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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Geiselnahme ohne Drive

Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz

Hotel Cartagena ist ein Triller angesiedelt in Hamburg.
Es verwundert nicht, dass die Staatsanwältin Chastity Riley so kaltschnäuzig und cooll ist. Schließlich ist auch die Autorin Simone Buchholz, die ich letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse sah, abgeklärt und ironisch. Das überträgt sich beim Lesen.

Bei dem Plot hingegen bleiben leichte Zweifel. Weder begeistern mich das viele Springen zwischen den Zeiten noch überzeugt mich die Geiselnahme. Das Gefühl der Beklemmung fehlt. Chas mentalen Zustand kann ich nicht so ganz nachvollziehen, vielleicht muss man aber auch die Vorgängerroman gelesen haben, um die Figur ganz zu greifen.
Dennoch entwickelt sich die Situation. Schließlich wird es aber zu verspielt.
Kein schlechtes Buch, aber so richtig hat es mich nicht überzeugt.

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Rezensionen von Lesemama:

Achtung, fertig, ARRO

Arthur und der schreckliche Scheuch von McLachlan Jenny

Zum Buch:
Arthur und Rose sind zu Besuch bei Opa. Arthur ist sich ziemlich sicher einen Zauberer auf dem Dachboden gesehen zu haben, aber seine Zwillingsschwester Rose hat nur ihr neues Handy im Kopf und glaubt ihm nicht.
Dabei haben sie früher immer zusammen in Arro gespielt, einem Fantasieland voller erdachter Figuren und Landschaften.

Und es gibt Arro wirklich, denn die Vogelscheuche Kreuch hat ihren Opa entführt und Arthur und Rose müssen ihn retten ...

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt ganz normal, Arthur sieht was auf dem Dachboden, Rose glaubt ihm nicht, die zwei streiten. Rose findet sich total erwachsen und Arthur kindisch. Typisches Geschwisterverhalten. Als die Beiden dann aber ihren Opa retten müssen, bemerken sie, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen ist.
Die Landschaft und die Kreaturen von Arro sind genial gewählt, so ist für jeden Charakter was dabei, für ängstliche und für mutige Kinder, für Träumer und für Draufgänger. Gerade das gefiel mir bei dem Buch besonders gut.
Die Geschichte nahm nach und nach so richtig Fahrt auf und konnte mich richtig fesseln. Ich halte allerdings das empfohlene Alter, ab acht, für ein wenig zu früh, dafür hat die Geschichte fast zuviel Text und ist auch sehr aufregend. Wenn man aber Freude am Vorlesen hat und das Gelesene mit dem Kind zusammen verarbeitet, kann es einen tolle Geschichte auch schon für jüngere Zuhörer sein. Das ist je nach Kind selbst zu entscheiden, man weiß ja wie sein Kind tickt.

Mir hat das Buch jedenfalls viel Lesefreude bereitet und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Mal was Anderes! Vielleicht keine Sternstunde der Literatur, aber lockere Unterhaltung.

Unter einem guten Stern von Darke Minnie

Noch ehe ich die vielversprechende Inhaltsangabe gelesen hatte, war ich schon hingerissen von dem wunderschönen Cover: es zeigt einen tiefblauen Sternenhimmel voller funkelnder Sterne (die tatsächlich im Dunkeln leuchten), die Silhouette einer jungen Frau, die nach den Sternen zu greifen scheint, und darüber prangt ein großer goldglitzernder Schriftzug.

Wie passend für ein Werk, in dem es um Astrologie geht! Hier wurde bei der Covergestaltung ganze Arbeit geleistet.

Auch die Idee zur Story kann sich sehen lassen. Die junge Justine ist das Mädchen für alles beim beliebten Hochglanzmagazin 'Star' und hofft, eines Tages eine Volontariats-Stelle zu ergattern. Wie es der Zufall will (oder die Sterne), darf sie überraschend den Posten der Redaktionsmanagerin übernehmen. Als sie ihrer Sandkastenliebe Nick Jordan in die Arme läuft und erfährt, dass dieser fest an das Horoskop glaubt, welches der ebenso mysteriöse wie prominente Astrologe Leo Thornbury regelmäßig im 'Star' veröffentlicht, wird es richtig interessant – denn die Kontrolle des Horoskop-Layouts obliegt ab sofort Justine… Um ihrem Glück mit Nick auf die Sprünge zu helfen, nimmt sie spontan ein paar kleine Umformulierungen für sein Sternzeichen (Wassermann) vor und ist überzeugt, dass er die versteckten Hinweise erkennen wird (– sowie seine Zuneigung zu ihr). Nicht nur, dass Nick leider die völlig falschen Schlüsse zieht - es gibt auch jede Menge andere Wassermänner, die den Hinweisen der Sterne folgen und ihr Leben danach ausrichten; Chaos ist vorprogrammiert. Das Schicksal lässt sich jedoch nicht so leicht ins Handwerk pfuschen…

"Zeit verging. Monde umkreisten Planeten. Planeten umrundeten die hellsten Sterne. Galaxien funkelten. Und je mehr Jahre ins Land gingen, desto mehr Satelliten kamen hinzu." Der Schreibstil der Autorin hat etwas Entrücktes und Verträumtes – diese Geschichte liest sich ein klein wenig wie ein modernes Märchen und strotzt vor Phantasie. Das Thema Astrologie findet sich konsequent durch das ganze Werk hindurch wieder, was sehr stimmig ist.

Justine und Nick stehen im Vordergrund, doch zahlreiche Nebenfiguren (deren Lebenswege auf wundersame Weise alle irgendwie miteinander verbunden sind)/Nebenplots nehmen einen relativ großen Teil der Story ein. Einzelne Episoden davon haben mich berührt, insbesondere das Schicksal des Hundes Brown, auf andere hätte ich gut verzichten können. Es war unterm Strich einfach zu viel des Guten. Ein paar hundert Seiten weniger, dafür mehr Fokus auf die Hauptfiguren – schon wäre ein ganz anderer Leseeindruck entstanden. Insgesamt habe ich mich - und das ist eine Seltenheit - für keine der Figuren wirklich erwärmen können; sie blieben für mich oberflächliche Charaktere, mit denen ich nicht mitfiebern konnte, und wenn ich mich noch so sehr darum bemühte (weil die Story-Idee mir richtig gut gefallen hatte). Was ursprünglich als interessante Abwechslung angefangen hatte (- so wurden Figuren beispielsweise auf folgende Weise vorgestellt: "Drew – Waage, Agrarberater, begeisterter Amateur-Flieger, Pink-Floyd-Kenner und gefürchteter Schlafzimmerspiegel-Luftgitarrist" –) verlor schnell seinen Reiz aufgrund der Überzahl an Charakteren. Auch die ellenlangen gedanklichen Dialoge zwischen Justine und ihrem Gehirn trafen nicht meinen Geschmack bzw. häuften sich zu sehr, was unnötig den Lesefluss drosselte und die Geschichte des Öfteren recht langatmig wirken ließ. Erwähnenswert ist auf jeden Fall die kreativ-witzige Wortwahl in den sehr (!) detaillierten Beschreibungen, die manchmal etwas vom eigentlichen Geschehen ablenkten.

Fazit: Super Idee, in der Umsetzung eher mittelmäßig und deutlich ausbaufähig, gerade im Hinblick auf den schmucken Umfang von knapp 550 Seiten. Eventuell von Interesse für alle Fans von "Die fabelhafte Welt der Amélie".

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Rezensionen von maus1@onlinehome.de:

außergewöhnlich

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton

Auf dem Anwesen der Familie Hardcastle findet ein Maskenball statt, an dessen Ende Evelyn Hardcastle tot sein wird. Was wie ein Selbstmord aussieht, ist in Wirklichkeit Mord und Aiden Bishop hat die Aufgabe, ihn aufzuklären.

Dieser außergewöhnliche Krimi besticht durch eine sehr komplexe Handlung mit sehr vielen Protagonisten.

Aiden Bishop erlebt den Tag des Mordes an Evelyn Hardcastle immer wieder neu, seine Aufgabe ist es, den Mörder zu finden und die Hintergründe aufzuklären. Was er anfangs nicht weiß, er ist nicht der Einzige, der mit dieser Aufgabe betraut ist und nicht jeder ist ihm wohlgesonnen. Der Anfang hat mich noch nicht so mitgerissen, aber als klar war, wie Aiden den nächsten Tag erlebt, war mein Interesse geweckt. Die Idee zur Story ist ziemlich genial, durch Aiden lern man viele verschiedene Charaktere kennen, die allesamt sehr gut gezeichnet sind und sich durch bestimmte Eigenheiten auszeichnen. Man sollte das Buch sehr konzentriert lesen, ansonsten besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Die Story rollt sich aus der Sicht vieler unterschiedlicher Personen auf, man muss wirklich aufpassen, um nicht ducheinanderzukommen. Der Schreibstil ist in etwas antiquierter Sprache verfasst und passt zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.

Das Miträtseln macht unheimlich viel Spaß, zu sehen wie Aiden mit jedem Tag neue Erkenntnisse gewinnt und der Auflösung Schritt für Schritt näher kommt. Dabei geht es auch mal blutig und brutal zu. Alles in allem hat mir der Krimi gut gefallen, ich war besonders auf das Ende, was hinter allem steckt, gespannt. Die Auflösung bietet noch eine Wendung, mit der ich nie gerechnet hätte. 4 Sterne.

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Rezensionen von Vicky:

Digital-Detox - gut oder gefährlich

Offline,1 Audio-CD, 1 MP3 von Arno Strobel

'Offline' ist ein fantastischer Psychothriller des Autors Arno Strobel.

Das Buch ist, wie bereits bei den anderen Büchern des Autors, schlicht und einfach gehalten. Gerade durch dieses Schlichte Design fällt es auf und gefällt mir gut.

Der Psychothriller umfasst einen Prolog, dreiundfünfzig Kapitel sowie einen Epilog.

Der Prolog ist sehr beunruhigend und auch etwas Angst einflößend. Aber zugleich finde ich ihn einen genialen und sehr gelungen Einstieg in den Psychothriller 'Offline'. Mit den ersten Kapiteln startet es dann erst mal eher ruhiger und wir dürfen viele verschiedene Figuren kennen lernen. Es wird aber bereits nach nur wenigen Seiten sehr spannend. Diese Spannung steigert sich immer weiter und weiter und man fiebert als Leser mit dem Geschehen und den Figuren von der ersten bis zur letzten Seite mit. Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Buch ist dadurch schnell zu lesen, man kommt gut voran. Ich war von der ersten Seite an vom Buch gefangen und konnte es nur sehr, sehr schwer aus der Hand geben! Es gibt einige erwartet Handlungen aber man darf sich auch auf viele Überraschungen und unterwartete Wendungen gefasst machen!

Fazit: Was für ein Buch, ich habe es fast auf einmal ausgelesen. Achtung: Einmal in der Hand kann man dieses Buch nur mehr sehr schwer aus der Hand geben! Typisch Arno Strobl!

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Rezensionen von Vicky:

Die Wahrheit tut weh

Das Erbe der Macht - Band 20: Seelensplitter von Andreas Suchanek

‘Seelensplitter‘ ist bereits der zwanzigste Band der 'Erbe der Macht'-Reihe des Autors Andreas Suchanek und somit der achte Band der zweiten Staffel. Das Cover ist wie immer toll und geheimnisvoll gestaltet, es gefällt mir gut. Außerdem passt es wieder ausgezeichnet zum Genre Fantasy sowie zu den anderen Covers der Reihe.

Dieser Band umfasst einen kurzen Rückblick, einen Prolog, sechsundzwanzig Kapitel und zum ersten Mal zwei Epiloge. Außerdem auch noch Seriennews – diese finde ich immer sehr informativ - sowie ein Glossar – das ist auch immer ganz spannend! Die kurze Zusammenfassung der letzten Vorkommnisse unter 'Was bisher geschah' fand ich wie immer äußerst hilfreich um nochmals kurz die wichtigsten Geschehnisse in letzter Zeit in Erinnerung zu rufen und damit leichter in den neuen Band einsteigen zu können. Außerdem finde ich es toll dass jedes Kapitel einen Titel hat, so wird immer wieder mein persönliches Kopfkino angeregt und ich überlege mir bereits immer zu Beginn eines jeden Kapitels was darin passieren könnte. Die Umsetzung mit zwei Epilogen fand ich sehr interessant und gelungen!

Fazit: ‘Seelensplitter‘ von Andreas Suchanek zeichnet sich wie immer durch einen angenehmen Schreibstil aus, die Geschichte liest sich flüssig wodurch man schnell und leicht vorankommt. Die Mischung aus Fantasy und Humor gefällt mir sehr gut und passt ausgezeichnet zur Geschichte und den Figuren. Ich liebe diese Reihe!

Ich werde die Serie 'Das Erbe der Macht‘ sowie mögliche Spin-Offs definitiv im Auge behalten und weiter ‚verschlingen‘ :-) Das Ende sowie die Seriennews machen wie immer Lust sofort weiterzulesen!

Meine Empfehlung bekommt dieser Teil auf jeden Fall - allerdings lege ich jedem ans Herz die Bände der ersten Staffel und das Spin-off 'Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus' sowie die anderen Teile der zweiten Staffel in der richtigen Reihenfolge und vor allem vorher zu lesen, da sie aufeinander aufbauen und man diesen Teil ansonsten nicht verstehen wird.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Komplexe und diffuse Angelegenheiten

Der Oktobermann von Ben Aaronovitch

Flüsse gibt es nicht nur in London, auch durch Deutschland fliessen einige dieser Gewässer. Magie ist hierzulande ebenfalls reichlich vorhanden, und somit gibt es auch jenseits der britischen Insel ein Pendant zum Londoner Folly - wenn auch kleiner.

Die Abteilung heisst hier "Komplexe und diffuse Angelegenheiten", kurz KDA, und wird von "der Chefin" geleitet.

Diese Frau in rot bekommt man nur am Ende schnell zu Gesicht, scheint aber eine spannende Person zu sein. Stattdessen haben wir das grosse Vergnügen Tobi Winter kennen zu lernen.

Tobi, Sohn eines Polizisten aus Mannheim, kennt das Folly, die Nachtigall und Peter Grant bisher nur vom Hörensagen. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft noch ändern wird, eine Zusammenarbeit in gewissen Dingen oder zumindest eine Vernetzung könnte ich mir gut vorstellen. Tobi wurde in Magie ausgebildet und reist nach Bedarf durch die Lande. Im Hintergrund gibt es ein Spezialkommando, das aber nur ausrückt, wenn Tobi sie ruft.

Als am Rande eines Weinbergs eine Leiche gefunden und eine Transgression vermutet wird, wird Tobi zum Tatort beordert. Ihm zur Seite wird Vanessa Sommer, eine lokale Kommissarin, gestellt. Sie ist neugierig, wissbegierig und lässt sich nicht so leicht abschrecken. Vanessa und Tobi, Sommer und Winter - ein tolles Team!

Ben Aaronovitch nutzt diesen eigenständigen Ableger der Peter Grant-Serie um einiges von Grunde auf zu erklären. Deshalb eignet sich "Der Oktobermann" sehr gut für Leser, die sich bisher noch nicht an die "Flüsse von London" getraut haben und sich mal einlesen wollen in diese doch sehr spezielle, aber sehr gefällige Welt des Abnormalen.

Langjährige Fans der Nightingale-Crew werden auch auf ihre Kosten kommen: ich höre das freudige "Aaah, jetzt gehts los", wenn sie das erste Mal den Begriff "Fluss" lesen. Kurz darauf werden sie mit der Flussgöttin Kelly bekannt gemacht und am Ende der 205 Seiten sind sie einiges klüger, was die Geschichte des "abstrusen Scheiss" in Deutschland betrifft und haben einen interessanten und geschichtsträchtigen Fall mit Tobi Winter und Vanessa Sommer verfolgt.

Fazit: Schön, KDA nun in Deutschland zu haben - hoffentlich war das erst der Auftakt!
4 Punkte.

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Rezensionen von dorli:

Weil du mich hältst

Weil du mich hältst von Jody Hedlund

In ihrer Orphan-Train-Serie erzählt Jody Hedlund die Geschichte der Waisenzugbewegung der 1853 gegründeten Children's Aid Society - eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligte Kinder und Jugendliche aus New York in den Mittleren Westen umzusiedeln, um ihnen so eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

„Weil du mich hältst“ spielt im Herbst 1859 und ist der dritte und abschließende Teil der Serie um die aus Deutschland stammenden Neumann-Schwestern, der Roman ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gut verständlich. In diesem Buch steht mit der 17-jährigen Sophie die jüngste der drei Schwestern im Mittelpunkt des Geschehens.

Sophie hat sich die letzten zwei Jahre in Boston mehr schlecht als recht durchs Leben geschlagen, sich aber trotz der widrigen Umstände liebevoll um die Waisenkinder Olivia und Nicholas gekümmert. Zurück in New York werden Sophie und ihre Freundin Anna Zeugen eines Mordes und müssen untertauchen. Sie beschließen, mit einem Waisenzug gen Westen zu fahren und hoffen, in Illinois ein gutes Zuhause für sich und die beiden Kleinen zu finden…

Jody Hedlund gelingt es ganz hervorragend, die schwierigen Lebensumständen der Menschen im 19. Jahrhundert in New York mit wenigen Worten anschaulich zu beschreiben. Sehr mitreißend schildert die Autorin, dass Arbeitslosigkeit und Armut den Alltag besonders für ledige Mütter zu einem stetigen Überlebenskampf gemacht haben und Kriminalität und Prostitution oft die einzigen Wege war, sich und ihre Kinder zu versorgen.

Zudem thematisiert Jody Hedlund, dass das Bestreben der Children's Aid Society, den Waisenkindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, nicht immer von Erfolg gekrönt war – neben den vielen Fällen, in denen Kinder ein fürsorgliches Zuhause gefunden haben gibt es genauso viele, in denen die Kinder viel Leid erfahren haben, von ihren Geschwistern getrennt aufwachsen mussten, als billige Arbeitskräfte ausgenutzt oder sogar misshandelt wurden.

Für Sophie wird die Reise in den Westen zu einer weiteren Bewährungsprobe – ihre einzige Sorge gilt Olivia und Nicholas, doch ihr Wunsch, sich weiterhin um die Kinder zu kümmern, lässt sich nicht so einfach realisieren, wie sie gehofft hat. Des Weiteren kämpft Sophie mit starken Schuldgefühlen; sie sieht nur ihre Fehler und Defizite und hält sich für eine Versagerin. Bis auch sie wie ihre Schwestern ihr persönliches Glück finden kann, gilt es daher, zahlreiche Herausforderungen zu meistern.

„Weil du mich hältst“ hat mir sehr gut gefallen. Wie schon die vorhergehenden Bände liest sich auch dieses Buch trotz der ernsten Themen angenehm zügig. Jody Hedlund hat mir mit ihren facettenreichen Schilderungen einen interessanten Einblick in die Arbeit der Children's Aid Society ermöglicht und mich zudem mit ihrer lebendigen Erzählweise bestens unterhalten. Es hat Spaß gemacht, die drei Neumann-Schwestern kennenzulernen und sie auf ihren Wegen zu begleiten.

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Rezensionen von begine:

Im Wandel

Unhaltbare Zustände von Sulzer Alain Claude


Der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer schreibt in seinem Roman „Unhaltbare Zustände“ von der Einsamkeit und dem Alter.
Zwei Personen stehen im Mittelpunkt und es ist 1968.
Der 60jährige Schaufensterdekorateur Stettler lebt seit dem tot seiner Mutter allein. Der Wandel der Zeit Sein einziger Lichtblick ist seine Korrespondenz mit der Radiopianistin Lotte Zerbst.

Der Autor zeichnet beide Personen mit eigenen Schrullen. Lotte Zerbst Karriere endet beim Radio. Stettler ist ein alternder Hagestolz, der sich mit der neuen Zeit nicht anfreunden kann.

Sulzer schreibt mit schnellen und trockenem Stil. Der Roman ist gute Literatur.

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Rezensionen von S.:

Eingesperrt

Sterbekammer von Romy Fölck

Was so sanft beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Horrorszenario: eine junge Frau wird 2010 verschleppt und in einem Kellerverlies gefangen gehalten. Jahre später. Frida Paulsen ist die „Neue“ im Team der Itzehoer Polizei. 10 Jahre lang ist sie in Hamburg Streife gefahren, hat sich zur Kriminalpolizei versetzen lassen.

Ihr „Ziehvater“ Bjarne Haverkorn, erholt sich von einer im Dienst erlittenen Verletzung. Ein neuer Chef, der sich als strenger Vorgesetzter erweist, macht ihr das Leben schwer, betraut sie mit einem Cold Case, eben mit der Entführung aus dem Jahre 2010. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Tod des alten Hader, in dessen abseits gelegener Wohnmühle ein Kellerverlies mit DNA-Spuren einer Frau gefunden werden?
Eine schreckliche Vorstellung, viele Jahre in einem fensterlosen Loch gefangen gehalten zu werden. Was macht das mit Einem?
Romy Fölck hat einen spannenden Krimi verfasst, der den Leser sofort packt und mit auf Spurensuche gehen lässt. Interessant, welche Ansätze verfolgt werden. Welche Enttäuschung, wenn eine viel versprechende Fährte mit einem Fehlschlag endet. Spannung wird aufgebaut und konstant gehalten. Und natürlich ist Offensichtliches doch nicht so, wie es zunächst scheint.
Sachlich geschildert, aber gerade deshalb so emotional, sind die Gedanken der Entführten, die die Tage ihrer Gefangenschaft zählt. Mehr bleibt ihr nicht.
Schön, dass Lokalkolorit einfließt, die Sorgen der Obstbauern eingeflochten werden und auch die Liebe eine Rolle spielt. Sehr sympathische und weniger nette Kollegen werden bei ihrer mühseligen, oft großen persönlichen Einsatz fordernden Arbeit beobachtet.
Spannendes aus dem Bastei Lübbe Verlag, gut zu lesen.

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