Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Mystisch, packend, lesenswert
Melmoth von Perry Sarah
Mit „Melmoth“ konnte mich die Autorin Sarah Perry wieder einmal überraschen. Schon bei „Die Schlange von Essex“ konnte sie mich fesseln und hat mich mit einem komplett anderen Buch als ich ursprünglich erwartet hatte, gefesselt und großartig unterhalten. Das Gleiche ist ihr mit „Melmoth“ wieder gelungen.
Die 42-jährige Helen Franklin lebt in Prag in einem kargen Zimmer und gesteht sich nur das Nötigste zu. Als einer ihrer wenigen Bekannten -Karel Pražan - ihr ein Manuskript, in dem es um Melmoth – einer mystischen schwarzen Frau, die dazu verdammt ist über die Erde zu wandern – gibt, verändert sich ihr Leben. Helen fühlt sich verfolgt von ihren eigenen Schuldgefühlen und von Melmoth.
Der Schreibstil von Sarah Perry ist einzigartig, keineswegs einfach zu lesen, teilweise fast kryptisch und trotzdem so poetisch und wortgewaltig, dass sie mich damit gefesselt und fasziniert hat.
Obwohl man sich schon zu Beginn fragt, was sich Helen zu Schulden kommen lassen und warum sie sich selbst eine Strafe auferlegt hat, muss man lange warten, um Näheres zu erfahren. Stattdessen erfährt man durch das Manuskript über Augenzeugenberichte und Tagebuchauszüge bruchstückhaft immer mehr über Melmoth. Durch diese Sprünge und Brüche in der Handlung muss man sich konzentrieren. Die Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg und dem 19. Jahrhundert ebenso grausam wie erschreckend und es bleibt lange unklar, worauf die Autorin abzielt. Mit Melmoth bringt sie eine mystische Atmosphäre in die Handlung, die für Gänsehaut sorgt und eine düstere Stimmung verbreitet.
Trotz der kleinen Kritikpunkte war das für mich ganz großartiger Lesestoff, absolut kein Mainstream sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Sarah Perry hat ihre Botschaft durch Melmoth ein wenig kryptisch verpackt, so dass ich fürchte, dass es schwierig wird eine große Leserschaft dafür zu begeistern.
Mich hat das Buch gefesselt und ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin.
Rezensionen von Lilli33:
Ein spritziges Märchenabenteuer
Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen von Siegmann Claudia
Inhalt:
Flora ist 16, als sie erfährt, dass sie eine Nachfahrin von Dornröschen ist und in ihr selbst Magie schlummert. Mit anderen Märchenfiguren, z.B. dem Schneewittchen Neva oder dem Rapunzel Val soll sie für eine seltsame Agentur arbeiten, die die Welt vor schwarzer Magie schützt. Dann werden auch noch alte Damen vom sogenannten Rosenkavalier entführt und nebenbei spielt Floras Herz verrückt, wenn sie in Hektors Nähe kommt.
Meine Meinung:
Von der ersten Seite an konnte Claudia Siegmann mich mit ihrer märchenhaften Geschichte packen. Als Leser ist man zunächst genauso ahnungslos wie die Protagonistin Flora, die einen mysteriösen Brief erhalten hat, der sie zu einer alten Mühle bestellt, um dort sogenannte Pflichtjahre abzuleisten. Erst nach und nach erfährt man, wer die verschiedenen Charaktere sind und was hinter der Agentur steckt. Und ich kann sagen, vieles scheint auf den ersten Blick ganz anders, als es wirklich ist. So konnte mich die Autorin immer wieder überraschen.
Flora war mir von Beginn an unheimlich sympathisch. Sie ist sehr warmherzig und hat das Herz am rechten Fleck. Dabei lässt sie sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen, sondern versteht sich in gewissem Rahmen auch durchzusetzen.
Der Schreibstil ist locker und dynamisch. Manche Szenen sind zum Schmunzeln, andere zum Gruseln. Man fliegt geradezu durch das Buch und mag es zwischendurch kaum aus der Hand legen. Denn es ist auch total spannend. Mal ist es gefährlich, mal romantisch. Dann wiederum lernt man Märchenfiguren von einer ganz neuen Seite kennen. Eins steht fest: Langweilig wird es hier nie. Und deshalb warte ich schon gespannt auf den 2. Band, der glücklicherweise nur etwa ein halbes Jahr auf sich warten lässt.
Die Trilogie:
1. Das letzte Dornröschen
2. Die Rache der Fee (Frühjahr 2020)
3. Der Kuss der Wahrheit (Herbst 2020)
Rezensionen von nuean:
Tolle Idee, spannende Charaktere, aber das Potential noch nicht ganz ausgeschöpft.
Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen von Siegmann Claudia
Das Cover hat mich sofort angezogen und auch der Klappentext war ganz nach meinem Geschmack, weshalb ich das Buch unbedingt lesen musste.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin, obwohl schon andere von ihr in meinem Regal warten gelesen zu werden.
Es geht um die 16-jährige Aria, die nach einem tödlichen Unfall ihrer Eltern von New York nach Littlecreek, einem kleinen Kaff in Texas, auf die Pferderanch ihrer Tante Suzan ziehen muss.
Aria ist alles andere als glücklich darüber, da ihre Mutter und Suzan nur wenig Kontakt hatten ist ihre Tante ihr fremd und auch in dem kleinen Ort fühlt sie sich nicht wohl. Ihre beste Freundin Tammy ist kaum erreichbar und somit auch nicht für sie da und ihre neuen Mitschüler sind ihr leider auch nicht freundlich gesinnt. Nur Simon der beliebte, blonde Sunnyboy und der düstere Dean sind nett zu Aria. Und dann gibt es natürlich noch die Zicke Noemi, die Aria das Leben extrem schwer macht, aber es selbst nicht leicht hat und noch viele andere Facetten während des Buches zeigt.
Auch Littlecreek ist ein merkwürdiger Ort an dem merkwürdige Dinge passieren wie verseuchtes Wasser, Hitze, Stürme, welche sich auf die Einwohner auswirken. Eines Morgens wacht Aria mit weißen Haaren auf und im Stall erwartet sie eine Überraschung. Als die unerklärlichen Phänomene sich häufen beschließt Aria den Dingen auf den Grund zu gehen und macht unglaubliche Entdeckungen.
Die Idee finde ich wirklich toll und auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Aria ist ein typischer Teenager, der mit dem harten Schicksalsschlag nicht wirklich zurechtkommt. Sie ist trotzdem stark, aber auch stur und sehr verschlossen. Sie fühlt sich einsam und im Stich gelassen.
Simon und Dean sind absolute Gegensätze, wo Simon hell ist, ist Dean dunkel. Simon ist freundlich, sympathisch und immer zur Stelle. Dean hingegen hat es auch nicht besonders leicht und ist der perfekte Bad Boy.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ist spannend, flüssig und mitreißend. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Doch ganz rund fand ich die Handlung nicht, manchmal etwas verwirrend. Trotzdem war das Ende so spannend, dass ich den 2. Teil unbedingt lesen muss.
Fazit: Toller Anfang, dann etwas langatmig und manchmal verwirrend, doch zum Schluss so spannend, dass ich den 2. Teil kaum erwarten kann.
Rezensionen von Anja:
spannende Fantasygeschichte voller Überraschungen
Kingdoms of Smoke - Die Verschwörung von Brigant von Sally Green
Das Cover ist ein absoluter Hingucker und auch die Geschichte konnte bei mir total punkten.
Die entworfene Welt mochte ich sehr. Es gibt verschiedene Königreiche, die durch zurückliegende Ereignisse teilweise schwierige Beziehungen zueinander haben. Vergangene Kriege haben Ländereien zerstört, Hochzeiten sollen Bündnisse sichern.
Als Besonderheit kommt noch der übernatürliche Aspekt hinzu, denn es gibt eine Region, in der Dämonen leben. Dämonenjäger töten diese und verkaufen illegal Dämonenrauch, der Rauschzustände auslösen kann. Diesen magischen Aspekt hätte ich eigentlich gar nicht unbedingt gebraucht, weil das ganze Setting um die verschiedenen Prinzen, Intrigen und Machtkämpfe schon spannend genug ist. Allerdings kommen die Dämonen insgesamt auch noch recht kurz.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Abwechselnd wird das Geschehen aus der personalen Sicht verschiedener Charaktere geschildert, wobei die jeweiligen Kapitel durch den Namen und ein persönliches Symbol gekennzeichnet sind.
Jeden einzelnen Handlungsstrang um die unterschiedlichen Figuren, die im weiteren Verlauf früher oder später zusammenlaufen, fand ich sehr spannend.
Es gibt die Geschichte um eine Prinzessin, die in einem anderen Land für ein Bündnis verheiratet werden soll. Ein Handlungsstrang dreht sich um eine 13-jährige Dämonenjägerin, die sich immer wieder in große Gefahr bringt. Ein anderer um einen jungen Mann, der von seiner überraschenden Herkunft erfährt…
Die Hauptfiguren sind facettenreich gezeichnet und entwickeln sich aufgrund ihrer jeweiligen Erlebnisse weiter. Alle waren mir irgendwie sympathisch, sodass ich mit jedem einzelnen mitgefiebert habe.
Ein paar der Nebenfiguren sind recht einseitig dargestellt, sorgen allerdings für viel Konfliktpotential.
Die Handlung steckt voller Überraschungen und Wendungen, je weiter das Geschehen voranschreitet, desto interessanter wird die Geschichte. Während einige Figuren versuchen, den richtigen Weg für sich selbst zu finden, werden andere Zeuge einer drohenden Katastrophe oder stecken mitten in einem bisher unentdeckten Lügenspiel. Doch alle werden früher oder später in das Drama hineingezogen. Gefühlvolle Szenen, actionreiche Passagen, brutales Kriegsgeschehen und hinterliste Intrigen wechseln sich ab und sorgen für ein insgesamt hohes Tempo und anhaltende Spannung.
Einziger Wehmutstropfen: Der Doppeltitel ließ es zwar vermuten, einen eindeutigen Hinweis, dass es sich um einen Auftaktband handelt, hatte ich vor dem Lesen aber nicht gefunden. Je weiter das Geschehen voranschreite, desto klarer wird aber, dass nicht mehr alles aufgelöst werden kann. Und so endet das Buch im größten Chaos. Wann geht es weiter?
Fazit
Spannende Geschichte um fünf junge Menschen, die teilweise den Umständen ihrer Herkunft ausgeliefert sind und das beste aus ihrer Situation machen wollen, dabei aber in einen hinterlisten Machtkampf geraten. Die Suche nach Liebe, Rache oder sich selbst führt ihre Wege nach und nach zusammen. Spannung, Action, Dramatik und Gefühl wechseln sich ab. Toller Auftakt in einer facettenreichen Welt. Bitte schnell mehr davon.
Rezensionen von Anja:
buntes Hexenabenteuer
Green Witch von Sally Green
Das Cover des Buches ist super süß und glitzert ein wenig – damit passt es perfekt zu einer Begebenheit innerhalb der Geschichte. Allerdings finde ich, dass der Klappentext recht weit vorgreift oder eigentlich sogar etwas irreführend ist, weil er meiner Meinung nach falsche Erwartungen an die Geschichte weckt.
Dennoch hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist kindgerecht, flüssig, anschaulich. Elisabeth ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und lässt die Leser/innen damit an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Sie hat einen angenehmen Stil, über die Geschehnisse zu berichten, mal witzig, mal flapsig – die Stimmung der 12-jährigen wird gut eingefangen.
Die Handlung steckt voller Magie und Überraschungen.
Elisabeth ist eine Hexe. An ihrem 12. Geburtstag entscheidet sich, welche Art der Magie in ihr steckt und bei welcher Hexe sie in die Ausbildung geht. Dabei gibt es einige Magiearten, die Lizzy eher langweilig findet… Und natürlich soll sie dann auch ausgerechnet eine Kräuterhexe werden, obwohl sie mit Pflanzen so gar nichts anfangen kann. Lizzy ist furchtbar enttäuscht, vor allem, weil die Umstände der Wahl alles andere als normal waren.
Sie findet aber dann doch ein paar positive Aspekte und als ihre Freundin, die allerdings nichts von der Magie wissen darf, sie dann auch noch zu ihrer Ausbilderin begleiten darf, stürzt sie sich neugierig in das Ausbildungs-Abenteuer. Wobei auch hier nichts so läuft, wie sie es erwartet hätte, sodass Lizzy vor manche Schwierigkeit gestellt wird. Zwar agiert sie entschlossen und kreativ, sie hat aber zum Glück auch Hilfe, die ihr entscheidende Tipps gibt. Es gibt einige ungewöhnliche Vorkommnisse und mysteriöse Begebenheiten innerhalb der Handlung, die aufgedeckt werden müssen, sodass es Spaß macht, Elisabeths ereignisreiche Suche nach Antworten zu lesen.
Am Ende kommt sehr abrupt und alles wird hier recht schnell – und auch etwas ungünstig – aufgelöst. Zwar bleibt nicht direkt ein Handlungsstrang offen, so richtig abgeschlossen ist die Geschichte um Lizzy und ihre Freundin aber dennoch nicht, sodass hier durchaus noch ein Band anschließen könnte.
Fazit
Buntes Hexenabenteuer mit einigen Überraschungen und Wendungen sowie rätselhaften Ereignissen, die gelöst werden müssen. Neben der Magie und den Familiengeheimnissen gibt es eine tolle Mädchenfreundschaft und eine erste kleine Schwärmerei. Thematisch und sprachlich passend für die Zielgruppe ab 10 Jahren.
Rezensionen von Anja:
sehr bedrückende Geschichte
Alles okay von LaCour Nina
Nach mehreren schockierenden Ereignissen hat Marin ihr ganzes Leben hinter sich gelassen. In gewisser Weise hat sie auch sich selbst hinter sich gelassen. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Zwar sucht sie am College einen Weg, zurechtzukommen, eigentlich igelt sie sich aber komplett ein und lässt kaum soziale Kontakte zu.
Auch die Weihnachtsferien will sie allein im Wohnheim verbringen, was nur genehmigt wird, nachdem der Hausmeister zustimmt, ab und zu nach dem Rechten zu sehen.
Doch bevor Marin allein sein kann, muss sie noch den Besuch ihrer ehemals besten Freundin hinter sich bringen. Und diese versucht mit allen Mitteln, hinter Marins Schweigen zu kommen.
Dieses Buch ist unglaublich düster, deprimierend und traurig. Einsam. Eindringlich wird in kurzen zurückblickenden Sequenzen dargestellt, wie Marin die letzten Jahre gelebt hat. Wie sie sich gefühlt hat. Und wie die Ereignisse letztlich über ihr zusammengebrochen sind. Ansonsten schildert die junge Ich-Erzählerin ausführlich, was sie gerade fühlt, wie die Erlebnisse immer noch in ihr nachwirken und wie ihr vor dem bevorstehenden Besuch graut. Dabei macht sie lange nur Andeutungen, was ihr im Detail wiederfahren ist.
Letztlich ist bei mir der Funke nicht übergesprungen. Das ganze Geschehen ist monoton deprimierend geschildert. Es gibt nur wenig Handlung und diese kommt auch nur langsam voran. Es ist ein sehr ruhiges Buch. Marins Gefühlswelt ist das Entscheidende. Es geht um ihre Entwicklung und nicht um Handlung. Und diese Entwicklung macht Marin zum Glück auch durch. Sehr langsam und auch nachvollziehbar. Trotz der Schicksalsschläge der jungen Protagonistin fehlten mir aber die Emotionen. Schwer zu beschreiben… Marins Gefühle kamen bei mir nicht so richtig an, was vermutlich an ihrer gleichbleibenden Niedergeschlagenheit liegt. Einmal hineingedacht, kommt man beim Lesen aus der Einsamkeit nicht wirklich wieder heraus. Es gibt keine Aufs und Abs, die man mitfühlen könnte. Denn Marin ist bereits völlig am Boden.
Obwohl der Schreibstil eigentlich super ist, sehr anschaulich, flüssig und poetisch, war das Buch aufgrund der durchweg gedrückten Stimmung nicht ganz leicht zu lesen. Streckenweise fand ich Marins ausführlichst geschilderte Einsamkeit und Traurigkeit erdrückend.
Das Ende gibt zwar ein bisschen Hoffnung, kann dem Buch aber die düstere Atmosphäre nicht nehmen.
Fazit
Aufgrund der bedrückenden, deprimierenden, melancholischen, traurigen… Stimmung, ist das Buch keine leichte Kost. Marin verliert sich in ihrer Einsamkeit und Traurigkeit und findet nur langsam wieder heraus. Insgesamt passiert in der Geschichte nicht wirklich viel. Es geht um die Entwicklung der jungen Protagonistin, die ihre Trauer verarbeiten und sich ins Leben zurückkämpfen muss. Und um eine Freundschaft, die zur wichtigen Stütze wird. Dabei habe ich die Erzählweise insgesamt aber als sehr monoton empfunden, monoton bedrückend. Große Emotionen bleiben aus.
Rezensionen von Tara:
Sprachgewaltig und spannend
Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz
Der Krimi „Hotel Cartagena“ von der in Hamburg lebenden Autorin Simone Buchholz ist der neunte Band der Krimireihe mit der Staatsanwältin Chastity Riley. Das Buch ist ein in sich abgeschlossener Fall und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Büchern problemlos lesen.
Staatsanwältin Chastity Riley und ihre Kollegen treffen ich zu einer Geburtstagsfeier in einer Hotelbar am Hamburger Hafen.
Eigentlich soll es ein schöner Abend werden, auch wenn Chastity Riley den Ort mehr als ziemlich unpassend empfindet. Doch plötzlich betreten mehrere schwerbewaffnete Männer die Bar und bringen die Anwesenden in ihre Gewalt.
Parallel zu diesen Ereignissen wird die Geschichte eines jungen Mannes – Henning - erzählt, der Jahrzehnte zuvor von Hamburg nach Kolumbien – in die Hafenstaft Cartagena - gegangen war.
Auch dieser Roman konnte bei mir wieder durch den ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin punkten. Durch kurze Sätze und ihre manchmal ein wenig schnoddrige Ausdrucksweise bringt sie die Ereignisse direkt auf den Punkt und coole Sprüche sowie ein wenig derber Humor machen das Lesen abwechslungsreich.
Der Schauplatz des Krimis – Hamburg – wird atmosphärisch gut dargestellt und lässt einen direkt mit in die Hafenstadt abzutauchen. Durch unerwartete Wendungen und Rückblenden in die Vergangenheit wird Spannung aufgebaut und ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Es dauert einfach eine ganze Weile bis die Erzählstränge zueinander finden und die Verflechtungen klar werden.
Neben der Protagonistin Riley gibt es eine Menge unterschiedlicher Charaktere, die dem Krimi eine ganz besondere Art von Leben gebe, da sie ungewöhnlich sind aber trotzdem authentisch wirken. Chastity ist alles andere als typisch für eine Staatsanwältin und an ihre Art muss man sich gewöhnen, aber für mich macht gerade diese den Charme des Buches aus.
Ein weiterer gelungener Fall der Staatsanwältin Chastity Riley, der auch Krimifreunde ohne Vorkenntnisse der Reihe, fesseln wird.
Rezensionen von Sago:
Geister, Drachen und Dämonen
Der Untergang der Könige von Jenn Lyons
Als lebenslanger Fantasy-Fan bin ich immer auf der Suche nach Büchern, die es noch schaffen, sich vom üblichen Strickmuster abzuheben und noch elektrisieren können. Mit dem ersten Teil der Drachengesänge ist das der Autorin tatsächlich gelungen. Dabei muss sie sich nicht einmal von einem der üblichen Ausgangspunkte, einem jungen Mann ungewisser Herkunft, verabschieden.
Was sie dann zaubert, ist in der Tat ungewöhnlich und faszinierend.
Khirin sitzt im Gefängnis. Vor seinem Kerker kauert Klaue, ein gestaltwandelndes Ungeheuer, das ihn nötigt, seine Geschichte zu erzählen. Doch Klaue ist damit noch nicht zufrieden, denn Khirin beginnt nicht früh genug, so dass sie selbst zu erzählen beginnt. So entfalten sich Khirins Erlebnisse auf zwei Zeitebenen. Und wir müssen uns fragen, ist Khirin, der bei Pflegeeltern aufwuchs, in Wirklichkeit ein Prinz oder selbst ein Ungeheuer?
Da beide Handlungsstränge nicht all zu weit auseinanderliegen, erfordert das Lesen, vor allem, wenn man nur sporadisch dazu kommt, wirkliche Konzentration. Mit der komplexen Welt, komplizierten Familienverhältnissen und mehrfachem Körpertausch, untermalt von Fußnoten eines Chronisten, ist es nicht immer leicht, die Übersicht zu behalten. Die farbenprächtige Erzählweise und Dialoge mit witzigem Schlagabtausch machen das aber mehr als wett und lassen ungeduldig auf den nächsten Teil warten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein verzwickter Fall für Lukas Born
Dumm gelaufen, Martha von Erwin Kohl
Lukas Born, suspendierter KHK und nunmehriger Privatermittler, wird von eine jungen, gut aussehenden Notarsgattin beauftragt, ihren verschwundenen Ehemann zu finden. Das ist eine angenehme Abwechslung in seinem eher spartanischen Leben. Denn die Suche nach vermissten Katzen, mit denen er sonst seinen Lebensunterhalt verdient, ist nicht ganz so prickelnd.
Wenig später finden sein Hund Manolo und er die Leiche des Notars im Wald. Einer betagten Frau, die möglicherweise zweckdienliche Hinweise geben könnte, hat die Polizei wenig Beachtung geschenkt. Born spricht mehrmals mit der Zeugin und ihre Beobachtungen führen ihn zu einem Kollegen und einer Motorradgang.
Meine Meinung:
Erwin Kohl ist es wieder gelungen einen fesselnden Krimi zu schreiben, der viele humorvolle Details enthält. Wer den Autor kennt, weiß, dass er sich nicht mit dem Offensichtlichen begnügt. Daher ist klar, dass alle Hinweise auf den Mörder viel zu „aufgelegt“ sind. Die Puzzleteile passen viel zu gut zusammen. Daher muss es anders gelaufen sein.
Herrlich wieder die Zusammenstellen der SoKo vom Campingplatz. Hund Manolo ist ja überhaupt der heimliche Star. Doch diesmal hat er Konkurrenz durch die Katzen, die ihrer betagten Gräfin entwischen.
Lukas‘ Noch-Frau spielt diesmal keine so strahlende Rolle als Ermittlerin. Sie kann diesmal froh sein, dass Lukas die heißen Kastanien aus dem Feuer holt. Insgesamt kommt die Polizei nicht gar so toll weg. Zeugenaussagen ignorieren, sich manipulieren lassen, Ermittlungsergebnisse ausplaudern - auweia, da war die Truppe nicht ganz auf der Höhe. Gut, dass es Lukas Born gibt, der auch den einen oder anderen nicht immer ganz legalen Kniff anwenden kann.
Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet, denn alle haben ihre Ecken und Kanten.
Fazit:
Wieder ein verzwickter Fall für Lukas Born, der eigentlich wieder als KHK arbeiten sollte. Gerne gebe ich hier 4 Sterne
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Folgen wir lieber der Freude als dem Stress
stressbefreit von Su Busson
Yoga-Lehrerin und Coach Susanne Busson stellt in ihrem neuen Buch einige Thesen abseits des üblichen „Schluss mit Stress“-Themas auf.
In 5 Kapiteln führt sie interessierte Leser in ihre Ideen ein. Wer nun bereit ist, sich auf diese Entdeckungsreise zu begeben, kann hier nachlesen.
Stress oder Flow
Vier Bewusstseinswelten
Mehr oder weniger Stress
Das Ende vom Stress
Weniger denken, mehr sein
Niemand soll sich mehr dem Stress hilflos ausgesetzt fühlen.
Mit einigen, wenn auch manchmal radikal anmutenden Ideen, kann es gelingen, den Druck, den die Arbeit, die Freizeit oder die Familie erzeugt, abzubauen.
Die Autorin erklärt, wie man mit einfachen Prinzipien und Erkenntnissen, Stress entweder gar nicht entstehen oder schnell wieder abflauen lassen kann.
Dazu bedient sie sich fernöstlicher Weisheiten und Lebensgewohnheiten. Sie erklärt, wie Ernährung sich ungünstig bzw. günstig auf unser Stressempfinden auswirkt. Dieser Ansatz gefällt mir ganz gut, auch wenn es manchmal nicht einfach erscheint, lieb gewonnene Speisen vom Speiseplan zu eliminieren. Aber, wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren.
Das Buch aus dem Orac-Verlag ist in schöner Aufmachung erschienen. Das Cover in dezentem Weiß mit der goldfarbenen Schrift, hebt sich wohltuend von zahlreichen anderen Ratgebern zum Thema Stress ab. Es wirkt reduziert, beinahe asketisch und lässt den Leser sich auf das Wesentliche konzentrieren.
FAzit:
Ein etwas anderer Ratgeber zum Thema „Ist Stress notwendig?“ Folgen wir lieber der Freude - da haben alle etwas davon. Gerne gebe diesem Buch 4 Sterne.










