Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bibliomarie:

Die Kunst der Kartoffel

Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel von Glaister Seni

Mr. Doubler lebt von und für die Kartoffel. Seit 10 Jahren hat er seine Farm auf dem Hügel nicht mehr verlassen, er gilt als verschrobener Einzelgänger. Seine einzige Verbindung zur Welt ist seine Haushälterin Mrs. Millwood, die mit seinem kauzigen Wesen umzugehen weiß. Doch als sie schwer erkrankt und nicht mehr zu ihm kommen kann, ist er gezwungen seine enge Welt zu verlassen.

Das ist von der Geschichte her eigentlich ein ganz einfacher Roman, aber aus jeder Zeile spricht viel Weisheit und Lebenserfahrung. Wie Mrs. Millwood aus dem Krankenhaus heraus Doubler warmherzig zur Seite steht und ihn auf die Welt vorbereitet, hat mich tief berührt. Allmählich merkt der Farmer, dass er nicht allein ist und dass es ihm gelingt, neue Verbindungen einzugehen und dass seine Obsession für die perfekte Kartoffel vielleicht nicht sein einziger Lebenszweck sein muss.
Der Mann, der kaum etwas um sich herum wahr nahm, der Welt, die sich immer schneller dreht mit tiefempfundenen Misstrauen gegenüber steht, gewinnt neue Freunde und kann mit seiner Lebenserfahrung auch anderen zur Seite stehen, ganz wie es Mrs Millwood auch bei ihm tat.
Mir hat dieser Roman viele, ganz besondere Lesestunden geschenkt und über manche Sätze und Ereignisse habe ich mich köstlich amüsiert, andere haben mich tief berührt und manchmal auch traurig gemacht. Wie Mr. Doubler seine Einsamkeit und seine innere Verletzungen allmählich überwindet und auch wieder einen neuen Zugang zu seinen Kindern findet, gefiel mir gut. Auch wenn es bedeutet, dass er erkennen muss, dass sein Sohn einfach nur ein Sch…kerl ist, der die Farm lieber heute als morgen zu Geld machen würde. Aber es gibt auch Enkelkinder und wer weiß, vielleicht hat eins seine Liebe zum Land geerbt.
Ein Roman, den man langsam lesen sollte, weil man immer wieder inne halten kann um über Sätze nachzudenken, in denen viel Weisheit und Lebensphilosophie steckt. Es war mir ein großes Vergnügen Mr. Doubler kennenzulernen und kann nur jedem Leser die Bekanntschaft mit ihm empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bibliomarie

Rezensionen von rewareni:

Ein brutaler Mörder

Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel von Glaister Seni

Hauptkommissar Sören Falk und seine Kollegin Anna müssen im Mordfall eines Gelegenheitsstrichers ermitteln, den man nackt und offensichtlich vergewaltigt auffindet. Schlimme Erinnerungen an einen früheren Mordfall kommen daraufhin bei Sören hoch. Dabei kommt es ihm gelegen, dass er ein wenig Abwechlslung bei dem attraktiven Mehmet findet, der so wie er schwul ist.

Doch nach einer Enttäuschung mit Mehmet lernt er den transsexuellen Sally kennen und erlebt dabei neue sexuelle Erfahrungen, so wie seine Kollegin Anna, mit einer Frau. Doch die Glücksgefühle halten nicht lange an, als man einen brutal ermordeten Callboy entdeckt und Mehmet plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist. Sören und sein Team versuchen alles, um den Täter zu finden, noch dazu, wo es auch Hinweise gibt, die in die High Society führen. Die Puzzleteile setzen sich immer mehr zusammen und wieder einmal kann es Sören nicht lassen und begibt sich alleine auf Spurensuche, nichts ahnend, dass der brutale Mörder bereits in seiner Nähe ist.
,,Sören Falk und der Harem des Grauen´´ ist der zweite Fall rund um den homosexuellen Kommissar Sören Falk, den der Autor Lennart Larson auf Verbrecherjagd schickt. Man kann aber ohne, den vorherigen Band zu kennen, die Geschichte lesen und verstehen. Man bekommt eine Mischung aus Krimi, Spannung , Humor, Gänsehautgefühl und Erotik geboten.
Schön beschreibt dabei der Autor die freundschaftliche Beziehung zwischen Sören und Anna, die sich in jeder Lebenslage aufeinander verlassen können. Humorvolle Dialoge runden die Szenen zwischen den beiden ab.
Die Geschichte, die Lennart Larson erzählt, ist nichts für schwache Nerven, weil brutale und blutige Szenen sicherlich nicht jedermans Geschmack sind. Hier finde ich, dass sie passen, da der Täter, den man zwar sehr schnell kennt, aber das tut der Spannung überhaupt keinen Abruch, als Psychopath dargestellt wird, von dem man keinen klaren Gedanken erwarten kann. Schön lässt hier der Autor seine Kommissare viele Indizien zusammen suchen, bis sie am Ende beim Täter angelangt sind. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat waren einige sehr detaillierte und auch hart beschriebene Sexszenen, die ich so ausfühlich nicht gebraucht hätte.
Ansonsten ist es ein gut geschriebener Roman, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Sören Falk ist ein Sympathieträger, der mit seiner lockeren und auch manchmal unkonventionellen Ermittlermethode sicher noch mehrere Fälle lösen wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewareni

Rezensionen von Caroline :

Em Ende gibt diese Geschichte ihre Geheimnisse preis

Nichts weniger als ein Wunder von Zusak Markus

ennt ihr das Gefühl, dass ihr kaum Worte findet, um eure Emotionen und Eindrücke zu einem Buch, auszudrücken? Ich bin davon überzeugt! Heute geht es mir so. Vor einer Woche habe ich die Geschichte beendet und noch immer fehlen mir die richtigen Ausdrücke und Worte.

Ich versuche es dennoch, allerdings dieses Mal in einer für mich ungewöhnlichen Form.

Klappentext:
Dies ist die Geschichte der fünf Dunbar-Brüder. Nach dem Tod der geliebten Mutter und dem Weggang ihres Vaters leben sie nach ihren ganz eigenen Regeln. Sie trauern, sie lieben, sie hassen, sie hoffen und sie suchen. Nach einem Weg, mit ihrer Vergangenheit klarzukommen, nach der Wahrheit und nach Vergebung. Schließlich ist es Clay – angetrieben von den Erinnerungen an ihren tragischen Verlust –, der beschließt, eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die Vergangenheit zu überwinden und so sich selbst und seine Familie zu retten. Dafür verlangt er sich alles ab, was er geben kann, und mehr: nichts weniger als ein Wunder.

Was möchte ich euch darüber erzählen?

Als das Buch "Bridge of Clay" im Oktober 2018 erschien, habe ich es mir sofort gekauft und dann? Ihr könnt es euch denken, kam es auf meinem SuB und dort liegt es noch heute.

Bald war klar, dass es recht rasch übersetzt werden würde und damit hatte ich einen Grund, zu warten.

Doch dann kamen die ersten Zweifel in mir hoch. Wie einige wissen, gehört "Die Bücherdiebin" zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Nun hat der Autor knapp 11 Jahre gebraucht, um ein neues zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ich kann verstehen, dass er es nicht ganz einfach aus einem Ärmel schütteln konnte. Schließlich lag ein immenser Erwartungsdruck auf ihm, von seinen Lesern und wahrscheinlich auch von ihm selbst. Und so schwankte ich zwischen absoluter Freude und totaler Verzweiflung.

Als der Tag X näher rückte, habe ich keine einzige ganze Rezension gelesen, aber ein paar Sätze, die mich erschreckten. Ich wollte nicht, dass diese Geschichte, auf die ich so lange gewartet habe, auf meinem Stapel ungelesener Bücher versauert.
Daher fragte ich beim Verlag um ein Rezensionsexemplar an und als ich es bekam, freute ich mich unglaublich. Damit war ich "gezwungen" das Buch zur Hand zu nehmen.

Ich habe begonnen, ohne große Erwartungen zu haben. Unvoreingenommen widmete ich mich den Seiten und nach ca. 300 Seiten habe ich eine kleine Instagram Story gepostet, um meine ersten Leseeindrücke zu schildern. Knapp 10 Tage habe ich für die Hälfte gebraucht und ich glaubte noch länger mit dem Buch beschäftigt zu sein. Tja, falsch gedacht.

Nun aber genug geschwafelt. Lest das Buch, vergleicht es nicht mit "Der Joker" oder "Die Bücherdiebin". Schlagt es auf und lasst euch auf diese ungewöhnliche Geschichte ein.

Matthew, der älteste der Dunbar Brüder schreibt sie auf und erzählt sie langsam und entschleunigt. In der heutigen Zeit, in der alles schnell gehen muss, tut es unheimlich gut, in gemächlichem Tempo die Figuren zu beobachten. Auf zwei Erzählebenen lernen wir die Charaktere kennen, die zum Teil unheimlich skurril agieren und seltsame Angewohnheiten haben.
Der Autor verwebt auch noch ungewöhnliche Themen: Pferderennsport, die Odyssee und vor allem Michelangelo. Oh und noch etwas: Australien als Handlungsort hat mich öfter erschreckt .... zB "Als im März der Herbst anbrach." Eh klar, aber im ersten Moment doch gewöhnungsbedürftig.

Der Schreibstil Zusaks hat Wiedererkennungswert. Wie bereits in seinen anderen Büchern schreibt er ohne lange Sätze, schafft es aber Emotionen sehr gut verpacken, ohne pathetisch zu werden. Ich benötigte einige Zeit, um vor allem die Dunbar Brüder zu fassen zu bekommen, aber es kam der Augenblick, als ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Die zweite Hälfte verschlang ich in gerade mal 24 Stunden. Seither denke ich öfter an die Geschichte, sie hat mich gepackt und lässt mich seither nicht mehr ganz los.

Ich versuche mich nun an einem Vergleich und ich hoffe, ihr könnt nachvollziehen, was ich damit sagen möchte.

Gleich einer Blumenknospe, die wächst, langsam erblüht und am Höhepunkt ihre ganz Pracht zeigt, ist "Nichts weniger als ein Wunder". Am Ende ergibt alles in diesem Buch einen Sinn.

Die Begeisterung lässt sich nicht mit jener zu "Die Bücherdiebin" vergleichen, aber sie ist auch dieses Mal groß, nur total anders: Leiser, langsamer!

www.mariessalondulivre.at

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Caroline

Rezensionen von heinoko:

Gewalt, Ekel und Abscheu im Übermaß

1793 Roman von Niklas Natt och Dag Leena Flegler


Das Cover verheißt ein besonderes Buch. Und das ist es in der Tat, ein besonderes Buch. Es gibt Bücher, die liebt man. Und es gibt Bücher, die bewundert man, weil sie „besonders“ sind, aber man liebt sie nicht. So erging es mir mit der vorliegenden Geschichte. Ich war tief beeindruckt von der immensen Kraft, die in den Zeilen steckt, von der gewaltigen Ausdrucksstärke des Autors, die so intensiv war, dass ich mich dabei ertappte, wie ich szenenweise nur noch durch den Mund atmete, um nicht dem beschriebenen Gestank ausgesetzt zu sein.

Der Klappentext ist relativ sparsam: „Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …“
Cecil, der unheilbar an Tuberkulose erkrankte geniale Ermittler, und sein traumatisierter einarmiger Mitstreiter Jean Michael scheinen in diesem Roman die einzig Guten zu sein in einer Welt, die nur Abschaum beherbergt, in der Brutalität, Ausbeutung und Bestechung die geltende Währung darstellen und in deren Abgründen man nichts als stinkende Exkremente zu finden scheint. Der Kriminalfall, der nicht sonderlich spannend ist, tritt in den Hintergrund, denn die schier grenzenlose Brutalität, die Gewalt in all ihren Erscheinungsformen nimmt den größten, beeindruckend abstoßenden Raum ein, doch außer grenzenlosem Ekel bleibt beim Leser nicht viel in Erinnerung. Ich hätte mir mehr differenzierte Atmosphäre gewünscht, denn auch diese brutale Zeit hatte sicher mehr zu bieten als nur bestialisch stinkende Abgründe in den Straßen und in den Köpfen. Beim Lesen fühlte ich mich, als sei ich in unterirdischen, gefährlich dunklen Katakomben unterwegs, deren abzweigende Gänge immer wieder neue Geschichten der Brutalität eröffneten, sodass ich Mühe hatte, mich darin nicht hoffnungslos zu verirren. Und letztlich war ich erleichtert, als das Buch beendet war und ich wieder frische Luft atmen konnte…

im Shop ansehen weitere Rezensionen von heinoko

Rezensionen von dorli:

Auf den Spuren meiner Schwester

Auf den Spuren meiner Schwester von Jody Hedlund

In ihrer Orphan-Train-Serie erzählt Jody Hedlund die Geschichte der Waisenzugbewegung der 1853 gegründeten Children's Aid Society - eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligte Kinder und Jugendliche aus New York in den Mittleren Westen umzusiedeln, um ihnen so eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

„Auf den Spuren meiner Schwester“ spielt im Sommer 1858 und ist der zweite Teil der Serie um die aus Deutschland stammenden Neumann-Schwestern, der Roman ist aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes bestens verständlich. In diesem Buch steht mit der 19-jährigen Marianne die mittlere der drei Schwestern im Mittelpunkt des Geschehens.

Marianne Neumann will unbedingt ihre seit mehreren Monaten vermisste jüngere Schwester finden. Da sie Sophie in Illinois vermutet, hat Marianne beschlossen, für die Children's Aid Society zu arbeiten. Als Mitarbeiterin dieser Organisation begleitet sie Kinder in den Westen und arrangiert deren Unterbringung in geeigneten Familien. Ihr zur Seite steht auf ihrer ersten Fahrt der ehemalige Lehrer Andrew Brady. Drew ist Marianne eine große Hilfe, da er ausgezeichnet mit Kindern umgehen kann. Dass der nach außen so lebenslustig wirkende Mann ein schweres Päckchen zu tragen hat, ahnt Marianne zu Beginn der Reise nicht…

Besonders gut gefallen hat mir, dass Jody Hedlund nicht nur die positiven Aspekte der Waisenzugbewegung in das Geschehen einfließen lässt, sondern auch die vielfältigen Schwierigkeiten und Probleme, die sich während der Fahrten ereignet haben, hervorhebt.

Neben dem historischen Part rund um die Children's Aid Society kommen auch Humor und Romantik nicht zu kurz. Fröhliches Geplänkel und gegenseitige Neckereien zwischen den Hauptprotagonisten lockern das Geschehen auf. Marianne und Drew kommen sich im Verlauf der Handlung näher, schwerwiegende Anschuldigungen machen eine gemeinsame Zukunft der beiden jedoch so gut wie unmöglich.

„Auf den Spuren meiner Schwester“ hat mir sehr gut gefallen. Historische Fakten werden anschaulich und lebendig erzählt. Es hat Spaß gemacht, Marianne und Drew auf ihren Wegen durch diese mitreißende Geschichte zu begleiten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von dorli

Rezensionen von Petra Sch.:

Eine emotionale Rückwärtsreise in der Zeit

Das geheime Glück von Cohen Julie


In diesem Buch wird über die Liebe von Emily und Robbie erzählt, die sich 1962 kennengelernt haben, und die ein großes, schreckliches Geheimnis verbindet. Und da Robbie an Alzheimer leidet und Angst hat, diese Geschichte auszuplaudern, wählt er den Freitod.

Ich war erstmal erstaunt, als ich gesehen habe, dass diese Geschichte von hinten nach vorne erzählt wird.

Das heißt, es beginnt im Jahre 2016 und geht zurück ins Jahr 1962.
Nach und nach wird die Geschichte von Robbie und Emily erzählt und so das Geheimnis aufgedeckt.
Natürlich war es anfangs ein bisschen verwirrend, da die Protagonisten über Gegebenheiten sprechen, die man als Leser ja noch nicht kennt. Und keine Hintergrundinfos hat. Das war anfangs etwas frustrierend, aber nach und nach löst sich das Rätsel auf.
Der Schreibstil ist sehr emotional, und man ist sofort in der Geschichte und im Leben von Emily und Robbie drin.
Es passiert viel in deren Leben, und man ist von Anfang an gefesselt.
Auch die teilweise mafiösen Umstände von Adoptionsmöglichkeiten werden in diesem Roman angeprangert.

Das Cover hat für ich eher eine Wohlfühlroman assoziiert, was es definitiv nicht war. Man hat mit den Protagonisten mitgefiebert, wollte sie manchmal einfach nur durchschütteln und fragen: warum redet ihr nicht alle miteinander? Denn das hatte ich am meisten zu kritisieren - dann wäre dieses schreckliche Geheimnis vielleicht auch kein Grund für den Bruch mit den Familien gewesen...


Fazit:
Sehr emotionaler Roman, der das Leben der Protagonisten von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit erzählt. Viele Heimlichkeiten, ein großes schreckliches Geheimnis und eine große Liebe.
"Doch jetzt bin ich, zum ersten Mal, seit ich dir begegnet bin, frei. Freiheit war dein letztes Geschenk für mich. Und diese Freiheit gäbe ich gern wieder her, Robbie, könnte ich dafür zu dem Tag zurückkehren, an dem wir uns begegnet sind, und alles noch einmal tun."

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Rezensionen von Gaby 2707:

Da wäre ich gerne dabei gewesen

Sag dem Abenteuer, ich komme von Lea Rieck

Ich fahre zwar nicht Motorrad, aber ich liebe das Reisen und die dazugehörige Reiselektüre danach. Und so musste ich dieses Buch, dessen Cover mir sofort ins Auge gestochen ist, einfach lesen. Und ich habe es nicht bereut mich mit der jungen Münchner Autorin auf ihren Weg zu machen.

„Sag dem Abenteuer ich komme“ fesselt nicht erst ab der ersten Seite.

Schon in der vorderen Klappe beginnt das Abenteuer, wo mir eine Weltkarte die Wege zeigt, die Lea Rieck auf ihrer Reise um die Welt genommen hat. Und auch die Inhaltsangaben machen neugierig auf das, was da auf mich, den Leser zu kommt.

Ich bin bei ihren langwierigen Reisevorbereitungen dabei und dann geht’s los. Über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, über den Kosovo nach Griechenland, dann in die Türkei nach Istanbul. Von dort nach Russland, Tadschikistan, Kirgistan, China, Pakistan, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand bis nach Australien und Tasmanien. Immer meine ich den Fahrtwind im Gesicht spüren zu können. Anschließend lerne ich Argentinien, Feuerland, Patagonien, Chile, Peru, Panama, USA, Kanada, Marokko und die Westsahara kennen. Als wir dann nach 516 Tagen und 87317km in Spanien von der Fähre gehen, ist klar, dass diese Reise nun bald zu ende geht. Ich hätte ihr noch ewig folgen können.

Es gab beim Lesen nie eine Zeit, die langatmig oder langweilig war. Es passiert soviel und ich darf daran teilhaben. Selten habe ich einen so interessanten, sprachlich ausgereiften und spannenden Reisebericht gelesen, wie diesen hier. Er nimmt mich emotional gefangen, erzählt von außergewöhnlichen Menschen und Begegnungen und ich lerne die Natur, Land und Leute mit ihren Augen kennen. Aber auch persönliche Krisen und Zweifel werden nicht ausgeblendet, sondern finden genau so wie das viele Schöne ihren Raum. Wunderbar finde ich auch die vielen Fotos, die dieses Taschenbuch absolut aufwerten. Ganz zum Schluss werden auch noch oft gestellte Fragen beantwortet.

Der Satz, der ihre Reise und ihre Erfahrungen sehr gut beschreibt, steht auf Seite 359:
„Ich bin noch dieselbe, aber mein Blick hat sich geändert. Das Fremde ist zum Vertrauten geworden – und auf das Vertraute habe ich einen neuen Blick gewonnen“

Ein wunderbarer Reisebericht einer starken jungen Frau, die ich um ihre Motorradfahrten und ihre Erfahrungen richtig beneide.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von nil_liest:

Anwärter ein Klassiker zu werden!

Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe von Michael Ende; Wieland Freund

Ein neues Buch von Michael Ende! Wie kann das sein? Im Nachlass gab es ein begonnenes Buch, die ersten 3 Kapitel existierten schon. Nun hat Wieland Freund es zu Ende geschrieben.
Was für eine tolle Idee und aus unserer Sicht ist gelungen! Beim Vorlesen habe ich kaum den Bruch in der Sprache wahrgenommen, natürlich weiß man welche Kapitel von Michael Ende sind und welche von Wieland Freund, aber es passt!
„Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe“ ist eine märchenhafte Erzählung in der es alle Elemente gibt einer klassisch mystischen und spannenden Geschichte des Mittelalters.

Wir treffen eine Prinzessin, einen Raubritter, einen Zauberer und einen Drachen. Was will man mehr?
Knirps, der Sohn von Puppenspielern reißt aus und will Raubritter werden durch eine Lehre beim bekannte Rodrigo Raubein. Dieser Raubritter täuscht alle über seine eignen Ängste und Unsicherheiten hinweg und treibt Knirps in eine Mutprobe. Wunderbar wie die Brücke von dieser Geschichte zu den Puppen der Puppenspieler geschlagen wird. Knirps der so gerne die Abenteuer erleben will, die seine Eltern spielen, ist nun mittendrin und beweist Mut und Stärke.
Sprachlich toll erzählt, weder zu ausschweifend, aber mit einem nötigen Detailgrad um die Stimmung und das Ambiente rüber zu bringen, lesen wir uns hier herrlich durch die Abenteuer von Knirps. Meine Altersempfehlung liegt bei mindestens 6 Jahren (wie vom Verlag angegeben), ein Buch das sich sehr gut in der Grundschulzeit vorlesen lässt und noch spannend ist selbst in der 4. Klasse zu lesen! Definitiv sollten empfindliche Kinder das Buch nicht all zu früh hören/lesen, da es verschrecken könnte durch gruselige Elemente. Das Ausreißen gleich zu Beginn und die Täuschungen des Raubritters können zarte Gemüter irritieren.
Erwähnenswert sind auch die super tollen Illustrationen, von denen es einige im Buch gibt. Regina Kehn schafft es die Stimmung auf den Bildern zu illustrieren, man könnte fast glauben auch diese seien aus einer anderen Zeit. Sehr sehr gelungen.
Fazit: Ich würde mich nicht wundern, wenn dieses Buch bei meinen Kindern, wenn sie mal groß sind zum „Klassiker-Kanon“ zählt! Und auch wenn die Geschichte weit weg ist von der alltäglichen Kindheit unserer eigenen Zwerge, oder gerade deshalb (!), lieben es meine Kinder sich vorzustellen selbst der mutige Knirps zu sein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nil_liest

Rezensionen von BarbaraM:

Ein informatives, kreatives, inspirierendes und wunderschön designtes Hochbeet-Abenteuer!

Das unglaubliche Hochbeet von Doris Kampas

„Das unglaubliche Hochbeet – Ernten bis zum Umfallen“ von Doris Kampas ist 2019 im Verlag Löwenzahn erschienen und umfasst 118 Seiten.

Dieses Buch macht so unglaublich viel Lust, sofort mit dem Gärtnern in einem Hochbeet anzufangen.
Es ist aufgeteilt in zwei übergeordnete Kapitel. Der erste Teil „All you need is“ gibt unzählige hilfreiche Tipps, zum Bau und zur Materialbeschaffenheit, zur Standortwahl und richtigen Befüllung, aber auch zum Umgang mit verschiedenen ungebetenen Besuchern.

Der zweite Teil „All you love is“ bietet sieben ganz unterschiedliche Bepflanzungsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen wie beispielseise „Pizza-Pasta-Hochbeet“ , „Mach-dich-fit-Hochbeet“ oder auch „Den-ganzen-Winter-frisches-Gemüse-Hochbeet“. Richtig gut gefallen hat mir hier, dass es sich um keine starre Bepflanzungsanregung handelt, sondern dass man jedes Motto ganz an seinen persönlichen Geschmack anpassen kann und das wirklich rund um das ganze Jahr.

Ein besonderes Extra stellt der tolle Anbau- und Erntekalender in Posterformat dar. Hier hat man immer die Möglichkeit nachzusehen, wann der richtige Zeitpunkt für Aussaat, Pflanzung, Ernte und zusätzlich verlängerter Ernte durch Abdeckung mit einem Vlies oder Aufsatz von den unzähligen Pflanzarten ist.

Der Autorin gelingt es mit ihrem persönlichen und dabei unglaublich informativen Schreibstil, dem Leser ihre Leidenschaft für das Gärtnern mit einem Hochbeet nahe zu bringen. Ihr gelingt dies auf sehr angenehme, lebendige, praxisnahe und anschauliche Art und Weise. Viele Tipps, Tricks und persönliche Anekdoten lassen das Buch zu einem absoluten Leseerlebnis – nicht nur für Hochbeet-Laien - werden

Besonders hervorzuheben sind auch die wunderschönen, natürlich gehaltenen, bunten Zeichnungen der Illustratorin Ruth Veres und die vielen Fotos. Die ganze Gestaltung und das Layout sind qualitativ hochwertig und gut durchdacht und man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden.

Fazit: Hier handelt es sich um einen umfassenden Ratgeber zum Thema „Gärtnern mit einem Hochbeet von Anfang an“, der Anfängern einen tollen Einblick gibt, aber auch erfahrenere Gärtner können von diesem Buch, den Tipps, Tricks und enormen weitergegebenen Wissen profitieren.
Dieses Hochbeet-Abenteuer hat mich absolut überzeugt und gefällt mir außerordentlich gut.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von BarbaraM

Rezensionen von Caroline :

Lass dich nach Südfrankreich entführen

Das Honigmädchen von Claudia Winter

Teenie-Töchter können extrem schwierig sein. Diese Erfahrung muss auch Camilla machen. Seit der Trennung von ihrem Mann zehrt ihre Tochter Marie an ihren Nerven. Ständig gibt sie Widerworte, überschreitet ihr gesetzte Grenzen und auch in der Schule stehen Probleme an der Tagesordnung.

Camilla arbeitet mit ihrem Vater im Familienunternehmen und als sie dieser zu einem Lieferanten in die Provence schickt, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopf und packt kurzentschlossen ihre Tochter ins Auto und fährt los.

An einer Tankstelle trifft sie auf ihren nervigen Nachbar und dieser macht sich unersätzlich, weil er es schafft Marie vom spontanen Trip zu überzeugen und nur in seiner Begleitung will sie weiterfahren.

Das Örtchen Loursacq zu finden, stellt eine Herausforderung dar und angekommen beim Honiglieferanten Henri, müssen sie feststellen, dass das Haus fast komplett ein Raub der Flammen wurde. Im Stall müssen sie ihr Nachlager aufschlagen und gleich am nächsten Tag lernen sie das Leben auf dem Bauernhof und der Imkerei ganz genau kennen. Vor allem die Bienen ziehen Marie in ihren Bann. Schon bald begleitet sie Henri täglich zu den Stöcken. Dabei erzählt und erklärt der schrullige alte Mann vieles über die mystischen Wesen.

Während dessen arbeitet Camilla mit den Saisonarbeitern und Einwohnern des Städtchens. Allerdings bemerkt sie schnell, dass Henri nicht bei allen sehr beliebt zu sein scheint. Sie wittert ein Geheimnis, das sie unbedingt lösen möchte, um sich nicht mit ihren eigenen Problemen näher zu beschäftigen.

Wie hat es mir gefallen?

Wie könnte ich der Provence als Schauplatz einer Geschichte widerstehen? Noch dazu wenn sie aus der Feder von Claudia Winter stammt!

Bereits einmal stellte die Autorin Frankreich in den Mittelpunkt eines Buches. In "Die Wolkenfischerin" brachte sie ihre Leser/innen in die Bretagne, die rau und manchmal auch unwirtlich sein kann.

Dieses mal entführt sie uns in den Süden Frankreichs. Loursacq ist ein fiktiver Ort, der in die hügelige Landschaft eingebetet ist. Umgeben von Wäldern, Lavendelfeldern und Menschen, die herzlich aber auch misstrauisch sein können. Die Sonne scheint häufig und nährt somit das Wachstum der Pflanzen. Doch der Mistral, ein warmer aber sehr starker Wind, ringt der Gegend und den Menschen einiges ab. Dafür belohnen sie sich mit leckeren Gerichten, kreieren wundervolle Mahlzeiten und verfeinern diese mit außergewöhnlichen Gewürzen.

All diese großartigen Aspekte finden ihren Weg in dieses Buch. Besonders die Bienen bekommen ihren eigenen Anteil an der Geschichte. Nicht nur, um qualitativ hochwertigen Honig zu produzieren, sondern um Menschen zu verzaubern. Vor allem "Das Honigmädchen" erkennt deren Macht und lernt sie zu schätzen.

Gestrandet in dieser abgeschiedenen Gegend prallen zwei komplett unterschiedliche Welten aufeinander. Camilla, die in ihrem normalen Alltag einem strengen Zeitplan folgt, fühlt sich anfangs mit dieser lockeren Situation völlig überfordert. Sie möchte unbedingt eine bessere Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen und dabei hilft ihr überraschender Weise ihr Nachbar, der eigene Sichtweisen einbringt.

Dieses Buch vereint besondere Hauptfiguren und sehr gelungene Nebencharaktere mit französischer Cuisine (im Anhang findet man einige Rezepte), vielen verschiedenen Tieren, die für jede Menge witziger Momente sorgen und einer Gegend, die so schön beschrieben ist, dass meine eigenen Erinnerungen wieder sehr lebendig wurden. Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit viel Gefühl beschreibt sie die Entwicklungen und haucht ihren Figuren Leben, Liebe und Leidenschaft ein.

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Buch vorab mit den anderen WintiGirls lesen durfte. Claudia Winters "Die Wolkenfischerin" und "Aprikosenküsse" habe ich bereits mit Begeisterung gelesen. Mit ihrem Schreibstil schafft sie es Landschaften, Farben und vor allem Gerüche so genau zu beschreiben, dass es eine Freude ist, in die Geschichten einzutauchen. Noch dazu erweckt sie ihre Figuren zu sympathischen, lebensnahen Menschen, die ihr Schicksal nicht einfach so annehmen, sondern um ihr Glück kämpfen.

www.mariessalondulivre.at

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Caroline