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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von S.:

Reise durch Europa

Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein erster Europa-Atlas von Andrea Erne

Reise durch Europa
Altersempfehlung 4-7 Jahre. Nein, auch für wesentlich ältere Menschen interessant und vielseitig. Wussten Sie auf Anhieb, wie viele Länder es in Europa gibt, welches Tier das größte auf dem Kontinent ist, wie viele Sprachen hier gesprochen werden und anderes? Ich jedenfalls nicht.

Zahlreiche Fakten sind mit anschaulichen Bildern ergänzt, bunt, abwechslungsreich, deutlich. Die Fahnen, Hauptstädte, Währungen, Lieblingsspeisen, spezifische Worte und andere Besonderheiten bringen die gezeigten Länder nahe.
Aufklappbare Bildchen sind spannend und erzählen mehr.
Sehr stabile Seiten garantieren eine längere Lebensdauer.
Eine große, herausnehmbare Europakarte ist übersichtlich und anschaulich gestaltet.
Mit diesem Buch aus der „Wieso - Weshalb - Warum“ Reihe von Ravensburger erweitert man sein Wissen auf ganz tolle Weise!

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Rezensionen von bine525:

Anspruchsvoller und amüsanter Portugal-Krimi

Schwarzer August von Gil Ribeiro

Die kriminalistische Seite der Geschichte welche mit einer Autobombe vor einer Bankfiliale beginnt und der Auftakt von weiteren Anschlägen sein wird, ist gut durchdacht und vorstellbar.
Der Portugal-Krimi, der Erste aus dieser Serie den ich kenne, ist sehr spannend und gespickt mit herrlich liebenswerten Personen welche besondere, spezielle Eigenheiten haben.

Da wären zum einen der typisch Schöne der wie ein naiver aber eitler Pfau ist, als Hauptperson der seltsame Deutsche mit schwarzem Anzug gemixt mit Espandrillos als Schuhwerk und gestelzter Sprachweise, ein unbewusst verliebtes Kollegenpaar und weitere wunderbare Menschen. Das Ganze ist sehr unterhaltsam bestens verpackt und abwechslungsreich aus ständig wechselnder Sicht von mehreren Personen inklusive ihrer Gedankenwelt so dass das recht lange Buch kurzweilig ist. Herrlich sind auch die teils schrägen Dialoge, besonders aus der Sicht eines Aspergers der alles wortwörtlich nimmt und Redewendungen anders auslegt als quasi Normalos. Denn eben diese Krankheit hat Leander Lost, der Hauptprotagonist dieser portugiesischen Krimiserie. Als "Aspi" ist er emotional und verbal äusserst speziell aber die seelenvolle Fuseta Gemeinschaft hat ihn gut aufgenommen und nimmt Rücksicht auf ihn. Die scheinbar komplizierte, anstrengende Welt eines Aspergers erstrahlt so in einem komplett neuen, wundervollen Licht wie aus neugierig unschuldigen Kinderaugen.

Das Buch war für mich eine wunderbare Erfrischung vom Alltagstrott und ich werde nun auch sicherlich noch die ersten Bände davon lesen.

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Rezensionen von Petra:

schönen Urlaub

Urlaubsglück in Deutschland von Gil Ribeiro

Kreuz und Quer, rauf und runter, nass oder trocken alles ist möglich und das auf vielfältige Art an vielen verschiedenen Orten.
Es gibt immer ein Oberthema, wie Radfahren, Wandern oder Schlemmen. Auf einer Übersichtskarte sind die erwähnten Orte gekennzeichnet um leichter sich zwischen nah und fern zu entscheiden.

Die Tipps sind sehr vielfältig mal umsonst, ein anderes Mal ist Eintritt zuzahlen
Dazu ist immer ein Tip für zuhause dabei, ein Barfuß Pfad im Garten anlegen, allein die Herstellung macht mit Sicherheit viel Spaß.
Dazu gibt es für jeden Ort Web Adressen so das man sich noch mehr Informationen suchen kann.
Wenn man das E-Book benutzt geht es sofort mit dem Link.
Die Vielseitigkeit hat mir gefallen, es ist für jeden was dabei und es fordert auch dazu auf mal etwas Neues auszuprobieren.
Die Gestaltung mit vielen Fotos macht richtig Lust die Orte mit eigenen Augen zu sehen und die Aktivitäten auszuprobieren.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Mord und Musik

Madame Beaumarie und die Melodie des Todes von Ingrid Walther

In Zeiten der Reisebeschränkungen genieße ich es ganz besonders, wenn ein Buch in einem Sehnsuchtsland spielt und umso schöner, wenn die Landschaftsbeschreibungen so gelungen und farbig sind, wie bei Ingrid Walthers Provence-Krimi. Das ist wie ein kleiner Urlaub.

Madame Beaumarie ist eine ältere Dame, wobei die Betonung wirklich auf Dame liegt.

Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Seit kurzem pensioniert, will die ehemalige Sekretärin eines Pariser Polizeikommissariats zum Musikfestival nach Avignon reisen. Schon im Bahnhof und im Zug macht sie die Bekanntschaft mit Chantal Florentin, einer Musikstudentin, die auf einen Einsatz beim Festival unter der Leitung des berühmten Dirigenten Lemercier wartet.

Doch kurz vor dem Auftakt wird der Lemercier tot aufgefunden und es bleibt nicht bei einem Todesfall. Statt ihren Ruhestand zu genießen, steckt Florence Beaumarie ihre Nase in die Ermittlungen.

Eine durch und durch sympathische Ermittlerin, die klug und eigensinnig ist, ein tolles Setting und ein interessanter Plot machen diesen wirklich gelungenen Krimi aus. Es ist ein Vergnügen mit Florence Avignon zu entdecken. Die Handlung ist spannend und wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Dazu kommt der flüssige Stil von Ingrid Walther, der mir das Lesen angenehm machte.

Allerdings bin ich nicht unbedingt ein Freund einer letzten Szene, in der der ganze Fall noch einmal nacherzählt und erläutert wird. Dieses Resümee in Form eines gemeinsamen Abendessens war zwar ebenfalls amüsant, hätte ich allerdings nicht gebraucht um die Hintergründe der Tat zu verstehen, als Ausblick auf Madames weitere Zukunft hatte es aber Charme.

Die schöne Ausstattung des Taschenbuchs aus dem Haymon Verlag verdient noch eine Erwähnung. Eine sehr schöne, typische Provence Stimmung auf dem Cover, sogar ohne das sonst unvermeidliche Lavendelfeld und die abgerundeten Ecken des Buchblocks haben mir sehr gut gefallen.

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Rezensionen von KimVi:

Spannender Pageturner!

Housesitter von Andreas Winkelmann

Ein Unbekannter sucht die Nähe von hellerleuchteten Fenstern. Er genießt es, das harmonische Leben zu betrachten. Dabei entsteht der Wunsch, selbst Teil dieses Lebens zu werden. Seine Chance kommt, als das Pärchen in den Urlaub fährt. Er nistet sich in ihrer Abwesenheit im Haus ein, schläft in ihrem Bett, verrückt die Möbel nach seinen Vorstellungen, entfernt den männlichen Teil aus den herumstehenden Fotos und freut sich auf die Rückkehr des Paares.

Denn das ist der Moment, in dem er den Mann ausschalten und an seine Stelle rücken wird....



Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn Andreas Winkelmann versteht es hervorragend, bereits früh eine bedrohliche Atmosphäre heraufzubeschwören, der man sich nicht entziehen kann. Man beobachtet gespannt das Geschehen und fiebert mit dem Pärchen mit. Dadurch ist man von Anfang an mitten im Geschehen. 



Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel häufig an äußerst spannenden Stellen stattfinden, an denen man gerne sofort wissen würde, wie es genau dort weitergeht, entwickelt sich der Thriller bereits früh zu einem echten Pageturner. Es gibt auch immer mal wieder Rückblicke in die Vergangenheit des Täters, in denen man schrittweise erfährt, aus welchem Grund er selbst gerne Teil eines harmonischen Paares wäre. Diese Rückblicke sind zwar gelegentlich etwas zu ausufernd beschrieben, da man lieber erfahren würde, wie es gerade im aktuellen Geschehen weitergeht. Doch der Autor nutzt diese Rückblicke geschickt für seine Zwecke aus, denn man hat das Gefühl, dass er den Leser zappeln lassen und ihm dabei eine kurze Atempause gönnen will, um das Tempo dann wieder stark anzuziehen.  



Handlungsorte und Protagonisten sind so lebendig beschrieben, dass man ganz in die Handlung eintauchen und mit den Charakteren mitfiebern kann. Dabei entwickelt man nicht nur spontane Sympathien, sondern auch Abneigungen und kann sich dadurch noch leichter auf das spannende Geschehen einlassen. Andreas Winkelmann schafft es mit diesem Thriller mal wieder hervorragend, mit den Ängsten seiner Leser zu spielen und diese zu schüren. Deshalb fliegt man förmlich durch das Buch und mag es erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. 



Ein spannender Pageturner, der mit den Ängsten der Leser spielt und es wieder hervorragend versteht, diese zu schüren. 

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Rezensionen von thora01:

Schöne Fortsetzung

Vengeful - Die Rache ist mein von V. E. Schwab

Inhalt/Klappentext:
Ein ExtraOrdinärer Rachethriller: „Vengeful. Die Rache ist mein“ ist der zweite Band von V. E. Schwabs „New York Times“-Bestseller-Serie um Victor Vale und Eli Ever.

Was ist besser, als die Frau des mächtigsten Mannes der Stadt zu sein? Die mächtigste Frau der Stadt zu sein – ohne Mann.

Als Marcella von ihrem eigenen Ehemann, dem Unterweltboss Marcus Riggins, umgebracht wird, schwört sie Rache. Und weil sie mit einer zerstörerischen Superkraft wiedererweckt wird, fällt es ihr nicht schwer, sie auch zu bekommen. Gegen alle Widerstände setzt sich Marcella an die Spitze des Imperiums ihres Mannes und merzt ihre Feinde gnadenlos aus. Auch mit der Hilfe anderer EOs, die sie um sich schart.
Alles läuft wie am Schnürchen – bis sie ihren größten Fehler begeht: Sie spielt Victor Vale und Eli Ever gegeneinander aus – ohne zu ahnen, welche Dämonen sie damit entfesselt …

Für Leser von Neil Gaiman, Wildcards, Leigh Bardugo, Ben Aaronovitch, Joe Hill, Stephen King und Fans von M. Night Shyamalan und der Fernsehserie »Heroes«
(Quelle: FISCHER Tor)

Meine Meinung:
Sehr spannender Fantasy. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Ganz besonders schwierig waren für mich die vielen Zeitsprünge in diesem Buch. Ich hatte wirklich Mühe die Zusammenhänge zu verstehen. Die Hauptprotagonisten war von Beginn an nicht unbedingt mein Fall. Marcella ist eine starke Persönlichkeit, die durch ihre Ehe mit einem Mafioso geprägt wurde. Sie entwickelt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einer sehr gefährlichen Person. Sie spielt alle gegeneinander aus und ist kaum zu bremsen. Ihre Taten zeigen ihren wahren Charakter. Sie ist sehr hochmütig und dies wird ihr schlussendlich zum Verhängnis. Die Protas aus „Vicious“ spielen in dieser Geschichte meiner Meinung nach eine etwas untergeordnete Rolle. Dennoch haben sie sich auch in diesem Teil der Geschichte sehr schön entwickelt. Ich fand es sehr spannend wie die Autorin weitere sehr interessante Charaktere in die Geschichte eingebaut hat. Der Aufbau ist gewöhnungsbedürftig und ich hatte ein wenig Mühe die Zusammenhänge zu verstehen. Der Abschluss ist sehr rasant und actionreich. Er ist sehr vage formuliert und lässt sehr viel Spielraum für eine weitere Fortsetzung der Story.

Mein Fazit:
Schöner Fantasyroman. Leider war er für mich etwas schwierig zu lesen aufgrund der häufigen Zeit und Sichtwechsel.

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Rezensionen von S.:

Viel los auf Augustes Bauernhof

Gummistiefelyoga von Felix Tanner

Bäuerin Auguste hat ernsthafte Sorgen: die Bank fordert die Rückzahlung eines hohen Betrages, der Leichenbacher-Bauer will ihren Hof übernehmen und Irgendjemand schleicht auf ihrem Gehöft herum und richtet Schaden an. Was tun? Durch den niedlichen neuen Pfarrer aus Indien kommt ihr eine geniale Idee: sie könnte für ausgebrannte Städter Yoga auf dem Bauernhof anbieten, Mitarbeit zum Stressabbau für die Gäste inclusive .

Tatsächlich stellt sich eine bunt gemischte Truppe ein. Von sympathisch über weltfremd und über skurril bis hin zu arrogant und egoistisch. Waldbaden und Durchschlauchen sind Wunschvorstellungen. Und diese Leutchen sollen hilfreich sein? Können die wenigstens die andauernden Sabotageakte verhindern? Sieht nicht so aus....
Felix Tanner mutet seiner bayerischen Auguste eine Menge zu. Die kann zwar zupacken und hat kreative Ideen, aber so viel Widrigkeiten kann doch Keine/r aushalten. Und dann muss sie auch noch für lange Zeit ins Krankenhaus. Ende und aus für den Hof?
Die Geschichte wird lebendig erzählt, und lässt den Leser sehr stark an einem guten Ende zweifeln. Auch die Liebe kommt vor, spannend wird es besonders im letzten Teil.
All das turbulent, originell und unterhaltsam dargestellt, locker zu lesen.
Heiteres aus dem Piper Verlag.

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Rezensionen von Lesemama:

Vom endgültigen Abschied bleibt nur ein Überseekoffer

Gummistiefelyoga von Felix Tanner

Bewertet mit 5 Sternen

Zum Buch:

Ada ist auf dem Weg in ihr Elternhaus um sich dort mit ihrer Schwester Toni zu treffen. Die Mutter ist vor kurzem verstorben, der Vater lebt schon lange nicht mehr. Das Haus soll verkauft werden und die Schwestern haben sich zwei Wochen im Juni Zeit genommen, um das Haus auszuräumen .

..

Meine Meinung:

Die Kurzbeschreibung klingt vielleicht Nacht ganz so vielversprechend und mich hat auch eher das Cover und die Kulisse an der Ostsee angesprochen. Endgültig überzeugt hat mich der Empfehlung meiner Buchhändlerin. Ich wollte es lesen und ich habe es nicht bereut.
Eine ruhige Geschichte, es passiert nicht so viel, aber das was passiert ist unglaublich berührend. Bewegend erzählter Abschied des Elternhauses, immer wieder gespickt mir Erinnerungen.
Ada und Toni, zwei völlig unterschiedliche Schwestern und ihr völlig unterschiedliches Leben und trotzdem unheimlich fesselnd und interessant.
Mich konnte das Buch sehr gut unterhalten, ich konnte so sehr mit Ada mitfühlen, auch mit Toni und ihrer Tochter. Allesamt liebevolle, sympathische Menschen die alle ihre Päckchen zu tragen hatten.
Irgendwann steht uns allen bevor, das Elternhaus auszuräumen, oder wir mussten es schon tun, und vielleicht hilft uns diese kleine Geschichte. Mir hat sie jedenfalls geholfen und ich mochte das Bich sehr gerne, auch wenn es ganz anders war als meine normale Lektüre.

Ein berührender Abschied mit einfühlsam und ehrlich erzählt. Denn, am Ende bleibt nur was in das Auto passt und ein Überseekoffer.

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Rezensionen von Petra:

ich will auch ein Krafttier

Brumm! von Helmut Barz

Und was passiert wenn dieses Krafttier sich das Leben mit dir teilen will und Einfluss auf dein Verhalten und deine Entscheidungen nimmt.

In diesem Buch erfahren wir auf sehr humorvolle satirische Art, wie das geschieht und die Folgen daraus.

Unsere Gesellschaft und unser Verhalten in bestimmten Situationen wird so überspitzt dargestellt das ich aus dem Lachen nicht mehr heraus kam.

Sei es eine emanzipierte Freundin, ein Xier, ein ehrgeiziger Rechtsanwalt, eine Helikoptermutter, überkandidelte Homosexuelle, übereifrige Politiker und Last but not least Verhaltensforscher.

Irgendwen kennt man aus dieser Truppe, wenn n icht persönlich, dann aus Printmedien oder TV.

Auf eine eigenartige Art und Weise ist das Buch eine Mischung aus Franz Kafkas Verwandlung, Dick und Doof Filmen, den Gerichtssendungen und Talk Shows der komerziellen Sender.

Ich konnte nicht aufhören zu lesen, jedesmal wenn ich das Buch aus der Hand legen wollte, war da die Frage: Was passiert dann und was kommt jetzt?

Das Buch und sein Autor haben den Karnevalsorden "Wider den tierischen Ernst" verdient.

Auf alle Fälle aber viele Leser, sie werden es nicht bereuen.

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Rezensionen von Hennie :

Sylt aus der Sicht einer Einheimischen

Ozelot und Friesennerz Roman einer Sylter Kindheit. Gebunden. von Matthiessen Susanne

Sylt! Das ist für mich einer meiner Sehnsuchtsorte. Ich war noch nie auch nur in der Nähe. Deshalb wollte ich auch sehr gern dieses Buch lesen.
Aus dem Blickwinkel von Susanne Matthiessen, die 1963 auf Sylt geboren wurde, bekam ich Einsichten in das Inselleben der 60er und 70er Jahre.
Die Autorin wächst in einer Westerländer Kürschnerfamilie auf.

Das Pelzgeschäft beherrscht das Leben der gesamten Familie. Alles dreht sich um die Rauchwaren, wird dem untergeordnet. Es ist von Entbehrungen die Rede - zu Beginn der 60er Jahre gab es noch kein mondänes Sylt! Der Großvater hatte sein berühmtes Pelzmodeimperium in den Sand gesetzt und starb zudem noch vollkommen unspektakulär an "Gas" (O-ton der Ehefrau).
S. 42 "Von Prunk zu prekär brauchte es nur wenige Jahre."
Die nächste Generation musste einen Neubeginn wagen. Sylt befand sich im Aufbruch! Die Zeit der Wirtschaftswunderjahre begann!

Der Schreibstil von Susanne Matthiesen gefiel mir zu Beginn in der Leseprobe. Sie bezeichnet sich selbst als „Mitglied einer bizarren Schicksalsgemeinschaft" S. 7. Da hatte sie die Charaktere recht gut beschrieben - die Mutter, "Twiggy-Mutter" S. 45 (klein, aber tatkräftig und willensstark), die Großmutter (pragmatisch, wenig emotional). Doch im weiteren Verlauf geriet mir die Erzählung aus der Ich-Perspektive dann doch zu sachlich und unterkühlt. Der Blick hinter die Kulissen zeigt zwar viele Facetten, viel Prominenz wird angeführt. Es gleicht aber mehr einer schlichten Aneinanderreihung von Fakten und Ereignissen, die hin und wieder humorvoll vorgetragen werden, im Fall der „Sache mit der Lederhose" einen hohen Ekelfaktor bereithielten oder bei dem Auffinden der beiden Leichen Unverständnis bei mir erzeugten. Warum mussten die Kinder in dem Hotel, in dem das geschah, unbedingt dabei sein und alles hautnah erleben?
So erhielt ich Einsichten auf die Bewohner der Insel, auf ihr Leben, auf ihre Privatsphäre, die sich bedingungslos dem Tourismus unterordnete. Selbst die Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen hatten gewerbliche Hintergründe. Im Zusammenhang mit Gunter Sachs, der oft auf Sylt zu Gast war, wird auch der Niedergang der Pelzindustrie festgemacht. Seine Exfrau Brigitte Bardot wird vom Vater der Autorin wesentlich dafür verantwortlich gemacht. S. 129 „Brigitte Bardot war der Anfang vom Ende. Sie war wesentlich daran beteiligt, dass eine weltweit florierende, jahrtausendalte Traditionsbranche zum Einsturz gebracht wurde.“

Susanne Matthiesen erzählt im Roman aus ihrer Kindheit wie aus der Gegenwart. Das Buch besteht aus Prolog, Kapiteln und Epilog. Die acht Kapitel tragen die Überschriften „Die Sache mit...“ (und dann der Name eines Pelzes und in einem Fall eine Lederhose).

Mit Vor- und Nachwort vermittelte mir die Autorin umfassendere Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung von Sylt. Hier spannt sie den Bogen vom Damals zum Jetzt. Das gelingt ihr sehr gut. Hier zeigen sich ihre Sorgen über die Art und Weise der Verdrängung der einheimischen Bevölkerung, die steigenden Immobilienpreise, die touristische Vermarktung durch die Verwirklichung von Luxusbauprojekten, die Ausbeutung der Insel.

Fazit:
Unterhaltungsliteratur mit gesellschaftspolitischem Hintergrund, der zumindest zum Nachdenken anregen sollte.

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