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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von C. P.:

Mit Herz und Courage gegen den düsteren Feind - ein fantastisches Lesehighlight

Herzenmacher von El-Bahay Akram

Unerwartet ändert sich die ganze Welt für den 16-jährigen Léo Mellino, als er einem geheimnisvollen Fremden durchs nächtliche Briançon folgt und sich plötzlich in einer verschneiten Stadt wiederfindet – mitten im Sommer! Durch ein magisches Tor geriet er in eine Spiegelwelt, welche unter dem Einfluss der wunderschönen, aber gefährlichen Winterhexe steht.

„Diese Welt war anders als seine eigene. Böser. Kälter.“ (Zitat S. 47)

Léo lernt eine Welt kennen, welche die seine ist – und doch völlig anders. Neben der Hexe und ihren magischen Helfern gibt es noch Zwerge und mechanische Menschen, welche von ganz besonderen Handwerkern gefertigt und mit einem künstlichen Herz versehen werden: Den Herzenmachern. Und ehe sich Léo versieht, steckt er mitten in einer Rebellion gegen die Hexe…

„Wir stecken in einem Märchen und wissen nicht, wie es ausgehen wird.“ (Zitat S. 271)

So wie die Herzenmacher seines Romans versteht auch Akram El-Bahay sein Handwerk und versieht seine Erzählung gekonnt mit soviel Herz, dass ich schon nach wenigen Seiten mitten im Abenteuer steckte. Schnell geht es voran, wird Spannung aufgebaut sowie eine düstere Atmosphäre der Spiegelwelt erzeugt, welche förmlich danach schreit, erkundet zu werden. Neben einem Blick für’s Detail in Beschreibung und Wortwahl (wie z. B. "Federn aus Flammen") gefiel mir zudem, wie schnell die Charaktere im Roman für mich greifbar wurden, ich ihr Handeln sowie ihre Emotionen nachvollziehen konnte.
Ebenfalls sehr gelungen ist das Worldbuilding der Spiegelwelt, indem Ursachen und Konsequenzen aus der Macht der Hexe sowie des immerwährenden Winters beleuchtet werden.
Herzenmacher ist in meinen Augen ein hervorragender Roman, bei dem einfach alles stimmt: Spannung, Abenteuer, Worldbuilding, Charaktere sowie ein sehr gelungenes Ende. Vielen Dank an den Autor für dieses wunderschöne Leseerlebnis!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Der 2. Fall für Lorie

Von Bierkrügen und Giftmorden von Cecily von Hundt

Der Patriarch der Hotel- und Brauereifamilie aus Dachau Otto Berchberger lebt nicht mehr. Mord oder Unfall aus Versehen? Hobbydetektivin und Reporterin des Ebershausener Boten Lorie Pfeffer, leicht übergewichtige Hausfrau und bekennende Krimileserin mit einem Hang zu Ferrero Küsschen wird diesmal, ehe sie sich versieht, von Kommissar Peters zur Vertrauensperson der Polizei gemacht und soll „ermitteln“.

Hier stößt sie aber schnell an ihre psychischen Grenzen. Auch weil ihre Schwiegermutter ihren runden Geburtstag bei ihr zuhause feiern will...

Lorie Pfeffer und ihre Familie habe ich bereits im ersten Band der Reihe um die quirlige Chefarztgattin kennen- und lieben gelernt. Lorie ist so herrlich normal, so bodenständig, gerät immer wieder in Situationen, die sie nicht beeinflussen kann – und will. Sie als passionierte Krimileserin sieht sich mal wieder als Ermittlerin.

Aber auch die anderen Personen, hier die Familie Berchberger und ihr Gärtner, sind sehr interessant und haben alle irgendwelche Macken. Jeder hat auf ihre Art ein Motiv.
Besonders gefällt mir hier, dass ich die Gedanken der einzelnen Familienmitglieder lesen kann, was einen ganz besonderen Eindruck eines jeden liefert.

Die teils humorige Erzählweise hat mich oft schmunzeln lassen. Was mir aber auch hier wieder fehlt, ist die Spannung. Trotzdem freue ich mich schon auf Fall 3 für die Vorstadt-Detektivin.

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Rezensionen von C. P.:

Rollenspiel mit kniffligen Kriminalfällen in Comicform

Von Bierkrügen und Giftmorden von Cecily von Hundt

In diesem Spiele-Comic sind zwei Fälle zu lösen: Zuerst wird ein wohlhabender Maler ermordet aufgefunden, dann verschwindet Dr. Watson spurlos, der ebenfalls an einem Mordfall arbeitete. Als Ermittler hat man die Wahl, entweder als Sherlock Holmes oder als Irene Adler zu ermitteln, welche kürzlich ihre eigene Detektei eröffnete.

Ebenso ist eine Duell zwischen beiden möglich, wenn man die Fälle zu zweit lösen möchte, um herauszufinden, wer von beiden der bessere Detektiv der Stadt ist.
Mir hat die Idee, einen Krimi als Rollenspiel in Comicform zu lösen, sehr gefallen. Hier muss man nicht nur auf inhaltliche Details bei Befragungen achten, sondern sich ebenfalls die Bilder genau ansehen, ob man dort versteckte Hinweise findet. Je nach Ermittler stehen einem unterschiedliche Berater zur Seite, welche man befragen kann, und auch die Anzahl der Fragen, welche man den Verdächtigen stellt, sind bei beiden Ermittlern unterschiedlich. Zwischendurch gibt es Rätsel zu lösen, um Bonuspunkte zu sammeln. Diese Rätsel sind vom Schwierigkeitsgrad her sehr gut gewählt, nicht zu leicht, aber auch nicht unlösbar. Die Figuren im Buch sind vielfältig gezeichnet und es macht Spaß, sich den Comic anzusehen. Wenn die Fälle im Duellmodus gespielt werden sollte man sich darauf einstellen, dass die Spieler abwechselnd jeweils einen Fall lösen. Der andere muss sich solange anderweitig beschäftigen. Die Bögen zum Eintragen der Punkte sind vorn und hinten im Buch abgebildet, können jedoch auch auf der Verlagsseite heruntergeladen werden. Würfel sind für diesen Spiele-Comic nicht notwendig, nur Notizzettel und Stift.
Dies war mein erster Rollenspiel-Krimi in Comicform und wird definitiv nicht mein letzter gewesen sein.

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Rezensionen von dorli:

Die Salbenmacherin und der Engel des Todes

Die Salbenmacherin und der Engel des Todes von Silvia Stolzenburg

„Die Salbenmacherin und der Engel des Todes“ spielt im Jahr 1409 in Nürnberg und ist bereits der vierte Band der Reihe rund um die aus Konstantinopel stammende Salbenmacherin Olivera. Ich halte es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

Silvia Stolzenburg hat einen flotten, angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mit den Figuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Silvia Stolzenburg gibt immer Vollgas, wenn sie eine Geschichte erzählt und schont ihre Figuren nicht. Auch in diesem Abenteuer geht es für die Akteure wieder äußerst rasant und lebhaft zu:

Während Olivera sich nach wie vor um die Kranken im Heilig-Geist-Spital kümmert, hat sich ihr Mann Götz für die Aufnahme in den Größeren Rat beworben. Zu seinen Mitbewerbern um einen Posten gehört auch der hinterhältige Medicus, mit dem Olivera schon mehrfach aneinandergeraten ist. Als es zu rätselhaften Todesfällen im Spital kommt, wird Olivera mit dem Vorwurf konfrontiert, eine Giftmörderin zu sein. Besonders die Anschuldigungen des Medicus wiegen schwer. Der Hauptmann der Stadtwache verhaftet die hochschwangere Olivera, sie kann jedoch fliehen, wird aber auf der Flucht schwer verletzt…

„Die Salbenmacherin und der Engel des Todes“ hat mir sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, die Akteure durch eine für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

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Rezensionen von liesmal:

Hartes Leben - starke Frau

Die Gamswirtin von Georg H. Knoflach

„Die Gamswirtin“ wurde von Maria Buol im Jahr 1909 geschrieben und ist 2018 nach einer Neubearbeitung von Georg H. Knoflach, einem Nachkommen der Gamswirtin, im Verlag my Morawa erschienen.
Die Geschichte aus dem 18. Jahrhundert beschreibt das Leben von Ursula Knoflach, der Tochter einer armen Bauern- und Weberfamilie aus Tirol.

Wegen der Armut musste „Urschel“ bereits mit zehn Jahren das Elternhaus verlassen und für Kost und Kleidung als Magd für mehrere Dienstherren arbeiten. Schon als Kind war sie eine starke Persönlichkeit, hat klaglos ihr Schicksal angenommen, jede Arbeit verrichtet, die man von ihr verlangte, und sie hatte zeitlebens einen starken christlichen Glauben. Mir hat besonders gut gefallen, dass Ursula Josef Knoflach, den Gamswirt, kennengelernt hat und dass es für beide Liebe auf den ersten Blick war. So hart wie Ursula in ihrem bisherigen Leben gearbeitet hatte, so hat sie auch als Gamswirtin von früh bis spät jede Arbeit immer fröhlich verrichtet. Lange hat sie dafür gekämpft, die Anerkennung ihres Schwiegervaters zu bekommen. Dabei war ihr Glaube sicherlich eine große Stütze – eine bewundernswerte Frau! Mal abgesehen von ihrem Schwiegervater war das Familienleben von Josef und Ursula Knoflach und ihren Kindern sehr harmonisch und alle gingen liebevoll miteinander um.
Weder die grausamen Kriegsgeschehnisse noch andere Schicksalsschläge ließen Ursula am Leben verzweifeln, sondern immer zufrieden sein. So zeigt sie auch das Foto auf dem Cover, lächelnd und mit ihrem Schicksal einverstanden. Auf der Rückseite des Buches gibt es eine Abbildung des Ortes Matrei, in dem Ursula als Gamswirtin gelebt hat.
Der Schreibstil ist der Zeit angepasst und dadurch zunächst etwas ungewohnt. Doch gerade dadurch fühlte ich mich bald mit hineingenommen in die Vergangenheit. Für viele in der heutigen Zeit ungewohnte Begriffe gibt es Erklärungen durch Fußnoten und am Ende des Buches ein Personenverzeichnis.

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Rezensionen von nil_liest:

Lehrreich, aber auch super spannend!

Die Natur-Detektive von Lenk Fabian

Die „Pfifferlinge“, eine Bande die aus den Geschwistern Fenja & Tim und ihren Freunden Sophia und Benni besteht, haben einen geheimnisvollen Treffpunkt im Wald. Aber damit nicht genug, bei einem ihrer Expeditionen treffen sie auf „Geheimnisvolle Spuren im Wald“, die sie natürlich gleich untersuchen.

Sie schaffen es auch das Tier in Augenschein zu nehmen – aber was ist es? Sie hegen einen Verdacht! Praktisch ist, dass der Vater von Tim & Fenja Förster ist und somit die geballte Ladung Wald- und Tierwissen zu Hause abfragbar ist! Und spannend geht es in der Tat weiter.
Wunderbar wie hier ein Tier thematisch im Mittelpunkt steht und man sehr viel erfährt und das Ganze auch noch in einer spannenden Handlung eingebettet ist. Das Buch rückt die spannende Handlung in den Mittelpunkt und das Wissen wird wie eine Beilage eingeflochten, geschickt und gut gemacht ohne belehrend zu wirken!
Natürlich gibt es auch hier zwei die immer stänkern müssen, Rollo & Dustin, aber unsere vier Detektive sind schlagfertig und selbstbewusst. Apropos Selbstbewusst, ich finde auch die Mischung der Detektive wunderbar getroffen. Ein 4. Klässler, der gerne mit den Vorschülern spielt, eine Schlagfertige, ein Schüchterner und eine mit Ideen. Bunte Mischung an Charakteren, so findet sich jeder Leser oder Zuhörer auch wieder, sehr soziales Miteinander wie man es sich wünscht.
Fabian Lenk findet eine leicht zugängliche Sprache um die Geschichte zu erzählen. Das Buch eignet sich hervorragend ab 5. Jahren zum Vorlesen im Vorschulalter. Durch die doch recht eng bedruckten Seiten ist das Buch aus meiner Sicht nicht für Erstleser geeignet, erst wieder für etwas geübtere Leser, die schon mehr Text pro Seite vertragen.
Das Buch ist reich bebildert durch Sabine Sauter. Uns hat das Vorlesen dadurch noch mehr Spaß gemacht, da die Bilder auch besonders niedlich sind! Schöne bunte helle Farben.
Hervorzuheben sind auch die letzten Seiten im Buch, die als Anregung dienen können selbst aktiv zu werden und Aspekte aus der Geschichte wieder aufgreifen, wie beispielsweise Tier-Spuren erkennen oder Schleuder schnitzen.
Die Natur-Detektiven werden eine Reihe und wir freuen uns bereits auf das nächste Thema „Abenteuer in der Fledermaushöhle“!

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Rezensionen von KimVi:

Ich hatte mir etwas mehr erhofft

Das kleine Café im Gutshaus von Julie Shackman

Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten, kehrt Lara McDonald in ihre schottische Heimat zurück. Sie träumt davon, eine eigenes Café zu eröffnen. Denn Backen ist Laras große Leidenschaft und ihre Kreationen sind sensationell. Da sie von der Erfüllung ihres Traums noch weit entfernt ist, arbeitet sie in Kittys Café.

Die ist allerdings wenig begeistert von Laras Backkünsten und entpuppt sich als herrische und ständig schlecht gelaunte Chefin. In dem Café lernt Lara Lord Hugo Carmichael kennen. Als der Lord überraschend stirbt, wird auch Lara zur Testamentseröffnung eingeladen. Sie erhält die Möglichkeit, auf dem Gut des Lords ein Café zu eröffnen. Laras Freude wird allerdings durch den Enkel des verstorbenen Lords etwas getrübt, denn er verhält sich ihr gegenüber äußerst arrogant und abweisend.....

Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Die beschriebenen Szenen kann man sich mühelos vorstellen. Laras Backkünste werden so anschaulich beschrieben, dass einem beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft. Allzu hungrig sollte man bei der Lektüre also nicht sein, da sonst die Gefahr besteht, dass man großen Appetit auf Kuchen, Torten oder andere Leckereien bekommt.

Die Hauptprotagonistin Lara wirkt von Anfang an sympathisch. Dennoch wirken die Charaktere insgesamt eher blass, sodass man das Geschehen etwas distanziert betrachtet. In Laras Leben passiert einiges, dennoch plätschert die Geschichte eher gemächlich vor sich hin. Es kommt zwar zu einigen Schwierigkeiten, doch diese werden immer recht schnell aus dem Weg geräumt. Die Liebesgeschichte, die ja eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte, wirkt nicht besonders emotional. Das Knistern zwischen den Hauptprotagonisten kommt beim Lesen leider nicht richtig rüber. Die überraschenden Enthüllungen zum Ende sind außerdem ziemlich vorhersehbar und auch zwischendurch werden einige gängige Klischees bedient.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans recht gut unterhalten. Nicht weniger - aber leider auch nicht mehr! Die Beschreibungen der Landschaft, der Tortenkreationen und des Gutshauses haben mir sehr gut gefallen, da ich mir alles mühelos vorstellen konnte. Die Hintergrundkulisse für die Handlung fand ich überaus gelungen. Die Liebesgeschichte konnte mich allerdings nicht begeistern, da die Figuren auf mich zu farblos wirkten, viel zu viele Klischees bedient wurden und die Handlung für mich zu vorhersehbar war. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb "nur" drei von fünf möglichen Sternchen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Daumen hoch und weiter so

Hundsbua von Ulrich Radermacher

Panik im Kindergarten. Während die Erzieherinnen sich um andere Kinder kümmern, wird das Nesthäkchen, die elf Monate alte Sophia Christ aus dem Kindergarten entführt. Die Ermittlungen, die Kommissariatsleiter Alois Schön zusammen mit seinen Kollegen anstellt, gestalten sich schwierig. Besonders, als Hinweise in Richtung Norden deuten.

Da kommt es gerade recht, dass sich Diana Schubert nach Hamburg hat versetzen lassen.

Als Mutter nimmt mich die Entführung der kleinen Sophia stark mit. Und ich fühle mich noch näher an diesem Fall dran. Ich kann auch hier mitfiebern, mit ermitteln und erleide doch immer wieder, genau wie die Kommissare, Rückschläge bzw. komme einfach nicht weiter. Bis sich kurz vor Schluss alles aufdröselt, verschiedene Spuren zusammen führen und es leider ein nicht so schönes Ende gibt.

Aber es ist nicht der Kriminalfall allein, der mich das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Auch wieder in die Privatsphäre der Ermittler hinein schauen zu können, gefällt mir sehr gut. Obwohl sich „Hundsbua“ sehr gut als eigenständiges Buch lesen lässt, genieße ich es doch, die Ermittler schon aus den beiden vorherigen Fällen zu kennen und ihre Entwicklung mit verfolgen zu können.
Ich liebe den fränkischen Mitarbeiter Martin mit seinem unverwechselbaren Dialekt. Und hier bekomme ich auch einiges an bayerischer Mundart zu lesen. Da kommt der Lokalkolorit richtig raus.

Haben mir „Saukerl“ und „Schickimicki“ schon gut gefallen, setzt Ulrich Radermacher mit seinem „Hundsbua“ noch einen drauf. Ich werde gut unterhalten, die Spannung wächst kontinuierlich an, eine Prise Humor ist auch vorhanden, was die Spannung aber nicht beeinträchtigt. Vor allem auch die bunte Mischung der handelnden Personen, die alle ihre Ecken und Kanten, sogar hier und da exzentrische Züge haben, gefallen mir wieder sehr gut.

Ein spannender Krimi mit einem interessanten und nachvollziehbaren Thema. Daumen hoch und 5 Sterne.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Nach enttäuschendem 4. Teil wieder ein typischer Hunter - spannend, wendungsreich und atmosphärisch

Totenfang von Simon Beckett

☠☠☠☠☠

"Doch das Wasser treibt noch eine weitere Transformation voran. Die Weichteile zersetzen sich, die Fettschicht unter der Haut zerfällt und ummantelt den einst lebenden Körper mit einer dicken fettigen Hülle. Diese Substanz nennt man Adipocire oder Leichenwachs, sie ist aber auch unter einem weniger makabren Namen bekannt.

Seife."
(S. 8)

Für all diejenigen, die David Hunter nicht kennen:
Er ist freiberuflicher Anthropologe; er spricht die Sprache von Knochen, Fäulnis und Verwesung fließend. Hunter genoss bis vor kurzem einen hervorragenden Ruf auf diesem Gebiet und wurde nur zu gerne zu polizeilichen Ermittlungen hinzugerufen. Seit seinem letzten Fall steht er jedoch auf der Abschussliste und genießt bei der Polizei nun eher den Ruf einer Persona non grata. Er ist ein eher ruhiger Typ, kann aber auch ordentlich auf den Putz hauen, was so manche Narbe beweist. Er besitzt ein breitgefächertes fachliches Wissen, vertraut aber auch seinem Instinkt. David Hunter ist definitiv einer der coolsten Socken unter den vielen Ermittler-Protagonisten.
Dies ist der 5. Band der David-Hunter-Reihe. Die Bände können jedoch eigenständig gelesen werden.

Seit Monaten erhielt David Hunter keine Aufträge mehr,ist nur noch an der Fakultät tätig und nun steht auch dieser Job auf der Kippe. Dies kratzt an seinem Gemüt, denn ohne Leichen ausbuddeln zu dürfen, um hinter das Geheimnis ihres Todes zu kommen, ist ihm langweilig. Doch das ändert sich rascher als gedacht und anders als erwünscht.
Hunter bekommt einen überraschenden Anruf eines DI aus Essex bezüglich Bergung einer Wasserleiche. Er fragt sich während des Telefonats, weshalb dieser so herumtruxt, nimmt den Auftrag aber nur zu gerne an. Und so begibt sich Hunter in die Backwaters, eine Sumpflandschaft im Süden Englands.

Die schließlich geborgene Wasserleiche soll der Sohn einer wohlhabenden Familie gewesen sein. Er war ein Weiberheld, trank gerne über den Durst, fiel schon in den Schulen unangenehm auf und wurde mehrmals wegen schwerer Körperverletzung angezeigt. Doch Leo Villiers war nicht bloss das schwarze Schaf der Familie, er wurde auch verdächtigt seine Geliebte, eine verheiratete Frau umgebracht zu haben, deren Leiche jedoch nie gefunden wurde.
Was Hunter dann auch noch zufällig im Wasser treibend findet ist ein Turnschuh. An und für sich nichts besonderes, wenn nicht noch der Fuß darin stecken würde. Hunter beschleicht ein ungutes Gefühl, sein Instinkt regt sich und er nimmt Witterung auf. Hier in diesem Ort geht etwas nicht mit rechten Dingen zu, die Bewohner sind äußerst auffällig und die Backwaters spucken noch eine weitere Leiche aus.

"Die im Stacheldraht verfangene Leiche stieg langsam aus dem Wasser, Arme und Beine hingen wie die einer kaputten Marionette herunter. Als Fays Schrei ertönte, drehte der bleiche Schädel seine leeren Augenhöhlen dem Himmel entgegen. Dann, als würde er sich im Tageslicht zurückziehen wollen, versank der Körper wieder im Wasser und verschwand."
(S. 200)

Endlich ist der "alte" David Hunter zurück. Nach dem eher enttäuschenden 4. Teil, hatte ich schon die Befürchtung, dass dem Autor die Luft ausgegangen sei. Nach dem Schließen des Buchdeckels des vorliegenden Buches kann ich jedoch erleichtert behaupten, dass diese Befürchtung völlig unbegründet war.

Hier muss man als Leser wieder sehr achtsam sein, denn nichts ist so wie es scheint und wenn doch, entwickelt sich daraus etwas gänzlich anderes. Der Autor hat also wieder unzählige Wendungen eingebaut, die einem immer wieder überrascht ein "Ohh!!" oder "Nein!!! Gibt's doch nicht!!" ausrufen lassen.

Die Verdächtigen kommen und gehen und wenn man eine Vermutung bezüglich des Täters hat, kann man diese nach ein paar Seiten wieder verwerfen. Man jagt also mit einem unglaublichen Tempo durch die Story, in der es permanent spannend bleibt. Am Ende führt Beckett alle Fäden zusammen und konnte mich auch mit der Auflösung nochmals überraschen.

"Der Wind trug die klagenden Schreie der Möwen heran, vermischt mit dem Geruch verrottenden Tangs und dem erdigen Aroma von Schlick. Das Mündungsgebiet sah bei Ebbe aus, als hätte ein Riese hier eine große Handvoll Erde weggenommen und nur Schlaff und Pfützen hinterlassen. DerAnblick erinnerte an eine Mondlandschaft, doch die nächste Flut war bereits im Kommen..."
(S. 23)

Simon Beckett ist ein Autor, der die Atmosphäre des Settings auf unglaubliche Weise einfangen und an den Leser transportieren kann, so auch hier. Obwohl man sich während des Lesens unter die Decke kuschelt hört man den Wind um die Ohren pfeifen, spürt den Regen und das Salzwasser im Gesicht, fühlt sich, als ob man ständig nasse Füße hätte und sieht die drückend grauen Wolken über sich...und die Leichen, welche aus den Backwaters an die Oberfläche kommen.
Hier hat der Autor also wieder alles richtig gemacht.

Fazit:
Ich dachte schon das war es mit meiner Lieblingsreihe, nachdem ich vom 4. Gand eher enttäuscht war. Doch nun bin ich wieder im Hunter-Fieber und kann es nicht erwarten den 6. Band zu lesen. Ich bin dann also mal Buch kaufen....

© Pink Anemone (mit Leseprobe und Autoren-Info)

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein wahres Schmuckstück unter den vielen Ausgaben dieses Klassikers

Stolz und Vorurteil von Jane Austen

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall.

Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil ... (Inhaltsangabe)


⚜⚜⚜⚜⚜

"Es ist eine Tatsache, über die sich alle Welt einig ist, dass ein alleinstehender Mann mit einigem Vermögen unbedingt auf der Suche nach einer Lebensgefährtin sein muss."
(S. 6 - Der berühmte erste Satz)

Als bekennende Janiete (Jane Austen-Bewunderin) wurden von mir schon viele verschiedene Ausgaben von dem Literaturklassiker "Stolz und Vorurteil" gelesen und ich bin auch weiterhin auf der Suche nach besonders schönen und gelungenen Erscheinungen. Von manchen Klassikern kann man eben manchmal einfach nicht genug im Regal haben.
Von den vielen bereits gelesenen Ausgaben durften bisher jedoch nur wenige bleiben, denn ich bin diesbezüglich sehr eigen. Für mich muss die Übersetzung stimmig sein, denn ich hasse nichts mehr, als wenn ein Klassiker durch misslungene Übersetzungen verunglimpft werden. Weiters muss mich natürlich auch das äußere Erscheinungsbild, sprich das Cover, begeistern können und Illustrationen aus dem Original sind noch ein zusätzlicher Pluspunkt bei meiner Auswahl. Es muss also das Gesamtpaket stimmen.

">>Deine Schwester hat also Pech in der Liebe gehabt, Lizzy, wie ich höre. Ich beglückwünsche sie dazu. Außer der Ehe gibt es ja für ein Mädchen nichts Schöneres, als hin und wieder ein wenig unglücklich verliebt zu sein. Das gibt ihr etwas zu denken auf und verschafft ihr außerdem eine gewisse Sonderstellung unter ihren Freundinnen...<<"
(S. 118)

Bezüglich des Inhalts von "Stolz und Vorurteil" wurde schon genug gesagt, daher erstmals etwas zu dem Grund meiner Jane Austen-Liebe obwohl ich normalerweise absolut keine Liebesromane lese.
Jane Austen lebte in der Regency-Ära, in einer Zeit in der die Industrialisierung begann und es auch sozial, wie auch politisch, zu großen Veränderungen kam, wie z.B. die Napoleonischen Kriege. Austen war unter anderem auch eine Zeitgenossin von Mozart und Goethe. Ihre Werke beinhalten diesen Umbruch jedoch nur am Rande, denn Austen konzentrierte sich vor allem auf die Gesellschaft und hierbei vor allem auf das typische Frauen-/Männer-Bild. Dies erfolgte bei Jane Austen auf sehr satirische Art und Weise. Mit spitzer Zunge, Sarkasmus und Ironie porträtierte sie diese und so entstanden nicht nur romantische Happy Ends, sondern vor allem eine Screwball-Komödie vom Feinsten und das mit Stil. Daher wimmelt es in ihren Romanen nur so von messerscharfen und witzigen Dialogen, wobei gleichzeitig das angestaubte Frauenbild angeprangert wird.
Genau das ist der Grund, weshalb mich Romane von Jane Austen begeistern können, ich sie immer wieder lese und auch ständig auf der Suche nach neuen und gelungenen Ausgaben bin.

">>Es muss sehr merkwürdig sein<<, meinte Elizabeth, >>ich werde daraus nicht recht klug. Sein Brief klingt so feierlich. Und was meint er wohl damit, wenn er sich wegen seines Erbes entschuldigt? Sollen wir etwa glauben, dass er sich dagegen sträuben und dass er etwas dagegen unternehmen würde, wenn es in seiner Macht läge? Sollte er so feinfühlig sein Vater?<<
>>Nein, meine Liebe, das glaube ich kaum. Im Gegenteil, ich glaube, er ist eher alles andere. Dieses Gemisch aus Kriecherei und Wichtigtuerei in seinem Brief klingt sehr vielversprechend. Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten, ihn zu sehen.<<"
(S. 58)

Diese Ausgabe von "Stolz und Vorurteil" aus dem Coppenrath-Verlag z u lesen ist nicht nur ein Genuß, sondern ein richtiggehendes Erlebnis.
Romantische und frühlingshafte Illustrationen der Künstlerin Marjolein Bastin begleiten einem beim Lesen. Die Übersetzung ist zwar nicht originalgetreu und es hat mir anfangs ein "Naja.." entlockt, es wurde jedoch behutsam und mit viel Gefühl modernisiert.
Was das Lesen jedoch zum Erlebnis macht, sind die im Buch enthaltenen Goodies. Diese befinden sich immer an der jeweils passenden Stelle im Buch. So findet man z.B. eine Einladungskarte zum Ball von Mr. Bingley, den vollständigen Brief von Mr. Darcy an Lizzy oder eine alte Karte von London. Insgesamt gibt es 10 Extras zu entdecken, welche mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden.

Somit taucht man nicht nur in die Geschichte ein, sondern auch vollends in die damalige Zeit. Man fühlt sich wie Elizabeth Bennet selbst, wenn man z.B. den Brief von Mr. Darcy öffnet oder man verfolgt anhand der Karte Londons die Wege der Protagonisten. Es ist also, wie schon erwähnt, ein wahres Erlebnis dieses Buch zu lesen.

Fazit:
Ich liebe es darin zu lesen, zu schmökern und zu blättern. Es ist eine Ausgabe, welche man mit Genuß liest und das immer und immer wieder. Obwohl die Übersetzung nicht unbedingt originalgetreu ist, wurde dies durch die hochwertige Aufmachung, die Illustrationen und vor allem durch die Goodies wett gemacht. Diese Ausgabe ist also ein wahres Schmuckstück, vor allem für alle Janietes.

© Pink Anemone (mit Bildern aus dem Buch)

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