Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
romantische Liebeskomödie
My Dearest Enemy von R.S. Grey
Daisy und Lucas sind junge Ärzte, die mehr unfreiwillig in einer Praxis zusammenarbeiten. Es ist eine Praxis in ihrer Heimatstadt in Texas.
Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, so lange geht auch schon ihre latente Feindschaft.
Es gibt viele Kabbeleien, mitunter ist das amüsant zu lesen, teilweise wirkt es auch übertrieben.
Daisy führt sich ziemlich unreif auf. Oft ist sie ein Tollpatsch. Schlecht gemacht ist das von der Autorin nicht und das Setting ist originell.
Wenn der Verlag bei R.S.Greys Romanen von romantischen Liebeskomödien spricht, ist das sicher zutreffend. Einige Passagen könnten glatt aus einem Screwball-Movie mit Gary Grant und Katherine Hepburn stammen. Diesen Vergleich kann der Roman jedoch nicht die ganze Zeit standhalten. In der zweiten Hälfte gibt es nur noch wenige Überraschungen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Man muss Raben und Geschichte mögen
My Dearest Enemy von R.S. Grey
Die Legende um die Raben im Tower kenne ich schon länger. Aber erst seit ich die Beefeater-Krimis mit Ermittler John Mackenzie von Emma Goodwyn gelesen habe, weiss ich, dass es auch einen Ravenmaster gibt, der sich um die Tiere kümmert. Das faszinierte mich und deshalb ging ich bei meinem nächsten Besuch im Tower von London nicht direkt zu den Kronjuwelen, sondern zuerst zu den Raben.
Seit etwa zwei Jahren folge ich dem Ravenmaster auf seinem Social Media Kanal.
Als ich 2018 von dem Buch über den "Herr der Raben" erfuhr, kam es gleich auf meine Wunschliste. Nun liegt es in der deutschen Übersetzung vor. Christopfer Skaife erzählt über seinen Werdegang und seinen Alltag mit den Raben.
Chris Skaife stellt sich zuerst selbst vor, schreibt über seine Kindheit, seine Zeit in der britischen Armee und die Geschichte, wie er zu einem Yeoman Warder und später zum Ravenmaster wurde. Leser dieses Buches müssen Geschichte mögen, denn der Autor erzählt sehr viel über die Historie des Towers. Dazu liefert er wissenswerte biologische Fakten über die beschriebenen Vögel wie auch einige Anekdoten über seine Erlebnisse mit "seinen" Raben.
Meistens schweift er in seiner Erzählung über den Rabenalltag aber ab und erzählt mehr über sich und seine Zeit als Soldat. Dass die für ihn wichtig war und ihn lehrte diszipliniert zu sein, kommt ihm im Umgang mit den Raben zugute - nimmt jedoch einen zu grossen Teil im Buch ein. Die sieben gegenwärtigen Raben des Towers werden einzeln kurz in Steckbriefform vorgestellt. Über Merlina (der heimliche Star und am zutraulichsten) und Munin wird mehr erzählt, ich vermisste jedoch Einzelheiten über die anderen fünf Raben. Ich hätte durchaus mehr über diese gefiedrigen Tower-Bewohner erfahren wollen und dafür weniger über die British Army.
Trotzdem war das Buch interessant und äusserst humorvoll. Wer sich beim Besuch des Towers je mit den Yeoman Wards unterhalten konnte, weiss was ich meine. In "Der Herr der Raben" gibt es diesen typisch britischen Humor frei Haus auf 256 Seiten.
Fazit: Faszinierender und unterhaltender Bericht über die Geschichte des Towers, dessen Raben und ihren Rabenmeister.
4 Punkte.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Gefährlicher Baum der Erkenntnis
Das Volk der Bäume von Yanagihara Hanya
Der junge Mediziner Norton Perina reist mit seinem Mentor Paul Tallent zur mikronesischen Insel Ivu'ivu, wo die beiden einem Menschenstamm begegnen, der körperlich nicht älter zu werden scheint. Offensichtlich liegt es daran, dass die Leute sich von einer bestimmten Schildkrötenart ernähren. Diese Erkenntnis behält Perina aber nicht für sich, sondern veröffentlicht sie und heimst damit jede Menge Ruhm und Anerkennung ein, bis hin zum Nobelpreis.
Aber der Baum der Erkenntnis trägt giftige Früchte: Kurz danach wird die Insel regelrecht gestürmt, die Ruhe der Inselbewohner wird zerstört, Kommerz, Ausbeutung und Gier halten Einzug in das ehemalige Paradies.
Doch Forschungserfolg will Beifall, will mehr als nur Ruhm. Will mehr als nur die übliche Form der Liebe. Und so ist es nicht weit bis zum Verdacht der Pädophilie. Sein ganzes Genie nützt Perina nichts mehr, er wird des Kindesmissbrauchs bezichtigt und zu einer Haftstrafe verurteilt.
Schon zu Beginn liegen alle Karten auf dem Tisch. Deshalb geniesst der geniale Wissenschaftler auch à priori keine Lesersympathien. Doch führt Yanagihara uns immer tiefer in seine Person. Sie lässt Perina in einer Sprache erzählen, deren Sog man sich kaum entziehen kann und der einem trotz allem eine widerwillige Anerkennung abringt. Denn nach und nach lernt man den Menschen verstehen und begreift, wie eng Genie, Hochmut, Perversion und Verbrechen beisammen sein können. Immer wieder wird man gebeutelt zwischen Abscheu, Mitleid und Anerkennung. Doch man darf nie vergessen, wem man da zuhört, wenn die tiefe Stimme Perinas ertönt: doch nur einem gewissenlosen Scheusal, das sich mit allen Mitteln zu verteidigen versucht.
Wer sich beim Lesen gern in Komfortzonen bewegt, dem ist von diesem Buch abzuraten. Man muss den Stoff ertragen können, wie schon beim Erstlingswerk "Ein wenig Leben". Die Autorin spielt auf sämtlichen Klaviaturen menschlicher Stärken und noch mehr der Schwächen, bringt eine verwirrende Menge von Informationen und wissenschaftlichen Einzelheiten hinein. Vielleicht hätte ich mich in der Druckversion leichter zurechtgefunden, wo man immer wieder zurückblättern kann.
In diesem Hörbuch führen zwei sehr unterschiedliche Stimmen (die tiefe, ernste des genialen Wissenschaftlers Perina und helle, behutsam erzählende seines Mitarbeiters Dr. Ronald Kubodera) im Wechsel durch das umfangreiche, in reichhaltiger, farbig-plastischer Sprache erzählte Werk.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Penibel recherchiert und toll erzählt
Der Astronom und die Hexe von Ulinka Rublack
Dieses Sachbuch beschäftigt sich mit Katharina Kepler (1546-1622), der Mutter von Johannes Kepler (1571-1630), die 1615 beschuldigt wird, eine Hexe zu sein.
Was sind die Gründe die knapp 70-Jährige vor das Gericht zu zerren? Neid, Missgunst oder hat sich die Keplerin doch irgendwelcher Verfehlungen begangen?
Anhand der noch erhaltenen Prozessakten und Briefen Johannes Keplers wird der Fall von Autorin Ulinka Ruback akribisch aufgearbeitet.
Dabei ergibt sich ein detailliertes Bild dieser Zeit. Man steht an der Schwelle zur Neuzeit und in einigen Landstrichen hat man den Schritt schon gewagt und ist neuen Theorien offen. Die einfache Bevölkerung hängt jedoch eher den Traditionen an. Der Protestantismus ist gerade einmal 100 Jahre alt und die unterschiedlichen Glaubensfragen werden demnächst den Dreißigjährigen Krieg auslösen. Und hat nicht auch der als fortschrittlich gepriesene Martin Luther gepredigt, dass keine Hexen am Leben gelassen werden sollen?
Die Lebenserwartung der Menschen ist aufgrund einseitiger Ernährung, der unhygienischen Zustände, Hunger und Krankheiten eher gering. Frauen sterben ohnehin viel früher, da sie meistens während oder kurz nach einer der zahlreichen Entbindungen sterben. Eine Frau mit 40 ist alt, ein Mann befindet sich mit 40 im besten Mannesalter. Katharina Kepler ist beinahe 70 und ihre körperliche Erscheinung ist altersadäquat: weißhaarig, zahnlos, dürr, abgearbeitet und vermutlich durch Osteoporose bucklig – alles scheinbare Anzeichen einer Hexe. Selbst Sohn Johannes graut vor dem Aussehen seiner Mutter. In einigen Briefen bringt er das auch sehr deutlich zum Ausdruck. Auch die Überlegenheit des männlichen Geschlechtes ist fest in Keplers Gedankenwelt verankert. So schreibt er in seiner Verteidigungsschrift, dass seine Mutter verwirrt und nicht mehr ganz bei Sinnen sei.
Wenn er aber so eine schlechte Meinung von seiner Mutter hat, warum verteidigt er sie dann?
Dafür gibt es wohl mehrere Gründe: Unter anderem sorgt er sich um seine eigene Reputation, weil ein nach dem Hexerei-Paragraphen verurteiltes Familienmitglied hat Auswirkungen auf seine eigene Ehre und sein Fortkommen.
Erst als Katharina im Gefängnis sitzt (für deren halbwegs anständige Unterbringung die Familie aufkommen muss), spricht er ausführlich mit seiner Mutter. Jeden Punkt der Anklageschrift kann er nach diesen Erzählungen entkräften. Weiters kann er die Denunzianten der Verleumdung überführen. Dennoch sind sowohl Katharina als auch Johannes immer der Willkür des Gerichtes ausgeliefert. Egal was Katharina getan hat, es wird immer gegen sie verwendet. Als sie den Richter mit einem Silberbecher bestechen will, wird ihr das vorgeworfen, obwohl das damals gängige Praxis ist.
Dass Katharina Kepler letzten Endes nach sechs Jahren Prozess und Kerkerhaft im Jahre 1622 freigesprochen wird, grenzt an ein Wunder.
Meine Meinung:
Ulinka Rublack ist ein hervorragendes Sittenbild des 17. Jahrhunderts gelungen. Sie hat in verschiedenen Archiven intensiv und penibel recherchiert. Manchmal „muss“ sie diese, ihre Ergebnisse unbedingt an die Leser weitergeben und verzettelt sich ein wenig. So werden ähnliche Prozesse ebenfalls genau geschildert, was durchaus sehr interessant ist, aber den Leser aus Katharinas Geschichte herausreißt.
Besonders gelungen ist die Einbindung zahlreicher Abbildungen. Wir erhalten Eindrücke, wie Johannes Kepler und einige seiner Zeitgenossen ausgesehen haben, sowie Einblick in die erhaltenen Briefe bzw. Prozessakten. Eine Zeittafel und Landkarten sowie Faksimiles von Keplers mathematischen Schriften ergänzen dieses umfangreiche Sachbuch.
Fazit:
Dieses Sachbuch besticht durch die aufwändige Recherche und den flüssigen Schreibstil, der dem Leser von heute eine authentischen Eindruck des 17. Jahrhunderts vermittelt. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Caro2929:
Durchwachsen...
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Klappentext:
"Sie ist allein im Haus. Allein mit ihrer Angst. Sie kann mit niemandem sprechen. Nicht einmal mit ihrem Mann. Was wissen die Leute im Auto? Und vor allem, was werden sie tun? Eines Morgens steht es plötzlich da. Das schwarze Auto. Mitten in der ruhigen Blumenstraße in einem gehobenen Wohnviertel.
Darin ein Mann und eine Frau, die reglos dasitzen. Stundenlang, tagelang. Nach und nach macht diese stumme Provokation die Anwohner nervös. Allen voran Stella Johannsen, die sich immer und immer wieder die eine Frage stellt: Was wissen sie? Über die schreckliche Nacht vor sechs Jahren, als Stella und ihr Mann Paul einen schweren Unfall hatten. Einen Unfall, bei dem ein Mensch starb. Sind sie deswegen hier? Was werden sie tun? Und wie viel Zeit bleibt Stella noch?"
Meine Meinung:
Ich bin bezüglich des Buches zwei geteilt. einerseits hat es mir gut gefallen. Es war teilweise richtig spannend und ich konnte das Buch schwer aus der Hand legen. Andererseits hab es Stellen, wo ich mich über die Protagonistin Stella aufgeregt habe, dass sie es übertreibt und zu schnell zu viel jammert.
Der Schreibstil ist aber sehr angenehm. Er lässt sich sehr flüssig lesen und wie gesagt, der Autorin gelingt es durchaus, Sehr viel Spannung aufzubauen, nichts desto trotz hat das Buch meiner Ansicht nach ein paar Längen.
Auf jeden Fall kann ich so viel sagen, dass ich mit dem Ende definitiv nicht gerechnet habe. Es ist gut gelöst, vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas übertrieben, aber durchaus logisch und nachvollziehbar.
Insgesamt möchte ich sagen, dass es sich um einen durchaus lesenswerten Thriller handelt, in dem mit der Angst der Protagonistin gespielt wird und der Leser definitiv bis zum Schluss nicht weiß, was vor sich geht.
Begleitet wird die eigentliche Story, in die der Leser nach und nach durch stückweise Aufarbeitung hineingeworfen wird, durch interessante neben Schauplätze.
Fazit:
Durchaus spannend...
Rezensionen von Bibliomarie:
Drei Schwestern in New York
Eine eigene Zukunft von María Dueñas
Duenas beschreibt in ihrem Roman das Schicksal dreier Schwestern, die auf die harte Tour lernen müssen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Sie leben in den 30iger Jahren in Spanien, in Armut und ohne große Aussichten. Der Vater ist ein Abenteurer, der es nie lange an einem Ort aushält. Er kam nur sporadisch in die Heimat und brach nach einigen Monaten wieder auf, nicht ohne seine Ehefrau schwanger zurückzulassen.
Nun will er sein Glück in New York gefunden haben und befiehlt seiner Familie nachzukommen. Dort erwartet sie das gleiche Leben, wie in Spanien – nur eben in der Fremde. Der Vater stirbt und Mutter und Töchter bleiben entwurzelt zurück. Doch die spanische Community funktioniert, sie nehmen die Frauen auf und weisen ihnen einen Weg. Hier möchte ich vor allem die Figur der Nonne Lito nennen, die für mich die stärkste und farbigste Protagonistin ist.
Das Buch ist interessant geschrieben und die Autorin versteht es wirklich mit Worten Bilder zu malen. Die geschichtlichen Einsprengsel aus dem spanischen Bürgerkrieg und dem New York der dreißiger Jahre haben mir gefallen. Allerdings hat sie bei mir nie richtiges Interesse für die Schwestern Victoria, Luz und Mona wecken können. Nach dem Klappentext hatte ich mir einen spannenderen Weg für drei tatkräftige Frauen erwartet, aber das hat das Buch nicht richtig erfüllt. Zu sehr nehmen sie alle Schicksalsschläge hin und arrangieren sich. (Wer schreibt eigentlich die Klappentexte?) Den Weg zur Freiheit erkämpfen sie sich eigentlich nicht richtig, er passiert ihnen. Auch als erwachsene Frauen ist das Wort der Eltern für sie Gesetz, ob logisch oder nicht.
Duenas hat einen überreichen Figurenkosmos in das Buch eingeführt. Jede Person wird ausgiebig charakterisiert, wir erfahren von Wünschen und Hoffnungen, Irrungen und Wirrungen. Aber dann verschwinden sie im Lauf des Romans in der Versenkung. Ich fand das manchmal verwirrend.
Ich kannte die Schriftstellerin schon von einem früheren Buch. „Eine eigene Zukunft“ konnte mich nicht so überzeugen.
Rezensionen von Ele:
Psychothriller vom Feinsten
Liebes Kind Thriller. 28.02.2019. Paperback / softback. von Hausmann Romy
Liebes Kind, Psychothriller von Romy Hausmann, 432 Seiten, erschienen bei dtv premium.
Dieser Thriller lotet die Grenzen des Fassbaren aus: grausam, tragisch tief berührend.
Lena wird von ihrem Mann, mit 2 Kindern in einer Hütte im Wald festgehalten, alle gehorchen ihm blind, aus Furcht, alles hat er in der Hand, Leben und Tod, Tag und Nacht denn er ist Gott.
Er ist übermächtig, er stellt die Regeln auf wer sich nicht daran hält wird bestraft. Sie will ihn töten. Eines Tages ergibt sich eine Gelegenheit und sie kann mit Hannah, dem Mädchen entfliehen. Sie läuft weg und wird von einem Auto angefahren. Jonathan wird bei der Leiche gefunden. Alles wird gut, alle sind gerettet, so enden andere Thriller. Doch dieser beginnt hier erst.
Romy Hausmanns Thrillerdebüt ist geradezu ein Volltreffer, mit fesselnden spannenden Worten erzählt ohne unnötige Brutalitäten zu beschreiben. Höchste Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile, unglaublich klug durchdacht, ich bin begeistert und konnte das Buch erst aus der Hand legen, als das letzte Wort gelesen war. Dies ist mir an zwei Abenden gelungen. Aus der Sicht der jeweilig erzählenden Person, ist man ganz nah dran am Geschehen, die Handlung lief wie ein Film in meinem Kopf ab. Abwechslungsweise schildern Hannah, Lena und Matthias den Ablauf der Handlung, gekennzeichnet durch den Namen über dem Kapitel. Kursive Gedanken und dazwischen gestreute Zeitungsberichte, lockern das Geschriebene auf, am Ende des Kapitels der jeweiligen Person entstand zuweilen ein Cliffhänger, der mich durchs Buch trieb und weiterlesen ließ.
Nichts ist wie es scheint, alles ist möglich und doch ganz anders. Ungeahnte Wendungen haben mich immer wieder alles hinterfragen lassen, was ich bis dahin geglaubt habe zu wissen. Dennoch konnte ich dem Plot gut folgen. Bedrückend fand ich das Wesen der Kinder, vor allem Hannah, die bei jeder Gelegenheit das gelernte aufsagt und strikt nach der Diktatur handelt, im Verlauf der Erzählung wurde sie mir geradezu unheimlich. Später dann auch Jonathan der völlig verstört reagiert, wen wundert es? Sehr emotional fand ich auch die Zwiegespräche von Jasmin mit Lena das ging mir so tief, dass ich des Öfteren Tränen verdrücken musste. Auch der Schmerz von Karin und Matthias, Lenas Eltern, konnte ich gut nachvollziehen, die beiden haben den Verlust ihrer Tochter, jeder auf seine Weise verarbeitet 4825 Tage haben sie gehofft und gelitten. Ganz toll beschrieben! Und so trieb es mich durch das Buch immer mit einem unguten Gefühl im Nacken, da kommt noch was ganz Schlimmes nach, so geschehen bei diesem fulminanten Ende, das mich hammerhart überrascht hat. Dennoch blieben am Ende keine offenen Fragen übrig.
Ich bin vom Buch restlos begeistert. Es hat mich hervorragend unterhalten, zu Tränen gerührt und zweifeln lassen. Vor Spannung habe ich die Luft angehalten, das Buch ab und an sinken lassen um das Gelesene zu überdenken. Romy Hausmann hat mich mit ihrem Debüt regelrecht umgehauen. Jetzt bleibt mir nur noch auf einen weiteren Thriller der Autorin zu warten und diesen hier allen Thriller-Fans wärmstens zu empfehlen. Dieses Buch kann für mich nur ein Highlight 2019 werden. Höchstpunktzahl, verdiente 5 Sterne.
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Von Monstern, Menschen, Mobbing und Zimtbrötchen
Fjelle und Emil - Monstermäßig beste Freunde von Scheller Anne
„Fjelle und Emil- Monstermäßig beste Freunde“ von Anne Scheller ist als gebundenes Buch Ende März 2019 im Baumhausverlag erschienen und damit als Ostergeschenk prädestiniert. Da das Buch doch eine beachtliche Länge für einen Erstleser hätte, denke ich, dass es ab etwa der dritten Klasse zum Selberlesen geeignet ist, zum Vorlesen bereits ab der Vorschule.
Worum geht es?
Fjelle, ein grünes Monsterkind und Emil, der Bäckersohn, besuchen gemeinsam die Grundschule im fiktiven Ort Flusenbek. Der malerische Ort hat, neben Grundschule, Monsterhütte am Waldesrand und der Bäckerei Brotliebe auch noch einen malerischen kleinen Fluss, an dem sich Emil und Fjelle gerne aufhalten. Außerdem hat die Schule einen neuen Direktor – leider! Denn dieser kann Monster so gar nicht ausstehen und macht Fjelle das Leben zur Hölle.
Meine Meinung
Da ich das Buch mit meinem Sohn im Rahmen einer Leserunde lesen darf (wir aber gemeinsam noch nicht ganz durch sind, weil das Buch beim ersten Mal auf dem Postweg verloren ging), habe ich die letzte Hälfte vorerst alleine fertig gelesen.
Mein Sohn mag Fjelle und Emil sehr gerne und ist jeden Abend gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Er selbst ist ABC-Schütze und schafft die Kapitellänge am Abend nicht mehr alleine, manchmal liest er jedoch schon mal 2 oder 3 Seiten vor, die ich dann aber beim Vorlesen wiederhole (alleine, damit ich dran bleibe, worum es geht).
Dass der neue Direktor zur Fjelle so fies ist, hält mein sehr soziales Kind kaum aus. Er findet den Direktor so richtig doof, mir war von Anfang an klar, dass da eine fiese persönliche Geschichte dahinter stecken muss, und ich war schon auf die Aufklärung gespannt.
Rasant spannend ist die Handlung nicht, gerade das jedoch macht sie als Abendbuch so gut geeignet. Am Ende jedes Kapitels kann gut mit dem (vor)Lesen aufgehört werden und das Kind schläft gut ein und freut sich auf ein Wiedersehen mit Fjelle und Emil am nächsten Abend.
Die Geschichte um Mobbing, Freundschaft und Fremdenfeindlichkeit senisbilisiert dadurch auch schon jüngere Kinder.
Das Buch ist ein Serienauftakt und ich bin mir ganz sicher, dass wir den Folgeband auch noch lesen werden.
Fazit: Eine wunderbare und ruhige Geschichte über den Zusammenhalt von besten Freunden.
Rezensionen von Harakiri:
Hollys Geheimnis
Dark Call - Du wirst mich nicht finden von Mark Griffin
Holly Wakefield wird zu einem grausamen Mord gerufen: ein Ehepaar wurde stranguliert und mit Brandmalen versehen. Zusammen mit Detektive Bishop soll sie den Fall aufklären und kommt schnell darauf, dass der Täter nicht zum ersten Mal getötet hat. Durch ihre Recherchen begibt sie sich selbst in Gefahr.
Ein erstaunliches Thrillerdebut von Mark Griffin. Seine Schreibweise hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere waren gut ausgearbeitet und die Handlung logisch nachvollziehbar. Auch Spannung herrschte genug vor, um mich ein Kapitel ums andere wieder zu fesseln. Es herrschte für mich genau das richtige Maß an Grausamkeit vor, auch wenn das Buch teilweise ganz schön hart zu lesen war.
Dark Call ist der Auftakt einer Serie, die ich sicher weiter verfolgen werde. Zu gerne würde ich wissen, wie es mit ihr und Bishop weiter geht und ob sie vielleicht doch noch etwas für Lee tun kann.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Freundschaft und Familie
Unter dem Limonenhimmel von Marie Matisek
Auch dieses Jahr können wir wieder miterleben wie es Marco, Lisabetta und ihren Freunden und den Familien geht.
Lisabetta wohnt zwar noch bei den Pantanellas und schaut zu Raffaele, hat sich aber eine Wohnung gemietet, die sie erst neu malen und dann einrichten müsste. Marco hat Pläne für den Zitronenhain, doch die sind schwierig umzusetzen, da sich erstens sein Vater dagegen quer stellt und ihm jemand einen Teil seines Landes wegnehmen will.
Marco fährt zudem noch immer jede zweite Woche nach München, um für die Kinder zu sorgen. Kurz bevor er aktuell wieder nach München muss, bekommt er unangemeldeten Besuch von seiner ehemaligen Arbeitskollegin Nathalie (bekannt aus "Sommer der Erinnerung"). Sie hat Krach mit ihrem Chef Stefan und erhofft sich von Marco Unterstützung. Pippo ist geschockt, als er Nathalie zum ersten Mal sieht, zu sehr erinnert sie ihn an seine Ex-Freundin, über deren Trennung er noch Jahre später nicht hinaus ist.
Die Freundschaft der alten Amalfi-Clique steht in diesem Band im Vordergrund. In Rückblicken erfährt man, wie schon in "Ein Sommer wie Limoneneis", mehr über die Kindheit der Freunde. Das Freundesband droht nun aber zu zerbrechen, weil alle mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind und einzelne den anderen an den Karren fahren wollen. Lohnt es sich, die Freundschaft zu retten oder ist es endgültig vorbei?
In "Unter dem Limonenhimmel" erfährt man viel über Pippo, der nicht durchgehend in Amalfi lebte, was mir neu war (oder auf das ich im ersten Band kein Augenmerk darauf legte und es schlicht vergessen habe). Seine Geschichte gefällt mir sehr.
Auch die Beweggründe von Lisabetta, die zum ersten Mal alleine in einer Wohnung leben wird und sich überlegt, wie sie sich ein Stück Selbstständigkeit erschaffen kann, wurde schön geschildert. Ebenso die Szenen, in der Marco versucht seinen Vater von der Notwendigkeit einer Neuausrichtung zu überzeugen und mit der Zeit zu gehen, sowie Raffaeles neu gefundener Lebensmut.
Marie Matisek versetzt die Leser schon mit den ersten Zeilen an die sonnige Amalfiküste und versprüht Urlaubsfeeling, trotz der Probleme, die die Figuren vor Ort haben. Der Roman macht bewusst, dass das Leben der Einheimischen an Urlaubsdestinationen nicht unbeschwert und problemfrei verläuft - was leider viele Touristen in ihrem Urlaub gerne ausblenden.
Beim Lesen dieser gemütlichen Sommergeschichte bedauerte ich sehr, dass ich mir meine Lesestunden nicht mit einem Gelati direkt von Pippo versüssen konnte.
Fazit: Familie und Freundschaft stehen im Mittelpunkt dieses unterhaltenden und gelungenen Romans mit viel Amalfiküste-Flair.
4 Punkte.










