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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Romreise 1818 mit Hindernissen und Verwechslungen

Römisches Fieber von Schnalke Christian

Franz Wercker flieht 1818 aus Bayern Richtung Süden. Er will nach einer schrecklichen Kindheit seinen Lebenstraum wahr machen und nach Rom wandern.
Am Gardasee verzweifelt er, ohne Geld, ohne Aussicht, sein Vorhaben zu vollenden. Er ist naha dran, Selbstmord zu begehen. Da lernt er einen jungen Dichter mit einem königlichen Stipendium für einen Romaufenthalt kennen.

Dieser betrinkt sich und fällt in den See. Franz springt nach und will ihn retten. Doch der Ertrinkende wehrt sich so heftig, dass Franz die Rettung nicht gelingt. Kurz entschlossen sieht er in diesem fatalen Unfall seine Chance, die Rolle des Dichters einzunehmen, noch dazu, wo es sein Traum ist, selbst Dichter zu werden.
In Rom angekommen wird nFranz unter dem Namen Cornelius wohlwollend von der deutschen Künstlergemeinde aufgenommen und glaubt sich sicher, als sich die Schwester des Verstorbenen ankündigt. Die junge Dame spielt das Spiel mit, zu ihrem eigenen Vorteil. Doch sie setzt Franz so stark unter Druck, dass er es als kleinesres Übel empfindet, mit der Wahrheit ihren Intrigen zu entkommen und somit eine harte Strafe zu riskieren.
Eine spannende Geschichte, gespickt mit historischen Persönlichkeiten, wie Caroline von Humboldt, dem Kronprinz Ludwig von Bayern, und vielen anderen, deren Namen und Charaktere der Geschichte zuliebe verfremdet wurden.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Liebe ist nicht immer nur Mist

Die Liebe trägt Giraffenpulli von Susan Mallery

Das werden im Laufe der Geschichte auch Carol und ihre Schwester Violet erleben.

Carol Lund lebt mir einigen Gazellen und der Giraffe Millie im Happily-Inc-Wildtierreservat am Rande der kalifornischen Wüste. Zu ihren sehr künstlerisch veranlagten Nachbarn Mathias Mitchell zieht sie mehr hin als nur Freundschaft.

Aber dass aus dieser Freundschaft mehr werden könnte, das kann sich Carol, die unter starken Komplexen leidet, sich nicht vorstellen.

Fast so geht es ihrer Schwester Violet, die plötzlich dem Mann gegenübersteht, mit dem sie vor vielen Jahren einmal getanzt hat und der ihr seit dem nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: Ulrich Sherwood, Duke of Somerbrooke, dessen Familienstammsitz Battenberg Park in England liegt.

Werden diese beiden Frauen in diesen Männern ihre Liebe finden? Und wie verläuft ihr Weg dorthin?


Dies ist mein erstes Buch, das ich von Susan Mallery gelesen habe. Mich hat einfach das süße Cover angezogen. Ich liebe Giraffen! Und die kommen ja auch immer wieder hier im Buch vor.

Der leichte, flüssige Schreib- und Erzählstil haben mir den Einstieg in die Geschichte recht leicht gemacht. Es hat mich auch nicht gestört, dass ich die Personen, die schon in anderen Büchern ihren Auftritt hatten, erst hier kennengelernt habe. Sie kommen alle sehr sympathisch rüber – bis auf den Vater von Mathias – sind alle gut vorstellbar beschrieben.
Allen voran Carol Lund, die in einem kleinen Bungalow am Rand einer kalifornischen Wüste lebt. Mit ihrer eigenständigen, ungekünstelten Art ist sie ganz sie selbst. Genau so wie ihre Schwester Violet, die einen kleinen Laden mit Knöpfen betreibt. Beide habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Genau so wie die beiden Männer, die die Herzen der Mädels erobern wollen. Aber auch die Brüder von Mathias und die Freundinnen der Schwestern machen einen sehr netten, menschlichen Eindruck.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich das kleine Beaglemädchen Sophie, die eine Zeit lang bei Mathias zur Pflege weilt.

Auch im Wildtierreservat habe ich mich gleich heimisch gefühlt. Mit Millie morgens eine Runde spazieren zu gehen, fände ich auch toll. Naja, das Häufchen wegräumen wäre dagegen nicht so mein Fall.

Susan Mallery legt mit „Die Liebe trägt Giraffenpulli“ eine leichte Liebe-mit-Hindernissen-Geschichte vor, die ich in einem Rutsch durchgelesen hatte. Dadurch, dass bei den beiden Paaren nicht immer alles glatt läuft, bzw. die Anfangsschwierigkeiten überwunden werden müssen, und ich auch einen Einblick in die Familie Mitchell bekomme, gibt es auch hier einen weichen Spannungsbogen, bei dem ich einfach immer weiter lesen muss.

Eine leichte Lektüre, gute Unterhaltung garantiert – was will man zum Sommerausklang mehr.

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Rezensionen von Janine2610:

Schräge Figuren in einer symbolträchtigen Geschichte

Mister Aufziehvogel von Haruki Murakami

»Mister Aufziehvogel« habe ich mit einer Bloggerkollegin in einer Leserunde gemeinsam gelesen. Für mich war es das erste (und bestimmt nicht das letzte!!) Buch von Haruki Muramaki. Schon während des Lesens habe ich mir zwei weitere Bücher des Autors zugelegt.

Ich bin gut im Buch gelandet. Unser Protagonist Toru ist ein Mann, der seinen Job in einer Anwaltskanzlei aufgibt, um einen Neuanfang zu starten und da ich mir persönlich nichts Langweiligeres vorstellen kann, als in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten, habe ich mich schnell mit Toru angefreundet.

Bei ihm merkt man allerdings schnell, dass er ein relativ passiver Mensch ist, der Vieles einfach hinnimmt, ohne zu hinterfragen. Diese Tatsache hat mich manchmal überrascht und verwirrt. Nichtsdestotrotz ist Toru mir bis zum Ende sympathisch geblieben, vor allem auch, weil er ein sehr gütiger Mensch ist, der die Fähigkeit zu verzeihen besitzt.

Die Handlung ist am Anfang zwar wenig spektakulär, dennoch konnte sie mich fesseln. Schon zu Beginn passieren nämlich richtig schräge Dinge, die mich neugierig auf den weiteren Verlauf gemacht haben. Diese Eigenartigkeiten nehmen aber kein Ende, nein. Ganz im Gegenteil: ein Fragezeichen nach dem anderen tut sich auf. Sogar so viele, dass es mir bis zu einem gewissen Punkt zu viel wurde und ich nur mehr verständnislos vor mich hin gelesen habe. Irgendwann fragt man sich dann auch: Was ist Wirklichkeit? Was ist Fantasie? Sind einige Geschehnisse übersinnlicher Natur oder ist doch alles nur Traum? Wie darf man das Ganze verstehen?

~ Die Mehrzahl der Leute verwirft alles, was die Grenzen des eigenen Fassungsvermögens sprengt, als absurd und des Nachdenkens nicht wert. ~
(S. 267)

Livia (meine Mitleserin) und ich haben gerätselt und spekuliert, aber so recht haben wir die Handlung nicht durchschaut, hatte ich das Gefühl. Erst zum Ende hin überkamen mich einige Aha-Momente, und dann wurde mir auch so einiges klar. Aber ob die Erkenntnisse, die ich in meinen Aha-Momenten hatte, tatsächlich das sind, was Murakami uns zu verstehen geben wollte, dessen bin ich mir aber leider auch nicht ganz sicher. Ich denke jedenfalls, dass ich die Story zum Schluss im Großen und Ganzen verstanden habe. Allerdings kann mir diese Frage wahrscheinlich trotzdem nur der Autor sicher beantworten.

Die Figuren in »Mister Aufziehvogel« sind allesamt mit Ecken und Kanten versehen. So haben wir hier zum Beispiel die Schwestern Malta und Kreta Kano. Die eine hat eine Vorliebe für rote Vinylhüte und versucht anderen Menschen durch ihre hellseherischen Fähigkeiten zu helfen. Die andere ist ihre Assistentin und hat die merkwürdige Angewohnheit unbemerkt aufzutauchen und zu verschwinden, nachdem oder bevor sie aus ihrem mehr als verkorksten Leben berichtet. Dann gibt es da noch Torus Frau Kumiko, die irgendwie bis zum Schluss eine der undurchsichtigsten Charktere bleibt, nicht zuletzt, weil sie sich recht bald schon aus Torus Leben vertschüsst und sehr lange ein großes Geheimnis um ihre wahren Gründe dafür macht. Außerdem spielt auch Kumikos höchst unsympathischer Bruder Noboru Wataya eine tragende Rolle in der Geschichte. Er taucht zwar nicht oft persönlich während der Handlung auf, aber dennoch ist von ihm und seinem abartigen und unerträglichen Wesen häufig die Rede. Und nicht zu vergessen: ein Kater, der verschwindet und mit einem anders geformten Schweif wieder auftaucht.
Ihr merkt, von den Figuren her kommt hier ganz sicher keine Langeweile auf. Diese und einige andere Nebencharaktere bieten auf alle Fälle Unterhaltung der besonderen Art. ;)

~ In wirklich tiefer Finsternis waren die seltsamsten Dinge möglich. ~
(S. 297)

Aufgepeppt wurde das Ganze noch durch Erzählungen aus der Vergangenheit verschiedener Bekanntschaften Torus. Beispielsweise gab es lange Episoden über den Krieg, in denen die eine oder andere blutige und gewaltvolle Szene beschrieben wurde. Oder es wurde die damalige politische Situation erläutert – die ich allerdings wenig spannend fand und bei der ich dabei deswegen nicht so aufmerksam gelesen habe. Toru als guter Zuhörer hat sich das alles natürlich geduldig angehört und darüber nachgedacht. Da doch einige dieser Erzählungen in dem Buch vorgekommen sind, habe ich mich selbstverständlich gefragt, inwiefern diese mit der gegenwärtigen Handlung zu tun haben könnten. Leider hat sich mir bis zuletzt deren Bedeutsamkeit leider nicht (bei allen Rückblicken) erschlossen.

Allgemein betrachtet, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ja, ein paar Fragen blieben zwar offen, aber es gab auch genug, die mir schlussendlich beantwortet wurden und mich das Buch relativ zufrieden haben zuklappen lassen. Mein Freund sagt immer wieder, dass er offene Enden mag, da diese so viel Spielraum für eigene Gedanken lassen. Ich mag das allerdings nicht so gerne, da ich fixe Tatsachen – völlig egal, ob sie nun gut oder schlecht sind – sehr schätze.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Hier erwartet einen ein Wechselbad an Gefühlen - verstörend, traurig, herzzerreißend, aber auch so unglaublich witzig - ein Lesehighlight

Bienensterben von Lisa O'Donnell

Heiligabend in Glasgow: die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht.

So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, den fälschlicherweise alle für einen Perversling halten, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht....(Klappentext)

❁❁❁❁❁

"..., um sie richtig zu begraben, und weil Gene am meisten stank,
haben wir beschlossen, ihn zuerst zu beerdigen und Izzy in den Kohlekasten zu quetschen;
klar würde sie verwesen, aber so kamen wir an sie ran
und konnten zur Not Desinfektionsmittel drüberschütten."
(S. 21)

Gleich zu Beginn sollte erwähnt werden, dass dieser Roman nicht ohne Trigger-Warnung auskommt und dieses Buch daher nicht für jeden geeignet sein könnte.
Trigger: Pädophilie, sexueller und psychischer Mißbrauch von Minderjährigen

Man liest aus drei Perspektiven.
Allen voran Marnie - 15 Jahre, Drogendealerin mit einem äußerst derben Wortschatz, nach außen hin stark und kühl, im Inneren jedoch immer noch ein bisschen Kind.

Nelly - 12 Jahre und die Schwester von Marnie; ein geigespielendes Genie und redet als wäre sie aus dem frühen 19. Jahrhundert entsprungen. Sie zerbricht sich über manche Dinge wochenlang den Kopf.
Beide hatten bisher alles andere als eine leichte Kindheit - aufgewachsen im Glasgower Ghetto, Eltern alkohol- und drogenabhängig, liebevoller Umgang Fehlanzeige. Innerhalb von zwei Tagen sterben ihre Eltern, aber nachtrauern tun die beiden Mädchen den beiden nicht wirklich. Sie beschließen die Leichen im Garten zu verbuddeln, denn in ein Heim wollen sie beide nicht. Doch rasch wächst ihnen alles über den Kopf und da tritt Lennie auf den Plan.

Lennie - ein alter Nachbar, schwul und fälschlich wegen Pädophilie im Strafregister von Sexualstraftätern aufgeführt. Dadurch wird er von allen in der Nachbarschaft geächtet. Jedoch betrauert er den Tod seines Lebensgefährten und hätte einfach nur gerne jemanden zu reden. Die Mädchen tun ihm leid und so hat er ein Auge auf sie und nimmt sich ihrer schließlich an.

"Klar haben wir Angst, weil, irgendwann wird er ja wissen wollen, wo sie ist.
Jetzt glaubt er, sie sind irgendwo im Grünen.
Sind sie ja auch, nur nicht so, wie er denkt."
(S. 187)

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist einfach nur unglaublich und niemals hätte ich gedacht, dass dies ein Debüt ist.
Je nach Perspektive ändern sich Ton und Jargon. Es wird hauptsächlich aus Marnies Sicht erzählt - hier ist die Sprache eher derb und manchmal erschreckend kühl und emotionslos. Wenn man bedenkt, was die Mädchen schon alles durchmachen mussten, in gewisser Weise verständlich.
Nelly kommt meist nur kurz zu Wort, aber diese wenigen Zeilen haben es oft mächtig in sich. Beide Perspektiven ermöglichen somit auf sehr eindringliche Weise einen Blick in zwei kaputte Kinderseelen. Lennies Perspektive zeigt hingegen Besonnenheit, Reife und viel Trauer.
Daher ist dieser Roman auch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet interessant und packend, denn zwischen all den coolen und derben Sprüchen, zwischen all den verschiedenen Gedankengängen, verbirgt sich so einiges. Wenn man die Augen beim Lesen öffnet, kann man nämlich ganz tief in die Herzen und Seelen der Protagonisten sehen.

Obwohl die Story bedrückend,morbide und auch zeitweise verstörend ist, wird diese durch herrlich schwarzen Humor und abstrus witzige Ereignisse und/oder Handlungen aufgelockert. In einem Moment war ich schockiert, im nächsten musste ich schmunzeln. Vor allem Marnie hat einen herrlich schwarzen Humor, der vor Sarkasmus nur so trieft.
Es ist aber auch traurig und herzzerreißend zu lesen, was die Mädchen und auch Lennie schon alles durchmachen mussten und sie dadurch zu dem wurden was sie sind - kaputte Kinderseelen und ein trauernder, einsamer alter Mann.

Und doch enthält dieser Roman so viel mehr als gut gezeichnete Charaktere, tollen Schreib- und Erzählstil und packende Story. Denn trotz dieses schwarzen Humors, der oft derben Ausdrucksweise und bedrückenden Thematik, liest man immer wieder wunderschöne Passagen voller Tiefe und Weisheit, welche einen kurz inne halten lassen.

"Ich bin froh, dass die Mädchen einander haben, denn sonst ist es eine einsame Reise,
und deshalb lasse ich ihnen ihre Geheimnisse und das, was sie miteinander teilen.
Es verbindet sie, so bleiben sie stark. Und darauf kommt es an,
stark zu bleiben, es bindet einen an das Leben und zwingt einen zum Weitergehen,
selbst wenn es nur mit einem Hund ist."
(S. 71)

Fazit:
Für mich persönlich war dieser Roman DAS Lesehighlight im Genre Roman.
Obwohl es nicht unbedingt leichte Kost war, übte die Story einen unvergleichbaren Sog auf mich aus und schickte mich durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Geschichte ist nämlich bedrückend, traurig, verstörend, aber auch herzzerreißend und witzig.
Ein Buch über Mut, Zusammenhalt und Loyalität und eine Story die einem lange im Gedächtnis bleibt.

© Pink Anemone

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Rezensionen von Vicky:

Die Scherben von gestern und die Geister von heute

Mitten im Sturm von Jessica Winter

Das Cover ist wunderschön und lädt richtig zum Träumen ein. Ich finde es sehr schön obwohl echte Menschen darauf abgebildet sind und mir dies normalerweise nicht so gut gefällt. Ich finde es lädt hier aber dennoch ab dem ersten Blick so richtig zum Träumen ein!

Der Roman ‘Mitten im Sturm‘ der österreich-amerikanischen Autorin Jessica Winter umfasst dreiundvierzig Kapitel sowie einen Epilog.

Man merkt ihrem erfrischenden Schreibstil ihre Leidenschaft zum Schreiben an. Sie hat es nach nur wenigen Zeilen geschafft mich von ihrem Können zu überzeugen und mich von ihren beiden Hauptfiguren zu begeistern!

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Grace und Eric geschrieben. Ich mochte Grace bereits nach wenigen Zeilen, aber auch Eric hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Der Schreibstil der Autorin Jessica Winter ist, wie gesagt toll – er ist sehr angenehm und man kommt dadurch beim Lesen gut und leicht voran und wird dabei toll von den Figuren unterhalten, der Humor kommt dabei definitiv nicht zu kurz. Die Seiten fliegen, durch den tollen Schreibstil und die Abwechslung zwischen den Kapitel von Grace und Eric, nur so dahin und ehe man sich’s versieht hat man bereits das Ende erreicht.

Ich muss hier unbedingt noch einen sehr schönen Spruch der zwei Freundinnen zitieren:
Du bist stärker, als du dich gerade fühlst. Du bist tapferer, als du denkst
Du bist wertvoller, als du ahnst. Du bist nicht allein, und du wirst geliebt

Fazit: Toll, toll und nochmal toll. Ich bin von dem Buch begeistert! Ich werde die Autorin Jessica Winter auf jeden Fall weiter verfolgen und mir auch die Bücher der ‘Julia und Jeremy‘-Reihe zu Gemüte führen!! Ich kannte diese bisher nicht und auch wenn Julia und Jeremy hier kurz vorkommen denke ich nicht dass man diese unbedingt vorher gelesen haben muss – ich werde es aber auf jeden Fall nachholen denn mich konnte die Autorin mit ihrem Schreibstil für ihre Bücher begeistern!

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Rezensionen von JoBo:

Endlich ein Finanzratgeber mit Tiefgang

Altersarmut? Nein Danke! von Uwe Riegel

Zuerst war ich etwas erschreckt über dem Umfang des Buches, doch dann konnte ich nicht genug davon bekommen. Das Buch ist strukturiert aufgebaut und beschreibt sehr anschaulich, wie man in Aktien investieren muss um ein, wie es der Autoir nennt, "nachhaltiges" Vermögen aufzubauen. Er vertritt dabei die These, dass man nicht ausschließlich auf die Wertentwicklung bei Aktien schauen sollte, sondern sich auf die Erträge konzentrieren sollte.

Alleine das ist bemerkenswert, denn es widerspricht den meisten herkömmlichen Ansätzen.

Lesenswert ist das Buch schon deshalb, weil der Autor immer wieder altbekanntes intelligent und unterhaltsam infrage stellt. Erstaunlicherweise sind dann die vom Autor gegebenen Antworten oft genau das Gegenteil dessen, was man selbst antworten würde. Noch erstaunlicher ist, dass seine Aussagen objektiv richtig sind, denn er bringt nicht nur ein paar gute Argumente ein, sondern belegt seine Aussagen mit einfach nachvollziehbaren Berechnungen.
Nach einem allgemein gehaltenen Teil konzipiert er ein wirklich geniales erfolgversprechendes Anlagesystem, das aus jeder Kursentwicklung seinen Vorteil ziehen kann (ist ein bisschen schwer zu beschreiben, etwa so: Wenn der Kurs fällt will man selbst mehr kaufen. Wenn der Kurs steigt will man aus den Aktien aussteigen.)
Am Ende erklärt er dann im Detail, wie man das System praxisnah anwendet.

Wenn man etwas kritisieren will, dann, dass das Buch sich zu sehr auf Deutschland (deutsche Aktien) konzentriert. Auch gibt es viele Wiederholungen, die einen während des Lesens ein wenig nerven. Erst später erkennt man aber, dass die Wiederholungen wahrscheinlich notwendig waren, um von der allgegenwärtigen Wertorientierung in der Finanzwelt wegzukommen und sich auf die Erträge zu konzentrieren.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch über eine neue Art der Aktieninvestition. Es sollte Pflichtlektüre für alle werden, die langfristig mit aktien Geld verdienen wollen.

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Rezensionen von Vicky:

Eines Tages vielleicht

Cinder & Ella von Kelly Oram

Das Cover gefällt mir ehrlich gesagt nicht, es spricht mich leider absolut nicht an. Es ist irgendwie langweilig und die Farbabstimmung aufeinander gefällt mir nicht, die Farben sind mir in Kombination zueinander zu extrem - ich finde der türkise Hintergrund mit den Rosen passt nicht zusammen und geht daher gar nicht.

Ich würde mir ein schöneres Cover für diese tolle Geschichte wünschen!


Unter 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen guten Vorgeschmack auf die Hauptfiguren Cinder und Ella holen. Die Autorin Kelly Oram hat die Geschichte auf einen Prolog und zweiunddreißig Kapitel aufgeteilt. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Ella bzw. Brian geschrieben.

Der Einstieg gelingt durch den guten Prolog sehr gut. Durch den sehr angenehmen Schreibstil ist die Geschichte leicht zu lesen und man kommt sehr schnell und gut voran, die Seiten fliegen regelrecht dahin. Ich hätte das Buch am liebsten in einem Durch gelesen und auf Pausen verzichtet!

Kelly Oram hat einen tollen Humor und Schreibstil, bereits nach wenigen Zeilen konnte sie mich für die jeweilige Hauptfigur begeistern. Ich liebe beide, Cinder/Brian und Ella haben beide das gewisse etwas und überzeugen jeder auf seine Art. Aber auch die eine oder andere Nebenfigur habe ich ins Herz geschlossen. Die Chats zwischen den Hauptfiguren fand ich eine nette und gelungene Abwechslung und konnte mich oft erheitern. Natürlich kommen auch die Bösewichte nicht zu kurz, wobei mich persönlich einige überrascht haben. Allgemein muss ich sagen dass die Geschichte zwar stellenweise vorhersehbar war mich aber auch öfters überraschen konnte was ich sehr gut fand! Ich mag es wenn man nicht alles vorhersagen kann sondern die Autorin es schafft einen zu überraschen, und das ist Kelly Oram definitiv gelungen!

Das Ende an sich fand ich gelungen und es hat mir gefallen aber ich fand es als Ende selbst nicht gut. Ich hätte mir einen Epilog gewünschten denn so wie 'Cinder & Ella' nun endet ist es für mich nicht stimmig, mir fehlt hier noch zu viel um mit dem Buch abschließen zu können. Das ist schade, denn ansonsten fand ich die Geschichte gut aber das Ende war mir zu abrupt und ohne Aussicht auf das 'danach' zu unstimmig und daher leider nicht so gelungen wie erhofft! Sorry, aber dafür muss ich einen Stern abziehen.

Fazit: Definitiv zu empfehlen!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Gewöhnungsbedürftig, aber gut

Mexikoring - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 8) von Simone Buchholz

Hansestadt Hamburg: Hier brennen des nachts Autos. Auch in dieser Nacht. Nur sitzt in dieser Nacht ein junger Mann in dem Auto, dessen Türen verriegelt sind, und erliegt seinen Verletzungen im Krankenhaus. Wer ist dieser Nouri Saroukhan? Und warum musste er sterben?
Das versucht die Staatsanwältin Chastity Riley mit einem Team vom LKA 44 und mit Kollegen aus Bremen herauszufinden.

Als ich mich für dieses Buch beworben habe, war mir nicht klar, dass es sich hier um den bereits 8. Band der Serie um die Hamburger Staatsanwältin handelt. Bis auf wenige Ausnahmen, die aber alle ins Private der Ermittlerin zielen, hatte ich nicht den Eindruck, dass mir irgendwelche Informationen fehlen. Ich habe dem neuen Fall hier gut folgen können.

Dies war der erste Fall, den ich zusammen mit Chastity Riley zu lösen versucht habe. Anfangs fiel mir das wegen der teils ungewöhnlichen Schreibweise der Autorin nicht leicht. Aber ich habe mich schnell an den gewöhnungsbedürftigen Stil herangetastet. Riley erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht in der Gegenwart. Das lässt mich noch näher am Geschehen dran bzw. mittendrin sein.

Wer ist dieser junge Mann, gebürtig aus Bremen, jetzt wohnhaft in Hamburg, der sich in jungen Jahren von seiner Familie losgesagt hat und dessen Leben nun zuende ist? Seine Familie stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten vom Stamm der Mhallamiye in der Osttürkei, überall nur geduldet, ohne Pass, ohne Arbeitserlaubnis, kein sicherer Status – was teils noch heute so ist. Kam er wegen einer Clanfehde um? Hat es etwas mit seiner Freundin Aliza Anteli, die er schon aus Kindertagen kennt und die einem anderen Clan angehört, zutun? Die Geschichte führt mich tief in das Clanwesen ein, dass sich in diesem Fall zwischen Bremen und Hamburg abspielt. Alle sind sehr verschlossen, schotten sich nach aussen ab. Trotzdem erfahre ich einiges, was mich erschüttert und ich nicht glauben will, dass sich das in unserem Land, quasi vor meiner Haustüre, abspielt. Da man immer wieder von solchen Clans liest, finde ich die Geschichte an sich sehr interessant. Hier aber ist sie mir einfach noch nicht tiefgründig und ausführlich genug.
Ich habe eher den Eindruck, dass den größeren Teil der Geschichte die Staatsanwältin selbst einnimmt. Ich finde sie innerlich irgendwie zerrissen. Schlaflos, nach Anerkennung heisched, mit einem Hang zu zuviel Bier und Wodka, und vor allem mit einem großen, manchmal rotzfrechen Mundwerk ausgestattet, wird sie nicht zu meiner Freundin. Passt aber sehr gut zum Kiez und in die Umgebung der Menschen am unteren Rand unserer Gesellschaft. Vielleicht müsste ich sie aber auch nur etwas besser lennenlernen.
Insgesamt finde ich die Handelnden mit ihren Ecken und Kanten, ihrer Verletzlichkeit und ihrem knallharten Handeln gut und fassbar, eben richtig menschlich, beschrieben.

Ganz langsam fügen sich die Ermittlungsergebnisse zu einem große Ganzen. Nicht immer trifft das Offensichtliche zu und ich musste meine Meinung zum Fall das ein oder andere mal überdenken und ändern. Das Ergebnis ist etwas anders, als von mir erwartet.
Der Spannungsbogen ist in dieser Geschichte nicht sehr hoch angesetzt. Hat mich persönlich beim Lesen aber nicht gestört, da es sehr viel Interessantes zu verarbeiten gibt.

Ein interessanter Fall, ein ungewöhnlicher, für mich gewöhnungsbedürftiger Schreib- bzw. Erzählstil, macht zusammen gute Unterhaltung aus.

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Rezensionen von Buechertraeumerin:

Gut geeignet für Kochanfänger

Tasty von Tasty

Beim Kochbuch "Tasty - Das Original", handelt es um das Kochbuch zum berühmten Online-Kochkanal Tasty.

Das Inhaltsverzeichnis ist in folgende Bereiche untergliedert:
· Party
· Landküche
· Süßes
· Klassiker
· Vegetarisch
· Die Besten
· Aus aller Welt
· Bälle & Ringe

Besonders geeignet ist das Buch für junge Kochanfänger, da das Buch in einer sehr jugendlichen Sprache geschrieben wurde.

Außerdem werden auch einige Fertigprodukte und Backmischungen verwendet. Für Kochanfänger kann das eine gute Unterstützung sein und bieten auch eine gewisse Gelinggarantie. Fortgeschrittene Köche werden aber eher nicht auf diese Produkte zurückgreifen.
Die Rezepte sind sehr übersichtlich aufgebaut und zu jedem Rezept findet man ein Farbfoto im Buch. Die Fotos haben eine gute Qualität und sehen appetitlich aus. Zu aufwendigeren Rezepten findet man teilweise auch eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung im Buch, die das Zubereiten erleichtern.
Da das Kochbuch ein Softcover hat, klappt es leider öfter während der Zubereitung zu, was zwar etwas unpraktisch ist, aber nicht weiter schlimm ist.
Bei den Rezepten handelt es sich um Trend-Food, wie Emoji-Fritten oder Fidget-Spinner-Cookies. Teilweise werden leider viele Farbstoffe und viel Fett verwendet.
Die Aufwendigkeit und der Schwierigkeitsgrad der Rezepte variiert. Manche Rezepte lassen sich recht schnell und ohne größeren Aufwand zubereiten, für andere Rezepte sollte man dagegen etwas mehr Zeit einplanen. Dadurch ist aber ein Rezept für jede Situation dabei.

Fazit: Ein schönes Kochbuch mit sehr ansprechenden Farbfotos, welches gut für junge Kochanfänger geeignet ist.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Eine gelungene Mischung aus klassischem Grusel, spannendem Mystery-Thriller und märchenhafter Urban-Fantasy.

Blutschwur der Donauleichen von Werner Skibar; Zoë Angel; Charly Blood

Wien 1984. Das Grauen geht um. Ein verstümmelter Leichnam wird beim Donaukanal aufgefunden. Wasserleichen überfallen die U-Bahn. Kinder verschwinden im Prater. In der Kanalisation lauert der Wahnsinn.
In einer unwiderstehlichen Melange aus klassischem Gruselkrimi, Urban Fantasy, Wiener Milieu- und Detektiv-Geschichten berichten die MORBUS-Romane über die mysteriösen – von alten Sagen und Legenden inspirierten – Fälle einer traditionsreichen Wiener Geheimorganisation, eines Privatdetektivs und eines Gruftie-Girls.

Literarischer Austro-Pop der ganz besonderen Art!
Dieses Buch enthält die ersten beiden Bände der Romanserie, sowie weitere Geschichten aus der Welt von MORBUS...(Klappentext)

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In diesem Buch werden gleich zwei Novellen auf die Grusel-Fans losgelassen und zwar der 1. und 2. Teil der Morbus-Reihe.
Blutschwur der Donauleichen

"Ihre Hand steckte inmitten eines aufgerissenen Körpers.
Der Leichnam gab ein schmatzendes Geräusch von sich, als sie die Finger daraus zurückzog.
Überall waren Blut, Fleisch und Hautstückchen verteilt.
Jetzt erst füllten sich ihre Lungen wieder mit Luft.
Und dann schrie sie. Sie schrie wie noch nie in ihrem Leben..."
(S. 31)

Hier treffen die Protagonisten das erste Mal aufeinander.

Bernd Waidmann - ehemaliger Polizist und nun Privatdetektiv, der meist von Frauen aufgesucht wird, um deren untreuen Männern auf die Schliche zu kommen. Er ist ein ruhiger Typ mit guter Menschenkenntnis, dem nicht so schnell aus der Bahn wirft und der einen guten Kaffee gerne mit einer Marlboro genießt.

Petra - ein 17-jähriges Mädel, welches ein dunkles Erbe in sich trägt - sie kann die Emotionen ihrer Mitmenschen erkennen und fühlen. Ihr ist das eher lästig und um für sich zu bleiben, hat sie sich der Gothic-Szene angeschlossen. Solchen Leuten gehen "Normalos" nämlich eher aus dem Weg und sie muss sich nicht mit deren Gefühlen rumschlagen. Sie besitzt einen schwarzen und sarkastischen Humor, eine große Klappe und eine gesunde Portion Neugierde. Doch seit kurzem plagen sie auch Visionen - blutig und brutal.

Es tauchen auch viele weitere Figuren auf, welche im Verlauf der Reihe immer wichtigere Rollen einnehmen.

In dieser Story ist Waidmann wieder einmal auf der Suche nach einem untreuen Ehemann. Dieser wird jedoch tot und regelrecht zerfleischt am Donaukanal von Petra und ihrer Gothic-Gruppe gefunden. Durch einen geheimnisvollen Informanten namens Harry, folgt Waidmann einer Spur die zu Petra führt und daher trifft er im selben Moment wie Petra auf den Toten.
Die beiden tun sich zusammen und versuchen diesen äußerst mysteriösen Mord aufzuklären. Hier geht einiges nicht mit rechten Dingen zu - die Wiener Sagengestalten sind nämlich alles andere als Mythen und sie lernen ein geheimnisvolles und unheimliches Wien kennen.

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Im Prater tanzt der Sensemann

"Spielen! Das Angebot zauberte ein Leuchten in seine Pupillen.
Ja, er wollte mit der Puppe und dem Kasperl spielen.
Er wusste nur nicht, dass er damit in sein Verderben lief.
So wie viele Kinder zuvor im Wiener Prater..."
(S. 95)

Hier geht man wieder auf Verbrecherjagd, aber wie wir inzwischen wissen, werden keine normalen Kriminellen, sondern übernatürliche Wesen gejagt. Die Wiener Sagen und Mythen beinhalten nämlich mehr Wahres als einem lieb ist. Schon immer sind Kinder auf unerklärliche Weise im Wiener Prater verschwunden und niemals wieder aufgetaucht. Falls doch, dann völlig verstört und traumatisiert. Entführung vermuten die Meisten, doch dahinter steckt etwas gänzlich anderes - etwas Böses, welches Kinder zum Fressen gern hat.

Während Waidmann plötzlich, wie vom Erdboden verschluckt, nicht mehr auffindbar ist, lernt Petra eine Geheimorganisation mit dem Namen BASILISK kennen. Diese besteht aus einer Gruppe von Menschen und Wesen, welche Städte und Regionen gegen Angriffe aus anderen Dimensionen, vor Dämonen, wahnsinnigen Okkultisten und allgemein vor dem Bösen beschützen - dem wahren Bösen und somit auch vor dem Prater-Monster.

☠☠☠

In der MORBUS-Reihe lernt man ein dunkles Wien voller Gefahren und mystischen Wesen kennen, die nicht immer Gutes im Sinn haben, sondern nach Blut gieren, sich auf brutalste Weise an den Menschen rächen und versuchen in unsere Welt zu gelangen. Man begibt sich in dunkle Gassen und in den Wiener Würstel-Prater, entdeckt ein geheimnisvolles Café voller unheimlicher Gestalten und tritt ein in die Welt der Sagen und Mythen.

Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise absolut packend. Dabei bedienen sich die Autoren bei den Dialogen des Wiener Dialekts und auch der typisch schwarze und oftmals morbide österreichische Humor kommt hier nicht zu kurz. Für Nicht-Österreicher gibt es übrigens am Ende des Buches einen Glossar.

"Der ältere der beiden meinte zum diensthabenden Polizisten:
>>I glaub, mit an Plastiksackl tun ma uns leichter. Wie sollen ma denn alle Teile von dem einpacken?
Die Hälfte von seinen Innereien hängt ja noch an der Gruseltussi"<<"
(S. 33)

Die Charaktere sind äußerst gut gezeichnet und man begegnet einer Palette an unterschiedlichen Figuren. Darunter skurrile Charaktere, wie auch solche mit starker unheimlicher Aura.
Doch die Story, welche 1984 angesiedelt ist, besticht nicht nur durch Humor, sondern auch durch Spannung und einen ausgefeilten Plot, welcher die österreichischen Mythen, Legenden und deren Gestalten auferstehen lässt. Diese sind alles andere als wundervolle Märchen, sondern schaurig und vor allem blutig.

Hier erwartet einen aber nicht nur klassischer Grusel, der sich auf Wiener Sagen stützt, sondern auch gleichzeitig märchenhafte Urban-Fantasy und spannender Mystery-Thriller.
Die unheimliche Atmosphäre ist dabei durchgehend vorhanden und es kommt häufig zu überraschenden Wendungen. Dabei lernt man nicht nur die Sagen kennen, sondern auch Wien und dessen Geschichte - natürlich den düsteren Teil davon.
So mancher Wiener und Wien-Kenner wird also in einen ganz besonderen Lesegenuß kommen.

"Die Blutgasse in Wien war ein Ort voller Legenden.
Es heißt, dass 1312 die Templer im angrenzenden Fähnrichshof erschlagen worden seien und dass der Name der Gasse daher rühre,
dass ganze Bäche des roten Lebenssaftes geflossen seien."
(S. 47)

Im Anschluß erwarten einem noch paar besondere Schmankerln, wie zwei Kurzgeschichten in denen man die Geschichte des geheimnisvollen Cafés und die Wiener Kanalisation kennenlernt, zwei uralte Fälle der Geheimorganisation BASILISK und Information zu Autoren und Illustratoren. Vereinzelt sind nämlich auch äußerst stimmungsvolle Zeichnungen vorhanden, von denen ich mir viel mehr gewünscht hätte.

Fazit:
Dieses Buch war ein absolut großartiges Leseerlebnis. Ich musste oft lauthals lachen, im nächsten Moment verspürte ich eine wohlige Gänsehaut im Nacken, verfolgte gespannt und fingernägelkauend eine blutige Story und tauchte gleichzeitig in eine märchenhafte Fantasy voller Sagengestalten ein, um auf jeder Seite durch eine Wendung aufs Neue überrascht zu werden.
Ich könnte mir in den Hintern beißen, diese Autoren nicht schon viel früher entdeckt zu haben. Nun erwarte ich mit Freude die nächsten Teile der MORBS-Reihe und hoffe sie möge niemals enden.

© Pink Anemone

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