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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Von Rennmäusen und dem Leben im Kleinbus

Adresse unbekannt - Nominiert zum Deutschen Jugendliteraturpreis von Susin Nielsen

Adresse unbekannt ist ein gutes Stück kanadische Jugendliteratur mit Engagement und einem wichtiges Thema. Das Buch zeigt, wie schnell es mit Menschen ohne viel soziale Sicherheit bergab gehen kann.
Der 12jährige Felix lebt mit seiner Mutter Astrid in einem Minibus, nachdem sie unverschuldet ihre Wohnung verloren haben.

Astrid hat außerdem ein paar schlechte Entscheidungen getroffen und auch noch ihren Job verloren.
Zudem leidet sie gelegentlich an Depressionen. Dann muss Felix übernehmen. Felix ist intelligent, aber er ist ein Kind, er kann es letztlich nicht leisten sie auf Dauer durchzubringen. Er leidet darunter, oft lügen zu müssen, z.B. in der Schule und vor seinen besten Freunden Dylan und Winnie.
Auch wird das Leben im Bus immer schwerer, ohne Toilette und dann wird es allmählich immer kälter.

Clou des Romans ist meiner Meinung nach die Erzählperspektive
Am Anfang ist Felix auf einem Polizeirevier und berichtet schließlich einer Polizistin, wie es zu dem ganzen gekommen ist.
Felix Gefühlslage in dieser lang anhaltenden schwierigen Situation wird in seiner Gesamtheit nachvollziehbar.

Die Autorin Susin Nielsen konnte mich mit ihrem Roman voll überzeugen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Das Leben hält immer noch Überraschungen bereit

Ziemlich hitzige Zeiten von Angelika Schwarzhuber

Das erkennt nach einigem hin und her auch Anna Reiter, die stramm auf die 50 zu geht. Seit der Scheidung von ihrem Harald vor mehr als 7 Jahren stemmt sie ihr Leben zwischen Beruf, Haushalt, ihren beiden Töchtern Leonie und Emma und ihrer Mutter Mina, die mit im Haus lebt, allein und ohne Männerbekanntschaften.

Dazu kommen jetzt gerade noch die Hochzeitsvorbereitungen für Leonies großen Tag mit ihrem Timo und Emmas Abiabschluss. Außerdem hat Emma gerade den Führerschein bestanden und Anna „darf“ bei ihr im Auto den Beifahrer spielen, was ihr außer den Hitzewellen, die sich immer wieder aufdrängen, weiter Schweißperlen auf die Stirn treibt. Dazu kommt, dass Mama Mina immer tüdeliger wird. Ist das der Anfang einer Demenz? Und Jo Ranke, ihre erste große Liebe, der im Amerika als Filmmusikkomponist die große Karriere gemacht hat, ist zurück im schönen Prien am herrlichen Chiemsee…

Angelika Schwarzhuber hat mit Anna Reiter, ihrer Familie, ihren Freundinnen und Bekannten, bis auf eine, so liebenswerte Figuren erschaffen, mit denen ich mich sofort angefreundet habe. Klar, alle haben ihre kleinen oder großen Macken und ihre ein oder andere charakterliche Eigenschaft, die ich nicht so mag. Aber im großen und Ganzen kann ich da sehr gut drüber hinweg schauen, weil alle im Grunde einfach so sympathisch sind. Der „Gurkenmann“ – ich verrate nicht, was es mit dem auf sich hat – ist z.B. jemand, mit dem ich nicht allzu viel zu tun haben möchte.

Die Geschichte an sich ist eine locker-leichte Familien- und eine kleine Liebesgeschichte. Es werden, während die Tage am Chiemsee dahin laufen, viele Themen angesprochen, bei denen es sich lohnt, sie auch nach der Lektüre mal näher zu beleuchten. So scheint Mama Mina eine beginnende Demenz zu haben, die durch zu wenig Trinken hervorgerufen wurde. Den Grund warum es Paul und seine Tochter Jana aus München an den Chiemsee verschlagen hat, finde ich so krass und erbärmlich, werde aber auch darüber nichts verraten. Außerdem geht es um schwule Jungs, den Altersunterschied zwischen Männern und Frauen und um Freundschaft.
Immer wieder habe ich lachen oder grinsen müssen, was einer gewissen Situationskomik geschuldet ist, die die Autorin sehr locker rüber bringt. Aber es gibt auch durchaus Themen, die nachdenklich machen und mich dazu bringen mal wieder über das Leben im allgemeinen nachzudenken. Und es gibt viele Stellen im Buch, die ich dank meines vorgeschrittenen Alters so gut nachvollziehen kann, weil ich sie auch schon durchlebt oder mitgemacht haben.
Bei den wunderschönen Beschreibungen der Landschaft rund um den Chiemsee kommt bei mir sofort der Wunsch auf, raus aus der Stadt, rein in der wunderschönen Chiemgau. Da ich die Gegend dort ein bisserl kenne, hat sich mein Kopfkino bei den Ansichten schier überschlagen. Bei den köstlichen Leckereien, die Ilona in ihrem Delikatessenladen anbietet, läuft mir das Wasser im Mund zusammen und ich bekomme Appetit.

Ein tolles Buch mit liebenswerten Protagonisten und einer Geschichte wie aus dem richtigen Leben. Ich habe mich für diese Lesestunden am Chiemsee richtig wohl gefühlt.

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Rezensionen von LEXI:

„Codename Marigold“ – ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang

Hill House - Der Wind in den Lilien von Annis Bell

„Codename Marigold“ – ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang

Die drei Freundinnen Alice, Rose und Vera stehen trotz des wütenden Weltkrieges und widriger Umstände zueinander, geben sich gegenseitig Kraft und Halt in dieser schwierigen Zeit. Während Alice Buxton, nunmehr Ehefrau des italienischen Kriegsberichterstatters Lorenzo Ranieri, mit ihrem Vater und ihrer kleinen Tochter noch immer in Hill House lebt, ist auch die blonde Schönheit Rose Mandeville mittlerweile verheiratet.

Vera Lyttleton hingegen hält zu ihrem verhassten Elternhaus Distanz, sie arbeitet immer noch als Krankenschwester im Kriegsgebiet und ist unter dem Codenamen „Marigold“ als Spionin für den britischen Geheimdienst aktiv. Die intelligente junge Frau agiert furchtlos und unerschrocken, sie besitzt eine große innere Stärke und setzt sich mit großem Mut für ihre Aufgaben, aber auch mit großer Menschlichkeit für ihre Mitmenschen ein. Veras turbulente Geschichte führt sie an die Krankenlager verletzter Soldaten, sie verheddert sich beinahe im Netz verräterischer Spione, und begibt sich schließlich in eine kenianische Missionsstation, wo sie die prachtvolle Schönheit, aber auch die unbarmherzige Härte Afrikas kennenlernt.

„Der Wind in den Lilien“ ist der dritte und letzte Band der Buchreihe „Hill House“, er stellt einen perfekten Abschluss der Geschicke der drei Freundinnen Alice Buxton, Rose Mandeville und Vera Lyttleton dar. In diesem finalen Band konzentriert die Autorin sich in erster Linie auf ihre Protagonistin Vera, ihr männlicher Gegenpart wird vom attraktiven schottischen Mediziner Frederick Redmond dargestellt. Bei ihren gemeinsamen Bemühungen um die Verletzten des Krieges kommen Arzt und Krankenschwester sich näher, zudem verbindet die beiden auch ihre Tätigkeit im Spionagenetzwerk. Eine wichtige Nebenfigur der Handlung ist der Missionsarzt Doktor Trevor Ingram. Der hervorragende und korrekte Mann, dem für seine Menschlichkeit und seine bedächtige und vorsichtige Art große Sympathie zuteilwird, ermutigt Vera, ihn auf seinem Einsatz in einer Missionsstation auf dem Mount Kenya zu begleiten. Durch diese Reise erhält die Protagonistin die einzigartige Gelegenheit, dieses wilde, aber wunderschöne Land mit eigenen Augen zu sehen und ihre Bewohner kennenzulernen. Ein einflussreicher und reicher Baron in Afrika sowie ein Hotelbesitzer-Ehepaar in Lille spielen relevante Rollen in diesem Buch, das Schicksal des Ehepaares Portman ist beispielhaft für die widrigen Lebensumstände unvorbereiteter europäischer Siedler auf dem afrikanischen Kontinent. In Form von kleinen Gastauftritten darf man sich als Leser der beiden ersten Bände auch über ein ganz kurzes Wiedersehen mit Raymond Saull, May McGregor, Geoffrey Buxton und Jodie Green freuen.

Der einnehmende Schreibstil der Autorin, die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze sowie die hervorragende Charakterzeichnung der handelnden Figuren haben mir auch im vorliegenden Buch großes Lesevergnügen bereitet. Die Kriegshandlungen und die Tätigkeit der Mitglieder des britischen Geheimdienstes bilden die Rahmenhandlungen dieser Geschichte, sie bringen Emotionen und große Spannung ins Buch.

FAZIT: Als dritter und letzter Band der Hill House-Trilogie bietet „Der Wind in den Lilien“ erneut eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Liebe und Romantik und erlaubt darüber hinaus Einblicke in die Ereignisse des Ersten Weltkrieges. Das Buch thematisiert die Freundschaft von drei völlig unterschiedlichen Frauen, die sowohl dem Krieg, als auch persönlichen Katastrophen standhält. Mit Veras Schicksal vollendet sich die Geschichte um das Kleeblatt „Alice, Rose und Vera“ – eine Geschichte, die ich außerordentlich gerne gelesen habe.

Sehr gerne vergebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Sehr guter Start einer neuen Serie von Detektivgeschichten

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer: Die Jagd beginnt! von Cally Stronk

Marie Stiefel und ihr Zwillingsbruder Lukas aus der Mondstraße 13 in Quaffelhausen feiern ihren siebten Geburtstag. Da bekommen sie Post von ihrer Tante Gundula aus Indonesien, die ein Überraschungspaket ankündigt. Ein paar Tage später können sie das Paket am Schalter 17 am Flughafen abholen. Sind die Beiden, die da gerade mit ihrem Paket verschwinden wollen, Groß und Klein, die, die ihre Tante Gundula im Brief erwähnt hat?

Zusammen mit unserem kleinen Nachbarn habe ich gestern begonnen das Buch zu lesen bzw.

Lenny hat mir die Geschichte vorgelesen. Er kommt jetzt in die 2. Klasse und gemeinsam haben wir es gestern bis zur Seite 49 geschafft. Da haben wir erst mal Pause gemacht.
Auf den Seiten gibt es aber auch so Vieles zu entdecken, dass man es einfach nicht schafft, die Geschichte in einem Rutsch durchzulesen. Da gibt es zum einen den kindgerechten Lesetext in einer großen Schriftart, die sehr gut zu lesen ist. Die Briefe von Tante Gundula erzeugen eine gewisse Spannung. Dann die vielen farbenfrohen Illustrationen, die genau angeschaut und besprochen werden wollen und natürlich die kleinen Rätsel, die zwischendurch gelöst werden müssen.
Also haben wir heute weiter gelesen und gerätselt. Wenn man bei einem Rätsel nicht weiter kommt, gibt es hinten im Buch die Auflösungen dazu.
Lenny war richtig traurig, dass die Geschichte schon zu Ende ist. Aber als ich ihm gesagt habe, dass der 2. Band der Detektivgeschichte schon in ein paar Tagen raus kommt, hat er gestrahlt. Den werde ich dann wohl unbedingt besorgen müssen.

Eine wunderbar kindgerechte Rätsel-Geschichte mit einer sympathischen Familie Stiefel und ihren Haustieren, die meinem kleinen Nachbarn sehr gut gefallen hat. So bringt sogar ihm das Lesen üben Spaß.

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Rezensionen von Sago:

Schattenjack

Immernacht von Ross MacKenzie

"Entsprungen aus Feuer, entsprungen aus Mut,
entsprungen aus Mutter Erdes Glut,
Benutze es weise, benutz es bedacht,
mein Herz, mein Blut, zum Zauber erwacht."

Mit seiner Immernacht hat mich der Autor buchstäblich von der ersten Seite an verzaubert. Heimlicher Star des Buches war für mich ausgerechnet ein Bösewicht, der Dschinn Schattenjack, der unglaublich düster und bildgewaltig beschrieben wird.

Gleichzeitig gelingt es, keine schwarz-weiß-Malerei zu betreiben, sondern den Dschinn als Gefangenen zu präsentieren, der nicht anders kann, als der dunklen Seite zu dienen. Diese besteht hier vorrangig aus der Zauberin Mrs. Hester, die an der Spitze der weißen Magier steht. Diese Magier sind jedoch alles andere als mächtig. Ihrer Seelen beraubt, fristen sie im Grunde ein sklavenartiges Dasein, dazu verdammt, im Akkord die immer gleichen, farblosen Zauber zu schaffen. Für das Gute kämpfen Hexen, deren Zauber dagegen wunderbar wild-exotisch beschrieben werden.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Waise Lara, die sich allein durchs Leben schlägt, indem sie verlorene Dinge aus der Kanalisation fischt. Als durch Schattenjacks Schuld dort ein gewaltiger Zauber verschwindet und dieser in Laras Hände gelangt, wird sie unversehens zu Mrs. Hesters Gegenspielerin. Denn diese plant nichts Geringeres, als die Immernacht über die Welt zu bringen…
Wie schon anhand von Schattenjack aufgezeigt, lebt die Geschichte von ihren Protagonisten und zeichnet sich auch durch die Nebenfiguren aus, die immer wieder ins Zentrum des Geschehens rücken. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Doppelacht, ein aufmüpfiger weißer Magier mit einem kleinen Seelenrest, sowie Mondflügel, ein Zaubervogel mit gewaltigen Kräften.
Auch als erwachsenen Fantasy-Fan hat mich der Roman begeistert. Hier trifft Magie auf Steampunk und die beiden ergeben ein wunderbares Ganzes.

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Rezensionen von PollyLeseratte:

Lustige Vampirgeschichte

Wie man 13 wird und zum Superhelden mutiert (Wie man 13 wird 4) von Pete Johnson

In dieserer Kindbuchreihe geht es um den Halbvampir Markus und seine Freundin Tallulah. In diesem Teil verliert Markus plötzlich sein Gedächtnis und böse Vampire tauchen wieder in der Stadt auf.

"Wie man 13 wird und zum Superheld mutiert" ist zwar Teil 4 der Reihe, aber der erste den ich gelesen habe.

Doch das fehlende Vorwissen hat mich kaum gestört. Ich konnte die Handlung trotzdem gut mitverfolgen.

Dadurch dass man die Geschichte aus zwei Sichten (Markus & Tallulah) miterlebt. Am Anfang dachte dass das nervig ist und sich alles wiederholt, aber das war es gar nicht. Mir hat das sogar gut gefallen da man die beiden gut kennen lernen konnte. Auch zeigt das die Vielschichtigkeit einer Situation.

Die beiden Charaktere mochte ich sehr gerne. Sie sind zwar schon ziemlich überspitzt, aber lustig und auch sympathisch.

Die Geschichte selber ist ransant aber auch ziemlich unrealistisch. Das hat mich aber wenig gestört weil es einfach die Art des Buches ist.

Insgesamt war es wirklich ein lustiges Buch für zwischendurch.

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Rezensionen von yellowdog:

Gefühlvoll, teilweise düster

Wo die Sterne tanzen von Katharina Herzog

Betont gefühlvoll wird eine Geschichte auf Juist erzählt. Die Insel Juist wird effektiv als Kulisse eingesetzt. In wenigen Abschnitten übertreibt die Autorin mit dem sprachlichen Ausdruck zu den Naturbeschreibungen. Da ist zu viel Pathos.
Dafür mag ich die Figuren, gerade auch weil sie nicht immer perfekt sind.

Nele kommt mit ihrer Tochter Annika zurück nach Juist, um den Hausverkauf ihrer verstorbenen Oma voranzutreiben.
Neben dieser Haupthandlung von 2019 gibt es auch viele gut gemachte Passagen der Vergangenheit. Auf Juist hatte Nele als Kind und Jugendliche herrliche Tage auf Juist verbracht.
Aber es gibt auch Schattenseiten. Neles Vater hat die Familie schon lange verlassen. Mit ihrer labilen Mutter hat Nele häufig Probleme. Dann gibt es auch noch die unglückliche Liebe zu ihrem Jugendfreund Henry. Später nimmt sie der Tod ihrer Oma Lotte sehr mit.

Dieser teilweise tragische Aspekt verleiht dem Buch eine für das Genre ungewöhnlich düstere Atmosphäre, wobei mir die Figuren sympathisch sind.
Es gibt auch viele positive Szenen, die ich sehr gemocht, z.B. Neles Freundschaft mit dem schüchternen Ben oder ihr gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter.
Das macht das Buch von Katharina Herzog ausgewogen.

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Rezensionen von Castilleja:

Tragödie

Was uns verbindet von Shilpi Somaya Gowda

Jaya und Keith lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Alles scheint perfekt zu sein. Sie heiraten, ziehen in ein Haus, gründen eine Familie und bekommen zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Die Eltern arbeiten viel und so sind Prem und Karina alleine zu Hause. Karina ist die Ältere.

Mit ihren dreizehn Jahren hat sie andere Dinge im Kopf als jede Minute auf ihren kleinen Bruder aufzupassen und so kommt es zu einer Tragödie. In der Folge muss jedes Familienmitglied mit Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen klarkommen und seinen eigenen Weg finden. Jeder versucht anders mit der Tragödie umzugehen, vor allem Karina hat mir so leid getan. Die Autorin Shilpi Somaya Gowda schildert sehr emotional diesen Weg und hat mit diesem Buch einen sehr ergreifenden Roman erschaffen, der mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Authentisch, anrührend, traurig, aber auch ein Buch, das auf den Zusammenhalt verweist.

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Rezensionen von dorli:

Endstation Seeschleuse

Endstation Seeschleuse von Gerd Kramer

Die Husumer Kommissare Flottmann und Hilgersen bekommen einen Vermisstenfall auf den Tisch – Daniela Herzog ist spurlos verschwunden. Die 32-Jährige war mit ihrer Freundin Brigitte im Schlosscafé verabredet, hat das Lokal aber vor deren Eintreffen überstürzt verlassen und wurde seit dem nicht mehr gesehen.

Kurze Zeit später wird am Ufer der Husumer Au eine weibliche Leiche entdeckt…

„Endstation Seeschleuse“ ist bereits der vierte Fall für Hauptkommissar Waldemar Flottmann und seinen Kollegen Gustav Hilgersen, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Gerd Kramer versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung von Beginn an auf ein hohes Level zu katapultieren. Gleich im ersten Kapitel erfährt der Leser, dass Daniela sich in den Fängen eines Mannes befindet, der sich „Doktor“ nennt. Warum der Mann Daniela entführt hat und wie es für die junge Frau weitergeht, bleibt allerdings zunächst einmal offen.

Der Autor wartet in diesem Krimi mit einem sehr fesselnden Thema auf: es geht um Nahtoderfahrungen. Ein dubioser Wissenschaftler will beweisen, dass es eine Welt außerhalb von Zeit und Raum gibt und der Menschheit eine möglichst genaue Vorstellung von einem Leben nach dem Tod liefern. Dafür hat er mehrere menschliche Versuchskaninchen nach ganz bestimmten Kriterien ausgewählt und entführt. Zu Flottmanns Entsetzen ist auch der Musiker Leon Gerber, der der Husumer Polizei bereits in mehreren Fällen mit seinem hochsensiblen Gehör eine wertvolle Hilfe gewesen ist, einer der Kandidaten.

Gerd Kramer lässt die Opfer des „Doktors“ die NTE jeweils ganz unterschiedlich erleben, so dass man mit jedem Einzelnen der unfeiwilligen Probanden mitfiebern kann und die Handlung bis zum Schluss spannend bleibt.

Gut gefallen haben mir auch das herrliche Gefrotzel zwischen den Kommissaren und die spaßigen Passagen mit Flottmanns Kater Bogomil. Die humorvollen Szenen runden das spannende Krimigeschehen prima ab.

„Endstation Seeschleuse“ hat mir sehr gut gefallen – ein kurzweiliger Krimi, der mit einem interessanten Thema, einer fesselnden Handlung und einem typisch norddeutschen Humor zu überzeugen weiß.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Zwischen Beckett und Ernst

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard

Sophie Villards (Pseudonym einer deutschen Autorin) Roman über Peggy Guggenheim beginnt 1937. Peggy lebt in der Pariser Bohème inmitten eines umfangreichen Bekanntenkreises. Zu ihren Freunden gehören die Joyces, Hans Arp und Sophie Taueber, Marcel Duchamp, André Breton und viele mehr. Affären hatte Peggy nach ihrer Scheidung wohl einige, doch hier wird vor allem jene zu Samuel Beckett geschildert und später das Kennenlernen mit Max Ernst.

In diesem Rahmen bewegt sich der Roman, der zwischendurch fast ein wenig leidenschaftslos rüberkam, mich aber trotzdem gut unterhalten hat.

Neben den unsteten Männern in Peggys Leben gibt es eine Konstante: die Kunst. Peggy beginnt Kunstwerke zu sammeln, eröffnet in London eine Galerie, die Guggenheim Jeune. Doch finanziell wirft der Laden nicht viel ab. Und Peggy hat schon wieder eine ganz andere Idee, wie sie Kunst anders zugänglich machen könnte.

Doch der Krieg steht vor der Türe, so dass es erstmal ums eigene Leben retten geht. Peggy blendet dieses Thema aber aus, vielleicht weil sie schon so viele Verluste in ihrem Leben verkraften musste. Irgendwann kann sie sich dem nicht mehr entziehen und muss sich überlegen, ob sie in England oder Frankreich ausharren will oder doch zurück nach Amerika gehen soll.

Bis zu ihrer Entscheidung sammelt sie munter weiter - ein Bild pro Tag. Das hat sie sich vorgenommen. Sie kauft vor dem Kriegsausbruch Bilder zusammen und zahlt bar, worüber die Künstler allesamt froh sind. So haben sie Geld für die (Heim-)Reise in die USA oder nach Spanien (z.B. Salvador Dali).

Die Autorin stellt Peggy Guggenheim als spendable Frau dar. Denn Peggy kauft nicht nur Bilder, sondern hilft Ausreisewilligen finanziell aus. Aber schon zuvor und später finanziert sie das Leben vieler ihrer Freunde. Auch solchen, die sehr undankbar rüberkommen, wie Djuna zum Beispiel. Peggy lässt sich, zumindest im Roman, davon nicht irritieren. Sie ist eine Frau, deren Herz für die Kunst und Künstler schlug und durch ihr Erbe finanziell immer unabhängig war und damit ihre Ideen umsetzen konnte.

Der Roman wird in drei Teile gegliedert, doch die hätten von mir aus nicht sein müssen, da sie sich zeitlich nahtlos einreihen. Aufgrund der Dreiteilung wurde ich in meinem Lesefluss fast ein wenig gestört, da ich erst dachte, es gäbe einen Zeitsprung, der dann (zum Glück) ausblieb. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass die Ausdrucksweise nicht ganz zu den beschriebenen Jahren passte, aber es hielt sich im Rahmen, weswegen ich darüber hinwegsehen kann.

Der Roman endet Ende im Oktober 1942 mit einem passenden und für einen Roman finalwürdigen Ereignis. Peggys Leben war da noch lange nicht vorbei und sie sollte noch viel mehr erreichen - und wieder reisen, wie schon zuvor in Europa, wo sie öfters zwischen Paris und London pendelte, als ich in einige von mir nur eine Stunde entfernte Nachbarstädte.

Fazit: Interessanter Einblick in die Künstlerszene der Surrealisten und in Peggy Guggenheims Leben während der Vorkriegszeit.
4 Punkte.


Wem dieser Roman gefallen hat, dem empfehle ich, gleich in "Miss Guggenheim" von Leah Hayden weiter zu lesen, denn dort werden die Jahre 1941 bis 1943 rückblickend von 1958 aus erzählt. Zudem ist es interessant, überschneidende Begebenheiten in den beiden Jahren 1941 und 1942 aus einem anderen Sichtwinkel zu betrachten. Am Ende hat man einen tollen Überblick über Peggy Guggenheims Leben.

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