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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von BarbaraM:

Ein guter erster Band mit einer wichtigen Botschaft, der mich leider noch nicht völlig überzeugen konnte

Hush (Band 1) - Verbotene Worte von Dylan Farrow

Was für ein schöner Auftakt von Dylan Farrow, der meiner Meinung nach nicht perfekt ist, aber mich dennoch gut unterhalten hat.
„Hush. Verbotene Worte“ ist im Loewe Verlag im Februar 2021 erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 416 Seiten.

Shae lebt in dem Land Montane. In diesem Land bedeuten die Worte Macht und damit sind auch die Barden sehr mächtig, denn sie können mittels Beschwörungen Glück, aber auch Unglück heraufbeschwören.

Sie können die restliche Bevölkerung manipulieren. Abgesehen von den Barden ist die Bevölkerung in Montane sehr arm und somit auch abhängig von den Barden. Shae selbst ist auf dem Weg nach der Wahrheit, die sie erhofft bei den Barden zu ergründen. Ihr Bruder ist an einer mysteriösen Krankheit gestorben und seitdem wird die ganze Familie diskriminiert.

Mir gefällt die Idee, wie sie sich Dylan Farrow ausgedacht hat, wirklich gut und ich finde die Geschichte auch sehr vielversprechend, aber irgendwie fehlt in meinen Augen die Tiefe, alles plätschert so etwas dahin und manchmal finde ich es auch etwas langatmig. Vielleicht kommt das auch daher, das Shae selbst einfach nicht so ganz weiß, was sie genau sucht und was sie will und dies beschreibt dann die Autorin und als Leser wird man dann eben auch etwas unschlüssig. Nicht so gut gefallen hat mir auch das Ende. Hier bleiben auf der einen Seite sehr viele Stränge offen und andererseits herrscht plötzlich Friede, Freude, Eierkuchen.
Toll hingegen ist nach wie vor die Botschaft, dass Worte manipulieren können sowohl auf positive als auch auf negative Art und Weise. Worte haben sehr viel Macht. Sie jedoch „nur“ als Magie abzutun, finde ich schon wieder schade und wenig tiefgründig.

Fazit:
In meinen Augen wurde die Geschichte etwas zu viel angepriesen und meine Erwartungen wurden nicht völlig getroffen. Die Geschichte hat in meinen Augen dennoch sehr viel Potenzial und ich hoffe sehr, dass sich die Charaktere noch mehr entwickeln und die wirklich tolle Botschaft etwas tiefer durchdrungen wird.

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Rezensionen von brauneye29:

Toll

All This Time - Lieben heißt unendlich sein von Mikki Daughtry; Rachael Lippincott

Zum Inhalt: Kyle glaubt, dass er und Kimberly das perfekte Paar sind. Doch diese Vorstellung bricht am Abend der Abschlussfeier jäh zusammrn, denn Kimberly will sich trennen. Der Abend endet mit einem Unfall bei dem Kimberly stirbt. Kyle kommt damit nicht klar, bis er Marley auf dem Friedhof trifft.

Auch sie hat einen Verlust erlitten. Meine Meinung: Was für ein überraschendes und auch emotionales Buch, bei dem so manches passiert, mit dem man wirklich nicht rechnet. Mir hat es sehr gut gefallen. Die Protagonisten sind sehr interessant und die Story fand ich wirklich überraschend anders. Aber gut überraschend anders. Der Schreibstil ist sehr gut, das Buch liest sich dadurch extrem flott weg. Absolute Leseempfehlung. Fazit: Toll

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Rezensionen von Caroline :

Ein Buch, das einen nicht mehr so schnell loslässt

All This Time - Lieben heißt unendlich sein von Mikki Daughtry; Rachael Lippincott

Hubertus Godeysen hat mit "Sommersturm" einen dokumentarischen Roman geschrieben. Erschienen ist es im CharlesVerlag (Vielen Dank für das Rezensionsexemplar)

Welche Erinnerungen habt ihr an den August/September 2015?

Ich weiß noch, dass ich mich auf meinen Honeymoon in Schottland gefreut habe.

Wir haben geplant und auf gutes Wetter gehofft.

Jedoch hat die Weltpolitik einen tiefen Eindruck hinterlassen:

Gekenterte Schiffe mit viel zu vielen Flüchtlingen an Bord.
Ein 3jähriger Junge, der ertrunken ist und an der türkischen Küste angespült wurde.
71 tote Flüchtling in einem kleinen LKW eingepfercht
Ein "March of Hope" von Budapest an die österreichische Grenze von ca 1300 Flüchtlingen unzählige Bilder von Menschen, am Ende ihrer Kräfte aber hoffnungsvoll auf ein friedliches Leben

In seinem Roman "Sommersturm" nimmt sich der Autor Hubertus Godeysen all dieser Erinnerungen an.
Mit der Definition eines "dokumentarischen Romans" konnte ich rein gar nichts anfangen. Ich befürchtete schon eine wissenschaftliche Aufzählung, eine spröde und harte Erzählung von Fakten und Daten.

Ich wurde positiv überrascht. Aus 3 verschiedenen Perspektiven werden die entscheidenden Tage im August/September 2015 geschildert.
Eine Gruppe von Flüchtlingen, die sich an der Küste der Türkei das erste Mal treffen, um gemeinsam den gefährlichen Weg in Richtung Europa auf sich nehmen.
Ein Bürgermeister einer 831 Seelengemeinde Norddeutschlands und ein paar Bewohner, die 60 Menschen aus fernen, fremden Ländern aufnehmen sollen.
Ein Mitarbeiter des deutschen Innenministeriums, der Kontakte zur EU und zu anderen Ländern herstellt, um dieser Situation Herr zu werden.
Der Zusatz "Dokumentarischer Roman" hat mich anfangs ein wenig abgeschreckt. Denn die Möglichkeit bestand, dass die Geschichte zu wissenschaftlich, zu spröde oder gar zu aufzählerisch beschrieben wird.

Doch ich kann hier an dieser Stelle alle beruhigen. Der Schreibstil ist nicht kompliziert oder gar lehrerhaft. Mit sehr viel Empathie für alle Seiten schafft es der Autor einen Zeitraum in Erinnerung zu rufen, der in vielen Menschen viele manchmal gar extreme Emotionen hervorgerufen hat. Von starkem Hass zu absoluter Hingabe war damals alles dabei und Hubertus Godeysen wird dem gerecht, indem er auch die Schattenseiten erwähnt.

Wer sich dem Thema "Flucht" widmen möchte, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Es überfordert einen nicht. Eine gute Möglichkeit sich diesem Thema erstmals zu widmen, sich langsam heranzutasten und sich anschließend noch näher damit zu beschäftigen und zu lernen

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Rezensionen von Dana:

tiefgründiger und ernster als erwartet/4,5 Sterne

Wie man seine Eltern erzieht (Eltern 1) von Pete Johnson

Luis will Komiker werden und sammelt dafür fleißig Witze, die er in allen passenden oder vielleicht auch nicht so passenden Situationen zum Besten gibt. Teilweise kommt er damit sehr gut an und die Menschen lachen herzhaft, andere bedenken ihn eher mit einem skeptischen Blick und finden schräg, was er von sich gibt.

Seinen Eltern entgeht sein komisches Talent natürlich nicht, allerdings nehmen sie es nicht so ernst, wie Luis es sich wünschen würde. Dafür verhalten sie sich kurz nach seinem Schulwechsel allerdings sehr seltsam, er erkennt sie kaum wieder und daher fasst er einen Plan: er muss sie umerziehen, damit endlich alles wieder läuft, wie er es kennt.

Luis hat nach seinem Umzug längst nicht mehr so viele lustige und fröhliche Momente, wie zuvor. Alles ist neu, seine Schule ziemlich spießig, die Mitschüler lachen kaum über seine Späße und mit seinen durchschnittlichen Zensuren kann er auch nicht unbedingt punkten. Zusätzlich verhalten seine Eltern sich ziemlich schräg und nehmen sich zu sehr ein Beispiel an den Lebensweisen der Nachbarschaft.
Seine Erlebnisse hält Luis in Tagebuchform fest und berichtet so über mehrere Monate, was ihm widerfahren ist, was ihn besonders glücklich oder auch traurig gemacht hat, was ihn frustriert, was er sich erhofft und wünscht und welche Pläne er schmiedet. Immer wieder berichtet Luis auch von Theo, einem seiner Mitschüler, der zusätzlich noch in der Nachbarschaft wohnt. Schnell wird klar, dass seine Eltern sich wünschen, er wäre etwas mehr wie Theo. Nur ist für Theo längst nicht alles so toll, wie es auf den ersten Blick scheint.

Das Buch ist leichtgängig und lässt sich flüssig lesen. Die Sprache ist passend für den zwölfjährigen Protagonisten und damit für jüngere Leser gut verständlich. Es gab viele Situationen, in denen ich dachte: das werden so viele Kids nachvollziehen können. Wie man als Heranwachsender seine Eltern, Mitschüler und Lehrer wahrnimmt, ist einfach etwas anderes, als wenn man dann älter ist. Und einige der Eindrücke, die Luis beschreibt, kamen auch mir sehr bekannt vor. Durch die Tagebuchform fühlte ich mich sofort gut mitgenommen und man ist sehr nah bei Luis und seinen Gedanken, ohne Ablenkung von außerhalb. Kleine Zeichnungen unterstützen dabei die Inhalte der Tagebucheinträge und lockern den Textfluss zusätzlich auf.
Man bekommt einen Eindruck von seinen Eltern und seinem kleinen Bruder, seinen Mitschülern und kann miterleben, wie er seinen Traum, Komiker zu werden, weiter verfolgt. Daher sind im Buch auch immer mal wieder kleine Witze enthalten, einige davon fand ich ganz lustig, andere entsprachen nicht so meinem Humor, aber ich empfand es auch gar nicht so sehr als Hauptpunkt des Buches. Natürlich spielt es eine Rolle, weil es ein Teil von Luis ist und er sonst mit seinen lockeren Sprüchen gut angekommen ist. Aber nun hat sich einiges geändert und Luis grübelt viel, was da eigentlich los ist und was er dagegen tun kann. Dadurch wird das Buch deutlich tiefgründiger und ernster, als ich es zunächst erwartet hatte.
Durch die Eltern der Nachbarschaft, die von ihren Kindern viel erwarten und ihren Alltag von A bis Z durchplanen, nehmen auch Luis‘ Eltern sich das immer mehr an und übertragen den Druck, den sie von außen empfinden, durch Kommentare und Gespräche, nun auf ihre Kinder. Leistungs- und Erwartungsdruck, Vergleiche, sich mit anderen messen und sie idealerweise übertrumpfen zu müssen, fehlende Selbstbestimmung und Freizeit, das Rebellieren gegen Vorschriften, der Wunsch seine Träume zu verfolgen… all solche Dinge spielen im Buch eine große Rolle. Es ist zwar ein kindlich-jugendlicher Blick auf all diese Dinge, aber es ist keinesfalls lächerlich oder unbedeutend, was Luis da denkt, erlebt und fühlt, im Gegenteil. So wird die Geschichte nicht nur junge Leser, sondern auch Erwachsene zum Nachdenken und vielleicht auch Überdenken einiger Einstellungen und Verhaltensweisen anregen.
Fazit

Eine wirklich schöne Geschichte, die aus meiner Sicht nicht nur für junge Leser geeignet ist. Auch als Erwachsener kann man viel daraus mitnehmen, weil man durch Luis Blick auf die Dinge zum Nachdenken angeregt wird. Durch die lockere Erzählerweise und die teils lässigen, teils lustigen Sprüche, die immer wieder integriert sind, ist es keine durchweg ernste Stimmung, es ist aber auch alles andere als dauerhaft witzig und unbeschwert. Mir hat die Mischung richtig gut gefallen und ich war überrascht, wie tiefgründig der Inhalt tatsächlich ist. Das hätte ich anfangs nämlich nicht erwartet. Und die angesprochenen Probleme sind auch längst nicht alle nur Schwierigkeiten für Kinder und Jugendliche, einiges davon lässt sich auch in die „Erwachsenenwelt“ gut übertragen.

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Rezensionen von yesterday:

Ein deutscher Harry Hole?

Der Solist von Jan Seghers

Ein Sonderermittler ohne Vorname, skurrile Kollegen und ein reduzierter und gleichzeitig fantastischer Erzählstil machen Jan Seghers’ Roman zu einem speziellen Krimi. Neuhaus, so der Nachname, bekommt es mit extremistisch motivierten Taten in Berlin zu tun und geht alles auf die ihm eigene, verschlossene Art an: nicht umsonst nennen ihn viele nur den “Solisten”.

Neuhaus ist wortkarg, analytisch, aufmerksam und irgendwie immer auf dem Sprung, nirgends zuhause. Zum Teil ist seine Vergangenheit dafür verantwortlich, doch allzu viel erfährt der Leser nicht. Aber das Ende könnte auf eine Fortsetzung mit Neuhaus hindeuten, wo es dann mehr Details zu seiner Vergangenheit gibt.

Der etwas eigenbrötlerische Ermittler tritt bei seinem Kampf gegen das Verbrechen schon einmal anderen auf die Füße und ist sich nicht zu schade, sich auch mit der eigenen Behörde anzulegen wenn nötig. Festgefahrene Muster sind ihm zuwider, auch wenn er nach außen hin wenig dagegen tut. Er lebt nach seinen Maßstäben und fährt gut damit.

Er ist weniger “Skandalnudel” und Actionheld als Harry Hole, aber es gibt Ähnlichkeiten. Durchaus vielversprechende.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Darf ich dich jetzt behalten?

Darf ich dich jetzt behalten? von Sophia Money-Coutts

Nachdem ihr langjähriger Lebenspartner Jack sie wegen einer seiner Bürotussen verlassen hat, sitzt Lilian „Lil“ Bailey, 31, in einem tiefen dunklen Loch. Mit Hilfe der Dating App Kindling lernt sie den 34-jährigen Max kennen, sie verabreden sich und noch am gleichen Abend landen sie, wie sich Lil ausdrücken würde, in der Kiste.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Lil ist schwanger, Max auf seiner neuesten Himalayaexpedition und lange Zeit nicht erreichbar.

Mit Lil lerne ich eine junge Frau kennen, die genau so redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. So erfrischend ehrlich und direkt. Die es schafft, passgenau in jedes Fettnäpfchen hinein zu treten und die das Chaos magisch anzieht. Die mir mit ihrer herzerfrischenden, chaotischen Art sofort ans Herz gewachsen ist. Genau so wie ihre Freundin Jess und deren Zwillingsbruder Chem, zu denen sich Lil in jeder Situation flüchten kann und die beide genau so chaotisch sind wie ihre Freundin. Mir hat auch Max sehr gut gefallen, der sich nach einer Zeit des Überlegens und nach einem Vaterschaftstest für sein Baby entscheidet. Klasse finde ich auch das Zusammentreffen von Max mit Lil´s Eltern, dass sehr herzlich und freundschaftlich ausfällt. Ganz im Gegensatz zu dem Treffen von Lil mit Max´ Eltern, dem Viscount und der Viscountness, wobei Max dann auch erklärt, warum sie so sind wie sie sind und das ist schon ein bisserl tragisch.

Sophia Money -Coutts lässt Lil ihre Geschichte selbst erzählen und ich fühle mich sofort an ihrer Seite. Mit ihrem eingängigen, bildhaften Erzählstil schafft die Autorin sofort ein Gute-Laune-Gefühl, lenkt mich von meinen Alltagsproblemen ab und fokussiert mich auf Lil und ihr Leben. Auch wenn es zwischendurch etwas stark übertrieben, stark konstruiert und das Ende schon vorhersehbar ist, lasse ich mich einfach in die Story fallen und genieße die Stunden, die ich die Protagonisten begleiten darf. Ich kann mit Lil lachen, schüttle manches Mal den Kopf über ihr unüberlegtes spontanes Handeln, habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Und ich habe ein paar Tränchen verdrückt, weil es einfach nur schön ist.

Ich bin eigentlich nicht so die Liebesromanleserin. Aber dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und mich zurück versetzt, in eine Zeit, als ich ungefähr so alt war wie Lil. Und in vielerlei Hinsicht kann ich sie sehr gut verstehen.
Eine tolle Geschichte mit einer überraschenden Schwangerschaft, die das Leben von Lil schlagartig verändert; einem Spritzer blauem Blut, ganz viel Romantik, Humor, mit witzigen Dialogen und ein klein wenig Drama. Ein Roman, der mich träumen lässt und der vor allem eines bietet: sehr gute Unterhaltung.

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Rezensionen von Hennie :

Ednas ganz persönlicher Jakobsweg

Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande

Edna Weiss führt ein zurückgezogenes, unauffälliges, unspektakuläres Leben in ihrem Häuschen mit Garten in dem Südtiroler Ort Castelbello im Vinschgau. Sie lebt äußerst bescheiden und einfach. Ihr schweres Kindheitsschicksal kommt nur durch einen Zufall ans Licht. Sie liest im von ihr geliebten „Stern" von dem Unglück durch eine Schlammlawine und erkennt auf einem Foto Jacob, der durch eine auffällige Narbe am Augenlid ihr auch nach langer Zeit vertraut ist.

Die 90jährige Frau fasst kurzerhand den Entschluß, sie muss unbedingt zu ihm und eine alte, vermeintliche Schuld wiedergutmachen. Sie packt den ebenfalls betagten Emil, einen Papagei, in die Transportkiste, und für sich einen Rucksack mit wenigen Utensilien und macht sich auf den beschwerlichen Weg von Italien über Österreich nach Deutschland...
Es ist eine gleichwohl berührende, emotionale (in der Vergangenheit) als auch abenteuerliche Geschichte (in der Gegenwart), die Romina Casagrande erzählt, wobei sie für sich einiges an schriftstellerischer Freiheit, was die Figur der alten Dame betrifft, in Anspruch nimmt. Die alte Edna und ihr Papagei Emil begeben sich zurück auf die kräftezehrenden Spuren von Ednas schwerer Kindheit. Sie folgt mit einer selbstgezeichneten Karte dem anstrengenden Weg, den sie als Schwabenkind vor 80 Jahren von Italien nach Deutschland machen musste. Nun auch wieder den größten Teil zu Fuß. Besonders schwierig die Strecke über den Arlberg. Ich bezeichne diese ganze Aktion als Ednas ganz persönlichen Jakobsweg. „Der Junge mit den traurigen Augen“ hatte sie nie losgelassen. Er war stets Teil ihres Lebens.
„Eins wusste sie tief in ihrem Innern: Nichts konnte sie je auseinanderbringen. Niemand würde sie je trennen.“
Jacob erinnerte sie zudem an ihren verstorbenen Bruder Martin. Von anderen Erinnerungen erfährt man nur sehr wenig. Edna schien ihr Schicksal angenommen zu haben, ohne Jacob jemals zu vergessen. Er war für sie immer gegenwärtig, jedoch vor anderen tief in ihrem Inneren verborgen. Es wird im Roman ganz wenig von Ednas Leben preisgegeben, was nach der Schwabenkindzeit geschah. Dort hatte sie nur Schlimmes erlebt, alles, was einem weiblichen Wesen passieren kann! Nur Jacob ist ihr Halt von Beginn an. Jacob war ihr auf den Hof gefolgt, der kein guter Ort war.

S. 92 „Er war auf den Hof gekommen, weil er das Mädchen wiedersehen wollte, das ihm zugelächelt hatte, während ein Karren sie unter einem düsteren Himmel fortbrachte.“

Das Ende der Geschichte verläuft traurig, aber klingt wiederum auch optimistisch aus. „Guten Morgen, Zimperliese!“ spricht Papagei Emil und die Enkelin Jacobs erkennt den Vogel, was beweist, dass Jacob Edna nie vergessen, immer im Herzen getragen hatte. Es geht immer weiter!
Den versöhnlichen, positiven Schluss ermöglichte weitgehend Ednas unkomplizierter Charakter, ihr unbefangenes Wesen. Trotz ihres Alters stellte sie sich Neuem aufgeschlossen gegenüber. Ihr Motto schien zu sein: Niemals aufgeben, so schwer, so aussichtslos es sein mag! Und die Zahl der Jahre ist für das Ziel unwichtig!

Fazit:
„Bewegend schreibt Romina Casagrande über die Geschichte der ›kleinen Sklaven‹ und auch über das Reisen als Bild für das Leben an sich." Corriere della Sera
Dem Zitat möchte ich eigentlich nichts mehr hinzufügen. Für mich war das Buch unterhaltsam, informativ, trotz des ernsten Themas auch mit Humor und philosophischen Erkenntnissen durchsetzt. Menschen jeden Alters sollten sich stets mit Respekt, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Freundschaft begegnen.

Ich gebe dafür meine Höchstbewertung und die unbedingte Lese-/Kaufempfehlung!

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Rezensionen von renate:

Kindermund

Das Faultier bewegt sich wie Opa von Eva Dignös; Katja Schnitzler

In diesem Buch wird Kindermund wiedergegeben. Es heißt ja Kindermund tut Wahrheit kund. Für alle, die selbst Kinder haben, dürfte der eine oder andere Ausspruch dieser Kinder bekannt vorkommen. Was den Kindern so alles einfällt ist wirklich unglaublich. Die beiden Autoren haben zwischen den verschiedenen Themen Überleitungen geschrieben und so hingeleitet.

Außerdem zwischendurch immer wieder mal gute Tipps im Umgang mit unseren Jüngsten gegeben. Diese Lektüre ist unterhaltsam für zwischendurch. Am Stück kann dieses Buch jedoch nicht gelesen werden, da auch der schönste Kindermund mit der Zeit etwas an Unterhaltung verliert. Besser, es wird immer nur Kapitelweise gelesen, um den Unterhaltungswert nicht im Langeweile umschlagen zu lassen. Vielleicht ein passendes Geschenk für werdende Eltern und soche die es noch werden wollen...

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Finstere Havel

Finstere Havel von Tim Pieper

Der fünfte Fall von Hauptkommissar Toni Sanftleben hat es wieder in sich. Für die Handlung im Allgemeinen ist es nicht wichtig die vorangehenden Bücher zu kennen, um Toni und sein Team besser verstehen zu können, würde ich es jedoch schon empfehlen.

Ich habe mich sehr auf einen neuen Fall für Toni und sein Team gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Die Handlung setzt sich aus zwei parallel und aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählten Zeiträngen zusammen: Zum einen Toni, der den Leser durch die Ermittlungen nach Fund des Autos in der Havel führt. Zum anderen Melanie, die Frau, die in dem Auto um Leben kam; ihre Perspektive schildert die Zeit vor ihrem Tod. Ich fand diese zweigeteilte Erzählung sehr spannend und auch gut zu verfolgen, da man dadurch im Laufe des Buches immer mehr über Melanie und das "Vorspiel" zum Auto in der Havel erfahren kann.

Ich habe die gesamte Länge des Buches mitgefiebert, wie es zu dieser Tat kam - ob es überhaupt ein Verbrechen war, oder nicht ein Unfall, und wie die einzelnen Charaktere, die man im Laufe des Buches kennen lernt, damit zusammenhängen könnten. Es blieb für mich bis zur Auflösung unvorhersehbar.

Die Charaktere waren allesamt lebensnah und authentisch beschrieben, allem voran Hauptkommissar Toni, der sich nicht immer an die polizeiliche Etikette hält - er ist auch nur ein Mensch mit Ecken und Kanten. Schön auch, dass der erzählerische Fokus nicht nur auf Toni und Melanie lag, sondern auch vermeindliche Nebencharaktere eine Entwicklung erfahren - ein rundes Gesamtbild.

Finstere Havel war für mich eine mehr als gelungene Fortsetzung der Reihe um Toni Sanftleben, ich freue mich auf einen nächsten Fall.

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Rezensionen von renate:

Omi erzählt

Fertig ist die Laube von Renate Bergmann

Online - Omi Renate ist wieder unterwegs. Diesmal hilft sie ihrer Freundin Gertrud. Die beiden sollen sich um die Laube und den Garten von Gertruds Liebhaber Gunther kümmern während dieser auf Reha ist. Was diese beiden Damen alles erleben und wie sie den doch etwas verkommenen Garten wieder in Schuss bekommen.

...Das Buch ist, wie von den Vorgängerbüchern bereits gewohnt sehr kurzweilig geschrieben. Bei dieser Ausgabe bekommt der Leser außerdem ein paar wiklich hilfreiche Tipps für den Garten. Die Protagonistin Renate, die Online - Omi erzählt wirklich sehr authentisch, wie eine Dame im stattlichen Alter von 82 Jahren so denkt. Vor allem auch, was sie schon alles in ihrem Leben so erlebt hat. Alles in allem ist es wieder ein sehr gelungenes Buch, welches einfach und in der ich Form geschrieben wurde. Leichte Lektüre, die einfach einmal zum Schmunzeln anregt.

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