Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Unblutiger Psycho-Thriller
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Inhalt:
Stella ist allein zu Hause. Ihr Mann ist als Pilot oft tagelang unterwegs. Als Stella ausgerechnet am Jahrestag eines schlimmen Vorfalls ein seltsames Pärchen in einem Mercedes vor ihrer Villa entdeckt, wird ihr mulmig zumute. Die beiden sitzen einfach in ihrem Auto, machen nichts, steigen nicht aus, und doch hat Stella das unbestimmte Gefühl, dass sie wegen ihr hier sind …
Meine Meinung:
Schon mit dem Prolog geht es spannend los und man landet mitten im Geschehen.
Direkt an Stellas Seite wird man als Leser*in durch die ganze Handlung geführt. Trotzdem bin ich der Protagonistin nicht ganz nahe gekommen. Zwar konnte ich ihre Gedanken meistens gut nachvollziehen, aber manche Handlungsweisen erschienen mir nicht unbedingt folgerichtig.
Die Spannung steigt sachte immer weiter an. Wiebke Lorenz streut falsche Hinweise aus und führt auf falsche Fährten, sodass man nicht wirklich erahnen kann, wohin die Geschichte führen wird. Es passieren immer mehr Ungereimtheiten, die Stella in Angst und Schrecken versetzen. Ich war gefesselt und wollte immer weiter lesen, um endlich dahinter zu kommen, worum es hier geht. Doch von der Auflösung war ich dann ehrlich gesagt, etwas enttäuscht. Sie schien mir fast wie aus dem Hut gezaubert. Es gab keine Hinweise, mit denen man selbst hätte draufkommen können. Zwar ist es durchaus möglich, dass etwas so passiert, aber mir kam es doch sehr konstruiert vor.
Fazit:
Trotzdem ein spannendes und unterhaltsames Buch, das ich durchaus empfehlen kann.
Rezensionen von begine:
Rosengärten
Der Rosengarten am Meer von Nele Jacobsen
Der Roman „Der Rosengarten am Meer“ von der Autorin Nele Jacobsen wird in zwei Zeitebenen erzählt.
Isabel ist Landschaftsarchitektin, sie hat bis jetzt mit ihrem Mann zusammen eine Firma betrieben. Als ihr Mann sich trennt, muss sie sich neu orientieren. An der Ostsee baut der Künstler Alex ein Gutshaus wieder auf.
Für den Rosengarten, den es früher gab, stellt er Isabel ein. Der soll so authentisch wie möglich werden. Für Isabel ist das eine schöne Herausforderung. Bei der Recherche findet sie, das der Rosengarten eine Kopie einer berühmten Rosengräfin in der Tschechoslowakei.
Die Rosengräfin hat wirklich gelebt und in 1920er Jahren allein ein berühmtes Rosarium aufgebaut. Die Autorin hat ihr eine Liebesgeschichte angedichtet und das ist die zweite Ebene. Zwischen den beiden Geschichten geht es hin und her, wird aber gut mit den Überschriften abgegrenzt.
Dieser Roman macht Spaß, die Künstler WG ist witzig mit ernsten Momenten und das Leben der Rosenzüchterin ist berührend.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
"Das OM der Bienen"
Das Honigmädchen von Claudia Winter
Der neue Roman von Claudia Winter ist zwar auch amüsant wie "Glückssterne" oder "Aprikosenküsse", geht aber wie "Die Wolkenfischerin" noch eine Spur tiefer.
Camilla hat eine Scheidung hinter sich, einen stressigen Job im Feinkostgeschäft ihres Vaters, eine Tochter im besten pubertären Alter, einen neuen tunichtguten und lauten Nachbarn, eine Vorladung zur Schulrektorin vor sich und danach ein grosses Problem mehr.
Um dem Problem zu entkommen, schlägt ihr Vater vor, dass Camilla mit Marie nach Südfrankreich fahren soll. Da sie ja immer meine, das Geschäft mit diesem Imker lohne sich nicht, weil er a) nicht zuverlässig liefert und b) die Preise viel zu hoch angesetzt hat, könne sie sich gleich vor Ort umschauen und mit dem Inhaber übers Geschäft reden.
Ohne eine andere Wahl zu haben lässt sich Camilla drauf ein. Nichtsahnend, dass ihr nerviger Nachbar sie schon bald begleitet. In Lorsacq angekommen, will sie am liebsten gleich umkehren, denn von im Schweinestall schlafen hat niemand was gesagt. Und auch Henri, der Imker, ist ein komischer und ruppiger alter Kauz. Doch sie bleibt, vorerst.
Wie Camilla und Marie sich auf das Abenteuer einlassen, noch viel mehr als bisher an ihre Grenzen kommen und sich herausfordern lassen hat Autorin Claudia Winter toll geschildert. Mit Hilfe von Manon, Nikos, Tobias und Henry, Raphael lernt Camilla nicht nur das Dorfleben, sondern auch die Geschichte von Henry kennen. Erst gegen Ende findet sie heraus, weshalb ihrem Vater die Zusammenarbeit mit Henry so wichtig ist.
Die Charakter sind so verschieden wie Tag und Nacht und prägen das Dorfleben, genau wie ein nie enden wollender Nachbarschaftsstreit. Camilla und Marie wollen zur Versöhnung beitragen, doch sie müssen erst mal bei sich selbst anfangen. Das machen sie auch und der Autorin ist es im Grossen und Ganzen gut gelungen, die komplizierte Beziehung zu glätten. Dennoch wurde mir Camila als zu schuldig an Maries Verhalten dargestellt, manchmal war sie einfach auch zu lieb zu Marie. Früher schon miteinander reden hätte viel gebracht, doch dann wäre diese Geschichte nicht diese Geschichte.
Henry ist eine ganz spezielle (und total gelungene) Figur, mit vielen Ecken und Kanten und man ahnt, dass das nicht alles sein kann, dass dahinter viel versteckt ist. Die Gemütszustände der restlichen Charakter fand ich nachvollziehbar geschrieben - mein Herz gehört dem Griechen Nikos! Vielleicht hätte ich gerne noch ein bisschen mehr über den geheimnisvollen Tobias erfahren. Von sich selbst gibt er nicht viel preis, und doch ist Tobias so etwas wie ein Dolmetscher der durch die Geschichte führt: einer, der Zusammenhänge erkennt und Probleme übersetzt.
Der luftige und bildhafte Sprachstil von Claudia Winter ist wahnsinnig schön, jede einzelne Zeile kann man sich wie ein Löffel Blütenhonig auf der Zunge zergehen lassen. Beim Lesen hörte ich die Bienen umher schwirren und spürte die flirrende Hitze. Die Bienenszenen sind wunderbar erzählt, von ihnen hätte ich noch wesentlich mehr lesen können.
Fazit: Am liebsten hätte ich mich in Henrys Garten gesetzt, dem "OM der Bienen" gelauscht und "Das Honigmädchen" gleich dort gelesen. Wunderschön geschrieben!
5 Punkte.
Rezensionen von yellowdog:
Nur die Sätze zählen
Früher begann der Tag mit einer Schußwunde von Wolf Wondratschek
In „Früher begann der Tag mit einer Schußwunde“ sind eine Reihe von Texten in Kurzprosa enthalten und anscheinend ist es Wolf Wondratscheks erstes Buch.
Sein zweites Buch „Ein Bauer zeugt mit einer Bäuerin einen Bauernjungen, der unbedingt Knecht werden will“ ist außerdem als Beiwerk in diesem Buch integriert.
Kurzprosa, aber keine Kurzgeschichten im eigentlichen Sinnen.Nur die Sätze zählen.
Heutzutage kann man das Buch gelassen lesen, aber 1969 muss es für manche ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Wondratschek schreibt radikal und arrangiert sich nicht mit den Gepflogenheiten des Literaturbetriebs. Seine Bissigkeit muss man mögen, um die Texte genießen zu können. Manchmal übertreibt er es.
An Ironie fehlt es den Texten nicht. Das spiegelt sich schon in den Titeln, z.B. Verschönerung eines Prosastückes von Robert Walser.
Nach Beendigung des Buches bin ich vergrätzt, denn wo sind die Wondratscheks unserer Zeit?
Rezensionen von Nepomurks:
Gutes Buch für Einsteiger!
Faszien-Rollmassage, m. DVD von Bracht Petra
Das Buch „Faszien-Rollmassage“ von Dr. med. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht umfasst vielfältige Übungseinheiten mit Ball (klein, mittel, groß) und Rolle für die Massage des Fasziengewebes von außen, sowie ergänzende (vereinzelte) Übungen zur Dehnung und Stärkung als Beitrag zur Schmerzfreiheit von Rücken und Nacken.
Ich fand das Buch insgesamt durch die Beschreibungen recht informativ und durch die vielfachen bildlichen Darstellungen zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten auch gut verständlich und nachvollziehbar. Alle Übungen waren leicht und gut umzusetzen, bzw. nachzumachen. Im Ganzen betrachtet bietet das Buch vielleicht nicht viel Neues, dafür aber eine kompakte Zusammenstellung aller denkbaren Übungen zur einfachen Faszien-Massage.
Bei meinem Buch-Exemplar (7. Auflage von 2015) war noch eine extra DVD mit dabei, auf der man sich die einzelnen Einheiten auf alle jeweiligen Körperbereiche bezogen einzeln anschauen kann. Danach waren bei mir eigentlich keine Fragen bezüglich der Vorgehensweise mehr offen. Das Buch und die DVD sind simpel und klar strukturiert und man findet sich in den einzelnen Übungsbereichen gut zurecht. Sprachlich ist es ebenfalls sehr eingängig, so dass ich denke, dass das Buch, bzw. die DVD auch sehr gut für Einsteiger und Anfänger (zu denen ich mich mittlerweile nicht mehr zähle) geeignet sind.
Ich würde das Buch durchaus weiterempfehlen, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von Pink Anemone:
Der neue Niven mit dem alten Steven Stelfox ist da und wieder bin ich restlos begeistert.
Kill 'em all von Niven John
2017 – die Ära von Trump, Brexit und Fake-News. Zwanzig Jahre sind seit Steven Stelfoxs mörderischem Rundumschlag in Kill Your Friends vergangen. In Gott bewahre trat er noch einmal als unerbittlicher Juror der größten amerikanischen Casting-Show in Erscheinung.
Nun, mit siebenundvierzig Jahren genießt er ein geruhsames Jetset-Leben.
Wenn er Langeweile hat, verdingt er sich als Berater in der Musikindustrie. Und löst Probleme.
Und sein alter Freund James Trellick, mittlerweile CEO der größten amerikanischen Plattenfirma, hat ein massives Problem: Sein Künstler Lucius Du Pre ist der erfolgreichste Popstar auf Erden. Nun ja, er war der erfolgreichste Popstar auf Erden. Inzwischen ist er ein hoffnungsloser Junkie und unberechenbares Sexmonster. Um die irrsinnigen Vorschüsse wieder einzuspielen, ist eine weltweite Comeback-Tour geplant. Doch dafür müsste er erst wieder in Form kommen. Und es gilt einen Erpressungsversuch abzuwenden - ein Video mit kompromittierenden Szenen, das nie an die Öffentlichkeit gelangen darf....(Klappentext)
♫♫♫♫♫
"Falls ihr euch in den letzten fünfzehn Jahren den Taliban angeschlossen, in einer Höhle gehaust, Nagelbomben gebaut und Bergziegen penetriert haben solltet, stelle ich mich gerne noch mal kurz vor...."
(S. 10)
Trigger: Sexismus, Rassismus, Pädophilie, Drogen- und Alkoholmissbrauch
Der Oberarsch ist wieder da! Noch geld- und machtgeiler, mit einer Arroganz, die einem regelrecht entgegen springt, mit einem ausgeprägten sexistischem Arschlochgehabe und narzisstischer als Trump. Die Rede ist von Steven Stelfox.
In den 90ern Musik-Manager der über Leichen ging ("Kill your Friends"), 2003 wollte er bei einer Castingshow Jesus persönlich übern Tisch ziehen ("Gott bewahre") und nun, mit 47, genießt er sein Leben mit seinen, mehr oder weniger, hart erarbeiteten Millionen. Doch Geld kann man ja bekanntlich nie genug haben und daher verdient er sich hin und wieder ein kleines Taschengeld hinzu (unter einem sechsstelligen Betrag läuft da natürlich gar nichts). Als Problemlöser, besser gesagt als "Consultant", wenn Deals an Land gezogen werden müssen oder jemand im Showbiz abgesägt werden soll, dann ruft man Stelfox an.
Wo Stelfox ist, ist James Trellick nicht weit - Rechtsverdreher und Geschäftsführer eines Musiklabels und dieser benötigt nun genau solche Art von Hilfe.
Sein Star ist der erfolgreichste Popstar ever, quasi "The Emperor of Pop". Dieser hat ein massives Drogenproblem, hat abstoßende sexuelle Vorlieben und wird nun erpresst. Das alles gerade kurz vor seiner Comeback-Tour und völlig pleite ist der auch noch. Keine Frage, hier muss einer her der keine Moral kennt und keine Skrupel hat - einer wie Stelfox und dieser hat eine ganz eigene Art mit Problemen dieses Kalibers umzugehen und diese auch zu beseitigen.
Wir lesen hier aus mehreren Perspektiven. Allen voran natürlich aus Stevens Sicht, weiters aus die des problem- und medikamenten-durchgebeutelten Popstar, der Erpresser und aus der Sicht des Anwalts der Erpresser. Man ist also immer auf dem Laufenden. Beim Popstar wird schnell klar auf wen sich Niven hier eingeschossen hat. Auch wenn klar ist, dass es sich hier nicht um Michael Jackson handelt, so entdeckt man doch sehr viele Parallelen, auch wenn diese völlig gegenteilig sind.
"Lucius hatte - das bekam er schon seit Kindheitstagen zu hören - den Gang eines Schwarzen. Er tanzte wie ein Schwarzer. Er sang wie ein Schwarzer. Unglücklicherweise und zu seiner unendlichen Frustration war er von Geburt an weiß.
In den letzten zwanzig Jahren hatte er eine Reihe kostspieliger, gewagter und - in einigen Fällen - überaus unbedachte Operationen über sich ergehen lassen, um diesen Zustand zu korrigieren."
(S. 32)
Das Lucius Du Pre, der besagte Popstar, völlig im Eckt steht, wird ebenso schnell klar. Zu Mißbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten und minderjährigen Jungen, kommt noch ein völlig verkorkstes und vor allem pathologisches Selbstbild hinzu.
Stelfox ist das alles egal. Ihm geht es nur darum, das Problem in den Griff zu bekommen, eine Lösung zu finden und daraus natürlich auch ordentlich Kapital zu schlagen. Doch alles läuft aus dem Ruder und die einzige Frage die er sich dann stellt ist: "Über wieviel Leichen muss ich diesmal gehen?"
"...Ich meine aber auch, dass diese Idioten genau das sind, worauf die Millionen von hirnverbrannten, inzüchtigen, hinterwäldlerischen, arschgesichtigen Yankee-Raver stehen, die Woche für Woche die Clubs von Las Vegas bevölkern, um bei den Sets von Dj Rektalkrebs und MC Kacke-ich-hab-mich-eingeschissen den Verstand zu verlieren."
(S. 48)
Steven ist noch immer der gleiche Arsch so wie wir ihn aus "Kill your friends" und "Gott bewahre" kennen - ein Unsympathler und geldgeiler Wichser ohne Gewissen. Political Correctness - Fehlanzeige und aufgrund der oben genannten Triggerwarnung sind manche Szenen wirklich harter Stoff.
Zwischen mir und diesem Protagonisten besteht so etwas wie eine Hass-Liebe. Ich hasse ihn als Mensch, aber liebe ihn als Protagonisten. Vor allem liebe ich jedoch die populistische Art des Autors uns den Kapitalismus, nicht nur in der Musikindustrie, vor Augen zu halten und das auf seine unvergleichliche Art und Weise - direkt, derb, schockierend, aber auch mit verdammt viel schwarzen Humor und Sarkasmus.
"Lucius Du Pre ist pleite. Aber nicht so pleite, wie ihr das kennt.
Ihr Idioten, die ihr nichts besseres zu tun habt, als auf eurem dämlichen Arsch zu sitzen und ein beschissenes Buch zu lesen."
(S. 53)
Beim Lesen wechseln sich Abscheu und Entsetzen mit Lachen und Spannung mit einem unglaublichen Tempo ab. Unzählige Wendungen halten einem auf Trab, während einem die heutige Gesellschaft und deren Sucht nach Fame und Geld vor die Nase geknallt wird. Das Ende ist absolut abgefahren, lässt einem böse grinsen und gleichzeitig auf eine Fortsetzung hoffen.
Dies ist übrigens der 3. Teil der Stelfox-Reihe, wenn man so will. Jeder Band kann aber durchaus eigenständig gelesen werden. Ich empfehle jedoch zumindest "Kill your Friends" vor dem vorliegenden Buch zu lesen, um in die Stelfox-Welt einzutauchen.
Fazit:
Und wieder lässt mich ein Niven begeistert zurück und wieder kann ich mich nur wiederholen, indem ich sage, dass dieser Autor es einfach drauf hat die Leser zu schockieren, zum Lachen zu bringen und gleichzeitig über unsere kapitalistische Gesellschaft nachzudenken.
© Pink Anemone
Rezensionen von Nepomurks:
Es gibt zu diesem Themenbereich sicherlich bessere Bücher als dieses...
Killerbody von Lourens Fajah
Fajah Lourens möchte dem Leser und Trainingsgewillten mit ihrem Buch „Killerbody“ wohl gut gemeinte Tipps und Tricks aufzuzeigen, um den hart erkämpften Winterspeck wieder loszuwerden und einen neu gestählten Körper zu erlangen - und stellt deshalb sogleich ein ganzes Programm vor..
Die Kombi fand ich persönlich erst einmal recht interessant.
Sportprogramm, gebündelt mit Ernährungsplan und allgemeinen hilfreichen Anregungen ziehen sich denn auch durchgängig durch ihren Ratgeber. Gut fand ich dabei die Schlichtheit des 'Programms' (wobei wiederum auch nichts grundsätzlich Neues dabei ist) und die nachvollziehbaren, bzw. verständlichen Anleitungen und Beschreibungen.
Schlecht fand ich die sehr einseitige ernährungs-technische Herangehensweise, bzw. die strikten Vorgaben zur Ernährung. Fragwürdig, ob das letztlich so wirksam ist und – trotz thematisierten Jojo-Effekts – der Erfolg des Abnehmens und Sporttreibens damit bleibt. Ich setze da selber generell mehr auf gesunde / ausgewogene Ernährung (ohne genaues Abwiegen von Reis etc. wie im Buch) und somit auch weniger auf hochspezialisierte Ernährungspläne wie z.T. im Buch beschrieben mit Whey-Isolat, Whey-Protein oder Casein-Protein. Das Ernährungsprogramm fällt somit für mich durch und kann höchstens mit einigen der enthaltenen Rezepte mal als kleine Anregung dienen.
Die Trainingseinheiten (wie gesagt, die Übungen sind altbekannt) setzen vorwiegend auf Eigenkörpergewichts-Einheiten und nehmen dazu auch mal einen Stuhl, gefüllte Wasserflaschen oder Gymnastikband und Springseil zur Hilfe. Alles in allem ganz gut und auch simpel „nachzuturnen“. Zu allen Übungseinheiten gibt es eine ausreichende Bebilderung (Fotos) und Beschreibungen. Die Zusammenstellung der Übungseinheiten finde ich in Punkto Schwierigkeit persönlich auch ganz in Ordnung, selbst für Einsteiger / Anfänger.
Die Autorin machte allerdings auf mich keinen sonderlich sympathischen Eindruck (zu viele „selbstverliebte“ Bilder..) und das Buch enthält meines Erachtens auch einigen unnötigen Füllstoff oder wenig belegte wissenschaftliche Hintergründe.
Insofern würde ich „Killerbody“ insgesamt nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen, da es zu diesen Themen sicherlich bessere Bücher und Programme gibt. Meinerseits als Bewertung deshalb nur 2 Sterne.
Rezensionen von Pink Anemone:
Interessante Einblicke in historische Kriminalfälle aus Dörfern, sowie in die Geschichte selbst
Tatort Dorf von Gisbert Strotdrees
Ein Erzbischof wird im Wald erschlagen. Ein Torfstecher findet eine Leiche im Moor. Eine Lehrerin wird von einem Verehrer verfolgt, bis er sie in der Bauernschaftsschule aufspürt und ein Messer zückt. Von rund 30 historischen Kriminalfällen vom Land berichtet dieses Buch. Der Autor Gisbert Strotdrees, Historiker und Journalist, hat dafür Gerichtsakten, Dorfchroniken und Verhörprotokolle gewälzt.
Alle Fälle im Buch haben zweierlei gemeinsam: Sie haben sich auf dem Land, in Dörfern oder Bauernschaften ereignet, und sie sind nicht erdacht, sondern haben sich tatsächlich zugetragen!...(Klappentext)
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"Unter dem Strich gewähren die Aufzeichnungen des Gogerichtes zur Meest einen Blick auf den Tatort Dorf und lassen in Abgründe blicken:
Abgründe menschlicher Existenz in karger Zeit."
(S. 35)
Von wegen, die wahrhaft grausigen Verbrechen fanden schon dazumal hauptsächlich in den Städten statt. Von wegen, auf der Alm, oder in diesem Fall auf dem Dorf, da gibt's koa Sünd!
Dieses Buch enthält historischer Kriminalfälle aus Dörfern und hierbei handelt es sich keineswegs nur um Diebstahl von Weizen und Hühnern. Mord und Totschlag, Sexualverbrechen und schwerer Raub, kamen damals ebenso in kleinen Gemeinden und Dörfern vor und waren nicht weniger erschütternd als Kriminalfälle in den großen Städten.
Die hier aufgeführten Kriminalfälle beginnen im Jahr 1225, gehen bis 1966 und beschränken sich auf Westfalen. Es beginnt mit der Ermordung des Kölner Erzbischofs am 7. November 1225, man erhält Einblick in Westfalens berühmtesten Mordfall 1783, welcher auch in dem Klassiker "Die Judenbuche" verarbeitet wird, man entdeckt 1922 eine Moorleiche und fandet im Jahr 1966 573 Tage nach Bruno Fabeyer, etc.
In diesen Berichten werden Tat, Motiv, sowie das Strafverfahren beschrieben, wobei dies auf sehr plastische und detailierte Art und Weise geschieht. Man erhält einen kurzen Einblick in die Biographie der Beteiligten und Einsicht in Verhörprotokolle, Ermittlungsakten und Zeitungsberichten. Doch dieses Buch enthält nicht nur Kriminalfälle. Es wird einem einen Blick in den Oldenberger Sachsenspiegel, ein Rechtsbuch aus dem 13. Jahrhundert,gewährt, erfährt was es mit so manchen Steinkreuzen auf sich hat oder was an Moorleichen so faszinierend ist.
"Wenn jemand etwas findet und er es leugnet, wenn man danach fragt, ist das Diebstahl. Was ein Mann findet oder Dieben oder Räubern abjagt, soll er seinen Dorfgenossen und in der Kirche bekanntmachen."
(S. 15 - Auszug aus dem Oldenburger Sachsenspiegel)
So manches ist auch äußerst amüsant zu lesen. So durfte man z.B. im Mittelalter auch für Beleidigungen belangt werden. Die Bezeichnungen "Hundsfott" oder "Lümmelschwanz" waren z.B. Beleidigungen schweren Kalibers und wenn man jemandem während eines Streits den blanken Hintern zeigte, war wirklich Schluß mit lustig.
Aufgrund der Aufführung von Dorfchroniken erhält man zusätzlich Einblick in die jeweiligen Dorfgemeinschaften und deren Geschichte, blickt somit quasi hinter die Kulissen.
Durch die chronologische Anordnung sieht und erkennt man gleichzeitig den Wandel der Zeit und die dadurch auftretenden Veränderungen innerhalb der Dorfgesellschaften und die Krisen, welche bestimmte Zeiten mit sich brachten. Es ist also nicht nur ein Buch über historischer Kriminalfälle, sondern es werden einem gleichzeitig die Geschichte selbst näher gebracht.
"Rädern hieß:
Der Verurteilte wurde auf den Boden gelegt, gestreckt und festgepflockt. Dann zerschlug ihm der Henker mit einem scharfkantigen Wagenrad die Gliederknochen.
Der zermarterte Körper wurde dann auf ein anderes Rad gelegt. Die Gliedmaüen wurden dabei wie Flechtwerk durch die Speichen geschoben. Der Delinquent starb nach endlosen Qualen durch Verbluten oder Herzstillstand."
(S. 12)
Dies alles wird in einem flüssigen Schreib-, packenden Erzählstil und leicht verständlich an den Leser gebracht. Wie schon erwähnt werden Taten sehr detailliert beschrieben und diese sollten dann wohl von sensiblen Lesern besser überblättert werden.
Zusätzlich enthält dieses Buch zahlreiche Abbildungen, wie z.B. von Zeitungsausschnitten, Gemälden, Fotographien, oder auch wie eine Tatortskizze aus dem Jahr 1607 aussah. Dies trägt zusätzlich zu einem besseren Verständnis bezüglich der damaligen Zeit bei.
"Die Täter sollten den Bruder des Toten ein Schwert sowie zehn Schillinge geben, für die Versorgung der Kinder des Toten aufkommen sowie >>zum Seelenheil des Toten<< 30 Messen lesen lassen und zwei Wallfahrten unternehmen. Außerdem wurden sie verurteilt >>ein steinernes Kreuz zu setzen vor Albaxen<<, wo die Tat geschehen ist." (S. 30)
Am Ende befindet sich noch ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis, falls man sein Wissen zu einem bestimmten Fall oder allgemein bezüglich Geschichte, vertiefen möchte.
Fazit:
Bezüglich Literatur zu historischen Kriminalfällen war dies mein absolutes Lesehighlight. Man erhält hier nicht nur Einblick in historische Kriminalfälle, sondern auch gleichzeitig in den Wandel der Zeit und somit in die Geschichte, egal ob bezüglich auf die Dorfgesellschaft, die Kriminalistik oder allgemein. Die zahlreichen Abbildungen konnten meine Begeisterung sogar noch toppen und somit war dies ein Sachbuch, welches ich, trotz der Thematik, regelrecht verschlungen habe.
© Pink Anemone (mit vielen Bildern aus dem Buch, Autoren-Info und Link zum Buchprojekt)
Rezensionen von Ines G?l?:
Ein wunderschöner Bildband
Wienerwald von Werner Gamerith
Mit diesen schönen Bildern und den Informationen, lässt sich wunderbar eintauchen in eine Welt, die man schon verloren glaubte.
Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen das Verlangen nach Freiheit und Natürlichkeit, welches in ihr oder in ihm schlummert, wieder mehr in den Vordergrund treten zu lassen.
Danke für dieses wunderschön aufrüttelnde, allessagende Vorwort.
Rezensionen von NR:
Lhasa
Er ging voraus nach Lhasa von Nicholas Mailänder
Mithilfe der Originaltexte von Peter Aufschnaiter schildert Nicholas Mailänder dessen faszinierende Lebensgeschichte sehr detailliert. Er beginnt die Erzählung mit seinem Leben im bäuerlichen Tirol und seiner Leidenschaft zum Bergsteigen und Klettern. Er schreibt über die Entstehung der Idee zur Nanga-Parbat-Expedition und Aufschnaiters Beziehung zu Heinrich Harrer, der schneller als er selbst ein Buch über die Flucht aus dem Internierungslager in Dehra Dun, die Odyssee durch das tibetische Hochland und den Aufenthalt in Lhasa schrieb, obwohl es Aufschnaiter war, der die Idee hatte nach Tibet zugehe.
Auch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sind, laut Aufschnaiters Berichten, ihm zuzuschreiben.
Am Ende schreibt Mailänder über Aufschnaiters Leben nach der Pensionierung, das er auch weiterhin in Nepal verbrachte und letztendlich nepalesischer Staatsbürger wurde.
Im Anhang findet sich eine Zeittafel zu Peter Aufschnaiters Leben sowie die Geschichte des Staates Tibet (1913 - 1950) und ein Überblick über den tibetischen Buddhismus.
Mit der Biographie von Peter Aufschnaiters Leben hat Mailänder ein spannendes Buch für Bergsteiger und Abenteurer geschrieben, das einen neuen Blick auf den Mythos „Sieben Jahre in Tibet“ zulässt.











