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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Ein neuer Ermittler, den ich trotz seiner nicht einfachen Art ins Herz geschlossen habe

Der Tote im Schnitzelparadies von Joe Fischler

Nach einem Fehltritt wird Polizist Arno Bussi von seiner Dienststelle in Wien nach Vorderkitzlingen geschickt um hier den verschwundenen Bürgermeister zu suchen. Sein Kopf wird ihm gleich nach seiner Ankunft in dem entlegenen Tiroler Tal in der Gefriertruhe der Wirtin des Schnitzelparadies´ serviert.

Heftige Unwetter und Erdrutsche machen die Straße ins Tal unpassierbar und so ist Arno auf sich allein gestellt. Ohne Strom, ohne Handyempfang, ohne seine himmelblaue Vespa und ohne seinen geliebten Espresso gelingt es ihm über einige Umwege und eine zweite Leiche Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu bringen. Wobei es ihn beinahe selbst erwischt hätte.


Arno Bussi ist ein neuer sehr unkonventioneller Ermittler, mit noch unkonventionelleren Methoden. Mich hat er mit der Lösung seines ersten Falles überzeugt.

Es dauert zwar eine Weile, bis sich die Spannung richtig ausbreitet, aber dann geht es Schlag auf Schlag und ich muss aufpassen, dass ich nicht etwas Entscheidendes verpasse. Denn ich will auch hier mit ermitteln und mit rätseln. Was mir sehr gut gelingt, mich allerdings nicht zum Täter führt. Das „mich-an-der-Nase-herumführen“ hat der Autor sehr gut hinbekommen.
Aber auch die vielen ruhigen Passagen werden nie langatmig oder gar langweilig. Sie haben eine ganz eigene Spannung in sich.

Überhaupt mag ich die Schreib- bzw. Erzählweise von Joe Fischler. Mir gefallen vor allem die Szenen, bei denen mein Kopfkino gar nicht anders kann als anzuspringen und mir alles bildlich vor Augen zu führen. Ich habe geschmunzelt und auch mal laut gelacht. Erfrischend anders als die meiste Lektüre, die ich sonst so lese.

Die Personen, die hier außer Arno, in Szene gesetzt sind, haben alle ihren eigenen Charakter, sind skurril, manche sehr eigen, benehmen sich seltsam – so, wie man sich halt die Bewohner ganz hinten im Tal vorstellen kann. Klischees werden viele bedient. Ganz selten eingestreute dialektische Worte geben neben den beiden Umgebungskarten von Vorder- und Hinterkitzlingen der Geschichte ihren regionalen Flair.

Ein spannender und interessanter Beginn einer neuen Reihe um den jungen Ermittler Arno Bussi. Er hat mich gut unterhalten und ich hoffe, dass er bald wieder einen neuen Fall lösen darf.

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Rezensionen von liesmal:

Beziehungen

Freetown von Otto de Kat

„Freetown“ ist ein Roman des niederländischen Autors Otto de Kat aus dem Verlag Schöffling & Co.
Freetown ist die Hauptstadt von Sierra Leone, Ishmael ein Flüchtling, der in den Niederlanden als Zeitungsjunge Maria kennenlernt und mehr als sieben Jahre mit ihr und ihrem Mann Maarten in Verbindung bleibt.

Doch dann ist er plötzlich verschwunden.
Maria sucht Hilfe bei dem Psychologen Vincent, mit dem sie fünf Jahre lang eine besonders intensive Liebesbeziehung hatte.
Vincent will behilflich sein bei der Beantwortung der Fragen, wo Ishmael sich aufhält und warum er von einem Tag auf den anderen aus Marias Leben verschwunden ist. Hier gibt es Parallelen zu Maria und Vincent, deren Beziehung vor neun Jahren ebenfalls ganz plötzlich endete. Trotz der Verbindung Ishmaels zu dem Buchtitel sehe ich die eigentliche Geschichte darin, dass Maria und Vincent, beide verheiratet, ihre Beziehung rückblickend aufarbeiten. Wechselweise hört man die Sichtweisen von Maria und Vincent. Sehr einfühlsam und gefühlvoll schreibt der Autor deren Geschichte und lässt dabei Sehnsüchte und Hoffnungen erkennen. Diese sind auch in dem Buchcover zu sehen. Wunderschöne Beschreibungen und Zitate machen die Geschichte besonders lesenswert.
Spannend bleibt bis zum Ende die Frage, ob Maria oder Vincent, die beide auch in Freetown waren, etwas über den Verbleib von Ishmael erfahren. Auch die Frage, ob Maria und Vincent bei ihren Familien bleiben oder ob sie eine gemeinsame Zukunft haben, bleibt bis zum Schluss ein spannendes Geheimnis.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Geheimnisvolles Erbe

Die Fliedertochter von Teresa Simon

Ich habe Teresa Simons frühere Bücher, wie die „Holunderschwestern“ und die „Oleanderfrauen“ sehr gern gelesen und habe mit Spannung und Vorfreude auf das neueste Werk der Autorin gewartet.
Wieder spielt der Roman auf zwei Zeitebenen und wieder erforscht eine junge Frau aus der Gegenwart, die Geschichte einer Frau aus der Vergangenheit.

Dieses Mal ist die Handlung in Wien angesiedelt. Pauline, eine junge Frau wird von einer älteren Dame, die ihr zeitlebens wie eine Großmutter war, gebeten nach Wien zu reisen um ein Erbstück für sie abzuholen. Der Vater von Lena Brunner hat es so testamentarisch verfügt und die Familie Brunner nimmt Pauline herzlich und gastfreundlich auf. Das Erbstück ist ein Tagebuch einer jungen Soubrette, Luzie Kühn, die von Berlin nach Wien umzog, um der weiteren Aufmerksamkeit von Goebbels zu entgegen.
Das Tagebuch fasziniert den Leser und Pauline gleichermaßen. Luzie war eine Halbjüdin und wurde von ihrer Tante Marie Brunner als Tochter und „frühen Fehltritt“ ausgegeben um sie schützen. Denn auch in Wien ist mittlerweile der braune Terror angekommen. Das Leben der jungen Frau wird immer schwieriger, die Arbeit am Theater inzwischen fast unmöglich geworden, viele Schauspieler und Komponisten mussten bereits fliehen oder wurden mit Arbeitsverbot belegt und ihre Liebe zu Bela, einem ungarischen Künstler steht unter keinem guten Stern, denn auch er ist Jude. Die Nachrichten, die Luzie aus Berlin erreichen erfüllen sie mit Sorge, denn die Großeltern sind immer größeren Schikanen ausgesetzt.
Während Pauline zusammen mit Moritz Brunner und dessen Freund Tamas die Schauplätze von Luzies Tagebuch besucht, taucht sie immer tiefer in das Leben der jungen Frau ein und entwickelt eine tiefe innere Nähe zu ihr.
Teresa Simon hat eine wunderbare Art zu erzählen, sie nimmt mich mit auf ihre Reise in die Vergangenheit und lässt Zeit und Figuren lebendig werden. Ihre historischen Kapitel und die Beschreibung der Plätze und Straßen sind ausgezeichnet recherchiert und akribisch bis ins Detail. Das hat mich auch in diesem Buch fasziniert. Es sind kleine Alltagsbegebenheiten, die die damaligen Jahre erlebbar machen. Immer wieder denke ich, genau so könnte es gewesen sein!
Allerdings übte das neue Buch nicht ganz die Faszination der Vorgänger auf mich aus. Zu häufig wurden Zufälle bemüht und die Duplizität der geschichtlichen Ereignisse mit denen der Gegenwart fand ich zu bemüht. Vielleicht lag es auch an den beiden Frauenfiguren, die die Geschichte tragen sollten. Weder mit Luzie Kühn, noch mit Pauline Wilke bin ich so ganz warm geworden. Aber vielleicht habe ich auch meine Erwartung nach den früheren Büchern zu hochgeschraubt, denn meine Freundin, der ich das Buch geliehen hatte, war restlos begeistert und tagelang nicht ansprechbar, weil sie in der Geschichte versunken war.

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Rezensionen von mag manuela meierhofer:

Unfassbar!

Stella von Würger Takis

In einfacher, bildhafter Sprache beschreibt Takis Würger die Naivität des jungen Friedrich.
Aufgewachsen mit seiner wohlhabenden Familie in der Schweiz will er als junger Mann, der noch nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll, erst mal den Kriegsschauplatz Berlin erleben. Dort verfällt er Stella.

Friedrich verschließt die Augen vor der Realität und verbringt ein paar lustvolle Wochen in Berlin, bevor er weiterzieht.
Gerade die einfache Sprache und die nur spärlich gezeichneten Figuren lassen mich sprachlos und nachdenklich zurück. Ein Buch, das betroffen macht und zum Nachdenken anregt. Ein Buch, das die Grenzen zwischen Realität und Fiktionalität verschwimmen lässt. Aber ist das wichtig?
Mir war nicht bekannt, dass es Menschen wie Stella gegeben hat.
Wie hätte ich gehandelt? Rettet nicht beinahe jeder erst mal die eigene Haut?

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Rezensionen von S.:

Wer liebt den Straßenmusikanten?

Weil es Liebe ist von Lauren

Holland jobbt dank ihrer Onkel in einem Musicaltheater. Eigentlich hat sie einen Abschluss in Kreativem Schreiben, aber sie bringt nicht zu Papier. Worin ist sie gut? Calvin ist da ganz anders; er hat seine Musik, liebt und spielt Gitarre seit er vier ist und ist wirklich gut. Holland entdeckt den Straßenmusikanten und findet, dass er den scheidenden Star des erfolgreichen Musicals ihres Onkels ersetzen könnte.

Nur: seine Aufenthaltserlaubnis ist längst abgelaufen.
Was dann passiert, bringt Hollands bisher langweiliges Leben durcheinander.
Ein Gefühlschaos jagt das Nächste, man darf gespannt sein, wie das alles wohl endet.
Christina Lauren hat eine wunderbare Liebesgeschichte geschrieben, ihre Holland ist sehr sympathisch, gefühlvoll, selbstlos. Es macht Spaß, ihre Versuche, es allen recht zu machen und dabei selber etwas Glück zu erleben, zu verfolgen. Calvin ist ein wahr gewordener Frauentraum, ist nicht immer perfekt, belebt aber die Geschichte ungemein. Natürlich gibt es Irrtümer, Intrigen und auch sonst alles, was in eine gefühlvolle Romanze hineingehört.
Locker und leicht zu lesen, ein unterhaltsamer Roman aus dem Forever by Ullstein Verlag.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Cosy Krimi im England der 1920er mit Rückblenden auf die Burenkriege

Mord braucht keine Bühne von Brody Frances

Kurz zum Inhalt:
England, Sommer 1922: Kate Shackleton, die sich nach dem Verschwinden ihres Mannes als Detektivin selbständig gemacht hat, hat mit ihrem Partner Jim Sykes, einem ehemaligen Polizisten, den Auftrag eines Juweliers erhalten: er wurde überfallen und es wurden wertvolle Stücke gestohlen, die er als Pfandleiher in Verwahrung hatte.

Kate und Jim sollen die Besitzer und Besitzerinnen der Stücke ausfindig machen und über den Verlust informieren; und bestenfalls die Schmuckstücke wieder aufzutreiben.
Doch als Kate nach Harrogate fährt, um das Theaterstück ihrer Freundin Meriel Jamieson anzusehen und im selben Ort auch eine der Besitzerinnen eines Schmuckstücks ausfindig zu machen, stolpert sie nach dem Theaterbesuch über einen Ermordeten, welcher Verbindungen zum Theater hatte. Natürlich will Kate helfen, den Mordfall aufzuklären. Und dann wird auch noch die Hauptdarstellerin des Stücks entführt...


Meine Meinung:
Schöne Fortsetzung der Reihe um Kate Shackleton. Leider hat Kate für mich zweimal absolut nicht nachvollziehbar gehandelt, ich fand es sogar moralisch bedenklich. Und das hat mir nicht so gut gefallen. Leider kann ich wegen Spoilergefahr nicht mehr dazu sagen.
Die Schreibweise soll in ihrer Art an die damalige Zeit erinnern, trotzdem ist die Geschichte leicht und flüssig zu lesen.
Es gibt auch Sprünge in die Zeit der Burenkriege in Südafrika um 1900, was ich sehr spannend fand. Diese Kapitel sind durch Überschriften klar erkenntlich. Doch erst mit der Zeit klärt sich auf, was diese Rückblenden für den Verlauf und die Aufklärung der Geschichte zu tun haben.
Weiters gibt es eigentlich drei Handlungsstränge, die es aufzuklären gilt: Den Überfall auf den Juwelier; den Mord an dem allseits verhassten Lawrence Milner und die Entführung der Theaterdarstellerin Lucy Wolfendale.
Mit der Aufklärung dieser Fälle war ich mehr oder weniger zufrieden - das hat auch mit meiner weiter oben angeführten Kritik am Verhalten von Kate Shackleton zu tun.
Trotzdem wurde ich wieder gut unterhalten - nur wünsche ich mir für die Folgebände, mehr von Jim Sykes zu lesen, der sehr sympathisch ist und mit seinem Wissen als ehemaliger Polizist zur Aufklärung der Fälle stark beiträgt.
Das Cover lehnt sich an den ersten Teil an, kann der Reihe also eindeutig zugeordnet werden.


Fazit:
Gemütlicher Landhaus-Krimi im England der 1920er. Fortsetzung der Reihe von Kate Shackleton. Hat mich trotz oft nicht nachvollziehbaren Verhaltens der Protagonistin gut unterhalten.

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Rezensionen von Harakiri:

Spannend aber unglaubwürdig

Lazarus von Kepler Lars

Von den Toten auferstanden oder nicht?
Eine Mordserie erschüttert Stockholm. Joona Linna vermutet, dass Jurek Walter doch nicht tot ist und flieht mit seiner Tochter aus dem Land. Keiner glaubt ihm zu Anfang, doch dann wird ein Grab gefunden und allen ist klar: Das kann nur eins bedeuten!
Nun beginnt eine Heztjagd, die ihresgleichen sucht.

Jurek und sein neuer Helfer sind grausamer als je zuvor und schrecken auch vor perfiden Tricks nicht zurück. So fand ich zum Beispiel die Szene im Steinbruch hammerhart!
Mit dem „Biber“ führen die Autoren einen neuen, mehr als brutalen, Killer ein, von dem man sich noch einiges an Grausamkeiten erwarten darf. Sehr witzig die Szene im Krankenhaus, als er plötzlich durch seine Gabe an einem Mord gehindert wird.
Ein wenig unglaubwürdig und weit hergeholt fand ich die Handlung ja teilweise schon! Jurek weiß immer alles, ist immer bestens informiert – nur woher? Das hat mir die Freude am Lesen stellenweise etwas verdorben, hier hätte ich mir eine ausführlichere Beschreibung gewünscht, wie er z.B. das Safe House findet.
Für mich als Thrillerleser hätten auch die Szenen der Personen in den Gräbern etwas mehr ausgebaut werden dürfen, das hätte das Ganze noch etwas spannender gemacht.
Ansonsten recht spannend geschrieben, aber am Ende auch etwas schnell abgehandelt. Und den Tod einiger Personen nehme ich den Autoren persönlich übel 

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Rezensionen von yellowdog:

Zu viele Katzen

Lazarus von Kepler Lars

Tom Cox´Alles für die Katz ist ein amüsantes Buch, natürlich ohne großen Anspruch an literarische Qualitäten. Der Autor berichtet von seiner lebenslangen Liebe zu Katzen und denen vielen, die er hatte. Wie er die verschiedenen Charaktere der überwiegend eigenwilligen Katzen beschreibt ist eindrucksvoll.

Die meisten haben einen ausgeprägte Persönlichkeit, im guten wie im schlechten. Und dabei spielt auch immer eine Rolle, wie die Beziehung zwischen ihm und der jeweiligen Katze ist. Das ist nicht selten komplex.

Zwischendurch gibt es zur Auflockerung Auszüge aus dem Katzenwörterbuch.

Ab und zu gibt es auch kulturelle Anspielungen auf Literatur, Musik und Film, z.B. Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King, Shaft von Isaac Hayes, Die Selbstmordschwestern, Nightmare on Elm Street , T.S.Eliot oder „Crouching Puma, Hidden Bear“, dabei denkt man an den Ang Lee-Film, etc.

Natürlich ist das Buch harmlos, aber als Seelenmassage für Zwischendurch wirklich gut geeignet.

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Rezensionen von Baerbel82:

Das Böse stirbt niemals wirklich

Lazarus von Lars Kepler


Um es gleich vorwegzunehmen, „Lazarus“ von Lars Kepler ist bereits der siebte Schweden-Krimi mit dem sympathischen Ermittler Joona Linna. Die Vorgänger hatten mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Der Einstieg ist echt gruselig. Ist Serienkiller Jurek Walter doch noch am Leben? Hat er sich nach dem Tod seines Zwillingsbruders einen neuen Partner gesucht? Oder ist Joona paranoid? Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen.

Zwei Streifenpolizisten machen einen grausigen Fund. Danach begegnen wir Valeria, Joonas Freundin.
Über das Wiedersehen mit Joona und Saga Bauer, Kommissarin beim schwedischen Staatsschutz, habe ich mich sehr gefreut. Aber der Killer hat Valeria und Sagas kleine Schwester Pellerina längst im Visier. Joona versucht, wenigstens seine Tochter Lumi zu retten. Denn Jurek droht, alle lebendig zu begraben, die ihm lieb sind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Lars Kepler ist das Pseudonym des schwedischen Autorenpaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. „Lars“ verstehen sie als Hommage an Stieg Larsson, „Kepler“ erinnert an den Astronomen, der das europäische Weltbild erschütterte.
Lars Kepler hat seinen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Schauplätze und Perspektiven sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch blutig und brutal. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Joona Linna ist Finnlandschwede und einer der besten Ermittler Schwedens, der auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschreckt. Natürlich sieht er auch noch verdammt gut aus. Jurek, der Antiheld, ist quasi „unkaputtbar“ und der Polizei immer einen Schritt voraus.
„Lazarus“ hat alles, was das halbwegs gesunde Menschenhirn an Obsessionen, Foltern und Metzeleien ausbrüten kann - einschließlich eines psychopathischen Killers, eines charismatischen Ermittlers und eines actionreichen Showdowns. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der offen lässt, wie es mit dieser genialen Reihe weitergeht.

Fazit: Joona Linnas 7. und persönlichster Fall. Mein Krimi-Highlight des Jahres!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Toller Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Der Tote im Schnitzelparadies von Joe Fischler

Arno Bussi, ein gut aussehender, charmanter Beamter des Bundeskriminalamtes Wien, wird als Sonderermittler nach Hinterkitzlingen versetzt. Wohin? In das kleine unbedeutende (und fiktive) Dorf Hinterkitzlingen. Und warum? Bussi hat sich von seinem Oberchef, dem Herrn Innenminister, in flagranti mit dessen Frau erwischen lassen .

.. Nix ist daher mit einer Karriere und spannenden Ermittlungen bei Europol, in Paris, London oder so. Nein, strafversetzt nach, eh schon wissen - Hinterkitzlingen.

Unmittelbar nach seiner Ankunft erwartet ihn der abgetrennte Kopf des Bürgermeisters von Oberkitzlingen. Nein, nicht als Trophäe an der Wand, sondern in der Tiefkühltruhe des örtlichen Schnitzelparadieses. Noch bevor die Spurensicherung und Verstärkung eintrifft, verlegt ein Felssturz die einzige Zufahrtsmöglichkeit in das Tal und das Unwetter lässt die Stromversorgung zusammenbrechen. Arno Bussi ist auf sich allein gestellt. Als dann noch ein weiterer Mord geschieht, ist guter Rat teuer.

Meine Meinung:

Autor Joe Fischler hat mit der Figur des Arno Bussi einen witzigen Polizisten geschaffen, der durch die verführerischen Frauen in seiner Umgebung immer wieder auf Abwege gerät. Leider ist Arno nicht ganz so weltmännisch wie er es eigentlich gerne sein möchte. So tappt er immer wieder in die Fänge der Liebe oder was er dafür hält. Er muss, wie ein guter Rotwein oder Whisky noch ein bisschen reifen. Im Moment ist er eher der einsame Wolf, der sich auch ein bisschen im Selbstmitleid suhlt. Warum hat der Innenminister auch seine Frau bespitzeln lassen und eine Kamera im ehelichen Schlafgemach montieren lassen? Damit kann doch ein Liebhaber nicht rechnen, oder?
Auch die anderen Bewohner von Hinter- oder Vorderkitzlingen sind ein wenig skurril. Zum Beispiel die Helga Kreuzveitl, die Pfarrersköchin, die das „leibliche Wohl“ des Pfarrers, der in der Umgebung nur „Heiliger Bimbam“ genannt wird, ein wenig zu wörtlich nimmt. Auch die Resi, in deren Schnitzelparadies der Kopf des Vorderkitzlinger Bürgermeisters gefunden wird, hat mehr als nur ein Geheimnis. Damit ist sie nicht die einzige …

Der Schreibstil des Autors ist herzhaft erfrischend. Mehrmals musste ich laut lachen. Allein schon die Ankunftsszene, wie Arno auf seiner geliebten hellblauen Vespa nach stundenlanger Fahrt in Hinterkitzlingen eintrifft und fortan in der abgewohnten, ehemaligen Gendarmerie-Dienststelle leben muss. Herrlich, dass er einen Lada Taiga als Dienstauto zur Verfügung gestellt bekommt. Er wird ihn noch zu schätzen lernen, den Büffel aus Togliattigrad mit dem Zündschloss links von der Lenksäule.

Neben der amüsanten Sprache hält der Krimi einige unerwartete Wendungen für die Leser bereit. Immer, wenn man glaubt, den Täter ausgemacht zu haben, schlägt Joe Fischler einen Haken und Arno Bussi steht in der nächsten Sackgasse. Die Spannung wird, wie es sich für diese „locked room“-Krimis gehört, bis zum Show Down hoch gehalten. Der oder die Täter verstecken sich bereits von Beginn an in der Geschichte, doch bis Arno Bussi seine richtigen Schlüsse vergeht geraume Zeit. Auch auf Hilfe von außen kann er aufgrund des Unwetters nicht hoffen. Hin und wieder kommen nicht nur bei Arno klaustrophobische Beklemmungen zum Vorschein.

Joe Fischler hat nach seiner „Veilchen-Reihe“ einen weiteren witzigen Ermittler-Typ geschaffen, der für eine neue Reihe taugt. Ich denke, Arno Bussi wird nicht lange alleine bleiben.

Fazit:

Ein fulminanter Auftakt zu einer neuen Krimi-Serie. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne und warte ungeduldig auf das nächste Abenteuer von Arno Bussi.

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