Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Alter Tod von Renate Taucher
Als Vorbereitung für die Landesausstellung 2019 sollen umfassende Renovierungsarbeiten in den Kasematten der ehemaligen Kaiserstadt Wiener Neustadt durchgeführt werden. Deshalb betritt Lorenz Emich vom städtischen Bauamt die Kasematten und stolpert über eine Leiche.
Man verständigt sofort das LKA und Chefinspektor Peter Wannek trifft gemeinsam mit seinem neuen Partner Norbert Meier in Wiener Neustadt ein.
Die beiden trauen ihren Augen nicht, als sie in der Nähe der Leiche einen zweiten Toten finden. Doch damit nicht genug, bei der Suche nach einem passenden Tatwerkzeug
entdecken sie ein eingemauerte mumifizierten Toten. Drei Tote auf einen Schlag? Da muss Unterstützung her. Die erhält Wannek, der als schroff gilt und wenig von Frauen bei der Kripo hält, ausgerechnet in Form der Wiener Neustädter Polizistin Gruppeninspektorin Miriam Beck.
Nun ja, die beiden „frischen“ Toten sind bald identifiziert: Der eine, Klaus Friedhelm Stankovsy war Richter, der andere war Siegfried Schneck, ein pesnionnierter Kriminalbeamter. Recht bald ist klar, dass Schneck den Richter ermordet hat. Nur was ist das Motiv? Und wer hat dann Schneck auf dem Gewissen?
Es scheint als hätte Schneck den Richter und andere honorige Bürger von Wiener Neustadt erpresst. Doch womit? Langsam arbeiten sich die Kriminalisten vorwärts und stoßen auf immer mehr Geheimnisse.
Miriam Beck erhält immer wieder nur langweilige Recherchearbeit im Polizeicomputer bzw. in den Archiven zugeteilt, während Meier und Wannek, den spannenden Außendienst absolvieren. Um die Identität der, in Anlehnung an die Gletschermumie Ötzi, „Neuzi“ genannten Mumie herauszufinden, nimmt sie sich die Akten der Vermisstenfälle der letzten 30, 40 Jahre vor und stößt auf einen bekannten Namen.
Meine Meinung:
Ich mag Krimis, die in mir gut bekannten Gegenden spielen. Inzwischen ist die erwähnte Niederösterreichische Landesausstellung beinahe wieder Geschichte. Zweimal habe ich dabei die Kasematten besichtigt. Die weit verzweigten unterirdischen Gängen bieten sich für Verbrechen aller Art geradezu an!
Sehr geschickt verquickt die Autorin die Verbrechen, die eng miteinander verbunden sind. Die sogenannte heile Welt der angesehenen Familie Stankovsky erhält einen Kratzer nach dem anderen, bis sie gänzlich auseinander fällt. Langsam, Schicht für Schicht wird der Lack abgetragen bis ein rostiges Gebilde überbleibt, das in der Nazi-Zeit seinen Anfang gefunden hat. Lug‘ und Trug‘ bauen aufeinander auf. „Crimen criminem invocat“ - ein Verbrechen zieht das nächste nach sich, sagten schon die alten Römer.
Der Krimi liest sich locker und flüssig. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet. Der etwas altmodische Peter Wannek muss zugeben, dass Frauen in der Kriminalpolizei ihren Mann stehen können und auch mit seinem neuen Partner Norbert Meier läuft es nun ganz gut. Schade ist nur, dass Miriam Beck wieder in ihren alten Polizeialltag zurückkehren muss. Die Dienstzuteilung zum LKA ist vorbei. Ob die Autorin ein Einsehen hat und Miriam Beck den Wechsel zur Kriminalpolizei möglich macht? Auf der Rückseite des Buches steht ja viel versprechend „Miriam Beck steht in ihrem ersten Fall einer Fülle von Rätseln gegenüber, die doch miteinander verwoben zu sein scheinen.“
Gut gefällt mich auch, dass autochthone Namen wie Omasits angeführt werden, auch wenn die Kollegin dieses Namens dann nicht weiter in Erscheinung tritt.
Erwähnt werden neben den Parkplatzproblemen und anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt auch die Maria Theresianische Militärakademie, die seit 1752 bis heute Offiziere und Offizierinnen ausbildet.
Fazit:
Ein Krimi, der durch gute Recherche besticht und auf Effekthascherei verzichtet. Gerne gebe ich diesem Österreich-Krimi 5 Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Auch für interessierte Nicht-Nichtwissenschaftler geschrieben.
Unser Platz im Kosmos von Hanslmeier Arnold
Seit Menschengedenken fragen sich die Erdenbewohner woher sie kommen und wohin sie gehen, ob sie alleine „auf der Welt“ sind.
Autor Arnold Hanslmeier, Professor für Astrophysik an der Uni Graz, ist diesen Fragen in elf Kapiteln nachgegangen.
Er spannt den Bogen von den alten Kulturen bis in die aktuelle Wissenschaft.
Naturgemäß können nicht alle Fragen beantwortet werden. Manches bleibt derzeit noch unerforscht. Aber die nachfolgenden Generationen brauchen ja auch noch ein Betätigungsfeld.
Erde und Mensch im Mittelpunkt
Das Weltbild im Mittelalter und in außereuropäischen Kulturkreisen
Vom Mittelalter in die Neuzeit
Die Frage nach dem Warum der Planetenbewegungen
Ist alles vorhersagbar
Von der Sonne zu den Sternen
Die Welt im Kleinen
Chaos oder Ordnung
Das expandierende Universum und der Urknall
Leben im Universum
Gibt es mehr als ein Universum?
Die einzelnen Kapitel sind gut aufbereitet und verfügen über ansprechende Grafiken und Abbildungen, so dass sie auch Leser, die sich noch nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, begeistern.
Überhaupt ist die Aufmachung des im Anton Pustet Verlag erschienenen Buch hochwertig. Daher eignet sich das Buch nicht nur zum Selberlesen sondern auch als Geschenk für alle jene, die gerne wissen wollen, wo „Unser Platz im Kosmos“ denn sein könnte.
Rezensionen von Lesemama:
Die Hotelerbin
Unser Platz im Kosmos von Hanslmeier Arnold
Bewertet mit 3.5 Sternen
Zum Buch:
Nina Gregory wächst mit dem Wissen auf, die nächste Erbin eines renommierten Hotels in New York zu sein. Ihren Freund Tim kennt sie schon ihr ganzes Leben, alles scheint genau geplant. Da wird ihr Vater sehr krank und Nina muss sich schneller ihrem Leben stellen als gedacht.
Ist sie tatsächlich bereit ihr bisheriges Leben aufzugeben um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und vor allem, will sie das überhaupt?
Ihr Vater hatte einige Geheimnisse, es ist lange nicht alles so wie es scheint. Und auch ihre Liebe zu Tim wird auf eine harte Probe gestellt.
Meine Meinung:
Mich machte der Klappentext neugierig, vor allem das Geheimnis rund um ihren Vater. Ich liebe Familienromane mit Geheimnissen und ich liebe die Auflösung des ganzen. Wer mich kennt, weiß, ich lese für mein Leben gerne Frauen-Liebes-Romane, die Liebe, das Happyend, all das gehört für mich zu einen schönen Roman dazu.
Nun, das Emotionale in der Roman , gerade die Situation mir ihrem Vater hat mir Tränen in die Augen getrieben, es war schon sehr berührend. Allerdings kam ansonsten das Gefühl fast ein wenig zu kurz. Nina wuchs mit dem Wissen auf, man weint nicht in der Öffentlichkeit, man hat kein Privatleben alles, wirklich alles muss genau überdacht sein. Ich fand schon das "Lieblingsspiel" von Ninas Vater, wie lautet die beste, wie die schlechteste Schlagzeile zu einem bestimmten Bild, sehr ungewöhnlich und berechnend.
Meiner Meinung nach kam auch das Geheimnis, die Fehler des Vaters viel zu kurz. Es wurde nur angerissen, man erfährt zu wenig. So war es nur Mittelmaß, die Story hätte mehr hergegeben.
Auch das romantische, was mir in einem Buch immer gut gefällt und auch sehr wichtig ist, kam hier viel zu kurz.
Alles in allem ist es ein netter Unterhaltungsroman, nicht mehr. Schade, ich hätte Nina, Tim und die anderen Protagonisten tatsächlich gerne besser kennengelernt.
Rezensionen von Minangel:
Eine „Mut-mach“-Geschichte für Kindergartenkinder
Maxi ist doch kein Angsthörnchen! von Tanja Mairhofer
Inhalt: Eichhörnchen Maxi hat ihren ersten Tag im Waldkindergarten. Klar, dass das ganz schön aufregend ist! So aufregend, dass sogar die Eichhörnchen-Mama nervös ist. Sie hat ihre Tochter doch noch nie so lange allein gelassen und ermahnt sie beim Abschied, unbedingt gut auf sich aufzupassen. Maxi hat andere Sorgen: Ob sie hier wohl schnell neue Freunde findet? Sie nimmt sich vor, stark und selbstbewusst zu sein, um die anderen Tierkinder zu beeindrucken.
Aber der Kastanienbaum ist ganz schön hoch und der Wald furchtbar dunkel. Bald lernt Maxi, dass Starksein auch bedeutet, dass man sich Hilfe holen und auch mal Nein sagen darf. Deswegen ist man noch lange kein Angsthörnchen! (übernommen).
Unsere Meinung: Welch nettes Buch für Kindergartenkinder! Maxi, das Eichhörnchen ist aufgeregt am ersten Kindergartentag, entdeckt neue Freundschaften und besteht dabei einige schwierige Situationen. Dabei lernt sie auch, sich Hilfe zu holen und auch Nein zu sagen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt. Genau diese Botschaft hat meinem Kindergartenkind am besten von allen gefallen: nämlich dem Freund widersprechen, nein zu sagen, wenn es kein gutes Gefühl macht. Mein weiteres Vorlese-Publikum war auch beeindruckt von Maxi, welche am ersten Kindergartentag sogar auf eine Nachtwanderung mitgeht. „Ich hätte mich das nicht getraut!“ war der einstimmige Tonus meines Testpublikums.
Kindgerechte freundlich wirkende Zeichnungen mit fröhlichen Farben runden das Werk ab. Hin und wieder hätten wir uns über noch mehr Zeichnungsdetails zu den Erzählten gefreut: z.B. anfangs größere Portraits zu den erwähnten Tieren, damit wir sie dem Namen zuordnen können.
Fazit: Nachdem mein Publikum sehr aufmerksam bei der Sache war und sie sich mit Maxis Geschichte identifizieren konnten, möchten wir gerne 5 Kastaniensterne geben.
Rezensionen von C. P.:
Süchtig machender Action-Comic-Monster-Roman
Jack, der Monsterschreck, und die Zombie-Apokalypse von Brallier Max
Wir befinden uns mitten in der Monster-Zombie-Apokalypse. Ganz Wakefield ist mit Zombies verseucht. Ganz Wakefield? Nein - ein paar Jugendliche haben überlebt und kämpfen erbittert gegen Untote und zähnefletschende Monster mit Mundgeruch. Einer von ihnen ist Jack Sullivan, und dies sind seine Aufzeichnungen.
Was für ein spannendes Actionbuch! Es geht sofort los mit einem tödlichen Kampf gegen das Obermonster. Keine langweilige Einleitung, kein ewig langes Vorstellen irgendwelcher Personen. Jack beginnt mit Tag 42 nach Ausbruch der Apokalypse und muss erstmal seinen besten Freund in all dem Chaos wiederfinden. Er selbst hat sein Wissen über Actionhelden und Überlebensstrategien aus Videogames, während sein Freund Quint eher der Science-Geek ist. Das Hauptquartier ist ein zur Festung ausgebautes Baumhaus und für jede Heldentat vergibt Jack sich ein Abzeichen. Sein oberstes Ziel ist die Rettung eines "Fräuleins in Nöten", Jacks Schulschwarm June.
Das Buch ist nicht nur monsterspannend, sondern auch durch seine vielen eingebauten Comiczeichnungen, neuen Wortkreationen und komplett verrückten Ideen einfach urkomisch. Die Comics sind optisch super gezeichnet, der Stil unterhaltsam und die gesamte Story sehr lebendig. Macht definitiv süchtig!
Rezensionen von Gaby 2707:
Tennis ist ein großes Rätsel
Das Haifischhaus von Barth Rüdiger
Toto Berger hat alles, was man sich als Tenniscrack nur wünschen kann. Viel Geld, ist angesehen und beliebt, jeder in der Branche kennt ihn. Und dann kommt der Break und alles ist vorbei. Von Heute auf Morgen. Dazu Krankheit und Alkoholismus. Doch plötzlich ein Licht am Horizont. Ein letztes Spiel gegen die aktuelle Nr.
1 im Tennis auf Schalke.
Wir er es noch einmal schaffen sich zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen, sich zu Höchstleistungen zu pushen?
Durch das Cover mit dem Tenniscourt und den Klappentext bin ich auf das Buch aufmerksam und vor allem neugierig geworden. Mit Tennis hatte ich bis hierher nicht viel am Hut. Trotzdem hat mich das Buch recht schnell in seinen Bann gezogen. An den außergewöhnlichen Schreibstil habe ich mich erst gewöhnen müssen, was aber recht flott ging.
Auch wenn ich hier und da Frau Google bemühen musste, weil mir Begriffe nicht klar waren oder ich Sätze nicht verstanden habe, war ich schnell in der Welt des Tennis daheim. Mit Toto Berger erlebe ich den Aufstieg und den Fall eines großen Tennisasses. Ich lerne die Menschen aus seinem direkten Umfeld kennen und Viele, die er im Lauf seiner Karriere kennengelernt hat. Um ihn herum ergibt sich ein stimmiges Bild eines Ausnahmesportler mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Freunden, seinen Sherpas und auch von Missgünstigen.
Ich stehe mit ihm auf der Terrasse des Haifischhauses und schaue auf die Flensburger Förde hinaus. Der Autor hat eine so detailreiche ausdrucksstarke Schreibweise, dass sofort farbige Bilder in meinem Kopf entstehen und ich meine sogar den Wind an der Ostsee zu spüren und die Wellen rauschen zu hören.
Zum Schluss hin, wo ich bei seinem letzten Spiel dabei bin, war es mir dann doch zu tennisdominant. Da habe ich etwas abgeschaltet, was den Unterhaltungswert aber in keinster Weise geschmälert hat.
Ein tolles Buch mit vielseitigen und vielschichtigen Charakteren, über Erfolg, Rücksichtslosigkeit und den tiefen Fall, über neue Chancen, gute Freunde und Menschen, bei denen ich nicht weiß, ob sie es wirklich gut meinen. Ich erhalte tiefe Einblicke in den Tennissport, lerne Fachbegriffe und bin bei Totos letztem Spiel dabei.
Ein ausdrucksstarker Roman über Höhen und Tiefen, den ich nicht nur Tennisfans ans Herz legen möchte. Ein packendes Debüt eines Autors, von dem ich gerne mehr lesen möchte.
Rezensionen von *RC*:
„Kalte Füße“ bekommt man im „Kalten Krieg“....
Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello von Lena Greiner; Carola Padtberg-Kruse
Ups, als Antwort gab sogar ein Schüler, dass die Füße eines Soldaten sogar erfroren seien.
Ja, das dritte Buch aus der Reihe „Neue witzige Schülerantworten & Lehrersprüche“ von Lena Greiner und Carola Padtberg ist wieder voll gespickt mit witzigen, fantasievollen, kuriosen und katastrophalen Antworten, die Schüler aller Altersklassen und Schulformen mündlich als auch schriftlich zum Besten geben.
Zum Besten? Eher wohl nicht, denn diese Antworten sind teil meilenweit entfernt von ansatzweise richtig.
Diese unterhaltsame Lektüre konnte entstehen, da Lehrer und Schüler wieder einmal dem Spiegel-Online-Aufruf gefolgt sind, und zum Schmunzeln gedachte Episoden aus dem Schulalltag eingeschickt haben. Entstanden ist ein kunterbuntes Sammelsurium an 'Unwissen' / „Nichtwissen“...
Das Buch ist in zwölf Kapitel, die sich mit einzelnen Unterrichtsfächern aber auch nicht-fachspezifischen Angelegenheiten, eingeteilt. So werden die Unterrichtsfächer Erdkunde, Biologie, Chemie, Mathematik aber auch Deutsch, Englisch sowie Musik, Geschichte/Politik als auch Religion/Ethik unter die Lupe genommen. In den Fokus geraten diesmal auch die Lehrer mit ihren Eigenheiten, über die sich Schüler auslassen konnten, sei es, Verhalten den Schülern gegenüber oder Spleens der Unterrichtsausführung.
Die Lektüre lässt sich gut und flüssig lesen und ist in einer lockeren, unterhaltsamen Art geschrieben. Ein gutes Konzept ist, dass es keine reine Sammlung und Aneinanderreihung der Frage-Antwort-Blöcke ist, sondern, dass einzelne Wissensabfragungen von den Autorinnen mit feinen ironischen, aber auch sarkastischen und wissenserläuternden Kommentaren eingeleitet oder auch ausgeleitet werden. Passende karikaturartige Cartoons (von Hauck & Bauer) – insbesondere zu Beginn eines Kapitels - lockern das Buch auf.
Ich finde, dass auch dieses Buch wieder mal gelungen ist und 'unterhaltsam' zeigt, wo teilweise nachvollziehbare aber auch Kopfschütteln erzeugende (peinliche) Wissenslücken bei Schülern vertreten sind.
ABER... ! Bei manchen Antworten wundert man sich, wie Schüler auf eine solche Antwort nur kommen können. So musste ich z.B. über diverse geographische Kenntnisse bei Grundschülern schmunzeln, bei einigen Antworten mancher Oberstufenschüler habe ich mir – fast schon vor Entsetzen – nur an den Kopf gelangt. Bei Ausreden, warum der ein oder andere zu spät zum Unterricht erscheint, sind an Einfallsreichtum fast nicht zu überbieten – enorm.
So ist das Buch zwar witzig aber gleichzeitig auch durchaus beschämend, weil es irgendwie ein ungutes Bild auf das deutsche Bildungssystem und/oder die Lernmotivation unserer Schüler wirft.
Irgendwie bin ich etwas hin- und hergerissen. Auch wenn die Antworten per se „neu“ sind, bringt das Buch nicht unbedingt etwas „Neues“. Es reiht sich halt in die Schülerantworten-Reihe gut ein. Wer unterhalten werden möchte und Lesestoff für zwischendurch bzw. einfach mal so sucht, macht nichts Verkehrtes, wenn er auch diesen dritten Band liest. Aber in meinen Augen, liegt nichts Bahnbrechendes vor, so dass ich drei Sterne vergebe.
✶ ✶ ✶
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein brisantes Thema spannend aufgearbeitet
Todesmal von Andreas Gruber
Nach einer heftigen Diskussion mit seinem Chef Dirk van Nistelrooy hat Kriminalhauptkommissar Maarten S. Sneijder seinen Job an den Nagel gehängt. Das BKA will seine exaltierten Forderungen nicht erfüllen.
Seine bisherige Kollegin Sabine Nemez hat gerade eine Nonne im Empfang genommen, die ihr Anliegen nur mit Sneijder besprechen will.
Im Verhörraum spricht sie von 7 Morden, die in den nächsten 7 Tagen geschehen werden. Und obwohl Sabine eine der besten Profilerinnen beim LKA ist, kann sie den Tod des ersten Opfers nicht verhindern. Dieser Fall scheint so interessant, dass Sneijder sich doch wieder einschaltet. Außerdem will die Nonne nur mit ihm sprechen. Warum? Zusammen mit Sabine Nemez und Tina Martinelli bildet er ein Team. Der Pole Krzysztof und IT-Spezialist Marc Krüger komplettieren die Crew, die nun versucht 6 Menschenleben zu retten.
Maarten Somerset Sneijder, polizeilicher Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden, raucht Marihuana, trinkt Vanilletee und hat überall sein Akupunkturset dabei. Dieser Mann ist mir ab der ersten Seite mit seinen menschenverachtenden Sprüchen und Kommentaren dermaßen unsympathisch. Ein solcher Kotzbrocken, der aber bei seiner Arbeit einfach genial ist. Wofür ich ihn absolut bewundere.
In menschlicher Hinsicht ganz der Gegenpol dazu die beiden Frauen im Team, Sabine Nemez und Tina Martinelli. Auch der Pole Krzysztof, den Sneijder aus dem Knast geholt hat, IT-Spezialist Marc Krüger und Horowitz, der im Rollstuhl sitzende das Team komplettiert, passen perfekt zusammen. Jeder hat seine speziellen Aufgaben und Fähigkeiten, die Sneijder mit seinem goldenes Händchen gekonnt einsetzt. Sie arbeiten toll zusammen und unterstützen sich gegenseitig, wo es nur geht.
Sehr gut gefallen hat mir hier, dass ich zwar recht bald wusste, wer der oder die Täter sind, aber immer bangen musste, ob Sneijder´s Team das nächste fällige Menschenleben retten kann. Wie frustrierend muss es sein, immer nur ein paar Minuten zu spät zu kommen.
Mit manchen Opfern habe ich schon sehr mit gelitten. Obwohl sie auch in meinen Augen eine Bestrafung verdient hatten. Was aber hier die Komplizen der Nonne mit den Opfern anstellen war schon heftig. Mein Kopfkino habe ich an ein paar Stellen ausschalten müssen.
Aber warum müssen all die so unterschiedlichen Menschen hier sterben? Das ergeben nach und nach die Ermittlungen von Sneijder und seinem Team. Haarsträubend und erschreckend, wenn ich bedenke, dass es sich so auch im wahren Leben abgespielt haben könnte.
Eingeschoben werden ein paar Mal kurze Kapitel über eine Gebirgsjägerin beim österreichischen Bundesheer und einen Soldaten der deutschen Bundeswehr, der z.B. in Afghanistan gedient hat. Was die Beiden hier zu tun haben, klärt sich im Laufe der Geschichte.
Andreas Gruber hetzt mich zusammen mit seinen Akteuren von einem Tatort zum nächsten, schafft es zwischendurch immer wieder etwas Ruhe in die Geschichte zu bringen um die Landschaft oder die Umgebung auf mich wirken zu lassen und kreiert dabei eine Spannung, die ab der ersten Seite ein sehr hohes Level erreicht. Und dies auch hält, bis sich zum Ende hin alles schlüssig auflöst. Alle meine Fragen, die sich im Laufe der Geschichte angesammelt haben, und davon gab es Viele, lösen sich auf und ich bin erschüttert von dem, was die Ermittler hier alles zutage fördern.
Dies war mein erster Thriller, den ich von Andreas Gruber gelesen habe. Ich habe Blut geleckt und werde mir auch die Vorgängerbände zulegen.
Beste Unterhaltung, Nervenkitzel, Spannung, einem Fall, der mir an die Nieren gegangen ist und einem ganz besonderen Team, das ich ins Herz geschlossen habe. Meine Leseempfehlung hat sich der Thriller verdient!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Staatsanwältin Riley einmal anders
Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz
In einer schicken Bar in St. Pauli treffen sich Staatsanwältin Chastity Riley und fünf weitere Kriminalbeamte, um den 65. Geburtstag von Faller, dem Chef der Mordkommission, zu feiern. Doch die lustig lockere, alkoholgeschwängerte Feier endet plötzlich: Ein Dutzend schwer bewaffneter Männer dringt in die Bar ein und nimmt alle Barbesucher als Geiseln.
Die Geiselnehmer ahnen nicht, dass sie es mit einem zusammengeschweißten Team von Kriminalbeamten und der Staatsanwältin zu tun haben, die sich auch nur mit Blicken bestens untereinander verständigen können. Zuvor mussten alle Geiseln ihre Mobiltelefone abgeben. Nur gut, dass KHK Calabretta neben einem Messer ein Zweittelefon in seinen Cowboystiefeln trägt und Hilfe rufen kann.
In vielen Rückblenden bis ins Jahre 1984 wird langsam klar, dass es sich hier um Rache an einem Hamburger Schnösel handelt, der die Familie des nunmehrige Anführers der Geiselnehmer auf dem Gewissen hat. Etwaige aktuelle Opfer sind Kollateralschäden. Doch welche der Geiseln ist er?
Meine Meinung:
Dieser nunmehr 9. Krimi rund um die unkonventionelle Staatsanwältin Chas Riley ist ein wenig anders als die bisherigen. Nicht Riley und ihr eher ausschweifendes Privatleben und der erhöhte Alkoholgenuss stehen im Mittelpunkt, sondern Henning Garbarek, der vor Jahren aus Hamburg fortging, um in Cartagena, Kolumbien, sein Glück zu machen. In diesem zweiten Handlungsstrang und gekonnt erzählten Rückblicken erfährt der Leser, wie es Henning in Cartagena ergangen ist. Wer bei „Kolumbien“ sofort an Drogen denkt, liegt nicht so ganz falsch.
Wer Simone Buchholz‘ Schreibstil nicht kennt, wird ein wenig irritiert sein. Ihre kurzen, knappen Sätze und die manchmal derbe Ausdrucksweise stoßen manche Leser vor den Kopf. Aber, das macht genau den Reiz dieser Krimi-Reihe aus. Die Wirklichkeit im Hamburger Kiez ist rau, derb, brutal und voll mit Drogen aller Art - das färbt auch auf die Ermittler ab.
Diesmal kommt sogar etwas wie Humor auf, denn die Autorin gibt ihren Kapiteln seltsam anmutende Überschriften wie „Ein Mann eine Wurst“ oder „Kopf in der Kreissäge“. Auch die kurzen Passagen, die in einer Art Lyrik dargeboten sind, wirken abgefahren.
Skurril auch, dass Chas mit fast jedem der anwesenden Polizisten ein Techtelmechtel hatte, aber der aktuelle Lover (noch) nicht dabei ist. Der wird einen waghalsigen Befreiungsversuch starten. Gleichzeitig taxiert sie die Geiselnehmer, ob die auf von ihr angebotenen Sex anspringen würden. Besonders den Anführer hat sie diesbezüglich im Visier.
Ein kleiner Kritikpunkt ist das Aufsehen, dass um Chas‘ lädierten linken Daumen gemacht wird. Wo hat sie sich diese Verletzung, die sich im Laufe der Zeit zu einer veritablen Blutvergiftung auswächst, überhaupt zugezogen?
Fazit:
Wie gewohnt, ein Krimi abseits des Mainstreams, anspruchsvoll und mit überraschenden Wendungen gespickt. Hochspannung für die Fans von Chas Riley und 5 Sterne für das Buch.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Drama zwischen Schuld und Sühne
Schuldacker von Tom Finnek
Der junge Benedikt stolpert nach einem gewonnenen Fußballmatch trunken vor Freude (und sonstigem) über eine Leiche. Der Tote ist recht schnell identifiziert: es handelt sich um Paul Winterpracht, der vor einiger Zeit seinerseits einen jungen Mann durch einen Faustschlag getötet hat. Aufgrund seiner Jugend und seiner geringen geistigen Fähigkeiten, ist er mit einem milden Urteil davongekommen.
Das wiederum hat einige Bewohner von Westerwick wie den Journalisten Gerd Nollmann und seine Bürgerwehr ziemlich aufgeregt. Spielt hier Selbstjustiz eine Rolle? Und was haben die Hinweise auf Bibelsprüche zu bedeuten.
Heinrich Tenbrink und Mail Bertram müssen in alle Richtungen ermitteln und durchleuchten sowohl die Familie Winterpracht als auch die Aukemas, deren Sohn das Opfer von Pauls Gewaltausbruch war. Die Familie Aukema gehört zu den strenggläubigen Mennoniten und hätten ein veritables Motiv. Allerdings erlegt ihnen ihr Glaube allerlei strenge Regeln auf und untersagt ihnen, Gewalt auszuüben und erlegt . Doch halten sich wirklich alle dran?
Meine Meinung:
Tom Finnek ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen, der durch die unterschiedlichen Charaktere sowohl bei den Ermittlern als auch bei den Dorfbewohnern besticht. Heinrich Tenbrink hat nach wie vor einige Aussetzer nach seinem Schädelbruch und ist eigentlich die Karriereleiter hinauf gefallen. Allerdings, so argwöhnt der Münsterländer Dickschädel, soll er so aus dem Alltagsgeschäft herausgehalten werden, da seine Ermittlungsansätze hin und wieder gewöhnungsbedürftig sind. Ihm zur Seite steht wieder Maik Bertram, der manchmal etwas ungestüm ist und nach wie vor von seiner Vergangenheit als Drogenfahnder in Magdeburg eingeholt wird. Trotz aller Unterschiede ergänzen sich die beiden so gut, dass sie nun gemeinsam mit Pudel Flocke eine Männer-WG in Tenbrinks Haus bilden. Diesmal spielt Flocke ein recht große Rolle, die dem Krimi eine humoristische Tone gibt.
Ein abermaliges Wiedersehen mit Jan Bonnema, dem niederländischen Polizisten bewahrt Maik vor einer Riesendummheit. Ach ja, Dummheit - Maik und die Frauen sind auch so ein Kapitel mit dem wir uns hier beschäftigen. Diesmal ist er zwar der Gelackmeierte, aber so ganz unschuldig ist er an der verzwickten Situation nicht.
Natürlich darf auch ein bisschen Gesellschaftskritik nicht fehlen. So sehen wir uns unterschiedlichen Kategorien von Flüchtlingen gegenüber: Zunächst die Ostpreußen, die seinerzeit von der Roten Armee vertrieben worden sind. Die sind zumindest akzeptiert, weil ja immerhin Deutsche. Dann die Bürger der ehemaligen DDR, auch Deutsche, aber schon eher scheek beäugt, weil die ja lieber im Westen von Sozialhilfe leben, als in den neuen Bundesländern arbeiten zu gehen. Und dann natürlich die Ausländer, egal woher sind sie die dritte und unterste Klasse von Flüchtlingen, denen man alles zutraut. Interessanterweise ist man auch auf Niederländer nicht gut zu sprechen.
Wie wir es von Tom Finnek gewöhnt sind, sind einfache Lösungen seine Sache nicht. Er schickt Ermittler wie Leser auf allerlei falsche Fährten und in mehrere Sackgassen, die zuvor viel versprechend ausgesehen haben.
Der fiese Cliffhanger am Ende des Buches und die Ankündigung des Autors, an einen vierten Fall für Tenbrink und Bertram zu schreiben, lassen mich voller Vorfreude auf die Fortsetzung warten.
Fazit:
Ein verzwickter Krimi, bei dem nichts so ist, wie es aussieht. Gerne gebe ich hier wieder 5 STerne.










