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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich gut unterhalten

Bretonische Spezialitäten von Jean-Luc Bannalec

Commissaire George Dupin wird zu seinem Leidwesen zu einem Seminar in St. Malo abkommandiert. Ziel der Fortbildung: Engere Zusammenarbeit der bretonischen Départements. Widerwillig kommt er dem Befehl nach. Das einzige was ihn an St. Malo und Umgebung reizt, sind die örtlichen Spezialitäten, die kredenzt werden.

Doch schon bald wird aus der Theorie Ernst, denn während eines Spziergangs durch die dortigen Markthallen passiert unmittelbar vor seinen Augen ein Mord. Die Täterin kann vorerst fliehen unf wird bald darauf festgenommen. Ihre Identität steht gleich fest: Es ist die Schwester des Opfers. Schwestermord auf St. Malo?

Wie sich bald herausstellt, ist diese Tat nur der Auftakt zu einer Reihe von heimtückischen Morden. Nur, wer ist jetzt der Täter? Denn die Mörderin, die beharrlich schweigt, hat das beste Alibi der Welt - sie sitzt im Gefängnis.

Dupin wird, wie andere am Seminar teilnehmenden Ermittler von der Präsenz entbunden und muss nun - als gelebtes Beispiel der guten Zusammenarbeit - als Teil des Teams arbeiten. Das ist jetzt sogar nicht im Sinn des lieber allein agierenden Ermittlers. Noch dazu muss er auf sein bewährtes Team mit Riwal, Kadeg und natürlich Nolwen verzichten. Doch die schalten sich in die Ermittlungen ein und versorgen Dupin aus der Ferne mit zahlreichen Informationen.

Als die Truppe erkennt, was hinter den Morden stecken könnte, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.


Meine Meinung:

Georges Dupin ermittelt wieder routiniert, dennoch ist die Situation anders. Statt als Chef eines Teams ist er nun „nur“ Mitglied und muss sich Madame le Commissaire Huppert unterordnen, was ihm nicht immer leicht fällt. Natürlich spinnt er seine eigenen Gedanken und eckt auch manchmal mit seinen Szenarien an.

Zwischen den oft mühsamen Recherchen kommt der kulinarische Genuss nicht zu kurz. Und hier habe ich meinen kleinen Kritikpunkt: Aklohol fließt mir diesmal ein wenig zu viel. Nicht nur ein Apero oder Rosé, nein auch Hochprozentigem in Form des ortsüblichen Rums wird hier zugesprochen. Das muss wohl nicht sein! Besonders beliebt ist diesmal der Muscadet.


Interessant finde ich die Tatsache, dass in St. Malo überhaupt Rum hergestellt wird - das verortet man ja eher mit der Karibik, ist aber, aus der historischen Geschichte heraus, gut nachvollziehbar. Apropos Geschichte - die Vergangenheit St. Malos als Piratennest, die sich lieber Korsaren nennen, spielt auch eine wesentliche Rolle.

Auch wenn einige Leser Jean-Luc Bannalec vorwerfen, mehr Reiseführer als Krimis zu schreiben, gefällt mir die Mischung recht gut.

Ich hoffe, das nächste Mal darf George Dupin wieder mit seinem Stamm-Team ermitteln, denn dessen Mitglieder sind mir diesmal ein wenig abgegangen.

Fazit:

Ein gut gelungener Krimi, der George Dupin zwingt mit anderen im Team zu arbeiten. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich gut unterhalten

Verlorenes Vernègues von Cay Rademacher

Dieser 7. Fall für Capitaine Roger Blanc ist ein wenig ungewöhnlich. Zum einem spielt der Krimi im Winter, nicht, weil das Verbrechen Winterurlaub macht, sondern weil wir es gewöhnt sind, uns in der sommerlichen Hitze und der von Touristen überlaufenen Provence aufzuhalten. Zum anderen dauert es diesmal einige Zeit bis die erste Leiche auftaucht.

Allerdings, und das macht den Krimi für mich sehr spannend, greift Cay Rademacher ein derzeit brandheißes Thema auf: Die Rückkehr der Wölfe, die zwar den Naturschützern, nicht aber den Schäfern Freude macht.

So muss sich Roger Blanc in der stillen Zeit nach dem Jahreswechsel um gerissene Schafe kümmern. Die Wölfe spalten Vernègues in zwei Lager und zwischen den Fronten schleichen Sonderlinge durch den Wald und die Ruinen des von einem Erdbeben zerstörten Vieux Vernègues. Da ist zum einen die Seismologin, die in den Trümmern des alten Dorfes ihre geophysikalischen Messungen vornimmt und ihr Ex-Mann, der sich vom seriösen Astrophysiker zum Ufologen entwickelt hat und mittels Hightec-Drohne auf ein Zeichen außerirdischen Lebens hofft sowie ein Experte für Nostradamus‘ Prophezeihungen, der im Auftauchen der Wölfe und des drohenden Erdbebens die Ankündigung des Endes dieser Welt sieht.
Und tatsächlich gibt es dann auch ein menschliches Opfer.

Capitaine Blanc und Lieutenant Tonon alle Hände voll zu tun, die schießwütigen Bürger des Ortes von ihrem Rachefeldzug gegen die Wölfe abzuhalten ...

Meine Meinung:

Mit hat der Ausflug in die winterliche Provence gut gefallen. Das Leben ist retardiert, leise, gedämpft durch Kälte und Schnee. Herrlich ist beschrieben, wie wenig die Menschen auf diese Straßenverhältnisse vorbereitet sind. Nur ein Dienstauto der Polizei hat Winterreifen und so schlittern wir mit Roger Blanc über vereiste Straßen.
Das Thema „Wolf“ wird derzeit von einigen Autoren aufgegriffen. Rund um diese Tiere lassen sich herrlich mörderische Konflikte der Gegner und Befürworter der Wiederansiedlung spinnen. Cay Rademacher flicht auch immer wieder gehörte/gelesene Vorurteile ein.
Die Mär vom blutrünstige Werwolf, der Menschen reißt hält sich hartnäckig und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sowohl in Krimis und Romanen als auch in Wirklichkeit Jagd auf die Wölfe gemacht wird, obwohl diese äußerst intelligenten Tiere die Menschen meiden. Natürlich entstehen durch Wolfrisse Schäden am Weidevieh, doch rechtfertigt das die abermalige AUsrottung der Tiere? Wer mehr über Wölfe und ihre Lebensweise erfharn will, dem sei das Buch „Er ist da - Wölfe kehren zurück“ von Klaus Hackläder empfohlen.

Cay Rademacher versteht es wunderbar, dieses untypische Stimmungsbild der Provence einzufangen und lässt das Team um Roger Blanc auch im kalten Winter wie gewohnt ermitteln.

Fazit:

Ein spannendes und humorvolles Lesevergnügen, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Rezensionen von heinoko:

Ideale Mischung zwischen Humor und Tiefgang

Spätsommer ist auch noch Sommer von Minna Lindgren


Die Autorin kannte ich bislang nicht. Doch der treffliche Titel zog mich an. Und was soll ich sagen: Das Buch war für mich eine echte Entdeckung. Wunderbar, wie die Autorin mit leichter Hand und einer lächelnden Schreibfeder, dazu in finnischer Freizügigkeit, erzählt von einer Lebenszeit, die - zumindest zeitweilig - gar nicht so lustig ist.

Ulla, 74, pensionierte Zahnärztin, hatte über 10 Jahre ihren ungeliebten Mann Olli rund um die Uhr gepflegt. Ihre erste Tat nach dem Tod von Olli, überhaupt ihre erste Aktivität für sich selbst nach den langen Jahren der Pflege, ist ein Friseurbesuch mit allem Drum und Dran. Im nächsten Schritt nimmt sie Kontakt auf mit ihren alten Freundinnen Hellu und Pike, die sie trotz der jahrelangen Vernachlässigung wieder freudig in ihre Runde aufnehmen. Auf der Suche nach allem, was Spaß macht, wird nichts ausgelassen. Das ruft in den Kindern von Ulla größte Besorgnis hervor, denn „Mamilein“, die Greisin, scheint in deren Augen offensichtlich an fortschreitender seniler Demenz zu leiden…

Der Roman ist ein offenherziges und warmherziges Plädoyer dafür, auch in fortgeschrittenen Jahren das Leben Tag für Tag bewusst zu genießen. Heiter und beschwingt führt uns die Autorin anhand der drei Freundinnen durch deren verschiedene Versuche, alles auszuprobieren, was gefällt oder vielleicht letztlich auch nicht gefällt, wie zum Beispiel die missglückten neuen Augenbrauen, mit denen man aussieht wie Leonid Breshnew. Hauptsache, Schwung kommt ins Leben. Denn die Blessuren, die einem das Leben verpasst hat, gilt es bunt zu bemalen, nicht zu beweinen. Zwar blieb mir beim Lesen des Öfteren das Lachen im Hals stecken, denn hinter aller Vergnüglichkeit werden die Bedrohungen des Alters nicht ausgespart. Doch genau dies macht die Tiefe des Buches aus.

Doris Dörrie sagte einmal: „Humor funktioniert so, als würde man das Fenster aufmachen und es kommt wieder Luft rein.“ So, genau so erfrischend ist dieser wunderbare Roman zu lesen.

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Rezensionen von S.:

Renate auf dem Campingplatz

Ans Vorzelt kommen Geranien dran von Renate Bergmann

Denken Se nich, dass Rentner keinen Urlaub brauchen!
Die 82-jährige, vierfach verwitwete Renate Bergmann, möchte Ferien machen. Mit Kurt und Ilse Gläser. In einem schicken Hotel möglichst, aber die Gläsers sind Campingfreunde. Als Kompromiss einigt man sich auf ein Wohnmobil auf einem kleinenCampingplatz am See.

Die Geranien müssen auch mit, die waren schließlich teuer.
Wie gut, dass der brummelige Platzwart ein früherer Schüler von Ilse ist, die Platzordnung verbietet nämlich ziemlich viel. Aber bei Ilse steht er stramm! Trotzdem ist Spaß und Unterhaltung angesagt. Die Mitcamper bieten da so einiges....Herrlich, wie Renate Bergmann alias Torsten Rohde über diese berichtet, sich über eine gewisse Fragwürdigkeit hinsichtlich Kleidung, Anstandsregeln und Trinkgewohnheiten auslässt. Ausser Ilse war wohl keine der Damen auf der Bräuteschule! Aber auch die Ilse erlaubt sich Sachen, also nein. Na ja. Dann kommen auch Kirsten und Stefan samt Familie zu Besuch, langweilig wird es nicht.
Amüsant geschrieben, mit erstaunlichen Lebensweisheiten gespickt, liest sich das Büchlein aus dem Ullstein Verlag unterhaltsam und schnell weg.

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Rezensionen von Harakiri:

viel Spannung

Ich bin dein Tod von Inge Löhnig

Tino Dühnfort ist nun bei der Operativen Fallanalyse. Anfangs tut er sich noch schwer, denn diese steht den Ermittlern nur beratend zur Seite. Die Fälle aufklären tut letztlich die Kripo. Allerdings ist Tinos Team sehr gefragt und bald stellt er einen Zusammenhang zwischen den Morden her. Doch wer könnte es auf all diese Personen abgesehen haben? Ein Zufall hilft ihm auf die Sprünge und schließlich überschlagen sich die Ereignisse.

Wieder ein tolles Buch aus der Feder von Inge Löhnig. Der Spannungsbogen ist sehr hoch und bleibt das ganze Buch über konstant. Durch die Videobotschaft von Lea wird das ganze Buch noch brisanter und persönlicher. Denn was sie mitgemacht hat, das ist wirklich schlimm und von Löhnig super aufbereitet und in eine gute Story verpackt.
Das Thema „Loverboy“ ist nicht neu, aber weitgehend unbekannt und gerade das macht die Lektüre neu und spannend. Auch das Privatleben von Dühnfort hat es wieder in sich. Allerdings fehlte mir Gina ein bisschen in dem Buch und ich hoffe, dass sie bald wieder mehr Raum bekommt.
Fazit: Der Fall ist sehr logisch aufgebaut und es macht sehr viel Spaß, mit Dühnfort dem Täter auf die Spur zu kommen.

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Rezensionen von Lealein1906:

Vier Fragen, die dein Leben verändern

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich von Tessa Randau

Dieses Buch hat nicht viele Seiten, aber das braucht es auch gar nicht. Denn die Autorin findet genau die richtigen Worte, um eine wichtige Botschaft zu überbringen.
Dazu lernen wir eine junge Frau kennen, die versucht Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Doch in letzter Zeit ist ihr das zu viel und sie fühlt sich immer schlechter und unglücklicher.

Eines Tages unternimmt sie einen Ausflug in den Wald. Dabei lernt sie auf einer Bank eine alte Frau kennen, die ihr vier Fragen des Lebens stellen will und ihr verspricht, dass sich dadurch einiges in ihrem Leben ändern wird.
Tatsächlich bringen diese vier Fragen des Leser dazu auch richtig über sein eigenes Leben, über Glück, über was man wirklich tun, und auf was man auch verzichten könnte, nachzudenken. Das hatte richtig Wirkung auf mich. Ich finde es richtig gut, dass das Buch nicht eine Analyse zu diesen vier Fragen ist, sondern einfach anhand eines Schicksals erzählt, wie das wirken kann. So ist man davon richtig gefesselt und hat das Buch im Nu durch. Auch am Schreibstil gibt es nicht auszusetzen.
Ich finde, dass das Buch jedem helfen kann, sein Leben ein stückweit zu verbessern. Deswegen gibt es von mir klare 5 Sterne und eine herzliche Empfehlung.

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Rezensionen von Lealein1906:

Klein aber fein

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich von Tessa Randau

„Der Gepäckträger“ ist ein kleines aber feines Buch, anders kann man es gar nicht sagen. Die Lektüre regt sehr zu Nachdenken darüber an, wie man mit seinem eigenen Gepäck umgeht und bleibt einem noch lange im Gedächtnis. Ich gebe dafür 4 Sterne.

Gillian, David und Michael vertauschen am Flughafen ihre Koffer miteinander.

Alle drei sind aus ganz unterschiedlichen Gründen unterwegs, aber alle drei befinden sich gerade nicht in einer sehr angenehmen Phase ihres Lebens. Gillian vergleicht ihr Leben immerzu mit dem perfekten ihrer Schwester, David droht seinen Job zu verlieren, Michael soll sich für ein Sportstipendium bewerben, dabei interessiert er sich doch viel mehr für Kunst. Um ihre Koffer wieder zu bekommen, müssen sie zu einem Servicepunkt fahren. Doch dort – in ganz speziellen Wartezimmern – müssen sie sich zusammen mit dem geheimnisvollen Gepäckträger auf eine ganz andere Art und Weise mit ihrem Gepäck beschäftigen.

Auch wenn das Buch drei fremde Geschichten erzählt, kann man meiner Meinung nach ganz viel für sich selbst mitnehmen und aus den Situationen lernen. Die drei Charaktere sind alle gut gewählt und schon in kurzer Zeit konnte man sich sehr gut in sie reinversetzen und ihren Charakter kennenlernen. Dabei kann man viele Sorgen gut nachvollziehen. Manchmal – so ging es mir zumindest – habe ich sogar selbst die Situationen falsch bewertet und wurde erst durch den Gepäckträger aufgeklärt. Die Situation mit den verschiedenen Wartezimmern, die wirklich gut und passend konstruiert waren, hat mich sehr in den Bann gezogen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Buch hat man wirklich schnell durch, auch weil man immer wissen will, wer wie mit seinem Gepäck zurecht kommt und wie sich alles entwickelt. Von mir aus hätte das Buch auch gerne noch ein bisschen weitergehen können, um zu sehen, wie die Personen mit ihren „Gepäck-Entscheidungen“ nun in ihrem Leben weiterkommen. Andererseits verstehe ich auch, dass der Autor hier bewusst einen Schlusspunkt gesetzt hat, damit der Rest offen bleibt. Zusammen ergibt das vier Sterne und eine herzliche Leseempfehlung an die, die sich mal wieder mit ihrem eigenen Gepäck beschäftigen wollen. Dazu helfen auch Reflektionsfragen zu verschiedenen Absätzen, die sich noch am Ende des Buches befinden.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Wie alles zusammenhängt

Gestorben wird immer von Fröhlich Alexandra

Nach dem Motto „Gestorben wird immer“ steht die 91-jährige Agnes Weisgut in Hamburg immer noch dem Steinmetzbetrieb Weisgut &Söhne vor, den sie vor einigen Jahrzehnten, direkt nach Kriegsende gegründet hatte. Sie fühlt, dass nun auch ihr Ende immer näher kommt und so beauftragt sie ihre Enkelin Birte, alle Familienmitglieder zusammen zu bringen.

Agnes findet, es ist Zeit für die Wahrheit. Aber es ist gar nicht so einfach alle in einen Raum zu bringen. Zwischen einzelnen Familienmitgliedern gärt es gewaltig.

In ihrem Roman erzählt Alexandra Fröhlich die Geschichte dreier Frauen: Agnes, Martha und Birte. Von Agnes Tharau, die es als junges Mädchen zusammen mit ihren Eltern von der Gluckstraße in Königsberg in die tiefste Provinz nach Groß Hubnicken verschlägt; die dort mit einem Mann verheiratet wird, den sie nicht liebt; die von Schwiegermutter und Mann geknechtet wird; 4 Kinder bekommt; wegen des Krieges und ihrer jüdischen Vergangenheit ihre Heimat in Ostpreußen verlassen muss und immer wieder ganz neu anfängt.
Von Martha, ihrer Tochter, die etwas „anders“ ist (warum, erfährt man noch), die ihren Mann und ihre beiden Kinder Birte und Peter sehr früh verlassen und ihre Heimat, die sie in vielen verschiedenen Ländern sucht, bisher nie gefunden hat.
Und von ihrer Enkelin Birte, die ihrer Mutter nie verziehen hat, dass sie sie als sie noch ein Kind war, verlassen hat; die in der Schule gemobbt wird und sich dank ihrer Großmutter zu einer starken jungen Frau entwickelt.
Alexandra Fröhlich hat einen so mitreißenden, bildhaften Erzählstil. Durch den dauernden Wechsel von Zeit und Ort und den Sprüngen zurück in die Vergangenheit baut sich eine Spannung auf, die es mir sehr schwer gemacht hat, Pausen einzulegen. Vor allem die Kapitelenden sind so gewählt, dass immer eine Frage offen bleibt, die ich unbedingt noch geklärt haben wollte.
Die Personen sind sehr bildlich und ausdrucksstark beschrieben und ziemlich bald habe ich ein Bild vor Augen, das sich im Laufe der Geschichte immer weiter stabilisiert. Gerade Agnes ist eine Frau mit so vielen verschiedenen Facetten, dass es, auch wenn sie manchmal etwas rüde und unsympathisch rüber kommt, Spaß macht, sie immer näher kennenzulernen.
Die Geschichte selbst geht unter die Haut. Gerade bei den Geschehnissen auf der Flucht habe ich schlucken müssen. Ich bewundere Agnes, die sich nie hat unterkriegen lassen und die, auch wenn sie irgendwo 5x vorstellig werden musste, eigentlich immer erreicht hat, was sie wollte.
Ein tolles Buch von einer Autorin, die ich bisher nicht kannte und die ich mir nun merken werde. Eine ergreifende, tiefgründige und tragische Familiengeschichte mit Geheimnissen, die hier aufgelöst werden. Absolut lesenswert!

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Rezensionen von div:

bewegende Familiengeschichte

Die Frauen von der Purpurküste - Isabelles Geheimnis von Silke Ziegler

bewegende Familiengeschichte
Amelie ist nach einem Unfall in einer hoffnungslosen Situation - sie hat ihre Familie, Sohn und Mann, verloren. Sie entschließst sich, nach Collioure, einem kleinen Ort an der Purpurküste, zu ziehen, um dort im Haus ihrer Oma zu wohnen. Doch sie ist dort nicht alleine, denn ein Journalist ist ebenfalls im Haus eingemietet.

Von ihrer Oma erhält sie deren Tagebuch - das eine spannende Geschichte beinhaltet.

Das Buch beinhaltet eine sehr schön zu lesende Geschichte - es war mir ein Vergnügen und eine gute Unterhaltung. Die Charaktere sind schön skizziert. Der Schreibstil sehr flüssig und leicht zu lesen. Das ganze Buch ist eine schöne Geschichte um ein paar Stunden "abzutauchen".
Sehr gut hat mir die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit gefallen - das machte das ganze etwas interessanter bzw. spannender beim Lesen.

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Rezensionen von Lealein1906:

Reisen ans Meer

Riviera - Der Traum vom Meer von Julia Kröhn

"Riviera - Der Traum vom Meer" ist ein gutes Buch, das jedoch auch langatmige Strecken hat. An viele Charaktere muss man sich erst gewöhnen. Dennoch war es sehr interessant, diese Geschichte zu lesen.

Salome will unbedingt einmal ans Meer, was gelingt, als ihr Vater, der ein Reisebüro besitzt, den italienischen Tourismus in San Remo ausbaut.

Dort kooperiert er mit einem Hotel, sodass die Familien eng verbunden werden. Salome schließt so Frundschaft mit Ornella. Doch zwischen diese Freundschaft sollen sich schwerwiegende Ereignisse drängen.

Das Buch beginnt gut, der Mitteilteil ist jedoch etwas langatmig, und das Ende ist wieder gut, macht Lust auf den zweiten Teil. Wenn im längsten Abschnitt des Buches noch ein bisschen mehr "Action" gewesen wäre, wäre das Buch noch besser geworden. So bleibt es bei drei Sternen, aber ich denke wirklich, dass der zweite Band noch viel mehr Potenzial als der erste hat.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Beschreibungen von den Hotels oder den Orten an den Küsten war sehr lebendig und hat einem die Begebenheiten gut vor Augen geführt. Die Charaktere sind hingegen etwas gewöhnungsbedürftig, weil sie doch sehr in ihren Verhaltensmustern bleiben. Ich denke, das ist, was in vielen anderen Kritiken mit fehlender Entwicklung gemeint ist. Salome finde ich einen guten Hauptcharakter, weil zumindest ihr Kampfeswillen nie ganz erlicht, auch wenn sie manchmal falsche Entscheidungen trifft. Ornella bleibt mir zu undurchsichtig, sie versteift sich irgendwann nur noch darauf Felix zu halten und bekommt sonst nichts mehr mit. Felix ist für mich ein sehr fragwürdiger Charakter, mit dem ich einfach nie warmgeworden bin. Er sagt, dass er nur auf sich selbst hört und macht am Ende doch alles, wie man es von ihm erwartet.

Trotzdem hat das Buch etwas Besonderes, mit dem Reisebureau und den Urlauben in Italien, später in Frankreich. Deswegen ist es allem in allem doch ein gutes Buch.

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