Kunden em pfehlungen
Rezensionen von TanyBee:
Genial!
Ein perfider Plan von Anthony Horowitz
Als ich „Ein perfider Plan“ zu lesen begann, hatte mich auf einen netten Krimi eingestellt. Doch dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Ich bin sehr begeistert. Aber von Anfang an:
Der Clou an diesem Roman ist, dass der Autor Anthony Horowitz über sich selbst schreibt. Anthony Horowitz, Autor und Drehbuchautor, bekommt ein Angebot von einem Ermittler, ein Buch über seinen aktuellen Fall zu schreiben.
Dabei mag er diesen Ermittler, Hawthorne, nicht mal besonders. Doch der Fall ist interessant: Diana Cowpder hat ein Beerdigungsinstitut besucht, um ihre eigene Beerdigung zu organisieren. 6 Stunden später ist sie tot – ermordet. Wusste sie, dass sie ermordet werden wird? Horowitz lässt sich also auf das Angebot ein.
Hawthorne ist wortkarg, unfreundlich und nicht besonders sympathisch. Horowitz ist sein Gegenstück: nett, empathisch, manchmal naiv. Besonders fasziniert hat mich, wie der Autor immer wieder sein eigenes Leben und seine bisherigen Werke ins Buch einfließen lässt. Stellenweise hat man wirklich das Gefühl, ein autobiographisches Werk zu lesen. Aber dieser Fall ist ja nicht wirklich passiert. Oder doch? Diese Verflechtung von Fiktion und Fakten passiert nicht halbherzig, sondern wird perfekt durchgehalten. Bis zur allerletzten Seite (die mir noch einmal besonders gut gefallen hat!), besser noch, sogar bis zur Danksagung.
Und auch der Kriminalfall und dessen Lösung sind äußerst intelligent erdacht. Ich liebe solche Krimis, bei denen man miträtselt, auf falsche Fährten geführt wird und am Ende ist doch alles ganz logisch und einleuchtend. Und das Ende ist so spannend! Ich musste die letzten 100 Seiten am Stück lesen.
Was ich auch noch unbedingt anmerken muss: Das Buch ist wunderschön gestaltet. Es hat einen Leineneinband und die Schrift und die Bilder sind geprägt. Ein wahres Schmuckstück für jedes Bücherregal.
Ich hoffe sehr, dass Band 2 bald auf Deutsch erscheint und dass die Reihe noch viele weitere Bände bekommen wird. Und während des Wartens werde ich mir die anderen Bücher von Horowitz anschauen, mal sehen, ob sie ähnlich genial konstruiert sind.
Eine große Leseempfehlung an alle Krimiliebhaber für dieses Buch!
Rezensionen von NR:
Lhasa
Er ging voraus nach Lhasa von Nicholas Mailänder
Mithilfe der Originaltexte von Peter Aufschnaiter schildert Nicholas Mailänder dessen faszinierende Lebensgeschichte sehr detailliert. Er beginnt die Erzählung mit seinem Leben im bäuerlichen Tirol und seiner Leidenschaft zum Bergsteigen und Klettern. Er schreibt über die Entstehung der Idee zur Nanga-Parbat-Expedition und Aufschnaiters Beziehung zu Heinrich Harrer, der schneller als er selbst ein Buch über die Flucht aus dem Internierungslager in Dehra Dun, die Odyssee durch das tibetische Hochland und den Aufenthalt in Lhasa schrieb, obwohl es Aufschnaiter war, der die Idee hatte nach Tibet zugehe.
Auch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sind, laut Aufschnaiters Berichten, ihm zuzuschreiben.
Am Ende schreibt Mailänder über Aufschnaiters Leben nach der Pensionierung, das er auch weiterhin in Nepal verbrachte und letztendlich nepalesischer Staatsbürger wurde.
Im Anhang findet sich eine Zeittafel zu Peter Aufschnaiters Leben sowie die Geschichte des Staates Tibet (1913 - 1950) und ein Überblick über den tibetischen Buddhismus.
Mit der Biographie von Peter Aufschnaiters Leben hat Mailänder ein spannendes Buch für Bergsteiger und Abenteurer geschrieben, das einen neuen Blick auf den Mythos „Sieben Jahre in Tibet“ zulässt.
Rezensionen von yellowdog:
Schön wie Panther
Welch schöne Tiere wir sind von Lawrence Osborne
Schauplatz dieses Romans ist die griechische Insel Hydra. Hier machen privilegierte Familien ihren Sommerurlaub.
Der reiche Jimmie Codrington und seine griechische Frau Phaine sowie seine 24jährige Tochter Naomi haben dort eine Villa und auch ein Hausmädchen.
Naomi begegnet einer amerikanischen Familie und freundet sich mit der 20jährigen Samantha an.
Die beiden jungen Frauen finden auf einem entlegenen Teil der Insel durch Zufall einen arabischen Mann, vermutlich ein syrischer Flüchtling. Aber Faoud gibt nichts von sich preis. Naomi möchte ihm helfen und hat eine Idee mit fatalen Folgen.
Überraschend, wie die Handlung sich entwickelt, aber da sollte man nicht zu viel verraten.
Das Buch hat eine raffinierte psychologische Note. Naomi scheint sehr gelangweilt. Das Treffen mit Faoud gibt ihr innerlichen Aufschwung.
Der Roman ist sprachlich sehr elegant und zwingend gemacht. Immer wieder stößt man auf bemerkenswerte Sätze. Teilweise sind es detailreiche Beschreibungen der wunderschönen griechischen Insel, jedoch in knapper Form, nichts wird unnötig ausgeschmückt. Und teilweise sind es Sätze wie Metaphern. Insgesamt entwickelt sich viel Atmosphäre.
Ich bin froh, diesen Autor jetzt entdeckt zu haben.
Rezensionen von manu63:
Ankommen
Hundeherz und Liebesglück von Petra Schier
Hundeherz und Liebesglück ist ein kurzer Liebesroman der Autorin Petra Schier. Elke ist gestresste Flugbegleiterin und freut sich auf 6 Wochen Urlaub in einem Wellness-Hotel, statt dessen landet sie in einer Ferienwohnung auf einem Bauernhof. Dort entwickelt sich der Urlaub ganz anders als geplant, denn der Jungbauer Bruno bringt in Elke unbekannte Gefühle zu Tage.
Die Protagonisten Bruno und Elke erinnern sich wie alles zwischen ihnen begann und so reist der Leser immer wieder 16 Jahre zurück und erlebt mit, wie Elke auf dem Bauernhof ankommt und darf durch ihre Gedankenwelt erfahren was sie vom Hof und Bruno hält und umgekehrt wie Bruno sich fühlt als er Elke sieht.
Die Geschichte ist gefühlvoll aufgebaut und geizt nicht mit romantischen Augenblicken. Lichterhaven wird in sanften Farben gemalt und als Leserin fühlte ich den Wind und das Wasser lebendig mit. Insgesamt eine Geschichte zum wohlfühlen und entspannen, die nicht ins kitschige abrutscht.
Rezensionen von manu63:
Machtspiele
Die Seelenspringerin - Machtspiele von Sandra Florean
Band zwei der Die Seelenspringerin Reihe trägt den Titel Machtspiele. Die Autorin Sandra Florean erzählt die Geschichte von Tess, die in die Seelen von Andersartigen springen kann, weiter. Dieses mal muss Tess einen Weg finden um Fin zu retten, der sich in der Hand von gewissenlosen Menschen befindet die Gestaltswandler in ihre Macht bekommen wollen.
Unterstützt wird Tess dabei durch ihre Freundin Gail, dem Polizisten Jim und einigen anderen Personen die schon in Band eins eine Rolle spielten.
Die Autorin schafft es eine Welt zu schaffen in der Tess und ihre Fähigkeiten einiges wieder zum Guten wenden kann und in der Tess sich und ihre Gabe weiter entdeckt. Die unterschiedlichen Charaktere werden dabei Tess in spannender Weise zur Seite gestellt und als Leser bekommt man tiefere Einblicke in Tess und ihre Welt.
Der Schreibstil hat mich angesprochen und ich fand die unterschiedlichen Szenarien gut umgesetzt. Eine Reihe die bisher gut unterhält und die sicherlich noch einige Überraschungen für die Leser bereit hält.
Rezensionen von manu63:
Direkte Dialoge
Playing it cool von Amy Andrews
Playing ist cool ist der zweite Band der Hot Sydney Rugby Players der Autorin Amy Andrews. Harper Nugent findet sich selbst nicht reizvoll, da sie keine Size Zero Größe sondern Kurven hat. Ihr Stiefbruder hänselt sie deswegen auch in aller Öffentlichkeit, als Dexter Blaker, ein Rugby Spieler dies mitbekommt springt er Harper zur Seite und lädt sie ein.
Aus einem Date werden immer mehr und Dexter muss erkennen das Rugby vielleicht doch nicht das einzige in seinem Leben ist.
Der Schreibstil der Geschichte ist locker und flüssig, wobei die Dialoge zum Teil sehr deutlich werden und weder Harper noch Dexter ein Blatt vor dem Mund nehmen. Zwischenmenschliches wird sehr direkt angesprochen und das Gespräch driftet ins eher sinnliche ab. Explizite Szenen gibt es gemäß dem Genre einige im Buch, wobei es auch heiß her geht. Das Szenario wird aus der Sicht von Harper und Dexter erzählt und der Leser erfährt auch einiges zu den Personen und ihrer Entwicklung, wobei der Hauptaugenmerk der Geschichte auf der aktuellen Beziehung von beiden liegt. Zum Schluss wird noch mal dick aufgetragen, aber das passte zur Geschichte.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Verzwickt und verzwackt
Rosalie und das Land des Lichts von Lescault Julie
Es ist September in Vasserols. Die Schulferien sind zu Ende und die Winzer hoffen auf eine gute Ernte, damit bald guter Wein in den Fässern reifen kann.
Doch dann wird auf einem Weingut in einem Fass eine Leiche entdeckt. Maurice Viale, der gerade erst aus dem Urlaub mit seiner Tochter Cathérine heimgekehrt ist, hat keine Sekunde Zeit, sich zuhause um die Familie und Gastschüler Tim zu kümmern.
Er muss sich um die Mordermittlung kümmern; dazu kommt ein Tankstellenüberfall, bei dem Rosalie und Vincent Zeugen waren.
Die an Trisomie 21 erkrankte Schwester des Toten verfrachtet Maurice kurzerhand zu Rosalie, die wenig begeistert darüber ist. Sie hat ja noch ihren Friseursalon zu führen und keine Lust zu babysitten, auch wenn es nur für ein paar Tage ist. Philine ist sich aber gewohnt alleine zu sein, daher gestaltet sich das Zusammenleben doch nicht so schlimm - ausser dass Philine Vincent nicht mag, der immer häufiger bei Rosalie zu Besuch ist.
Vincent kann das verkraften, er freut sich gerade riesig, dass Maurice nun endlich etwas auf seine Meinung als ehemaliger Gerichtsmediziner legt, und darf halboffiziell bei der Mordermittlung helfen. Natürlich können Vincent und Rosalie es nicht lassen und "besuchen" einige Personen aus dem Umfeld des toten Patrice Meunier auf eigene Faust.
Dieser dritte Teil der Rosalie-Serie ist enorm spannend! Der Mordfall ist Teil eines perfiden Plans, das merkt man erst als die Ermittlungen auf Hochtouren laufen. Daneben kommen einige häusliche Probleme der Hauptfiguren zum Vorschein, die mindestens so fesselnd sind. Nicht zu vergessen die Nachforschungen zu den Überfällen, die ein mit einer Clownmaske maskierter Töfflifahrer verübt.
Es passiert so viel und alles ist derart spannend, so dass man den Krimi einfach in einem Schnurz durchlesen muss, um möglichst schnell mit den Ermittlern die diversen Spuren richtig einordnen und kombinieren zu können. Allerspätestens das brisante Finale am Schluss bringt alle zum mitfiebern.
"Rosalie und das Land des Lichts" von Julie Lescault hat mir richtig gut gefallen. Der Krimi bietet interessante Verstrickungen, viel Regionalkolorit und einen hohen Spannungsbogen. Tolle Charaktere, deren Beziehungen oft für Konflikte sorgen und die sich in Gesprächen nichts schenken, runden das Gesamterlebnis ab.
Einziger Wermutstropfen: Rachid, der fast während der ganzen Zeit in Paris weilt, habe ich vermisst.
Fazit: Zwei verzwickte und bis zum Ende fesselnde Fälle für Rosalie und ihre Familie - echt gut!
5 Punkte.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein Hoch auf die Freundschaft!
Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte von Kirsten Boie
Im Wald ist ein Feuer ausgebrochen und der kleine Fuchs „Blau-Auge“ hat in all der Aufregung seine Familie aus den Augen verloren. Nun sitzt er unter einem Heckenrosenbusch und weiß nicht, wohin er soll. Er ist einsam und verzweifelt. Familie Reh entdeckt ihn und nimmt Blau-Auge erst einmal mit zu sich nach Hause.
Der kleine Fuchs schließt schnell Freundschaft mit den Rehkindern, aber er vermisst seine eigene Familie natürlich ganz schrecklich. So beginnt dann auch die Suche nach seiner Mama, seinem Papa und seinen Geschwistern. Die Freunde des kleinen Fuchses helfen ihm und auch von anderen Tieren wird er kräftig unterstützt. Manche sind ihm aber auch nicht so wohlgesonnen, denn ein Fuchs ist ein Fuchs und bleibt auch ein Fuchs, oder? Nun ja, ein Freund ist aber auch ein Freund und bleibt doch auch ein Freund, oder?
Ob Blau-Auge seine Familie wiederfinden wird?
Mit ihrem Buch „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“ ist Kirsten Boie ein einfühlsames und so lesenswertes Abenteuer gelungen, das 2019 im Oetinger Verlag erschienen ist, in der gebundenen Ausgabe 192 Seiten umfasst und in 40 Kapitel aufgeteilt ist.
Die einzelnen Kapitel eignen sich von der Länge her ganz wunderbar zum Vorlesen und da bleibt es sicher nicht nur bei einem Kapitel. Zum Selberlesen denken wir an Kinder mit 8-9 Jahren, da die Schrift doch etwas kleiner ist.
Die Geschichte ist in einer kindgerechten, alltäglichen und flüssigen Sprache geschrieben. Ein Element, das eine direkte Nähe zum Leser erzeugt und bei uns die Seiten nur so durchrasseln ließ.
Passend zur Geschichte sind viele wunderschöne und liebevolle Zeichnungen von der Illustratorin Barbara Scholz zu finden, welche das Abenteuer wunderbar unterstreichen und zum genauen Beobachten und Besprechen anregen. Die Zeichnungen sind mal klein, mal umfassen sie aber auch eine ganze Doppelseite und sie bereichern dieses Buch sehr.
Die Geschichte um den kleinen Fuchs weist viele lustige, aber auch traurige Momente auf, die in der Geschichte aber ganz wunderbar gelöst werden. So muss beispielsweise der kleine Fuchs Familie Reh zwar verlassen, aber er findet einen neuen Unterschlupf bei Familie Dachs und darf letztendlich auch wieder zurückkehren.
Besonders toll und drollig wird unserer Meinung nach die Welt der Menschen aus der Sicht der Tiere dargestellt. Das haben wir so bisher noch nicht erlebt und es hat uns richtig gut gefallen. Und es gibt noch ganz viele weitere Besonderheiten in diesem Buch: der Sprachfehler von Frau Amsel, die aufgeregte Sprache von Frau Maus, die direkte Ansprache an den Leser… Mehr wollen wir hier aber nicht verraten…
Kirsten Boie beweist mit ihrem Buch wieder einmal gekonnt, dass sie einfach eine großartige Schriftstellerin ist.
Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus, für Familien zum Vorlesen und zum Selberlesen für Jungen und Mädchen ab 8-9 Jahren, die ein spannendes und einfühlsames, lustiges und teilweise auch trauriges Abenteuer erleben wollen.
Meine beiden Kinder haben dieses Buch „verschlungen“ und mir als Mama hat es auch richtig gut gefallen.
Rezensionen von thora01:
Spannende Gespenstergeschichte für Ersleser
Hugo, das freche Schulgespenst - Leserabe ab 1. Klasse - Erstlesebuch für Kinder ab 6 Jahren von Annette Neubauer
Inhalt/Klappentext:
Hugo lebt in einer Schule. Als Kinder im Schulhaus übernachten, kann Hugo gemeinsam mit Freund Willi endlich mal wieder so richtig spuken! Eine ganz besondere Lesenacht beginnt…
Hören, lesen, verstehen: Das neue Leseraben-Konzept verbindet Hörbuch und Erstlesebuch zu einem einzigartigen Leseerlebnis.
So wird Lesenlernen zum Kinderspiel! Die Leser sind hautnah bei einer gespenstischen Lesung dabei. Mit Audio-CD. Ab 6 Jahren.
(Quelle: Ravensburger Buchverlag)
Meine Meinung:
Sehr gutes Erstlesebuch. Ich finde die Idee Hörbuch und Selbstlesepassagen in Kombination sehr gelungen. Die Geschichte ist nett und für Erstleser sehr spannend. Die kleinen Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Ganz besonders Hugo. Er ist ein wirklich nettes kleines Gespenst.
Mein Fazit:
Tolles Erslesebuch. Mein Sohn liest nicht gerne und trotzdem hat er dieses Buch innerhalb von 2 Tagen gelesen gehabt. Für ihn war die Kombination aus den Elementen Hören und Lesen genau das Richtige. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Bücher.
Rezensionen von LEXI:
Mir bedeuten Menschen etwas, nicht Dinge.
Hugo, das freche Schulgespenst - Leserabe ab 1. Klasse - Erstlesebuch für Kinder ab 6 Jahren von Annette Neubauer
"Ich wünschte, die Leute dächten nicht, nur weil jemand arm ist, verdient er unseren Respekt nicht. Es sind Menschen, mit den gleichen Gefühlen und Träumen wie all die anderen, die zufällig in privilegiertere Umstände hineingeboren sind.“
Lavinia Ellison wuchs in einem liebevollen und gemütlichen Zuhause in St.
Hampton Heath, Cloucestershire, auf. Das Verhältnis zu ihrem Vater David ist innig und von großer Herzlichkeit erfüllt. Die Predigten des sanften und gutmütigen Landpfarrers handeln häufig von Liebe und Vergebung. Lavinias Tante Patience spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Die unabhängige und gebildete Frau unterrichtet in der Sonntagsschule, um die Kinder des Dorfes im Lesen und Schreiben zu unterweisen und ihnen den Glauben nahezubringen. Patience besitzt eine äußerst selbstbewusste und unverblümte Art, dem Adel steht sie misstrauisch und ablehnend gegenüber. Lavinia ist ebenso unkonventionell und unabhängig wie ihre Tante, besitzt einen wachen Verstand, ist bescheiden und unkompliziert. Sie kümmert sich mit großer Hingabe um die Armen und Kranken im Dorf. Als Nicholas Stamford, der neue Graf von Hawkesbury, Lavinia zum ersten Mal begegnet, ist er von ihrer ruhigen und gelassenen Selbstsicherheit irritiert. Die Tatsache, dass er die Tochter eines einfachen Geistlichen weder mit seinem Titel, noch mit seinem attraktiven Äußeren oder seinem überheblichen Gebaren beeindrucken kann, verunsichert ihn. Eine Liebe zwischen diesen beiden jungen Menschen scheint vollkommen ausgeschlossen, jenseits des Möglichen. Und dennoch besteht eine gewisse Anziehungskraft zwischen ihnen, die weder der distanzierte Nicholas, noch die unnahbare Miss Ellison leugnen können…
Bereits auf den ersten Seiten dieses Romans, der in der Zeit des Regency angesiedelt ist, war ich vom wunderschönen Schreibstil und der gewählten Ausdrucksweise der Autorin fasziniert. Man spürt den Einfluss von Carolyn Millers Lieblingsschriftstellerinnen Jane Austen und Georgette Heyer, die beide das frühe 19. Jahrhundert in England als Schauplatz für ihre Romane wählten. Das gesellschaftliche Leben des niederen und hohen Adels, Konventionen und Standesdünkel werden dem Leser vor Augen geführt. Durch Lavinia Ellisons Einsatz für die Armen und Kranken in ihrem Umfeld wird darüber hinaus auch ein Bild der Lebensumstände der mittellosen ländlichen Bevölkerung gezeichnet. Die handelnden Personen wurden liebevoll charakterisiert, sie wirken ebenso überzeugend wie die Darstellung ihrer inneren Glaubenskämpfe und ihrer persönlichen Entwicklung. Dem Glauben wird in diesem Buch große Aufmerksamkeit zuteil, Gebete und Bibelzitate sind in kursiver Schrift dargestellt. Das zentrale Thema „Vergebung“ wurde gemeinsam mit einer zarten Liebesgeschichte zu einem eindrucksvollen Roman verwoben, wobei die Autorin mich mit einer völlig unerwarteten Wendung überraschte.
FAZIT: „Die unnahbare Miss Ellison“ stellt für mich ein herausragendes Highlight dar, das meinem Lesegeschmack voll und ganz entsprochen hat. Ich fühlte mich ausgezeichnet unterhalten und genoss die stimmungsvolle Atmosphäre, die wunderschöne Sprache und die Überzeugungskraft der handelnden Figuren in vollen Zügen. Liebhaber dieses Genres werden sich nur allzu gerne in diesem Buch verlieren und tief in die Ereignisse im Jahre 1813 in der ländlichen Idylle des englischen Cloucestershire eintauchen.










