Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Von A nach E
Heimelig von Blanca Imboden
Die kurze Geschichte über Nelly hat mich angelacht - ich habe bereits einige Altersheimromane gelesen (zum Beispiel die schwedische dreiteilige Rotwein-für-drei-alte-Frauen-Serie von Minna Lindgren, die irisch-französische Version von Judy Leigh oder etwas weiter gespannt der deutsche Mauersegler von Christoph Poschenrieder) und war auf die Schweizer Variante gespannt.
Schnell war ich in der Geschichte drin und konnte die Abneigung gegen das Altersheimessen und gegen weitere dortige Gepflogenheiten, die leider Gottes oft real sind, absolut nachvollziehen.
Ich konnte Nellys Entschluss - nicht in Trudis Einlegerwohnung zu leben - total verstehen, nicht aber, dass sie freiwillig ins Altersheim zieht. Für das Heim ist sie doch noch zu jung und vor allem zu zwäg beieinander. Aber ich verstehe, es brauchte dies für den Plot, zudem beruht die Hintergrundgeschichte auf Erlebnisse von Frau Imbodens Mutter.
Der Plot ist witzig, wie auch der Schreibstil von Bianca Imboden. All die Reisen und Begegnungen, die sie Nelly zukommen lässt, sind charmant und mit viel Humor wiedergegeben. Wer kann sich schon vorstellen, in zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren auf einmal gerne und absolut freiwillig Putzlappen zusammen zu legen?
Trotz viel Amüsement gehen aber auch die lebenswichtigen, ernsten Fragen nicht vergessen: Liebe im Alter? Demenz? Sterbehilfe? Wie mit der unliebsamen Verwandtschaft umgehen?
Wie Nelly haben mir die Szenen beim Essen im Altersheim fast am Besten gefallen, natürlich mal abgesehen vom Ende des Romans. Ihre Gspännli wurden gut dargestellt, die Nörgeltante hatte ihre Auftritte genauso wie der durch Zeitungen und Radio bestens informierte Mann und und und...
Fazit: Eine heimelige und lässige kleine Tour de Suisse - lasst euch überraschen.
4 Punkte.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Der rote Briefkasten ist zurück
Mörder unbekannt verzogen von Thomas Chatwin
Im zweiten Band der Serie um Briefträgerin Daphne Penrose, die im hübschen Fowey in Cornwall angesiedelt ist, bekommt David Goodall eine komische Nachricht von der Dorflehrerin Florence Bligh - er solle sie an einem bestimmten Steg abholen und Doktor Finch warnen. David ist beunruhigt und nimmt deswegen Hafenmeister Francis Penrose mit.
Leider kommen sie zu spät, Florence ist tot.
Etwa zeitgleich wird Daphne von einem Mountainbikefahrer böswillig angerempelt, und später wird auch Doktor Finch tot aufgefunden. Kommt dazu, dass sich Daphnes Freundin Linda sehr komisch verhält. Ist das nur Zufall oder hängen die Vorfalle alle irgendwie zusammen?
Wer der den ersten Band gelesen hat, weiss, dass DCI James Vincent andere Vorlieben hat, anstatt richtig und ausgiebig zu ermitteln. Wie gut, dass die Penroses gut in Fowey vernetzt sind und so viel mehr erfahren als Vincent, und sich auch nicht mit dem erstbesten möglichen Täter zufrieden geben. Ich mag das Ermittlerpaar, die durch ihre Berufe in der Gegend gut bekannt sind und von allen geschätzt werden.
Ich mochte schon den ersten Band und bin auch schnell dem zweiten Teil verfallen. Viele Geheimnisse werden enthüllt, der Autor Thomas Chatwin macht es spannend. Dann lässt er uns Leser noch mit einem witzigen Cliffhanger schadenfreudig zurück - wer sich da nicht auf Band 3 freut, dem ist nicht zu helfen.
Am Ende des Buches hat Thomas Chatwin einige Ausflugsorte in Cornwall aufgelistet. "Mörder unbekannt verzogen" gehört deshalb wie auch der erste Band unbedingt in den Koffer bei einer Cornwall-Reise.
Fazit: Gelungene unterhaltende und humorvolle Krimi-Unterhaltung.
4 Punkte.
Rezensionen von nil_liest:
Schaf gehabt!
Die Tage mit Bumerang von Nina Sahm
Annu, die Protagonistin dieses tollen Romans kann in der Tat von Glück sprechen, dass ihr das Schaf Bumerang zugelaufen ist.
Dieses Buch erzählt einem wie heilend die Wirkungen eines Tiers auf die eigene Seele sein kann.
Die schon erwähnte Protagonistin lebt in einem abgeschiedenen Dorf genau wie ihr bester Freund Lars aus Kindertagen.
Das Leben hat ihr erst kürzlich übel mitgespielt und nun passiert auch noch ein Unfall an dem sie die Schuld trägt. Sie igelt sich ein und entzieht sich der Welt. Bis eben dieses stoische Schaf im Garten steht.
Viel der Handlung ist schon erwähnt, aber die entscheidenden Details verrate ich natürlich nicht.
Und wenn macht es bei diesem großartigen Roman auch nichts. Denn der neue Roman von Nina Sahm „Die Tage mit Bumerang“ ist einfach lesenswert durch die skurrilen Charaktere, die ich schrecklich vermisse seid das Buch leider zu Ende ist.
Es macht auch nichts viel über die Handlung zu wissen, denn der Roman lebt von den ausgefeilten Beziehungen, die einfach Spaß bringen zu lesen, obwohl das Geschehen schwer im Magen liegt. Und mein persönliches Highlight waren die vielen Dialoge, die dem Buch eine Page-Turner Dynamik gibt!
Zugegeben zu Beginn dachte ich..mhhhh, ein Buch wo ein Schaf auf dem Lande die zentrale Rolle spielt?... mhhhh, ich weiß ja nicht...Und ich bin soooooo froh es gelesen zu haben! Dadurch habe ich Nina Sahm für mich entdeckt. Ihre Vorgängerromane liegen nun alle auf meinem SUB.
Fazit: Ein federleichter Roman, obwohl sein Inhalt erdrückend sein könnte!
Rezensionen von LEXI:
Jabando – mit diesem Spiel gelangst du in eine andere Welt.
Die Tage mit Bumerang von Nina Sahm
Jabando – mit diesem Spiel gelangst du in eine andere Welt.
Als die Brüder Tom und Jojo auf dem Spielplatz ihrem Freund Hannes aufgeregt das Nintendo-Spiel zeigen und ihm von Jabando erzählen, belauscht ein Teenager namens Julius das Gespräch. Kurzerhand schnappt er sich das Nintendo und startet zuhause das Spiel.
Doch ist es wirklich nur ein Spiel? Julius wird in eine völlig andere Welt katapultiert, er lernt einen Mann namens Josua und die orientalische Gastfreundschaft kennen und darf die zehn Gebote auf anschauliche und abenteuerliche Art und Weise erleben. Bibelgeschichte in Reinkultur – und ein Vierzehnjähriger aus der heutigen Zeit befindet sich mittendrin. Doch schon bald naht der Zeitpunkt, wo der Junge sich entscheiden muss – für ein Leben mit, oder ohne Jesus.
Auch im dritten Band der aufregenden Jabando-Reihe lädt Annette Spratte ihre jugendlichen Leser zu einem unglaublichen Abenteuer in die Welt der Bibel ein. Diesmal sind jedoch nicht Tom und Jojo die Hauptfiguren, sondern der vierzehnjährige Julius. Der Teenager hat familiäre Probleme, gerät stets mit seiner Mutter aneinander, ist aufmüpfig und verkehrt in den falschen Kreisen. Eine wichtige Nebenfigur ist erneut der schrullige Herr Munkel, der mittlerweile zu einem wohlmeinenden und guten Freund von Tom und Jojo geworden ist. Der alte Mann ist ein ausgezeichneter Zuhörer, gibt kluge Ratschläge und animiert die Kinder dazu, sich mit der Bibel zu beschäftigen: „Wenn du Gott kennenlernen willst, lies die Bibel!“
Der einnehmende Schreibstil der Autorin und die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Das Buch punktet mit einem lesefreundlichen Großdruck und einem großzügigen Zeilenabstand, Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Daniel Fernández stellen Julius‘ Abenteuer in der Welt des Jabando bildlich dar. Die Freiheit eines jeden Menschen, sich für oder gegen ein Leben mit Jesus zu entscheiden, spiegelt sich auch in der Umsetzung dieser Romanidee wider. Der Leser darf wählen, welchen Ausgang diese Geschichte nehmen soll. Er entscheidet, ob er das Ende über Julius Leben nach der Entscheidung FÜR, oder aber jenes nach der Entscheidung GEGEN Jesus lesen möchte. Im Anhang dieses Buches präsentiert die Autorin mit „Jabandos Themenschatz“ wichtige Gedanken, Fragen und Anregungen, die sich jeweils auf einen Text aus diesem Buch beziehen.
Fazit: „Jabando – Das nächste Level zählt“ ist ein faszinierendes Abenteuer für Kinder und Jugendliche, enthält Geschichten über höchst interessante Bibelstellen und vermittelt vor allen Dingen christliche Werte. Es eignet sich perfekt zum Lesen, zur Reflektion, aber auch als Einstieg für wichtige Gespräche über den Glauben. Ein ausgezeichnetes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle!
Rezensionen von manu63:
Annie am Scheideweg
Bad Billionaire von Stefanie London
Bad Billionaire ist der dritte Band der Bad Bachelor Reihe der Autorin Stefanie London. In diesem Band geht es um Annie, die vor drei Jahren von Joseph verlassen wurde, da ihm damals seine Karriere wichtiger war als Annie. Nachdem Annie ihn auf Fotos zusammen mit einer anderen Frau zeigt, die den Hochzeitsring trägt der eigentlich ihrer sein sollte, erstellt sie die Bad Bachelor App.
Nun ist Joseph zurück und erkennt das er eigentlich immer nur Annie wollte und versucht sie zurück zu bekommen, als Annie wegen Bad Bachelor seine Hilfe benötigt weist er ihr Ansinnen nicht zurück und Annie steht nach kurzer Zeit vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.
Der Schreibstil ist leicht und schnörkellos und die Geschichte fliegt nur so dahin. Die Charaktere kommen durch ihre Gedankenwelt zu Wort und als Leserin kann man an allen Überlegungen von Joseph und Annie teilhaben. Das eröffnet eine neue Sichtweise auf Annie und ihr Verhalten in den Vorbänden, da war sie mir eher unsympathisch. Das ändert sich jedoch durch den Einblick in ihre und Josephs Geschichte. Die Autorin schafft es sehr gut Annies Sorgen und Bedenken auszudrücken und auch Joseph bekommt gute Konturen. Die Nebencharaktere passen sich gut ins Gesamtbild ein und explizite Szenen sind nur wenige vorhanden.
Für mich ist Bad Billionaire der beste Teil der Reihe, die man auch einzeln lesen kann, wobei ich für den vollen Lesegenuss die Bände der Reihe nach lesen würde.
Rezensionen von Castilleja:
Monarchfalter
Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong
"'Denk dran', hast du jeden Morgen gesagt [...] 'fall nicht auf. Du bist schon vietnamesisch.'" (Seite 237)
Dieses Zitat kurz vor Ende des Buches fand ich sehr bezeichnend. Der Ich-Erzähler schreibt einen Brief an seine vietnamesische Mutter, die jedoch nicht lesen kann und darum diesen Brief/dieses Buch wohl seiner Meinung nach nie lesen wird.
Es ist an seine Mutter gerichtet, sie wird immer direkt angesprochen, doch es ist so viel mehr. Aufgeteilt in drei Teile, die sich mit wichtigen Lebensabschnitten des Ich-Erzählers beschäftigen, auch wenn die Erzählweise nicht chronologisch ist und es immer wieder Rücksprünge in die Kindheit gibt, so handeln die Abschnitte doch von jeweils einem Lebensabschnitt. Es ist nicht nur ein Brief an die Mutter, die Geschichte eines vietnamesischen Jungen, der in den USA aufwächst, sondern auch die Geschichte einer großen Liebe, die Geschichte von Rückschlägen, Krankheit, Drogen, schlecht bezahlter Arbeit, die Geschichte eines Schriftstellers, dessen Mutter nicht lesen kann und so viel mehr. Erzählt in einem wunderbaren Schreibstil, der sich im Laufe des Buches quasi weiterentwickelt, kryptischer, abgehackter wird. Die Reise der Monarchfalter spielt am Ende eine große Rolle und wird am Ende wieder aufgegriffen.
Zum Abschluss noch ein Zitat, das das Buch gut beschreibt:
"Ich erzähle dir weniger eine Geschichte als ein Schiffswrack - die Teile dahintreibend, endlich lesbar," (S. 207)
Rezensionen von Castilleja:
Ein Schatz
Verrückt nach Karten Geniale Geschichten von fantastischen Ländern von Ocean Vuong
Ich liebe Karten in Büchern und somit war ich schon sehr gespannt auf dieses Werk. Hier findet man eine große Bandbreite an unterschiedlichen Karten - ob es sich nun zum Beispiel um die Karte des Londoner Zoos, oder aber für einen Tim und Struppi Comic oder aber eben Karten aus Büchern wie zum Beispiel das Cover eines Jules Verne Romans aus seinen voyages extraordinaires, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Allein wegen der Karten ist dieses Buch ein wahres Kleinod, aber auch die begleitenden Texte von diversen Autoren fand ich meist sehr erhellend. So beschreibt ganz zu Anfang Philip Pullman die Entstehung einer Karte zu einem seiner Bücher. Da es den Kleinstaat nicht gibt, musste die Karte erschaffen werden. Eine besondere Herausforderung war sicherlich die Karte des Herumtreibers aus Harry Potter, da diese sich ja ständig verändert. Im Buch ist der erste Entwurf abgebildet. Ich habe hier viel über Karten, aber auch über Bücher gelernt und weiß von nun ab Karten in Büchern noch mehr zu schätzen, denn sie machen mehr Arbeit als auf den ersten Blick gedacht und unterstützen unsere Fantasie beim Lesen auf ganz unglaubliche Weise. Ein Buch, das ich sicherlich immer wieder hervorholen werde, um etwas nachzulesen, oder aber mich in den diversen Karten zu "verlieren".
Rezensionen von Castilleja:
Barudi
Die geheime Mission des Kardinals von Rafik Schami
Ich war schon sehr gespannt auf den neuesten Roman von Rafik Schami und entsprechend hoch war da natürlich meine Erwartungshaltung.
Syrien, 2010, der schreckliche Bürgerkrieg hat noch nicht begonnen, doch die Anzeichen für den Konflikt mehren sich. Kommissar Barudi steht kurz vor seiner Pensionierung und erhält nun seinen vermutlich letzten Fall.
Ein Kardinal wurde ermordet und in Olivenöl an die italienische - nicht an die vatikanische - Botschaft geliefert. Es gibt so einige Unstimmigkeiten. Der Kardinal war auf dem Weg zu einem Wunderheiler und wurde dann nicht mehr gesehen. Barudi erhält Unterstützung von einem italienischen Kollegen. Mancini ist ein großer Kenner des Orients und hat auch schon in Syrien gelebt und spricht fließend arabisch. Die beiden schließen von jetzt auf gleich Freundschaft - und das, obwohl Barudi sonst so zurückhaltend ist. Dann verliebt er sich auch noch von einem Moment auf den anderen. Diese beiden Aspekte haben mich doch gestört. Was mir gefiel, waren die Beschreibungen des Alltagslebens und der Esskultur sowie die politischen Verstrickungen. Allerdings bin ich insgesamt enttäsucht, da das Buch hinter meinen Erwartungen zurück blieb, auch sprachlich fand ich es dieses Mal nicht so überragend wie sonst.
Rezensionen von C. P.:
Mysteriöse Serienmorde im Baskenland
Die Stille des Todes von Eva Garcia Saenz
Der Fund von zwei Toten weckt böse Erinnerungen in Inspector Unai López de Ayala. Die Opfer, Mann und Frau, liegen nackt in einer liebevollen Umarmung inmiten einer Kirche im spanischen Vitoria. Bereits vor 20 Jahren arrangierte ein Serienmörder seine Opfer auf genau dieselbe Art. Doch für diese Taten sitzt der Archäologe Tasio de Ortiz seit bereits 20 Jahren im Gefängnis und erwartet erst in Kürze seinen ersten Freigang.
Ist ein Nachahmungstäter am Werk? Zieht Tasio aus dem Gefängnis heraus die Fäden? Oder war damals vielleicht jemand anderes der Täter, wie der Verurteilte seit 20 Jahren behauptet? Etwa sein Zwillingsbruder? Während die Ermittler noch im Dunkeln tappen, wird die Mordserie nach altem Schema fortgeführt…
Mit „Die Stille des Todes“ startet die Trilogie um den spanischen Ermittler Ayala, genannt „Kraken“. Bereits den Beginn fand ich schon sehr interessant: Inspector Ayala hat eine Kugel im Kopf und erzählt anschließend rückblickend, wie es dazu kam. Normalerweise bin ich bei Romanen aus der Ich-Perspektive skeptisch, oftmals sind mir diese zu subjektiv oder enthalten viele langweilige Gedankengänge. Durch den taktischen Kniff, alles rückblickend zu erzählen, kann der Inspector allerdings Unwichtiges auslassen und verschont den Leser mit irrelevanten Gedankenkarussells.
Inhaltlich ist der Fall recht anspruchsvoll, Inspector Ayala und seine Kollegin Inspectora Estíbaliz Ruiz de Gauna ermitteln in viele Richtungen, tragen nach und nach Fakten zusammen – aber der entscheidende Hinweis offenbart sich erst ziemlich spät. Zudem bietet der damalige Verurteilte seine Hilfe bei der Suche nach dem Täter an. Da weiß man auch nicht, ob es ein Trick ist, seine Weste reinzuwaschen, oder ob im Gegenzug jemand ihm oder seinem Zwillingsbruder die Morde unterschieben will. Zusätzliche Rückblicke in die 1970er Jahre erzählen ergänzend von der Vergangenheit der Mutter der Zwillinge, welche sich nach und nach in das Gesamtbild einfügt und Hinweise auf den wahren Täter der Mordserie liefert.
Die Spannung des Thrillers hält bis zum Ende an und geht über den Punkt des Kopfschusses auf den Inspector hinaus. Der Lokalkolorit ist wunderbar in die Handlung eingewoben mit diversen historischen Bauten, Volksfesten und Spezialitäten, ebenso das Private der Ermittler, was jedoch nur einen angenehm geringen Anteil im Vergleich zu den Ermittlungen ausmacht.
Mir hat dieser doch recht komplex aufgebaute Thriller sehr gut gefallen, die Folgebände werden hoffentlich ebenso spannend.
Rezensionen von rewareni:
Familiengeheimnisse
Kieloben von Karin Nohr
Inga und ihre Zwillingsbrüder Matthias und Markus, erfahren durch Zufall, dass sie eine Halbschwester haben, die in Norwegen lebt. Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, wo die Geschwister in Berlin und Mette versuchen heraus zu finden, was ihr gemeinsamer Vater Richard Niemann im Krieg erlebt hat und wie es kommen konnte, dass sich ihre Wege nach vielen Jahren nun kreuzen.
,,Kieloben´´ von Karin Nohr ist ein sehr anspruchsvoller und nicht immer leicht zu lesender Roman. Alle ihre Protagonisten kämpfen mit der Vergangenheit und ihren Erinnerungen an ihre Kindheit. Jeder hat die Familie und die einzelnen Mitglieder anders gesehen und auch erlebt. Da bekommt man immer wieder von der Autorin in Email Form geschrieben die Dialoge zu lesen, die die Geschwister Inga, Matthias und Markus führen. Während für Inga ihr Vater ein Held war, der furchtbares im Krieg miterleben musste, war es für Markus ein humorvoller Ausflug in die Vergangenheit, wo er nicht mehr genau wusste, was ihm sein Vater erzählt hat. Für Matthias aber war ihr Vater ein Versager, der Schuld daran war, dass viele Menschen wegen ihm gestorben sind. Bei diesen ,, Gesprächen´´ war viel an Gefühl und an Emotionen zu spüren. Jeder der Geschwister ist auf seine eigene Art und Weise mit den Erlebnissen an früher umgegangen. Da hat man gespürt, dass die Autorin, die Psychologie studiert hat, sich gut in die menschliche Seele hinein versetzen kann. Man wird mit Schuld, Hass und Verzweiflung konfrontiert. Ebenso zeigt sie auch immer wieder in unterschiedlichen Empfindungen das Verhältnis der Geschwister untereinander und auch gegenüber ihren Eltern auf. Gut und interessant beschrieben waren die Kriegserlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg, wo Richard Niemann auf dem Schlachtschiff Tirpitz der Kapitän war. Im Laufe der Geschichte gibt es auch Szenen ,die sich mit dem Segeln beschäftigen, wo die Autorin auch einige Begriffe aus der Segelsprache verwendet, die mir aber leider völlig unbekannt waren.
Es ist ein eigenwilliger Roman, der zwar auf der einen Seite interessant ist, weil es um viele Familiengeheimnisse geht, die nicht wirklich ausgesprochen werden und man als Leser nur ahnen kann, was wirklich passiert ist, aber auf der anderen Seite hat mir dann doch der richtige Zugang zu der Geschichte gefehlt. Der ständige Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hat für mich zu viel Unruhe hereingebracht. Auch wenn es dazwischen kleine humorvolle, bisweilen sogar zynische Gespräche gegeben hat, sind mir die Protagonisten irgendwie unnahbar erschienen und ich konnte keinen richtigen Zugang zu ihnen finden.
Aber ich bin sicher, dass dieser gefühlvolle und tiefgründige Roman seine Leserschaft findet.










