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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von S.:

Gefunden und verloren

Rendezvous in zehn Jahren von Judith Pinnow

Valerie tröstet sich nach ihrer Scheidung mit einem Wochenendtrip nach Amsterdam. In einem Café trifft sie Ted. Man flirtet ein wenig und beschließt, sich in genau zehn Jahren am selben Ort zu treffen. Telefonnummern werden nicht getauscht, ein großer Fehler, denn... Amor hat bei beiden heftig zugeschlagen! Beide bemerken das unmittelbar nach dem Abschied und machen sich mehr oder wenig zaghaft auf die Suche nacheinander.

Da sie in München wohnt, fährt er dorthin zum Oktoberfest und will seine Traumfrau dort aufspüren. Zur selben Zeit sucht Valerie in Amsterdam. Ds kann nicht klappen! Es geht schief, was nur schief gehen kann. Beide geben nicht so schnell auf, es folgen weitere unglückliche Zufälle. Ein Jahr erfolgloser Suche vergeht, auch ein zweites. Vielleicht sollten sie aufgeben und auf das vereinbarte Treffen in zehn Jahren hoffen? Wer würde so lange warten wollen?
Judith Pinnow hat eine romantische Geschichte geschrieben, voll von Sehnsucht, Wünschen, Träumen. Sowohl Ted als auch Valerie sind sehr sympathisch, ihre Freunde auch, nur mit einer Person konnte ich so gar nicht warm werden.
Gut und leicht zu lesende Unterhaltung aus dem Ullstein Verlag, Aufmunterndes an trüben Tagen.

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Rezensionen von yellowdog:

Ein deutscher John Grisham

Echo des Schweigens von Markus Thiele

Echo des Schweigens fällt auf wegen dem Cover, das ein Spiel aus Gestalten und Schatten bietet und dem geheimnisvollen Titel.

Markus Thiele, ein deutscher John Grisham, hat mit Echo des Schweigens einen komplexen, glaubwürdigen Justizroman mit historischen Anteil geschrieben.
Mit Rechtsanwalt Hannes Jansen und der Gerichtsmedizinerin Sophie Tauber hat er gute Hauptfiguren geschaffen.

Während Hannes aktuell einen wichtigen Fall hat, forscht Sophie dem Geheimnis um die Vergangenheit ihrer vor kurzen verstorbenen Mutter nach.

Neben diesem Plot 2017/2018 gibt es auch einen Handlungsstrang der Vergangenheit, der eine Familiengeschichte in den frühen vierziger Jahren enthält. Schlimme Zeiten!
Zwei Zeitebenen einzusetzen ist inzwischen ein häufiges Element, aber hier funktioniert es gut, obwohl es lange dauert, bis man Zusammenhänge ziehen kann.
Der Roman ist etwas oberflächlich, lässt sich aber wirklich gut lesen.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Ein bedeutender Roman!

Die Kleider der Frauen von Natasha Lester

Natasha Lester hat mit ihrem tiefgründigen Roman "Die Kleider der Frauen" (erschienen im Februar 2020 bei Aufbau Taschenbuch) ein ganz zauberhaftes, inspirierendes Werk erschaffen, das nicht nur Mode-Fans in Verzückung versetzen wird, sondern auch ob seiner Mannigfaltigkeit an reizvollen Themen und spannenden Handlungssträngen einen mitreißenden Pageturner voller Hoffnung und Schönheit darstellt.

Paris, 1940: Seit geraumer Zeit hat Estella, die als Haute-Couture-Schneiderin in der französischen Hauptstadt lebt, bereits den Verdacht, dass ihre Mutter Jeanne im Widerstand tätig sein könnte, nur hatte diese stets ausweichend auf ihre Fragen reagiert. Indes rücken die Deutschen immer näher und die Hoffnung, dass Paris vor ihnen verschont bleiben würde, schwindet mit jedem Tag mehr. Wer kann, flüchtet. Als Estella sich eines Abends für wenige Stunden gemeinsam mit ihren Freunden von der tristen Situation ablenken möchte, steht sie plötzlich dem charismatischen wie auch geheimnisvollen Alex gegenüber. Er kennt ihre Mutter, mehr noch – er benötigt dringend Estellas Hilfe. Wider Erwarten findet sich die junge Frau in einer Undercover-Spionage-Aktion der Résistance wieder. Sie ahnt nicht, dass dieser schicksalhafte Abend, ebenso wie die Begegnung mit Alex, ihr Leben grundlegend verändern wird. Wenige Tage später muss sie Frankreich überstürzt verlassen und nach Amerika flüchten. In New York will sie endlich eigene Kleider entwerfen und sich einen Namen in der männerdominierten Modewelt machen. Vor allem möchte Estella dieses Geschenk, ein Leben fernab vom Krieg, Jeanne zuliebe nutzen. "Zwar konnte sie nicht in den Krieg ziehen, konnte Paris nicht retten, aber sie konnte Kleider nähen, Kleider, in denen Frauen sich stärker, wagemutiger und tapferer fühlten." Gerade als Estella glaubt, sich langsam in New York City zurechtzufinden, wird sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, welches unzählige Fragen aufwirft und sie in ein Gefühlschaos stürzt. Basiert ihr ganzes Leben auf einer Lüge? Im Erzählstrang der Gegenwart hadert Estellas Enkelin Fabienne mit der Frage, ob sie sich die Nachfolge in Estellas Unternehmen zutraut und stolpert dabei über einige Ungereimtheiten in ihrer Familiengeschichte…

In eindringlichen, stimmungsvollen Bildern und mit unglaublicher Authentizität zeichnet die Autorin das unverwechselbare Flair von den Metropolen Paris und New York City. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken mit gleichem Setting werden hier nicht nur Sehenswürdigkeiten aneinandergereiht und der Leserschaft in leeren Phrasen aufgelistet – nein, im vorliegenden Roman spürt man in jeder Zeile, in jeder detaillierten Beschreibung den Puls der jeweiligen Stadt, streift mit Estella durch die verlassenen Straßen des Marais, erlebt den Charme und die unerschütterliche Eleganz von Paris, taucht in den lebendigen Buzz des Big Apple ein. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ihr erfrischender, beinahe schon poetischer Schreibstil hat mich restlos begeistert!

Die Geschichte lebt von ihren starken Charakteren, insbesondere Estella ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die man einfach nur bewundern kann und ins Herz schließen muss; gebannt habe ich ihren Lebensweg mitverfolgt. Die Beziehung zu ihrer Mutter, ebenso die Bindung zwischen Estella und Fabienne sind mit außergewöhnlich viel Feingefühl porträtiert worden. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei der Fokus auf den beiden weiblichen Hauptfiguren liegt.

Es ist ein Buch über Hoffnung und Mut, über Freundschaft und Liebe, über Familie und Geheimnisse. Der rote bzw. goldene Faden, der sich als zentrales Thema durch die Handlung zieht, ist Mode: die Kleider, die für Estella so viel mehr sind als nur ein hübsches Stück Stoff. Nach der Lektüre dieses Romans wird man seine Kleidung mit anderen Augen sehen. "Erstaunlich, dass ein Kleidungsstück so viel Bedeutung haben konnte und eine Macht besaß, die weit über Stoff, Faden und Schnittmuster hinausging."

Fazit: Unbedingte Leseempfehlung für alle Liebhaber von historischen Romanen!

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Rezensionen von liesmal:

Langeweile war gestern - ich mal mich glücklich!

Ich mal mich glücklich von Christine Rechl

Die liebevollen Illustrationen, wie sie bereits auf dem Cover erkennbar sind, ziehen sich durch das gesamte Buch. Allerdings sind sie dort noch nicht bunt – diese entspannende „Arbeit“ ist für die kreativen „Aus-“Maler vorgesehen. Was anders ist als bei anderen Ausmalbüchern, sind die zarten Linien zum Nachzeichnen, was den Bildern eine eigene Note gibt.

Die Künstlerin Christine Rechl, ihres Zeichens Textildesignerin, hat wunderschöne Motive aus der Natur zu Papier gebracht und damit ein Angebot geschaffen, dass helfen soll, uns wieder auf das Wesentliche zu besinnen und für die Schönheit unserer Umgebung empfänglicher zu werden.
Damit hat Christine Rechl nicht zu viel versprochen. Ich habe mir zunächst die vielen Bilder angeschaut, um dann mit meinen ersten Malversuchen zu starten. Tatsächlich ist es mir gelungen, mich dabei zu entspannen, an nichts anderes zu denken und mich voll auf das Malen zu konzentrieren. Eine tolle Sache, die mir viel Vergnügen bereitet.
„Ich mal mich glücklich“ ist ein passender Titel für das Buch mit 45 wunderschönen Motiven zum Ausmalen. Und noch eine Besonderheit gibt es: Die einzelnen Seiten sind perforiert und lassen sich leicht aus dem Buch herauslösen. Dann kann nämlich nicht nur ich, sondern es können sich auch die anderen Familienmitglieder glücklich malen!
Ein liebevoll gestaltetes Malbuch für Erwachsene, das meiner Meinung nach auch eine schöne Idee für ein Geschenk ist.

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Rezensionen von bibuschka:

wer anderen hilft, dem wird geholfen

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Im Zentrum des Romans „ Das Haus der Frauen“ von Laetitia Colombani steht das Pariser Frauenhaus, das das Bindeglied zwischen den zwei Handlungssträngen des Romans darstellt. Die Protagonistin der Gegenwart ist Solène, die inmitten einer psychischen Krise realisiert, dass sie es nicht geschafft hat, sich von den Wunschvorstellungen ihrer Eltern zu lösen.

Auf Anraten ihres Therapeuten geht sie einer allgemeinnütziger Arbeit nach, die sie im Frauenhaus findet. Dort trifft sie auf ergreifende Einzelschicksale und die ganze Bandbreite an zwischenmenschlicher Interaktion.

Im Mittelpunkt der zweiten Erzählebene, die 1925 in Paris verortet ist, steht Blanche, eine historisch reale Person. Sie hat im Rahmen ihrer Profession bei der Heilsarmee ein leerstehendes Hotel gekauft und renoviert, das das erste Frauenhaus wurde.

Mein Fazit:

Meine Einstellung zu dem Roman ist ambivalent. So zeugt der flüssige Schreibstil und die das Fokussierte des Erzählten meines Erachtens von Schreibtalent. Auch hat das Buch mich emotional berührt und gut unterhalten.

Nicht so gelungen finde ich die Ausarbeitung der beiden Protagonistinnen. So bedient Solène meiner Meinung nach zu viele Klischees: Karrierefrau zerbricht, weil sie unreflektiert die Erwartungshaltung ihrer Eltern übernimmt. Für mich ist dieser infantile Blick einer intelligenten Frau mit beruflichem Erfolg nicht stimmig und zeugt von zu wenig Eigenverantwortung.

Auch Blanche wirft als Romanfigur Fragen bei mir auf. Ich finde sie stereotyp, sie zeigt keine persönlichen Eigenschaften neben dem, was man auch bei Wikipedia über sie erfahren kann, so als hätte sich die Autorin nicht getraut, ihr ein menschliches Gesicht zu geben.

Alles in allem ein lesenswerter und kurzweiliger Roman.

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Rezensionen von B?cherwald13:

Sehr süße Geschichte!

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Dieses Buch ist wirklich eine absolut süße Geschichte! Der Waschbär Monty und der Biber Castor finden einen kleinen Fuchs Foxi. Dort beginnt eine Abenteuerliche Geschichte, eine enge Freundschaft und vorallem eine Zuckersüße Geschichte.

Unsere drei sind wirklich schöne Charakter, im Sinne dass sie sehr verschieden sind und so zusammen stark sind.

Die Freundschaft wird immer enger und ist natürlich auch nicht immer einfach.

Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Monty dem Waschbären geschrieben. Als "Selbstleserin" war das super, aber ich kann mir vorstellen dass das zum vorlesen etwas schwierig ist.

In diesem Buch gibt es einige Illustrationen. Die sind wie auch das Cover super schön und für ein Kinderbuch total geeignet.

Insgesamt wirklich ein schönes Kinderbuch, was glaube ich vorallem für Leseanfänger geeignet ist, da es dünn ist aber trotzdem eine schöne Geschichte mit Tiefgang ist.

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Qube

Qube von Tom Hillenbrand

"Qube" ist das zweite Buch vom Autor Tom Hillenbrand, das in der Welt der Hologrammatica spielt. Ich kenne das erste Buch nicht und bin daher ganz ahnungslos an das Buch herangegangen... und war dann sehr verwirrt.
Die Welt ist sehr komplex und auch, wenn sie in nicht all zu ferner Zukunft spielt, ist nur wenig so, wie es heute ist.

Die technologischen Möglichkeiten haben mir durchaus einige Male Kopfzerbrechen bereitet, da hätte ich mir mehr Vorwissen gewünscht. Ich würde also durchaus empfehlen den Vorgänger gelesen zu haben.
Das Storytelling ist sehr vielschichtig, als Leser muss man mehreren, teils scheinbar zeitlich versetzten Erzählsträngen folgen. Für mich war es zu Beginn sehr unübersichtlich. Die einzelnen Stränge haben dann aber alle zusammengefunden, wenn auch auf teilweise sehr abstrakte Weise. Das Buch war als Thriller ausgeschrieben, ich hingegen fand es ziemlich langatmig und wenig nur sporadisch spannend. Vor allem die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht packen und beinah hätte ich das Buch abgebrochen. Mit ein wenig Durchhaltevermögen erreicht man dann aber doch einige spannende Stellen.
Die Charaktere waren eher oberflächlich beschrieben, was auch daran liegen kann, dass hier ziemlich viele Personen agieren und im Fokus stehen - da bleibt wenig Platz für tiefgehende Charakterbeschreibungen. Schade, denn ein ansprechender Protagonist hätte eventuell ein wenig mehr rausreißen können...
Inhahtlich war dieses Buch für mich eher ein Sci-Fi-Roman mit ein paar Fanatsy-Elementen - Thrill habe ich auf ganzer Linie vermisst.
Insgesamt konnte "Qube" meine Erwartungen nicht im Ansatz erfüllen. Schade, denn ich habe mir mehr Spannung und auch mehr Tiefe erwartet.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Nicht der beste Teil dieser Reihe, doch das Ende ist einfach nur Wow!!

Im Bann der Fledermausinsel von Oscar de Muriel

"Ich betrachtete das Herrenhaus. Dabei rief ich mir vor Augen, wie prachtvoll und herrlich ich es empfunden hatte, als ich es zum ersten Mal erblickt hatte. Das war erst drei Tage her, fühlte sich jedoch bereits so an, als wäre es in einem anderen Zeitalter gewesen. Wie hätte ich ahnen können, dass ein so luxuriöser Wohnsitz derart schreckliche Geheimnisse bergen würde? Und wir sollten bald noch viele andere entdecken.

"
(S. 413)


Dies ist der 4. Band der Frey & McGray-Reihe. Man muss diese Reihe nicht zwingend chronologisch lesen, denn der Autor geht im Storyverlauf auf vergangene Geschehnisse ein und dies keineswegs ausufernd, sodass es auch für Frey & McGray-Kenner keineswegs langweilig wird. Zudem ist jeder Fall in sich abgeschlossen.
Um jedoch in den vollen Lesegenuss dieser Reihe zu gelangen, empfehle ich die gesamte Reihe zu lesen, um eventuelle Wissenslücken bezüglich der beiden Ermittler zu füllen. Es lohnt sich definitiv!

Nun aber zu meiner Rezension zum 4. Band meiner Lieblingsbuchreihe...


"Sie reichte mir ein zerknülltes Stück Packpapier. Ich entfaltete es und erblickte ein Gekritzel in dicker schwarzer Tinte. Die Worte waren verschmiert, als wären sie hastig geschrieben worden:
HALTEN SIE IHREN BASTARD FERN
SONST BRINGE ICH IHN UM."
(S. 45)


Diejenige, welche bei Inspector Frey mit dieser Nachricht ins Büro stürmt, ist eine junge Frau namens Miss Fletcher. Sie wurde von einem der hochangesehenen Koloman-Brüder als 16-jährige geschwängert und musste das Baby nach der Geburt in die Obhut eines Pfarrers geben, um den Ruf der Koloman-Familie nicht zu beschmutzen. Die Vereinbarung lautete, die Kolomans würden so lange für das Baby aufkommen, solange sie für sie arbeitet und den Mund hält.
Dies war vor sechzehn Jahren und man möchte meinen das wäre in Vergessenheit geraten. Doch vor drei Monaten starb der leibliche Vater des Kindes und dies führt wohl dazu, dass hier jemand äußerst nervös wird.
Miss Fletcher möchte ihren Jungen in Sicherheit wissen und beauftragt die beiden Inspectors mit dieser Aufgabe. Frey, der gesittete Londoner Gentleman und McGray, der unbehobelte Schotte. Miss Fletcher würde dafür McGray zu einer Heilquelle führen, welche seine Schwester von ihrer Erkrankung erlösen kann. Während Frey diese Heilquelle für Humbug hält, gibt es für McGray keinen Zweifel, ist er doch dem Okkulten sehr zugetan. Nicht umsonst heisst ihre Abteilung "Kommission zur Aufklärung ungelöster Fälle mit mutmaßlichem Bezug zu Sonderbaren und Geisterhaftem". Und so machen sich die beiden auf die Reise in die nördlichsten Highlands Schottlands, zum Loch Maree.

Es dauert nicht lange und es passiert der erste Mord und wo der erste ist, ist der zweite nicht fern.
Die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig, denn dort oben im Loch Maree scheint jeder Leichen im Keller zu haben.
Mit dabei ist diesmal auch der Onkel von Inspector Fry, Onkel Maurice, für den das alles ein furchtbar aufregendes Abenteuer zu sein scheint.



"Die Leiche rutschte knapp einen Meter tiefer, bevor Nine-Nails das Seil wieder zu fassen bekam, und als ihr Fall abrupt gestoppt wurde, spritzte Blut in alle Richtungen. Mit stoischer Resignation wischte ich mir die Tropfen aus dem Gesicht. Doch Onkel Maurice, der gegen diese Art von Herausforderung nicht abgehärtet war, kreischte wie ein Kind.
Nine-Nails lachte. >>Och, der ist ja noch schlimmer als Sie Frey! Ist er die Königin in Ihrem Bienenstock?<<"
(S. 192)


Bei dem ungleichen Ermittlerpaar, welches ich auch gerne als Bud Spencer und Terence Hill der Victorianischen Krimis bezeichne, geht es wieder hoch her.
Natürlich hat wieder jeder seine eigenen Beweggründe diesen Fall lösen zu wollen, doch wie immer führen beide zusammen zum erwünschten Erfolg - der Lösung des Falls.
Doch bis dies geschieht erwarten einem als Leser viele überraschende Wendungen, sodass man nie sicher sein kann, was einem auf der nächsten Seite erwartet. Das Ende hält eine tolle Auflösung parat, die diesmal den medizinischen und wissenschaftlichen Sektor betrifft und einem so den Wissensstand der damaligen Zeit diesbezüglich näher bringt.
Allzu sehr möchte ich nicht darauf eingehen, da ich sonst spoilern würde. Es sei nur so viel gesagt - Diejenigen, welche sich für Medizin und Chemie interessieren, werden am Ende begeistert sein. Diesbezüglich sollte man sich auch unbedingt die "Anmerkungen des Autors" am Ende gönnen.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und klar. Der Erzählstil wie immer packend, voller überraschender Wendungen und enthält auch die ein oder andere wunderbare Settingbeschreibungen, welche die Natur Schottlands betreffen. Dabei liest man aus der Sicht von Frey und man hat das Gefühl seinem persönlichen Fallbericht zu lauschen.

An dieser Reihe liebe ich vor allem die beiden Protagonisten, welche sich immer einen äusserst amüsanten verbalen Schlagabtausch liefern. Diesmal muss sich der Schotte McGray jedoch nicht nur mit der Londoner "Prinzessin" Inspector Frey herumschlagen, sonder auch noch mit dessen Onkel Maurice. Dieser reagiert völlig anders auf McGrays derbe Sprüche als sein Enkel und somit hat diesmal McGray nicht immer das letzte Wort. Ich habe also wieder viel geschmunzelt und gelacht.


">>Ich kann mich vage daran erinnern, vor Jahren einmal gelesen zu haben, dass blutsaugende Fledermäuse ausschließlich in tropischen Breiten vorkommen. Mexiko und Südamerika.<<
>>Wie kann Ihr Kopf nur so voller nutzloser Scheiße sein?<<
>>Sagt der Mann, der die Namen sämtlicher Kobolde auswendig aufzählen kann, die im Wicca-Kult heilig sind!<<
(S. 310)


Leider kamen diesmal jedoch die amüsanten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ermittlern viel zu kurz. Die beiden wirkten manchmal nahezu handzahm. Da bin ich aus den anderen Bänden dieser Reihe Besseres gewohnt.

Auch hält sich diesmal die Spannung in Grenzen. Es war natürlich stellenweise äußerst mitreißend, dramatisch und faszinierend. Doch in diesem Band betraf dies nur kurze Strecken und hier gibt es auch die ein oder andere Länge, welche mich manchmal seufzen ließ. Dies ist jedoch Meckern auf hohem Niveau.


"Kein Wunder, dass ich das Gefühl hatte, etwas schnüre mir die Brust ein. Unter diesem Dach befanden sich, Meilen und abermals Meilen entfernt in der schottischen Wildnis, ein Sterbender, eine verwesende Leiche, drei Mordverdächtige, eine Handvoll verstörter Frauen und Männer sowie zwei argwöhnische CID-Inspectors, die schlichtweg darauf warteten, dass endlich ihre Kollegen kommen und den Fall übernehmen würden."
(S. 401)


Fazit:
Aufgrund der oben genannten Mankos ist dies für mich nicht der beste Band der Frey & McGray-Reihe. Trotzdem habe ich auch diesen weggesuchtet und das Ende und die Atmosphäre der damaligen Zeit, die mich während des Lesens begleitete, entschädigte mich für so manche Länge und spannungslose Seite.
Die beiden Protagonisten sind einfach zwei originelle und amüsante Typen. Ich hoffe, dass die beiden im nächsten Band wieder zu ihrer alten Form finden was den verbalen Schlagabtausch betrifft.
Die Fälle waren ja bisher immer spektakulär und fern des 08/15, daher auch eine meiner absoluten Lieblingsreihe was historische Krimis/Thriller betrifft. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls schon jetzt wieder auf den nächsten Band.

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Bilder und Autoren-Info)

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Rezensionen von begine:

Alles ist im Fluss

Offene See von Benjamin Myers


Der Autor Benjamin Myers hat mit „Offene See“ einen besonderen Roman geschrieben.
Robert dokumentiert sein Leben und beginnt mit dem 16jährigen Robert , der weiß, das er im Bergwerk arbeiten muss. Es ist kurz nach dem Krieg und er nimmt sich ein Jahr um durch das Land zu ziehen. Land zieht.

Als er zu Dulcies Cottage kommt, wird er zum Tee eingeladen. Es beginnen interessante Dialoge zwischen ihnen.
Deren Freundin Romy Landau, eine deutsche Dichterin hatte Selbstmord begangen. Durch Robert redet Dulcie darüber. Robert repariert das Atelier der Dichterin und liest ihre Gedichte.

Sie sind ein witziges Gespann. Sie haben sich gegenseitig geholfen. Benjamin Myers lässt Roberts Leben bessern.

Der Autor hat einen intensiven humorvollen Schreibstil. Der Roman ist mit viel Poesie verarbeitet. Ich war von der Geschichte gefesselt. Hoffentlich wird mehr von Benjamin Myers ins Deutsche übersetzt.

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Rezensionen von Tara:

Vielschichtig – ungewöhnlich – packend

The Doll Factory von Macneal Elizabeth

„The Doll Factory“ ist das Debüt der Autorin Elizabeth Macneal, das es -meiner Meinung nach vollkommen zu Recht - direkt nach dem Erscheinen auf den ersten Platz der britischen Bestsellerliste geschafft hat.

Die Handlung beginnt im November 1850 in London. Die Zwillingsschwestern Rose und Iris Whittle arbeiten in einer Puppenmanufaktur.

Die Arbeit ist hart und Iris träumt davon Künstlerin zu werden. Vollkommen unerwartet scheint es eine Möglichkeit zu geben, dass dieser Traum wahr wird. Iris trifft den Maler Louis Forst, der sie darum bittet, für ihn Modell als Königin zu stehen und er verspricht ihr, sie im Zeichnen zu unterrichten.

In einem zweiten Handlungsstrang lernt man Silas kennen. Silas hat ein Geschäft mit Kuriositäten und präpariert Tiere, die ihm der kleine Straßenjunge Albie bringt, der auch Iris und Rose mit kleinen Arbeiten für die Puppenmanufaktur zur Seite steht.
Der Schreibstil von Elizabeth Macneal hat mich begeistert. Sie beschreibt detailliert, atmosphärisch und hat mich damit direkt in das viktorianische Zeitalter versetzt. Die düstere Stimmung, die Diskrepanz zwischen der armen Bevölkerung und den Reichen ist erschreckend. Auch über ihre jeweiligen Lebensumstände erfährt man eine Menge, was ebenso traurig wie erschreckend ist, den Roman aber lebendig werden lässt und auf ausgiebige Recherchearbeiten hinweist.

Die Charaktere werden sehr vielschichtig beschrieben. Da ist keiner durchweg positiv oder negativ belegt. Sie wirkten alle authentisch und jeder hatte seine Eigenarten.

Durch den stetigen Wechsel der Perspektive, ist die Handlung abwechslungsreich, fesselnd und verleitet zum permanenten Weiterlesen.

In mir hat das Buch eine Mischung aus Faszination, Entsetzen und Neugierde hervorgerufen, wodurch ich gefühlsmäßig mehrfach Achterbahn gefahren bin. Der Spannungsaufbau war fantastisch und überraschend. Die Handlung besteht aus Gegensätzen, eine düstere Grundstimmung, zarte Gefühle, Besessenheit, schwesterlicher Zusammenhalt, Hass und Liebe und vieles mehr werden stimmig zusammen erzählt. Das Ende ist überraschend und rundet diese doch sehr besondere Werke perfekt ab.

Ich kann das Buch nur empfehlen und bin schon sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin.

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