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Rezensionen von dorli:

Die Erleuchtung der Welt

Die Erleuchtung der Welt von Johanna von Wild

Neckargemünd, 1425. Die 10-jährige Helena steht am Straßenrand inmitten einer der kurfürstlichen Familie zujubelnden Menschenmenge und bekommt ein unerwartetes Geschenk: Prinzessin Mechthild - erstgeborene Tochter von Kurfürst Ludwig und seiner Gattin Matilde – wirft ihr eine kleine Puppe zu. Welche Bedeutung das kleine Präsent für ihren weiteren Lebensweg haben wird, ahnt Helena zu diesem Zeitpunkt nicht…

Zwei Jahre nach dieser ersten Begegnung mit Mechthild nimmt Helenas Leben eine furchtbare Wendung – ihr Vater, ein Tagelöhner, kann seine Spielschulden nicht begleichen und verkauft Helena an den brutalen Winzer Cuntz Wengerter.

Als Magd soll sie die Schulden abarbeiten. Wochenlang ist Helena den Grausamkeiten des Winzers ausgeliefert, bis ihr schließlich die Flucht gelingt und sie Schutz in einem Kloster findet…

Johanna von Wild ist mit „Die Erleuchtung der Welt“ ein ausgezeichnetes Porträt über eine außergewöhnliche Frau des 15. Jahrhundert gelungen: Mechthild von der Pfalz.

Mechthild von der Pfalz war eine gebildete und selbstbewusste Frau, der es wichtig war, freies Denken zu fördern. Eine Büchersammlerin, die sich als Gönnerin von Wissenschaft und Kunst hervorgetan und ihren Sohn Graf Eberhard V. von Württemberg (Eberhard im Bart) bei der Gründung der Universität Tübingen unterstützt hat.

Johanna von Wild hat das Schicksal ihrer Protagonistin Helena eng mit dem Leben und Wirken Mechthilds verwoben. Helena wird im Verlauf des Romans zu Mechthilds Vertrauter und bleibt - bis auf eine mehrjährige Auszeit, die sie nach einem heftigen Streit in Rom verbringt - stets an deren Seite. Doch auch die Nähe zu dem Adelshaus kann nicht verhindern, dass Helena immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Die Autorin hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil und erzählt nicht nur sehr anschaulich von den Höhen und Tiefen in Helenas und Mechthilds Leben, sondern hat auch viele Begebenheiten aus der regionalen Historie - wie zum Beispiel die Teilung Württembergs durch den Nürtinger Vertrag - in ihre Geschichte eingeflochten und damit ein facettenreiches und glaubwürdiges Bild von Zeit und Ort gezeichnet.

„Die Erleuchtung der Welt“ hat mir sehr gut gefallen – eine spannend erzählte Geschichte, die mir nicht nur unterhaltsame Lesestunden beschert, sondern mich auch realitätsnah an einem Stückchen deutscher Geschichte teilhaben lassen hat.

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Rezensionen von S.:

Ich will mich nicht erinnern

Die verborgenen Stimmen der Bücher von Collins Bridget

Peinlich, schmachvoll, demütigend, schmerzhaft waren alle diese Ereignisse. Gut, wenn ich das aus meinem Gedächtnis löschen könnte. Kann man: Buchbinder lesen diese Geschehnisse und binden sie in Bücher, die weggeschlossen werden. Emmet, ein kräftiger Farmerssohn, schwere körperliche Arbeit gewöhnt, wird krank und erwacht geschwächt und kraftlos.

Seine Aufgaben auf dem Bauernhof kann er nicht mehr bewältigen. Welch Glück, dass eine Buchbinderin ihn in die Lehre nimmt und in die handwerkliche Kunst des Buchfertigens einweist. Aber etwas Dunkles umgibt sie, verstörte Besucher kommen und sind, wenn sie sie verlassen, völlig verändert. Ihr Geheimnis allerdings nimmt sie mit ins Grab. Ein neues Kapitel für Emmet beginnt. Bridget Collins beschreibt faszinierend, welchen Stellenwert Erinnerungen haben können. Ist man erleichtert, wenn Schlimmes aus dem Gedächtnis schwindet? Aber wo sind dann die ganzen Besonderheiten, die einen ausmachen? Man kann manipuliert werden. Das eigene Ich verändert sich, im Unterbewusstsein weiß man, dass etwas fehlt. Man fühlt sich leer. Für geldgierige Binder entsteht ein lukrativer Markt, weil die Ärmsten ihre Erinnerungen verkaufen, damit reiche Voyeure sich in ihrem Elend ergötzen können, oder sie sogar erpressen, weil eben doch keine Verschwiegenheit garantiert ist. Auch die, die selber für die Löschung ihrer Gedanken zahlen, werden angreifbar. Welch schrecklicher Gedanke! Es gibt auch gefälschte Erinnerungen, sehr ironisch nennt die Autorin sie „Romane“. Aber die liest man nicht so gerne in der beschriebenen Welt. Elend, moralische Verkommenheit und schmutzige Geheimnisse ziehen sogenannte Sammler ganz besonders an. Ein neuartiges Thema, was in „Die verborgenen Stimmen der Bücher“ aufgegriffen wird. Nie langweilig zu lesen, liebevolle Beschreibungen von Bucheinbänden und Materialien verzaubern. Und natürlich wird der Liebe ausreichend Raum eingeräumt, jeweils aus anderer Perspektive. Das Sujet ist originell, regt zum Nachdenken an, versetzt den Leser in eine interessante Fantasiewelt, die der realen Welt mit Manipulation, Korruption und Ausbeutung gar nicht so fern scheint. Klare Leseempfehlung, ich mochte es. Roman von Bridget Collins, übersetzt aus dem Englischen von Ulrike Seeberger, Aufbau-Verlag.

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Rezensionen von heinoko:

Eine unglaubliche Fülle an Informationen, übersichtlich gegliedert

Gelernter Artikel von Collins Bridget

Da liegt sie vor mir, die aktualisierte 8. Neuauflage des Reiseführers FRANKEN aus dem Michael Müller Verlag. Die sommerhimmelblau gehaltene Gestaltung des Covers mit dem stimmungsvollen Foto des Schloss Greifenstein und ganz besonders die Regenbogenfarben des Buchrückens fallen im Buchhandlungsregal deutlich auf.

Vorweg: Der Reiseführer ist nicht geeignet für Reise-Schnellkonsumenten, für Fast-Sightseeing, für oberflächliches Sehenswürdigkeiten-Sammeln. Der vorliegende Reiseführer fordert Zeit! So wie die Region Franken, will man sie wirklich entdecken, Zeit fordert. Der Verlagshinweis lässt erahnen, was uns alles erwartet: „Nicht nur romantische Gemüter geraten angesichts der zahllosen Burgen, Schlösser, Kirchen und historischen Stadtkerne ins Schwärmen. Und nicht nur eingefleischte Naturliebhaber sind begeistert von den dichten Wäldern im Spessart, den wildromantischen Tälern in der Fränkischen und Hersbrucker Schweiz, den herben Kuppen der Rhön oder der lieblichen Mainlandschaft. Ralf Nestmeyers Buch zur Region zwischen Spessart, Fichtelgebirge und Altmühl widmet sich einer der faszinierendsten Kultur- und Naturlandschaften Deutschlands. Breiten Raum nehmen die praktischen Informationen ein: Übernachten, Essen und Trinken (inkl. Biergärten und Weinstuben), Einkaufen und Verkehrsverbindungen. Und nicht zu vergessen eine Fülle von Wandervorschlägen. Ein Reiseführer nicht nur für auswärtige Besucher, sondern auch für Einheimische, die mehr über ihre Heimat erfahren wollen.“
Erst das ausführliche Studium dieses Reiseführers mit seiner geradezu unglaublichen Fülle an Informationen lässt mich erahnen, wie viel Entdeckenswertes ich als gebürtige Fränkin in den ca. 40 Lebensjahren, die ich in Franken lebte, versäumt habe kennen zu lernen! Und was ich unbedingt jetzt im Alter, sozusagen unter Führung von Ralf Nestmeyer, nachholen möchte. Ich bewundere den Autor, dem die sehr schwierige Gratwanderung zwischen möglichst umfassender Information zu den zahlreichen Interessensgebieten der Reisenden und dennoch übersichtlicher Darstellung gelungen ist. Sachlich-klar geschrieben, strukturiert, dennoch lebendig formulierend, mitunter auch einmal eine leise Kritik unterbringend, sehr persönlich eben. Das ist sein ganz eigener Stil, der seine Reiseführer so unverwechselbar macht. Rundum empfehlenswert!

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Rezensionen von Harakiri:

Anfangs etwas zäh

Abgeschlagen von Tsokos Michael

Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Anfangs hat es mich doch tatsächlich gelangweilt. Mir fehlte der rote Faden. Irgendwie fand ich, dass es eine Aneinanderreihung an Obduktionen und Fällen war, die gar nicht richtig zusammenhingen. Und der Täter war ja auch sofort klar. Dazu einige Dinge, die es für mich nicht gebraucht hätte und die die Handlung dann auch noch sehr in die Länge zogen: der Sektionsassistent (netter Versuch, Herr Tsokos) oder der Dicke mit dem autoerotischen Spleen.

Für sich genommen sicher interessant, aber hier völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
Der Schluss hat mich dann doch noch mit dem Buch versöhnt und ab dem Treffen mit Dr. Schneider habe ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen können. Hier kam endlich Spannung auf und hielt sich bis zum Schluss.
Das Buch ist der Beginn einer Serie und da ich die detailreichen Schilderungen der Autopsien und der Taten doch gern mochte, lese ich sicher in einen Folgeband auch einmal hinein und hoffe auf eine etwas straffere Ausarbeitung

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Rezensionen von Petra Sch.:

Das Spiel ohne Grenzen - nichts für schwache Nerven

Nemesis von Hoffman Jilliane

4,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
In Miami tauchen die Leichen junger Frauen auf, mit einem Branding auf der Schulter. Die Staatsanwältin C.J. Townsend, die nach mehreren Jahren wieder in die Stadt zurückgekommen ist, in der sie als junge Frau vom Serienmörder "Cupido" vergewaltigt worden ist, erkennt dieses Branding als Zeichen eines Snuff-Clubs, der vor einigen Jahren in Miami tätig war.

Und wie es aussieht, geht es wieder los...
Reiche Männer zahlen viel Geld, um "Das Spiel ohne Grenzen" spielen zu dürfen, bei dem sie Live den Tod des Mädchens im Internet verfolgen.
Diese Männer haben jedoch so viel Geld, Macht und Einfluss, sodass sie dafür nicht belangt werden können. Daher nimmt C.J. das Gesetz in ihre eigenen Hände. Doch dann verschwindet noch ein Mädchen - kann C.J. sie rechtzeitig finden und den Club zerschlagen?



Meine Meinung:
"Nemesis" ist der 4. Teil der Cupido-Reihe, der jedoch eigenständig gelesen werden kann. Sämtliche wichtigen Informationen werden in die Geschichte eingebaut, ohne jedoch zu viel zu verraten - im Gegenteil, man wird total neugierig auf die Vorgänger-Bände!
Der Schreibstil von Jilliane Hoffman ist wie gewohnt flüssig und schnell zu lesen. Die kurzen Kapitel mit den Cliffhangern regen zum Weiterlesen an und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Meine Gefühle zur Protagonistin C.J. Townsend sind jedoch zwiegespalten: ich finde, sie ist eine tolle starke Frau, aber das sie Selbstjustiz übt und allein auf Rache-Mission geht, finde ich nicht ganz so gut. - Wobei, wenn man überlegt, dass "das System" die Mörder hätte wahrscheinlich davonkommen lassen, weil es leider immer noch so ist, dass Macht und Geld alles kaufen kann und für Leute in gewissen Positionen die Gesetze nicht gelten, kommt einem das Grauen. DANN wiederum finde ich ihr Handeln doch gut...
C.J. reagiert natürlich auch menschlich und ihr wird immer wieder schlecht, wenn sie darüber nachdenkt, was sie getan hat. Doch aus lauter Verzweiflung über "das System" fällt ihr keine andere Lösung ein - und dabei ist sie kalt und stark.
Und dann muss sie sich noch etwas einfallen lassen, um an die Köpfe der ganzen Produktionsfirma zu kommen, denn nur so können die Morde für immer gestoppt werden.
Gut gefällt mir auch, dass private Probleme und Entwicklungen in der Ehe von C.J. und ihrem Mann Dominick ausgeführt werden, das lockert die Brutalität immer wieder auf - wobei dieser spezielle private Teil auch nur so vor Spannung strotzt!

Mit dem auf dem Cover abgebildeten Panther kann ich leider nur wenig anfangen. Ich fände es besser, wenn die Rachegöttin Nemesis abgebildet gewesen wäre, das hätte mehr Bezug zur Geschichte. Obwohl der Panther natürlich schön anzuschauen ist. Vielleicht stellt er C.J. dar, weil sie eine extrem starke Frau ist.


Fazit:
Fesselndes und spannendes Finale der Cupido-Reihe mit der Protagonistin C.J. Townsend. Mitreißend, aber für mich eine kleine Spur zu viel Selbstjustiz. Daher ein halber Punkt Abzug und 4,5 Punkte von mir.

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Rezensionen von KimVi:

Spannender Spreewald-Krimi

Spreewaldwölfe von Christiane Dieckerhoff

Der Wolf ist in den Spreewald zurückgekehrt. Die Tierschützer verfolgen das mit großem Interesse und dokumentieren ihre Beobachtungen. Doch es gibt auch erbitterte Gegner, denn Schäfer und andere Tierbesitzer haben Angst vor der Rückkehr des Wolfs. Als die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, der durch Bisswunden beinahe bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde, droht die Situation zu eskalieren.

Polizeiobermeisterin Klaudia Wagner nimmt die Ermittlungen auf. Sie ahnt, dass hinter diesem Fall viel mehr stecken wird, als die Wolfsgegner vermuten....

"Spreewaldwölfe" ist nach "Spreewaldgrab", "Spreewaldtod" und "Spreewaldrache" bereits der vierte Fall für Kommissarin Klaudia Wagner. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Um die privaten und beruflichen Hintergründe der Kommissarin besser zuordnen zu können, empfiehlt es sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die vorgesehene Reihenfolge einzuhalten.

Der Einstieg in diesen Spreewald-Krimi gelingt mühelos. Man ist sofort mitten im Geschehen und möchte unbedingt erfahren, wie und warum der junge Mann zu Tode gekommen ist. Die Rückkehr des Wolfs und die Meinungen der Gegner und Befürworter bilden einen interessanten Hintergrund. Auch dieses Mal schildert die Autorin das besondere Flair des Spreewalds wieder so authentisch, dass man schon fast meint, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich die Handlungsorte mühelos vorstellen und ganz in die undurchsichtigen Ermittlungen eintauchen. Die Charaktere wirken ebenfalls lebensecht. Man fasst spontane Sympathien oder auch Abneigungen und versucht, den Täter und die Hintergründe des Falls zu enttarnen. Dabei trifft man sowohl auf alte Bekannte aus den vorherigen Bänden, als auch auf neue Charaktere. Diese Mischung ist gelungen und sehr interessant. Denn der Täter und sein Motiv sind nicht so leicht zu enttarnen. Man kann eigene Ermittlungen anstellen und über den weiteren Verlauf spekulieren. Das macht einen großen Reiz dieses Krimis aus. Der Fall ist durchgehend interessant und die Spannung steigert sich dabei stetig, um in einem atemberaubenden Finale zu gipfeln.

Die privaten Nebenhandlungen um Klaudia Wagner nehmen in diesem Krimi keinen allzu großen Raum ein. Dadurch können auch Leser, die bisher keinen Band der Reihe kennen, mühelos den Einstieg in diese Serie finden. Wichtige Hintergrundinformationen werden ganz nebenbei in die Handlung eingeflochten. Dabei verrät die Autorin auch nicht zu viel, sodass man auch die anderen Fälle noch lesen kann, ohne sich die Spannung zu verderben.

Ich habe bisher alle Bände dieser Reihe gelesen und das erneute Wiedersehen mit dem Spreewald und Klaudia Wagner genossen. Der Fall wirkte auf mich durchgehend interessant und nicht so leicht zu durchschauen. Deshalb konnte ich mich ganz auf die Ermittlungen einlassen und die stetig steigende Spannung genießen.

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Rezensionen von Streiflicht:

Eine spannende Zeitreise

Deutscher Frühling von Sebastian Thiel

Leider weiß ich über die deutsche Geschichte und gerade die Jahre nach dem Krieg sehr wenig. Gerne lese ich historische Romane, die Geschichte und Wissenswertes mit Spannung und Unterhaltung verbinden. Dies ist im vorliegenden Roman von Sebastian Thiel wirklich hervorragend gelungen. Man merkt, dass die Hintergrundgeschichte wirklich gut und detailreich recherchiert ist und der Autor sich bemüht, authentisch zu schreiben.

Das hat mir sehr gut gefallen und mich auch beeindruckt.
Die beiden Hauptfiguren mochte ich sehr und sie ergänzen sich ganz herrlich. Sie haben sich nicht gesucht und trotzdem gefunden und gerade aufgrund ihrer Verschiedenheit passen das junge Mädchen und der bärige ältere Mann so gut zusammen. Beide haben im Krieg Schreckliches erlebt und haben kaum mehr Lebensmut. Gemeinsam kommen sie aber wieder auf die Beine und kämpfen sich durch. Das ist gut dargestellt und man fühlt als Leser richtig mit.
Das Buch liest sich trotz des schweren Themas und der vielen Probleme wirklich gut und flott. Gerade auch der Einstieg, der in den letzten Kriegstagen spielt, hat mir sehr gut gefallen. Ein tolles Buch, das wirklich lesenswert ist. Eine spannende Zeitreise, die viel Wissen und Infos, aber auch Lesespaß und Tempo bietet.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Tolles Setting

Ein Espresso für den Commissario von Dino Minardi

Das hörte sich an wie für mich geschrieben - ein Krimi, der in Italien spielt und dessen Ermittler gerne Kaffee trinkt.

Der Ermittler heisst Marco Pellegrini. Er wohnt oberhalb von Como in Brunate und fährt täglich mit dem Funicolare nach Como runter, wo er als Kommissar arbeitet. Marcos Familie führt ein Albergo samt Bar, hinter dessen Theke er manchmal morgens steht und für die Carabinieri von Brunate und für sich einen Caffé rauslässt.

In der Schweiz hat Pellegrini eine Hotelfachschule absolviert, aber da sein Vater ein ziemlicher Dickkopf ist und keine Neuerungen will, hat sich Marco entschieden einen anderen Beruf zu wählen, wo er seinem Vater nicht in die Quere kommt - die Polizei kommt wie gerufen.

Die beiden Inspektoren Claudia Spagnoli und Fabio Cunego gehören zu Pellegrinis Team. Cunego ist neu im Team und hat Mühe, von der ihm höherstehenden Spagnoli Arbeitsanweisungen anzunehmen. Sie können nicht so gut miteinander, was für Spannungen im Team sorgt. Auch Pellegrini hat es mit der forschen Claudia nicht so leicht. Irgendetwas hat sie - vielleicht erfahren wir in einem späteren Fall davon.

Das Team wird zu einem Tatort gerufen, ein Student wurde in seiner Wohnung tot aufgefunden. Es handelt sich dabei um Ivan Pescatori, der diverse Nebenjobs hatte und ein Frauenheld war. Liegt hier vielleicht irgendwo das Motiv?

Den interessanten Background von Pellegrini finde ich toll, denn wer kann schon mit der Standseilbahn zur Arbeit fahren? Auch das Setting in Como, eine norditalienische Stadt an einem See gelegen, versprüht südliches Flair. Umgeben von Bergen und die Nähe zur Schweiz geben einen bemerkenswerten Kontrast.

Die Ermittlungen hingegen haben mich nicht restlos überzeugt. Eine dubiose Firma, die den Standort Como aufgrund des Batterieerfinders Alessandro Volta wählte, ist in den Fall verwickelt. Die technischen Ausführungen zu der Erfindung der Firma, für das sie Investoren suchen, werden zu oft wiederholt - auch die Polizisten checken das Ganze nicht wirklich. So wirkt der Ermittlungsfall stellenweise langatmig und verliert die Spannung.

Mühe hatte ich mit den Dialogen, insbesondere zwischen Pellegrini und Spagnoli. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass in den Gesprächen Sätze fehlen oder verschluckt wurden. Besonders am Ende des zweiten Drittels war oft unklar, wer was wieso gesagt hat.

Einem allfälligen zweiten Fall gebe ich aber sicher eine Chance, dafür gefällt mir die Szenerie einfach zu gut.

Fazit: Tolles Setting, aber die Handlung und die Dialoge zwischen den Ermittlern dieses Debütkrimis haben Luft nach oben.
3.5 Punkte.

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Rezensionen von Streiflicht:

Ein Blick in die Abgründe

Hüter der Angst von H.C. Scherf

Da ich den Autor H.C. Scherf sehr schätze, war ich natürlich auch auf sein neues Werk sehr neu-gierig. Er versprach neue Protagonisten und eine grausige, gruslige Reise in die Abgründe der menschlichen Ängste...
Und wieder ist dem Autor ein spannendes Werk gelungen, das dennoch ganz anders ist als die bisherigen Bücher.

„Hüter der Angst“ spielt mit den Ängsten und das auf einem schmalen Grad, der keinen Ausrutscher verzeiht. Die Opfer müssen das am eigenen Leib erleben oder besser ge-sagt erleiden. Gleichzeitig ist die Geschichte nicht so brutal und blutig wie die Vorgänger, aber feiner und tiefgründiger, psychologisch interessanter – mir gefällt das hier sogar noch besser!
Der Autor spielt nicht nur mit seinen Lesern, wie der Hüter der Angst mit seinen Opfern, sondern zieht sie mit in die tiefen Abgründe der menschlichen oder unmenschlichen Psyche. Er führt auf falsche Fährten, lenkt ab und dennoch bleibt immer ein roter Faden. Das Buch nimmt immer mehr Tempo auf und begeistert mit Spannung bis zum Ende.
Gut gefallen haben mir auch der Ermittler und seine Praktikantin, die sich wunderbar ergänzen. Eine junge Frau mit neuen, frischen Ideen und ein Mann, der eine schwere Vergangenheit hat und vom Leben gezeichnet ist. Gerade diese Differenz macht den Charme ihrer Zusammenarbeit aus! Ich freue mich schon auf mehr von diesem Duo und H.C. Scherf!

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Rezensionen von Streiflicht:

Interessant und hilfreich

Bienen helfen heilen von Christian Thuile

Da ich mich schon lange für Bienen und ihre Erzeugnisse interessiere und auch schon lange gerne Honig esse oder auf Wunden auftrage, war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Eigentlich wollte ich nur mal reinblättern und ein bisschen querlesen, aber dann hat es mich so gepackt, dass ich das Buch auf der ersten Seite aufgeschlagen habe und erst nach der letzten Seite wieder zugeklappt habe.

Weil es nicht nur gut und klug und zugleich einfach und gut zu lesen geschrieben ist, sondern auch weil es viele interessante Impulse gibt und Belege zeigt. Das hat mir gut gefallen. Man merkt, dass der Autor sich eingehend mit dieser The-matik beschäftigt hat und wirklich Bescheid weiß. Viele Belege und Studien werden benannt und machen das Ganze auch greifbar. Einige der Informationen kannte ich bereits, da ich mich mit dem Thema Bienen immer mal wieder beschäftigt habe und ich auch die Imkerei sehr spannend finde. Dennoch habe ich viel Neues und Wissenswertes erfahren.
Gut fand ich auch den Aufbau des Buches, der logisch und hilfreich ist. Man lernt die Bienen und ihre Eigenschaften, ihr Leben als Volk und vieles mehr kennen und erst danach geht es um ihre Erzeugnisse und wie hilfreich sie auch für uns Menschen sein können. Gut und klar strukturiert findet sich hier jeder zurecht und kann auch zu einzelnen Punkten gut Informationen finden. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch viele Male zur Hand nehmen werde. Außerdem habe ich es bereits jetzt drei Freundinnen empfohlen und werde es sicherlich auch gerne mal verschenken.

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