kampfszenen konfrontiert. Mir gefällt jedesmal wie Steffen Schulze verschiedene Handlungen, die zu Beginn scheinbar nichts mit einander zu tun haben, immer mehr zusammen fügt, bis es zum Schluss ein stimmiges Bild abgibt. Hier wechselt der Leser z. B zwischen Afghanistan, wo der Waisenjunge Ajmal mit seiner Schwester Friba in gefährliche Situationen geraten, zurück nach Deutschland, wo die Nachtwölfe, eine brutale Motorradbande, wieder eine wichtige Rolle spielen.
Der Autor schreibt sehr spannend und gegen Ende hin wechseln die Szenen sehr schnell ab. Die Mischung zwischen humorvollen und bildhaften Handlungen, sowie tragischen Menschenschicksalen machen den Roman zu einem richtigen Lesevergnügen.
Ich mag die Reihe rund um Pepe S. Fuchs und freue mich schon, ihn hoffentlich, bald wieder bei seinen Abenteuern begleiten zu dürfen.
Rezensionen von manu63:
Liebevoll
Unter der Drachenwand von Arno Geiger
Kleines Hundeherz sucht großes Glück ist ein Liebesroman der Autorin Petra Schier. In gewohnt gekonnter Manier erzählt die Autorin die Liebesgeschichte zwischen Lidia und Noah bei der ein kleiner Hund namens Amor und Santa Claus mit seinen Elfen kräftig mitmischen.
Der Schreibstil ist locker und flüssig lesbar, die Charaktere liebevoll gezeichnet und die Dialoge regen zum schmunzeln an.
Wobei auch die Dramatik in Gestalt eines düsteren Gesellen nicht zu kurz kommt. Kurzum eine gute Mischung aus Liebe, Romantik, Drama und Familie angelegt in der Weihnachtszeit und untermalt durch kleine Sequenzen in denen Santa Claus und seine Elfen sowie die Rentiere zu Wort kommen.
Wer sich auf eine leichte Liebesgeschichte einlassen möchte, dem wird das Buch sicherlich gefallen, wer nur Realität in einer Geschichte haben will, wird Santa und Co nicht gefallen. Ich selber fand die Geschichte gut und stimmig und habe mich über Amor, Santa und Co. gefreut. Die verschiedenen Erzählperspektiven lassen auch Amor zu Wort kommen und diese Perspektive gefällt mir bei den Romanen der Autorin immer wieder gut.
Rezensionen von heinoko:
Kreative Käferwelt
Der kleine Käfer Skarabäus von Holzwarth Werner
Vorneweg: Das Bilderbuch riecht äußerst intensiv, es riecht wie frisch gestrichen – nach grüner Farbe. Und das gesamte Buch ist in der Tat grünlastig. Ocker, Braun, etliche Schattierungen Grün und ein wenig Rosa – mehr Farben gibt es nicht. Ist nicht auch die Welt eines Mistkäfers ein klein wenig bunter? Gefällt dies den Kindern? Nun, der Illustratorin Sabine Kranz ist es in jedem Fall auf perfekte Weise gelungen, eine große Bandbreite an Gefühlen in der Welt der Käfer zu entdecken und „in Szene“ zu setzen.
Damit macht sie die grüne Käferwelt vielfarbig in einem tieferen Sinn.
In der Welt der Pillendreher geht es recht gleichförmig zu. Wie Fabrikarbeiter am Fließband drehen die Käfer Kugeln und Kugeln und Kugeln. Die Gleichförmigkeit dieser Arbeit springt den Betrachter direkt an, aber auch die Kunstfertigkeit, die durch permanente Übung entsteht, wird im Bild lebendig, und eine gewisse Zufriedenheit, wenn das Werk geschafft und gelungen ist. Skarabäus jedoch bricht eines Tages aus der Monotonie aus und will Würfel drehen, trotz aller durchaus vernünftigen Einwände der anderen Käfer. Und tatsächlich schafft er es, es entstehen verschiedene Würfel, sogar Herzchen gelingen ihm. Auf einmal haben seine Käferkollegen viele Ideen, Würstchen kann Skarabäus drehen oder Igel und alle haben einen Riesenspaß daran, die verrücktesten Ideen in die Tat umzusetzen. Sabine Kranz zeigt die Wandlung in den Gesichtern der Pillendreher, von gelangweilter Gleichförmigkeit hin zu begeisternder mitreißender Kreativität. Bis einer der Käfer die Idee hat, dass man einen Fußball drehen und damit spielen könnte – und plötzlich hat auch Skarabäus wieder Spaß am (Fußball-)Kugeldrehen….
Eine schöne Botschaft hat uns der Autor in seiner grünen Welt hinterlassen: Hab Mut, etwas anders zu machen als die anderen. Lass deiner Kreativität freien Lauf. Und hab Freude an allem, was du tust!
Und vielleicht sollten wir mal mit unseren Kindern die Käferwelt näher betrachten? Über den Pillendreher gibt es viel Wissenswertes zu erfahren. Warum rollt er Kugeln? Und warum war er im alten Ägypten heilig? Oder wir könnten gemeinsam mit den Kindern ausprobieren, eine rundum runde Kugel zu formen, um dabei zu erfahren, wie schwierig das ist.
Wir können aber auch einfach nur Freude an dem schönen Bilderbuch haben, es vorlesen, uns an den Illustrationen erfreuen, eben Freude haben, einfach so.
Rezensionen von Gudrun7:
hervorragend umgesetzter Humor, der mich oft zum lauthals-Lachen-mit-Taschentuch-für-Lachtränen-Bedarf gebracht hat
Ich hab's auch nicht immer leicht mit mir von Anne Vogd
Das Cover hat mich ja schier "angesprungen". Da war zuerst die Hintergrundfarbe, die ja sehr dominant ist und dann die witzige Abbildung mit den guten Details der Autorin. Außerdem hat der Titel echt ne Magnetwirkung auf mich. Für dieses Buch hätte das "schreiende" Cover nicht besser gewählt werden können.
Da passte einfach alles.
Der Schreibstil von Anne Vogd ist so, wie man sich eben eine Kabarettistin vorstellt. Es wirkt laut und übertrieben. Das hört sich jetzt vielleicht etwas negativ an, aber, so meine ich das in dem Fall garnicht, denn wenn eine Anekdote und der Witz gut rüberkommen soll, braucht es oft mal eine gewisse Übertreibung und "Lautstärke". Die hat die Autorin genau richtig getroffen.
Ich konnte das Buch, das ja in unterschiedliche Themenbereiche eingeteilt ist, super flüssig lesen und bei den meisten Themen musste ich so lauthals lachen, dass ich zudem auch noch Taschentücher für die Lachtränen benötigt habe. Klar, gab es auch Kapitel, bei denen ich nicht so lachen konnte und die ich halt so zwischendurch gelesen habe, aber, das liegt bei solcher Art von Humor sicherlich daran, welche Themen für den Leser generell ansprechender oder eben weniger ansprechend sind.
Ich finde den Humor und die Herangehensweise klasse und habe mich super unterhalten gefühlt. Ach ja, man kann da schon die ein oder andere Sache sehr gut aus dem eigenen Erfahrungsschatz gut nachvollziehen.....; D
Obwohl das Buch ja gleich auf den ersten Blick sicherlich eher für Frauen gedacht sein wird, kann ich mir vorstellen, dass sich auch Männer gut damit amüsieren können.
Mein Fazit: hervorragend umgesetzter Humor, der mich oft zum lauthals-Lachen-mit-Taschentuch-für-Lachtränen-Bedarf gebracht hat
Rezensionen von Sandra8811:
Atemberaubendes Buch mit viel Gefühl!
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich fand die Leseprobe und das Cover einfach großartig! Der Klappentext allein lud ja schon zum Träumen ein!
Cover:
Das Cover wirkt sehr verspielt und ist durch den Gelb-Blau-Farbwahl sehr auffällig. Es passt sehr gut zu den anderen Büchern von Lori Nelson Spielman.
Da ich ein Tierliebhaber bin, gefällt mir das Cover natürlich noch besser, da die abgebildeten Vögel echt süß sind.
Inhalt:
Emilia ist relativ zufrieden mit ihrem Leben: Sie arbeitet im Laden ihrer Großmutter, wohnt im Familienhaus in New York und sie ist glücklich ohne Mann. Eines Tages wird sie von ihrer Großtante Poppy gebeten, mit ihr nach Italien zu fliegen, da diese verspricht, den Familienfluch, nämlich dass alle zweitgeborenen Frauen der Familie unverheiratet bleiben, zu brechen. Em lässt sich auf dieses Abenteuer ein, ist das ein Fehler?
Handlung und Thematik:
Ein großartiges Buch über das Träumen und Träume verwirklichen! Lori Nelson Spielman ist es gelungen darzustellen, dass es sich lohnt, Risiken einzugehen und etwas zu wagen. Die Handlung riss mich ab der ersten Seite total mit, da die Italien-Atmosphäre sogar in New York spürbar war! Das Ende regte (positiv) zum Nachdenken an.
Charaktere:
Em gewann in diesem Buch sehr an Stärke. Ihr Hang zur Unauffälligkeit und ihre Ruhe machten sie gleich zu Beginn sehr sympathisch. Lucy konnte ich anfangs gar nicht leiden, man gewöhnt sich jedoch an sie.
Meine absolute Heldin in diesem Buch: Poppy! Warum? Lest es selber nach!
Schreibstil:
Lori Nelson Spielmans Schreibstil ist mitreißend, fesselnd, emotional und absolut überzeugend! Ich konnte das Buch so gut wie nicht weglegen. Das Buch lies sich durch den einfachen Schreibstil schnell lesen. Die enthaltenen italienischen Begriffe erzeugten eine geniale Italien-Atomsphäre. Die Autorin beschrieb die Gegenden wirklich wundervoll, sodass man das Gefühl hatte, mittendrin zu sein. Ich liebe ihren Schreibstil!
Persönliche Gesamtbewertung:
Absolutes Pflichtbuch! Der Schreibstil ist genial, die bildlichen Beschreibungen großartig, die Charaktere vielseitig und durchdacht aufgebaut und vor allem die Handlung mitreißend!
Rezensionen von Harakiri:
bisschen schwierig
Stern des Nordens von John D.B.
Ein etwas anderer Schauplatz in einem Thriller! Allerdings macht es das Lesen auch etwas anstrengend, man braucht Vorkenntnisse.
Korea, 2010. Die strenge Trennung zwischen Nord- und Südkorea birgt jede Menge Konflikte. Herrscher Kim-Jong-Il unterdrückt die Bevölkerung und will mit seinen Raketentests die USA in die Knie zwingen.
Jenny, deren Schwester vor einigen Jahren verschwunden ist, lässt sich vom CIA rekrutieren, um diese Situation zu entschärfen. Ihre Recherchen zeigen ihr ein geheimes Lager. Wird sie ihre Schwester hier finden?
Spannend geschrieben, es dauert aber schon eine Zeit, bis die Handlung Fahrt aufnimmt und auch gegen Ende fand ich das Ganze etwas langgezogen. Der Autor war selbst vor Ort, was man dem Thriller auch anmerkt. Sehr gut recherchiert. Besonders gelungen fand ich die Schilderungen der armen Bevölkerung und somit die Geschichte von Bäuerin Moon. Auch die Zwangsentführungen fand ich sehr interessant.
Ein wenig holprig waren für mich – aber das liegt an mir – immer die politischen Verwicklungen und die internen Strukturen des CIA. Die Story konnte mich größtenteils fesseln und war mit dem Schauplatz Korea einmal erfrischend anders.
Das Ende war ein wenig unglaubwürdig. So schnell erholt man sich doch normalerweise nicht von einem schlimmen Erlebnis. Im Anhang finden sich weitere Infos zu Korea und den Zwangsentführungen von jungen Frauen und Männern. Mit diesem Wissen reflektiert man das Buch dann noch auf eine ganz andere Art und Weise.
Rezensionen von MelE:
Amo questo romanzo
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
" Heute schon für morgen träumen" ist ein weiterer Roman, der Autorin Lori Nelson Spielman, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich mag die erschaffene Atmosphäre, die mitten in das Herz geht und mich hier und auch sehr berühren konnte. Ich empfand manches Verhalten als so unbegreiflich und beschämend, sodass mir die Betroffenen immer mehr sympathisch werden konnten.
Es ist sogleich Fluch, als auch Liebesgeschichte, die über Jahrzehnte andauert. Letztendlich ist es aber auch eine Reise in die Vergangenheit, die für Emilia und Lucy, die Tante Poppy begleiten einen Neuanfang beinhaltet, denn als ewig unverheiratete Zweitgeborene, so sagt der Fluch der Familie, bleibt ihnen das Glück einer Beziehung oder Familie vorenthalten. Es gibt Familienmitglieder, die alles daran setzen, dass sich dieser Fluch bewahrheitet, bis zu dem Zeitpunkt als Emilia und Lucy sich daraus befreien wollen. Es ist also auch ein Roman der Hoffnung, der aus vielen geschriebenen Seiten dem Leser direkt entgegen springen will. Auch wenn die eigene Familie dich als Mensch nicht wertschätzt, ist es umso nötiger auszubrechen und eine Reise nach Italien anzutreten, auch wenn es vorerst komplett verrückt erscheint. Emilia, die sich bisher versteckt gehalten hat und sich immerzu dem Willen ihrer italienischen Großmutter gebeugt hat, bricht endlich aus und geht ihre eigenen Wege. Mit dabei ihre wunderbar gezeichnete Tante Poppy, die ich durch all ihre Lebensweisheiten sofort mochte. Poppy ist es, die diese reise antritt mit dem Ziel den Fluch der Zweitgeborenen zu brechen. Das letzte Drittel des Romans erwärmte mein Herz, denn auch wenn ich an die wahre Liebe glaube, ist es immer wieder ein Erlebnis darüber zu lesen und mich auch emotional darauf einzulassen.
"Wenn wir hoffen, die Liebe eines Menschen zu gewinnen, ignorieren wir die Botschaft unseres Herzens." - immer wieder im Roman als Zitat angeführt
“Das ist ein ursprüngliches Gefühl. Wenn wir auf die Welt kommen, wissen wir instinktiv, was Mutterliebe ist. Wenn sie fehlt, spüren wir eine Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann.“ Zitat S. 200
Natürlich ist in " Heute schon für morgen träumen" auch sehr viel Kitsch und Übertreibungen zu finden, was ich aber nicht als störend empfunden habe, sondern als äußerst passend für den Lesemoment. Für mich ein absolutes Wohlfühlbuch mit einigen Ecken und Kanten, aber doch einer gewissen Schönheit, der ich mich nicht entziehen konnte. Sehr gerne eine Leseempfehlung, denn die Weisheit Poppys gibt dem Roman eine gewisse Emotionalität, die ich sehr genossen habe. Für mich ist sie letztendlich eine 80 Jährige Heldin, die an die wahre Liebe glauben konnte und daran festgehalten hat. Absolut gelungen dargestellt und für mich äußerst überzeugend. Emilia und Lucy wirken dadurch ein klein wenig blass, während Nonna Rosa sich als schlimmerer Drachen entpuppt. als zunächst angenommen. Es zeigt sich, dass Lebenslügen Menschen verändern und nicht immer das wahre echte Glück verheißen, also wieder etwas gelernt, was ich eigentlich schon vorher wusste und mich in meinen Vermutungen über diverse Familiendramen bestätigt sah.
Rezensionen von zenzi:
Hitze feuer Tod
Brennende Cevennen von Anne Chaplet
Das Cover von " Brennende Cevennen" gefällt mir gut. Besonders fein fand ich die beiden Übersichtskarten, sodass ich mich gleich orientieren konnte, wo genau der Roman spielt. Die genauere Karte hätte aber doch noch etwas vergrößert werden können, um wirklich alle Plätze zu finden.
Ausführlich, genau wurde auch die Landschaft, die Geschichte, das Französische geschildert, sodass die Handlung etwas verwässert wurde, träge vorankam und die Spannung nicht sehr hoch war. Ich habe ein paar Mal unterbrochen und etwas anderes dazwischen gelesen, weil mich dieses Buch nicht sehr interessiert hat. Erst ab der Hälfte etwa hat mich die Handlung gepackt und dann las ich es in einem Rutsch fertig.
Die Personen haben mir gut gefallen, verschiedene originelle Typen und eine Dorfgemeinschaft, die zusammenhält und das Beste für ihre Region will. Leider kenne ich den ersten Teil nicht, eigentlich unnötig die Erinnerungen an diese Geschichte immer wiederzuholen.
Die Liebesgeschichten wurden nett beschrieben, die Mordfälle waren sehr drastisch und tragisch.
Den meisten Platz im Roman hatte der Hund July, der ja überall dabei war, sogar im Krankenhaus und natürlich als Retter in der Not!
Rezensionen von Pink Anemone:
Eine Mischung aus grausamer Kriegsgeschichte, Zombieapokalypse und Lovecraft-Stil.
DIE WIEDERERWECKTEN DES HERBERT WEST von Tim Curran
In H.P. Lovecrafts Kurzgeschichte »Reanimator – Der Wiedererwecker« lernen wir Herbert West kennen – einen ebenso genialen wie irregeleiteten Forscher, der davon überzeugt ist, dass der menschliche Körper nichts weiter als eine organische Maschine sei, die man selbst nach dem Tod wieder »neu starten« könne.
Als Sanitäter begibt sich West unter anderem an die Flandern-Front des Ersten Weltkrieges, denn dort gibt es genug menschliches Material für seine Experimente … Tim Currans Hommage »Die Wiedererweckten des Herbert West« lässt uns tiefer in dieses dunkle Kapitel eintauchen. Wir erfahren von geheimen Laboren, Legionen wandelnder Toter und grausamen Experimenten, einer Monstrosität, die sich von den Toten ernährt, und einem unvorstellbaren Wesen jenseits von Leben und Tod, welches sich im Schutze der Nacht auf die Suche nach seinem wahnsinnigen Schöpfer begibt...(Klappentext)
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"Obwohl er ein außerordentlicher, ja nahezu übernatürlich begabter Chirurg war,
ein biomedizinischer Fachmann und ein Wunderkind der Wissenschaft,
galt Wests Besessenheit von jeher nicht den Lebenden, sondern den Toten:
der Wiederherstellung von abgestorbenem Gewebe, genauer gesagt der Reanimation menschlicher Gebeine."
(S. 9)
Zombieapokalypse m al anders, denn hier ist kein Virus der Grund, weshalb sich die Toten erheben und geifernd durch die Gegend torkeln, sondern die wahnsinnigen Experimente eines Doktors. Sein Name - Herbert West.
Liebhaber von H.P. Lovecraft-Romanen hatten mit ihm eventuell schon durch die Novelle "Reanimator - Der Wiedererwecker" das Vergnügen. Tim Curran spinnt die Sache weiter, bzw. lässt er sie wieder auferstehen - wie Herbert West die Toten.
Wir schreiben das Jahr 1815 und der Erste Weltkrieg ist im vollem Gange. Mit Creel, einem amerikanischen Journalisten und Kriegsberichterstatter begeben wir uns nach Flandern. Er hat sich dem 12. Bataillon der Briten angeschlossen, um hautnah über den Krieg zu berichten.
Durch ihn gelangen wir auf die blutigen Schlachtfelder und lernen wahre Grausamkeit kennen - zerfetzte und verstümmelte Leichen egal wohin das Auge reicht, Giftgasangriffe und deren Auswirkungen und Ratten, die selbst vor den Lebenden nicht Halt machen. Immer mehr wird er in den Strudel des Krieges und der einhergehenden Grausamkeiten und Schrecken hinab gerissen und doch ist dies nicht mal annähernd das Erschreckendste, denn - die Toten erheben sich.
Man liest hauptsächlich aus Creels Sicht, jedoch wird diese vereinzelt durch Gedanken eines Kriegsarztes unterbrochen, der lange unbekannt und ohne Namen bleibt. Dieser arbeitet, mehr oder weniger freiwillig, mit Dr. West zusammen. Man erhält dadurch Einblick in das provisorische Kriegslabor des Doktors und dort geschieht Unaussprechliches. Er züchtet in Frankenstein-Manier Wesen aus Leichenteilen und in einem riesigen Bottich scheint das Böse selbst vor sich hinzuköcheln.
Lange Zeit hat man eher das Gefühl ein Kriegstagebuch zu lesen, da der Autor sich hauptsächlich auf die Grausamkeiten des Krieges konzentriert. Dies jedoch in sehr atmosphärischer und eindringlicher Weise.
Er lässt Bilder im Kopf entstehen, die einem an den Schrecken des Ersten Weltkrieges teilhaben lassen und man spürt regelrecht wie sich das Kriegstrauma in den Soldaten entwickelt und sie verändert und hört die Granaten neben sich einschlagen. Die Atmosphäre wurde also hervorragend eingefangen, ist durchgehend düster und wird zunehmend unheimlicher.
Auch bezüglich des Schreibstils bin ich begeistert. Dieser ist flüssig und äußerst bildhaft, trägt aber auch durchaus lyrische Züge, welche man sich nur zu gerne voller Genuß auf der Zunge zergehen lässt.
"Dann kehrte Stille über der gesamten Ödnis ein - erwartungsvolle Stille;
unförmige Schemen schwebten suchend umher, wisperten einsam und keuchten gepresst wie von Erde beschwert.
Hier nämlich herrschte ewige Geisterstunde,
und das grinsende Klüngel der Grabschatten zog wie der Wind im Oktober durch einen düsteren Kirchhof,
ihr Atem ein Seufzen wie aus verregneten Grüften."
(S 106)
Trotz dieser vielen positiven Aspekte, wartete ich doch voller Ungeduld, dass endlich mal etwas passiert und damit meine ich keinen Bombenhagel oder andere Schrecken des Krieges. Ich wartete auf die Zombies, die Monster, die Wiedererweckten. Diesbezüglich muss man sich bis zur Mitte des Buches nämlich gedulden.
Bis dahin gibt es nur lose Andeutungen, ein Verdacht, dass dort draußen auf dem Schlachtfeld etwas lauert und eben die wenigen Einblicke in die Sicht des unbekannten Arztes.
Ab der Mitte des Buches nimmt dann der Horror Einzug - langsam und bedächtig, sich mit jeder lesenden Seite steigernd, um schließlich mit einer Flut an missgestalteten Toten zu enden.
"Jetzt bemerkte er es, hörte sie ganz deutlich: Essgeräusche.
Zähne, die in Fleisch bissen und über Knochen schabten;
zu laut für Ratten. Das es Hunde waren, glaubte er nicht.
Fremde Wesen dort draußen, die Nahrung gefunden hatten,
Völlerei betrieben, unsäglichen Hunger stillten."
(S. 81)
Das Ende selbst mag für manche unbefriedigend erscheinen, ist es doch ein typisches Lovecraft-Ende. Es handelt sich also um ein mehr oder weniger offenes, unklares Ende, welches gewisse Zweifel bezüglich der wahren Gründe hinterlässt, sowie ein Gefühl, dass der Horror und Grusel noch nicht ausgestanden ist.
Fazit:
Mich konnte der Autor vor allem durch seinen atmosphärischen und äußerst plastischen Schreibstil von sich überzeugen, welcher trotz der Thematik vereinzelt lyrische Züge enthält. Hier hält man sozusagen einen modernisierten Lovecraft in den Händen.
Auch wenn es mir etwas zu lange dauerte bis die Wiedererweckten auftauchten, so bin ich, als Lovecraft-Fan, von dieser Story begeistert.
Das war definitiv nicht mein letzter Curran.
© Pink Anemone (








