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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Emmmbeee:

Nichts zu verlieren, aber vieles zu gewinnen

Eine eigene Zukunft von María Dueñas

Als der Ehemann und Vater von einem herabfallenden Gepäckstück im Hafen erschlagen wird, wissen seine Frau Remedios und die drei Töchter nicht ein noch aus. Sie sind erst vor kurzem in die USA eingewandert und sprechen kaum Englisch, kennen sich mit der Führung des schlecht gehenden Restaurants nicht aus, sitzen auf Schulden und würden am liebsten die Abfindung der Reederei annehmen und nach Spanien zurückkehren.

Doch dann eröffnen sich weitere Möglichkeiten, und eine resolute Nonne trägt zur allgemeinen Unsicherheit noch zusätzlich bei.
Schlag auf Schlag prasseln die Ereignisse auf die jungen Mädchen Victoria, Mona und Luz ein. Allmählich lösen sie sich von der strengen Herrschaft ihrer Mutter und wagen Schritte, von denen sie bisher nicht einmal geträumt haben. In der Arena ihres Schicksals stellen sich die Arenas- Frauen wagemutig einem neuen Leben, in dem es nur noch aufwärts gehen kann.
Eine etwas andere Auswanderergeschichte, die der Leser mit Spannung mitverfolgt. Von Kapitel zu Kapitel treten überraschende Wendungen ein, was die Spannung immer wieder steigert. Die einzelnen Personen sind plastisch gezeichnet. Von der Übersetzerin in eine süffig farbige Sprache übertragen, ist der Roman ein wahres Lesevergnügen. Die Geschichte berührt, der Text hat Tempo, einen guten Aufbau und ist in einem angenehmen Stil geschrieben. Was will man mehr?

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Zu wenig Schmetterlingsgefühle, zu wenig Backstube

Schmetterlinge aus Marzipan von Böhle Daniela

Sie hörte sich gut, die Beschreibung zu diesem Roman. Dass es darin nur zum Teil um das Praktikum in einer Konditorei geht und und fast mehr um die Erlebnisse mit den Treffern auf einer Datingplattform, war mir nicht klar.

Ich dachte, dass es ausschliesslich ums Backen geht, dekoriert mit ein bisschen Liebe.

Halt was fürs Herz. Ums Backen geht es zum Teil zwar auch, aber nicht so genussvoll, wie ich mir erhoffte. Im Gegenteil. Der Chefkonditor Sven ist äusserst wortkarg und gibt ausschliesslich einsilbige Anweisungen, wie Nina etwas vorbereiten oder backen soll.

Arztsekretärin Nina nimmt das gut an und gibt nicht auf, mit der Zeit findet sie einen Zugang zu Sven. Doch so richtig probieren und geniessen mit allen Sinnen kann Nina auch nicht. Viel zu stark hört sie noch die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf, die äusserst fies zu ihr und ihrer Tante war. Das Back-Gen hat Nina eindeutig von ihrer Tante vererbt bekommen, die selbst bei ihrer Beerdigung nicht gefeit war vor bissigen Kommentaren von Ninas Mutter.

Vielleicht erträgt Nina ihren feigen Chef Professor Wolff und den gemeinen Oberarzt nur deshalb, weil sie schon seit jeher von ihrer Mutter immer wieder aufs Neue beleidigt wurde? Irgendwann wird es aber auch Nina zu viel und als sie eines Tages vor einer Konditorei steht, die nach einem Praktikanten sucht, nimmt die Chefsekretärin spontan einen Monat unbezahlten Urlaub und beginnt, wie oben erwähnt, an der Seite des maulfaulen Sven ihr Back-Praktikum.

Derweil meldet Ninas Freundin Kirsten sie bei einer Dating-Platform an. Während Nina nun abends ihren Account nach interessanten Vorschlägen durchforstet und sich zudem noch um ihre schwangere Freundin Sonja kümmert, gewöhnt sie sich nur langsam an Sohn Leonards weiblichem Besuch in ihrer Zweier-WG.

Im Laufe der Geschichte tun sich noch mehr Betätigungsfelder für Nina auf. Neben den bereits Erwähnten gibt es noch einen nervigen Nachbarn, ihren Ex-Mann, ihre Dates, einen Kunden, der das Alter seiner Lebensgefährtin nicht weiss und immer wieder die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. Das Erzähltempo ist schnell, aber durch die viel zu vielen Baustellen bleibt alles oberflächlich und der Genuss auf der Strecke. Die Bäckereistory mit nur einer zu betüddelnden Freundin und statt dem Datingdings nur das Max-Dings - der Roman hätte mir besser gefallen.

Dass es darin um Liebe in diversen Ausprägungen geht und dass davon fast alle Charaktere betroffen sind, kommt rüber. Mir war das aber zu viel. Weil ständig irgendeine der Baustellen zu bedienen war, gab es viel zu wenig Emotionen und zu wenig Tiefe. Das Back-Thema verliert sich in dem ausufernden Dating-Thema.

Fazit: Oft amüsant, aber viel oberflächliches Beziehungsgedöns und zu viele Nebenschauplätze, dafür zu wenig Sehnsucht, zu wenig Schmetterlinge im Bauch und viel zu wenig duftende Backstube.
3 Punkte.

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Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:

Nichts zu verlieren, aber vieles zu gewinnen

Eine eigene Zukunft von María Dueñas

Als der Ehemann und Vater von einem herabfallenden Gepäckstück im Hafen erschlagen wird, wissen seine Frau Remedios und die drei Töchter nicht ein noch aus. Sie sind erst vor kurzem in die USA eingewandert und sprechen kaum Englisch, kennen sich mit der Führung des schlecht gehenden Restaurants nicht aus, sitzen auf Schulden und würden am liebsten die Abfindung der Reederei annehmen und nach Spanien zurückkehren.

Doch dann eröffnen sich weitere Möglichkeiten, und eine resolute Nonne trägt zur allgemeinen Unsicherheit noch zusätzlich bei.
Schlag auf Schlag prasseln die Ereignisse auf die jungen Mädchen Victoria, Mona und Luz ein. Allmählich lösen sie sich von der strengen Herrschaft ihrer Mutter und wagen Schritte, von denen sie bisher nicht einmal geträumt haben. In der Arena ihres Schicksals stellen sich die Arenas- Frauen wagemutig einem neuen Leben, in dem es nur noch aufwärts gehen kann.
Eine etwas andere Auswanderergeschichte, die der Leser mit Spannung mitverfolgt. Von Kapitel zu Kapitel treten überraschende Wendungen ein, was die Spannung immer wieder steigert. Die einzelnen Personen sind plastisch gezeichnet. Von der Übersetzerin in eine süffig farbige Sprache übertragen, ist der Roman ein wahres Lesevergnügen. Die Geschichte berührt, der Text hat Tempo, einen guten Aufbau und ist in einem angenehmen Stil geschrieben. Was will man mehr?

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

"Wer sich in Familie begibt, komm darin um"

Großes Sommertheater von Frank Goldammer

Frank Goldammer ist seinen Lesern ja durch die Krimi-Reihe rund um Max Heller im Dresden der Nachkriegszeit bestens bekannt. Diesmal schenkt er sich und seinen Fans einen Familienroman erster Klasse:

Joseph, der Patriarch einer deutschen Familie ist schwer krank, und lässt seine Familie in seinem Domizil an der Ostsee antanzen.

Die Söhne Erwin, Harald und Uwe sind heillos zerstritten, gönnen einander nichts und buhlen um die die Gunst des apathisch im Rollstuhl sitzenden Vaters. Der wird von einer resolut auftretenden Pflegerin namens Agnes versorgt. Gleichzeitig ist sie so etwas wie der „Major Domus“ (oder soll ich sagen die „Domina“ des Haushalts?) und übernimmt das Regiment über die Familienmitglieder.

Neben den Söhnen und Schwiegertöchtern sind auch Enkel samt Partnern und Urenkel dabei, die so gar nichts mit der buckligen Verwandtschaft anzufangen wissen. So versucht man sich, unter der Fuchtel von Agnes, allerlei Freizeitaktivitäten hinzugeben. Die werden immer wieder durch Aktionen des kleinen Roccos unterbrochen, der seine Mutter und alle anderen Erwachsenen vor sich her treibt - Vier Jahre und kein bisschen leise!

Die Familienmitglieder belauern sich gegenseitig, jeder/jede ist erpicht darauf, das größte Stück vom (Erb)Kuchen zu erhalten. So treibt die hochsommerliche Hitze die Spannung auf die Spitze, bis sie sich mit einem Knalleffekt entlädt.

Meine Meinung:

Eine herrliche Lektüre rund um die Abgründe eines Familienclans. Schon die Struktur des Romans erinnert an einen Hollywoodfilm. Die einzelnen Familienmitglieder werden bei der Ankunft an der Ostsee vorgestellt. Dem geneigten Leser von Frank Goldammers Krimis ist schon jetzt klar, dass man bei einer solchen Familie keine Feinde mehr braucht.

Herrlich sind die unterschiedlichen Charaktere dargestellt. Da sind zum einen die Urenkel Vanessa und Tom, die von ihren Smartphones im Normalfall nur chirurgisch zu trennen sind, aber plötzlich das jeweils andere Geschlecht entdecken, aber vor lauter Whatsapp und Emojis nicht miteinander reden können. Ach ja, das Miteinander reden habe diese Leute alle nicht erfunden. Das beginnt schon bei Josephs Eltern Alfons und Waltraut, die, wie wir aus diversen Rückblenden erfahren, jahrelang stumm nebeneinander leben und auch dem gemeinsamen Sohn keine Beachtung schenken. Dieses „nebeneinander leben“ und „nicht beachten“ des Nachwuchses zieht sich durch alle hier versammelten Generationen durch. Doch, wie sollten sie es auch lernen? Die Ehepartner sind ähnlich gestrickt und so wunderen die Gedanken von Jussi, dem Finnen und Gemahl von Ida, nicht wirklich.

Die drei Brüder Erwin, Harald und Uwe stellen die drei Säulen der Gesellschaft dar: Erwin, der erfolgreiche CDU-Politiker (Wie lange noch?), Harald, der in dubiose Geschäfte verstrickt ist (Wann kommt man ihm drauf?) und Uwe, dessen Lebensaufgabe es scheint, dem Staat jedwede Sozialleistung abzupressen, die es nur gibt.

Mit bitterbösem Humor kommt es zu einem Showdown, den man so nicht vermutet hätte. Wie sagte schon Heimito von Doderer? "Wer sich in Familie begibt, kommt darin um."

Fazit:

Eine trügerische Familienidylle, die sich in einem gewaltigen Knall entlädt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Leserin71:

Urlaubshörerlebnis

Großes Sommertheater von Frank Goldammer

Simon Strasser hat sich am Lago d'Orta zur Ruhe gesetzt. Nach langen Jahren in Deutschland als Polizeireporter kann der Halbitaliener das Ermitteln nicht lassen, als er ein Boot führerlos auf dem See treiben sieht und dann einen Toten auf dem Schiff findet. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Simon findet Hinweise in eine andere Richtung.

Meine Meinung:
Diese Kombination von Reise- und Landschaftsbeschreibung und Krimifall habe ich sehr gerne gehört. Die lokalen Besonderheiten des im Piemont gelegenen Sees westlich des Lago Maggiores wurden von Frank Stöckle auf sehr angenehme Weise vorgelesen. Simon Strassers Gedanken zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen deutscher und italienischer Mentalität sind von beobachtender Natur, ohne Wertung. Er ist mir ans Herz gewachsen.

Der Krimifall zieht sich anfangs ein bisschen dahin, was aber zur Hitze in dem Sommer passt. Simon führt viele Gespräche und kommt so auf Verbindungen bis hin zu den Partisanen des 2. Weltkriegs, die die Polizei noch gar nicht ahnt. Das Ermitteln auf eigene Faust wäre für ihn fast ins Auge gegangen. Die Spannung im letzten Abschnitt war fast nicht zu überbieten.

Ich würde gerne mehr von Simon Strasser hören!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein wortgewaltiges Trio

Zwei Lebenswege. Eine Debatte von Pröll Erwin; Turrini Peter; Lackner Herbert

Unter der „Regie“ von Herbert Lackner treffen sich zwei höchst unterschiedliche Persönlichkeiten, die doch mehr gemeinsam haben, als es scheint:

Erwin Pröll, geboren 1946 in der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Radlbrunn und Peter Turrini, geboren 1944 in St. Margarethen in Kärnten.

Während Pröll in einer Bauernfamilie geborgen aufwachsen und studieren konnte, wurde Turrini als Zuwandererkind jahrelang ausgegrenzt.

Prölls beruflicher Höhepunkt waren seine Jahre als Landeshauptmann von NÖ (1992-2017). Turrini hingegen ist nach einer Reihe unterschiedlichster Berufe seit 1971 freischaffender Schriftsteller mit allen Vor- und Nachteilen.

Während Pröll die eher konservative Weltanschauung vertritt, liegt Turrini der Kommunismus näher. Trotzdem kreuzen sich die Lebenswege der beiden immer wieder.

Als Peter Turrini 1978 die legendäre TV-Alpensaga schreibt, prallen die Ansichten hart aufeinander. Die Bauern, deren Vertretung, dem Bauernbund, dem Pröll damals angehört, fühlen sich von Turrinis Bild der Bauern desavouiert. Wütende Proteste sind die Folge. Dabei will Turrini das angestaubte Image der Bauern zurechtrücken. Manchmal ist eben „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut“.

Heute sind die beiden so etwas wie Freunde. Neben Pröll, lebt auch Peter Turrini (seit 1991) ebenso wie der Moderator dieser Debatte, Herbert Lackner, in Niederösterreich.

Das spannende Experiment, zwei so unterschiedliche Menschen wie Erwin Pröll und Peter Turrini abseits eines „weiteren Beitrags zur Selbstdarstellungs- und
Seitenblickegesellschaft“ (© Peter Turrini) an einen Tisch zu bringen, darf als durchaus gelungen betrachtet werden. Neben Anekdoten wird auch bislang Unbekanntes aus der Erinnerung geholt und im klassischen Sinn geteilt.

Abwechselnd reden Pröll, Turrini und Lackner über Macht und Geschichte, Kirche und Kunst sowie das Leben als solches.


Fazit:

Ein Buch zum Verschenken oder Selberlesen. Gerne gebe ich 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

hätte auch Goethe gefallen

Newtons Gespenst und Goethes Polaroid Über die Natur von Bröckers Mathias

Klappentext zu „Newtons Gespenst und Goethes Polaroid “
„Das "Fragment über die Natur" gilt als der herausragende Schlüsseltext für das Denken Goethes über die Natur. Es steht am Anfang seiner lebenslangen Erforschung von Steinen und Pflanzen, Tieren und Menschen, Licht und Farben und legt den Grundstein für die Methode der "zarten Empirie", mit der er sich als Wissenschaftler seinen Gegenständen nähert.

So kam denn auch der Pionier der Farbfotografie mit Newtons "spectre" (engl. Erscheinung, Gespenst), dem von einem Prisma Farben getrennten weißen Lichtstrahl, nicht weiter, erforschte die Farbwahrnehmung mit Goethe'schen Methoden und erfand das farbige Polaroid-Sofortbild. Mathias Bröckers zeigt, dass Goethes Erkenntnisse über die Natur ihrer Zeit voraus waren und heute für die Zukunft relevanter sind als je zuvor.“

Der Autor untersucht auf Basis von Goethes „Fragment über die Natur“ welche Überlegungen des Dichterfürsten korrekt und bis heute bewiesen werden konnten. Johann Wolfgang von Goethe gilt ja als einer der letzten Universalgelehrten. Neben messerscharfem Verstand und Akribie zeichnen ihn lebenslange Neugierde aus.

Dieses Buch habe ich gerne gelesen, obwohl es aufgrund seiner Sprache und philosophischer Gedanken nicht immer ganz einfach zu lesen ist.

Beeindruckend sind die vielen Zitate und Querverweise, ich am liebsten alle hier verwendet hätte.
So begnüge ich mich Folgendem: „das was auf diesem Feld Benoît Mandelbrot mit seiner Geometrie der Fraktale aufziegen konnte, ... - hätte Goethe entzückt.“ (S.35)

Und ja, wir begegnen vielen, die in der Wissenschaft Rang und Namen haben: von Benoît Mandelbrot, Johannes Kepler, Werner Heisenberg bis hin zu den Philosophen Fritz Jacobi und Rudolf Steiner.

Wenn Goethe sagt: „Es ist vieles wahr, was sich nicht berechnen lässt“ (S.29), steckt viel Wahrheit dahinter. Man denke nur an die schier ewige Diskussion ob Licht Welle oder Teilchen ist.

Passend zur Farbenpracht der Natur, ist das Cover bunt gestaltet. Manches erinnert ein wenig an Mandelbrots fraktale Geometrie. Als Geschenk ein echter Hingucker aus dem Westend-Verlag.

Fazit:

Ein Buch das sowohl Goethe-Fans als auch Anhängern von Heisenberg & Co. Freude machen kann. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Rezensionen von LEXI:

Was du liebst, lass los. Wenn es dich liebt, kommt es zu dir zurück – und dann für immer.

Newtons Gespenst und Goethes Polaroid Über die Natur von Bröckers Mathias

Gisela Herzog ist verwitwet und vermisst ihren Ehemann Albert immer noch schmerzlich. Ihre Tochter Sabine befindet sich im Zuge eines Auslandseinsatzes in Afrika, ihr Sohn Thomas hat in Kanada seine große Liebe gefunden. Trotz ihrer aufgeschlossenen und liebevollen Art und der regelmäßigen Skype-Gespräche mit ihren erwachsenen Kindern ist Gisela einsam.

Als sie eines Abends eigenartige Geräusche im Garten bemerkt, entdeckt sie ein verletztes kleines Kätzchen. Jegliche Bedenken der pedantischen und äußerst ordnungsliebenden alten Dame angesichts dieses schmutzigen und nassen Fellbündels verschwinden augenblicklich, als dieses ihr anschmiegsames und vertrauensvolles Verhalten offenbart. Die kleine „Franzi“, wie Gisela das süße kleine Wesen nennt, bahnt sich pfeilgerade und in Sekundenschnelle den Weg in ihr Herz. Giselas Einsamkeit scheint endlich der Vergangenheit anzugehören, die aufgeweckte kleine Franzi wirbelt ihren Alltag zwar gehörig durcheinander, bringt zugleich aber auch viel Freude und Licht in ihr Leben. Doch eines Tages entdeckt Gisela eine Suchanzeige, den Aufruf einer gewissen Familie Bergmann, die ihr Katzenbaby „Bella“ verzweifelt sucht. Gisela befindet sich in einer Zwickmühle, denn sie möchte sich unter keinen Umständen mehr von ihrer kleinen Franzi trennen. Doch auf der anderen Seite gibt es eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die um diese Katze trauert und die Suche nach ihr einfach nicht aufgeben möchte. Wird Gisela letztendlich die richtige Entscheidung treffen?

Im vorliegenden Roman erzählt Mia Richter die Geschichte einer einsamen alten Frau, die unverhofft zu einem quirligen Familienzuwachs kommt. Katzenliebhaber werden amüsiert über die Schilderungen der Aktivitäten einer neugierigen kleinen Katze schmunzeln, die nicht nur das Haus, sondern vielmehr das gesamte Leben eines Menschen innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellt. In wundervollem Schreibstil und in einfühlsamen Worten beschreibt die Autorin die Situation der alten Dame, aber auch jene der ersten Familie der kleinen Franzi, wobei auch der Humor an mancher Stelle nicht zu kurz kommt. Zahlreiche kleine Zeichnungen dokumentieren prägnante Szenen und sorgen für eine gefällige Auflockerung im Buch. Gisela Herzog wird als herzliche und liebenswürdige Frau dargestellt, auch die Nebenfiguren wurden liebevoll charakterisiert. Die kleine tierische Protagonistin Franzi eroberte vom ersten Augenblick an mein Herz – ihr Auffinden, die tierärztliche Erstversorgung, die ersten Tage im neuen Zuhause sowie ihr gesamtes Verhalten erinnerten mich unglaublich stark an mein eigenes kleines Fundkätzchen.

Fazit: „Eine Oma zum Fest“ war eine wunderschöne und berührende Geschichte, die mir ausgezeichnet gefallen und allergrößtes Lesevergnügen bereitet hat. Dieser Roman vermag es nicht nur zu Weihnachten, auf den hohen Stellenwert zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Kontakte hinzuweisen und animiert dazu, sein näheres Umfeld und seine Mitmenschen vielleicht ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen und mit anderen Augen zu betrachten.

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Rezensionen von yellowdog:

Ein langes, facettenreiches Essay

Woher ich kam von Joan Didion

Joan Didion ist die Ikone unter den kalifornischen Schriftstellerinnen. Ihre intelligenten Bücher erzählen viel von Amerika. Woher ich kam ist ein guter Beweis dafür. Die vermeintliche Ahnenchronik entpuppt sich bald als komplexes Buch über die Geschichte, die Gesellschaft und Kultur Kaliforniens.

Didion bezieht unterschiedliche
Aspekte in ihrem Kalifornienportrait ein, zum Beispiel auch die Literatur anhand konkreten Beispielen: Jack London und William Faulkner. Erstaunlicherweise analysiert sie sogar ein eigenes Buch „Menschen am Fluß“ ausführlich.
Nicht alle Details sind ohne Vorkenntnisse über die kalifornische Geschichte einfach zu verstehen, aber immer hin beeindrucken Didions messerscharfe Analyse durchgehend. Auch im Abschnitt über den Maler Thomas Kinkaid, der sich selbst als Maler des Lichts verkaufte, sind ihre Erkenntnisse enthüllend.
Im letzten Abschnitt schreibt sie auch noch bewegend über ihre Familie, über ihre Mutter und Vater sowie über ihre Adoptivtochter.

Joan Didion zu lesen, lohnt sich!

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Rezensionen von liesmal:

Frida kämpft für die Familie

Das Seehospital von Helga Glaesener

Mit „Das Seehospital“ erzählt Helga Glaesener eine Familiengeschichte, die im Jahr 1920 auf der Insel Amrum beginnt.
Nachdem ihr Großvater gestorben ist, kehrt Frida nach Amrum zurück, unterbricht ihr Medizinstudium und kämpft für das Vermächtnis des Großvaters, nämlich das Seehospital, das er für lungenkranke Kinder gestiftet hat, vor der Schließung zu bewahren.

Fridas Schwestern Louise und Emily haben eher andere Interessen, ihr Halbbruder Christian ist noch ein Kind und Mutter und Stiefvater möchten aus der Strandvilla lieber ein Kurhotel machen. Sie verlangen ihren Töchtern einiges ab, um an Geld für ihre Pläne zu kommen, aber weder Louise noch Emily sind bereit, sich darauf einzulassen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf und die Familie scheint daran zu zerbrechen.
Die Kapitel sind überschrieben mit Namen, meistens mit einem der vier Kinder, aus deren Perspektive erzählt wird. Schauplätze sind Amrum und Hamburg.
Ich fühle mich von Anfang an gut mit hineingenommen in die Geschichte, kann mich entrüsten über die ungeheuerlichen Geschehnisse, kann mich freuen über die angenehmen und schönen Dinge und mitleiden, wenn Trauriges oder Schreckliches geschieht. Dabei werden die Probleme der Nachkriegszeit und auch die grausamen Folgen des Krieges sehr gut wiedergegeben.
Der lebendige bildhafte Schreibstil garantiert eine ständig steigende Spannung, die nicht abreißt. Dadurch mochte ich das Buch nur ungern mal aus der Hand legen.
Gern hätte ich von verschiedenen Szenen berichtet, die mich besonders berührt haben, aber das kann ich bei diesem Buch nicht ohne zu spoilern. Darum kann ich nur empfehlen, dieses wunderbare Buch selbst zu lesen.

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