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Rezensionen von StefanieFreigericht:

„Ich habe Dinge gesehen, die du nicht gesehen hast“

Dark Call - Du wirst mich nicht finden von Mark Griffin

"Dienstag, 7. November 2017, 9:45 Uhr. Autopsie an Dr. Jonathan Wright ..." S. 37

Holly Wakefield hatte sich in die Bereitschaftsliste der Polizei eingetragen und ist so an den Mordfall eines Ehepaars geraten, bei deren Autopsie sie nun steht. Holly ist forensische Psychologin und Analytikerin für kriminelles Verhalten, vulgo: Profilerin.

Sie hält Vorlesungen und ist eigentlich damit und mit der Betreuung ihres „Lieblingspatienten“ Lee in einer Anstalt für gestörte Straftäter ausreichend ausgelastet, dennoch arbeitet sie sich wie besessen in den Fall ein. Die Polizei um DI Bishop geht davon aus, bereits ein weiteres Opfer des Täters zu kennen, aber es fehlen Hinweise, Verdächtige, Zusammenhänge, Ansatzpunkte.

Bald sieht Holly erste Zusammenhänge, ein möglicher Täter kommt ins Bild. Holly zweifelt. Doch sie spielt nicht mit offenen Karten und ein Blick in ihre Vergangenheit droht alles zu zerstören.

Okay, „beschädigter Ermittler“ kannte ich, aber das hier ist diesbezüglich der Hammer und eigentlich das Gegenteil davon – starke Frau passt, aber wie. Und wie man einen Prolog später wieder mit einbezieht, dazu hat Autor Mark Griffin ein Paradestück geliefert. Der wirkliche Clou ist jedoch, was er so an Plottwists hervorzaubert – das passt alles und ist so etwas von durchtrieben – ich hatte sogar einen (korrekten!) Täterverdacht, der dennoch so etwas von falsch war, weil ich keine Idee zum Motiv hatte und nicht den Hauch einer Ahnung zum gesamten Zusammenhang. Somit wusste ich nichts, und das sogar noch ganz zum Schluss. Ich hatte irgendwann nur noch ein diebisches Vergnügen an alldem.

Die üblichen Warnhinweise: hart. Es geht um sadistische Serienmorde mit sexueller Komponente, allerdings wohnt man dem Leiden der Opfer nicht live und in Farbe bei. Ich fand’s grandios. Eine gehörige Portion Action kommt noch dazu. Dazu meckere ausgerechnet ich einmal nicht über Selbstjustiz, denn mit Notwehr kann ich sehr gut umgehen (selbst lesen und urteilen!). Auf die zunehmende Anzahl von Schmetterlingen in Hollys Bauch in Gegenwart von Bishop hätte ich verzichten können – sei’s drum, der arme Kerl hat als Vorname nur DI. So wie Mrs de Winter keinen Vornamen hat (die zweite, in „Rebecca“) oder Inspektor Columbo. Darf er. Und die Arme hat ja auch als Hobby Murderabilia, was sofort Tierpräparatorin von der Spitze der Liste ablöst. Dafür empfiehlt sie als Hinterbliebenentherapie die Lektüre von Büchern, bevorzugt von Sachbüchern, das muss man einfach mögen.

Nur der Titel … das Original von 2018 heißt „When Darkness Calls“. BITTE liebe Verlage, nicht immer diese Würgerei, englische Titel mit anderen englischen Titeln ins Deutsche nicht zu übersetzen, das ist Schrott. Der Rest ist Top, 5 Sterne.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Urlaubsfeeling pur mit vielen feinen Zwischentönen

Die Bücherinsel von Janne Mommsen

Bereits das traumhaft schöne Cover lässt erahnen, dass es sich bei diesem Werk um einen Wohlfühlroman der ersten Klasse handelt - Janne Mommsen entführt uns auf eine idyllische kleine Insel und ich kann das Leseerlebnis nur als "Kurzurlaub zwischen zwei Buchdeckeln" beschreiben!

Die Hauptfigur Sandra ist eine sympathische junge Frau, die ihr beschauliches Leben genießt und sich scheinbar gut arrangiert hat mit der Tatsache, dass sie nie richtig lesen und schreiben gelernt hat.

Zum Glück gibt es ja Hörbücher! Aber nach dem Motto 'unverhofft kommt oft' stolpert sie eines Tages in einen Lesekreis der gemütlichen kleinen Inselbuchhandlung und trifft dort auf den charismatischen Björn, der ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Zu gerne würde sie ihn wiedersehen, doch gleichzeitig hat sie riesige Angst davor, dass er hinter ihr wohlgehütetes Geheimnis kommen könnte…denn im Laufe der Zeit hat Sandra gelernt, ihren Analphabetismus gekonnt zu überspielen…

Sandras Gedanken sowie die Dialoge mit den Nebenfiguren wirkten auf mich stets äußerst authentisch und daher total glaubwürdig. Überhaupt finde ich es bewundernswert, dass der Autor ein solch wichtiges Thema wie Analphabetismus, das leider immer noch ein viel zu großes Tabu in der heutigen Gesellschaft darstellt, zu einem zentralen Element der Handlung gemacht hat. Sandras Selbstzweifel und Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche werden einfühlsam behandelt und so lebensnah widergegeben, dass man das Gefühl hat, Sandra schon lange zu kennen.

Ich kann gar nicht genug hervorheben, wie wundervoll es war, mal ein Werk zu lesen, das gänzlich ohne Hinterhältigkeit oder Trauerfälle auskommt, ohne dabei an Spannung oder Intensität zu verlieren! Richtig klasse!!

Der Roman ist eine in sich geschlossene Geschichte; obwohl ich den Vorgängerband, "Die kleine Inselbuchhandlung", noch nicht kannte (was ich zügig nachholen werde!) , habe ich mich gleich in der Handlung zurechtfinden können – alle Personen werden ausführlich vorgestellt und nie entsteht das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder aufgrund fehlender Hintergrundkenntnisse eine Entwicklung nicht nachvollziehen zu können. Der Schreibstil des Autors ist durchwegs optimistisch und angenehm, immer verständlich und nie künstlich überladen; man möchte gar nicht aufhören zu lesen! Janne Mommsen findet genau den richtigen Ton, um ernste Themen einfließen zu lassen, ohne dass sie erdrückend wirken, um eine zarte Anbahnung von Gefühlen entstehen zu lassen, die – im Gegensatz zu der in vielen anderen Liebesgeschichten – völlig ungezwungen wirkt.

Dieser bezaubernde, luftig-leichte Roman lebt nicht nur von seiner feinfühligen Erzählweise und vielen kleinen romantischen Momenten, sondern vor allem von seinen bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen, die zum Träumen einladen und die Sehnsucht nach einem Urlaub am Meer wecken.
Fazit: Die perfekte Lektüre zum Zurücklehnen und Entspannen!

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Rezensionen von csac:

Susi Schimmel, ein Bilderbuch über oft recht unbeliebte und nicht gern gesehene Mitbewohner

Susi Schimmel von Leonora Leitl

Ich mag bereits die erste Seite des Buches: „Glaubt nicht, ich gieße Blumen. (Auch wenn ich durchaus in Blumentöpfen anzutreffen bin.) Ich habe eine Mission. Und ich bin nicht allein. Wir schlagen zu, wo immer wir können“.

Bereits nach diesen ersten Zeilen bekommt man auch als großer Leser Lust auf mehr.

Auf den nächsten Seiten erfahren wir auf informative und sehr humorvolle Weise mehr von Susi Schimmel und ihren Kumpanen: Wo sie sich gerne aufhalten, welche Arbeit sie erledigen, dass sie manchmal auch Sonderaufträge im Kühlschrank oder an warmen, feuchten Orten erledigen, wie sie aussehen, dass sie wunderbare Teamplayer sind und oft tausende Jahre ausharren können, etwa in alten Grabkammern. Sie helfen nicht nur beim Vergammeln und Verschimmeln, sie helfen in Medikamenten auch bei gefährlichen Krankheiten oder kitzeln Menschen in Form von Hautpilz auf der Haut.

Begleitet wird dieses Bilderbuch von anregenden Bildern, die zum Verweilen, zum Austausch und Fragestellen anregen. Die Illustrationen ergeben dabei zusammen mit dem Text ein sehr stimmiges, harmonisches Ensemble und wecken die Neugier.
Während der Haupttextblock jeder Seite gut bereits von Kindergartenkindern verstanden werden kann, bieten kleinere Infoblocks, die in die Illustrationen eingewoben wurden, zusätzliches detailliertes Wissen zum Themenbereich für Kinder, die „nicht genug bekommen können“ vom Verfaulen, Schimmeln und Vergammeln.

Fazit: Ein wunderbares Sachbilderbuch, über eine der ältesten Lebewesen der Welt. Absolut empfehlenswert und gut einsetzbar in Kindergärten und Volksschulen bzw. auch im Wartebereich von Arztpraxen.

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Rezensionen von csac:

Mama und das schwarze Loch- Ein Buch zum Thema Burnout/Depression für etwas größere Kinder

Mama & das schwarze Loch von Leonora Leitl

Ich hatte mich sehr auf dieses Bilderbuch gefreut, insbesondere war ich gespannt darauf, wie mit dem Thema Depression kindgerecht umgegangen wird. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden, möchte ich weiter unten klären.

Zum Inhalt: Es handelt von einer alleinerziehenden Mutter, die sehr viel arbeitet, Haus, Kind und Kegel versorgt und dabei kaum noch Zeit für eigene Bedürfnisse erübrigen kann.

Es kommt, wie es kommen muss: Während des Kochens beginnt sie eines Tages zu rauchen, bis sie schließlich „völlig abbrennt, wie ein Streichholz“ und in einem schwarzen Loch verschwindet. Sowohl Tochter als auch Oma versuchen, sie aus diesem zu retten, doch erst mit Hilfe des Feuerschluckers Fernando gelingt es ihnen, wieder ein Licht in Mutter Adele zu entzünden und sie allmählich wieder zurück ins Leben zu begleiten.

In „Mama und das schwarze Loch“ schwingen viele Themen mit, die für so manche LeserIn Realität sein dürften: Die Schwierigkeiten des/der AlleinerzieherIn, nämlich Müdigkeit, die Überforderung, die Existenzängste (weil ja der Vater „die ganze Kohle mitgenommen hat“), die Doppelt-, oder gar Dreifachbelastung bis hin zum langsamen Abgleiten in die Resignation und das Ausgebranntsein. Auch die Lösungsvorschläge spiegeln auf wunderbare Weise wider, dass es nicht so einfach ist, dieses Ausgebranntsein zu löschen bzw. die Mutter dazu zu bewegen, wieder aus dem Loch zu krabbeln. Erst nachdem Fernando zur Mutter ins Loch geklettert ist und ihr auf Augenhöhe begegnet, beginnt Lottis Mama wieder zu lächeln.
Die methaphernreiche Sprache bietet dabei unzählige Anknüpfungspunkte für ein Gespräch, für Informationen und Fragen zum Thema.

Gleichzeitig könnten sich aber auch Unsicherheiten bei der Lektüre ergeben, die von den Erwachsenen gut begleitet werden müssen: Hätte es etwas geändert, wenn die Mutter schneller gelöscht worden wäre? Wenn das Kind den Brand rechtzeitig bemerkt hätte? Wäre sie dann nicht ins Loch gefallen? Hier sehe ich auch die Gefahr, dass sich die Kinder zu sehr die Verantwortung für das Geschehen zuschreiben und mir geht dabei aus dem Text zu wenig deutlich hervor, dass eine Erschöpfungsdepression nur auf Erwachsenebene gelöst werden kann und Kinder nie und nimmer die Verantwortung an einer solchen Entwicklung tragen.

Das Buch wird für Kinder zwischen fünf und sechs Jahren empfohlen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Vorstellung einer „abbrennenden Mutter“ für viele jüngere Kinder eher angstauslösend sein dürfte. Auch die Lösungsvorschläge, die qualmende Mutter zu löschen bzw. „nochmals anzuzünden“, dürfte für Kindergartenkinder eher irritierend sein. Last but not least könnte sich so mancher junge Leser fragen: Und wenn ich keinen Feuerlöscher kennenlerne, der ihr hilft, bleibt Mama dann im Loch? Daher würde ich dieses Buch eher für größere Kinder ab dem Volksschulalter (8-10 Jahre) empfehlen, die schon besser in der Lage sind, das „dunkle Loch, in welches die Mutter fällt“, mit dem abstrakten Krankheitsbegriff der „Depression“ zu verknüpfen.

Fazit: Ein faszinierendes Buch, das allerdings nur mit Vorbehalt weiterempfohlen werden kann: Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, sie gut zu begleiten, Ängste aufzufangen, Unsicherheiten zu beantworten und Verantwortungsfragen zu klären. In jedem Fall regt „Mama und das schwarze Loch“ aber zur Auseinandersetzung mit schwierigen Themen an, wie sie im Alltag leider sehr oft zu finden - und häufig tabuisiert - sind.

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Rezensionen von csac:

Ein Zuhause auf dem Rücken – eine parabelhafte Erzählung über das Zuhause oder das Fehlen eines solchen

Ein Zuhause auf dem Rücken von Susannah Haas

Zum Inhalt:
Jani verliert sein altes Zuhause und zieht mit seiner Familie aus der Stadt auf das Land, genauer gesagt in das Haus seiner Oma. Diese ist beim Wandern verschollen. Dennoch steckt ihr Haus noch voller Erinnerungen an sie. Dort findet Jani auch einen Brief seiner Oma, an ihn adressiert und mit der Bitte, eine alte Sumpfschildkröte aus einem wahrscheinlich bald verbauten Weiher in ein Naturschutzgebiet hinter der Grenze zu übersiedeln.

Nach anfänglichem Zögern macht sich Janis auf den Weg und trifft am Weiher tatsächlich auf die Schildkröte mit dem kaputten Panzer. Auf wundersame Weise kann sich der Junge mit ihr unterhalten: Über sein neues Leben im Dorf, über seine Sehnsucht nach der alten Heimat und darüber, was ein Zuhause für ihn ausmacht.
Allmählich wird das ungleiche Paar zu engen Freunden, sie treffen sich täglich am Weiher und lernen dabei ihre geheimen Sehnsüchte und Wünsche kennen. Schließlich aber äußert Chelo den Wunsch, Jani möchte sie zurück in ihre alte Heimat bringen, zum Sumpf hinter der Grenze.
Für diese Mission findet er recht schnell eine Weggefährtin: Henriette, die so mutig und flink ist und mit Pfeil und Bogen umgehen kann. Und die ihr Zuhause nicht als Zuhause empfindet, weil sich ihre Eltern dauernd streiten. An der Bushaltestelle trifft auch noch ein Obdachloser auf sie, der das Gebiet hinter der Grenze gut kennt und zu ihrem Reiseführer wird. Schließlich treffen sie im Bus noch auf Josefine, eine alte, verrückte Dame, die dem Altersheim entflohen ist und sich ihnen anschließt. Und so macht sich dieses unterschiedliche Quintett auf die Reise in die Heimat der Sumpfschildkröte und lernt dabei vieles über sich selbst, über das, was ein Zuhause vielleicht ausmacht, über Freundschaften und das Leben selbst.


Interessant: Das Buch entwickelte sich aus einem Theaterprojekt heraus, in welchem sich neun Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung mit dem Begriff der „Heimat“ auseinandersetzten. Aus den gewonnen Erkenntnissen aus Theater, Performance, Bild, Text, mündlicher Erzählung und Musik webte die pädagogische Leiterin Susannah Haas schließlich diesen parabelhaften Text. Für den Sommer 2019 ist darüber hinaus in Innsbruck eine weitere Performance des Vereines S.I.D.U.N.O zu diesem Thema geplant, die sich ebenfalls mit der Frage auseinandersetzt, was denn ein Zuhause ausmacht.

Fazit: Ein zauberhaft anmutendes Buch mit einer anregenden und philosophischen Botschaft: Alle brauchen wir ein Zuhause, auch wenn es uns manchmal zu eng wird, uns drückt und wir uns hinaus ins Abenteuer stürzen möchten. Für jeden von uns bedeutet Zuhause etwas anderes. Und manchmal ist auch das „Nachhausekommen das größte Abenteuer“.

Absolut empfehlenswert, sicherlich auch gut im Deutschunterricht ab zehn Jahren einsetzbar, um Jugendliche zu Fragen rund um ihre Identität, Zugehörigkeitsgefühl und äußere oder innere Heimat anzuregen.

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Rezensionen von Anja:

konnte mich nicht komplett überzeugen

Up All Night von April Dawson

Taylor verliert an nur einem Tag ihren Job, ihren Freund und ihre Wohnung. Sie weiß nicht, wo sie hin soll, als ihr ein Kindheitsfreund über den Weg läuft, der ihr ein WG-Zimmer anbietet. Taylor ist skeptisch, von Männern hat sie nämlich erst mal die Nase voll. Gut, dass Daniel schwul ist… sagt er…

Ich habe von April Dawson bereits →Still Broken gelesen.

Dieses gefiel mir vom Stil sehr gut, allerdings konnte mich der zweite Teil des Buches nicht mehr überzeugen. Dennoch war ich neugierig auf ihr neues Buch.

Ein Tag verändert Taylors Leben komplett, sie verliert quasi alles – innerhalb von wenigen Stunden. Das wirkt zwar ziemlich übertrieben, schafft aber eine spannende Ausgangssituation.
Nach diesem Schicksalsschlag ist Taylor verständlicherweise verunsichert und weiß nicht so recht, wie ihr Leben weitergehen soll. Bewerbungen bringen keinen Erfolg, sie lebt eher nur vor sich hin. Halt geben ihr ihre neuen Mitbewohner, allen voran ihr Kindheitsfreund Dan.

Daniel ist schon ewig in Taylor verliebt. Dass sie sich zufällig in New York über den Weg laufen, bringt die alten Gefühle schlagartig zurück. Um Taylor zu helfen, lügt er. Er verstrickt sich immer weiter in seine Geschichte. Dennoch war er mir durchweg sympathisch, da er sich rührend im Taylor kümmert und letztlich durchweg gute Absichten verfolgt. Allerdings fällt es ihm auch immer schwerer, seine Geschichte aufrecht zu erhalten und irgendwie verpasst er den richtigen Zeitpunkt, alles aufzuklären.

Der Schreibstil ist, wie auch schon in Still Broken, sehr angenehm. Daniel und Taylor schildern abwechselnd ihre Erlebnisse in der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, die sie voreinander verbergen.

So richtig viel passiert in dem Buch nicht. Nach dem für Taylor sehr ereignisreichen Beginn plätschert die Handlung vor sich hin. Es wird viel Alltag geschildert, Gespräche zwischen den Freunden und Taylors Überlegungen zu ihrer Zukunft.
Dabei fand ich es zwar interessant, die Entwicklung der tiefen Freundschaft zwischen Taylor und Dan zu verfolgen – wie viel sie einander geben, wie selbstverständlich sie einander unterstützen –, aber da recht schnell klar ist, dass Gefühle im Spiel sind, dauert es mir etwas zu lange, bis die Handlung dann in Fahrt kommt.

Letztlich muss ich sagen, dass ich erneut Probleme mit der zweiten Hälfte des Buches hatte. Taylor reagiert in meinem Augen unnötig zickig. Sie will förmlich gekränkt sein und steigert sich in ihre Wut hinein. Dadurch wird die Situation völlig überdramatisiert und der Konflikt unnötig in die Länge gezogen.

Das Ende bietet dann aber doch noch einen berührenden Augenblick und einen versöhnlichen Schluss sowie einen Ausblick auf das Pärchen für den zweiten Teil.

Fazit

Obwohl mir die langsame Annährung der Figuren und die tiefe Freundschaft der WG-Bewohner sehr gefallen hat, konnte mich die Handlung nicht komplett packen. Die Geschichte plätschert lange vor sich hin, bevor dann ein Problem unnötig aufgebauscht wird.

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Rezensionen von Anja:

emotional, aber wenig überraschend

Suddenly Forbidden von Ella Fields

„Aber das hier ist nicht diese Art von Geschichte“, leztlich war es dieser Satz des Kappentextes, der mich wirklich neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Nach dem Lesen muss ich allerdings sagen, dass es irgendwie doch eine dieser Geschichten ist. Es gibt keine allzu großen Überraschungen, wenig Highlights.

Insgesamt ist der Fortgang Stück für Stück immer im Voraus absehbar. Was nicht heißt, dass die Geschichte mir nicht gefallen hat. Sie hat mich nur nicht so umgehauen oder überraschen können, wie ich es aufgrund dieser Aussage gehofft hatte.

Daisy und Quinn sind als Nachbarkinder aufgewachsen. Sie waren unzertrennlich. Irgendwann wurde mehr aus dieser Freundschaft und sie wurden noch unzertrennlicher. Bis ein Umzug sie zerrissen hat. Mit der Hoffnung, dass auch Quinn sich an ein altes Versprechen halten wird, dass sie sich einst gegeben haben, trifft Daisy beim College ein. Was sie dort erwartet, ahnt sie nicht – die LeserInnen wissen es dank Klappentext aber bereits…

In die Schilderungen der Gegenwart sind immer wieder Rückblicke zu verschiedenen Schlüsselereignissen ihrer gemeinsamen Kindheit eingebunden, die insgesamt alle sehr süß und berührend waren.
Nach und nach arbeiten die beiden das, was in ihrer Vergangenheit schief gelaufen ist, auf. Missverständnisse und Lügen kommen ans Licht, die allerdings nichts an den verletzten Gefühlen ändern. Sie schwelgen in Erinnerungen und machen neue Erfahrungen.
Abwechselnd schildern dabei Quinn und Daisy ihre Erlebnisse in der Ich-Perspektive und geben Einblicke in ihre aufgewühlten Gedanken und Gefühle.

Dabei kommt es zu einigen emotionalen Augenblicken. Obwohl ich die Geschichte von Quinn und Daisy durchaus mochte und vor allem ihr inneres Ringen um Antworten interessant zu verfolgen war, waren mir manche Ereignisse zu künstlicher aufgebauscht bzw. überdramatisiert. Über weite Strecken plätschert die Geschichte ansonsten munter vor sich hin und wirft die Figuren in ein Gefühlchaos nach dem anderen.
Etwas spannender fand ich tatsächlich die Geschichte um Daisys Zimmernachbarin Pippa und Quinns Mitbewohner Toby, die allerdings die Hauptfiguren des nächsten Bands sind, sodass zu den beiden am Ende noch viele Fragen offen bleiben.

Fazit

Dank eines angenehmen, flüssigen Schreibstils und sympathischen Figuren lässt sich das Buch zügig lesen. Die Handlung bietet zwar immer wieder emotionale Momente, große Überraschungen bleiben allerdings aus.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Klischees und Unstimmigkeiten, aber guter Grundplot und Aufbau. Insgesamt eher dünn

Zara und Zoë von Alexander Oetker

Frankreich, kurz vor einer Mautstation. Eine Frau fährt einen Wagen mit vollem Tempo auf die Mautschranke zu, erst in letzter Sekunde öffnet sie sich. Es ist ein „Go fast“, eine Drogentransport, bei dem die Schränkenwärter vorher bestochen worden. Zoë fährt das Fahrzeug. Seit Jahren ist sie die rechte Hand des Mafiapaten, die Königin der Finsternis.

Wieder Frankreich. Ein junges Mädchen wurde bestialisch erstochen, Overkill. Eine Frau sieht sich alles an, sehr lange und sehr genau, Hinterher wird sie alles in ihr Notizbuch schreiben. Zara arbeitet bei Europol. Sie weiß, dass sie hierfür Hilfe benötigen wird, jemanden, der nicht auf Seiten von Ordnung und Gesetz bleiben muss. Jemanden, DIE sich nicht an Gesetze hält. Jemanden wie Zoë.

Vielleicht war meine Erwartungshaltung schuld. Ich hatte nach Leseprobe und Klappentext gerechnet mit einer Ausgangssituation zwischen der Millenium-Reihe mit Lisbet Salander, der gelegentlich wie Zara ein leichter Asperger-Autismus unterstellt wird und die auch eine Zwillingsschwester hat, und der Reihe von Ethan Cross mit dem Psychopathen Ackerman und seinem „guten“ Bruder. Nun, das hier ist weder noch. Zara ist vordergründig die brave Schwester, die keine Gesetze brechen kann – was nicht stimmt, zu Beginn tut sie es mit der Übergabe an Zoë, zum Schluss tut sie es in Bezug auf den knieenden Vater, und nein, das ist keine Notwehr. Zoë wirkt wie die coolere – aber wer würde ernsthaft eine Drogendealerin für cool halten wollen? Und welcher Vater stellt sein Töchterchen einem Mafiapaten vor, wenn er doch tief im Innern immer nur ein Restaurant betreiben wollte? Die Entfremdung der beiden wirkt auf mich aufgebläht – ebenso die Versöhnung. Doch wie das „doppelte Lottchen“ nach acht Jahren der Entfremdung funktionieren sollte, wenn man nichts voneinander weiß, bleibt eines der größeren Rätsel. Und ein ernstgemeinter Mordversuch – nur, weil Papi und Mami nicht mehr miteinander können? Ich verstehe auch nicht, warum sich Zoë hineinziehen lässt – nur weil ihr Ziehvater eine Ahnung hat? Und auch Zara hat eine Ahnung? Die beiden sollten Lotto spielen bei den vielen Vorahnungen; das ist alles nicht nachvollziehbar. Auch das Abschneiden der Haare – da hätte sich die Schwester in den Monaten bis zum Sommer ja wieder die Haare wachsen lassen können, aber gut.

Was richtig gut ist: der Grund-Plot, das Konstrukt hinter dem Verbrechen. Dazu wirken sowohl die Milieuschilderungen als auch die Landschaftsbeschreibungen sehr lebendig. Auch gefiel mir der Aufbau, mit den eingebauten Medien-Abschnitten. Das lässt sich insgesamt flott lesen; allerdings sind es recht wenige Buchstaben pro Seite.

Der Schluss nach einigen Action-Szenen ist dann immerhin stimmig, bis darauf, dass jemand, der eigentlich gar nicht morden wollte, eher nicht zum Overkill neigen würde, aber nun. Es gibt einen ganz moderaten Blick in die Möglichkeiten eines Folgebandes.

Insgesamt eine lockere Strandlektüre, dort, wo man nicht so auf Klischees und Unstimmigkeiten achten möchte, aber nichts, was haften bleibt, leider. 2-3 Sterne, 3 nur wegen des guen Konstrukts und Aufbau. Aber der Folgeband interessiert mich nicht und ich möchte Herrn Oetker im Moment auch nicht in einem anderen Buch lesen.

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Rezensionen von liesmal:

Gefährliche Neugier

Sprengfalle von Luc Winger

Das Attentat auf den Vorstand der Deutschen Bank in Bad Homburg im Jahr 1989 war ein schreckliches Ereignis, ist allerdings – vielleicht durch den Mauerfall in demselben Jahr? – etwas in den Hintergrund geraten. Darum finde ich es gut, dass dieses Geschehen in dem Polit-Thriller „Sprengfalle“ von Luc Winger noch einmal thematisiert wird.

Eine gute Mischung aus Realität und Fiktion ergibt eine gelungene, spannende Geschichte, die aus zwei Teilen besteht.

1989. Die Neugier einer Gruppe Jugendlicher in Bad Homburg führt dazu, dass sie eher zufällig nicht nur in die Vorbereitung des Attentats verwickelt werden, sondern sie müssen sich auch entscheiden, ob sie als Zeugen aussagen wollen oder ihr Wissen für sich behalten wollen.

2019. Zu erfahren, wie die Jugendlichen von damals die vergangenen 30 Jahre verbracht haben, finde ich sehr interessant, auch wie sie an dem gemeinsamen Abend zur Wahrheit finden.

„Sprengfalle“ war für mich das erste Buch des Autors Luc Winger.

Angenehm überrascht hat mich sein locker-leichter Schreibstil, denn Polit-Thriller sind häufig nicht so leicht verständlich. Ich wurde gut mit hineingenommen in die Geschichte und fühlte mich mit den Jugendlichen von damals und den Erwachsenen von heute sehr verbunden. Tolle Story, die ich sehr gern weiterempfehle!

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Rezensionen von Meli:

Letztendlich nur durchschnittlich

Sprengfalle von Luc Winger

Eigentlich fand ich das Buch zu einem großen Teil in Ordnung, aber es gab auch nur eine Sache, die ich wirklich gut fand, dann aber andere Sachen, die mich weniger überzeugen konnten und so war es zum Schluss doch nur durchschnittlich.

Lilah hat nach der Trennung von Ethan ihr eigenes Leben aufgebaut und dann ist Ethan plötzlich zurück und will am Liebsten dort weitermachen, wo sie aufgehört haben.

Er ist schon etwas schuldbewusst, aber so ganz scheint er nicht zu begreifen, was er Lilah damals angetan hat.
Doch auch seine aktuellen Taten machen Ethan nicht gerade zum Helden. Nachdem die beiden sich recht schnell versöhnen lässt er ihr keinen Freiraum mehr für das Leben, dass sie sich eben aufgebaut hat. Lilah hat einen Job, aber auch Prüfungen, für die sie lernen muss, und dafür lässt ihr Ethan einfach kaum Zeit, da er sie voll für sich beansprucht, wann immer er sie braucht. Bei jedem seiner Spiele, zum Dinner und jede Nacht, die er Zeit hat.
Zwar meint er es nicht böse, aber respektiert ihre Grenzen nicht und nimmt jede kleinste Zurückweisung sehr persönlich, sodass Lilah es dann nicht übers Herz bringt, standhaft zu bleiben.

Ich mochte also das ernste und realistische Thema, das ein Problem zwischen ihnen darstellt, doch dann spielten noch andere Faktoren mit, und die waren mir dann wieder zu flach. Auch ihre Versöhnung sowie ihre Konflikte konnten mich nicht wirklich überzeugen.

Fazit
An "Love Play" mochte ich eigentlich nur einen Aspekt und alle anderen fand ich nur durchschnittlich für das Genre. Schade!

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