Kunden em pfehlungen
Rezensionen von maus1@onlinehome.de:
Urlaubslektüre
Marie ist alleinerziehend, sie hat drei Kids, mit denen sie in Berlin lebt. Die Finanzen lassen ihr nicht viel Spielraum, sie kommt mehr schlecht als recht klar. Mit ihrer älteren Nachbarin Ruth kommt sie gut klar und hilft ihr. Als das Haus verkauft wird und der neue Vermieter bekannt gibt, dass das Haus saniert werden soll und die Miete kräftig steigen wird, muss ein Plan her.
Hier kann Ruth helfen. Dann sie hat ein Haus auf Rügen geerbt und Marie kann mit ihren Kindern und Ruth gemeinsam in das Haus ziehen. Doch das Haus gleicht einer Bruchbude und muss dringend saniert werden. Ein Glück dass der Tischler Christian bereit ist zu helfen.
Unterhaltsamer Roman, ganz nett für den Urlaub, aber der Plot folgt leider Schema F. Nicht wirklich was neues, kennt man einen, so weiß man in welche Richtung es geht. Und was ist schlimmer, als ein Plot der vorhersehbar ist? Wer sich nur "berieseln" lassen möchte, der ist bei dem Buch gut bedient, der Anspruch sollte allerdings nicht zu hoch gesetzt werden.
Rezensionen von BarbaraM:
Es lebe die liebenswürdige Frechheit, die Individualität und die Freundschaft!
Spring! Vor allem über deinen Schatten von Mina Teichert
Die eher schüchterne, höfliche Pebbels trifft eines Tages auf die extrovertierte Coco, die fast nie ein Blatt vor den Mund nimmt und gerne laut flucht. Und wie das so ist: Gegensätze ziehen sich an. Pebbels und Coco werden dicke Freundinnen und die eine kann von der anderen allerhand lernen und zusammen macht das Leben einfach mehr Spaß und Abenteuer zu erleben ist doch auch richtig fly, oder?! Aber lest einfach selbst!
Mit ihrem Buch „Spring! Vor allem über deinen Schatten“ ist Mina Teichert wieder ein wunderbares, jugendgerechtes, lebendiges, humorvolles und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH 2019 erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 224 Seiten umfasst.
Es ist geeignet für Kinder ab 10 Jahren, spricht sicherlich auf den ersten Blick Mädchen an, ist aber bestimmt auch für Jungs lesenswert.
Mina Teichert gelingt es in einer absolut jugendgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Besonders toll finden wir es, wie sie auf das Thema „Introvertiertheit und Extrovertiertheit“ eingeht und hier viele Aspekte angeht, die zum Nachdenken anregen und auch zum Darüberschmunzeln. Sie nimmt die Themen Freundschaft, Erwachsen-Werden, Schule, Selbstbewusstsein ernst, schafft es aber dennoch den nötigen Humor mit in die Geschichte hineinzubringen. Dadurch gelingt es der Autorin, dass die Leser sofort einen Bezug zu ihrer eigenen Realität herstellen können, sich selbst in die Geschichte hineinversetzen können und das Interesse an der Geschichte natürlich absolut gesteigert wird.
Prima gefallen haben uns die so unterschiedlichen Protagonistinnen Pebbels und Coco. Wir konnten prima mit ihnen mitfühlen, uns mitfreuen, uns mit ihnen ärgern und auch mitfluchen.
Vor allem in Bezug auf das Thema „Freundschaft“ hat sich Pebbels toll entwickelt und herausgefunden, auf welche Freunde sie zählen kann. Und sie konnte doch tatsächlich „über ihren Schatten hüpfen“ – und wir wissen alle, wie schwer das oft ist!
Auch die anderen im Buch vorkommenden Charaktere, wie zum Beispiel Maris, Gerda, Mira usw. gefallen uns richtig gut und fügen sich in die Geschichte sehr stimmig ein.
Wer weiß, was sich daraus vielleicht in weiteren Bänden noch entwickeln wird?!
Was für ein schönes Buch! Es strotzt vor lauter Lebendigkeit und Lebenslust.
Es lebe die liebenswürdige Frechheit, die Individualität und die Freundschaft!
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannend und sehr familiär
Spring! Vor allem über deinen Schatten von Mina Teichert
Auf der Insel Rügen häufen sich die Todesfälle von jungen, scheinbar gesunden Menschen. Es schaut nach Herzversagen aus, was die Pathologen aber nicht bestätigen. Was verband diese Menschen? Kriminalhauptkommissarin Luna Maiwald, die nach einer „Zwangspause“ wieder ihren Dienst angetreten hat, hat mit ihrem Team nicht nur diese Toten am Hals.
Am Strand wurde eine Frau gefunden, ebenfalls tot. Dass es ein Reitunfall war ist ziemlich unwahrscheinlich für eine Westernreiterin. Hat ihr ungewöhnlicher Beruf etwas mit ihrem Tod zu tun? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?
Aber nicht nur die vielen Toten machen Luna das Leben schwer. Auch Ingmar Wolf tritt wieder in ihr Leben...
Wow, das war wieder so ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte.
Spannung ab der ersten Seite, die auch nicht darunter leidet, dass ich sehr viel familiäres von Luna und ihren Lieben erfahre.
Luna Maiwald, starrköpfig, chaotisch, bestimmend, mit einem Faible für Hüte und bunte Gummistiefel und unkonventionellen Ermittlungsmethoden habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie verliert sich allerdings zu oft in ihrer Arbeit, vernachlässigt dadurch ihren Ehemann Fred und vor allem ihre Tochter Marcia. Und sie sollte sich endlich ihren Ängsten stellen.
Bei ihrer Arbeit wird sie von einem kompetenten Team unterstützt. Hier mag ich ihren Kollegen Schröder sehr gerne, mit dem sie sich witzige und informative Schlagabtausche liefert.
Ich finde es sehr interessant, wie ausgefeilt und gut vorstellbar mir Emma Bieling die Polizeiarbeit, die Arbeit der Pathologie und der Spusi nahe bringt. Ich kann mir alles sehr gut vorstellen, bin mittendrin und schaue jedem Einzelnen über die Schulter. Leider haben meine eigenen Ermittlungsergebnisse mich nicht zum Täter geführt. Gut gemacht, Frau Bieling.
Auch der Flair von Rügen und der kleinen Insel Hiddensee hat mich eingefangen. Macht Lust auf Inselurlaub.
Obwohl man das Buch auch ohne Kenntnis der Vorgängerbandes verstehen kann, hätte ich den ersten Band doch lesen sollen. Es macht einiges, von dem hier gesprochen wird, bestimmt noch klarer.
Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Sehr abwechslungsreich, voller Familiengeschichte und spannungsgeladen. Ich hoffe doch sehr, dass ich Luna und die Menschen um sie herum bald wiederlesen darf.
Rezensionen von Caroline :
Humorvolle Lektüre für Zwischendurch
Most Wanted Billionaire von Annika Martin
30 Tage muss Lizzie in der Firma aushalten, dann erhält sie einen Bonus, den sie dringend braucht. 30 Tage Ideen für den Social Media Auftritt der Firma, für die sie arbeitet. Über den Oberboss wird nur in ganz ehrfürchtigem Ton gesprochen. Persönliche Gegenstände am Arbeitsplatz sind verboten, genauso wie Mikrowellenpopcorn.
Ein Verbot, das Lizzie ganz besonders stört.
Als sie schließlich den Boss Theo Drummond kennenlernt, erkennt sie warum alle Mitarbeiter bei seinem Erscheinen erzittern. Diesem Mann scheint niemals ein Lächeln unterzukommen, er hat überhaupt keine Ahnung von Facebook, Twitter, Instgram und Co und will Lizzies Vorschlägt überhaupt nicht akzeptieren.
Als ihr auch noch aufgetragen wird einen altmodischen Weckruf-Service zu finden, um Mr. Drummond pünktlich um 04.30 anzurufen, findet sie sich schnell am Ende ihrer Weisheit. Scheinbar will keine Firma mehr die Anrufe übernehmen. Um Ihren Job bis zur Frist zu behalten, übernimmt sie persönlich diese Aufgabe. Schon beim ersten Anruf tritt sie in ein Fettnäpfchen. Eigentlich erwartet sie am Morgen die Kündigung, doch ihre recht unkonventionelle Art hat Theo imponiert und beeindruckt.
Lizzie will unter allen Umständen verhindern, dass ihr Boss erkennt, wer ihn täglich weckt. Die kurzen Anrufe arten recht schnell in lange Gespräche aus, in denen beide Geheimnisse offenbaren.
Wie hat es mir gefallen?
Dieses eBook wurde im Rahmen einer Leserunde bei Lesejury verlost und ich war eine der Glücklichen, die mitmachen durften.
Schon die Leseprobe hat es mir angetan und ich war gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln würde.
Die weibliche Hauptfigur Lizzie wird meiner Meinung nach gut beschrieben und zieht sofort alle Sympathien auf sich. Ihre momentane Situation ist echt blöd und sie versucht alles, um einen Neunanfang zu bekommen. Der Job ist Mittel zum Zweck, um einen großzügigen Bonus abzukassieren. Sie ist realistisch, will aber ihren Traum unbedingt verwirklichen. Dafür ist sie auch bereit, große Veränderungen auf sich zu nehmen.
Theos erster Auftritt hat mich schockiert und ziemlich befremdet. Er war so unnahbar und völlig abweisend, dass ich Lizzies Reaktion auf ihn gut verstehen konnte. Ein seltsamer Nerd, der zwar gut aussieht, aber seine soziale Kompetenz liegt unter vielen Schichten verborgen.
Als Lizzie mit den Weckanrufen beginnt, verändert sich die Dynamik und es gibt unheimlich viel zu lachen. Die zwei liefern sich Wortgefechte am laufenden Band. Diese Seiten fliegen nur so dahin und machen Spaß sie zu lesen.
Zirka in der Hälfte verändert sich die Geschichte wieder und schwächelt leider. Zwar bleibt sich Lizzie treu, aber mir fehlte der Pepp und der Schwung vom Anfang.
Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Tolle Lektüre für zwischendurch. Lizzie muss man/frau einfach gerne haben.
Dies ist der zweite Teil der „Most Wanted“ Reihe und man kann ihn lesen, ohne den Vorgänger zu kennen, den ich sicherlich auch noch auf meinen Reader laden werde.
Rezensionen von Tara:
Vom Ghosting zum Stalking
Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird von Nuray Çeşme
„Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird“ ist nach „Der Wille versetzt Berge“ das zweite Buch der in Hamburg lebenden Autorin Nuray Çeşme.
Über eine Dating-Plattform lernt die 36-jährige Italienerin Amelia den Frauenheld Marlon kennen. Dieser zeigt sich zunächst von seiner besten Seite.
Aber nachdem er Amelia ins Bett bekommen hat, ist sein Ziel erreicht und er verschwindet, macht sich unerreichbar. Amelia ist am Boden zerstört, kann Marlon einfach nicht vergessen und beginnt Marlon zu stalken.
Die Handlung wird im Wechsel aus der Perspektive von Amelia, Marlon und Lukas – Marlons besten Freund – beschrieben. Dieser Wechsel sorgt für Spannung und verschafft dem Leser einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt der verschiedenen Persönlichkeiten, der für mich gerne noch ein wenig tiefgreifender hätte sein dürfen. Neben der Gegenwartshandlung erfährt man auch einiges aus der Vergangenheit und der Familiengeschichte Charaktere, wodurch das Verhalten dieser geprägt ist und nachvollziehbar wird. Die Emotionen und auch das krankhafte Verhalten von Amelia werden authentisch beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach und angenehm zu lesen. Lediglich ein paar Wortwiederholungen habe ich als ein wenig unnötig empfunden.
Mit den Themen Online-Dating, Gosthing und Stalking hat die Autorin aktuelle Themen aufgegriffen und diese in einer Handlung gelungen zusammengebracht. Trotz der bereits genannten Unstimmigkeiten hat mich das Buch gefesselt, da es flüssig geschrieben ist, Spannung aufbaut und die Protagonisten interessant sind.
Rezensionen von yellowdog:
Stimmungsvolle Fotos
Elfie Semotan von Nuray Çeşme
Elfie Semotan, die österreichische Fotografin (die auch in New York lebt) legt den Blick auf Details und zeigt in schwarzweißaufnahmen Ausschnitte aus einem großen Ganzen.
Die Fotografin war früher selbst Modell und weiß ihre Modells einzusetzen. Da sind zahlreiche eindrucksvolle und stimmungsvolle Fotos dabei und wieder dominiert der Blick auf Details.
Die Mimik der Modells ist teilweise außergewöhnlich. Streckenweise kommen Masken zum Einsatz.
Schließlich folgen auch auffällige Farbfotos. Dabei ist der Abschnitt Wanted motivisch etwas besonderes.
Erwartungen werden nicht erfüllt sondern gebrochen. Heraus kommt etwas überraschendes und das macht die Fotos zu großer Kunst.
Die Texte sind deutsch- und englischsprachig gehalten.
Auffällig die Lyrik von Rosa Pock, die an einer Stelle auftaucht.
Es gibt auch Fotos von Prominenten wie Benicio del Toro oder Willem Dafoe sowie Selbstportraits.
Ein reichhaltiges Buch, bei dem man aus dem Betrachten nicht einen Moment herauskommt, soviel gibt es zu bestaunen.
Rezensionen von yesterday:
Es schließt sich nur ein halber Kreis
Die Frau aus Oslo von Dahl Kjell Ola
Der Großteil der Handlung dieses Skandinavien-Krimis, die vor allem in Oslo und Stockholm angesiedelt ist, spielt um 1942 und 1967. Wir begleiten mehrere Hauptpersonen in diesen Jahren, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Ester, engagierte Widerstandskämpferin und Jüdin, flieht nach Schweden und verliert ihre Familie an die Nazis.
Sie hilft weiterhin Flüchtenden und spioniert gegen Deutschland.
Zur selben Zeit geschieht ein Mord, Esters beste Freundin stirbt. 1942 haben nicht viele Personen Interesse daran, die Tat aufzuklären und so schleppt sie diesen Schatten immer noch mit sich herum, als sie 25 Jahre später wieder in einem freien und sicheren Oslo lebt. Auch unter ihren ehemaligen Mitstreitern gibt es noch welche, die die alten Zeiten nicht ruhen lassen können.
Die spannende und gut aufgebaute Idee des Romans (er zieht sich gewissermaßen bis 2015!) verläuft leider, je länger das Buch dauert, immer mehr in Ungenauigkeiten, offenen Fragen und zu vielen Andeutungen. Dieser “nebulöse” Stil passt noch zu Beginn des Krimis, aber über die Dauer der vielen Belauerungen, Geheimnisse und Lügen hätte man sich doch mehr Greifbares gewünscht. Ja, zwei große “Haupträtsel” werden erklärt, das eine besser, das andere schlechter.
Dennoch hat man das Gefühl, dass den mit Fingerspitzengefühl aufgebauten Charakteren plötzlich nicht mehr die Ehre zu Teil wird, die man erwartet hätte. Es bleibt auf der einen Seite viel Interpretationsspielraum (wobei nicht ersichtlich ist, warum eigentlich) und andererseits fehlen in den aufgeklärten Teilen der Geschichte wichtige Erläuterungen.
Unter diesen Aspekten, ist der Kreis, der sich am Ende schließen soll, bestenfalls ein halber.
Rezensionen von LEXI:
Der Sommer in Camp Moshe
Die Frau aus Oslo von Dahl Kjell Ola
Die neunundzwanzigjährige Grace Stone wird als Rettungsschwimmerin und Schwimmlehrerin in Camp Moshe engagiert. Das christliche Jugendcamp stand bislang unter der Leitung ihres Onkels Carl. Da dieser vorzeitig in den Ruhestand getretenen ist, fungiert nun der attraktive Malachi „Kye“ Campton als Interimsleiter.
Kye durfte bereits wertvolle Erfahrungen durch die Sanierung diverser Betriebe sammeln. Seine Pläne für das Camp stoßen bei Grace jedoch auf heftigen Widerstand, der Grund dafür ist ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit der unkomplizierten und temperamentvollen jungen Frau. Als Malachis Arbeit vermehrt sabotiert wird und dies mit einer Gefährdung des Teams, aber auch der Kinder des Camps einhergeht, versuchen Grace und Malachi, jener Person auf die Schliche zu kommen, die eine Schließung des Camps mit unterbitterlicher Hartnäckigkeit erzwingen möchte.
Im vorliegenden Roman erzählt die mir bislang unbekannte Autorin die Geschichte eines christlichen Jugendcamps, das aufgrund einer finanziellen Schieflage kurz vor der Schließung steht. In flüssigem und einnehmendem Schreibstil berichtet Stacey Weeks von den Versuchen ihrer beiden Protagonisten, das Camp zu sanieren. Hierbei bringt sie nicht nur die Vergangenheitsbewältigung ihrer weiblichen Hauptfigur, sondern auch einige christliche Botschaften ins Buch ein. Durch den bis zum letzten Abschnitt des Buches unbekannten Saboteur entsteht ein gewisser Spannungsbogen, der mit einem kurzen, aber aufregenden Finale endet. Graces Familiengeschichte wird durch Rückblenden in die Vergangenheit neu aufgerollt, auch das tragische Unglück, welches ihr gesamtes Erwachsenenleben überschattete, kommt zur Sprache. Schuld und Vergebung sind gewichtige Themen dieses Buches, durch die starke Anziehungskraft zwischen Grace und Malachi ist auch für eine Prise Romantik gesorgt.
Ich empfand dieses Buch als locker-leichten Wohlfühlroman mit christlichen Elementen, auf die jedoch eher dezent eingegangen wird. Bei der Charakterzeichnung der Personen vermisste ich den Fokus auf die Nebenfiguren der Handlung, die für meinen Geschmack ein wenig zu blass und oberflächlich ausgearbeitet wurden. Gerne hätte ich mehr über Graces Onkel Carl und Malachis Mutter Tamera Campton erfahren, auch Graham, Ann und Jeremy Douglas blieben mir ein wenig fremd. Obgleich ich die Lektüre genossen und die Protagonisten gerne während ihrer abenteuerlichen Zeit im Camp begleitet habe, hatte ich mir ein klein wenig mehr von diesem Roman – speziell von den einzelnen Charakteren und deren Interaktionen - erwartet.
Rezensionen von LEXI:
Tu, was richtig ist!
Tödliche Nebenwirkung von Rachel Dylan
„Ich bin Klägeranwältin geworden, damit ich Menschen helfen und für diejenigen eintreten kann, die selbst keine Stimme haben.“ (Kate Sullivan)
Als nach der Einnahme eines neu zugelassenen Medikaments namens Celix vermehrt lebensbedrohliche Nebenwirkungen in Form von Hirntumoren auftreten und Menschen dadurch sterben, steht das Pharmaunternehmen Mason Pharmaceutical Corporation einer Sammelklage gegenüber.
Der brillanten Anwältin Kate Sullivan aus Atlanta wird die Leitung des Prozessausschusses übertragen, sie steht damit vor dem bislang schwersten Fall ihrer Karriere. Kates Berufung ist es, jenen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können, und für diejenigen zu kämpfen, denen Unrecht getan wurde. Der empathischen und ehrlichen jungen Frau geht es in erster Linie um Gerechtigkeit für ihre Klienten. Kate arbeitet hart, sie hat darüber hinaus auch den Ruf, niemals aufzugeben. Als ihr brisante Informationen zu diesem Pharmakonzern zugetragen werden, beauftragt sie den Privatdetektiv Landon James, der durch seine Zeit beim Militär und seine Erfahrungen als ehemaliger Ranger bestens für diesen Job qualifiziert scheint. Im Zuge ihrer Recherchen entwickelt sich aus der anfänglichen Sympathie eine enge Freundschaft zwischen Kate und Landon, und ihre Gefühle gehen bald sogar darüber hinaus. Kate ahnt jedoch nicht, dass sie mit ihrer unerbittlichen Hartnäckigkeit nicht nur ihre Informanten, sondern auch sich selbst in Lebensgefahr bringt. Denn Mason Pharmaceutical Corporation möchte um jeden Preis verhindern, dass ihre Machenschaften ans Licht kommen.
Rachel Dylan befasst sich in dieser aktuellen Neuerscheinung mit einem gewissenlos agierenden Pharmakonzern und den kriminellen Aktivitäten, die mit der Gier nach Macht und Geld einhergehen. In diesem hoch spannenden Roman werden dem Leser gleich zu Beginn die Fakten und damit verbunden ein Verständnis für den Inhalt dieser Sammelklage gegen Mason Pharmaceutical Corporation vermittelt. In Kate Sullivan schickt die Autorin eine ehrgeizige und unabhängige Anwältin ins Rennen, die sich durch ein großes Herz und moralischen Skrupel auszeichnet. Kates tiefer und unerschütterlicher Glaube verleiht ihr Kraft, ihr liegt in erster Linie der Mensch am Herzen. In Landon James wird Kate ein sehr attraktiver Mann Ende dreißig zur Seite gestellt, der nicht nur für die Ermittlungen, sondern auch für ihren persönlichen Schutz verantwortlich ist. Die hervorragende Charakterzeichnung erstreckt sich nicht nur auf die beiden Protagonisten, sondern auch auf die Nebenfiguren dieses Buches. Sowohl den Freunden, als auch den Arbeitskollegen von Kate und Landon sowie den gegnerischen Anwälten wird große Aufmerksamkeit zuteil. Die Figuren wirken allesamt lebendig und weisen hohe Authentizität auf, ihre Handlungen sind ebenso nachvollziehbar wie ihre Gedanken und Gefühle. Die dunkle Seite wird durch den Geschäftsführer, den Leiter der Sicherheitsabteilung sowie dem Betriebsleiter von Mason Pharmaceutical Corporation dargestellt, ihre Aktivitäten sorgen dafür, dass der Spannungsbogen dieses Buches konstant hoch bleibt. Rachel Dylan erlaubt einen kleinen Einblick in die Welt der Anwälte und widmet sich zudem auch der Vergangenheitsbewältigung ihrer Protagonisten, sowie den gewichtigen Themen Schuld und Vergebung.
Fazit: „Tödliche Nebenwirkungen“ hat mir spannende Lesestunden bereitet, mich sehr gut unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen. Ich kann diesen Roman aus der Feder dieser christlichen Autorin uneingeschränkt weiterempfehlen und freue mich bereits jetzt auf weitere Bücher von Rachel Dylan!
Rezensionen von LEXI:
Ein Äskulapstab im umgekehrten Dreieck – das Abenteuer unseres Lebens
Das Haus des Dämmerlichts von Barbara Dribbusch
„Die Organisation Äskulap informiert Angehörige von Patienten, wenn diesen die Vernichtung droht, entweder durch den Abtransport oder durch eine tödlich wirkende sogenannte Behandlung. Die Verwandten holen die Patienten dann meist vorher ab. Äskulap hat in Krankenhäusern, Heimen und Forschungseinrichtungen Leute, die Informationen weitergeben.
Manchmal schützt Äskulap auch direkt bedrohte Menschen.“
Um den Tod ihres Zwillingsbruders an der Front in Russland zu verarbeiten wird die Tochter des Rüstungsfabrikanten Max Rotstetter im Jänner 1943 in das österreichische Sanatorium Schattwald geschickt. Die Begegnung der empfindsamen jungen Frau mit den Ärzten und Patienten in Schattwald verändern Charlotte Rotstetters Leben.
Viele Jahrzehnte später ereilt Anne Südhausen die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter Charlotte. Die in Scheidung lebende Karrierefrau reist daraufhin nach Innsbruck, um die Beerdigung der zweiundneunzigjährigen alten Dame zu organisieren und den Nachlass zu regeln. Oma Charlotte hat Anne nicht nur das Haus in Innsbruck sowie ihren kleinen, schlappohrigen Hund namens Leo hinterlassen, sondern auch einige Aufzeichnungen aus den Vierzigerjahren, die sich als Charlottes Tagebücher entpuppen. Fasziniert taucht Anne in die Vergangenheit ein und erfährt von einer bewegten Zeit im Leben ihrer Großmutter. Doch auch andere Personen zeigen auffälliges Interesse an diesen alten, eng beschriebenen Kladden, und Anne beschleicht das Gefühl, dass Fremde sich in ihrer Abwesenheit Zutritt ins Haus verschaffen.
Dieser Roman aus der Feder von Barbara Dribbusch schildert die Erlebnisse einer mutigen jungen Frau „in einem Sanatorium in den verschneiten Bergen, mit einem Hausmeister namens Luzifer, einem Chefarzt im Pelerinenmantel, einer stummen Pianistin und einem Grammofon, aus dem in sternenklarer Bergnacht die Andrew Sisters erklangen.“ In einem einnehmenden Schreibstil, verbunden mit einem gewissen Spannungsbogen, macht die Autorin die angeordneten Gnadentode des Adolf Hitler, die sogenannten „Krankenmorde“ zum zentralen Thema ihres Buches. Sie beschreibt den systematischen Mord an geistig Behinderten und chronisch psychisch Erkrankten und erzählt von Menschen, die sich im Widerstand gegen das Naziregime organisieren und sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um so vielen Patienten wie möglich zu helfen.
Barbara Dribbusch präsentiert ihre Geschichte in zwei verschiedenen Handlungssträngen. Während in der Gegenwart, im Dezember des Jahres 2014, Charlottes Enkelin Anne zur Beerdigung nach Innsbruck reist, umfassen die Rückblenden in die Vergangenheit jene Ereignisse des Jahres 1943, als die junge Charlotte Rotstetter in Schattwald eintraf. Die handelnden Figuren dieses Buches empfand ich als sehr gut charakterisiert und überzeugend dargestellt. Charlotte und Anne galt zwar die größte Aufmerksamkeit, ihnen wurden jedoch interessante Nebenfiguren zur Seite gestellt, beispielsweise Charlottes Zwillingsbruder Robert, Hausmeister Lukas Waldhofer und Dr. Carl Amberg. Der böse Antagonist wird durch den Obergutachter bei der Euthanasie-Aktion T4 unter Adolf Hitler, Prof. Dr. Hermann Josef Kettenbach, verkörpert. Für latente Bedrohung sorgt der unheimliche Assistenzarzt Josef Stühling, während in der Gegenwart der Neurobiologe Siegfried Rattler sowie der Medizinhistoriker Hendrik van Dijk eine wichtige Rolle für Anne Südhausen spielen.
„Das Haus des Dämmerlichts“ war ein faszinierender, aber auch nachdenklich stimmender Roman, der mir ausgezeichnet gefallen hat und den ich sehr gerne weiterempfehle.








