Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Zauberhafte Abenteuer im 20. Jahrhundert
Das Glück des Zauberers von Nadolny Sten
Pahroc hat in seinem langen Leben viel erlebt – mehr, als so manch einer glauben möchte. Denn Pahroc gehört zu den besonderen Menschen, die mit der Fähigkeit des Zauberns geboren wurden. Eine Fähigkeit, die natürlich geheim gehalten werden muss, um nicht unnötig in Schwierigkeiten zu geraten.
Als er im Alter von 106 Jahren die ersten Anzeichen dieser Gabe bei seiner neugeborenen Enkelin Mathilda entdeckt, beginnt er, Briefe an sie zu schreiben, welche sie als Erwachsene erhalten soll und in denen er von seinem bisherigen, aufregenden Leben und den verschiedenen Fähigkeiten der Zauberkunst berichtet.
„Das Glück des Zauberers“ ist eine wunderschöne Reise durch das 20. Jahrhundert. Pahroc erzählt von seinen Erlebnissen, welche teilweise von großen Ereignissen der Geschichte überschattet oder gar mit diesen kombiniert wurden. Wie er nach und nach neue Zaubertricks erlernte (durch Wände gehen, sich verwandeln, die „Lange Hand“ machen), welche manchmal erst ab einem bestimmten Alter möglich wurden. Wie seine geheime Gabe ihm manchmal durchs Leben half, insbesondere zu Kriegszeiten. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Und natürlich hat Sten Nadolny, inspiriert von Kurt Kusenbergs Roman „Zwist unter Zauberern“, Pahroc einen Zauberer als Gegner kreiert, welcher ihm immer wieder das Leben unnötig schwer machte.
Die Erzählungen sind eine bunte Mischung aus spannenden, schönen, aufregenden, amüsanten, aber auch gefährlichen Momenten. Jeder seiner Briefe hat zudem einen Zaubertrick als Thema, welchen er im beschrieben Zeitraum erlernte, und warnt hier und da vor Fehlern, welche Mathilda beim Zaubern vermeiden sollte. Dass er ein sympathischer Mensch mit Humor ist, wird einem beim Lesen der Briefe schnell klar.Und so war es für mich ein regelrechter Genuss, mit Pahroc durch das 20. Jahrhundert zu reisen, die vergangene Zeit mit einem philosophischen ebenso wie mit einem humorvollen Auge zu betrachten und Abenteuer eines Zauberers zu erleben, die natürlich stets im Geheimen abliefen.
Nachdem ich das Buch bei einer Lesung des Autos kennenlernte, in welcher Sten Nadolny Auszüge von Pahrocs Briefen vorlas, war mir schnell klar, dass ich mir die Briefe von Zauberer Pahroc vorlesen lassen möchte, um sie besser auf mich wirken zu lassen. So griff ich zum Hörbuch, welches in der ungekürzten Fassung wirklich hervorragend gesprochen wird und somit zum regelrechten Hörgenuss wurde, welchen ich jedem uneingeschränkt ans Herz legen möchte.
Rezensionen von begine:
Historischer Krimi in Dresden
Die Tote im Fechtsaal von Glaesener Helga
Helga Glaesener ist eine Autorin, deren Romane ich schon immer gerne gelesen habe, ihr Schreibstil ist flüssig und unterhaltsam.
Der Roman „Die Tote im Fechtsaal“ ist ein spannender historischer Kriminalroman. Der Schauplatz ist Dresden, im Jahre 1869. Anne Troll betreibt einen Fechtsaal, in dem sie Frauen das Fechten beibrachte.
Bei ihr wurde eine Tänzerin ermordet. Sie engagiert den Detektiv Daniel Raabe, damit der den richtigen Mörder findet.
Kriminalkommissar Max Keller glaubt das Annie die Schuldige ist.
Die Autorin beschreibt bildhaft den Kampf einer Frau, die ihr Leben selbstbestimmt und in Frieden meistern will.
Ein fast unmögliches unterfangen. Die Kriminalfälle sind interessant geschildert. Die Protagonisten sind sympathisch dargestellt.
Der Roman ist gute Unterhaltung zum Eintauchen in eine historische Zeit in Dresden.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein sehr krimineller Sommer in München
Gschlamperte Verhältnisse von Gruber Felicitas
Es ist Sommer in der Sadt und für Kriminalhauptkommissar Joe Lederer und die beiden Rechtsmedizinerinnen Dr. Sofie Rosenhuth und Dr. Elke Falk die Hölle los. Ein toter Mann schwimmt in der Isar, vier ausgebeinte Schädel tauchen auf, im gerade gekaufen Haus von Gerichtsreporter Karl Maria "Charly" Loessl findet sich eine eingemauerte weibiche Leiche, bei einer jungen männlichen Leiche stellt sich eine kuriose Vergiftung heraus, Dr.
Falk sucht auf einem Datingportal nach der Liebe ihres Lebens und in einem Lagerschuppen werden jede Menge gestohlene religiöse Reliquien gefunden. Das sorgt sowohl bei der Kripo als auch vor allem in der Rechtsmedizin für sehr viel Arbeit. Und dabei soll ja die Liebe nicht zu kurz kommen; auch wenn die Verhältnisse erstmal gschlampert bleiben.
Es ist so schön, hier im 5. Band um die "kalte Sofie", den man auch sehr gut ohne Kenntnis der Vorgänger lesen kann, was sich aber absolut lohnt, alte Freunde wiederzulesen. Sofie, Joe, Dr. Falk, Charly Loessl, seinen Onkel Max, Stefan "Spike" Moosbichler und seine Shirin, jetzt mit Töchterchen Ayrun Sofie Elfe, Tante Vroni und ihre Florian, Hochwürden David Karisimbi aus Ghana, Stadtpfarrer von Mariahilf mit seinem mitreißenden Lächeln in seiner weißen Soutane und natürlich einen der liebsten Möpse überhaupt – den kleinen Murmel, der hier sogar eine kleine Hauptrolle spielt – alle sind wieder hier mit eingebunden. Alle diese Menschen mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Eigenheiten ihrer Herzlichkeit und ihrer Normalität habe ich in den vergangenen Jahren richtig ins Herz geschlossen. Aber auch die weiteren Personen, die hier ihr Unwesen treiben, sind bildhaft, real und gut vorstellbar beschrieben – aber leider meist tot.
Ich liebe den münchnerischen Dialekt, den Sofie und ihre Tante hervorragent beherrschen. Er wird hier so gekonnt eingesetzt, dass er auch für NichtBayern sehr gut zu verstehen ist. Und bei den vielen Köstlichkeiten, die Tante Vroni hier wieder auffährt, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Das alles macht für mich einen spannenden, interessanten Regionalkrimi aus. Und Brigitte Riebe und Gesine Hirsch alias Felecitas Gruber verstehen es vorzüglich, diese Regionalität rüber zu bringen.
Es hat in diesem Sommer sehr viele unterschiedliche Fälle, die alle bearbeitet werden wollen. Wenn auch der ein oder andere Fall recht vorhersehbar scheint – dem Lesevergnügen tut das keinen Abbruch. Die kriminalistischen Fälle werden sauber und nachvollziehbar abgearbeitet und ich kann gut mit ermitteln, bin vor Beginn an mittendrin. Ich erfahre einiges über Relequien und eine Tapete, die den Tod bringen kann. Ich lerne immer wieder Neues.
Dadurch, dass der Humor und das Menschliche miteinander eine fast so große Rolle spielen, wie die Kriminalität, leidet der Spannungsbogen etwas darunter. Aber es muss ja nicht immer hochexplosiv zugehen in einem Krimi. Auch die Leichtigkeit hat sehr gute Seiten. Mit gefällt diese Art Krimi, die mich nachts noch schlafen lässt, sehr gut.
Auch liebestechnisch liegt einiges in der Luft. Sophie muss sich nun endlich für einen ihrer beiden Männer, Joe oder Charly, entscheiden. Dr. Falk sucht in einem Datingportal für Menschen mit Hund nach der großen Liebe. Und es gibt da auch jemanden, der ihr Herz rasch schneller und ihre Augen Funken sprühen lässt.
Wieder einmal viel zu schnell ist auch dieses Buch ausgelesen. Spannend, interessant, mit einer Prise Humor, viel Lokalkolorit und vielen sehr sympathischen Menschen kann ich es nur empfehlen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:
schon vergessen!
Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa
Der Klapptext verspricht eine großartige Geschichte. Ich will sofort wissen, was in einem Menschen vorgeht, der 30 Jahre lang in einer Wohnung eingesperrt verbringt. Was macht das mit einem Menschen - eine so lange Zeit ohne soziale Kontakte. Wie ernährt sie sich. Was macht sie, wenn sie plötzlich Zahnschmerzen bekommt usw.
usw. Mein Kopfkino ist sofort von dieser Geschichte fasziniert.
Doch leider ist die Geschichte der eingesperrten Frau nicht der Haupterzählstrang. Zu viele Nebengeschichten, zu viele verwirrende Namen. Zu spät wird für mich der rote Faden erkennbar. Da bin ich geistig schon längst ausgestiegen.
Schade! Es hätte so ein toller Roman werden können.
Rezensionen von Harakiri:
Genial
Rachewinter von Andreas Gruber
Wien. Evelyn Meyers kommt einem dubiosen Fall auf die Spur: warum gesteht Michael von Kotten einen Mord, den er nicht begangen hat? Bei ihren Nachforschungen stößt sie in ein Wespennest.
Zeitgleich hat es in Leipzig Kommissar Walter Pulaski mit rätselhaften Todesfällen zu tun, in die alle eine Frau mit einem roten Kleid verwickelt zu sein scheint.
Persönlich wird der Fall durch den Tod des Vaters einer Schulfreundin seiner Tochter und dass die beiden Mädchen sich neugierig auf die Suche nach dem Mörder machen. Und bald überschlagen sich die Ereignisse.
Wieder ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten hat. Ich mochte es gar nicht mehr weglegen. Und das, obwohl es fast 600 Seiten hatte, mich keine Sekunde gelangweilt hat. Gruber schafft es mit seinen Büchern jedes Mal wieder, mich zu begeistern.
In Rachewinter beschreibt er einen Fall, der anscheinend unlösbar ist. Doch nach und nach kommen Pulaski und Meyers, unabhängig voneinander, auf eine Spur, die sie letztendlich in einem furiosen Finale wieder einmal zusammenführt. Ein wenig lange hat es mir allerdings schon gedauert, bis sich die Fälle schließlich trafen, so wurde man ständig zwischen Leipzig und Wien hin- und hergeschubst und besonders zu Anfang musste man schon aufpassen, welcher Mord und welcher Verdächtige gerade dran waren.
Fazit: Rachewinter ist bereits der dritte Fall von Walter Pulaski und Evelyn Meyers und ich hoffe, dass ich noch einige von ihnen zu lesen bekommen werde.
Rezensionen von Gudrun7:
Enorme Tiefgründigkeit und Weisheit gepaart mit Spannung ergeben hervorragenden Lesegenuss, der zum Nachdenken anregt.
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
Das Cover wirkt etwas überladen und chaotisch. Das liegt sowohl an der Farbgebung wie auch an den vielen Abbildungen. Sehr gut gefallen mir die Haptik mit den teilweise hervorgehobenen Abbildungen und dem Titel.
Was mir auch gut gefällt ist, dass man auf den ersten Blick erkennen kann, dass dies ein Buch von Lori Nelson Spielman ist.
Da bin ich dann trotz des überladenen Covers neugierig geworden.
Der Schreibstil ist super einnehmend und lässt sich flüssig lesen. Wobei ich hier noch einwerfen will, dass ich doch ab und an Unterbrechungen einlegen "musste", weil der Tiefgang im Buch gehörig zum Nachdenken anregt. Die vielen Weisheiten, die sich darin befinden, machen dieses Buch äusserst wertvoll. Dabei möchte ich anmerken, dass ich normalerweise Bücher nur einmal lese. Aber, bei diesem Buch werde ich eine Ausnahme machen, weil der Tiefgang mich geflasht hat und ich mir sicher bin, auch bei wiederholtem Lesen noch viele Details, die zum Nachdenken einladen, finden werde.
Die Geschichte baut sich durch die Erlebnisse der Protagonistinnen Emilia und Poppy sowie in unterschiedlichen Zeitebenen auf. Dies ist wunderbar umgesetzt, denn so werden dem Leser die Zusammenhänge, Beweggründe und generellen Hintergründe bewusst und klar. Außerdem ist dieser Wechsel der "Erzählenden" so gut umgesetzt, dass man nie den roten Faden verliert. Man hat jeder Zeit die Geschichte vor sich.
Durch gut gesetzte Cliffhanger wird der Spannungsbogen von Anfang bis Ende hoch gehalten. Obwohl einiges für mich voraussehbar war, hat dies jedoch nicht den Lesegenuss oder auch die Spannung geschmälert, weil die Tiefgründigkeit im Vordergrund gestanden hat.
Die Autorin hat hier auch nicht versäumt, die Szenerien in der jeweiligen Zeit authentisch und zeitgemäß zu berichten. Dies zeigt sich auch in den örtlichen Begebenheiten.
In Bezug auf das Lokalkolorit kann ich nur sagen, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt.
Die Charaktere werden jeder für sich mit seinen Ecken und Kanten sehr realistisch und nachvollziehbar beschrieben. Man kann hier als Leser eine gewisse Beziehung zu den Mitwirkenden aufbauen. Das Verständnis für die jeweilige Person kann aufgebaut werden und die Verhaltensweisen wirken nachvollziehbar.
Mein Fazit: Enorme Tiefgründigkeit und Weisheit gepaart mit Spannung ergeben hervorragenden Lesegenuss, der zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von BarbaraM:
Motivierend, anregend, informativ
Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke von Manuela Macedonia
„Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke“ von Dr. Manuela Macedonia ist 2018 im Brandstätter-Verlag erschienen und umfasst 182 Seiten. Zahlreiche Abbildungen unterstützen den Inhalt.
Die Neurowissenschafterin Dr. Manuela Macedonia beginnt ihr Buch, indem sie ganz persönlich davon berichtet, welche Erfahrungen sie aufgrund mangelnder Bewegung mit einer damit einhergehenden Gedächtnis- und Konzentrationsproblematik gemacht hat.
Im Anschluss gibt sie einen verständlich geschriebenen theoretisch und wissenschaftlich fundierten Überblick über die Arbeits- und Funktionsweise unseres Gehirns. Dieser theoretische Teil wird auch durch die vielen Abbildungen sehr anschaulich erklärt und so bekommt auch der Laie einen sehr guten Einblick in dieses zunächst kompliziert wirkende Gebiet und in den aktuellen Stand der Gehrinforschung.
Der Hauptteil des Buches befasst sich dann mit dem, was wir selbst Gutes für unser Gehirn tun können: Bewegung. Diese wirkt beispielsweise auch Depressionen, Demenz und ADHS entgegen.
Fazit: Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen. Ich habe es gerne gelesen und bin jetzt sehr gut informiert. Besonders toll finde ich, dass Dr. Macedonia es schafft, mit ihrem witzigen und verständlichen Schreibstil und auch ganz persönlichen Anekdoten zu motivieren, sich mehr zu bewegen. Das Buch hat mir auch wieder bewusst gemacht, wie wichtig Bewegung für das Lernen ein Leben lang ist.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Rezensionen von C. P.:
Was im Paradies wirklich geschah...
Aeternitas - Die komplette Trilogie von Sabina S. Schneider
Eva ist anders: Seit ihrer Jugend erscheinen ihr die Menschen immer wieder als riesige, unheimliche Echsen. Entkommen aus der Psychiatrie lebt sie auf der Straße, schlägt sich mit Gelegenheitssjobs durch. Auf der Flucht vor Gewalt flieht sie in einen See, wird in die Tiefe gerissen – und erwacht im Paradies.
Ein Paradies, welches sich jedoch als Hölle entpuppt, da sie als Eva anderen Adams als potentielle Partnerin zur Auswahl präsentiert wird…
Wer ausgefallene Fantasy fernab des Mainstream sucht wird hier definitiv fündig! Eva wird unfreiwillig in das „Projekt Eden“ integriert, in welchem mehrere Evas den Adams zur Auswahl und Fleischbeschau zur Verfügung werden. Das Ziel: Die Rettung der Menschheit. Was hat es damit auf sich? Liegt Eva im Koma? Wurde sie von den Ärzten gefunden und unter Drogen gesetzt? Oder gibt es dieses „Projekt Eden“ etwa wirklich? Genauso wie Eva wird man als Leser lange Zeit im Unklaren gelassen, eingestreute Details und Hinweise lassen einen lediglich Vermutungen anstellen. Diese Ungewissheit ist es, die mich neugierig, fast schon unruhig machte. Erst mit der Zeit werden die Hintergründe des Projekts nach und nach gelüftet, was es mit „Adam und Eva“ wirklich auf sich hat.
Liegt der Fokus im ersten Teil der Trilogie hauptsächlich auf Eva, gewinnen nach und nach auch einige weitere Teilnehmer des Projekts an Bedeutung, berichten von ihren Erlebnissen und Erinnerungen und tragen zum Gesamtbild bei. Geschickt hat die Autorin dies alles so verknüpft, dass die Wahrheit langsam freigelegt wird, ohne zuviel auf einmal zu verraten. Zusammenhänge werden Schritt für Schritt deutlich, ebenso lässt sich Evas Bedeutung für das Projekt allmählich erklären. Viel mehr möchte ich über die Handlung gar nicht verraten, um das Aha-Erlebnis nach dem ersten Teil nicht zu spoilern. Fasziniert hat mich vor allem, was hinter dem „Projekt Eden“ steckte sowie die daraus resultierenden Folgen. Dies wird nach und nach im zweiten Teil deutlich, als mehrere Beteiligte zu Wort kommen und man als Leser ein gar erschreckendes Gesamtbild aus den einzelnen Puzzleteilen erhält. Der dritte Teil lebt dann wieder mehr von den Folgehandlungen und den unterschiedlichen Absichten der Beteiligten. Gespickt ist das Ganze mit Liebe, Hass sowie (sexueller) Gewalt, mit Verrat und Vertrauen, Verzweiflung und Hoffnung.
Eine Fantasy-Trilogie mit einer ungewöhnlichen Protagonistin, die auf einer aussergewöhnlichen Basis konstruiert wurde und für den ein oder anderen Aha-Moment beim Lesen führte.
Rezensionen von LadyIceTea:
Ein toller Familienroman
Immer wieder im Sommer von Katharina Herzog
Zweimal hat Anna ihr Herz verloren: Einmal an Max, doch die Ehe ging vor fünf Jahren übel in die Brüche. Und dann war da Jan ... die unvergessene Liebe eines Jugendsommers. Schon lange fragt sie sich, was aus ihm geworden ist. Als sie erfährt, dass er auf Amrum wohnt, beschließt die sonst so vernünftige Anna spontan, mit ihrem VW-Bus gen Küste zu fahren.
Doch dann meldet sich ihre Mutter, zu der sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, mit schlimmen Nachrichten und einer großen Bitte. Am Ende sitzen nicht nur Anna und ihre Mutter zusammen im Auto, sondern auch ihre beiden Töchter - und Max
„Immer wieder im Sommer“ von Katharina Herzog hat mir wirklich gut gefallen. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und es sehr genossen.
Es gibt in diesem Buch eine Hand voll Protagonisten, die dieser Geschichte aber ihre Energie geben. Es gibt Anna und ihren Ex-Mann Max, ihre Kinder Sophie und Nelly, ihre Mutter Frieda, den Anhalter Milan und als Nebenfiguren noch Jan und Lena.
Die Sichtweisen wechseln sich zwischen Anna und Sophie ab. Mal erfahren wir die Ereignisse aus Sicht eines trotzigen und unsicheren Teenagers und mal alles aus Sicht von Anna, die eigentlich nur versucht ihr Bestes zu geben und irgendwie das Richtige zu tun. Eins merkt man dabei schnell: auch Anna ist nicht perfekt und macht ihre Fehler und vor allem hat sie Angst wieder enttäuscht und verletzt zu werden. Dass ihr Leben dabei nach und nach eingeschlafen ist, will sie sich nicht eingestehen. Doch der unerwartete Trip mit Max und ihrer Mutter bringt die Erinnerungen an die alte Anna hoch, die zwischen den Kindern und ihrem Ex-Mann irgendwo verloren gegangen ist.
Die Ereignisse der Reise werden immer wieder von Erzählungen ihrer Mutter begleitet, welche von Annas Kindheit und Jugend berichtet und wie sie Annas Vater kennen gelernt hat. Auch wenn diese Seiten nur einen kleinen Teil ausmachen, ergänzen sie die Geschichte perfekt.
Auch wenn Frieda, Anna und Sophie die Geschichte dominieren, finden auch Max und Nelly ihren Platz darin. Nelly ist einfach zuckersüß und Max eigentlich gar nicht so übel. Später taucht Milan auf und bringt ein bisschen andere Gedanken in das Buch hinein.
Mir hat diese Familiengeschichte sehr viel Spaß gemacht. Zu erleben, wie diese Familie mit sich selbst und den Ereignissen fertig wird und wie sie sich weiterentwickelt und Neues über sich erfährt, war mir wirklich eine Freude. Die Autorin bringt diese Story wunderbar rüber. Und das Ende hat für mich dann alles noch mal abgerundet. Eine klare Empfehlung!
Rezensionen von dorli:
Die Frauen am Fluss
Die Frauen am Fluss von Webb Katherine
In ihrem historischen Roman „Die Frauen am Fluss“ entführt Katherine Webb den Leser in das Jahr 1922. Schauplatz der Geschichte ist das kleine, im Südwesten Englands liegende Dorf Slaughterford.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Die 24-jährige Irene stammt aus wohlhabendem Hause, hat sich aber durch die Affäre mit einem verheirateten Mann ins gesellschaftliche Aus katapultiert.
Sie hat daraufhin kurz entschlossen den Papiermühlenbesitzer Alistair Hadleigh geheiratet und ist ihm in die abgelegene Grafschaft Wiltshire gefolgt, kann sich aber nach ihrem mondänen Leben in London nur langsam an das Landleben gewöhnen. Sowohl Nancy, die Tante ihres Ehemannes und bisherige Hausherrin auf der Manor-Farm wie auch die misstrauischen Dorfleute machen es Irene schwer, sich einzuleben.
Die 15-jährige Pudding Cartwright arbeitet als Stallmädchen auf der Manor-Farm. Die aufgeweckte Tochter des Dorfarztes hat es nicht leicht, sie sorgt sich um ihre demente Mutter und ihren aus dem Ersten Weltkrieg körperlich und psychisch versehrt zurückgekehrten Bruder Donny.
Die 17-jährige Clemmie wächst auf der Weavern-Farm auf. Clemmie ist stumm und gilt deshalb als ein wenig zurückgeblieben. Doch die junge Frau, die gerne tagträumend durch die Gegend streift, ist alles andere als einfältig. Sie verliebt sich in einen Mann, den sie nicht lieben darf, denn Eli Tanner kommt aus einer Familie, die als übler Haufen verschrien ist, weil sie stehlen und morden und sich nicht anpassen wollen.
Katherine Webb nimmt sich viel Zeit, den Leser mit dem idyllisch gelegenen, kleinen Ort vertraut zu machen - Landschaft, Natur, das Dorf und seine Bewohner werden fast ausschweifend beschrieben und geschildert, so das man sich zwar ein gutes Bild von den Besonderheiten des Landstrichs, den lokalen Begebenheiten, den einzelnen Akteuren und ihren Beziehungen zueinander machen kann, die eigentliche Handlung aber zunächst einmal nicht richtig in Schwung kommen will. Erst als bei Bauarbeiten eine uralte Puppe gefunden wird und (nach fast 200 Seiten) der im Klappentext angekündigte Mord geschieht, kommt die Geschichte richtig in Schwung.
Als Puddings Bruder in Verdacht gerät, Alistair Hadleigh brutal ermordet zu haben, macht sich das verzweifelte Mädchen gemeinsam mit Irene daran, die Wahrheit herauszufinden, um Donnys Unschuld zu beweisen. Die beiden geraten dabei in einen Strudel dunkler Geheimnisse und bringen schließlich erschütternde Tatsachen ans Tageslicht.
„Die Frauen am Fluss“ hat mir sehr gut gefallen – ein Roman, der nach einem etwas verhaltenen Start mit einer mitreißenden Handlung aufwartet und den Leser einen Blick auf das trügerische Idyll eines kleinen englischen Dorfes und die dort lauernden Abgründe menschlicher Moral werfen lässt.











