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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gluecksklee:

Gelungene Prequel

Im Schatten des Kronturms von Michael J. Sullivan

Die Riyria Chroniken spielen zeitlich vor den anderen Romanen des Autors Michael J. Sullivan (Riyria Revelations Serie ). Es handelt sich hier um die Vorgeschichte der Reihe, sodass man hier einen Einblick in die Ereignisse gewinnt, die zu dem Bündnis von Hadrian und Royce geführt haben.
Für mich war „Im Schatten des Kronturms“ ein absolutes Fantasy-Highlight.

Da sind historische Elemente, aber eben auch Szenen die typisch sind für „Mantel-und-Degen“-Geschichten, die ich als Teenager geliebt habe. Der Einblick in die Vergangenheit von Royce und Hadrian hat mir sehr gut gefallen, aber ich bin auch neugierig darauf, ob und welche Ereignisse der Autor ggf. in weiteren Bänden der Chroniken vorstellen wird.
Michael J. Sullivan erzählt eine spannende Geschichte, mit Charakteren, mit denen man mitfiebert und mitfühlt. Man kann den Band durchaus unabhängig von der Riyria-Reihe lesen, er stellt meiner Meinung nach sogar einen schönen Einstieg in die nachfolgenden Ereignisse dar, wenn man denn mit der Vorgeschichte beginnen möchte. Aber auch, wer bereits die nachfolgenden Ereignisse kennt, kommt auf seine Kosten. Mir ging es jedenfalls so.
Das Buch ist spannend, die Charaktere machen eine wirkliche Entwicklung durch und man taucht wirklich sehr schnell in die Geschichte ein – ich bin restlos begeistert.
Fünf Sterne und eine definitive Leseempfehlung für Fantasyfans!

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Rezensionen von April1985 :

Ein fantasievolles Gute-Laune-Buch für Kinder ab 2 Jahren

Was du nicht alles kannst! von Davina Bell

Zunächst vielen herzlichen Dank an Vorablesen, dass es das Buch zu gewinnen gab. Ich wäre nämlich sonst sicher nicht darauf aufmerksam geworden.

Ich habe das Buch, das durch viele bunte Illustrationen besticht zusammen mit meiner kleinen Tochter angeschaut. Meine Kleine ist noch kein Jahr alt, hat aber ganz fasziniert mit mir die knalligen Bilder bestaunt.

Der Fantasie sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt und ich habe mir zu den Bildern tolle neue Geschichten ausgedacht. Text gibt es nämlich nicht viel. Der wenige Text ist aber in wunderschönen, kindgerechten Reimen geschrieben, die einen hohen Erinnerungswert haben. Außerdem lässt er - wie eben erwähnt - viel Freiraum sich eigene Geschichten auszudenken. Wir haben uns natürlich schon die Frage gestellt warum der Dino traurig ist und welche Seeungeheuer uns auf der Schatzsuche begegnen.

Ich bin mir sicher, dass meine Tochter noch lange Freude an dem Buch haben wird und es später sicher auch eine Anregung für neue Spielideen sein wird.

Fazit:
Was du nicht alles kannst! ist ein Buch für kleine und große Weltenentdecker. Es eignet sich dank der Kürze perfekt zum Vorlesen und später auch zum Selberlesen. Außerdem verbreitet es gute Laune und regt die Fantasie an.

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Rezensionen von Stinsome:

Überraschend gute Entwicklung von Hass zu Liebe, aber verwirrendes Figurenverhalten.

All Saints High - Die Prinzessin von L. J. Shen

Als ich mich für die Leserunde zu „All Saints High – Die Prinzessin“ beworben habe, hatte ich keine Ahnung davon, dass die Reihe eine Art Spin-Off zu der „Sinners of Saint“-Reihe ist. Ich wusste nicht, dass es um die Kinder der Protagonisten gehen würde, da „Vicious Love“ und co noch ungelesen bei mir im Regal warten.

Zum Verständnis ist es aber auch nicht nötig, die Vorgängerreihe zu kennen, nur manche Figuren dürften einem dann schon bekannt vorkommen. Sicher hat man auch schon ein bestimmtes Bild von ihnen, Sympathie- oder Antipathiegefühle für sie, was einen beim Lesen von „All Saints High“ auch beeinflussen dürfte. Ich persönlich habe sie hier zum ersten Mal kennengelernt und war dementsprechend stellenweise sogar ziemlich überrascht davon, wie negativ manche ehemaligen Protagonisten hier wegkommen. So negativ, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie ich sie in einem Buch, in dem sie die Hauptrolle spielen, mögen könnte. Ein äußerst gewagtes Manöver von der Autorin, mit dem sie definitiv heraussticht. Auch wenn mich das und ein paar andere Dinge in dem Buch fasziniert haben, so gibt es aber auch einige Aspekte, die mich gestört haben und meine Bewertung so nach unten treiben.

Angefangen bei dem Schreibstil, an den ich mich mit der Zeit immer mehr gewöhnen konnte, der mich aber am Anfang fast schon abgeschreckt hat. Mir war er zu plump und grob, unnötig beleidigend in mancher Hinsicht, zu gewollt jugendsprachlich. Ich hatte aber den Eindruck, dass das mit der Zeit besser wurde.

Die Autorin setzt uns eine recht ungewöhnliche Protagonistin vor die Nase, denn Daria ist in der ersten Hälfte des Buches wirklich unausstehlich. Sie ist schonungslos grausam, wenn sie sich angegriffen fühlt, sucht die Schwachstellen ihrer Kontrahenten und sticht gezielt und präzise zu. Ich konnte sie viele Seiten lang überhaupt nicht ausstehen, auch wenn ihre Beweggründe nachvollziehbar waren. Je mehr Einblick man als Leser jedoch bekommen hat, je mehr man hautnah miterlebt hat, was Daria zu dem Menschen gemacht hat, der sie ist, desto mehr konnte ich sie wirklich verstehen und desto mehr mochte ich sie am Ende dann auch. Ihren komplexen Charakter fand ich echt gut ausgearbeitet. Trotzdem gab es Momente, in denen mich ihr plötzlicher Stimmungswandel irritiert hat. Und diese Momente gab es nicht nur bei ihr, sondern bei allen Charakteren, was diese generell unberechenbar und wenig greifbar gemacht hat.

Da wird das eine gedacht und im nächsten Moment etwas völlig anderes getan, bei dem Hin und Her kommt man als Leser gar nicht mit. Ich habe nicht selten die Stirn gerunzelt, weil ich manche Verhaltensweisen so deplatziert fand und nicht verstanden habe, wieso die Person jetzt ausgerechnet das tut, obwohl sie eigentlich etwas ganz anderes vorhatte – weil das von den Charakteren eben auch einfach nicht reflektiert wird. Es passiert einfach. Punkt. Die Figuren lassen uns nicht genug an ihren Gedanken teilhaben, wenn sie mittendrin ihre Meinung ändern, weshalb ihr Verhalten in diesen Momenten schlichtweg irritierend und unpassend erscheint. Ich kann verstehen, dass das MAL vorkommen kann, aber hier war das echt nicht selten. Und es betrifft fast jede einzelne Figur, nicht nur Daria oder Penn.

Penn, aus dessen Sicht das Buch ebenfalls geschrieben ist, gehört trotzdem (mit einer anderen Figur) zu den widersprüchlichsten und damit undurchsichtigsten Charakteren. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinem Hass auf Daria und ihrer anziehenden Wirkung auf ihn (vielleicht kann man sogar auch schon von Liebe sprechen, aber Liebe ist erst etwa ab der Hälfte wirklich spürbar) und entscheidet sich oft innerhalb von Sekunden um – aber ohne, dass das von ihm in irgendeiner Weise kommentiert oder erklärt wird (und sei es nur in Gedanken!). Dadurch fällt es enorm schwer, sich ein Bild von ihm zu machen. Weil das einzige Adjektiv, mit dem er wirklich glasklar beschrieben werden kann, „unberechenbar“ lautet. Das Verhalten der besagten anderen undurchsichtigen Figur ist dagegen schlichtweg irritierend. Manches scheint einfach nicht stimmig.

Ich hatte lange meine Zweifel, ob ich an der Liebesgeschichte zwischen Daria und Penn wirklich meine Freude haben könnte, weil beide zu Beginn von Hass nahezu zerfressen sind. Ihre Unterhaltungen bestehen nicht aus amüsanten Schlagabtäuschen, wie man das aus anderen Büchern des Genres kennt, sondern aus verletzenden Beleidigungen, die auch unter die Gürtellinie gehen und bei mir durchweg negative Gefühle ausgelöst haben. Die ganze Leseatmosphäre war von ihrem Hass vergiftet und ich konnte mir partout nicht vorstellen, wie es der Autorin glaubwürdig gelingen will, daraus tiefere Gefühle entstehen zu lassen. Wie sollten die beiden eine Bindung zueinander aufbauen, die es ihnen erlaubt, beieinander ganz sie selbst zu sein und dem anderen komplett vertrauen zu können, wenn sie jede Schwäche des anderen ausnutzen und gegeneinander verwenden? Es geht. Fragt mich nicht, wie, ich kann den Wendepunkt auch im Nachhinein nicht festmachen. Es geht geschickt ineinander über, was mich mehr als positiv überrascht hat. Ich habe den beiden wirklich abgekauft, dass sie etwas Besonderes füreinander sind. Der eine Mensch, der sie so akzeptiert, wie sie sind. Das hat mich echt beeindruckt, denn es wirkte lange Zeit, als wäre diese Entwicklung schier unmöglich.

Gut gelungen ist es der Autorin auch, Darias Gefühle – vor allem die negativer Art – beim Leser ankommen zu lassen. Auch, als ich sie am Anfang noch nicht mochte, habe ich mit ihr mitgefühlt, bin mit ihr durch die verschiedensten Emotionen gegangen und wurde von ihrer negativen Stimmung eingefangen. Man sollte sich von diesem Auftakt also gewiss kein Sonnenschein-Wohlfühlbuch erwarten, man wird im Gegenteil manchmal sogar ganz schön runtergezogen. Gelegentlich kamen mir sogar die Tränen, weil ich so frustriert oder wütend war angesichts des Verhaltens mancher Figuren.

Trotz einiger doch sehr großer Kritikpunkte möchte ich dem Buch nicht seine Sogwirkung absprechen. Ich war hin- und hergerissen zwischen merkwürdiger Faszination und nervenaufreibender Irritation angesichts unverständlicher Verhaltensweisen und plötzlicher Stimmungsschwankungen. Ich wollte wissen, wie es weitergeht, und kann nicht behaupten, dass ich mich gelangweilt hätte. Ich war oft genug irritiert, ja, – eine Szene am Ende schießt da auch den Vogel ab und erreicht das Maximum von Skurrilität –, aber Langeweile erzeugt dieses Buch meiner Meinung nach nicht.

Fazit

Dieser Auftakt hat bei mir von Anfang an zwiespältige Gefühle ausgelöst. Das größte Manko: Das unreflektierte widersprüchliche Verhalten der Charaktere. Der größte Pluspunkt: Die glaubwürdige Entwicklung von Hass zu Liebe. Alles in allem vergebe ich 3 Sterne.

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Rezensionen von Stinsome:

Der Schreibstil. Das Ende. Ich brauche Band 2!

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana

Griechische Mythologie. Rachegöttinnen. Ein verbotener Kuss. Der Klappentext von »Cursed Kiss« hat mich auf Anhieb angesprochen, trotzdem habe ich versucht, meine Erwartungen angesichts einiger mittelmäßiger Bewertungen etwas zu drosseln. Was soll ich sagen? Das Buch hat mich in mehr als einer Hinsicht positiv überrascht, gleichzeitig kann ich aber auch die bescheideneren Bewertungen verstehen – oder zumindest leuchtet mir ein, warum gewisse Dinge manchen nicht so gefallen könnten.

Zunächst einmal zu meiner Überraschung Nummer 1. Ich hatte bisher noch nichts von Alana Falk gelesen und kannte ihren Schreibstil daher noch nicht. Ich habe mich schon innerhalb weniger Seiten in ihn verliebt. Sie schreibt unglaublich atmosphärisch, findet träumerische, fast poetische Beschreibungen für die simpelsten Dinge und zieht den Leser durch ihre bildhafte Sprache gnadenlos ins Geschehen. Vor allem die Gegenwart Hades‘, diese kalte, alles verschlingende Finsternis, kleidet sie so gekonnt in Worte, dass ich gebannt an den Seiten klebte. Ich habe mir auch die eine oder andere Textstelle markiert, weil sie so schön klang.

"Sie schweigt, ich auch. Ich weiß, dass der Moment vorbei ist. Was ich nicht weiß, ist, ob wir noch einmal die Gelegenheit bekommen werden, uns einen winzigen Splitter aus der Ewigkeit zu brechen." (S. 202)

Der Schreibstil hat es mir wirklich angetan – dazu kam die Tatsache, dass wir nicht nur aus Erins, sondern auch aus Ardens Sicht lesen und somit auch in seinen Kopf hineinschauen können. Er lässt uns zwar nicht so tief einblicken, wie es Erin tut, weil es schließlich auch noch ein paar Spannung schürende Geheimnisse geben muss, aber ich habe sehr gerne aus seiner Sicht gelesen, weil mich vor allem seine Gedanken über Erin nicht selten zum Lächeln gebracht haben. Mit ihm haben wir einen männlichen Gegenpart, wie wir ihn immer seltener in Büchern zu lesen bekommen, denn er ist ein Good Guy durch und durch. Das hat mich zu keinem Zeitpunkt gestört, im Gegenteil, ich mochte ihn sofort und habe seine hilfsbereite, verständnisvolle, aber auch frech-charmante Art sehr genossen.

Neben ihm hatte es Erin wirklich schwer, zu meinem Buchliebling zu werden, aber sie hat sich gut geschlagen. Es mag ein paar Momente geben, die sie egoistisch oder kindisch erscheinen lassen (das habe ich jedenfalls einigen Rezensionen entnommen), ich persönlich konnte ihr Handeln jedoch immer nachvollziehen. Ich habe ihre tiefe Liebe zu ihren Schwestern gefühlt, verstanden, dass sie alles für sie tun würde, und fand es klasse, wie oft sie ihr Handeln reflektiert und ihre Möglichkeiten durchdenkt. Es fiel mir nicht schwer, sie zu mögen.

Das Beste in diesem ersten Band war für mich tatsächlich die Liebesgeschichte zwischen Erin und Arden. Sie stand eindeutig im Mittelpunkt, aber ohne alles andere unwichtig werden zu lassen – sie fügt sich wahnsinnig gut in den Fantasy-Aspekt ein. Der Autorin gelingt es außerdem, die Gefühle zwischen den beiden, die tiefe Bindung, die sie nach und nach zueinander aufbauen, beim Leser glaubwürdig ankommen zu lassen. Und dann ist da noch diese knisternde Spannung zwischen ihnen, weil ihre Gefühle füreinander so offensichtlich sind, sie gleichzeitig aber keine wirkliche Zukunft haben, denn ein Kuss würde Arden zu einem Leben als seelenloser Zombie verurteilen. Diese Spannung ist so intensiv dargestellt, dass es mich teilweise echt frustriert hat – in einem durchweg positiven Sinne.

Der Fantasy-Aspekt ist durchgehend präsent und wird von der Liebesgeschichte zu keinem Zeitpunkt verdrängt, trotzdem habe ich nach dem Ende – diesem wahnsinnigen Ende – das Gefühl, dass da noch so viel mehr auf uns zukommen könnte, weil wir in Band 1 einfach noch nicht so tief drin sind.

Nach einem sehr interessanten, spannenden Start gibt es in der Mitte ein paar Längen, aber ich habe mich trotzdem zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Manchmal kam es mir nur so vor, als würde Erin unnötige Umwege gehen, anstatt sich dem Problem direkt anzunehmen, aber mit dem Ende ergeben auch diese Umwege einen Sinn. Was man dem Buch auf keinen Fall vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass es nicht viel Handlung gäbe, denn es passiert ständig etwas – und manche Ereignisse sind so spannend, dass man immerzu weiterlesen möchte.

Meine zweite große Überraschung war das Ende. Ich habe mir von Anfang an so meine Gedanken gemacht, was am Ende herauskommen und wie sich alles auflösen könnte, aber zu keinem Zeitpunkt bin ich der wirklichen Auflösung auch nur nahegekommen. Ich glaube, das kann man auch gar nicht vorhersehen, weil es einfach zu komplex ist – und noch dazu gut durchdacht. Aber das Beste: Es ist so vielversprechend für den zweiten Band, der noch viel viel besser werden könnte als der Auftakt. Das ist jedenfalls mein Gefühl nach diesen krassen Enthüllungen. Schon während des Lesens der letzten Seiten habe ich die Spannung und meine Vorfreude auf den zweiten Band gespürt und das, obwohl es nicht einmal einen richtigen Cliffhanger gibt. Klar, es bleibt einiges offen, aber man könnte es so auch enden lassen (zugegeben: wenn man fies wäre). Glücklicherweise geht es noch weiter, denn ich glaube, das kann richtig richtig gut werden. Ich bin jetzt so gespannt auf Band 2 und würde ihn am liebsten sofort lesen.

Fazit

Ein wirklich guter Auftakt, der für den zweiten Band so viel verspricht und eine riesige Vorfreude schürt. Gäbe es das Ende nicht, würde ich wegen der paar Längen zu vier Sternen tendieren, so aber muss ich diese geniale Idee mit einem weiteren halben Stern belohnen (der Schreibstil hat das auch verdient!). Für mich sind es also 4,5 Sterne.

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Ein Käfig voller Narren in NY, wo sonst?

Fleishman steckt in Schwierigkeiten von Taffy Brodesser-Akner

In Taffy Brodesser-Akners erstem Roman „Fleishman steckt in Schwierigkeiten“ (im engl. Original „Fleishman Is In Trouble“) steht wahrlich alles auf dem Kopf. Wenn Brodesser-Akner für den amerikanischen Lesermarkt schreibt, im speziellen für NY und über NYer, dann muss das Leben, die Leute und eben alles andere unbedingt auf diese Art beschrieben werden.

Für europäische Leser ist das einfach ein „Käfig voller Narren“. Der gute Toby, leidenschaftlicher und engagierter Hepatologe, leider nur 168 cm groß leidet an Minderwertigkeitskomplexen, war mit Rahel 176 cm groß verheiratet, die ein Vielfaches von Tobys Gehalt verdient, seinen Status verachtet und zu den beiden Kindern keine emotionale Bindung aufbauen kann. Bei der Geburt von Hannah konnte sie sich erst nach einem Tag dazu durchringen, ihr Neugeborenes auf ihre Brust zu legen. Hannah, noch keine 12 Jahre alt, schwer gezeichnet von der Pubertät; Der Prototyp eines unausstehlichen Kindes. Scheidung. Rachel lädt die beiden Kinder bei ab und verschwindet. Tony lebt auf mit Hilfe eines Hr App. Die Erzählpositionen wechseln, das ist immerhin bemerkenswert.
Taffy Brodesser-Akners verfolgt den Selbstfindungstripp von Rachel oder deren Selbstzerstörungsprozess derart obsessiv, dass Rachel einem leid tun kann
„Die Erkenntnis, dass das Leben ein Krebs war, der so langsam metastierte, dass man nur hin und wieder die leise Ahnung bekam, dass man im Sterben lag?“ (from toughy Taffy).

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Rezensionen von nil_liest:

Feines leises Portrait der Vergangenheit

Violet von Tracy Chevalier

‚Violet‘ ist eine Dame, nicht mehr ganz so jung, die durch den ersten Weltkrieg in eine Alterskategorie gehört in der nur noch wenige Männer im heiratsfähigen Alter zur Verfügung steht. Sie findet ihr Glück in den 30er Jahren langsam im englischen Städtchen Winchester, wo sie eine Schreibkraft ist.

Nach und nach lernt sie eine kirchliche Stickgruppe kennen, der sie sich anschließt und sich geborgen fühlt. Auch ein gewisser Arthur wird Teil ihres Lebens.
Tracy Chevalier hat sich einem historisches Setting gewidmet und zugleich dem Thema Genügsamkeit. Sie erzählt uns das Leben der Violet und wie sie mit den Schwierigkeiten des Lebens umgeht und trotz aller Widrigkeiten ihr Glück im Allerkleinsten sucht und findet. Das steht im Gegensatz zu den meisten Zielen heutzutage, es muss ja meist höher, schneller, weiter oder „seht her wie toll ich bin“-Instagram sein. Der Roman passt in den Zeitgeist des Umdenkens, zum Innehalten und überlegen was wir alles Gutes haben und über was wir uns heute aufregen.
Zugleich ist der Roman ein englisches Portrait einer untergegangenen Zeit – einem England das mal war. Die Prüderie, die hochgelobte Ehe, viele aus heutiger Sicht anachronistische Dinge finden hier ihre Erwähnung.
Die Kombination macht diesen sehr leise und sachte erzählten Roman doch unterhaltsam. Auf gut 350 Seiten lernen wir eine tolle Frau kennen, die damals ihren Weg gefunden hat! Allerdings darf man keinen spannungsgeladenen Roman erwarten. Eher eine beruhigende Entspannungslektüre.

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Rezensionen von yellowdog:

Leben im späten 19.Jahrhundert

Glanz der Ferne von Iny Lorentz

Der letzte Teil der Berlin-Trilogie. Der Zeitraum ist diesmal Berlin in den Jahren 1897–1900. Fast 30 Jahre später als in dem hervorragenden zweiten Teil Himmel in den Wolken.
Neue Protagonistin ist Vicky, die Nichte von Theo und Rieke und Enkelin von Resa.
Sie hat es in der Familie schwer und drängt nach Unabhängigkeit, aber sie ist noch nicht volljährig.

Sie kann sich aber als Zeichnerin für ein Modemagazin durchsetzen.
Vicky ist eine gute Hauptfigur, der man gerne durch die Handlung folgt.
Leider wird ihr wirklich übel mitgespielt.

Es ist typischer Iny Lorentz-Stoff, die Autoren haben ihr Genre nicht neu erfunden.
Glanz der Ferne hält das Niveau der Reihe, obwohl mir der Vorgänger noch etwas besser gefallen hat. Insgesamt hat die Reihe aber viel Atmosphäre und gehören mit zu den besseren Werken von Iny Lorentz.

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Rezensionen von LEXI:

Die Wendungen des Schicksals

Gut Greifenau - Goldsturm von Hanna Caspian

Die Wendungen des Schicksals

Im vierten Band der Buchreihe um das Pommersche Gut Greifenau stehen im Jahre 1919 politische und wirtschaftliche Probleme im Mittelpunkt des Geschehens. Durch die Entstehung der ersten deutschen Republik werden die Vorrechte des Adels nach und nach aufgelöst, eine Tatsache, mit der die arrogante und selbstherrliche Gräfin Feodora von Auwitz-Aarhayn sich weder arrangieren kann, noch möchte.

Im Streit um die Auflösung des Familienfideikommisses entzweien sich Konstantin, Nikolaus und Alexander von Auwitz-Aarhayn. Konstantin obliegt es als Erbe und neuer Gutsherr von Gut Greifenau, die drohende Insolvenz abzuwenden und den Schuldenberg, den sein verstorbener Vater hinterlassen hat, abzutragen. Das ganze Land stürzt ins Chaos, ein wirtschaftliches Inferno bricht über die Menschen herein und die Geldentwertung führt zu Hunger, Elend, bitterster Armut und millionenfachem Elend. Hannah Caspian entführt ihre Leser nach Pommern, wo sie gespannt das Schicksal der Adelsfamilie von Auwitz-Aarhayn sowie deren Bediensteten mitverfolgen dürfen.

Der einnehmende Schreibstil der Autorin und der starke Fokus auf die Geschicke der einzelnen handelnden Figuren gestalteten diesen Roman für mich zu einem wahren Pageturner. Liebevoll gezeichnete Charaktere und tiefe Emotionen zogen mich rasch in den Bann. Nikolaus von Auwitz-Aarhayn und seine Ehefrau Rebecca fungieren als Protagonisten dieses vierten Bandes, sie müssen sich als neue Gutsherren auf Greifenau bewähren. Konstantins Bruder Nikolaus engagiert sich als Putschist, sein abgrundtiefer Egoismus und seine gnadenlose Rücksichtslosigkeit sorgen für Aufruhr und schlimme persönliche Tragödien. Während der selbstherrliche und unverschämte junge Adelige Unfrieden stiftet, entzieht sich sein Bruder Alexander durch ein Musikstudium dem Einfluss seiner Familie. Doch auch in seinem Privatleben gibt es ein brisantes Geheimnis, das um keinen Preis an die Öffentlichkeit gelangen darf. Anastasia von Auwitz-Aarhayn, verheiratete Gräfin von Sawatzki, spielt eine relativ kleine Nebenrolle im Buch. Ihrer Schwester Katharina jedoch wird sehr große Aufmerksamkeit zuteil. Konstantins kleine Schwester „Katja“, wie dieser sie liebevoll nennt, scheint mit dem Bürgerlichen Julius Urban das große Los gezogen zu haben. Sie lebt im Luxus, wird von ihrem Ehemann vergöttert, und nach Strich und Faden verwöhnt. Doch ihre Leidenschaft für die Medizin und ihren großen Traum, Kinderärztin zu werden, konnte sie bis dato nicht umsetzen. Gräfin Feodora von Auwitz-Aarhayn, die Witwe und ehemalige Gutsherrin von Greifenau, wird ihrer Rolle als Antagonistin dieses Buches mehr als gerecht. Ich lernte im Verlauf der Seiten, ihre Niedertracht, ihre gehässige und herablassende Art und die permanenten Demütigungen, mit denen sie ihre Kinder überschüttet, zutiefst zu verabscheuen. Zu meiner Freude schenkte die Autorin jedoch den Bediensteten des Gutshofes sehr große Aufmerksamkeit. Die Geschicke von Albert und Ida Sonntag, Mamsell Ottilie Schott, Eugen Lignau, Wiebke Plümecke, Kilian Hübner, Bertha Polzin und natürlich allen voran des obersten Hausdieners und Butlers Theodor Caspers waren eng mit jenen ihrer adeligen Arbeitgeber verwoben. Einige Figuren aus den Vorgängerbüchern wie beispielsweise Pastor Wittekind oder die Hindemith-Schwestern erhielten ebenfalls kleine Nebenrollen.

Ich fühlte mich durch diese imposante Familiengeschichte nicht nur hervorragend unterhalten, mir wurde nebenbei auch die Situation in der ersten Weimarer Republik eindringlich vor Augen geführt. Anhand dieses Buches erhielt ich nicht nur Einblick in die drastischen Veränderungen für den Adel, ich erlebte auch hautnah das Elend und die Not der armen Bevölkerungsschichten mit. „Goldsturm“ war ein sehr eindrucksvolles Buch, das mir ausgezeichnet gefallen hat. Begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von Lesemama:

Ein Eichhörnchen mit Locken

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche von Ruwe Lydia

Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:

Luna hat Sommerferien, sechs Wochen Langeweile. Denn ihre Eltern erlauben ihr nicht, das Dorf zu verlassen und gehen doch beide arbeiten.
Zum Glück trifft sie auf Irmi, genauer auf Irmelina Geisterkind, der neue Naturgeist der alten Dorfeiche. Für die ist Irmi nämlich zuständig, eigentlich.

Wäre das nur nicht so schrecklich eintönig. Da macht sich Irmi lieber auf die Suche nach einem Menschenfreund. Und den hat sie in Luna gefunden. Ein spannender und aufregender Sommer beginnt.

Meine Meinung:

Ein total süßes Cover, ich mochte Irmi jedenfalls sofort. Es lädt zum Lesen ein.
Die Geschichte beginnt mit Luna und Moritz auf dem Heimweg am letztem Schultag und mir Irmis zehnten Geburtstag, an dem sie ihr eigenes Geisterreich bekommt.
Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, es sind kurze Kapitel mit kleinen Illustrationen, für mich perfekt für kleine LeserInnen, die schon ganze Romane lesen, aber immer noch gerne Bilder anschauen. Die Schrift hat eine gute Größe, ich denke ab ca. acht Jahren kann man es sehr gut alleine lesen.
Für jüngere Kinder eignet es sich auch gut zum Vorlesen, gerade weil die Kapitel nicht so lange sind.

Die Geschichte wird zum Ende hin total spannend, hat aber ein sehr zufriedenstellendes Ende. Abenteuerlich, spannend und kindlich, genau da richtige für kleine Naturforscher die gerne in der Natur unterwegs sind.

Mir/uns hat die Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen und wir lesen gerne noch mehr von Irmi und Luna.

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Rezensionen von Marie aus E.:

So muss ein Sachbuch sein

Tagesschau & Co. - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen von Sarah Welk

Wir sind hier nicht so die Sachbuch-Fans, die Wissensvermittlung ist oft so trocken und so bis ins letzte Detail ist es dann ja doch auch nicht interessant. Dachten wir, aber...

Irrtum! Wir sind doch Sachbuch-Fans, es kommt nur darauf an, wie sie gemacht sind.
Hier ist sowohl das Thema als auch die Aufbereitung spannend und so gar nicht trocken.

Es geht um Nachrichten, also von "Nachrichten - was ist das eigentlich?" über den Unterschied von öffentlich-rechtlich und privat, wie Nachrichten ausgewählt werden, warum fast nur schreckliche Nachrichten vorkommen und viel viiel mehr.
Stets kindgerecht, aber auch für Erwachsenen total spannend. Es ist ein umfassender Einblick, bei dem auch ich als "Große" noch einiges Neues erfahren habe.
Das Kind hat das Buch sogar in einem Rutsch durchgelesen, was für ein Sachbuch sehr ungewöhnlich ist.

Neben den reinen Infos gibt es aber auch genauso wichtige Kapitel als Hilfestellung, beispielsweise was man tun kann, wenn einem Nachrichten Angst machen oder wie man Fake News erkennen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Mitmachteile, also Rätsel und Co, bei denen man dann gleich mal testen kann, ob man alles verstanden hat oder auch mal selbst etwas ausprobieren kann.

Lustig wird es auch, zum Beispiel im Kapitel "Pleiten, Pech und Pannen und auch sonst ist der Schreibstil nicht nur ernst, sondern durchaus auch witzig (dort, wo es passt), sehr gelacht haben wir beispielsweise bei der Erklärung, ob eine Meldung nah dran ist "...wenn beispielsweise bestimmte Autos in Hamburg...nicht mehr fahren dürfen, weil sie die Luft verpesten, dann ist das für die Menschen interessanter, als wenn das in Quetzaltenango, Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogogoch oder Saint-Louis-du-Ha! Ha! der Fall ist." (ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht vertippt - die Erklärung, wo die Orte liegen, die gibt es übrigens in einem Infokästchen dann auch noch).

Ganz dicke Weiterempfehlung, ein Buch auf Kinderaugenhöhe, das aber auch für Erwachsene ein Gewinn ist.

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