Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PFIFF:
Provencekrimi mit Kulinarik
Versuchung à la Provence von Andreas Heineke
Der Dorfgendarm Pascal Chevrier bekommt Besuch von seiner Tochter und deren Verlobten, einem Gourmetkoch. Das trifft sich gut, weil im Umfeld einer Gourmet-Bruderschaft Verbrechen geschehen, abgetrennte Finger an Köche versschickt werden und ein exklusives Treffen von Mitgliedern der Bruderschaft bevorsteht.
Chevrier ist entsetzt von den Vorfällen und befremdet von den Kochritualen der Confrérie der "Cuisiniers du Feu".
Mit viel Liebe zur Provence, deren Küche und Landschaft schreibt Heineke eine interessante, unterhaltsame Geschichte über die älteste Bruderschaft von Köchen Frankreichs, deren Rezepte und althergebrachten Zubereitungsmethoden.
Rezensionen von KimVi:
Humorvoll, locker und doch manchmal ernsthaft
Love to share - Liebe ist die halbe Miete von Beth O'Leary
Die Beziehung zwischen Tiffy und ihrem Lebensgefährten Justin ist mal wieder beendet. Das war sie schon oft, doch bisher konnte Tiffy jedes Mal in der gemeinsamen Wohnung bleiben, bis die beiden sich wieder versöhnt hatten. Doch dieses Mal ist es anders, Justin fordert tatsächlich, dass Tiffy die Wohnung verlässt.
Nun muss sie schnell eine Unterkunft finden. Doch das ist in London gar nicht so einfach, denn mit ihrem niedrigen Gehalt gibt es einfach nichts Passendes. Da Justin immer stärker auf den Auszug drängt, lässt sich Tiffy auf eine ungewöhnliche WG ein. Sie teilt sich eine Einzimmerwohnung mit Leon und nicht nur die Wohnung, sondern auch das Bett. Der Plan ist, dass sich die beiden niemals treffen werden, da Tiffy tagsüber arbeitet und Leon nur nachts. Die Uhrzeiten sind genau festgelegt, in denen sie sich in der Wohnung aufhalten dürfen. Darauf achtet Leons Freundin Kay genau. Doch das Leben und die Liebe halten sich gewöhnlich nicht an Regeln....
Das Geschehen wird abwechselnd aus der Sicht von Tiffy und Leon geschildert. Man ist sich allerdings stets bewusst, wessen Sicht der Dinge man gerade liest. Das liegt nicht nur daran, dass die Kapitel mit dem Namen des Protagonisten, der gerade erzählt, gekennzeichnet sind, sondern an den unterschiedlichen Stilen. Denn Tiffy und Leon sind grundverschieden. Tiffy ist ziemlich offen, berichtet ausführlich, hat einen ausgefallenen Kleidungsstil und verbreitet gelegentlich Chaos um sich. Leon wirkt dagegen still und eher wortkarg. Und diese Unterschiede spiegeln sich auch in den jeweiligen Kapiteln wider.
Beide Protagonisten sind sehr sympathisch. Deshalb macht es von Anfang an großen Spaß, die beiden zu beobachten. Obwohl sie sich die Wohnung und das Bett teilen, sehen sie sich über Monate nicht. Sie tauschen sich über Post-it's aus. Auch diese zeichnen sich durch den jeweiligen Stil des Verfassers aus. Das lässt sowohl die Charaktere, als auch die Handlung sehr authentisch wirken. Der Schreibstil ist locker und unheimlich leicht zu lesen. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Es gibt unheimlich viele Situationen, in denen man ganz unverhofft schmunzeln muss. Doch die Geschichte überrascht auch durch unerwarteten Tiefgang. Das macht diesen Liebesroman noch lesenswerter. In diesem Genre ahnt man ja meist recht früh, wie alles enden wird. Doch bei dieser Geschichte ist lange Zeit nicht klar, welche Wendungen die Nebenhandlungen nehmen werden und deshalb ist das Ende nicht so vorhersehbar.
Normalerweise mache ich einen weiten Bogen um Liebesromane, da die Geschichten mir meist zu vorhersehbar, rosarot und zuckersüß sind. Bei diesem Exemplar hat mich allerdings der Plot der außergewöhnlichen WG und die Kommunikation über die Post-it's gereizt. Ich wurde auch nicht enttäuscht, da ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten habe. Es gab einige humorvolle Szenen, aber auch welche mit überraschendem Tiefgang. Mir hat dieser lockere, witzige, zuweilen aber auch sehr ernsthafte Liebesroman ausgesprochen gut gefallen, sodass ich ihn gerne weiterempfehle.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht vollends überzeugt
Die Tochter des Saphirhändlers von Jefferies Dinah
Die Autorin entführt ihre Leserinnen in die Welt von 1935 nach Sri Lanka, das damals noch Ceylon hieß, und eine britische Kolonie war.
Dem entsprechend finden wir ein Umfeld vor, das heute antiquiert wirkt.
Worum geht’s?
Louisa, die Tochter eines reichen Edelsteinhändlers, lebt mit ihrem Mann Elliot ein ziemlich sorgenloses Leben auf einem Landsitz, umgeben von zahlreichen einheimischen dienstbaren Geistern.
Lediglich ihre Kinderlosigkeit trübt die Ehe.
Die scheinbare Idylle zerplatzt, als Elliot mit einem geliehenen Auto tödlich verunglückt und ein garstiges Doppelleben ans Licht kommt. Nicht nur, dass mehrere Schuldner Elliots ihre Forderungen bei Louisa eintreiben wollen, ist sie mit einem pikanten Detail konfrontiert. Seit mehr als acht Jahren hat Elliot mit der Schwester von Leo, einem benachbarten Plantagenbesitzer, nicht nur ein Verhältnis, sondern auch den ersehnten Sohn, Connor.
Für Louisa bricht eine Welt zusammen. Dazu kommt noch ihre Schwiegermutter Irene, die ihr Vorhaltungen macht. Ganz englische Upper Class, negiert sie Elliots Verhältnis, um jedoch gleichzeitig das Sorgerecht für Connor erstreiten zu wollen, nachdem Connors Mutter verstorben ist.
Meine Meinung:
All diese Vorkommnisse, Verwicklungen und Intrigen könnten Stoff für einen spannenden (historischen) Roman sein. Könnten, den leider zieht sich die Geschichte ohne richtigen Höhepunkt von der ersten bis zur letzten Seite träge in der Schwüle dahin.
Die Handlung erstreckt sich über Monate, ohne dass weltbewegendes passiert. Weder ermittelt die Polizei ordentlich, noch erfährt man, ob der Unfalltod wirklich ein Unfall oder doch Mord oder Selbstmord war. Stellenweise war das Rad fahren im unwegsamen Gelände oder das Baden (ohne Kleidung! Shocking!) im Meer schon das Spannendste.
Dass sich letzten Ende doch mehr oder weniger alles in Wohlgefallen auflöst, grenzt für mich an Kitsch.
Irene nervt ordentlich. Sie weiß alles besser, schikaniert die eigene Tochter Margo (die es ihr mit einem Verhältnis mit einem verheirateten Mann heimzahlt) und natürlich Louisa, der sie es deutlich vorwirft, keine lebenden Kinder bekommen zu haben. Also ich vermute ja eine Rhesusfaktor-Unverträglichkeit, deren Ursache - der Rhesusfaktor bzw. dessen Fehlen, erst 1940 von Karl Landsteiner und Alexander S. Wiener entdeckt werden wird.
Die plötzliche Einsicht, doch nicht als Mutter für Connor geeignet zu sein, fällt sprichwörtlich vom Himmel. Ohne wirkliche Erklärung zur Entscheidungsfindung, stellt Irene Louisa, wieder einmal, vor vollendete Tatsachen.
Der Roman ist weder Fisch noch Fleisch, weder ein Krimi, obwohl durchaus Elemente dieses Genres eingebaut sind, noch eine Familien-Saga oder eine echte Liebesgeschichte. Auch von Land und Leuten erfährt man nicht viel, außer, dass es heiß und schwül ist und der Monsun starke Regenfälle mit sich bringt. Ein bisschen Interesse konnte Leo und seine Zimtplantage wecken. Denn wie Zimt als Zimstange in den Handel kommt, wissen die wenigsten. Ach ja, und Connor wird entführt, aber nur ein bisschen.
Wie man in Österreich so schön sagt: „Von jedem Dorf einen Hund, und nix richtges!“
Aufgrund des Titels hätte ich mir Informationen über Edelsteine, sprich Saphire, die in Ceylon gefunden werden können, erwartet. Leider auch eine Fehlanzeige. Schade eigentlich! Aus diesem Stoff hätte ein spannender Roman werden können.
Einzig ein Zitat gefällt mir so gut, dass ich es hier gerne wiedergebe:
„Wir sehen bei anderen Menschen das, was wir sehen wollen und das, was sie uns sehen lassen.“
Fazit:
Eine langatmige Geschichte um eine betrogene Ehefrau, die sich nach dem (Unfall)Tod ihres Ehemanns mit dessen Doppelleben und seinen Folgen auseinander setzen muss. Leider kann ich hier nur mit Nachsicht 3 Sterne geben.
Rezensionen von LEXI:
Das Abenteuer in der St. Valentins-Kirche
Die 4 vom See - Die verborgene Gruft und das Ende aller Tränen von Alexander Lombardi; Sandra Binder
Das Abenteuer in der St. Valentins-Kirche
„Et absterget Deus omnem lacrimam ab oculis“ – Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Mit dem ersten Band der Reihe um „Die 4 vom See“ verbindet das Autorenduo Alexander Lombardi und Sandra Binder einen spannenden Abenteuerroman für Jugendliche mit einem Ausflug in die Geschichte der Christen in Rom vor 1883 Jahren.
Christliche Werte werden in diesem Buch hochgehalten, der oben genannte Vers aus der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament hat besonders für den Handlungsstrang in der Vergangenheit eine relevante Bedeutung. Das Buch besticht durch einen äußerst einnehmenden Schreibstil und beginnt mit einem regelrechten Schreckensszenario. Dem elfjährigen Benjamin, einziges Kind einer angesehenen jüdischen Familie, gelingt die Flucht aus dem brennenden Jerusalem. Sein Vater vertraut ihm eine goldene Schale von unschätzbarem Wert an, die darüber hinaus ein Symbol für Hoffnung und Rettung darstellt. Sie sicher aufzubewahren und nach Möglichkeit irgendwann wieder einmal in den Tempel zurückzubringen, ist fortan die Lebensaufgabe des Jungen.
Der zweite Handlungsstrang erzählt die Geschichte von drei Freunden und ihren Erlebnissen im Sommer 2018 am Starnberger See in Bayern. Antonia Reichmann, Emma Weiß und Franky Giuliani sind zwölf Jahre alt und nicht nur in der Schule, sondern auch in ihrer Freizeit die allerbesten Freunde. Als Antonias Eltern eine neue Sekretärin in ihrer Jugendherberge „Seeburg“ einstellen, zieht Angelika Rahn mit ihrem zwölfjährigen Sohn Jaron bei Andreas und Gitti Reichmann ein. Antonia steht dem sportlichen blonden Jungen mit den blauen Augen zunächst ablehnend gegenüber, muss jedoch rasch erkennen, dass Jaron eine echte Bereicherung darstellt. „Die 4 vom See“ sind bald eine eingeschworene Gemeinschaft und erleben ungeahnte Abenteuer. Sie beschatten einen vermeintlichen Fahrraddieb, untersuchen das Verschwinden zweier wertvoller Ikonen und entdecken einen Geheimgang mit einer verborgenen Gruft, die weitere Rätsel aufgibt. Aufregung, Spannung und einige Verwicklungen sind vorprogrammiert, und laufende Rückblicke in die Vergangenheit zum Juden Benjamin lassen nach und nach Zusammenhänge erkennen. Den jugendlichen Leser erwartet ein hoch interessantes Abenteuer mit wundervoll ausgearbeiteten Protagonisten und liebenswerten Nebenfiguren, einer großen Portion Spannung sowie einer starken Gewichtung auf den christlichen Glauben.
Das Buch punktet darüber hinaus durch ein farbenfrohes Cover in hochwertiger Aufmachung mit einer Abbildung der vier Freunde und einem lesefreundlichen Großdruck mit großzügigem Zeilenabstand. Die Gedanken der handelnden Figuren werden kursiv dargestellt. Die Inhalte der beiden Handlungsstränge sind durch zwei verschiedene Schriftarten und durch eine individuelle Gestaltung der Kapitelüberschrift besonders übersichtlich dargestellt. Auf diese Weise ist jeder Wechsel zwischen Zeit und Schauplatz bereits vorab klar erkennbar.
Nach einem aufregenden Finale sind die meisten Rätsel gelöst und offene Fragen beantwortet… jedoch nicht alle! Das Buch endet mit einem Cliffhanger und dem Hinweis auf die Fortsetzung dieser spannenden Abenteuergeschichte im zweiten Band dieser Reihe im September 2019. Ich freue mich bereits jetzt darauf. Begeisterte fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von LEXI:
Man muss die Waffe nicht selbst abdrücken, um für einen Mord mitverantwortlich zu sein!
Tödliches Campen. Ostfrieslandkrimi Faber und Waatstedt ermitteln von Elke Nansen
Man muss die Waffe nicht selbst abdrücken, um für einen Mord mitverantwortlich zu sein!
Bereits der Prolog dieses Buches verheißt nichts Gutes. Ein exzellenter Schütze trainiert für einen Mord und gibt sich mit nichts Geringerem als absoluter Perfektion zufrieden. Der einzig mögliche Schuss muss gelingen, um einen Menschen zu töten, und dadurch einen anderen zu retten.
Eine rätselhafte Szene, deren Zusammenhänge erst nach und nach Sinn ergeben.
Während eines Tennisspiels im Zuge einer geschäftlichen Zusammenkunft wird einer der vier Mitspieler erschossen. Bei dem Ermordeten handelt es sich um Timmo Beimes, den einundvierzigjährigen Mitbesitzer des Campingplatzes Dysterhus in der Nähe des Campener Leuchtturms. Der Mann war als herrschsüchtig, selbstherrlich und jähzornig bekannt, seine Gewalttätigkeit bescherte ihm zwangsläufig viele Feinde. Es gab daher in seinem gesamten Umfeld eine Menge Menschen, die dem Choleriker den Tod wünschten und als Täter in Betracht kämen. Ein bereits angebahntes lukratives Geschäft, das sowohl der Familie Beimes, als auch einem Unternehmer, Ortspolitiker sowie einem Rechtsanwalt beträchtliche finanzielle Vorteile verheißt, wird von der Kriminalpolizei Emden unter die Lupe genommen. Unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Richard Faber stürzen sich Kommissarin Rike Waatstedt, Kriminalkommissar Tamme Hehler und der Kriminalpathologe Philipp Schorlau in die Ermittlungen. Die neu hinzugekommenen Kriminalkommissarinnen Laurien Heiligenstadt und Sonja Withuus vervollständigen das Team. Die beiden werden bei ihrem Dienstantritt sogleich mit einem Erpressungsfall betraut, der auf politischer Ebene hohe Dringlichkeit aufweist, jedoch zunächst nichts mit dem Mordfall zu tun hat. Die Aussage der Witwe eines Unfallopfers lässt die Polizei stutzig werden. Ilka Bergemanns Zweifel an einem Autounfall als Todesursache ihres Ehemannes Rolf erweisen sich angesichts der Tatsache, dass dieser erpresst und bedroht wurde, als berechtigt. Die Emdener Kripo hat alle Hände voll zu tun und muss zeitgleich in mehreren Fällen Untersuchungen anstrengen, die – zumindest auf den ersten Blick - nichts miteinander zu tun haben.
Elke Nansen ruft in ihrem aktuellen Ostseekrimi erneut das sympathische Ermittlerteam um Richard Faber auf den Plan. Das Kernteam Faber, Waatstedt, Hehler und Schorlau wird durch zwei neue Ermittlerinnen ergänzt, die frischen Wind ins Kommissariat bringen. Auch wenn zunächst Zusammenhänge fehlen und in alle Richtungen ermittelt wird, führen die Fährten schließlich in eine ganz bestimmte Richtung. Doch nichts ist so, wie es den Anschein hat, und die Lösung dieses komplexen Falles bedarf einiger Anstrengungen. Dass die Kripo Emden im Verlauf ihrer Untersuchungen auch dem Landes- und Bundeskriminalamt in die Quere kommt, sorgt für zusätzliche Turbulenzen. Erschwerend wirkt zudem die Tatsache, dass sehr viele Menschen Grund hatten, das Mordopfer Timmo Beimes zu hassen und ihm den Tod zu wünschen.
Die handelnden Figuren dieses Buches kannte ich zum Teil bereits aus einem der Vorgängerbände Elke Nansens. Richard Faber und Rike Waatstedt wird als Protagonisten die größte Aufmerksamkeit zuteil. Doch auch Philipp Schorlau als snobistisch-arroganter Forensiker und Chef der Pathologie in Oldenburg nimmt viel Raum in dieser Handlung ein. Seine exzellenten Fachkenntnisse und die langjährige Erfahrung sind in diesem speziellen Fall ganz besonders gefragt, doch der gewiefte Experte verzweifelt beinahe an der Untersuchung dieses ihm völlig unerklärlich scheinenden Falles. Die Autorin brachte interessante Nebenfiguren in die Handlung ein, meine ganze Sympathie galt auch diesmal wieder dem urigen, pfeifenrauchenden Opa Knut. Der alte Ostfriese hilft seiner Enkeltochter Rike durch seine ausgezeichnete kriminalistische Kombinationsgabe auf die Sprünge, sein herrliches Plattdeutsch wirkt überaus charmant und sorgt für zusätzliche Authentizität: „Gott Loff un Dank hebben de Kinners mi!“.
Der Krimi bleibt durch einige Verwicklungen stets spannend, die Einbindung des Privatlebens der Ermittler sowie eine gewisse Situationskomik an mancher Stelle bereichern die Handlung darüber hinaus. Die Geschichte bereitete mir durch unerwartete Wendungen großes Lesevergnügen, die Auflösung des Falles hat mich letztendlich überrascht. „Tödliches Campen“ punktet durch die kleinen Macken der sympathischen und schrulligen Ermittler, durch interessante Verstrickungen im Buch, einem ganz speziellen Thema, auf das ich aufgrund etwaiger Spoiler nicht näher eingehen möchte, sowie einem beschaulichen Setting im ostfriesischen Campen. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.
Rezensionen von Marie aus E.:
Für tierliebe Abenteuerkinder
Die wilde Baumhausschule, Band 1: Raubtierzähmen für Anfänger von Allert Judith
Greta ist neu in dem kleine Dörfchen und ausgerechnet an ihrem ersten Schultag fällt die Schule zusammen. Was nun?
Greta hat eine hervorragende Idee. Schließlich lebt sie mit ihren Eltern seit Kurzem in einem bislang von der Öffentlichkeit verborgenem Zoo, dort könnten sie doch alle zusammen Unterricht haben.
Doch kaum dort angekommen häufen sich merkwürdige Ereignisse. Werden sie das Rätsel lösen?
Für alle tierlieben Kinder ist das ein wunderbares Kinderbuch. Es gibt ganz viele Tiere, auch solche, die man nicht unbedingt schon kennt. Sofort in unser Herz geschlossen haben wir das stets müde Wasserschweinchen Wusel, von Greta auch liebevoll moppeliges Schnarchmonster genannt. Aber wenn es darauf ankommt, ist Wusel hellwach und absolut hilfsbereit.
Und natürlich kommt es darauf an, es ist schließlich eine Abenteuergeschichte.
Das Buch wird ab acht Jahren empfohlen. Das passt gut, kurze Kapitel und wunderschöne schwarz-weiß Illus machen das Lesen zum Vergnügen. Zum Vorlesen geht das Buch schon deutlich früher, allerdings geht es schon auch um Schulalltag, insofern ist es für Kindergartenkinder vielleicht noch nicht so alltagsnah.
Ein empfehlenswertes Kinderbuch, das auch optisch überzeugt und für Jungs und Mädchen gleichermaßen ansprechend und spannend ist.
Rezensionen von Marie aus E.:
Rafik Schami goes Krimi
Die geheime Mission des Kardinals von Rafik Schami
Ich bin großer Fan von Rafik Schamis Erzählweise.
Sein neuer Roman ist anhand eines Kriminalfalls aufgebaut, ist aber kein echter Krimi, reine Krimilesende könnten also enttäuscht werden, falls das das Hauptlesemotiv sein sollte.
Kommissar Barudi steht kurz vor dem Renteneintritt und hat noch einen letzten, sehr verzwickten Fall zu lösen.
Zur Seite steht im ein Kollege aus Italien und sein bewährtes Ermittlerteam.
Durch den Einblick in Barudis Alltags- und Berufsleben kann man Syrien vor dem Krieg kennenlernen, den Glauben und den Aberglauben, die kulinarische Köstlichkeiten, Beziehungsgeflechte, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, die stets allgegenwärtigen Gefälligkeiten und auch Islamisten und Geheimdienst spielen eine Rolle.
Mit der gewohnten Erzählkunst, kritisch und doch mit einem Augenwinkern ("hier gehörten anscheinend sogar die Vögel der Upperclass an"), allerdings manchmal für meinen Geschmack auch etwas zäh und zu detailverliebt.
Das Ermittlerduo ist sehr sympathisch und wenn man von gelegentlichen Längen absieht, ein aufschlussreiches und etwas anderes Schami-Werk mit vielen weisen Sätzen.
"Fanatiker kennen keinen Zweifel, deshalb sollte man Kindern in der Schule von der ersten Klasse an die Philosophie des Zweifelns beibringen".
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Familiendrama vor historischem Hintergrund
Die Lichtsammlerin von Beatrix Kramlovsky
Beatrix Kramlovsky hat für ihren Roman "Die Lichtsammlerin" den Handlungsbogen über drei Familiengenerationen und verschiedene Kontinente gespannt.
Mary hat zu ihrer Mutter Erika schon immer eine eher spezielle Beziehung gehabt – wirklich nahe waren sich die beiden nie. Erika, die einst mit ihrem Mann von Europa nach Australien ausgewandert war, hatte in ihrer neuen Heimat nie Wurzeln schlagen können und vermisste Österreich schmerzlich.
Ihre in Australien geborene Tochter Mary hingegen beherrscht zwar die deutsche Sprache, verspürt ansonsten allerdings keinerlei Bindung zu ihren europäischen Wurzeln. Marys Vater ist mittlerweile schon lange tot, ihre Mutter Erika lebt längst wieder in Österreich, wo sie mit Alzheimer diagnostiziert wird. Widerwillig reist Mary zu ihr, um sich um sie zu kümmern. Je mehr Zeit die zwei ungleichen Frauen miteinander verbringen, desto mehr erfährt Mary über die Vergangenheit ihrer Mutter und die schmerzvollen Erfahrungen, die sie zu solch einer kalten Person gemacht haben.
Ein Familienroman voller Höhen und Tiefen, tragischer Verluste und einschneidender Kriegsfolgen. Über Kriegsflüchtlinge, die sich in Australien niedergelassen haben, hatte ich bisher nicht viel gelesen und dieses Buch hat mein Interesse geweckt, mehr darüber in Erfahrung zu bringen.
Das Cover ist im Stil eines Retro-Fotos gehalten, was gut zum Genre des Romans passt.
Ich verstehe durchaus, dass nicht jeder Roman blumig ausgeschmückt sein und vor bildhaften Beschreibungen nur so strotzen muss – sofern die Kernaussage, die Emotion trotzdem den Leser erreicht. In meinem Fall hat der nüchterne, beinahe unterkühlte und distanzierte, bestenfalls neutrale Schreibstil dafür gesorgt, dass jeglicher Eindruck von Gefühl gar nicht erst zustande kam. Am meisten konnte ich mich noch für die Figur Rosa erwärmen, die, wie mir schien, mit dem meisten Wohlwollen beschrieben worden war. Sie beeindruckte mich mit ihrer bewundernswerten Charakterstärke und ihrem Mut, das Richtige, das Menschliche zu tun - zu Zeiten, in denen andere Menschen sich lieber anpassten, um nicht aufzufallen und in der Meinung der Masse abtauchten. Dem Erzählstrang der Gegenwart konnte ich dagegen wenig abgewinnen. Mary blieb mir von Beginn bis Ende völlig fremd und ich konnte weder mit ihr mitleiden noch mitfiebern. Erika fand ich – trotz aller Tragik um vergangene Erlebnisse und daraus resultierender Verbitterung – schlichtweg völlig unausstehlich. Der Buchtitel bezieht sich auf Rosa und ich hätte mir gewünscht, dass sie im Fokus des Romans gestanden und nicht nur eine Art Nebenrolle in der Vergangenheit eingenommen hätte.
Ich lese oft geschichtliche Romane, die vom Krieg bzw. den Folgen des Krieges handeln, von Berichten aus Lazaretten bis hin zu den Tragödien auseinandergerissener Familien. Diese Werke zeichnen sich für mich dann aus, wenn sie trotz aller tragischen Elemente ein positives Gefühl nach dem Beenden der Lektüre beim Leser zurücklassen oder zumindest zum Nachdenken anregen. Unheimlich schade hingegen finde ich es, wenn ein Roman, der vom Thema her das Potential zum wahnsinnig spannenden, emotional mitreißenden Werk hätte, als Gesamteindruck einen eher bitteren, negativen Geschmack hinterlässt. "Die Lichtsammlerin" fällt für mich leider in letztere Kategorie, da ich das ganze Buch über das Gefühl hatte, dass eine dunkle Wolke über mir schweben würde. Dabei geht es gar nicht mal um sonderlich erschütternde Ereignisse, sondern um den unterschwelligen Pessimismus, den Eindruck der Dauer-Negativität, der bei mir durch den Schreibstil entstanden ist.
Auch die vielen Sprünge zwischen verschiedenen Erinnerungen, Erzählperspektiven und Zeiten (teilweise innerhalb eines Kapitels) waren für mich ein wenig zu viel des Guten; es erschien mir wie ein wirres Hin und Her. Ich denke, hier wäre weniger mehr gewesen. – Vielleicht eine Beschränkung auf nur zwei Zeitebenen bzw. Perspektiven und diese dafür intensiver gestaltet, z. B. mit mehr Informationen zum Leben in Australien…? Oder ein Roman gänzlich aus Rosas Perspektive?
Fazit: Auch wenn es in Bezug auf Schreibstil und Story-Aufbau eher nicht mein Fall war, könnte ich mir vorstellen, dass Fans von geschichtlichen Frauenromanen daran Gefallen finden.
Rezensionen von Lesemama:
Ein Wohlfühlbuch
Sternschnuppentage von Marlies Folkens
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Janna ist als Assistentin der Geschäftsleitung mit ihrem Freund in Dubai als sie einen Anruf bekommt dass ihre Mutter verstorben ist.
Wieder zurück in Deutschland fährt sie mir ihrer Oma nach Sylt, der Heimat ihre Oma und dem Wohlfühlort für Janna.
Beim ausräumen ihres Elternhauses findet Janna ihre Liste mit den Wünschen an die Sternschnuppen und nachdem sie so einige Rückschläge erlitten hat, beginnt sie ihr Leben neu zu ordnen .
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Meine Meinung:
Das Cover ist ein Traum und macht richtig Lust aufs Lesen und genauso beginnt die Geschichte. Janna trifft ihren Jugendfreund Achim wieder, der zufällig auch gerade auf der Insel ist. Sie erleben zusammen einen gewaltigen Sturm auf Sylt und auch sonst lässt die Autorin einiges geschehen.
Mich hat die Geschichte gleich von der ersten Seite an gefesselt, eine wunderschöne, berührende Familiengeschichte bei der auch die rin oder andere romantische Szene nicht auf sich warten lässt.
Janna, Oma Johanne, Onkel Enno, Achim und natürlich Mo sind allesamt authentische Charaktere, die ich auch im wahren Leben gerne treffen würde. Eine schöne Geschichte, ein Buch zum Wohlfühlen. Für mich genau die richtige Unterhaltung für schöne Lesestunden, am liebsten am Meer, aber auch anderswo ist es sehr zu empfehlen.
Ein Buch zum Wohlfühlen, mich hat es sehr berührt und gut unterhalten.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Ein emotionaler Fall für Isabelle
Madame le Commissaire und der tote Liebhaber von Pierre Martin
Der Klappentext verrät es bereits - Bürgermeister Thierry überlebt den sechsten Band nicht. Ich war schon ein wenig geschockt, als ich das las. Ein zentraler Charakter, der aus der Serie geworfen wird. Das ist fast ein wenig so, wie wenn bei TV-Serien Schauspieler, die die Serie verlassen wollen, verunfallen oder ermordet werden.
Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet, ist auch geschockt. War Thierry doch längere Zeit ihr Geliebter. Alles in diesem Band dreht sich um die Frage, wer Thierry auf dem Gewissen hat. Natürlich hat auch Balancourt wieder einen kleinen Auftrag für Isabelle parat.
"Madame le Commissaire und der tote Liebhaber" kommt eher gemütlich als spannend daher, gerade wenn man als aufmerksamer Leser schnell merkt, in welche Richtung Isabelle und Apollinaire eigentlich ermitteln sollten. Trotzdem wurde ich gut unterhalten, mich störte nur folgendes wirklich:
Gegen gelegentliche französische Ausrufe habe ich nichts, aber etwas dagegen, wenn mit französischen Begriffen nur so um sich geworfen wird, wie in diesem sechsten Band. Wenn man der Sprache mächtig ist, liest man beides hintereinander, einmal auf französisch, einmal auf deutsch - das nervt, weil es hier die ganzen 352 Seiten hindurch so geht.
Es empfiehlt sich, die Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da jeder Fall auf den anderen aufbaut. Einiges aus den ersten Bänden wird zwar am Anfang wiederholt, was für Neueinsteiger hilfreich sein kann, dennoch bleiben ihnen viele Wissenslücken. Für treue Leser, die die Serie seit dem ersten Band an verfolgen, ist solch eine Zusammenfassung nicht notwendig.
Fazit: Ein sehr emotionaler Fall für Isabelle Bonnet - gut, aber die viel zu oft verwendeten französischen Begriffe sind unnötig.
4 Punkte.











