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Rezensionen von LEXI:

Unruhige Zeiten

Die Ärztin: Die Wege der Liebe von Helene Sommerfeld

Unruhige Zeiten

„Wenn die Welt verrücktspielt, dürfen wir uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Sonst gehen wir verloren.“ (Ricarda Thomasius)

„Wir leben in Zeiten voller Ungewissheit. Wenn wir jetzt die Hoffnung verlieren, verlieren wir, was uns weitermachen lässt.“ (Siegfried Thomasius)

Im Prolog des dritten und letzten Bandes dieser eindrucksvollen Trilogie kehrt die Ärztin Ricarda Thomasius mit ihrem Ehemann Siegfried aus Tsingtau zurück.

Die Familie trifft sich in Freystetten, um das Weihnachtsfest des Jahres 1914 gemeinsam zu feiern. Der Niedergang des Kaiserreiches und der Erste Weltkrieg als historischer Hintergrund überschatten das Leben der Menschen, Beschreibungen der schrecklichen Auswirkungen der Kämpfe an der Front und das entbehrungsreiche Leben der Menschen in Berlin durchdringen das Buch. Nicht nur Georg Kögler, sondern auch Franz, Ferdinand und Florian von Freystetten sind im Krieg, und das Leben und Wirken der Ärztin Ricarda muss sich dieser schweren Zeit ebenfalls anpassen. Ricardas Kinder sind flügge geworden. Während ihr ältester Sohn Georg Hochzeitspläne mit seiner Sophie schmiedet, verliert Ricardas Tochter Henny ihr Herz an den attraktiven Regisseur Victor Vandenberg. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Medizinstudium kommt es jedoch zu einem schlimmen Zerwürfnis mit Ricarda, das beide Frauen sehr belastet, eine große räumliche Distanz ist die Folge. Antonia lebt als jüngstes Kind noch bei Siegfried und Ricarda, strebt jedoch ebenfalls ein Studium an. Ihr Interesse liegt jedoch in der Veterinärmedizin. Ein Praktikum in einem Zoo verhilft Antonia nicht nur zu völlig neuen und interessanten Erkenntnissen, sie begegnet hierbei auch ihrer ersten großen Liebe. Das Schicksal mischt die Karten neu und es kommen viele Turbulenzen und schwere Zeiten auf die Protagonistin zu. Doch Ricarda ist optimistisch und baut auf den Zusammenhalt und die Liebe ihrer Familie.

Die einzelnen Bände dieser beeindruckenden Trilogie gehen inhaltlich ineinander über. Darüber hinaus erleichtern ein Personenregister und eine detaillierte Karte von Berlin mit den relevanten Schauplätzen die Orientierung, und man findet sehr rasch wieder in die Geschichte. Helene Sommerfeld befasst sich im vorliegenden Roman mit den Jahren 1914 bis 1920 und gibt auch bereits bekannten Figuren aus den Vorgängerbüchern Raum. Vorrangig werden jedoch die Geschicke von Ricarda und ihren drei Kindern thematisiert, wobei die Autorin die Geschicke aller Beteiligten durch einen laufenden Schauplatzwechsel zwischen Berlin, Los Angeles und New York sowie dem Anwesen in Freystetten verfolgt. Die gut recherchierten historischen Hintergründe bilden eine dramatischen Rahmenhandlung – der schreckliche Krieg greift tief in das Leben der Menschen, und natürlich auch in die Geschicke von Ricardas Familie, ein. Dunkle Geheimnisse, Schuld und Vergebung und die über allem stehende Liebe einer Mutter zu ihren Kindern sind die dominierenden Themen dieses Buches. Ein laufender Perspektivenwechsel und viele kleine Cliffhanger sorgen für einen durchgehenden Spannungsbogen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und brannte förmlich darauf, den Fortgang dieser Geschichte in Erfahrung zu bringen.

Die Charakterzeichnung der handelnden Personen empfand ich als hervorragend, durch die lebendige Darstellung schaffte es die Autorin, mich tief in die Geschichte einzubeziehen. Die Emotionen und die persönliche Entwicklung von Ricarda und ihrem Umfeld sorgten für große Authentizität, die einzelnen Charaktere wuchsen mir mit jeder Seite mehr ans Herz. Ein sehr einnehmender Schreibstil und die hoch interessante und komplexe Handlung machten dieses Buch zu einem regelrechten Pageturner. Ich habe die Lektüre dieser beeindruckenden Saga über das Schicksal einer sehr mutigen und starken Frau sehr genossen und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Zum besseren Verständnis würde ich jedoch jedem Interessenten die Einhaltung der Reihenfolge ans Herz legen:

1. Die Ärztin. Das Licht der Welt
2. Die Ärztin. Stürme des Lebens
3. Die Ärztin. Die Wege der Liebe

„Jedes Leben ist letztlich nicht mehr als ein Funke in der Ewigkeit, der rasend schnell verglüht. Man muss ihn liebevoll behandeln, diesen kleinen Funken.“ (Ricarda Thomasius)

„Der Kreis schließt sich. Die Vergangenheit bleibt hinter uns, damit die Zukunft sich entfalten kann.“ (Ricarda Thomasius)

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Rezensionen von manu63:

Teilweise heftig

Die Ärztin: Die Wege der Liebe von Helene Sommerfeld

Ich schenke dir die Angst ist der dritte Band rund um den halleschen Hauptkommissar Strömer geschrieben vom Autor Ralf Gebhardt. Dieses mal geraten seine Tochter Verena und seine Freundin Magdalena in die Fänge brutaler Entführer, die es eigentlich auf jemand anderes abgesehen hatten. Strömer selber darf nicht ermitteln weil es persönlich betroffen ist aber dank seiner Verbindungen zu Staatsanwalt Nagel gelingt es ihm dennoch dabei zu sein.

Ralf Gebhardt erzählt die Geschichte auf spannende Art und verzichtet dabei nicht auf grausige Beschreibungen von Folter und Drohungen durch die Entführer. Wer also zart besaitet ist wird keine Freude an den Schilderungen haben.

Zum Verständnis der Geschichte gibt es auch immer wieder kleine Einblicke in die Mechanik der Finanzwelt, die ich recht verständlich und nicht zu umfangreich fand. Die Figur von Strömer wird in all seinen Höhen und Tiefen geschildert und als Leser hat man unmittelbar Anteil an seinen Sorgen und Nöten. Die unterschiedlichen Perspektiven die der Autor wählt lassen das Geschehen und die Zusammenhänge gut verstehen. Man muss die beiden Vorbände nicht kennen um der Geschichte zu folgen, aber ich lese Reihen immer gerne in chronologischer Folge und würde es hier auch empfehlen, gerade auch um Strömer besser einordnen zu können.

Das letzte Kapitel des Buches stimmt auf eine weitere Geschichte ein die sicherlich genauso viel Spannung bietet wie die drei Bände zuvor.

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Rezensionen von Lesehörnchen99:

Gerechtigkeit oder Rache?

The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld von Colleen Oakes

Die Frauen des mysteriösen Geheimbundes »Black Coats« haben sich geschworen, gewalttätigen Männern eine Lektion zu erteilen. Als Thea eine Einladung erhält, sieht sie endlich ihre Chance gekommen, sich am Mörder ihrer Cousine zu rächen. Doch die Vergeltungsaktionen eskalieren und Thea zweifelt am Sinn ihrer Mission: Sorgt Rache wirklich für Gerechtigkeit? Als die »Black Coats« ihren Freund Drew entführen, muss Thea handeln.

Kann sie noch aussteigen – oder ist es längst zu spät?

Gerechtigkeit oder Rache? Ein schmaler Grat.
Ein total spannender Jugendthriller, ein fesselnder Schreibstil und ein bewegendes Thema. Mich hat der Thriller total gefesselt, ich fand es von Beginn an sehr spannend was Thea empfindet. Natürlich möchte sie den Tod ihrer Cousine gerne rächen, aber sie möchte dass der Mörder seine gerechte Starge bekommt und dies scheint mir dem Geheimbund nicht möglich zu sein. Ich fand den Sog, dem sich Thea ausgesetzt fühlte total wirklichkeitsnah und könnte mir tatsächlich vorstellen dass sowas echt sein könnte.
Ein spannendes Thema, sehr packend geschrieben. Ein absolut empfehlenswerter Thriller, nicht nur für Jugendliche ...

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Rezensionen von manu63:

Abschied

The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld von Colleen Oakes

Cyberworld 7.0 Bunker 7 ist leider der letzte Band der Cyberworld-Reihe der Autorin Nadine Erdmann. Einmal mehr schickt sie die sechs Freunde in eine Spielewelt in der nicht nur die Gefahren der künstlichen Welt drohen, sondern auch das reale Leben der sechs in Gefahr gerät.

Im laufe der Reihe sind die Charaktere gereift und erwachsener geworden, viele Gefahren galt es gemeinsam zu meistern und nur ihr Zusammenhalt führte bisher zu einem guten Ende.

In diesem Band wird es wieder zum Ende hin sehr brenzlig und als Leserin habe ich um das Leben jedes einzelnen der Protagonisten gebangt. Die Autorin hat es wieder einmal geschafft ein gutes Spannungsfeld aufzubauen mit immer wieder kleinen Lichtblicken und liebevollen Momenten welche für mich Entspannung und Wohlfühlmomente brachte um dann wieder das Geschehen voranzutreiben. Die Geschichte selber wird gut abgeschlossen und ließ mich nicht mit ungelösten Fragen und Problemen zurück. Gerade die letzten Kapitel waren sehr gefühlvoll und voll mit Familie und Freundschaft. Das war für mich passend und gut, andere werden es vielleicht ein wenig viel finden, für mich war es genau das Richtige.

Auch die kleinen Randgeschichten passen gut ins Gesamtkonzept und mit Bedauern habe ich mich vom Geschehen verabschiedet. Vielleicht gibt es ja von der Autorin in Zukunft noch mal einen Band, der alle Protagonisten in einigen Jahren versammelt und beschreibt wie es mit ihnen weiter gegangen ist und ob sich ihre Träume und Hoffnungen erfüllt haben. Ich würde mich dafür auf jeden Fall interessieren.

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein ganz besonders gelungenes Kinderbuch

Über die Grenze von Maja Lunde

Sarah und ihr großer Bruder sind zwei jüdische Kinder zur Zeit des zweiten Weltkrieges in Norwegen, die gerade auf der Flucht nach Schweden zu ihrem Vater sind. Gerdas und Ottos Eltern wollten den jüdischen Kindern helfen, wurden allerdings ganz plötzlich verhaftet und so übernehmen Gerda und Otto deren Aufgabe als Fluchthelfer.

So beginnt ein gefährliches Abenteuer.

Mit ihrem Buch „Über die Grenze“ ist Maja Lunde eine realitätsnahe und sehr lesenswerte Geschichte über die Flucht zweier jüdischer Kinder zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gelungen, das im Verlag Urachhaus erschienen ist und 190 Seiten umfasst.
Das Buch ist in viele kleinere (meist 5-8 Seiten) Kapitel unterteilt und in einfacher, klarer, lebendiger Sprache zu lesen. Also prima für Kinder geeignet. Regina Kehn leitet jedes Kapitel mit einer passenden Illustration ein.
Die Handlung ist realitätsnah und lädt zum Mitfühlen und Nachdenken ein.
Wir haben die vier Protagonisten sofort ins Herz geschlossen und wurden während des Lesen immer wieder zum gemeinsamen Gespräch angeregt. Das hat uns (Mama und zwei Kinder) sehr gut gefallen.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 9 Jahren, die in die Welt der beiden jüdischen Kinder auf der Flucht eintauchen wollen, die erfahren wollen, wie wichtig Hilfsbereitschaft, Solidarität und Verbundenheit ist, was Menschlichkeit bedeutet und auch die sich in kindgerechter Art und Weise damit auseinandersetzen wollen, welch großes Leid mit dem zweiten Weltkrieg verbunden ist ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Man merkt der Geschichte an, dass sie mit sehr viel Herzblut geschrieben wurde und dass Maja Lunde die Auseinandersetzung mit dem Thema „Zweiter Weltkrieg und Kinder“ sehr ernst nimmt.
Trotz des ernsten Inhalts gelingt es Maja Lunde auch eine gewisse Leichtigkeit in ihre Geschichte zu bringen, indem sie ganz alltägliche Anliegen von Kindern wie beispielweise Streit unter Geschwisterkindern und Spielfreude geschickt in die Geschichte einbindet.

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Rezensionen von Lesehörnchen99:

Eine spannende Geschichte

Spukalarm in der Schokofabrik von Matysiak Mascha

Umziehen ist doof, findet Klara. Jetzt wohnt sie nicht mehr in der Nähe ihrer besten Freundin, sondern neben einer merkwürdigen Schokoladenfabrik. Und obwohl die längst stillgelegt ist, sieht Klara nachts ein Licht hinter den Fenstern herumgeistern. Zusammen mit den Nachbarjungen Matti und Theo steigt sie heimlich in die Fabrik ein, um herauszufinden, wer sich dort herumtreibt.

Dabei treffen die drei auf jemanden, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet haben …

Eine richtig tolle, spannende Kindergeschichte. Lesespaß von der ersten bis zur letzten Seite.
Uns gefiel die Geschichte richtig gut, sie ist total spannend erzählt mit kindgerechten Worten, abundzu ein Illustration und so macht es richtig Freude zu lesen. Die Kapitel haben eine sehr angenehme Länge, finde ich bei Kinderbüchern wichtig, zu lang ist nicht gut für den Lesefluss.
Dann sind die Jungs und Klara richtig tolle Charaktere in die man sich gur hineinversetzen kann.
Alles in allem eine ganz tolle Kindergeschichte die auch bei mitlesen viel Freude für ältere macht.

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Rezensionen von Petra Gruber:

Spannend bis zur letzten Seite!

Drei von Dror Mishani

Zwei Mal im Jahr bekomme ich Post vom Diogenes Verlag. Die Vorschau für die neue Saison und ein paar Leseexemplare liegen vor der Tür. Jedes Mal bin ich total gespannt, was mich der Verlag vorab lesen lässt. Für die neue Saison waren zwei Bücher dabei. Dror Mishani, Drei und Simone Lappert, Der Sprung.

Beide Autoren*innen kannte ich nicht. Ich war gespannt!

Warum ich hier so lange mit der Einleitung herumeiere hat einen guten Grund! Der Roman ist unglaublich spannend, man kann ihn nicht aus der Hand legen, jeder Abschnitt ist wieder überraschend, erst nach und nach beginnt man zu begreifen. Aber damit das dem*der Leser*in genau so geht, darf man im Vorfeld eigentlich gar nichts verraten.

Nur so viel, der Roman spielt in Tel Aviv, jeder Abschnitt ist einer Frau gewidmet, Orna, frisch geschieden, lernt beim Online-Dating einen netten Mann kennen, Emilia, Altenpflegerin, fühlt sich fremd in Israel, als der Sohn einer ehemaligen Patientin beginnt, sich ihrer anzunehmen. Und da ist dann noch Ella, sie hat drei Kinder und nimmt sich immer mal Auszeit in einem kleinen Café, der Flirt mit einem anderen Stammgast hilft ihr, sich wieder lebendig zu fühlen.

Klingt jetzt vielleicht gar nicht so spannend. Ist es aber! Dror Mishani nimmt einen mit auf eine unerwartete Achterbahnfahrt. Ich kann versichern, das Buch legt man nicht mehr aus der Hand!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EInfühlsam erzählte Gedanken

Spiel des Lebens von Udo Jürgens; Michaela Moritz

Diese Sammlung von Gedanken hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich eher mit Anekdoten gerechnet habe. Der erste Beitrag ist so etwas wie ein „Intro“ in das Leben von Udo Jürgens. Später scheinen die Geschichten wenig oder keinen Zusammenhang mit dem Künstler zu haben. Dennoch sind sie einfühlsam geschrieben.

Ich picke hier die Geschichte des indischen Nähers heraus, der sich wundert, warum die sorgfältig von ihm genähten Jeans künstlich kaputt gemacht werden und für teures Geld verkauft werden. Nachdem er in seiner Umgebung keine Antwort erhält, schmuggelt er einen Brief in eine dieser Jeans, die Deutschland erreicht. Auch der Käufer findet auf die in diesem Brief gestellte Frage keine Antwort. Ich auch nicht und halte diese Mode für ziemlich dekadent.

Auch die Geschichte des behinderten rumänischen Jungens, der immer Bus fährt, um nicht zu erfrieren, beeindruckt.

Am besten hat mir dann doch die Geschichte des Malers gefallen. Dazu muss man wissen, dass ein Bruder von Udo Jürgens, der Maler Manfred Bockelmann ist. Bockelmann hat sich in den letzten zehn Jahren dem Thema Opfer des Holocaust zugewendet. Unter dem Titel „Zeich(n)en gegen das Vergessen“ fertigt der Künstler Kohlezeichnungen vorwiegend von Kindern und Jugendlichen an, die von den Nazis ermordet wurden. Ihm hat Udo Jürgens auch ein Lied gewidmet.

Fazit:

Auch wenn ich ursprünglich etwas anderes erwartet habe, kann ich hier mit leichtem Gewissen 5 Sterne geben.

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Rezensionen von Jules118:

Ein Buch mit spannender Story, jedoch ohne Spannung

Verratenes Land von Iles Greg

Greg Iles nimmt den Leser in „Verratenes Land“ mit in den amerikanischen
Süden, nach Mississippi, und erzählt eine spannende Geschichte von
Vergangenheit und Gegenwart, von Gier und Korruption, von Verantwortung und Verrat. Und von Schuld und Trauer.

Marshall McEwan ist heimgekehrt, weil sein Vater im Sterben liegt und er seine Mutter unterstützen möchte.

Vor annähernd 30 Jahren hat er Bienville verlassen, eine Karriere als Journalist gemacht, den Pulitzerpreis bekommen. Die Rückkehr war nicht leicht für ihn, hatte er doch in jungen Jahren große Schwierigkeiten mit seinem trunksüchtigen Vater. Er ist am Boden zerstört, als er von Buck Ferris‘ Tod erfährt, hat sich dieser sich doch in seiner Jugend um ihn gekümmert, quasi als Ersatzvater.
Buck Ferris war Archäologe und vermutete auf dem zukünftigen Standort der
geplanten Papierfabrik in Bienville eine alte Indianersiedlung, weshalb er dort
unerlaubterweise bei Nacht und im Dunkeln gegraben hat. Und offenbar hatte ihn jemand beobachtet, der mit aller Macht verhindern wollte, dass er seine Erkenntnis den Entscheidungsträgern mitteilen und damit das Großprojekt
stoppen könnte. Aber ist es wirklich der Bienville Poker Club, der bei Ferris‘ Tod die Finger im Spiel hat, wie seine Frau vermutet?

Iles‘ beschreibt die erdrückende Südstaaten-Atmosphäre sehr eindrücklich. Die Landschaft und die Historie, die Überheblichkeit der High Society, die
Klüngeleien. All das gepaart mit der Heimkehr des verlorenen Sohnes, der sich noch immer die Schuld am Tod seines älteren Bruders gibt und wieder nach seinem Platz in der Stadt suchen muss, die ums Überleben kämpft.
Dass der Autor in der Ich-Perspektive schreibt, verleiht der ansonsten etwas langweiligen
Story einen gewissen Grad an Spannung, die jedoch durch den recht häufigen
Wechsel zwischen Vergangenheit und den damit verbundenen Selbstvorwürfen des Ich-Erzählers und den doch recht ausschweifenden, scheinbaren Nebenhandlungen, die erst auf den zweiten oder dritten Blick etwas mit der Handlung zu tun haben wieder verloren geht. Diese Ausschweifungen führen zu einem über 800 Seiten dicken Buch. Der Erzählstil ist an sich recht einfach gehalten und man konnte das Buch gut lesen.
Ich persönlich bin gut mit der Erzählstruktur des Autors zurechtgekommen und
war zumindest zu Beginn sehr von dem Buch und der Handlung gefesselt. Leider hat es der Autor nicht geschafft eine Spannungskurve über das gesamte Buch zu bilden und hat sich in schöne, aber für die Handlung belanglose, Landschaftsbeschreibungen verrannt. Aus dem Plot der Geschichte mit einem Club reicher, weißer Geschäftsmänner hätte man mehr machen und nicht nur an der Oberfläche kratzen können.
Die Kritik hinter der Geschichte ist völlig klar. Der Autor zieht immer wieder
Parallelen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen der USA, wie den
wirtschaftlichen Niedergang einst prosperierender Gegenden, die Vorurteile der weißen Gesellschaft gegenüber Schwarzen und die Korruption bei wirtschaftlichen Entscheidungen.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Zwei starke Frauen

Das Geheimnis der Fjordinsel von Kabus Christine

Rieke ist eine junge Frau mit einem ungewöhnlichen Berufswunsch, zumindest im Jahr 1980. Sie macht eine Ausbildung zur Schlepperkapitänin. Aber sie hat einen Großvater, der ihr nicht nur Vater und Mutterersatz ist, sondern sie auch fördert und unterstützt.
Deshalb bricht für Rieke auch die Welt zusammen, als Großvater Fiete stirbt.

Zur Beerdigung taucht auch ihre kühle Mutter auf und will sofort das Haus verkaufen, das Riekes Heimat und Anker ist. Im Nachlass findet sie Briefe von Johanne, ihrer Großmutter, die vor vielen Jahren die Familie verlassen hat und Norwegen zurückgekehrt ist. Mutter Beate hat ihr das nie verziehen und sich mit einem Schutzwall aus Gefühlskälte umgeben. Rieke macht sich auf, Spuren dieser Frau in Norwegen zu finden.
Der zweite Handlungsstrang führt in die Geschichte zurück. Johanne ist in den 40iger Jahren eine junge und behütete Tochter eines wohlhabenden Weinhändlers. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit einem jungen Mann bester Familie. Da wird ihr Vater im Kontor tot aufgefunden. Ein Selbstmord, wie es den Anschein hat und Johanne setzt alles daran, das zu verheimlichen um das Ansehen ihres Vaters nicht posthum zu verunglimpfen. Aber es kommt noch schlimmer, das Geschäft stand wohl kurz vor dem Ruin und ein Konkurrent drängte zuerst den Vater und nun Johanne zum baldigen Verkauf. Immer deutlicher wird, dass es bei dem Tod nicht mit rechten Dingen zuging. Doch Johanne steht mit ihrem Verdacht fast allein, sie lässt sich nicht unterkriegen auch wenn ihr Verlobter gleich das Weite gesucht hat, sie verlässt sich auf ihre eigene Tatkraft und die Hilfe von Leif, einem Abenteurer und Ingvald, einem treuen Mitarbeiter.
Beide Handlungsstränge ergeben einen faszinierenden und spannenden Frauenroman. Genau wie ich es gerne lesen, mit interessanten historischem Hintergrund und viel eingestreutem Wissen aus der Zeit. Was ich aus dem Alltagsleben der Norweger während der deutschen Besatzung und in der Nachkriegszeit erfuhr, war ein echter Mehrwert für mich. Dazu gelingt es der Autorin zwei starke und sympathische Frauen in den Vordergrund zu stellen, die beide ihren Lebensweg auch unter schwierigen Umständen finden und ihn konsequent gehen. Für Emotionen sorgt die wunderschöne und tragische Liebesgeschichte von Johanne, die mich sehr berührte. Vielleicht ist mir auch deshalb der historische Handlungsstrang noch stärker und fesselnder vorgekommen. Riekes Leben in den 1980iger Jahren dienten dabei eher zur Abrundung und ermöglichte immer wieder Rückblicke und auch ein wirklich gelungenes bittersüßes Happy End.
Ich schätze es sehr, wenn sich Emotionen und ein interessantes Hintergrundthema perfekt ergänzen. Das macht für mich einen guten Unterhaltungsroman aus und da bin ich mit Christine Kabus‘ Norwegenroman wirklich auf meine Kosten gekommen. So spannend geschrieben, dass ich beim Lesen kaum ein Ende finden konnte und gleichzeitig wünschte, dass ich noch länger weiterlesen könnte.

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