Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
emotionale Lebensgeschichte
Bob, der Streuner - Das ist meine Geschichte von Bowen James
Die Geschichte von Bob, dem Streuner, und wie er zum obdachlosen Straßenmusiker James kam, kennt wohl fast jeder.
Hier in diesem Buch ist die Geschichte kindgerecht verpackt, in einfacher, leicht verständlicher Sprache.
Somit ist es auch perfekt für Leseanfänger geeignet.
Auch die farbigen Illustrationen untermalen Bobs Geschichte und sind einfach nur wunderschön.
Leider wird in diesem Buch vieles erzählt, doch der Kern - also wie Bob zu James kam - kommt erst etwa ab der Hälfte der Geschichte. Und danach wird die Story viel zu schnell fertig erzählt.
Wenn man das 'original' Bob Buch kennt, ist man hier als Vorleser enttäuscht.
Kinder, die die Geschichte noch nicht kennen, werden von der lieben Erzählweise und tollen farbigen Bildern begeistert sein.
Das Cover zeigt auch typisch Bob mit seinem Schal :)
Fazit:
Die Geschichte von Bob und James in kindgerechter Version mit vielen schönen farbigen Illustrationen.
R.I.P. Bob, wir werden dich vermissen!
Rezensionen von nicole koppandi:
Was für eine interessante Graphic Novel
Alles ist Dada von Fernando Gonzáles Viñas; José Lázaro
Emmy Ball-Hennings hat gemeinsam mit ihrem Mann, Hugo Ball, 1916 in Zürich das Cabaret Voltaire gegründet. Es bestand nur ein paar wenige Monate, jedoch war das ausreichend um den Grundstein für die Dada-Kunst zu legen. Wie jedoch so oft, wenn Frauen einen großen Beitrag leisten, wird das leicht vergessen, unter den Tisch gekehrt und die Männer schmücken sich mit diesen Federn.
Diese Graphic Novel erinnert an Emmy Ball-Hennings und ihre Beträge.
Emmy Hemmings hatte kein einfaches Leben. Sie beschloss, nach dem Tod ihres Vaters 1901, Schauspielerin zu werden. Sie tourte durch Deutschland, war ein gefeierter Star und Muse vieler namhafter Künstler. Es gab aber auch Zeiten, da war das Geld knapp und sie musste dafür das Bett mit Männern teilen, aber auch ihre Morphium- und Äthersucht war kostspielig.
Als der Erste Weltkrieg in Europa ausbrach, floh sie mit ihrem Freund Hugo Ball in die Schweiz. Dort versuchten sie der Literatur und Kunst einen Rahmen zu geben und gründeten das Cabarett Voltaire. Jene Kunst, die dort gezeigt wurde, wurde als Dada bezeichnet. Sie passte in kein bis dahin gekanntes Schema. Diese Kunst sollte provozieren, exzentrisch sein und musste nicht unbedingt gefallen.
Die Graphic Novel ist nur in schwarz-weiß, wie mit Bleistift gezeichnet. Es ist ein sehr nüchterner und klarer Zeichenstil und lebt vor allem davon, dass Gesichtsausdrücke die Stimmung in dem Buch spiegeln und diese ist oft sehr düster.
Für mich war das eine so interessante Lektüre, ich habe so viel Neues erfahren und lernte eine großartige, starke Frau kennen.
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Zum dahinschmelzen schön
Crazy in Love von Emma Winter
Sashas sehnlichster Wunsch ist es, an der renommierten Yale University zu studieren. Dafür wagt sie sogar den Neuanfang an einer privaten High School in Boston, vier Zeitzonen und 5000 Meilen von ihrer besten Freundin Lucy und ihrer Mutter Bow entfernt. Ihre neuen Mitschüler sind das genaue Gegenteil von dem, was sie eigentlich toll findet: reich, elitär, arrogant.
Aber wenn sie es hier schafft, dann ist ihr Traum von Yale zum Greifen nah. Um nicht völlig unterzugehen, sucht sie sich einen Job in einem Café, denn neben Listen für jede Lebenslage schreiben und Cupcakes nach Stimmungslage zu backen, ist Kaffee ihre große Leidenschaft. Dass ausgerechnet der angesagteste Typ der Weston High eines Tages hier auftaucht, passt ihr gar nicht. Denn eines will sie auf keinen Fall: sich verlieben ...
Was für eine wunderschöne Geschichte, teilweise ging es mir zwar ein bisschen schnell, gerade mit der Großmutter und auch der Onkel, die sich überhaupt nicht um Sascha kümmerten.
Aber die Liebesgeschichte zwischen Sascha und Ben war total berührend, auch wenn es ziemlich schnell ging. Ich fand es total schön wie die zwei sich näher kamen und auch wenn sie es zu Beginn geheim halten wollten.
Ich bin schon so gespannt wie es mit den beiden weitergeht.
Rezensionen von la_stellina:
Unaufgeregte, detailreiche Erzählung über den letzten Sommer eines Mannes
Kostbare Tage von Kent Haruf
Kostbare Tage sind die Sommertage für den an Lungenkrebs erkrankten Dad Lewis, denn es wird sein letzter Sommer, in der fiktiven Kleinstadt Holt, irgendwo im Mittleren Westen der USA, sein. Gepflegt und unterstützt wird er bis zum letzten Tag von seiner Frau Mary. Als sein Zustand immer schlechter wird kommt auch die gemeinsame Tochter Lorraine nach Hause um zu unterstützen.
Nur ihr Bruder Frank, der sein Elternhaus, aufgrund seiner vom Vater nicht akzeptierten Homosexualität verlassen hat, kehrt nicht nach Hause zurück. Dad sinniert im Laufe der Zeit über sein Leben, das im Großen und Ganzen ein sehr glückliches war, von ein paar Episoden abgesehen. Auch die Nachbarinnen Berta May mit ihrer achtjährigen Enkelin Alice und Willa mit ihrer Tochter Alene besuchen und begleiten Dad regelmäßig in seinen letzten Tagen. Zwischendurch erfährt der Leser auch mehr über deren Leben und ihre Schicksalsschläge.
Der Erzählstil Harufs passt zur Story und seinen Beschreibungen über die weite Landschaft Holts und der Langsamkeit der Kleinstadt.
"Kostbare Tage" kann als Buch über das Loslassen und Abschiednehmen beschrieben werden. Es kommt jedoch gänzlich ohne Theatralik und Resignation aus. Ich empfand es als tröstlich und es hat mich trotz der eher unaufgeregten und etwas vorhersehbaren Handlung dennoch bis zur letzten Seite nicht losgelassen.
Rezensionen von Lilli33:
Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort
Ich bin dein Tod von Inge Löhnig
Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort
Inhalt:
Tino Dühnfort hat das K 11 verlassen und ist ins K 16 übergewechselt, die Abteilung für Operative Fallanalyse, wo er als Profiler, nicht mehr als Ermittler arbeitet. In Passau ist ein Doppelmord aufzuklären. Der Täter arbeitete sehr präzise und hinterließ praktisch keine Spuren.
Schon bald gibt es einen weiteren Mord in einer anderen bayerischen Stadt und Dühnfort entwickelt eine Theorie, der sich nicht alle Kolleg*innen anschließen wollen. So muss er nicht nur gegen den Täter, sondern auch gegen die eigenen Reihen ankämpfen, um den Täter zu entlarven und weitere Verbrechen zu verhindern.
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 9. Fall für Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort. Man kann den Roman aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Tino Dühnfort erweist sich wie immer als sympathischer Mensch und engagierter Polizist. Die Eingewöhnung in seinen neuen Arbeitsplatz fällt ihm noch schwer, denn seine Aufgabe ist es, die ermittelnden Kolleg*innen nur zu beraten, wenn die OFA angefordert wird, aber nicht selbst die Initiative zu ergreifen. Damit tut er sich umso schwerer, als nicht alle seinen Ansichten folgen wollen und er fürchten muss, dass der wahre Täter entkommen könnte.
Inge Löhnig versteht es, sehr spannend zu erzählen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Der größte Teil wird aus Dühnforts Blickwinkel berichtet, aber auch der Täter und ein Opfer kommen zu Wort. So weiß die Leserschaft immer ein bisschen mehr als die Polizei. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil - ich empfand dadurch sogar noch mehr Nervenkitzel, da es auch ein wenig ein Wettlauf zwischen Täter und Polizei war.
Auch wenn der Kriminalroman nicht unbedingt blutrünstig ist, ist er doch nichts für zartbesaitete Menschen, denn es kommen sehr üble Dinge zur Sprache. „Leider“ wirkt das Ganze ziemlich realistisch.
Fazit:
Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein absolutes Muss. Wer Dühnfort noch nicht kennt, kann hier getrost in die Serie einsteigen und wird danach wahrscheinlich auch die ersten Bände lesen wollen. ;-)
Die Kommissar Dühnfort-Reihe:
1. Der Sünde Sold
2. In weißer Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig
5. Verflucht seist du
6. Deiner Seele Grab
7. Nun ruhet sanft
8. Sieh nichts Böses
9. Ich bin dein Tod
Rezensionen von LEXI:
Eine Entscheidung des Herzens
Leuchtturmnächte von Debbie Macomber
„Leuchtturmnächte“ ist mein erster Roman von Debbie Macomber, er versprach, mich in eine idyllische Gegend mit charmanten Charakteren zu entführen. Als Schauplatz fungiert eine entzückende Kleinstadt namens Cedar Cove, die direkt am Wasser liegt und einen Leuchtturm sein Eigen nennt. Olivia Lockhart ist Protagonistin dieses Buches.
Die geschiedene Richterin und Mutter von drei erwachsenen Kindern ist in ihrem aktuellen Gerichtsfall felsenfest davon überzeugt, dass eine Scheidung zwischen einem jungen Ehepaar der falsche Weg ist. Durch ihr Urteil verhindert sie eine formlose und rasche Trennung von Cecilia und Ian Randall und zwingt die beiden dazu, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen. Der Leser lernt das private Umfeld der Richterin, aber auch jenes der Randalls kennen, in etlichen Rückblenden erfährt man von deren Vergangenheit und dem Leben in Cedar Cove. Widerstrebende Gefühle wie Zorn, Sehnsucht, Bedauern, Verzweiflung und Liebe werden thematisiert, Probleme von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Die Autorin wartet zudem mit einer Fülle von Nebenfiguren auf. Olivias verwitwete Mutter Charlotte Jefferson engagiert sich für das Cedar-Cove-Rehazentrum. Sie lernt einen einsamen alten Bewohner kennen, der sich nach einem Schlaganfall nicht mehr artikulieren kann, sich für Charlottes Zuwendung und Freundschaft jedoch dankbar zeigt. Während Charlottes Bruder William und Olivias Kinder Jordan und James im Buch lediglich kurz Erwähnung finden, wird Justine Lockhart große Aufmerksamkeit zuteil. Deren aktuelle Liaison mit einem zwanzig Jahre älteren Bauunternehmer ist ihrer Mutter Olivia ein Dorn im Auge. Man erfährt eine Menge über die Schwierigkeiten des jungen Ehepaares Cecilia und Ian Randall, die Autorin geht detailliert auf ihre Probleme ein. Cecilias Vater Bobby Merrick, Ians Freunde Andrew und Cathy Lackey sowie ein attraktiver neuer Redakteur im Cedar Cove Chronicle sorgen ebenfalls für gefühlsbetonte Szenen und unerwartete Wendungen. In einem weiteren Handlungsstrang berichtet Debbie Macomber über die Ehekrise von Olivias Freundin Grace Sherman, ihren Ehemann Dan sowie die beiden Töchter Kelly und Maryellen. Grace ist leidenschaftliche Leserin und Bibliotheksleiterin von Cedar Cove, sie kämpft um ihre Beziehung, ihre Freundschaft mit Olivia schenkt ihr Trost und Halt.
Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren war für mich nicht immer glaubwürdig, deren Aktivitäten vermochten mich in etlichen Fällen ebenfalls nicht zu überzeugen. Für meinen Geschmack blieben auch zu viele Fragen offen, ich hatte darüber hinaus den Eindruck, dass die Autorin rasch zu einem Ende kommen wollte und schnelle Lösungen fabrizierte, die aus meiner Sicht unlogisch waren. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen erschienen mir an mancher Stelle etwas undurchsichtig, vieles konnte ich angesichts der vorherigen Charakterisierung der Figuren letztendlich nicht nachvollziehen. Obgleich man bei diesem Genre keinen Spannungsfaktor erwarten kann, empfand ich den Roman stellenweise als sehr langatmig – die Autorin schaffte es trotz des locker-leichten Schreibstils nicht, mich wirklich ins Geschehen einzubeziehen.
FAZIT
Ich bewerte „Leuchtturmnächte“ als leichte Lektüre für Zwischendurch, die keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Weder die Figuren, noch die Handlung dieses Buches vermochten mich zu überzeugen. Ich kann aus diesem Grund nur eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Aufgerundete drei Bewertungssterne.
Rezensionen von LEXI:
Ich werde auf dich warten, ganz gleich, wie lange es dauert
Eine Liebe zwischen den Fronten von Peter Maria W.
Ich werde auf dich warten, ganz gleich, wie lange es dauert
Die Verlobungsfeier des deutschen Adelssprosses Paul von Gerlau und der französischen Arzttochter Madeleine Tellier findet durch Pauls Einberufung ein jähes Ende. Nachdem während einer äußerst angespannten politischen Lage Napoleon III Preußen den Krieg erklärt hat, stehen Paul und Madeleine plötzlich auf gegnerischen Seiten.
Paul arbeitet in seiner Funktion als Stabsarzt an der Front, in ihm schwelt ein ohnmächtiger Zorn über die sinnlosen Gräuel des Krieges. „Er sieht in den Menschen stets nur den Patienten, ohne Ansehen der Person, der Herkunft oder der Vergangenheit.“
Während Paul sich um das Wohlergehen seiner Verlobten sorgt, muss diese einen schweren persönlichen Verlust hinnehmen. Madeleine arbeitet während des Krieges bis zur völligen Erschöpfung als Krankenschwester, ein Loyalitätskonflikt zerreißt sie innerlich. Schließlich ist die große Liebe ihres Lebens nun plötzlich „der Feind“, und besonders Madeleines Bruder Clément würde niemals einen Preußen als Schwager akzeptieren.
Die abrupte Trennung der beiden Liebenden, die kriegerischen Auseinandersetzungen ihrer Heimatländer, Hunger, Krankheit, Erschöpfung und das Grauen in den Lazaretten werden grausame Realität. Paul und Madeleine wünschen sich nichts sehnlicher, als eine gemeinsame Zukunft nach dem Krieg.
Maria W. Peter präsentiert mit ihrer aktuellen Neuerscheinung einen atemberaubenden, über sechshundert Seiten umfassenden Roman über den Deutsch-Französischen Krieg. Sie beschreibt die Geschicke dreier Familien in einem Zeitraum von 1870 bis 1872, eingebettet in akribisch recherchierte historische Fakten. Ihre Protagonisten Paul und Madeleine erleben nach der geplatzten Verlobung den Ausbruch des Krieges, den Sturz des französischen Kaisers und die Ausrufung der République française. Bis zum Friedensschluss des neuen Deutschen Kaiserreiches mit der neu gegründeten Republik darf man als Leser die Protagonisten begleiten, spürt hautnah die Schrecken des Krieges, die ohnmächtige Wut, den grenzenlosen Hass, die Angst, Unsicherheit und schlimmste Entbehrungen der handelnden Figuren, aber dazwischen auch immer wieder Funken der Menschlichkeit mitten im Elend und in der Not.
Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir ausgezeichnet gefallen. Sowohl die beiden Protagonisten, als auch sämtliche Nebenfiguren sind vielschichtig dargestellt und besitzen hohe Authentizität. Madeleine und Paul müssen um ihre Liebe und ihr zukünftiges gemeinsame Leben bangen, sie setzen während des Krieges aufopfernd und unermüdlich ihr medizinisches Wissen im Dienst an den Verwundeten ein. Das zierliche algerische Dienstmädchen der Familie Tellier steht Madeleine zur Seite. Die sanftmütige und ruhige Djamila hat eine tragische Vergangenheit, sie sorgt sich zudem um ihren geliebten Bruder Karim. Dieser wird ebenfalls zu einer Schlüsselfigur im vorliegenden Roman – durch ihn lernt der Leser die Trailleurs Algérien kennen, die sogenannten Turcos, die als Söhne der Wüste und unerschrockene Kämpfer der französischen Armee gegen die deutschen Feinde agieren. Der Fokus der Autorin richtet sich jedoch auch auf Madeleines Bruder Clément, einen jungen Jurastudenten mit ungezügeltem Temperament und aufrührerischem Gedankengut. Clément hält nichts von den Idealen seines friedliebenden Vaters, er ist eine getriebene Seele, innerlich zerrissen zwischen hasserfüllten und fanatischen Überzeugungen und der Liebe zu seiner Familie. Sein radikaler Einsatz für die Pariser Kommune bestimmt letztendlich Cléments Denken und Handeln.
Paul von Gerlaus unsicherer und weltfremd wirkender Bursche Hagemann, das unbeirrbare Dienstmädchen Schultze Kathrin, die resolute, aber äußerst warmherzige alte Ordensschwester Gertrud und die arrogante und selbstgerechte Mutter von Madeleine sind wichtige Nebenfiguren dieses Buches. In kleinen Gastauftritten begegnet man darüber hinaus historischen Persönlichkeiten wie Henri de Rochefort, Léon Gambetta, Kaiserin Eugénie und Otto von Bismarck.
Der wunderschöne Schreibstil der Autorin und ihre gewählte Sprache haben mich auch in der vorliegenden Neuerscheinung begeistert. Die Kriegshandlungen und die unvorstellbaren Schrecken auf den Schlachtfeldern sowie das große Leid der Verwundeten, aber auch die schlimmen Entbehrungen der Bevölkerung im Zuge der Belagerungen werden dem Leser drastisch vor Augen geführt. Und dennoch dürfen die Figuren der Handlung immer wieder auch Lichtblicke in all dem Grauen erleben – sie erfahren Menschlichkeit und Nächstenliebe, Hilfe unter Einsatz des Lebens inmitten des Krieges. Obgleich die historischen Fakten bekannt sind, birgt dieser Roman einen gewissen Spannungsfaktor und ich brannte förmlich darauf, mehr über das Schicksal der einzelnen Charaktere in Erfahrung zu bringen. Die Einbindung von Dialekten sowie französischer und algerischer Ausdrücke unterstrich die glaubwürdige Darstellung der handelnden Figuren. Ein ausführliches Glossar am Ende des Buches lässt keine Fragen über die Bedeutung bestimmter Begriffe sowie in die Handlung eingebrachte Redewendungen und Ausdrücke in algerischer oder französischer Sprache offen.
Neben der anziehenden optischen Aufmachung dieses Buches mit der Abbildung der Protagonistin Madeleine Tellier auf dem Cover möchte ich auch das Personenverzeichnis und eine detaillierte Karte der Schauplätze der Handlung des Jahres 1870 hervorheben. Ein vierzehn Seiten umfassendes Nachwort entpuppt sich als wertvolle Zusammenfassung historischer Fakten, die Autorin erläutert hier auch ihre eigenen Beweggründe für die Entstehung dieses Buches. Interessante Reise- und Stöbertipps runden das Ganze ab und laden den Leser dazu ein, sich die Schauplätze der Handlung näher anzusehen und auf den Spuren von Madeleine und Paul zu wandeln.
Maria W. Peter hat mir bereits mit einigen Romanen allergrößtes Lesevergnügen bereitet, und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Ich empfand „Eine Liebe zwischen den Fronten“ als interessante Unterhaltung auf sehr hohem Niveau, als beeindruckende, emotional fordernde, aber auch äußerst tiefgründige Lektüre, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte einer großen Liebe, tragische Familienschicksale und der Funke der Menschlichkeit inmitten der Gräuel des Deutsch-Französischen Krieges wurden zu einem imposanten Roman verwoben, der noch lange in mir nachwirken wird.
Fazit: Großartige Unterhaltung, lebendige Charaktere, ausgezeichnet recherchierte historische Fakten und ein atemberaubender Inhalt, dargebracht in hervorragendem Schreibstil – absolut begeisterte fünf Bewertungssterne für dieses grandiose Lesehighlight!
„Das Wissen darum, dass alle Menschen gleich sind, das habe ich von meinem Vater. Dass es überall Gute und Schlechte gibt. Und dass gerade auch in dunklen Zeiten nichts wichtiger ist als die Menschlichkeit. Im Übrigen bin ich nicht gewillt, Menschen als Feinde zu sehen, nur weil sie zufällig auf der anderen Seite des Rheins geboren sind und eine andere Sprache sprechen.“ (Madeleine Tellier)
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Völlig verpeilter Liebesroman
Love factually von Penny Reid
Nachdem Janie Morris am selben Tag Freund, Wohnung und Job verloren hat, fragt sie sich wirklich, welchen fiesen Plan das Schicksal für sie vorgesehen hat. Zu allem Überfluss ist Quinn Sullivan, der äußerst attraktive Securitymann, auch noch Zeuge ihres blamablen Abgangs. Und läuft ihr danach ständig über den Weg.
Wie ein Paar Schuhe, das man gerne hätte, sich aber nicht leisten kann. Doch das letzte, was Janie von ihm erwartet hätte, ist ein Angebot, das sie einfach nicht ablehnen kann.
Ich las schon die Winston Brother Reihe von Penny Reis, zumindest die ersten drei Bände. Daher war ich schon sehr gespannt auf das neue Buch, bzw. die neue Reihe.
Janie ist völlig verpeilt, hat den Kopf voller Fakten und erinnert ein wenig an Monk, aber ein liebenswerter Monk.
Quinn ist genauso, wie der männliche Teil sein soll.
Mir gefiel, dass es auch spannend war und nicht nur um die Liebesgeschichte geht.
Allerdings ist das Ende echt gemein, denn jetzt muss ich weiterlesen.
Rezensionen von KimVi:
Spannender Krimi, mit einem Plot, der unter die Haut geht
Ich bin dein Tod von Inge Löhnig
Kommissar Tino Dühnfort hat die Abteilung gewechselt und ist nun bei der operativen Fallanalyse. Das Team steht unterschiedlichen Ermittlergruppen beratend zur Seite. Innerhalb kurzer Zeit kommt es in der Region zu einigen Todesfällen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.
Doch plötzlich meldet sich Dühnforts Bauchgefühl. Könnte es sein, dass es doch einen Zusammenhang gibt? Dühnfort ist allerdings der Neue im Team und muss sich erst bewähren. Sein Chef glaubt nicht an Dühnforts Intuition. Doch Tino Dühnfort ist sich sicher, dass ein Serientäter umgeht....
"Ich bin dein Tod" ist bereits der neunte Fall der Krimireihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, können die Bände unabhängig voneinander gelesen werden. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen, und der Weiterentwicklung der Charaktere, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge. Den aktuellen Ermittlungen kann man allerdings mühelos ohne diese Vorkenntnisse folgen.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet die Ermittlungen der unterschiedlichen Teams und bekommt Einblicke in Dühnforts neuen Job. Man merkt, dass er sich zunächst daran gewöhnen muss, nicht mehr der Chef zu sein, der Anweisungen gibt, Aufgaben verteilt und damit alles leitet. Es gibt im neuen Team auch einen Kollegen, der ihm eher misstrauisch begegnet. Diese Eingewöhnungsphase wird sehr authentisch geschildert, wodurch der Protagonist Dühnfort äußerst lebendig wirkt. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass man selbst dabei ist und ihm bei seinen Überlegungen über die Schulter schaut. Außerdem gibt es Perspektiven, bei denen man den Täter beobachtet und ein Video-Tagebuch, das Stück für Stück enthüllt, was den Täter zu seinen Taten treibt. Man weiß also zunächst mehr als die Ermittler. Doch das geht keinesfalls zu Lasten der bereits früh aufgebauten Spannung. Denn die genaue Identität des Killers kennt man nicht. Man hat zwar Vermutungen, kann aber nicht sicher sein, welche sich davon bestätigt.
Der Plot ist aufwühlend und gibt Einblicke in eine Kriminalität, die viel zu wenig Beachtung bekommt. Das, was man durch das Video-Tagebuch erfährt, lässt grausame Bilder im Kopf entstehen und dürfte, gerade Eltern von Teenager-Mädchen, zu erhöhter Wachsamkeit aufrufen. Auch wenn Selbstjustiz, die so perfide durchgeführt wird, wie in diesem Krimi, selbstverständlich keine Option ist, ist nachzuvollziehen, was den Täter antreibt. Deshalb gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist.
Das Privatleben von Dühnfort und seiner Ehefrau Gina nimmt auch einen Teil der Handlung ein. Als Fan der Reihe freut man sich über ein Wiedersehen mit der kleinen Familie. Dieses Mal sind die Einblicke allerdings nur kurz, da Dühnforts neuer Job und der kniffelige Fall im Vordergrund stehen.
Ein durchweg spannender Krimi, mit einem Plot, der auf eine erschreckende Kriminalität hinweist, die viel zu wenig Beachtung bekommt. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von yellowdog:
Spannend, aber nicht unbedingt viel neues
Der Fahrer von Andreas Winkelmann
Der Fahrer von Andreas Winkelmann ist Teil 3 der Kerner & Oswald-Reihe.
Den Kriminalfall rund um den MyDriver finde ich nicht so originell, eigentlich ist das immer das selbe. Entführung und Mord an jungen Frauen und ein Serienkiller, der sein Spiel mit der Polizei treibt. Er verbreitet den Hashtag Finde mich!
Die Darstellung des Psychopathen sehe ich als klischeehaft und ich hatte dann nicht einmal Lust, zu rätseln wer der Mörder ist.
Die Hauptfiguren mag ich, besonders den unkonventionellen Jens Kerner, aber auch Rebecca Oswald, die im Rollstuhl sitzt und dennoch gut ermittelt.
Die beiden waren schon in den Vorgängerromanen „Das Haus der Mädchen“ und „Die Lieferung“. Sie sind ein interessantes Team und mehr als nur Partner.
Dann gibt es mit Freddy, Privatschnüffler und Schlitzohr, noch einen guten Freund.
Unterstützung bietet auch die Polizistin Carina Reinicke.
Mit solchen Figuren macht das Lesen wirklich Spaß.
Allerdings wird es spätesten in der zweiten Hälfte ziemlich gruselig. Harte Thrillerelemente werden eingesetzt. Einige der Mitwirkenden, insbesondere Carina, müssen ziemlich viel durchmachen. Jens und Becker müssen sich sehr einsetzen, um sie zu retten. Erstaunliches Ende!
Mein Fazit: Spannend, aber nicht unbedingt viel neues!










