Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Zweiter Teil der Hotel California-Reihe
Emily ist der zweite Teil der sympathischen Hotel California-Reihe von Violet Thomas. Bücher, die ein Hotel als Handlungsschauplatz haben, sind interessant, da es sich oft um eine kleine, abgeschlossene Welt für sich handelt. Besonders, wenn sich die Handlung auf das Personal konzentriert.
Es gibt ein Wiedersehen mit den Protagonisten des ersten Teil, z.
B. mit Abigal, die kurz vor der Hochzeit steht. Viel Raum wird Abigal als Figur aber nicht mehr gegeben. Figuren, die ihr Happy End schon hatten, bieten leider in den meisten Fällen nicht mehr viel und flachen ab.
Um die Hochzeitsvorbereitungen geht es dann auch konkret. Die soll Emily übernehmen, die schon viele Aufgaben im Hotel hat und zudem als alleinerziehende Mutter mit ihrer sechsjährigen Tochter im Hotel wohnt. Emily übernimmt das nur widerwillig, denn sie verspürt eine Überforderung, zumal die Vorbereitungszeit von einem Monat auch sehr knapp ist.
Während die beiläufige, schwache Liebesgeschichte nicht überzeugt, kann der Teil um Emilys Überforderungszustand interessieren. Ich halte das für realistisch erzählt.
Zu den Stärken des kurzen Buches gehören die Beschreibungen des Alltagslebens im Hotel. Einmal gibt es auch eine dramatische Szene, als ein Brand im Hotel ausbricht und Emily sich entschlossen um ihre Tochter und eine ältere Hotelbewohnerin kümmert.
Emily ist eine starke Hauptfigur, wie es Abigal im ersten Teil der Reihe auch war.
Rezensionen von dorli:
Versuchung à la Provence
Versuchung à la Provence von Andreas Heineke
Luberon/Provence im Frühjahr. Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass Pascal Chevrier Paris den Rücken gekehrt und seine Tätigkeit als Dorfgendarm in dem kleinen Ort Lucasson aufgenommen hat. Er genießt den ruhigen Arbeitsalltag nach dem jahrelange Trubel in der Großstadt – nicht ahnend, dass sein zweiter großer Mordfall bereits die Finger nach ihm ausstreckt! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn abgetrennte menschliche Finger in Fleischlieferungen versetzen die Sterneköche der Region in Angst und Schrecken.
Da die Finger nachweislich von einem Toten stammen, wird Pascal mit der Suche nach der Leiche beauftragt und befindet sich plötzlich mittendrin in den Auseinandersetzungen zwischen radikalen Tierschützern und einer alten Gourmet-Bruderschaft, die mit ihren barbarisch zubereiteten Menüs für reichlich Zündstoff sorgt.
Neben den Ermittlungen spielen auch die privaten Angelegenheiten des sympathischen Gendarmen eine große Rolle. Der Leser kann an all den Dingen teilhaben, die dem passionierten Hobbykoch abgesehen von seinem Polizeialltag wichtig sind – seine Leidenschaft für Wein und gutes Essen, seine Familie, seine Begeisterung für die Landschaft um ihn herum oder auch die Renovierung seines Hauses. Außerdem geht es in diesem Krimi um uralte Kochbücher und Delikatessen aus der Zeit des Mittelalters, die nach den ursprünglichen Rezepten zubereitet werden.
Ganz besonders punkten kann Andreas Heineke mit einer großen Portion Lokalkolorit. Dank der ausführlichen Beschreibungen konnte ich mir die Schauplätze inmitten der beeindruckenden Natur des Luberon sehr gut vorstellen. Die Besonderheiten des beschaulichen Landstriches werden hervorgehoben und sowohl die lokalen Begebenheiten als auch die Eigenarten der Einheimischen fließen in die Handlung ein.
Andreas Heineke erzählt sehr anschaulich - das hat mich begeistert, wenn es um die Beschreibungen der Landschaft ging und hat mich ein ums andere Mal schaudern lassen, wenn die traditionellen Zubereitungsmethoden der „Feuerköche“ geschildert wurden, denn die Gourmet-Bruderschaft bewegt sich mit ihren Kreationen am Rande der Legalität und überschreitet skrupellos die Grenzen der Ethik.
„Versuchung à la Provence“ hat mir sehr gut gefallen – ein Krimi, der mit ganz viel provenzalischem Flair daherkommt und mir interessante Einblicke in die Historie der Kochkunst ermöglicht hat.
Rezensionen von Gudrun7:
Spannung pur, die den Leser leider am Ende völlig in der Luft hängen lässt
Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln von Kathryn Taylor
Hier muss ich gleich zu Beginn sagen, dass es mir super schwer fällt, hier eine Rezension zu schreiben, denn ich bin mit einer vollkommen falschen Erwartung an dieses Buch herangegangen. Das liegt daran, dass ich bisher zwar auch schon öfter mehrteilige Bücher/Trilogien etc. gelesen habe, die in sich abgeschlossen waren und auch separat voneinander, also ohne Vorkenntnisse, gelesen werden konnten.
Davon bin ich auch bei diesem Buch ausgegangen und wurde daher vollkommen überrumpelt und enttäuscht, weil man hier als Leser zwar Spannung bis zum "Ende" erhält, jedoch komplett mit allen offenen Fragen allein gelassen wird. Da kann ich vorweg nur zu der Aussage kommen, dass ich lieber als Leser ein dicken Wälzer vor mir habe und dann selbst entscheide, wann und wie ich ein Buch lese oder beende, als, wie hier, sozusagen entmündigt und mit allen offenen Fragen vor den Kopf gestoßen werde. Hierfür ziehe ich jedoch keinen Stern ab, weil dies vielleicht ein Irrtum meinerseits ist.
Jetzt aber von vorne.
Das Cover ist farblich wunderschön gearbeitet und bietet in sich einen interessanten Kontrast, denn einerseits sind hier zarte Farben und die zartgliedrige Frau mit dem Blumenstrauß im Gegensatz zur rauen See und den "Wild"blumen, die dieses Wechselspiel gut hervorheben.
Die mysteriöse Atmosphäre, die das Cover andeutet, macht neugierig auf den Inhalt. Jetzt, nach dem Lesen des Buches, kann ich sagen, dass der erste Eindruck zum Cover nicht täuscht, denn die Neugier wird durch das ganze Buch hindurch immer wieder durch gekonnt gesetzte Andeutungen und Hinweise, angestachelt und somit der Spannungsbogen konsequent gehalten. Die mysteriöse Stimmung trägt hierzu auch einen Großteil bei.
Der Schreibstil ist super eingängig und ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefangen von den Ereignissen.
Die geschilderten Charaktere werden vortrefflich in Szene gesetzt und lassen die Vorkommnisse lebendig werden.
Mein Fazit: Spannung pur, die den Leser leider am Ende völlig in der Luft hängen lässt
Rezensionen von simone.h1:
Großmutter
Der Zopf meiner Großmutter von Alina Bronsky
Der namenlose Ich-Erzähler wächst bei seinen Großeltern auf, die mit ihm von Russland nach Deutschland auswandern. Seine Oma behütet ihn und will ihn vor irrwitzigsten Gefahren schützen, sodass der Junge ein sonderbarer Einzelgänger wird. Als jedoch eine junge Frau mit ihrer Tochter ins Wohnheim einzieht gerät das Familienleben gehörig aus der Bahn.
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Ich habe diesen Roman als ersten der Autorin gelesen und weiß jetzt schon, dass sicherlich noch einige Lektüren folgen werden. Selten hat mich ein derart ruhiges Buch so gefesselt. Die Sprache ist angenehm klar und unverschnörkselt. Die Erzählung an sich ist auch eher leise und baut sich nach und nach eher langsam auf. Trotzdem konnte ich diesen Roman so gut wie gar nicht aus der Hand legen. Besonders toll finde ich die Figuren, da diese von Anfang an für den Leser greifbar sind und alle ihren eigenen Charme versprühen. Auch der Grundgedanke dieses Romans ist toll. Hier fließen sehr viele Überlegungen und Denkanstöße ein, die ich in der Form noch in keinem Buch verarbeitet gesehen habe. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, da für mich alle offenen Punkte nochmals aufgegriffen wurden. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung ohne jeglichen Kritikpunkt!
Rezensionen von thora01:
Aelands Geschichte
Witchmark von C. L. Polk
Inhalt/Klappentext:
Miles Singer ist Arzt und er ist auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Eines Tages wird er zu einem Notfall gerufen. Als Miles den Sterbenden untersucht, stellt er mit Erschrecken fest, dass dieser die Aura einer Hexe hat. Aber noch schlimmer, der Vergiftete hat erkannt, dass auch Miles das Hexenmal trägt.
Die Geschicke Aelands werden von den adligen Sturmsängern bestimmt. Ihre legitimierte Magie hat dem Land unvorstellbaren Fortschritt gebracht, es aber auch in einen fürchterlichen Krieg gestürzt. Die Soldaten kommen völlig verändert aus dem Krieg zurück. Miles Singer ist Arzt. Um den zurückkehrenden Soldaten zu helfen, kann er seine magischen Fähigkeiten nur heimlich einsetzen. Kämen sie ans Licht, würde er in einem Asylum eingesperrt. Als Miles zu einem Sterbenden gerufen wird, der wohl vergiftet wurde, bleibt ihm keine Wahl: Zusammen mit einem schönen Amartine, der zwischen der Welt und dem Totenreich wechseln kann, versucht er den Mordfall aufzuklären. Hinter all dem verbirgt sich aber ein Geheimnis, dessen Abgründigkeit kaum abzusehen ist: Wohin sind die Seelen der Gefallenen verschwunden?
(Quelle: Klett-Cotta Verlag)
Meine Meinung:
Sehr spannender und undurchsichtiger Roman. Ich wurde sofort von der Geschichte gefangen genommen und konnte das Buch nicht mehr weglegen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er lässt sich leicht lesen und macht die Geschichte sehr interessant. Die sehr fantasievollen Namen der Protagonisten und Nebenprotas haben mich zu Beginn ein wenig verwirrt. Ich musste mich erst an diese Namen gewöhnen. Der Aufbau der Story gefällt mir sehr gut. Sehr spannend waren für mich die Intrigen die im Verlauf der Geschichte gesponnen wurden. Ich fand es toll wie die Autorin eine kleine Liebesgeschichte in die Story eingebaut hat. Der Abschluss war für mich sehr überraschend. Ich habe nicht mit diesem Ende gerechnet. Die Protas sind sehr interessante Persönlichkeiten. Ganz besonders gefällt mir Miles. Ich fand es sehr mutig von ihm seinen eigenen Weg zu gehen und sich gegen die Traditionen zu stellen. Auch Grace fand ich sympathisch. Sie hat das Herz am rechten Fleck und versucht ihren Weg in der Gesellschaft der Sturmsänger zu gehen. Wobei sie auf starken Widerstand stößt. Alles in Allem wird die Geschichte erst im Zusammenspiel der Protas zu etwas ganz Besonderem.
Mein Fazit:
Wundervolles, fantasievolles Debüt. Ich kann es jedem der Fantasy liebt und sich in den Wirrungen von Intrigen verlieren will empfehlen. Ich hoffe schon auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von Gudrun Gaber:
… ich werde ein anderer sein
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Der Autor, Charles Lewinsky, lässt uns am Leben des Stotterer Johannes Hosea Stärckle teilnehmen. Der Zeitraum des Buches geht vom Häftling Stärckle (Johannes Hosea Stärckle hat sich durch div. Briefe seinen Unterhalt ergaunert, zB Enkeltrick …) bis zum Autor Johannes Hosea.
Mir hat der Erzählstil gefallen.
Der Autor lässt uns durch Tagebucheintragungen, Korrespondenz für den Padre der JVA (der das Talent von Stärckle erkennt), in Fingerübungen und am Ende in „aus meinem Leben“, den aus strengst religiösen (eher eine sektenartige Gemeinde) und desaströsen Familienverhältnissen kommende Hauptfigur kennen lernen.
Das Buch an sich ist mir persönlich etwas zu lang – manche „Fingerübungen“ müssten nicht sein.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Die Macht der Worte
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Johannes Hosea Stärckle ist Stotterer und trotzdem, oder eigentlich gerade deswegen, ein Meister des geschriebenen Wortes. Eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit hat ihn dann allerdings ins Gefängnis gebracht („Ich befinde mich in Rätselhaft“ S 63) und hier schreibt er Briefe an den Padre, einen Verleger und einen Drogendealer.
Er beschreibt Ereignisse aus seiner Vergangenheit, die, wie Stärckle selber immer wieder betont, möglicherweise reine Fiktion sind – „Geschichtenerzähler müssen keine Bekenner sein, sondern gute Lügner“. Manchmal philosophisch, aber immer unterhaltsam sind die Gegenüberstellungen von Bibelsprüchen und Schopenhauerzitaten.
Lewinsky lässt Stärckle das geschriebene Wort einsetzen, um andere (und auch den Leser) zu bezaubern, eigentlich um zu manipulieren. Er schreibt sprachlich virtuos, originell, oft zynisch und bei aller beschriebenen Tragik auch immer wieder humorvoll. Bei so großartiger sprachlicher Kunst, können dem Autor ein paar Längen zwischendurch problemlos verziehen werden.
Ein Schelmenroman über das Erzählen, über Literatur und die Kunst zu lügen, aber auch über die Bereitschaft, belogen zu werden.
Rezensionen von Meli:
Magisch!
Witchmark von C. L. Polk
Miles gehört zu der weniger mächtigen Art der Sekundäre, die in seinen Kreisen nur dafür da sind, einen Sturmsänger nur noch stärker zu machen. Daher wurde er schon sein ganzes Leben als wertlos angesehen und unterdrückt. Kein Wunder, dass er fern von dieser Gesellschaft seine Gaben nutzen möchte, um seine eigenen Ziele zu verfolgen, statt eine Marionette zu sein.
Ich finde es sehr mutig von ihm, dass er sich so seinem sogenannten Schicksal widersetzt und seinen eigenen Weg geht.
Der schöne Amaranthine ist in diesem Buch einer meiner Lieblingscharaktere, sehr charmant, mysteriös und passt daher schon ins Bild des üblichen Love-Interests. Ich mochte ihn aber auch, weil er Miles begleitet, unterstützt und ihn auch so positiv beeinflusst.
Miles' Schwester Grace hingegen fand ich einfach nur unerträglich. Zwar gibt sie immer vor, auf seiner Seite zu stehen, aber dabei reagiert sie immer so übertrieben emotional, dass ich ihr das einfach nicht glauben konnte. Und da man auch nicht so ganz durchschauen kann, was ihre Motive sind, konnte ich ihr kein Vertrauen schenken.
Das Buch hat teilweise etwas von einem magischen Krimi, da ein Mord und andere Mysterien aufgeklärt werden sollen. Solche Geschichten mag ich meistens sehr gerne und auch hier hat mir das Setting und die Spurensuche sehr gut gefallen und die Elemente haben einfach wunderbar harmoniert. Die Abenteuer von Miles, während er seinen eigenen Weg zwischen Magie und Freiheit findet, waren spannend, auch wenn ich ihn manchmal etwas egoistisch fand, wenn er sich sehr stur verhält - aber andererseits: Kann der Wunsch nach Freiheit wirklich egoistisch sein?
Krieg, Krankheit und magische Intrigen bieten dazu eine schöne Kulisse und ergeben zusammen eine runde Geschichte.
Manche Passagen waren für meinen Geschmack dann etwas zu langatmig und das Buch nimmt nur langsam Tempo auf. Trotz der Spannung hatte ich eher das Gefühl, gemütlich durch die Handlung getragen zu werden.
Fazit
Mir hat "Witchmark - Die Spur der Toten" ziemlich gut gefallen. Magisch-romantisch, spannend und einfach gut. Ich fand es zwar etwas langatmig, aber die Welt hat mich doch sehr verzaubert!
Rezensionen von Rina:
Depression in der Familie
Der Goldfisch ist unschuldig von Tanja Fabsits
Henri hat die Nase voll! Tag für Tag erlebt er seinen Vater, wie dieser lethargisch auf dem Sofa liegt und lediglich das Goldfischglas anstarrt. Kurzerhand packt Henri das Glas und schmeißt es mitsamt Inhalt aus dem Fenster. Der Goldfisch überlebt, dank der Hilfe des Hausmeisters. Von diesem Tag an entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen dem Jungen und dem Hausmeister.
Henri kann ihm von seinen Ängsten und Sorgen erzählen und von denen hat er im Moment ausreichend.
Die Autorin beschreibt aus der Ich-Perspektive des kleinen Henri, wie sich die Depression eines Familienmitgliedes auf Angehörige auswirken kann. Immer wieder macht sich der Junge Vorwürfe und sucht die Schuld für den Zustand seines Vaters auch bei sich selbst. Aus diesem Grund versucht er diesen Zustand auch selbst zu ändern. Er nimmt das "Glück" seines Vaters in die Hand und schmiedet einen Plan. Er möchte ihm das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten bescheren. Ein Countdown mit ständig neuen Hindernissen und Herausforderungen beginnt. Begleitet von einem starken Resilienzfaktor, dem Hausmeister. Dieser unterstützt den kleinen Henri in seinem teils aussichtslosen Kampf gegen die Depression seines Vaters.
Zu empfehlen ist dieses Buch Kindern ab 9 Jahren. Insbesondere für Kinder, deren Angehörige ebenfalls an einer Depression erkrankt sind eignet sich das Buch. Es kann aber auch von Kindern und Jugendlichen gelesen werden, die vielleicht selbst unter Antriebslosigkeit oder Depressionen leiden.
Rezensionen von Amena25:
Schade!
Der Goldfisch ist unschuldig von Tanja Fabsits
Das apart gestaltete Cover und der vielversprechende Titel, die spannenden Schauplätze Johannesburg und Kapstadt haben mein Interesse an diesem Krimi geweckt. Leider wurde ich enttäuscht.
Offenbar wollte der Autor zu viele Handlungsstränge, Figuren und Motive in seinen Kriminalroman packen, sodass dieser teils überladen, teils nicht stimmig wirkt.
Zum Inhalt: Frank Sattler, Naturwissenschaftler, wird von einem guten Freund gebeten, nach Südafrika zu reisen, um dort nach dessen Tochter Pia zu sehen, die offensichtlich in Gefahr schwebt.
Sattler stimmt dieser Bitte überraschend schnell zu. Dort angekommen erwartet ihn Pia, die Mitglied einer Nichtregierungsorganisation ist, die Obdachlose unterstützt. Doch anders als erwartet tritt sie sehr sicher, selbstbewusst und keineswegs verängstigt oder hilflos auf. Sie erwartet ganz andere Unterstützung von Sattler: er soll vermutlich vergiftetes Trinkwasser für Pia und ihre Organisation analysieren. Sattler verfällt rasch Pias Charme, es kommt sehr schnell zum Sex, was nicht so recht zur Rolle Sattlers als ,,väterlicher Freund
und Helfer" passen will.
Parallel dazu geht es um eine Art Wunder-Torpedo der deutschen Marine, der in Kapstadt präsentiert und dabei ,,entführt" wird, außerdem um eine äußerst mächtige indische Familie deren suizidgefährdeter Abkomme, illegale Immobiliengeschäfte usw. Pia, ihre Mitstreiter und Frank Sattler geraten in Lebensgefahr.
Die Idee der NGO und der skrupellosen Immobiliengeschäfte finde ich packend und hätte meiner Ansicht nach auch schon für einen spannenden Krimi gereicht. Auch die Flucht in die Berge ist anschaulich und gut beschrieben. Die weiteren Handlungsstränge überfrachten meiner Meinung nach aber den Krimi, lassen ihn etwas zusammengepuzzelt erscheinen und nicht ganz schlüssig erscheinen.
Hinzu kommt das widersprüchliche und teils nicht ganz nachvollziehbare Verhalten der Figuren. So wird z.B. Frank Sattler als sehr erfahren und als kluger Kopf beschrieben, dabei tappt er naiv in fast jede sich bietende Falle.
Auch sprachlich ist der Krimi leider keine Offenbarung (z.B. ,,Sattler schoss zwei Fragen durch den Kopf." S. 99).
Bei den Schilderungen der Stadtszenen und der Landschaft erkennt man, dass der Autor jahrelang selbst in Südafrika gelebt hat und so aus eigener Erfahrung berichten kann. Aber leider ergibt das noch keinen spannenden und schlüssigen Krimi. Schade!







