Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
teilweise haarsträubend
Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello von Lena Greiner; Carola Padtberg
Eine nette Lektüre für zwischendurch mit teilweise haarsträubenden Antworten von Schülern. Das war das erste Buch für mich aus dieser Reihe und ich musste mich doch hin und wieder fragen, war ich auch so? Dann braucht man sich nicht über die PISA Ergebnisse zu wundern.
Manche Fragestellungen verleiten einem natürlich zu den Antworten oder die Antworten sind schlicht Versprecher Das auch die Lehrer nicht unfehlbar sind wird in den letzten Kapiteln dargestellt und rundet das Buch gut ab.
Die Einteilung in Schulfächer bringt eine gute Übersicht damit nicht alles bunt durcheinander gemischt wird und eine gewisse Einführung.
Das Buch lässt sich gut und schnell lesen aber bleibt nicht lange im Gedächtnis. Eine nette Geschenkidee für Schulabgänger oder angehende Lehrer.
Rezensionen von Petra Sch.:
War leider - bis auf den Anfang - überhaupt nicht meins
Mittwoch also von Lotta Elstad
Wenn man sich bei diesem Buch - wie Titel und Klappentext implizieren - eine Geschichte über eine starke junge Frau erwartet, die ungewollt schwanger wurde und im Inneren mit sich selbst Überlegungen anstellt und die Vor- und Nachteile einer Abtreibung abwägt - für die sie vom Norwegischen Amt aus 3 Tage Zeit hat - bis Mittwoch also - dem sei hier gesagt, dass er mit diesem Buch absolut nicht glücklich wird.
So ging es mir.
Wenn man jedoch gerne innere Monologe über alles Mögliche liest, philosophisch und politisch äußerst interessiert ist, dann ist man hier richtig.
Der Anfang mit Heddas Besuch beim Amtsarzt gefiel mir noch recht gut, denn hier las man genau das, was der Klappentext versprochen hat, auch wenn der Schreibstil der Autorin für mich erst mal gewöhnungsbedürftig war: kurze, einfache Sätze, jedoch nicht sehr "gefällig" und für meinen Geschmack zu langatmig und ausschweifend, "schwafelnd".
Die Geschichte ist in ich-Form aus Sicht von Hedda Holler erzählt.
Mit der Protagonistin Hedda konnte ich auch nicht wirklich warm werden: sie ist 33 Jahre alt, verhält sich aber teilweise wie ein unreifer Teenager. Sie hat zwar gerade viel Schlechtes erlebt: Job verloren, Freund verloren. Und ich bin auch ein ganz anderer Typ - ich würde mich nie alleine auf eine Urlaubsreise begeben, so wie Hedda es machte, um aus ihrem Trott rauszukommen.
Doch dass man bei einem One-Night-Stand mit einem Fremden ein Kondom verwenden muss, das lernt man schon als ganz junger Mensch. Und war auch in Norwegen im Jahr 2016 bekannt.
Auch Heddas ironisch-schwarzer Humor war nicht nach meinem Geschmack und sie bzw. die ganze Atmosphäre war mir zu düster-pessimistisch. Nicht umsonst ist Hedda depressiv und nimmt Medikamente.
Man kann zu Hedda keine Verbindung aufbauen, weil sie zu unreif, zu wenig emotional ist; sie analysiert Lukas bzw. die 'Beziehung' und alles drumherum zu Tode. Sie ist unreif, lebt in den Tag hinein und hat einen "Kopf-in-den-Sand"-Charakter, wenn es um unangenehme Entscheidungen geht und ignoriert Probleme.
Seltsam fand ich auch, dass Hedda keine richtige Hilfe bzw. Aufklärung vom Arzt erhalten hat; und dass sie nicht mit ihrer Freundin Kika über die Schwangerschaft spricht. Eltern bzw. Familie kommen überhaupt nicht vor.
Hedda macht keinerlei Entwicklung durch, sie entwickelt sich nicht weiter, oder wird reifer und erwachsener.
Der Charakter Milo ist leider auch nicht sympathischer; er ist ein Lebenskünstler, interessiert sich nicht wirklich für Hedda, obwohl er ihr nachläuft, trotzdem sie erkenntlich gezeigt hat, dass er ihr auf die Nerven geht, und hat skurrile Ideen zum Geldverdienen.
Norwegen wird in diesem Buch leider als deprimierendes Land dargestellt.
Ich wurde insofern zum Nachdenken angeregt, als dass ich mir wirklich ganz fest vorgenommen habe, meine Tochter weiterhin so zu erziehen, dass ich sie über alles aufkläre, dass sie mich alles fragen kann, und dass sie eine lebensfrohe und charakterstarke junge Frau werden möge! Denn wenn ich sehe, was es für Menschen und Charaktere geben kann, dann kann ich nur den Kopf schütteln - denn Personen wie Hedda tun mir einfach nur leid und sowas wäre zu verhindern gewesen.
Das Cover muss man auch erwähnen - es ist außergewöhnlich, ein Blickfang, bleibt im Gedächtnis; aber so richtig schön ist es nicht. Ein bisschen psychedelisch. Passt aber zum Inhalt und der Protagonistin.
Fazit:
War leider gar nicht meins - leider implizieren Titel und Klappentext einen ganz anderen Inhalt. Ich hätte das Buch sonst nicht gelesen, ich bin kein Freund von schwafelnden, philosophierenden und politisierenden (inneren) Monologen. Nur der Anfang hat mir gefallen, daher 2 Sterne.
Rezensionen von Ecinev:
fesselnde Geschichte
Der Fund von Lotta Elstad
Rita Dalek ist eine unbescholtene Bürgerin, sie arbeitet in einem Supermarkt und nebenbei als Putzfrau bei einem reichen Mann. Sie erträgt ihren trinkenden Ehemann und hilft einer todkranken Nachbarin. Als sie eines Tages in einer Bananenkiste Kokain Päckchen findet, nimmt sie dies zum Anlass ihr Leben zu ändern, einfach mal jemand anderes sein und das Leben genießen.
Sie nimmt den Karton mit nach Hause und überlegt sich einen Plan.
Kurzzeitig bricht sie aus ihrem gewohnten Leben aus und geht zu Partys der Reichen und Schönen bis die Maffia ihr auf die Schliche kommt und die Drogen zurück haben möchte.
Die Geschichte ist gegliedert in Gespräche eines namenlosen Ermittlers der den Tod von Rita Dalek aufklären will die grausam bei einem Brand ums Leben kam und die Erzählung der Geschichte von Rita. Der Schreibstil von Bernhard Aichner ist schon außergewöhnlich. Kurze Sätze ohne wörtliche Rede. Da gibt es keine Längen im Buch alles wird kurz und knapp auf den Punkt gebracht und der Spannungsbogen bleibt gleichmäßig hoch.
Rezensionen von Ecinev:
Familiendrama in Kriegszeiten
Der Fund von Lotta Elstad
Der junge Laurenz Sadler will eigentlich Musiker werden doch die Geschichte hat andere Pläne und er übernimmt doch den Hof der Familie in dem oberschlesischen Petersdorf. Mit seiner Frau hat er 2 Kinder, die hochbegabte Kathi und die kranke Franzi.
Die Kinder wachsen in einer idyllischen Umgebung auf und werden liebevoll umsorgt während sich außerhalb die Zeiten ändern.
Als die hochbegabte Kathi einen Mathematikwettbewerb gewinnt gerät die Familie ins Licht der Öffentlichkeit was der Mutter gar nicht gefällt da sie selbst ein Geheimnis. Sie ist gezwungen zu handeln um ihre Kinder zu schützen.
Die Personen werden gut dargestellt, die Geschichte wird gut erzählt so kann man sich gut in die Zeit hineinversetzen. Trotz der beachtlichen Seitenzahl ist man von Anfang an gefesselt.
Ich bin gespannt darauf mehr von der Familie Sadler zu lesen
Rezensionen von Ecinev:
packender Abschluss
Geblendet - Thriller (Jenny Aaron 3) von Andreas Pflüger
In dem letzten Teil um Jenny Aron die trotz ihrer Blindheit als Mitglied in einer Sondereinheit der Polizei arbeitet wird es sehr persönlich. Die beiden Vorgängerbände sollte man schon gelesen haben da vieles darauf aufbaut und alle Personen zumindest kurz vorkommen.
Jenny plagen starke Selbstzweifel als sie sich auf den Weg nach Rügen macht um an einer Therapie teilzunehmen von der sie hofft wieder sehen zu können.
Doch die Therapie ist hart und sie gelangt an ihre psychischen Grenzen. Als sie tatsächlich wieder etwas sehen kann ist sie total verwirrt da gleichzeitig ihre geschärften Sinne, Gehör und Geruch nachlassen. Dann trifft sie auf eine Frau die ihr gleich ist und das erste Mal kann sie die Gegnerin nicht überwinden.
In diesem Band wird es nicht nur persönlich für die Personen sondern auch sehr politisch und sehr blutig. Zum Schluss kommt es in Barcelona, ausgerechnet an dem Ort an dem Jenny ihr Augenlicht durch einen Kopfschuss verlor, zum großen Showdown und zum krönenden Abschluss der Reihe.
Durch den Schreibstil in kurzen teilweise abgehackten Sätzen gelingt es Andreas Pflüger wieder einen großen Spannungsbogen aufzubauen und zu halten. Allerdings war es mir dieses Mal manches Mal doch zu heftig. Ich bin gespannt auf ein weiteres Werk von diesem Autor.
Rezensionen von Ecinev:
unerwartete Aufklärung
Tagebuch meines Verschwindens von Camilla Grebe
Cold Cases scheinen der neueste Renner auf dem Thriller Markt zu sein. Der Schauplatz diesmal ein vergessener, trostloser Ort in Schweden. Vor Jahren hat die Polizistin Malin Burundin mit ihrer Jugendclique dort den Schädel eines kleinen Mädchens gefunden. Jetzt, Jahre später soll der Fall neu aufgerollt werden und die Identität des Kindes festgestellt werden.
Mit dabei ist auch wieder die Profilerin Hanne die immer stärker mit ihren persönlichen Problemen, dem Vergessen, zu kämpfen hat.
Daneben ein Junge, Jake, der sich krank fühlt da er gerne Mädchenkleider trägt. In den Kleidern seiner verstorbenen Mutter trifft er auf Hanne die völlig aufgelöst aus dem Wald gerannt kommt. Ihr Lebensgefährte ist spurlos verschwunden Er findet das Tagebuch in dem Hanne alles akribisch festhält um sich an die Ermittlungen erinnern zu können.
Die Geschichte ist aus 3 Sichten geschrieben, Malin die bei den Ermittlungen dabei ist da sie aus dem Ort kommt und alle Personen kennt, Jake der das Tagebuch von Hanne findet und darin einige unangenehme Dinge über sein Elternhaus erfährt und Hanne die immer mal wieder Gedankenblitze hat und sich an die Ereignisse im Wald erinnern kann.
Der Schreibstil ist eher ruhig und bedacht und das Buch mit 600 Seiten hat einige Längen. Erst am Ende wird es dann richtig spannend und man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Gut 200 Seiten weniger wären auch gut gewesen da sich die Geschehnisse immer im Kreise drehen und nicht weiterkommen.
Rezensionen von Ecinev:
jüdische Familiengeschichte
Otto von Dana von Suffrin
Babi und Timna haben es nicht leicht mit ihrem Vater. Seit dem letzten Krankenhausaufenthalt ist er zum Pflegefall geworden und verlangt von seinen Töchtern rund um die Uhr für ihn da zu sein. Eine schwierige Zeit für die Töchter und für die engagierte Pflegerin denn der Alte ist teilweise ein Despot.
In kurzen Szenen werden Episoden aus dem Leben der jüdischen Familie geschildert. Auch innerhalb eines Kapitels springt die Handlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart was das Lesen nicht leicht macht. Schwarzen hintergründigen Humor habe ich leider vergeblich gesucht.
Es ist nicht leicht mit alten Menschen zurecht zu kommen und der Abschied von geliebten Menschen ist nicht leicht. Dieses Buch hat mich irgendwie ratlos zurückgelassen. Auch mit den Personen konnte ich nicht richtig warm werden.
Rezensionen von Sago:
Malen mit Licht
Die Zeit des Lichts von Scharer Whitney
Man Ray war mir bereits als Fotograf durchaus ein Begriff. Wie traurig, dass es Lee Miller, die neben dem Fotografieren auch schrieb, bisher nicht war. Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA geboren, zieht es sie bald ins Paris der Goldenen Zwanziger. Obwohl sie bereits erfolgreich als Fotomodel für die Vogue gearbeitet hat, möchte sie lieber selbst Kunst erschaffen.
Sie sucht daher die Nähe zur Kunstszene. Schließlich gelingt es ihr, als Assistentin des bereits bekannten Fotografen Man Ray angenommen zu werden. Doch schon bald beginnt sich beider Berufs- und Liebesleben zu vermischen.
Die beiden verbindet eine lange amour fou mit allen Höhen und Tiefen. Dies ist der Aufhänger der Geschichte: Lee wird, längst verheiratet mit einem anderen, gebeten, über ihre frühere Zeit mit Man Ray zu schreiben.
Trotz ihres offensichtlichen Talents stand Lee für Man immer in seinem Schatten. Leider tappt auch das Buch ein wenig in dieselbe Falle, indem es sich so stark auf die wirklich fesselnde Liebesgeschichte zwischern Man und Lee fokussiert. Ihre spätere Zeit als Kriegsreporterin, ihre Flucht in den Alkohol, werden bloß angerissen, was ich schade fand.
Trotzdem gelingt es der Autorin, interessante Protagonisten zu schildern, allen voran Lee selbst, die sich stets durch die Augen anderer wahrzunehmen scheint. Historische Fakten hat sie dabei so aufgefüllt, wie es durchaus gewesen sein könnte und eine Biografie geschrieben, die den Spannungsbogen bis zum Schluss hält.
Rezensionen von Claudia R:
Lilli an der Nordsee...
Liliane Susewind – Ein Seehund taucht ab von Tanya Stewner
Klappentext:
Endlich Ferien! Lilli und ihr bester Freund Jesahja fahren an die Nordsee. Dort wurde an der Küste eine Schutzzone für Seehunde eingerichtet. Doch leider halten sich besonders die Fischer vor Ort überhaupt nicht daran. Und dann ist plötzlich ein Seehundbaby verschwunden! Lilli muss es finden.
Mit dem verliebten Seevogel Lotterich und vielen anderen robbenden, trillernden und bellenden Helfern stürzt sie sich in ein aufregendes Abenteuer.
Cover:
Ein wunderschönes Cover auf dem einen ein fröhliches Mädchen mit roten Haaren entgegenlächelt. Dabei handelt es sich um Liliane Susewind. Sie hat in der einen Hand ein kleines Seehundbaby und im Hintergrund kann man deutlich die Nordsee mit Standkörben und Leuchtturm erkennen. Ein wunderschönes idyllisches und freundliches Cover.
Meinung:
Dies ist bereits der dreizehnte Band von Liliane Susewind. Da jeder Band ein in sich geschlossenes Abenteuer enthält, war es gar kein Problem in dieses Abenteuer zu starten.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und es lässt sich sehr gut lesen oder auch vorlesen. Die Schriftgröße ist sehr gut und altersentsprechend gewählt. Auch die Kapitel haben eine angenehme Länge und es lässt sich dadurch sehr gut lesen.
Dieser Band ist sehr spannend und birgt einige interessante Sachen in sich. Lilli fährt mit ihrem besten Freund Jesahja an die Nordsee und dort erleben sie spannende Dinge. Es sei dazu gesagt, dass Lilli die Fähigkeit hat mit Tieren zu sprechen und so kommt es dazu, dass sie dabei Helfen, als ein Seehundbaby verschwunden ist und auch so versuchen eine Lösung zwischen Fischern und Tieren zu finden. In dem Buch ist die Idee und auch spätere Lösung sehr schön und niedlich, aber leider nicht immer sehr realitätsnah und so eher schlecht umsetzbar, z.B. ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter ihr Seehundbaby zurücknimmt, nach dem dieses in menschlicher Gefangenschaft war und von Menschen berührt wurde, eher sehr gering und auch das Fischer ihren Beruf aufgeben und auf andere Speisen im Restaurant setzen ist auch eher realitätsfern, aber eine wirklich sehr niedliche Idee und als Geschichte wirklich toll gemacht. Die Idee an sich und die Hilfsbereitschaft an sich ist wirklich toll. Es zeigt, dass es sich lohnt, wenn man gemeinsam versucht eine Lösung zu finden und dass man den Tieren helfen und schützen sollte.
Toll sind auch die verschiedenen Gespräche und Ideen. Vor allem Bonsai hat mich immer wieder zum lachen gebracht und auch Frau von Schmidt ist einfach toll. Die Charaktere sind allesamt liebevoll und toll gestaltet. Jeder hat eine besondere Persönlichkeit und wird sehr gut beschrieben. Auch Orlando, der anders ist als andere und mit seinen blauen Fingernägeln und Röcken als Mann sehr auffällt, bekommt eine besondere Rolle und so wird auch dieses schwierige Thema kindgerecht angesprochen. Das wichtigste Thema in diesem Buch ist jedoch der Umwelt- und Naturschutz und dieses Thema wird auch wirklich sehr gut angesprochen und behandelt und man kann so noch einiges lernen. Es ist wichtig auf solche Probleme, die auch uns betreffen, aufmerksam zu machen.
Das ganze spielt an der Nordsee. Auch das Feeling der Nordsee kommt sehr gut rüber, man kann regelrecht den Wind spüren und das salzige Wasser schmecken.
Eine wunderschöne Geschichte und ein tolles Abenteuer, dass Lilli mit Hilfe ihrer menschlichen und tierischen Freunde meistert und man so noch einiges über Natur und Umwelt lernt. Leider sind einige Aspekte nicht ganz realitätsnah, aber kindgerecht umgesetzt.
Fazit:
Ein wunderschönes Abenteuer mit Lilli und ihren Freunden an der Nordsee.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Mitreißender Nachkriegsroman
Die Zeit der Töchter von Katja Maybach
Katja Maybach hat mit diesem bewegenden, gut recherchierten Werk wunderbar den Zeitgeist der 50er Jahre eingefangen. Es ist schon erschreckend, wie oft Geschichte sich wiederholt – und dennoch scheint die Menschheit einfach nicht dazuzulernen. Viele der damaligen Probleme sind auch heute leider noch allgegenwärtig.
Es ist das Jahr 1957. Der Krieg mag vorbei sein, doch noch immer gibt es Ausgrenzung und Hassparolen in Deutschland. Wie kann das möglich sein? Die Schwägerinnen Vivien und Maria verfolgen entsetzt, wie der Fremdenhass von der Partei 'Freunde der Heimat' wieder neu befeuert wird. Seit Jahren setzen sich die beiden Frauen für Flüchtlinge aus dem Osten ein. Auch Besatzungskinder haben es nicht leicht, werden oftmals schikaniert und angefeindet. Vivien freundet sich mit dem fünfjährigen Daniel an, dem Sohn eines dunkelhäutigen Amerikaners. Daniel hofft seit Jahren vergeblich auf die Heimkehr seines Vaters, während seine Mutter, eine junge Ostpreußin, Tag und Nacht schuftet und nie Zeit für den kleinen Jungen hat. Vivien ist wild entschlossen, dem Kind und seiner Mutter zu helfen und ahnt nicht, dass sie sich mit ihrem Mitgefühl selbst zur Zielscheibe macht… Währenddessen leben die Cousinen Anna und Antonia gemeinsam in München und beschließen, ihren Müttern eine große Überraschung zu bereiten: sie wollen die Frauen aufspüren, die einst von Maria und Vivien aus einem Lager gerettet worden waren.
Ich hatte den Vorgängerband, "Die Stunde unserer Mütter", noch nicht gelesen, trotzdem habe ich dem Geschehen problemlos folgen können – mehr noch: die Autorin versteht es, die Leser von der ersten Seite an so gekonnt in den Bann zu ziehen und immer wieder subtil kleine Rückblenden und Erklärungen zur Vergangenheit der Figuren einfließen zu lassen, dass man sich von Anfang an 'mittendrin' fühlt. Alle Figuren sind intensiv ausgearbeitet und facettenreich gestaltet worden; so unterschiedlich die Frauen auch sind, so geeint sind sie in ihrem Mut, ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer Güte. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei auf eine sehr übersichtliche und stets nachvollziehbare Struktur geachtet worden ist. Auch die Kapitellänge habe ich als sehr angenehm empfunden. Neben den vier weiblichen Hauptfiguren erhält man zudem einen Einblick in die Gedanken von Veronika (- der hübschen jungen Ostpreußin, die als Kellnerin im Wirtshaus regelmäßig Avancen wie auch Feindseligkeiten abwehren muss -) und Marie-Luise (- einem Teenager, dessen Vater ein Kriegsverbrecher gewesen war -).
Für mich stand hauptsächlich das Schicksal von Vivien und dem kleinen Daniel im Vordergrund (- viele Tränen habe ich darüber vergossen, wie herzlos manche Menschen selbst Kindern gegenüber waren -), auch wenn die anderen einzelnen Handlungsstränge ebenfalls interessant waren. Der emotionale Schreibstil der Autorin hat mich absolut begeistert – die Lektüre war eine regelrechte Achterbahn der Gefühle für mich, berührende Szenen wechselten sich ab mit Momenten der Wut und Fassungslosigkeit. Das Werk ist keine leichte Kost, wie das lebensfrohe Cover vielleicht suggerieren mag, aber zeitgleich ist es auch voller Hoffnung.
Fazit: Ein ergreifender historischer Roman, dessen Thematik heute aktueller denn je ist.










