Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Eine seelenvolle Reise
Seelensegeln von Désirée Meier; Elias Meier
Reisebücher gibt es inzwischen ja viele. Dass Menschen alles hinwerfen, ihr bisheriges Leben verlassen und auf Reisen gehen, das kennt man mittlerweile. Aber dieses Abenteuer hier ist anders! Hier geht es nicht darum, möglichst viele Orte abzuklappern und viel zu sehen, sondern zu sich zu kommen, die Lebenszeit zu nutzen und die Seele baumeln zu lassen.
Seelenvoll zu reisen und Menschen begegnen, das haben sich die beiden Autoren zur Lebensaufgabe gemacht.
Besonders gut gefallen haben mir die vielen großen und kleinen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, die zeigen, was wirklich wichtig ist. Das Wertvollste am Leben sind eben doch die anderen Menschen und der Austausch mit ihnen, die Geselligkeit, das Miteinander. Das kommt in diesem Buch gut rüber.
Man merkt auch, wie die beiden als Paar immer mehr zusammenrücken und eine stimmige Einheit werden. Sie sind an diesem Leben gewachsen und haben sich weiterentwickelt.
Ein tolles Buch, das nachhaltig berührt und fasziniert. Gerade auch, weil es so persönlich und nah ist – fast als würde man diese Erfahrungen selbst machen. Rundum gelungen und voller Seele – die jahrelange Arbeit hat sich gelohnt!
Rezensionen von Streiflicht:
Erschreckend real
Leben von Uwe Laub
Bücher wie dieses machen mich immer neugierig, denn das ist genau die Art Thriller, die ich sehr mag. Realistisch, spannend und überraschend. Wenig Blut, dafür umso mehr Hintergrundinfos, eine gute Story und viel Spannung. Vor den aktuellen Geschehnissen rund um die Corona-Pandemie scheint das Buch verstörend aktuell und am Puls der Zeit.
Beim Lesen rieselte mir doch der eine oder andere Schauer über den Rücken – trotz der Sonne, in der ich saß. Das Beschriebene wirkt so real und authentisch, da musste ich ab und zu schon schlucken.
Die Figuren sind so gut beschrieben, dass man richtig mitfiebern kann. Gerade Fabian als Hauptfigur wider Willen sozusagen, hat mir gut gefallen. Man leidet richtig mit ihm mit und spürt seine Verzweiflung. Kein Wunder, dass er alles versucht, um sich zu retten. Und dann findet er sich im Zentrum des Schreckens wieder. Der arme Kerl! Und dann die Frage, wer was verbirgt, was erreichen will und mit welchen Mitteln? Wem kann man trauen – als Fabian und als Leser? Eine Figur hat mich wirklich positiv überrascht, ein wahrer Held. Die Beschreibungen haben mir gut gefallen, rasant und lebensnah. Lesespaß pur!
Dieses Buch ist das erste, das ich von diesem Autor lese und ich bin begeistert. Es wird sicherlich nicht das einzige bleiben. Tolle Schreibweise, packend, fesselnd und spannend, super Geschichte mit interessanten Figuren, mit denen man mitfühlen kann. Rundum gelungen! Ich freue mich auf mehr von diesem Autor!
Rezensionen von manu63:
Heisses Pflaster
Heißes Pflaster von Alex Pohl
Hanna Seiler und Milo Novic ermitteln wieder in Leipzig. Der zweite Fall der beiden trägt den Titel Heisses Pflaster und der Autor Alex Pohl nimmt den Leser mit in eine Geschichte voller Spannung und Geheimnissen. Hanna und Milo ermitteln im Todesfall des Leiters des Liegenschaftsamtes und stoßen dabei auf einige Ungereimtheiten und quasi in ein Wespennest.
Dabei geraten beide in gefährliche Situationen und stehen dabei stark unter Druck.
Alex Pohl erzählt die Geschichte auf fesselnde Art und mit Hilfe von gut gezeichneten Charakteren. Wobei Milo Novic mehr im Fokus steht als Hanna Seiler, die stellenweise ein wenig blass an Milos Seite wirkt. Die Nebencharaktere bilden einen guten Rahmen und die Handlung bietet einige gelungene Spannungsbögen und erst im letzten Drittel des Buches konnte ich die Zusammenhänge erkennen und wie sich langsam ein Gesamtbild herauskristallisierte. Die einzelnen Kapitel geben immer einen genauen Hinweis wann und wo sich die Protagonisten gerade innerhalb der Geschichte bewegen. Dabei sind die Kapitel oft recht kurz gehalten und die Zeitungsartikel, die immer wieder auftauchen, ergänzen das Ganze sehr gut. Insgesamt eine interessante Geschichte mit Potential auf weitere Fälle. Das Buch kann einzeln gelesen werden, doch da es eine Art Rahmen gibt sollte man zum größtmöglichen Lesevergnügen mit dem Buch Eisige Tage beginnen.
Rezensionen von liesmal:
Es gehört zur deutschen Geschichte
Heißes Pflaster von Alex Pohl
„Zeus und Goldenberg“ Mit diesen zwei unterschiedlichen Menschen, die sich 1936 in Hamm begegnen, ist es dem Autor Franz Josef Brüseke gelungen, ein spannendes Stück deutscher Geschichte lebendig werden und erkennen zu lassen, dass so etwas nie wieder passieren darf.
Wer Brüsekes Bücher kennt, weiß, dass er einen ganz eigenen Schreibstil hat, der gut in die damalige Zeit passt.
Ohne große Gefühlsduselei, ohne Schnörkel, aber dennoch nicht gefühllos, lässt er Raum zum Mit- und zum Nachdenken. Es liest sich auch nicht wie ein fiktiver Roman, sondern klingt eher realitätsnah.
Der junge Kommunist Zeus und der Jude Goldenberg werden beide vom Pfarrer aufgenommen und in der Gemeinde versteckt. Zeus arbeitet dort als Küster und Goldenberg in der Bibliothek. Das geht so lange gut, bis der Pfarrer von den Nazis verhaftet wird. Damit ist klar, dass Zeus und auch Goldenberg schnell verschwinden und Deutschland verlassen müssen.
Ich bin immer sehr froh, wenn ich anhand von Büchern etwas aus der Vorkriegszeit und auch aus den Kriegsjahren erfahre, weil ich zu der Generation gehöre, in der diese Zeit im Geschichtsunterricht in der Schule einfach fehlte – totgeschwiegen wurde. Darum hat es mir gefallen, die Wege, die Zeus und Goldenberg gegangen sind, mitgehen zu können; die Menschen, die sie getroffen haben zu verstehen, mich mit ihnen zu ängstigen, zu freuen, um ihr Leben zu bangen und zu trauern.
Mich hat der Rückblick in eine unschöne Zeit der deutschen Geschichte bereichert.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Geschichte des RAF-Terrors
Eine kurze Geschichte der RAF von Sven Felix Kellerhoff
Wer kennt sie nicht, die Namen der berüchtigten Baader-Meinhof-Bande?
Mit diesem Buch geht der Autor auf die Geschehnisse ein, wie es zur Gründung der RAF kam, wie die Wege in den Terror aussahen und was man unter erster, zweiter und dritter Generation der RAF versteht. Er geht auf die zentralen Figuren der Terror-Gruppe ein, beschreibt deren Ansichten und Ziele.
Historiker Sven Felix Kellerhoff zeichnet den blutigen Weg der Terroristen detailliert nach, deren erklärtes Ziel, den Rechtsstaat zu vernichten, Deutschland Jahrzehnte lang in Angst und Schrecken versetzt hat.
Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Behörden und Politiker hier kräftig versagt haben. Einzig Helmuth Schmidt so scheint es, hat sich nicht erpressen lassen.
Als Österreicherin, die zu jener Zeit in der Hans Martin Schleyer ermordet wurde, noch ein Kind war, kannte ich bislang nicht alle Verbrechen. Die Entführung von Walter Palmers zur Geldbeschaffung hat sich mir allerdings ins Gedächtnis eingebrannt, habe ich doch in dieser Zeit im selben Haus wie einer der Entführer gewohnt.
Die von den Medien und Anhänger Baader-Meinhofs lancierten erfundenen Geschichten der „Vernichtungshaft“ waren mir jetzt neu, denn irgendwann habe ich mich aus dieser Welt des Terrorismus ausgeklinkt.
Kellerhoff ist es sehr gut gelungen, auf diesen rund 200 Seiten die Geschichte der „Roten Armee Fraktion“ kompakt darzustellen.
Interessant finde ich, dass die RAF genauso antisemitisch eingestellt war, wie das Establishment, gegen das sie gekämpft haben.
Vermisst habe ich die im Vorwort angekündigte Beschäftigung mit den Opfern.
„Lange galt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor allem den Tätern, den Mitgliedern der RAF, aber kaum ihren Opfern. Dabei waren die weitaus meisten Toten und Verletzten dieses blutigen Irrwegs ganz normale Leute: Polizisten, Fahrer, Angestellte.“
Wieder hat die RAF die größere Rolle eingenommen. Ich hätte mir zumindest im Anhang eine Liste der Opfer erwartet. Sie werden zwar im Text durchaus namentlich genannt, gehen aber dort leider unter.
Das Buch lässt sich flüssig lesen und stellt ein Stück Deutscher Geschichte anschaulich und interessant dar. Sachlich, ohne den Voyeurismus legt Kellerhoff die Tatsachen auf den Tisch.
Fazit:
Wer einen Überblick über die Geschichte der RAF, die von Gewalt und Terror geprägt war, gewinnen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Die fehlende Opferliste kostet den 5. Stern.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kunstraub - Raubkunst
Kunst und Verbrechen von Stefan Koldehoff; Tobias Timm
Das Autoren-Duo, die Kunstexperten Stefan Koldhoff und Tobias Timm. nehmen sich in diesem Buch eines brisanten Themas an: Kunst & Verbrechen.
Sie geben in folgenden Kapitel einen Überblick über Kunstdiebstähle, Geldwäsche, Fälschungen und folgen den Spuren so mancher kriminellen Organisation.
Dass Kunstraub keine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, wird ebenfalls dargestellt.
Licht und Schatten - ein Vorwort
Kapitel 1 - Gestohlen, geraubt, entführt
Kapitel 2 - Das Verschwinden des Originals
Kapitel 3 - die zerstörte Kulturgeschichte
Kapitel 4 - Wenn Diktatoren sammeln
Kapitel 5 - Kunstanlage als Betrug
Kapitel 6 - Schmutziges Geld und saubere Kunst
Und die Konsequenten?
Die Autoren gehen allerdings nicht nur mit den Räubern und/oder Fälschern hart ins Gericht, sondern vor allem mit deren Auftraggebern. Seien es Diktatoren, die auf „Kunstsinnig“ machen und daher leichte Beute für Kriminelle werden oder jene Neureiche, die ihr Einkommen gerne an der Steuer vorbei gewinnbringend anlegen wollen.
Dort wo viel Geld im Spiel ist, weil es leicht zu bekommen ist, ist das organisierte Verbrechen nicht weit. Nur so lange Menschen gewillt sind, so aberwitzige Summen für Kunst zu bezahlen, wird sie herbeigeschafft. Allerdings habe ich für die Leute, die um viel Geld einer Fälschung aufgesessen sind, kein Mitleid. Man könnte Vermögen auch anderwertig ausgeben - für mehr Bildung oder Forschung.
Die Autoren sprechen echten oder selbst ernannten Sachverständigen nicht von der Schuld frei, mit aberwitzigen Summen für echte oder vermeintlich echte Kunstgegenstände zu jonglieren. Auch Galeristen, Kunsthändler und/oder Museumsdirektoren bekommen ihr Fett ab.
Die Autoren berichten über die spektakulärsten Kriminalfälle und prangern die oft sehr laxen Sicherheitsvorkehrungen in (staatlichen) Museen an. Manchmal wirkt die Aufzählung der Fälle ein wenig unstrukturiert. Das macht aber das Buch nicht weniger spannend.
Nach „Selbstporträt“ (Wolfgang und Helene Beltracchi) und „Der Nazi und der Kunstfälscher“ (Edward Dolnick) mein drittes Buch über Kunstraub bzw. Fälschungen in kurzer Zeit.
Fazit:
Raubkunst und Kunstraub - ein weitverzweigtes Business, dem schwer beizukommen ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Dieser Reihenauftakt hat mich nicht überzeugt
Das Grab im Médoc von Maria Dries
Nach elf Bänden mit Commissaire Lagarde in der Normandie ist nun der Auftakt für eine neue Krimi-Reihe erschienen.
Statt des Genießers Philippe Lagarde ermittelt Madame le Commissaire Pauline Castelot.
Pauline Castelot ist Sonderermittlerin, die dann zum Einsatz kommt, wenn es um Cold Cases oder sonstige heikle Fälle geht.
Sie darf überregional agieren. Das heißt, der Leser darf sich auf verschiedne Schauplätze in Frankreich freuen.
Diesmal ermittelt Castelot und ihr Team in heimischer Umgebung, in Bordeaux. Zahlreiche Weingüter sind in der jüngsten Vergangenheit von Dieben heimgesucht worden, die - wie auf Bestellung - ausgesuchte, meist teure Wein stehlen. Bei einem dieser Einbrüche wird ein Mann der Sicherheitsfirma angeschossen, wenig später der Weinbauer Armand ermordet. Ein Zusammenhang mit den Diebstählen scheint zweifelhaft, denn Armand wird niedergeschlagen und lebend in einen Brunnenschacht geworfen.
Als dann einige Tage später eine Frau skurril drapiert tot auf einem Weinberg nächst dem Weingut von Armand gefunden wird, scheint es eine heiße Spur zu geben ...
Meine Meinung:
Ich habe mich auf diese neue Reihe gefreut, doch leider bin ich enttäuscht worden. Der Krimi ist nur ein müder Abklatsch der Reihe um Philippe Lagarde. Es dauert gut 100 Seiten bis das nötige „Personal“ vorgestellt wird. Diesmal gibt es viel zu viele Personen, die hier eine kleine oder größere Rolle spielen. Die privaten Zores der Ermittler werden beinahe gleichzeitig aufgedeckt.
Ich mag zwar den Schreibstil mit der detaillierten Beschreibung von Schauplatz, Kulinarik und Menschen, aber diesmal bin ich der vielfältigen Details überdrüssig. Es bringt die Handlung überhaupt nicht weiter, ob das Polo des Ermittlers blau oder grün ist oder welcher Wein als Apero serviert wird.
Die Arbeitsauffassung lässt diesmal auch etwas zu wünschen übrig. Obwohl sich gerade eine neue, vielversprechende Spur auftut, machen die vier Ermittler einfach Feierabend und gehen gemütlich gemeinsam essen. Aufgefallen ist mir, dass das Quartett öfters gemeinsam in einem Auto unterwegs sind. Wie ungewöhnlich!
Der Fall selbst ist jetzt auch nicht so rasend spannend. Das Motiv für die Morde enthüllt sich erst spät und wird meiner Ansicht nach - im Vergleich zu den Diebstählen oder den kulinarischen Beschreibungen - viel zu kurz behandelt.
Die Figuren, ob gut oder böse, bleiben blass und eindimensional.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen möglichen zweiten Fall für Pauline Castelot lesen werde. Schade, dieser Reihenauftakt hat nicht überzeugt.
Fazit:
Dieser Reihenauftakt hat mich nicht überzeugt, daher nur knapp 3 Sterne.
Rezensionen von LadyIceTea:
Gutes Buch, bei dem ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte
Es war die Nachtigall von Katrin Bongard
Ökoaktivisten gegen Jäger, Weltoffenheit gegen Tradition, zwei unversöhnliche Lager und eine große Liebe. Die 16-jährige Marie kämpft mit einer Gruppe von Freunden für den Tierschutz und gegen den Klimawandel. Sie will etwas verändern. Bei einem Konzert ihrer Lieblingsband trifft sie ausgerechnet auf Ludwig von Brockdorff, einen leidenschaftlichen Jäger.
Obwohl beide vom ersten Moment an eine starke Verbindung zueinander spüren, prallen zwei gegensätzliche Welten frontal aufeinander. Können eine selbstbestimmte Umweltaktivistin und ein traditionsbewusster junger Jäger zusammen sein, trotz aller Vorurteile und der Hindernisse, die die gegnerischen Familien und das Umfeld bedeuten?
Katrin Bongard hat mich in „Es war die Nachtigall“ recht schnell mit ihrem Schreibstil in den Bann geschlagen. Marie und Ludwig erhielten von ihr beide eine eigene Stimme, die sich in jedem Kapitel wiederspiegelt.
Marie ist eine Ökoaktivistin aber ohne dabei penetrant oder ignorant zu sein. Das Gleiche trifft auf Ludwig als Jäger zu. Ich mochte den Einfluss von Maries Journalisteneltern, die ihr das kritische Nachdenken nahegelegt haben. Dadurch kam zu ihrer Sicht auch ein gesunder Reiz des Nachfragens und Hinterfragens hinzu. Auch Ludwig lässt sich auf die andere Seite ein. Hinterfragt die Einstellung zum Jagen und den Stellenwert des Lebens und des Tötens dahinter. Das Thema wurde allgemein sehr gut aufgegriffen. Ich fand es schade, dass der Diskussion nicht genug Chancen eingeräumt und sie immer wieder schnell an der gleichen Stelle unterbrochen wurde.
Die Beziehung von Ludwig und Marie steht eher im Vordergrund und mit ihr die Frage, ob unterschiedliche Weltansichten wirklich ein Grund der Trennung sind. Es wird angesprochen, welchen Zwiespalt ihre Beziehung auch bei Freunden und Familie auslöst aber für meinen Geschmack auch hier zu wenig.
Das Ende ist traurig und dramatisch. Angekündigt wurde es schon im ersten Kapitel. Genauso, wie mir bei der Grundsatzdiskussion und der Beziehungsfrage die Tiefe gefehlt hat, ging es mir hier auch zu abrupt. Die Message kommt zwar an aber für meine Vorstellung ein wenig zu leise.
Da hier Vieles nur angerissen wird, bleibt jedoch ein großer Spielraum für Gedanken, Gespräche und Diskussionen. Die Themen in diesem Buch sind wichtig und sollten immer wieder zur Sprache kommen. Und dabei nicht nur eine Seite, sondern beide beachtet werden.
Mir hat das Buch gefallen. Es enthält wichtige Themen, sehr gut gelungene Figuren und einen tollen Schreibstil. Die Grundstimmung der Geschichte ist schön und besonders die aufkeimenden Gefühle von Marie und Ludwig habe ich sehr gerne verfolgt. Auch wenn es mich durch die etwas fehlende Tiefe nicht ganz abholen konnte, ist es trotzdem ein gutes Buch, welches ich weiterempfehlen würde!
Rezensionen von Tara:
Witzig & unterhaltsam
Die Mitte ist ein guter Anfang von Franka Bloom
„Die Mitte ist ein guter Anfang“ ist wieder ein äußerst humorvoller Roman der Autorin Franka Bloom, bei dem - wie auch in ihren drei vorherigen Romanen - eine Frau in ihrer Lebensmitte die Protagonistin ist.
Eva ist fast 50 Jahre und bereits seit 20 Jahren mit ihre Freund Arne zusammen. Völlig überraschend macht Arne ihr einen Heiratsantrag.
Während ihre gemeinsame Tochter begeistert ist, ist Eva irritiert und beginnt alles zu hinterfragen. Warum sollte sie nun heiraten ? Bei ihren Freunden und Bekannten steht eher Trennung auf dem Plan. Was steckt hinter Arnes Antrag ?
Der Schreibstil von Franka Bloom ist locker, leicht, schwungvoll und lässt sich sehr angenehm lesen. Ihr Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Eva wird authentisch beschrieben und das Buch ist aus ihrer Perspektive geschrieben, wodurch ihre Gedanken nachvollziehbar werden und ihr Stress spürbar ist - Haushalt, Beruf, Teenagertochter, Eltern und Arne, das alles kann schon mal ein wenig viel werden. In ihren Problemen wird sich jede Frau um die 50 irgendwo mehr oder weniger wiederfinden und der humorvolle Umgang mit diesen ist Franka Bloom ausgesprochen gut gelungen. Auch die übrigen Charaktere werden glaubwürdig beschrieben. An einigen Stellen gab es für mich ein paar Details zu viel, aber ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt.
Mein Fazit: Ein lockerer, leichter Frauenroman zum Schmunzeln, der auch eine Menge Wahrheit enthält.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Spannend geschildert
Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten von Brigitte Riebe
Im zweiten Band der Ku'damm-Schwestern-Trilogie steht Silvies Geschichte im Vordergrund. Silvie mochte ich im ersten Teil, "Jahre des Aufbaus", nicht. Sie war unstet und unvernünftig, brachte durch unüberlegte Aktionen - bei denen sie nicht auf Rike hörte - die Familie mehr als nur einmal in Lebensgefahr.
Mit dem Kopf durch die Wand, war in etwa ihr Motto.
Dennoch hatte und hat sie ihre guten Seiten. Mit ihrer klaren Stimme beeindruckte sie die britischen Soldaten und später die Radiohörer. Ich war also gespannt, was aus ihr wird. Ruhiger und besonnener auf jeden Fall, trotz ihrer on-off-Beziehung und ihrer Sehnsucht nach dem richtigen Mann, einem Kind, einem Haus. Silvie hat in ihrer Story nettere Züge an sich.
Dass sie nun die Freundin von Miriam ist, kann ich nach empfinden. Doch es war wenig plausibel, dass Carl und auch Marcus plötzlich nur noch mit Silvie sprachen und nicht mehr mit Rike. Diese wurde zur besserwisserischen Schwester degradiert, was ich sehr schade fand. Oscar ist noch immer ein unsympathisches Schlitzohr und totaler Egoist, da kann selbst seine Zwillingsschwester Silvie nicht mehr viel gerade rücken.
Brigitte Riebe hat extrem viel reingepackt in "Wunderbare Zeiten", pausenlos passiert etwas in der grossen Familie Thalheim, historisch ebenso. Letzteres war spannend zu lesen. Den historischen Teil fand ich enorm interessant, da mir als Schweizerin die Anfangsgeschichte der DDR mit diesen vielen Details nicht so geläufig war, damals ja noch ohne Mauer.
Aber "Wunderbare Jahre"? Nicht für alle jedenfalls. Nur für wenige. Denn die Höhen und Tiefen gehen weiter, pausenlos, für die Stadt Berlin wie vor allem auch für die Thalheims. Der Tiefgang kam so natürlich auch wieder zu kurz.
Die überladene Familiengeschichte nahm ich für mich als Umrahmung der historischen Begebenheiten. Denn sie ist überfrachtet von Ereignissen, die in der Menge irgendwann nicht mehr glaubhaft wirken. Aber als roter Faden, anhand dem die deutsche Geschichte erzählt wird, war sie okay.
Am Ende des Romans habe ich Lieder im Ohr, Modebilder vor Augen und eine Rennfahrt durch die deutsche Geschichte während den Jahren 1952 - 1957 mitgemacht - langweilig wird die Lektüre jedenfalls nicht!
Fazit: Eine Reise durch nicht so wunderbare Jahre, spannend geschildert.
4 Punkte.










