Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Gelungener zweiter Teil
Humor und Krimi, Landschaft und Leute, Spannung und Liebe – dies alles und noch viel mehr bie-tet auch der zweite Teil um den walisischen Dorfpolizisten Evan Evans. Bereits im ersten Teil fand ich ihn so sympathisch, dass ich mich sehr auf die weiteren Fortsetzungen gefreut habe. Nun war es endlich soweit und ich durfte Teil zwei lesen! Und wieder war es wie Urlaub in der herrlichen Bergwelt in Wales.
Zu gerne hätte ich direkt meine Koffer gepackt, um mit Evan den berühmten Snowdon zu besteigen oder durch die lieblich-raue Gegend zu wandern. Einfach wunderbar, diese Beschreibungen. Man merkt, dass die Autorin die Gegend liebt und gut kennt. So entsteht Lokalko-lorit erster Güte.
Und auch der Kriminalfall hat mir sehr gut gefallen und mich spannend unterhalten. Die Wendun-gen bis zum Ende sind immer wieder gelungen und lassen nicht zu, dass man als Leser alles errät. Das mag ich sehr: Wenn man zwar mitraten kann und auch nicht so ganz auf der falschen Fährte ist, der Autor aber immer noch Überraschendes in petto hat.
Nun freue ich mich schon auf den dritten Teil, der gerade erschienen ist und wieder genauso spannend und interessant klingt!
Rezensionen von Streiflicht:
Die Wahrheit liegt im Nebel der Vergangenheit
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich die Gegend, in der es spielt, kenne. Außerdem hat mich die Kurzzusammenfassung sehr neugierig gemacht. Und das Buch hat alle diese „Verspre-chen“ eingelöst. Es ist spannend und düster, finstere Gestalten und liebe Menschen tauchen auf, eine gelungene Mischung, die mir gefallen hat.
Man lernt die raue, aber liebenswerte Landschaft des hohen Nordens Deutschlands kennen, die zugleich natürlich auch die Menschen prägt. Die Hauptfigur leidet unter unerklärlichen Angstzuständen und Panikattacken und kann sich einfach nicht erklären, woher das kommt. Erst nach und nach schält sich die Wahrheit aus dem Nebel der Vergangenheit heraus und nimmt den Leser mit auf eine gruselige Reise in Miriams Kindheit.
Besonders gut gefallen hat mir die Tatsache, dass die Autorin die Situationen und Befindlichkeiten der Figuren so unglaublich gut beschreibt, dass die bedrückende Stimmung der Hauptfigur und auch die Probleme in ihrer Familie deutlich rüberkommen. Als Leser spürt man richtig die Kälte und die Angst, die Wut und Beklemmung. So etwas mag ich sehr, wenn ich wie gefangen bin und im-mer nur weiterlesen möchte. Man wird immer wieder auf neue Fährten gelockt und spürt seinen eigenen Gedanken nach. Man hat einen Verdacht, den man dann wieder revidieren muss und hofft, dass am Ende alles gut wird. Richtig gut gemacht, mir hat das Lesen großes Vergnügen be-reitet und ich hoffe, dass ich ganz bald wieder etwas von dieser Autorin lesen kann.
Rezensionen von Streiflicht:
Wieder sehr eindringlich
Ungerecht von Drea Summer
Von Autorin Drea Summer habe ich inzwischen schon einige Bücher gelesen und immer wieder bin ich gepackt von ihrer Macht über die Worte, ihrer Eindringlichkeit. Sie schafft es, den Leser mit in die Geschichte zu ziehen, ihn betroffen zu machen und emotional zu berühren. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, die Dinge beim Namen zu nennen und teilweise auch wirklich brutal und deutlich zu werden.
Das ist sicherlich nicht für jeden etwas, da muss man schon etwas härter im Nehmen sein. Andererseits ist es genau das, was die Bücher so eindringlich macht. Man bleibt in Gedanken auch nach dem Ende der Lektüre an der Geschichte hängen und denkt immer wieder darüber nach. Was ist wirklich richtig oder falsch, was wäre wenn? Was passiert, wenn ein Mensch in die Enge getrieben wird und nichts mehr zu verlieren hat? Wer kann von sich sagen, dass er nie in eine solche Ausnahmesituation geraten könnte und wer weiß, was er dann tun würde, welche Grenzen er dann überschreiten würde... Interessante Fragen, über die nachzudenken nicht einfach ist. Drea Summer hat das getan und in Romanform niedergeschrieben. Wirklich lesenswert! Ich bin gespannt, was als nächstes von ihr kommt!
Rezensionen von Petra Sch.:
Das berührende Schicksal einer Familie in der Sperrzone der ehemaligen DDR.
Was uns erinnern lässt von Kati Naumann
Kurz zum Inhalt:
Mehrere Generationen der Familie Dressel lebt im respectablen Hotel Waldeshöh in Dressels Forst am Rennsteig im Thüringer Wald.
Nach dem Krieg wird dieses Gebiet zur Sperrzone an der Grenze ernannt, und die Dressels erhalten eine Aufenthaltsgenehmigung. Niemand sonst darf in dieses Waldstück, doch die Familie hält das Hotel immer auf Vordermann für die Zeiten, wenn wieder Gäste kommen.
Doch es ist nicht leicht in der Sperrzone - niemand darf diesen Abschnitt ohne Passagierschein betreten, die Familie muss viele Einschränkungen in Kauf nehmen. Und irgendwann fahren nicht einmal mehr Postauto und Krankenwagen dort hoch. Doch die Dressels lieben ihr Zuhause - bis sich am 2. Juli 1977 alles verändert.
Im Jahr 2017 entdeckt die junge Milla einen verborgenen und verwachsenen Keller bei einer Wanderung im Thüringer Wald. Sie dringt unerlaubt ein und entdeckt Erinnerungen an die Familie Dressel. Neugierig geworden, macht sie sich auf die Suche nach der Familie und ist bald in ihr Schicksal involviert...
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist ruhig und gemächlich, man verfolgt die Geschichte der Familie Dressel in mehreren Generationen und deren Schicksal in der ehemaligen DDR in der Sperrzone. Die Familie hatte es nie leicht, und man ist emotional sehr involviert.
Auch wenn manche diesen Schreibstil vielleicht als langweilig bezeichnen würden - das furchtbare Schicksal der Familie Dressel ist es keinesfalls!
Es wird abwechselnd berichtet - einerseits über das Leben der Familie Dressel im Hotel Waldeshöh in der Vergangenheit, ab dem Jahr 1945 bis 1977.
Die andere Perspektive zeigt das Jahr 2017 aus Sicht von Milla, die neugierig auf das Schicksal des Hotels und der Familie geworden ist. Und eigentlich wollte Milla diesen Ort online in das Forum "Lost Places" stellen; doch bald ist sie emotional so an die Familie und deren Schicksal gebunden, dass sie diesen geheimen Ort für sich behalten und der Familie helfen will.
Ich war sehr gefesselt und gerührt von dieser Geschichte, und konnte viel Spannendes über die damaligen Zeiten erfahren.
Sehr gut haben mir auch die emotionalen Entwicklungen, hauptsächlich von Milla und Christine Dressel, gefallen.
Ein richtig tolles gefühlvolles Buch!
Im Vorsatzsatzblatt des Buches ist der Stammbaum der Familie Dressel abgebildet, den ich oft als sehr hilfreich empfand und die Familienverhältnisse nachgeblättert habe.
Fazit:
Gefühlvoller, langsamer Roman über das Schicksal einer Familie in mehreren Generationen in der Sperrzone der ehemaligen DDR. Sehr interessant und hat mich sehr gut unterhalten.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein würdiger Nachfolger
Falschspiel von Silvia Stolzenburg
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich früher schon Spannendes von der Autorin Silvia Stolzenburg las, dann aber längere Zeit nur historische Romane. Auch diese haben mir sehr gut gefallen, denn sie sind nicht nur gut recherchiert, sondern auch immer voller Spannung, Leiden-schaft und Menschlichkeit.
Und genauso ist es auch hier wieder. Mit „Falschspiel“ legt die Autorin bereits den dritten Band um Mark Becker vor und begeistert wieder ihre und seine Fans. Ich moch-te schon die beiden Vorgängerbücher sehr und war daher umso gespannter auf den dritten Teil. Und neugierig und natürlich hatte ich auch hohe Erwartungen – aber das alles hat nicht geschadet, denn meine Wünsche wurden erfüllt. Ich habe das Buch in einem Rutsch, an einem Abend regel-recht durchgefressen und war begeistert. Allerdings denke ich auch, dass man die Vorgeschichte kennen sollte. Zwar ist der Fall in sich abgeschlossen, aber zum besseren Verständnis und der Einordnung wäre das nicht verkehrt. Anders herum ist es auch so, dass man die Vorgänger wohl nicht mehr ungespoilert lesen kann, wenn man „Falschspiel“ schon gelesen hat. So oder so ist das Buch allerdings auf jeden Fall lesenswert und empfehlenswert. Ein richtiger Pageturner, den man gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
Inhaltlich kann ich nicht viel sagen, denn das Wichtigste steht bereits im Klappentext und mehr kann ich nicht verraten. Es gibt aber einige Überraschungen, gerade für diejenigen, die Mark und seine Mitstreiter bereits kennen...
Laut Autorin legt Mark nun erstmal eine Pause ein, aber ich hoffe, das dauert nicht zu lange und er kommt dann in neuer Frische wieder!
Rezensionen von Streiflicht:
Unterhaltsam und mit viel Lokalkolorit
Falschspiel von Silvia Stolzenburg
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es nicht nur unterhaltsam und spannend war, sondern auch viel Lokalkolorit geboten hat. Ich habe von einigen gelesen, dass ihnen das Buch nicht so gut gefallen hat, weil es so viele Landschaftsbeschreibungen beinhaltet – gerade das hat mir sehr gut gefallen.
Man merkt auch immer wieder Simons Zerrissenheit zwischen Italien und Deutschland und andererseits auch die Liebe zu seiner neuen Heimat am Ortasee. Ich fand das toll und so at-mosphärisch, so richtig viel Lokalkolorit. Und auch der Kriminalfall kam nicht zu kurz und war spannend bis zum Ende. Das hat mich auch sehr gut unterhalten.
Normalerweise tue ich mich schwer mit Hörbüchern, aber dieses hier hat mir so gut gefallen, dass ich mir nun ab und zu mal ein Hörbuch gönnen werde. Der Sprecher hat das richtig gut gemacht, akzentuiert gesprochen, aber nicht übertrieben, sodass es gut zu hören, aber nie nervig war.
Insgesamt wurde ein bisschen viel Espresso getrunken, aber das muss in Italien wohl so sein. Toll fand ich, dass die Atmosphäre gut rüberkam. Man bekommt mit, wie die Menschen dort am See sind, wie die Landschaft aussieht und wie das Flair ist. Durch die Beschreibungen von Essen und Trinken ist es als wäre mal als Freund ganz nahe dabei. Und auch die Figuren werden detailreich und anschaulich beschrieben, das macht Spaß! Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen, eine gelungene Mischung aus Lokalkolorit, Beschreibungen, Spannung, Humor und einem kleinen Schuss Liebe. Ich hoffe auf einen baldigen Nachfolger!
Rezensionen von yellowdog:
die moderne in der welt
Jean Molitor - bau1haus die moderne in der welt / Modernism around the globe. Gebunden. von Silvia Stolzenburg
Der Fotograf Jean Molitor hat in aller Welt Gebäude im Bauhaus-Stil fotografiert, die in diesem Buch bai1haus versammelt sind.
Neben deutschen Städten war Molitor auch in anderen europäischen Städten, in Afrika , in Russland, Indonesien, USA und in Kuba etc, Ein Mammutprojekt!
Wenn man die vielen Fotos aus verschiedenen Zeiten und Länder sieht, ist es verblüffend, wie wenig man auf den ersten Blick erkennt, wo das Foto aufgenommen wurde und aus welchen Jahr das Gebäude stammt.
Das Bauhaus-Vorbild entzieht den Gebäuden entscheidende Merkmale , was darauf verweist wie stark das Motiv ist.
Was der Berliner Fotograf da gesammelt hat, ist großartig und beeindruckend und in der Summe tatsächlich eine Weltreise der anderen Art.
Informativ auch das List of Works, bei dem die Architekten aufgeführt sind, darunter natürlich auch Walter Gropius.
Rezensionen von Pink Anemone:
David Hunter is back und das besser wie schon lange nicht mehr
Die ewigen Toten von Simon Beckett
Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit.
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden.
Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt… (Klappentext)
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"Es herrschte allgemein der Eindruck, dass die Suche sich dem Ende zuneigte, dass das St. Jude keine weiteren Überraschungen mehr bereithielt. Ich hätte es besser wissen sollen."
(S. 287)
Dies ist der 6. Teil der Hunter-Reihe und im Grunde ist jeder Band in sich abgeschlossen und kann daher eigenständig gelesen werden. Als Reihen-Junkie möchte ich jedoch die Empfehlung abgeben, diese Serie der Reihe nach zu lesen, um in den vollständigen Genuss von David Hunter zu kommen. Immerhin schweift der Autor doch hin und wieder in die Vergangenheit und gibt einen Einblick in frühere Fälle. Man kann dann so manche Zusammenhänge besser verstehen.
David Hunter ist ein forensischer Anthropologe und eher ein stiller Typ, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Manchmal scheint es als könne er mit den Toten besser umgehen als mit den Lebenden, aber hin und wieder blitzt sein von Sarkasmus geprägter schwarzer Humor auf - Engländer eben. Meistens versucht er Konfrontationen aus dem Weg zu gehen und entgleisende Situationen mit Worten zu entschärfen. Man sollte ihn jedoch nicht zu sehr reizen. Er ist einfach eine coole Socke und natürlich einer der besten in seinem Fach.
Dieses Mal führt ihn ein Fall in ein altes leerstehendes Krankenhaus im Norden Londons. Normalerweise treiben sich nur noch Junkies und Obdachlose im St. Judes herum, diesmal wurde jedoch kein Besoffener oder zugedröhnter Drogenabhängiger gefunden, sondern eine Leiche. Die scheint schon länger auf dem Dachboden zu liegen, denn sie ist bereits mumifiziert. Doch diese Mumie bleibt nicht die einzige Leiche. Als der morsche Boden nachgibt, werden im Raum darunter weitere Leichen entdeckt und diese sehen auch nicht mehr allzu frisch aus. Was jedoch den Ermittlern und auch David Hunter die Gänsehaut auffahren lässt ist, dass diese beiden Leichen augenscheinlich lebendig eingemauert wurden.
Was ging in diesem Krankenhaus vor sich und was erwartet sie noch in diesen dunklen Gängen? David Hunter macht seinem Namen wieder einmal alle Ehre, denn für ihn bedeutet es nur eins - Die Jagd ist eröffnet.
Ich bin ja immer auf der Suche nach Büchern aus dem Genre Thriller und Horror mit Krankenhaus- oder Psychiatrie-Setting. Bezüglich Horrorromane gibt es leider nicht viel und noch weniger Gutes auf dem Buchmarkt. Im Genre Thriller hingegen findet man schon das ein oder andere Schmankerl und dieses Buch steht hierbei ganz oben auf der "Best-of"-Liste.
"Das T-Shirt war hochgezogen und unter der Brust gerafft, sodass der Bauch frei lag. Oder was davon übrig war. Die Bauchhöhle war von unterhalb der Rippen bis zum Schambein aufgerissen. Die inneren Organe waren so geschrumpft und zersetzt, dass sie nicht zu erkennen waren."
(S. 31)
Simon Beckett hat die Gabe eine wunderbar unheimliche Atmosphäre zu schaffen, mit den richtigen Worten beim Lesen Bilder im Kopf entstehen zu lassen und dies vor allem die Settings betreffend. Egal ob weitläufige Heide oder kaltes und verregnetes Sumpfland, wie z.B. in den vorherigen Bänden der Hunter-Reihe, man fühlt sich jedes Mal in dieses Setting regelrecht hineingepflanzt. So natürlich auch hier.
Man sah die staubigen und zum Teil verfallenen dunklen Gänge des verlassenen Krankenhauses vor sich, riecht den abgestandenen Moder und fühlt vor allem diese bedrückende und auch unheimliche Atmosphäre eines alten Spitals, welches noch aus der viktorianischen Ära stammt.
Während David Hunter dieses verfallene Krankenhaus nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr betreten möchte, wollte ich am liebsten gar nicht mehr raus.
"Offene Türen lenkten den Blick in düstere Räume, leer bis auf einen umgefallenen Stuhl hier oder einen kaputten Tisch da. Wenn dies je ein Ort der Genesung und Heilung gewesen sein sollte, war davon nichts mehr zu spüren. Jetzt lag Verzweiflung über allem."
(S. 83)
Doch nicht nur die Atmosphäre ist ein Highlight, sondern natürlich auch die Story selbst. Spannend von Anfang bis Ende und die vielen überraschenden Wendungen sind bei Simon Beckett ebenso legendär wie das Erschaffen eines atmosphärischen Settings. Langeweile sucht man hier vergebens.
Auch die Charaktere, wie üblich, authentisch, ausgefeilt und facettenreich gezeichnet und nicht jeder wird überleben und nicht jeder ist einem sympathisch. Dies alles wird durch einen flüssigen Schreib- und packenden Erzähl-Stil ergänzt und wurde so zu einem Page-Turner der Extraklasse, der einem wieder auf spannende Weise in die Welt des beliebtesten forensischen Anthropologen David Hunter entführt.
Nur das Ende war mir dann doch etwas too much was den Verlauf des privaten Bereichs von David Hunter betrifft. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau.
"Hexanal, ein Gas, das in den frühen wie den späteren Verwesungsstufen auftritt, ähnelt frisch gemähtem Gras, und Butanol durftet nach herbstlichen Blättern. Der Geruch von Verwesung kann all diese Noten enthalten, er ist komplex wie edler Wein. Und da der Tod voller Überraschungen ist, kann er sich mitunter auch auf ganz andere Weise ankündigen."
(S. 8)
Fazit:
Nach jahrelanger Hunter-Abstinenz ist Simon Beckett mit diesem Band zurückgekehrt und das besser wie schon lange nicht mehr. Möglich das meine Begeisterung durch mein Faible für unheimliche Krankenhäuser etwas beeinflusst wurde, doch dieser 6. Teil zählt zu einem der besten. Ich habe dieses Buch regelrecht inhaliert und daher war regelmässig ein "Ohhh" und "Ahhh" von mir zu hören.
Simon Beckett dürfte zu seiner alten Form zurückgefunden haben und nun hoffe ich, dass ncoh einige Bände folgen werden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)
Rezensionen von Janine2610:
Faszination Schildkröte
Der Traum der Schildkröte von Peter Laufer
Die Schildkröte steht auf der Liste stark bedrohter Tierarten. Sie ist nicht so niedlich wie ein Panda, nicht so kuschelig wie ein Koala und auch nicht so prächtig wie ein Eisbär, dennoch scheint sie die Menschen auf irgendeine Art und Weise zu faszinieren. Peter Laufer hat sich in seinem Recherche- und Dokumentationsreise-Roman ganz dem Thema »Schildkröte« gewidmet.
Er nimmt uns mit auf eine ausgiebige Reise durch die Welt und bringt uns dabei die Schildkröte in all ihren Facetten ganz nahe. Allein, wenn man dann erfährt, dass die Schildkröte bereits im Dinosaurierzeitalter existierte, betrachtet man diese Wesen mit ganz anderen Augen.
Man fragt sich, warum die Schildkröte in so vielen Gegenden verehrt und als heilig angesehen und in anderen Gegenden wiederum gejagt und verkauft wird. Ihr Lebensraum wird mancherorts zerstört – für Golfplätze, für Öl, für Solaranlagen. Besonders nachdenklich gemacht, hat mich die Aussage der Biologin Mercy Vaughn. Sie denkt, dass die Welt bereits "im Arsch" ist und wir Menschen "die Meister unseres eigenen Untergangs" sind. Es gibt "zu viel Geldgier und Verlangen nach Macht" und "wieso sollte man sich da um ein paar Schildkröten irgendwo in der Wüste sorgen"? Dennoch gibt es sie immer wieder, Tierschützer und Tierschutzorganisationen, die alles in ihrer Macht stehende tun, um das Reptil zu retten und in seinem Lebensraum zu beschützen.
Als Leser ist man einfach nur bestürzt, wenn man all die Gründe erfährt, weswegen der Mensch Interesse an Schildkröten, auch an vom Aussterben bedrohten Schildkrötenarten, hat: Mit ihnen werden Schildkrötenopfer praktiziert. Man glaubt, dass, wenn man sie isst, man sehr lange lebt oder geduldig, weise und fruchtbar (Teile von ihr benutzt man als Viagra.) wird. Sie hat einen Platz auf Gourmetspeisekarten und wird als Heilmittel eingesetzt. Besonders die Asiaten können die Finger nicht von ihr lassen. In China spielt die Schildkröte eine zentrale Rolle: sie wird gewildert, geschmuggelt, am Schwarzmarkt (für SEHR VIEL Geld) verkauft. Ein seltenes Tier zu besitzen ist für Reiche mit Sammelsucht ein besonderer Kick. Aus ihrem Panzer wird Schildpatt hergestellt: Kämme, Haarschmuck, Plektren. Aus ihrer Haut: Schuhe und Taschen. Schildkröten landen häufig in für den Fischfang riesigen Netzen als Beifang und verenden dort elendig.
Es gibt unendlich viele Gründe, weshalb die Schildkröte gefährdet ist. Sie lebt unter Umständen sehr lange, muss aber auch ein gewisses Alter erreichen, um sich fortpflanzen zu können. Aus einem Schildkrötennest mit mehreren 100 Eiern überleben nur ein paar wenige, die das Erwachsenenalter erreichen.
Der Autor hat sogar einen Schildkrötenschmuggler in Gewahrsam und einen auf freiem Fuß interviewt, um deren Motive zu erfahren und verstehen zu können. Laufer hat sich wirklich voll auf sein Schildkrötenprojekt eingelassen, denn auch er selbst hat sich eine Schildkröte zugelegt, um ein Weilchen mit ihr zu leben und ihre Faszination auszumachen. Zwischen Laufers Schildkrötengeschichten finden sich im Buch diese grau hinterlegten Texte, in denen der Autor von Fred berichtet, seiner vorübergehenden Pflegeschildkröte. Diese Absätze wirken wie erholsame Päuschen zwischen all den Unglaublichkeiten und Abscheulichkeiten rund um den Schildkrötenhandel. Manch ein Fakt widert einen an, manches erschreckt und manches lässt einen einfach nur den Kopf schütteln. In jedem Fall hat sich der Inhalt bei mir eingeprägt und ja, die Schildkröte sehe ich heute definitiv mit anderen Augen.
»Jeder hat eine Schildkrötengeschichte.« sagt Peter Laufer in seinem Buch immer wieder. Ich hatte in meinem Leben bisher kaum etwas mit diesen Tieren zu tun. Aber ja, trotzdem kann auch ich "eine Schildkrötengeschichte" erzählen: Meine Mutter hatte zwei Schildkröten. Die zwei lebten noch bei uns, als ich ein Kleinkind war. Erinnern kann ich mich daran allerdings nicht mehr. Irgendwann sind die beiden ausgebüxt und nie mehr wieder zurückgekommen. Heute habe ich meinen eigenen Haushalt in einem anderen Ort und seit ein paar Monaten hängen in unserer Nachbarschaft mehrere "Schildkröte entlaufen"-Schilder an Masten, die wohl ein besorgter Schildkrötenbesitzer dort angebracht hat. Da sie heute immer noch dort hängen, kann ich annehmen, dass besagte Schildkröte noch nicht wieder aufgetaucht ist. Das sind meine Schildkrötengeschichten. Sie sind nicht lange und nicht aufregend, aber es gibt sie.
Und, was ist deine Schildkrötengeschichte?
Rezensionen von Bibliomarie:
Ein deutsches Schicksal
Über alle Grenzen von Lind Hera
Es ist ein verlockendes Angebot für den Tropenmediziner und Tierarzt Werner Alexander. Ende der 50iger Jahre wird ein Direktor für den Erfurter Zoo gesucht. Die ganze Familie übersiedelt von Bayern in den Osten. Da konnte noch niemand ahnen, dass nur wenige Jahre später diese Entscheidung in eine Katastrophe führte.
Inzwischen wurde die Mauer gebaut und die Familie Alexander fühlt sich im Osten gefangen, die Direktorenstelle wurde längst mit einem linientreuen Parteigänger ersetzt. Später führt dann noch die versuchte Republikflucht des Sohnes Bruno zu ständigen Repressalien und Bruno ins Gefängnis.
Die zweite Zeitebene des Romans spielt in der Gegenwart. Lotte hat nach vielen Jahren ihren verschollenen Bruno ausfindig gemacht. Nach den vielen Gefängnisjahren hat er keinen Platz in der Gesellschaft mehr gefunden, seine Familie zerbrach an seinem Alkoholmissbrauch und seinen Gewaltausbrüchen. Er vegetiert inzwischen krank und verwirrt in einem Pflegeheim vor sich hin. Lotte setzt alles daran, dem Bruder die letzte Lebenszeit besser zu machen und auch seine Kinder zu finden um sie zur Aussöhnung zu bewegen.
Es sind also gleich zwei große Themenkreise, die Hera Lind in ihrem Buch zusammenfasst. Wobei wir im Nachwort von Protagonistinnen hören, auf deren Erlebnissen und Aufzeichnungen die Rahmenhandlung des Buches beruht. Lebendige, erlebte Geschichte – das hat mich neugierig gemacht und interessiert.
Sehr anschaulich finde ich das eingeschränkte Leben in der DDR geschildert. Die Bespitzlungen und Eintragungen der Stasi sind für die Familie einschneidend, die Kinder bekommen keine Zeugnisse mehr, eine weiterführende Schule ist unmöglich, all das weiß man aus vielen Berichten. Fast unfreiwillig komisch präsentiert sich die Stasi, wenn später in den Überwachungsprotokollen eine nasebohrenden Tochter aufgeführt wird, die von der Schwester ein Taschentuch gereicht bekommt. Schikane und genaues deutsches Beamtentum ergeben zuweilen eine absurde Mischung.
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Hera Lind sich nicht ganz exakt in den Sprachgebrauch der damaligen DDR einfühlen konnte. Zu viele Anglizismen und aktuellere Redewendungen sind ihr da in den Text gerutscht.
Der zweite Themenkreis – das Wiederfinden des Bruders in einer Pflegeeinrichtung – zeigt das ganze Elend des Pflegenotstandes. Bruno, der kaum noch artikulieren kann und Sozialhilfeempfänger ist, wird eigentlich nur noch verwahrt. Lotte kämpft ganz entschieden gegen diese Missstände an und führt geradezu einen Kreuzzug gegen Heimleitung, überarbeitete Pfleger und Gleichgültigkeit.
Ich kannte Hera Lind bisher nur von ihrem Erstlingswerk „Ein Mann für jede Tonart“ und auch ihren weiteren beruflichen Werdegang hatte ich nicht verfolgt, so dass dieses Buch tatsächlich eine positive Überraschung für mich war. Ich fand es emotional erzählt und auch durch die authentischen Bezüge besonders interessant.








