Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PFIFF:
Ein Verstorbener soll in seine Heimat Montenegro gebracht werden
Rückwärtswalzer von Vea Kaiser
Als Onkel Willi stirbt, soll er nach seinem Willen in seine Heimat Montenegro ins Familiengrab gebracht werden.
Der arbeitslose Schauspieler und Neffe soll mit seinen drei Tanten das Kunststück fertig bringen, den Toten in einem Auto über die Grenzen zu bringen, das die offizielle Überführung zu kostspielig für die Familie ist.
Während der abenteuerlichen Autofahrt erzählen die Tanten von ihrer Kindheit, ihren Beziehungen, ihren Kindern.
Letztendlich kommt ein wohlgehütetes Geheimnis an den Tag.
Köstlich amüsant, sehr menschlich und humorvoll, mit Wiener Charme.- Ein Lesevergnügen.
Rezensionen von jiskett:
Enthält zwei schöne Liebesgeschichten
Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück von Sarah Morgan
Da ich die Bücher von Sarah Morgan gerne mag, wollte ich auch "Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück" lesen. Das Buch enthält zwei vergleichsweise kurze Erzählungen, nämlich die Vorgeschichten der "Puffin Island"- und "From Manhattan with Love"-Reihen. Ich habe die beiden Reihen noch nicht vervollständigt, kenne aber verschiedene Bände und diese hatten mir sehr gut gefallen, sodass ich gespannt darauf war zu sehen, wie alles angefangen hat.
"Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit" sowie "Mitternacht in Manhattan" konnten mich auf jeden Fall gut unterhalten. Es war schön, bereits bekannte Charaktere wieder zu treffen, auch wenn sie hier nur eine kleine Rolle gespielt haben, und die beiden Liebesgeschichten wurden gut erzählt. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch und die Chemie zwischen den beiden Paaren war offensichtlich, obwohl sie auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben schienen. In "Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit" geht es um eine Frau, die sich wünscht, irgendwann eine glückliche Familie zu haben, und einen Mann, der nicht an die Liebe glaubt, während in "Mitternacht in Manhattan" ein reicher, aber nicht unbedingt glücklicher Millionär sowie eine tollpatschige, schüchterne Kellnerin im Mittelpunkt stehen. Trotz der Unterschiede zwischen den Figuren hat Morgan deutlich gemacht, dass sie gut zusammen passen würden und es wurde von Anfang an deutlich, dass es zwischen ihnen knistert. Darüber hinaus wurde aber auch die emotionale Ebene gut geschildert und für den Leser war es offensichtlich, dass Lily und Nik sowie Matilda und Chase sich in vielerlei Hinsicht ergänzen.
Besonders bei der zweiten Geschichte hat mir sehr gut gefallen, wie die Annäherung der Hauptpersonen dargestellt wurde und wie ihre Beziehung zueinander sich entwickelt hat. Sie kennen sich nur kurze Zeit, aber dennoch besteht zwischen ihnen eine gewisse Verbindung; mir hat gefallen, wie sie sich aufeinander eingelassen und dass sie einander Dinge anvertraut haben, die sie nicht jedem Menschen erzählen würden. Dadurch fand ich es glaubwürdig, wie rasch sie sich näher gekommen sind und obwohl mir am Ende alles etwas zu schnell ging, mochte ich den Abschluss der Erzählung sehr gerne und er hat gut zum Rest der Handlung gepasst. Die Entwicklung der Protagonisten hat mir auch in der ersten Geschichte zugesagt, vor allem, da Nik sich im Lauf der Handlung sehr verändert, doch in Anbetracht seiner Vergangenheit ging es mir hier tatsächlich zu schnell und ich hätte es besser gefunden, wenn es hier vor dem Ende noch ein weiteres Kapitel gegeben hätte. Man muss aber bedenken, dass es sich bei beiden Erzählungen um Kurzgeschichten handelt, da dies erklärt, wieso in kurzer Zeit sehr viel passiert und die Beziehungen sich so rasch entwickeln.
Meiner Meinung nach hat die Autorin die aufkeimenden großen Gefühle überzeugend geschildert und alles in allem kamen mir beide Liebesgeschichten glaubwürdig vor. Ich habe sie gerne gelesen und außerdem habe ich jetzt Lust darauf, die Bände der beiden Reihen zu lesen, die ich noch nicht kenne, da ich wissen möchte, wie die hier eingeführten Nebenfiguren ihr eigenes Glück finden. "Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück" bekommt deshalb 4 Sterne; separat betrachtet würde ich die erste Geschichte mit 3,5 Sternen bewerten und die zweite mit 4.
Rezensionen von jiskett:
Guter, wenn auch etwas zu komplexer Krimi
Erbsünde von Faye Kellerman
"Erbsünde" war mein viertes Buch der Autorin und wie die anderen Bände hat mir auch dieser Teil ziemlich gut gefallen. Der Fall war gut konstruiert, auch wenn er recht komplex war, und ich fand die Protagonisten wieder sehr sympathisch. Ein wenig schade war, dass Rina vergleichsweise wenig vorkam, doch dafür waren die wichtigen Nebenfiguren meiner Meinung nach gut ausgearbeitet.
Besonders positiv zu erwähnen ist, dass die Ermittlungen realistisch und zugleich interessant dargestellt wurden. Es geht nicht immer voran, es gibt Sackgassen und Phasen, in denen nichts zu passieren scheint, doch das kam mir glaubwürdig vor, gerade, da Decker auch Vorkommnisse untersucht, die schon lange vergangen sind. Es wäre einfach nicht realistisch gewesen, wenn die Charaktere schon in kurzer Zeit alles durchschaut hätten, insbesondere, da niemand weiß, ob und wenn ja inwiefern die damaligen Ereignisse für den aktuellen Fall relevant sind. Deshalb fand ich es auch gut, dass seine Kollegen ihn nicht hundertprozentig unterstützt haben.
Ein Kritikpunkt ist jedoch, dass der Fall recht komplex und kompliziert war. Normalerweise stört mich dies nicht, aber in "Erbsünde" gibt es sehr viele Figuren, die irgendwie in die Geschehnisse verwickelt sein könnten, und es werden quasi mehrere Ermittlungen gleichzeitig geführt. Ich konnte der Handlung weitgehend folgen, doch gerade, weil mehrere Charaktere ähnliche Namen haben, war es nicht immer ganz einfach. Das fand ich schade, da ich unbedingt wissen wollte, was passiert ist und ich es spannend fand zu spekulieren, welche Ereignisse bedeutsam sein könnten, es mir aber manchmal schwer gefallen ist, alle Einzelheiten im Gedächtnis zu behalten. Außerdem fand ich das Ende ein wenig unbefriedigend, obwohl ich zugleich anerkennen muss, dass es realistisch war.
Davon abgesehen mochte ich das Buch. Wie immer hat mir gefallen, wie das Privatleben der Protagonisten in die Handlung eingegliedert wurde und die Balance zwischen diesen Momenten und der Mordermittlung war gelungen. Zudem gab es eine gewisse Spannung, gerade gegen Ende, obwohl es sich um einen eher ruhigen Krimi handelt. Ich fand auch toll, dass Deckers Stärken und Schwächen beide beleuchtet wurden und er nicht vollkommen freie Hand hatte; die Polizeiarbeit kam mir, wie bereits erwähnt, überzeugend vor und ich fand die Geschichte weitgehend fesselnd, sodass ich das Buch kaum beiseite legen wollte. Da der Fall mir aber teilweise etwas zu verstrickt war, habe ich einen halben Stern abgezogen.
3,5 Sterne
Rezensionen von yellowdog:
Tommy und Tuppence
N oder M? von Agatha Christie
Die Tommy und Tuppence-Romane sind eine Besonderheit im Werk der Autorin, da es nur relativ wenig Teile der Reihe gab, diese aber über den Lebensweg verteilt waren. So zählten sie zu den frühen wie zu dem letzten Roman von A.Christie überhaupt.
M oder N ist ein mittlerer Teil und 1940 angesiedelt.
Da der Roman auch zu dieser Zeit entstanden ist, besitzt er eine glaubhafte Authentizität.
Tommy und Tuppence Beresford engagieren sich inkognito für den Geheimdienst um einen Verräter in eigenen Reihen zu entlarven.
Die beiden Protagonisten haben unterschiedliches Temperament und ergänzen sich gut. Tuppence wagt mehrmals der besonnene Tommy und sie ist der Kopf des Teams.
Ihre teils ironischen Dialoge sind der Reiz an dem Roman. Die eigentliche Spionagegeschichte ist eher von der Stange, wobei das Rätselraten, wer der oder die Verräter sind, schon reizvoll sein kann.
Erfreulich, dass sich ein Verlag so treu um das Werk der Autorin kümmert und auch unbekanntere Romane neu herausgibt.
Der Roman wurde übrigens auch als Teil der Fernsehserie Partners in Crime verfilmt, wenn auch nicht gerade werkgetreu.
Rezensionen von *RC*:
Approve, delete, delete, delete...
Berlin Prepper - Thriller (Berlin Noir 1) von Johannes Groschupf
Ein dystopisches, apokalyptisches Szenario, das packend sowie beklemmend ist, wachrüttelt und zum Nachdenken anregt. Unbedingt lesen!
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Approve, delete, delete...; das ist das, was Walter Noack, Content Moderator bei einer großen Berliner Tageszeitung täglich acht Stunden lang mit eingehenden Online-Kommentaren macht.
Er muss tausende von Kommentaren, die von hinter Pseudonymen steckenden Lesern eingehen, in Sekundenschnelle erfassen und zensieren. Der Druck ist groß, da keine extrem-hasserfüllten Kommentare durchrutschen dürfen.
Es ist sein Job. Emotional lässt er nichts an sich ran. Er ist ja auch ein Prepper (abgeleitet vom Englischen „to be prepaired“ [bereit sein]) und ist gewappnet für den Notfall, für sämtliche Katastrophen, die das normale Leben aus den Angeln heben würden. So hortet er Konserven, diverse Werkzeuge und Utensilien um für längere Zeit autark sein zu können. Er hat sogar Verstecke im Wald, die er ständig auf dem Laufenden hält. Eine gute körperliche Fitness ist zudem unabdingbar. Noack bereitet sich ständig auf diese Notsituation vor, er ist allzeit bereit, falls es zum Schlimmsten kommt.
Die Arbeit ist Routine, ist Alltag, bis er eines Abends nach seiner Arbeit – obwohl das Security-Personal in der Nähe ist - brutal niedergeschlagen wird und verletzt im Krankenhaus landet. Er ärgert sich dabei aber mehr über sich selbst, weil er „nicht bereit“ war und diesem Angriff nichts entgegensetzen konnte. Aber wer steckt dahinter? Sind es Leser, die wütend sind, weil ihre Kommentare nicht durchkommen, oder sind es Flüchtlinge aus dem nahegelegenen Flüchtlingscontainern?
Als kurz darauf auch seiner Kollegin Peppa das gleiche passiert, die Polizei auch hier mit den Ermittlungen nicht weiterkommt, beschließen Noack, Peppa und sein Sohn Nick auf eigene Faust die Schläger ausfindig zu machen. Sie wollen sich nicht mehr alles gefallen lassen, und die Bereitschaft, auch härtere Bandagen anzulegen, steigt. So scheuen sie sich auch nicht, sich auf dem Schwarzmarkt Waffen zu besorgen und geraten unvermittelt in die Reichsbürgerszene.
Der Thriller ist in der Ich-Perspektive erzählt. Die Erzählweise ist nüchtern, sachlich, trocken, klar und leicht verständlich. Und dies Einfachheit lässt es fast wie ein 'Tagebuch' erscheinen, in dem der Schreiber – der Protagonist – das Erlebte unzensiert und ungefiltert darlegt. Man kommt so gut in die Geschichte rein, und der Hauptprotagonist Noack wirkt sehr authentisch, sein Handeln und Denken ist nachvollziehbar, auch wenn man als Leser diesem nicht unbedingt zustimmen wird. Ebenso finden die anderen verschiedensten Protagonisten mit ihren eigenen teils auch abgehobenen Charakteren und Eigenheiten ihren Platz in der Geschichte. Berlin ist Multi-Kulti, und so hat auch Noack eine gute kumpelhafte Beziehung zu seinem türkischen Stammbäcker Ahmad, der ihm auch bei der ein oder anderen Sache mit Rat und Tat zur Seite steht und immer ein Auge auf ihn hat.
Gelungen bei dem Thriller ist vor allem, dass man beim Lesen die Berliner Atmosphäre richtig spürt, man merkt, dass der Autor mit der Stadt sehr vertraut ist. Außerdem hat sich der Autor intensiv mit dem Thema Internet-Kommentare auseinandergesetzt. Die Story ist fiktiv, aber die Hass-Kommentare sind echt und nicht erfunden! Und das alles lässt einem die Geschichte sehr 'nah' und nahezu real erscheinen. Die dystopische und apokalyptische Perspektive machen ein wenig Angst, ist aber gleichzeitig auch ein mahnender Fingerzeig, sich mit der heutigen verrohenden, respektschwindenden gesellschaftlichen Entwicklung auseinanderzusetzen.
Dieser Thriller steht meines Erachtens - als einer von 12 nominierten Titeln - zu Recht auf der Longlist des diesjährigen „Crime Cologne Award“ (September 2019), da er eine aktuelle Thematik zum Inhalt hat und zudem psychologisch raffiniert aufgebaut ist.
Bis jetzt habe ich noch nichts von Johannes Groschupf gelesen, aber seine Fähigkeit, den Leser mit einer speziellen Spannung und einem eigenen Stil zu fesseln, hat mich überzeugt.
Überzeugen Sie sich doch auch! ✶ ✶ ✶ ✶ ✶
Rezensionen von KimVi:
Spannende Cold-Case-Ermittlungen
Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2) von Inge Löhnig
In einem recht idyllischen Dorf werden menschliche Knochen entdeckt, die offensichtlich bereits vor Jahrzehnten verscharrt wurden. Dieser Fund weckt das Interesse von Gina Angelucci, die gerade aus der Elternzeit zurückkehrt und ihren Dienst in der Cold-Case-Abteilung der Münchner Kriminalpolizei wieder antritt.
Zunächst scheint es aussichtslos, die Identität der Toten und die Umstände ihres Todes zu entschlüsseln. Doch Gina Angelucci gibt nicht auf. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs....
"Unbarmherzig" ist nach "Gedenke mein" der zweite Band der Dühnfort-Reihe, in dem Kommissar Konstantin Dünforts Frau, Gina Angelucci, im Zentrum der Handlung steht und die Ermittlungen führt. Auf ein Wiedersehen mit Tino Dühnfort darf man sich aber dennoch freuen, da er natürlich im privaten Handlungsstrang eine große Rolle spielt und sich die beiden über den Fall austauschen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man sie unabhängig voneinander lesen. Dem aktuellen Geschehen kann man auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen, und der Weiterentwicklung der Charaktere, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge.
Der Einstieg in den Krimi gelingt mühelos, denn Inge Löhnig versteht es wieder hervorragend, das Interesse am Fall und seinen Hintergründen zu wecken. In einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit beobachtet man, was an dem Tag geschah, an dem die beiden Menschen, deren Knochen im aktuellen Fall gefunden werden, ihr Leben verloren. Dabei wird nicht zu viel verraten, sodass man gemeinsam mit Gina Angelucci auf Spurensuche gehen, und dabei eigene Überlegungen anstellen kann.
Das Rätsel um die beiden Toten ist nicht so leicht zu durchschauen. Inge Löhnig legt Spuren aus, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Allerdings ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb muss man die eigenen Überlegungen oft überdenken und neu ansetzen. Dadurch bleibt die früh aufgebaute Spannung durchgehend erhalten. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und außerdem gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man mühelos ins Geschehen eintauchen und die Nachforschungen genießen kann.
Die rätselhaften Ermittlungen, die in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurückführen, sorgen allerdings nicht alleine für Spannung. Auch im Privatleben von Gina Angelucci und Tino Dühnfort stellt sich recht früh eine bedrohliche Atmosphäre ein. Eine unbekannte Frau beobachtet Gina, Tino und die kleine Tochter. Die beiden erfahrenen Ermittler haben kein gutes Gefühl dabei. Dieser Handlungsstrang sorgt für zusätzliche Spannung.
Ich habe bisher alle Bände der Reihe mit großer Begeisterung gelesen und auch bei diesen Ermittlungen wurde ich nicht enttäuscht. Denn der alte Fall war äußerst interessant, die Charaktere lebendig und die aktuellen Ereignisse im privaten Bereich sorgten für zusätzliche Spannung. Ich bin hier voll auf meine Kosten gekommen und habe das Buch beinahe in einem Rutsch verschlungen.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Psychothriller der Sonderklasse
Negatio von Julia Furba
„Negatio“ von Julia Fürbaß ist ein Psychothriller der Sonderklasse. Für anspruchsvolle Leser, die sich gerne auf einen besondern Plot ein- und überraschen lassen. Die herkömmliche und allbekannte Struktur eines Thrillers/Krimis wird „über Bord geworfen“ und auf über 650 Seiten wird der Leser immer wieder auf die Probe gestellt und seine Phantasie angeregt, „was kommt als Nächstes?“.
Unverkennbar das österreichische Idiom, eindeutig der Autorin – wie könnte es anders sein – und ihrer Lektorin geschuldet. Während weniger Romantage wird dem Leser ein Alptraum nach dem anderen geliefert, mit einem 5 Jahresrückblick, bei dem die handelnden Personen schemenhaft erscheinen ahnt man die Zusammenhänge zwischen Kim und ihrem Bruder Sebastian. Sebastian, eine gespaltene von Alpträumen verfolgte Persönlichkeit wird in „Negatio“ eine Menge zugemutet, an denen er schlussendlich zerbricht. Sind auch manche Personen nicht im Detail gezeichnet, so spielen alle ihre Rolle und ergeben ein (nicht immer) schlüssiges Bild.
Hohe Anerkennung für das Erstlingswerk der jungen Autorin Julia Fürbaß in Erwartung ihrer nächsten Romane.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Weder Fisch noch Vogel, oberflächliche Geschichte
Negatio von Julia Furba
"Jetzt noch mal von vorn" ist anscheinend der zweite Teil der Geschichte um Caroline und ihre Tapas-Bar. Leider wusste ich dies noch nicht, als ich das Buch zu lesen begann.
Vielleicht könnte man die Beziehungen von Caroline besser verstehen, wenn man den ersten Teil gelesen hat, aber es ging auch ohne gut.
Mich lockte die Tapas-Bar in Stockholm, das hörte sich gut an.
Doch schnell war ich enttäuscht, es ist eine komische Geschichte.
Carolines neuer Vermieter will sie aus dem Haus werfen, damit er das gesamte Gebäude sanieren kann und später teurer vermieten. Doch er hat nicht mit Carolines Widerstand gerechnet. Obwohl finanziell nicht viel herausschaut und sie deswegen keinen weiteren Raum mieten kann, um zusätzlich einen Cateringservice aufzubauen, will sie ihre Tapas-Bar nicht hergeben.
Die neue Vermieter ist nicht das einzige Problem in Carolines Leben. Ihre ältere Nachbarin Nancy liegt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim, Caroline ist die einzige, die sie besucht. Nancy will nicht mehr leben, und bittet Caroline ihr zu helfen.
Der Roman spielt sich zwischen diesen beiden Problemen und dem Umstand, dass sich Caroline in ihren Anwalt Oscar verliebt hat, ab. Es könnte eine nette Geschichte sein, wenn die Charaktere besser ausgearbeitet wären. Doch alle sind blass, man kann sie nicht mal sympathisch oder unsympathisch finden, denn dafür ist zu wenig da.
Man weiss auch nicht, in welches Genre man die Story packen soll. Es ist weder Fisch noch Vogel, von allem ein bisschen, aber nichts richtiges.
Fazit: Schwache Geschichte mit oberflächlichen Charakteren.
2 Punkte.
Rezensionen von C. P.:
Ein Silberstreif am Himmel
Silberdrache von Sage Angie
Einst bevölkerten Drachen unsere Welt. Doch wurden diese böse und fielen als Raptoren über die Menschen her, bis ein Silberdrache ein Portal öffnete und die Drachen in eine andere Welt führte. In dieser Welt herrscht der Lennix-Clan über die Raptoren, welche das Land verwüsten und einen Großteil der Bevölkerung bereits gefressen haben.
Jetzt sucht Demara Lennix, die Anführerin des Clans, nach einem Silberdrachen, der ihre Raptoren in die Verlorenen Lande, unsere Welt, zurück bringen kann, damit die Raptoren wieder ausreichend Lieblingsfutter bekommen: Menschen. Doch geht das einzige Silberei verloren und purzelt dem Schäferjungen Joss vor die Füße...
Der Roman spielt in zwei Welten: Im heutigen London sowie in der Welt des Lennix-Clans. In London lebt Siri (11), die von ihrer schwerkranken Mutter einen Drachenstein bekommt und die Legende über die Drachen kennt. Dieser Teil ist jedoch verschwindend gering im Buch. Hauptsächlich wird das Abenteuer von Joss und seiner älteren Schwester Allie erzählt, die den Silberdrachen Lysander finden und schnell an den bösen Lennix-Clan geraten. Doch so spannend die Idee auch ist, habe ich doch vieles nicht nachvollziehen können. Hauptsächlich, warum diese immens gewaltigen Drachen sich von einer handvoll arroganter Menschen, dem Lennix-Clan, herumkommendieren ließen. Denen hätte ich als Drache längst ein wenig Drachenfeuer unterm Hintern gemacht. Drachen können eine mentale Verbindung zu einem Menschen aufnehmen, der dann ihr Drachenreiter wird. Unglücklicherweise wurde die Verbindung mit "Bundesgenossen" übersetzt, ein Begriff, der mich eher an Politik denken lässt. Weiterhin störten mich mehrere Unstimmigkeiten im Buch, z. B. dass ein Drache eine Person ansah, kurz darauf aber hieß es, der Drache hätte vor Erschöpfung geschlafen. Oder dass Siri ihren Anhänger erst bei der Freundin mit dabei hatte, während dieser anschließend die ganze Zeit über unter ihrem Bett versteckt war.
Mir war das Buch gefühlt zu emotionslos, mit keinem der Charaktere konnte ich mich so richtig anfreunden. Dafür sprangen die Perspektiven zu oft hin und her statt sich auf die Hauptcharaktere zu beschränken. Silberdrache Lysander war da noch am interessantesten von allen. Die kurzen Einschübe um Siri in London brachten die Geschichte kaum voran und unterbrachen die Abenteuer von Joss und Allie nur unnötig. Doch auch hier ging es anfangs nur zäh voran, während manche Situationen wie konstruiert wirkten. Zudem waren doch einige Szenen recht brutal, da bezweifle ich, ob das wirklich schon für Elfjährige geeignet ist.
Rezensionen von yellowdog:
Romance-Krankenhaus-Serie
Silberdrache von Sage Angie
Mit Folge 1 von Crystal Lake startet eine nette, etwas harmlose literarische Soap Opera in einem Krankenhaus, das Crystal Lake Medical Center, spezialisiert auf Sportunfälle.
Gut gewählt ist der Schauplatz Aspen in den Rocky Mountains in Colorado.
Es ist der erste Tag von der jungen Ärztin Dr. Leena Summers und ihr erster Fall ist ein Beinbruch des Profisportlers Mark Turner.
Als zweiten Handlungsstrang gibt es die Leiterin des Krankenhauses, Allana McGinty und den Chefarzt James Raker. Der ist aber nicht ganz so zwingend, könnte sich aber in den kommenden Folgen noch entwickeln. Als Negativfigur gibt es den labilen Arzt Dr.Blade, der trinkt und unzuverlässig ist.
Annabell Nolan schreibt routiniert und ansprechend, bleibt aber klar in den Grenzen des Genres.
Es ist aber auch so, dass von den meisten Lesern, jedenfalls der Hauptzielgruppe, auch nicht mehr gewollt wird. Aber ein paar Potentiale bleiben dabei auf der Strecke.









