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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Fahrt eines Trinkers

Schlusslichter von Georges Simenon

Der Roman von Georges Simenon stammt aus dem Jahr 1953 und hat sowohl Thrillermomente als auch psychologische Elemente.
Das amerikanische Ehepaar Steve und Nancy fahren gemeinsam im Auto nach Maine um dort ihre Kinder aus einem Ferienlager abzuholen.
Doch auf der Fahrt werden die Auseinandersetzungen zwischen ihnen intensiver, insbesondere weil Steve immer wieder halte macht, um Martini oder Whisky zu trinken.

Sein Bewusstseinszustand ändert sich im Verlaufe der Zunahme seiner Trunkenheit.
Es ist damit auch ein ein Text in der Tradition berühmter Trinker-Romane, ich denke da z.B. an Malcolm Lowreys Unter dem Vulkan.
Auch hier wird der Roman stark durch Steves innere Monologe geprägt. Seine Gedankengänge werden mit der Zeit immer wirrer. Das ist teilweise schon sehr überzeugend gemacht.

Angereichert wird der Plot durch die fatale Begegnung mit einem gewalttätigen Mann, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und von der Polizei gesucht wird.

Die Spannung nimmt kontinuierlich zu.

Ehrfurchtsvoll lese ich am Ende das bemerkenswerte Nachwort von der britischen Schriftsteller-Ikone Anita Brookner.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

20 Kurzkrimis - 20 Rezepte

Hessen mörderisch genießen von Brigitte Lamberts; Ursula Schmid-Spreer

Dies ist der elfte Band von Krimi-Anthologien, die von verschiedenen deutschen Autorinnen und Autoren unter der Führung von Brigitte Lamberts herausgegeben werden.

Jedem dieser 20 Kurzkrimis ist ein passendes hessisches (Nationla)Gericht nachgestellt. Das eine oder andere findet sich im Krimi wieder (z.

B. „Hessischer Fraaß“, „Nesterhebs“).

Es wird vortrefflich geschmaust und gemordet. Einige Morde spielen im Küchenmilieu, andere sind verständlich, geht es doch um Hilfe für die Schwächsten. Bei einigen ist Gier ein starkes Motiv. Besonders tragisch, wenn Jugendliche zum Täter werden, weil sie weder ein noch aus wissen oder niemand mit ihnen über die Situation spricht.

Nicht alle haben mir gleich gut gefallen. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Kurzkrimis. Der überwiegende Teil der 20 Geschichten erhält 4 bzw. 5 Sterne. Bei den Rezepten tue ich mir ein wenig schwer. Denn ein bisschen schlägt hier das alte Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ zu. Wahrscheinlich muss ich einmal nach Hessen fahren, um die lokalen Spezialitäten auszuprobieren, bevor ich etwas davon nach koche.

Mein absolutes Highlight ist „Frühlingserwachen“.

Fazit:

20 bisweilen sehr amüsante Kurzkrimis. Ein Appetitanreger ist das Buch jedenfalls. Sei es für Krimi der Autoren oder für regionale Spezialitäten. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Schuld und Sühne

Miracle Creek von Angie Kim

Hui, was für ein Buch!
Ist es ein Thriller? Ein Drama? Ein Kammerspiel? Ein klein wenig von allem.
Im Mittelpunkt steht ein viertägiger Gerichtsprozess. Angeklagt ist Elizabeth, sie soll ihren achtjährigen Sohn während einer Sauerstoff-Therapie getötet haben, ebenso ihre Freundin Kitt.
Nach und nach treten verschiedene Zeugen vor und schildern ihre Sicht der Dinge.

Aber was ist tatsächlich geschehen? Was ist die Wahrheit?
Die eigene Wahrnehmung verändert sich, je nachdem, wer gerade im Zeugenstand ist. Man fühlt an Tag 1 mit einem Zeugen und hasst ihn an Tag 4 und umgekehrt.

Neben der Spannung, endlich zu erfahren, was nun tatsächlich geschah, lebt das Buch auch von der Beschreibung der Lebensumstände von Migranten aus Korea in den USA - erschütternd und niederschmetternd.

Die Themenfelder Mutterliebe, behinderte Kinder, Autismus und alternative Heilmethoden nehmen viel Raum ein und stimmen nachdenklich.

Durch den ständigen Perspektivenwechsel kann man sich in alle Charaktere einfühlen und die jeweiligen Handlungsweisen auch überwiegend nachvollziehen. Ein besonderer Schreibstil, der mich richtig tief in die Story versinken ließ.

Fazit: Bislang eines meiner Buchhighlights des Jahres 2020 - das ich doch etwas fassungslos mit einem tiefen Seufzen weggelegt habe. Unbedingte Leseempfehlung.

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Rezensionen von Lesemama:

Über Verlust und Neuanfang

Vielleicht habe ich an dich gedacht von Jennifer Waschke

Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:

Ellie startet ihr Studium in Köln. In ihrer WG fühlt sie sich gleich wohl, aber über ihrem Leben ist auch immer noch der Schatten über den Verlust ihrer Eltern.
Auf der Erstsemester Party trifft sie ihren Ex-Freund Jonah, der sie vor eineinhalb Jahren verlassen hat, weil er anscheinend mit der trauernden Ellie überfordert war.

Die Gefühle für Jobah sind noch da, aber da ist auch das Gefühl, von ihm in der schwersten Zeit ihres Lebens verlassen worden zu sein. Haben die beiden noch eine Chance?

Meine Meinung:

Das Cover ist schön und so unschuldig und berührend, es spiegelt die Gefühle wieder. Die Kurzbeschreibung machte mich neugierig, also wollte ich das Buch lesen.
Und was soll ich sagen, ich habe es keine Seite bereut.
Vielleicht habe ich eine andere Geschichte erwartet, etwas prickelnderes, einen "richtigen" Liebesroman. Bekommen habe ich eine wunderschöne, berührende Geschichte. Sehr einfühlsam und authentisch erzählt.
Immer wieder geht es zurück in die Zeit als Ellie und Jonah sich kennenlernten, aber auch in die schwere Zeit, in der Ellie alles verloren hat, was sie geliebt hat.

Jennifer Waschke ist es sehr gut gelungen die Balance zwischen Vergangenem und der Gegenwart zu halten, ein wunderschöner Schreibstil. Und ein Thema, was wirklich sehr berührt.
Ich bin mir jetzt nur ein wenig unsicher, wer die Zielgruppe ist. Für klassische Liebesroman LeserInnen ist es vielleicht nicht romantisch genug, das Alter der Protagonisten ist sehr jung, zwischen achtzehn und zwanzig, daher wäre es wohl eher eine Jugendbuch.

Mit hat es jedenfalls gefallen, wenn man bei so einem ernsten Thema von gefallen reden kann, es hat mich sehr berührt und ich kann es nur empfehlen.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Wenn in China ein Sack Reis umfällt...

Tante Poldi und der Gesang der Sirenen von Giordano Mario

Wenn in China ein Reissack umfällt, sind die Auswirkungen bis nach Italien zu spüren. Das sieht man nicht nur jetzt in der Corona-Krise, sondern auch bei Tante Poldi auf Sizilien.

Auch dort ziehen bestimmte Vorkommnisse ihre Kreise. Poldi wird von einem windigen Geschäftsmann um Hilfe gebeten - es geht um Poldis Schwester Maria, Lügen, Drogen und enorm viel Geld.

Der Neffe bekommt erst mittendrin was mit, kann aber mit hilfreichem Wissen beitragen. Er wird dafür von den Hochzeitsvorbereitungen für Montana und Poldi befreit. Und wie es so kommt: auch die Ermittlungen von Poldis Team haben Konsequenzen und alles kommt anders als erwartet.

Es gibt Überraschungen en masse, kaputte Handys, defekte Autos und auch der eine oder andere Tote bis zum allumfassenden und stimmigen Happy End für alle.

Wie immer temperamentvoll und temporeich verfasst, die Italianità tropft aus allen Poren - danke lieber Neffe für die tolle Zeit, die wir mit euch in Torre Archirafi bisher verbringen durften. Wir Leser fühlen uns fast dort schon so heimisch wie du dich.

Fazit: Temporeich und witzig wie immer - ein tolles Finale mit viel Grandezza!
4.5 Punkte.

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Rezensionen von KimVi:

Intensiv geschilderter Familienroman

Die Seebadvilla von Kathleen Freitag

Im Jahr 1992 findet Caroline eine alte Fotografie und einen Brief von einem Rechtsanwaltsbüro, in dem es um eine mögliche Rückübertragung einer kleinen Villa auf Usedom geht, in den persönlichen Sachen ihrer Mutter. Darauf angesprochen, schweigt Carolines Mutter Henriette allerdings hartnäckig.

Sie will nichts damit zu tun haben und auch nicht darüber reden. Da in Carolines Familie nie richtig über die Vergangenheit gesprochen wurde, fehlen ihr fast sämtliche Informationen zur Familiengeschichte. Das möchte sie nun ändern und fährt zu ihrer mittlerweile dementen Großmutter. Nach und nach erfährt sie, was in den Jahren 1952 und 1953 in Ahlbeck mit ihrer Großmutter Grete, ihrer Mutter Henni und deren Schwester Lisbeth geschah....

Die Familiengeschichte wird in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen erzählt, dabei trägt sich das aktuelle Geschehen im Jahr 1992 zu. Außerdem erfährt man, was in den Jahren 1952 und 1953 geschah. Dabei stehen die unterschiedlichen Hauptprotagonisten abwechselnd im Zentrum der Ereignisse. Da die Kapitel mit den Jahreszahlen und dem Namen des Charakters, der gerade im Mittelpunkt steht, gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten.

Kathleen Freitag gelingt es in ihrem schicksalhaften Familienroman hervorragend, die Atmosphäre in beiden Zeitsträngen glaubhaft zu vermitteln. Man kann sich deshalb mühelos auf die Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte einlassen und erfährt, was es damals für die Menschen, die sich ihre eigene Existenzgrundlage nicht nehmen lassen und dem Staat übergeben wollten, für dramatische Konsequenzen haben konnte. Handlungsorte und Charaktere wirken so lebendig, dass man alles sofort vor Augen hat. Schon nach kurzer Zeit gerät man in den Sog der Ereignisse und mag den intensiv geschilderten Roman nicht mehr aus der Hand legen. Man kann mit den Protagonisten mitfiebern und ihre Gefühle nachvollziehen.

Ein intensiv geschilderter Familienroman, der deutsch-deutsche Geschichte hautnah vermittelt.

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Rezensionen von yellowdog:

Erinnerungen

Wild Game von Adrienne Brodeur

Wild Game ist eigentlich kein Roman, obwohl er sich streckenweise so liest. Doch es ist ein literarisches Memoir der Autorin Adrienne Brodeur über ihre Familie, insbesondere ihre Mutter und sie selbst als Kind/Jugendliche. Es beginnt als Adrienne 14 Jahre alt ist.

Geschrieben ist es wirklich gut, aber streckenweise konnte ich mich schlecht mit dieser eigentlich wohlhabende Familie identifizieren.

Die Probleme machen sie sich selbst bzw. es ist Malabar, die Mutter von Adrienne, die sich Eskapaden erlaubt. Eine exzentrische Person, die ihre Tochter in ihre Lügen mit verstrickt und Adrienne leidet darunter.

Die Szenerie wird wirklich lebendig geschildert. Dazu kommt noch die besondere Stimmung der Zeit Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre.

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Rezensionen von Nele33:

Ungewöhnliches Team

NEON – Er tötet dich von G. S. Locke

Neon, ein von der Idee ungewöhnlicher Thriller von G.S. Locke führt einen trauernden Cop und eine eiskalte Auftragskillerin zusammen.

Ein Serienkiller wütet seit Jahren in Birmingham tötet Frauen und arrangiert seine Opfer anschließend in aussergewöhnlichen Neonskulpturen, darum auch sein Name Neon.

Matt Jackson ermittelte so lange in dem Fall bis auch seine eigene Frau Opfer des Serienkillers wird. Skruril wird das Zusammentreffen von Iris der Auftragskillerin und Matt. Abhhängig voneinander versuchen sie gemeinsam Neon zu stoppen.

Erzählt wird die Geschichte einmal aus Sicht von Matt und Iris, auf der anderen Seite kommen Passagen von Neon. Den Plott der Story fand ich aussergewöhnlich und originell. Der Schreibstil des autors war flüssig und schnell zu lesen. am Anfang sehr spannend, im Mittelteil durch ausschweifende Darstellungen und Erklärungen wurde es leider ein wenig zäh. Die Charaktere der Protagonisten wurden gut dargestellt und waren psychologisch ausgefeilt.
Ein Thriller für einige spannende Stunden mit kleinen Schwächen, aber durchaus empfehlenswert.

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Rezensionen von begine:

Ganz interessant

Und jetzt bin ich hier von Jessica Andrews



„Und jetzt bin ich hier“ ist ein Roman von Jessica Andrews.
Die Protagonistin Lucy jobbt in einem Nebenjob neben ihrem Studium in London.
In diesem Roman geht es um ihre jetzigen Empfindungen und um ihre Kindheit.
Die war ja eigentlich nicht schlecht. Gut der Vater war ein Alkoholiker und dadurch ging die Ehe der Eltern auseinander, aber das passiert vielen Kindern.

Als der Großvater gestorben ist und sie und ihre Mutter das Cottage aufräumen, das war schon etwas ekelig. Das sie sich dort an der irischen Küste einrichtet, bringt sie wieder auf Kurs.
Die Autorin schreibt mit Schwung in kurzen Kapiteln. Sie springt hin und her.
Ich finde keinen richtigen Zugang zu diesem Roman. Trotzdem ist er nicht schlecht.
Ich glaube das ist eine Lektüre für die jüngere Leserschaft.

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Rezensionen von Castilleja:

Iris, Albie und Silas

The Doll Factory von Macneal Elizabeth

London in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Weltausstellung steht bevor, es ist eine Zeit des Umbruchs. Iris und ihre Zwillingsschwester Rose schuften in der Puppenmanufaktur, doch Iris hat genug davon, immer nur Puppenköpfe zu bemalen und mit ihrer Schwester zu erraten, ob die Puppe für ein lebendes Mädchen oder eine Totenbeigabe sein soll.

Die Puppenkleidchen werden von Albie geliefert, einem pfiffigen Jungen, der nur noch einen Zahn besitzt und dessen größter Traum ein neues Gebiss ist. Ein Junge, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und er war mein Liebling in diesem Buch. Für Iris ergibt sich die Möglichkeit eines neuen Lebens, als der Maler Louis Frost sie als Modell haben möchte und im Gegenzug wird er sie unterrichten - aber will sie das wirklich? Denn dann ist ihr Ruf dahin. Und dann ist da noch der unheimliche Silas, der Tiere präpariert und diese an Louis und seine Freunde verkauft, die sie für ihre Malerei benötigen. Albie ist Silas' bester Lieferant. Es geht hier nicht vorrangig um die Puppenmanufaktur, jedoch ist der Titel gut gewählt, wie sich am Ende erweist. Durchaus anschaulich wird das Leben mit seinen Höhen und Tiefen beschrieben, wir erhalten Einblicke in unterschiedliche Schichten. Interessant fand ich zum Beispiel, dass Iris und ihre Schwester aus der Sicht von Albie durchaus wohlhabend erscheinen, Iris jedoch beeindruckt ist von dem Luxus bei Louis und seinen Freunden. Eine Geschichte, die ein gutes Sittengemälde abgibt und durchaus mehr spannende Elemente enthält, als man vermutet. Mir gefiel die Art des letzten Kapitels ausnehmend gut.

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