Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gavroche:

Zu übertrieben

Instagrammatik von Herr Schröder

Ich hatte schon von "World of Lehrkraft" gehört, kannte es aber noch nicht und war deshalb neugierig auf dieses Buch. Meine Gefühle sind hier sehr gemischt. Anfangs gefiel es mir noch ganz gut, die - wenn auch übertrieben dargestellten - Schulsituationen haben durchaus einen wahren Kern und man merkt, dass der Autor hier Erfahrung als Lehrperson hat.

Doch dann hat mich das Buch leider zunehmend genervt, denn "Schrödi" findet sich total witzig, biedert sich bei den SchülerInnen an - und das ist dann wiederum Fremdschämen pur - und findet sich überhaupt sehr innovativ und cool. Ja, Digitalisierung ist ein wichtiges Thema für die Schulen und ja, es ist dennoch nicht das non plus ultra und sollte kritisch hinterfragt werden, aber hier geriet es leider nur noch peinlich. Nicht nur Herr Schröder, auch seine Kollegen und Zeynep von der Schulmensa waren mir einfach zu übertrieben gezeichnet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Rezensionen von Sago:

Mach langsamer, Brielle

Celestial City - Akademie der Engel von Leia Stone

Auch wenn sich Brielle zum Beginn des Buches auf doppelte Weise in der Hölle findet (physisch und psychisch, weil sie erfährt, dass Freunde und Familie, allen voran ihr Liebster Lincoln, sie für tot halten) hieß es für mich zunächst aufatmen. Die Hölle lieferte endlich etwas Atmosphäre und die eingesperrte Brielle führte zwangsläufig zu einer Reduzierung des zumindest im zweiten Band irrwitzigen Erzähltempos.

Auch wenn man aus manchen Szenen noch viel mehr hätte machen können, wurden angenehme Erinnerungen an den Auftaktband wach. Aber ich habe eben meine Erwartungen an die Reihe auch deutlich reduziert.

Mit der zweiten Hälfte des Buches wurden leider die Fehler aus Teil 2 der Serie wiederholt. Vieles wurde nur noch angerissen, Probleme lösten sich unvermutet in Luft aus und es macht sich gegen Ende sogar Kitsch breit, der nicht eben origineller Romantasy würdig wäre. Dabei mag ich die Serie eigentlich, weil sie dämonische Urban Fantasy bietet und eben nicht zur Romantasy gehört. Warum die zweite Hälfte so unfertig wirkt, wurde mir klar, als ich erfuhr, dass es im amerikanischen Original einen noch kürzeren Teil 3,5 geben wird, der diese Erlebnisse aus Lincolns Sicht schildert. Warum der dortige Verlag das für eine gute Idee hält und damit wohl zwangsläufig auch den deutschen Markt bindet, kann ich mir nur mit kommerziellen Gründen erklären. Hätte man alles im vorliegenden Buch zusammengefasst, es hätte sich wohl trotz der viel zu impulsiven Protagonistin Brielle ein rundes Werk ergeben können. Und so verschenkt nicht nur die Autorin bei der Erzählung unnötig Potenzial. Wie schade!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sago

Rezensionen von Petra Sch.:

Familienzwistigkeiten auf Mallorca

Erben wollen sie alle von Tessa Hennig

3,5 Sterne

Die verwitwete 75jährige Bianca lebt in einer Finca auf Mallorca. Unlängst hat sie den jüngeren Rentner Wolfgang kennengelernt, mit dem sie nun endlich die lange ersehnte Weltreise unternehmen und dabei ihr Vermögen verjubeln will.
Doch als ihre Kinder davon erfahren, haben sie Angst, dass ihre Mutter todkrank ist und Wolfgang bestimmt ein Heiratsschwindler ist, der es nur auf Biancas Geld abgesehen hat.

Also kommen sie alle zu Biancas Geburtstag nach Mallorca, um die Weltreise und diese Beziehung zu verhindern und so ihr eigenes Erbe zu retten...


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Tessa Hennig liest sich wie gewohnt schnell und unterhaltsam, trotzdem fehlte mir bei diesem Buch der bekannte Humor.
Viele ernste Themen (Krankheit im Alter, Familienstreitigkeiten, Erbschaft, Heiratsschwindler, Alzheimer und Pflege von alten Menschen) sind unterhaltsam verpackt, doch leider fand ich keine der handelnden Personen so wirklich sympathisch, nicht mal Bianca. Diese hat ihren Kindern wichtige Dinge aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen verschwiegen; die Tochter meckert nur rum; dem Sohn geht's nur ums Geld; und die Enkelin ist übertrieben rechtschaffen und stur.
Alles rund ums Thema Alzheimer und Pflege war sehr einfühlsam beschrieben, hier konnte ich sehr mitfühlen.
Natürlich gibt es, wie es sich für solche Romane gehört, ein Happy-End für alle.
Trotz der Mängel hat es Tessa Hennig geschafft, mich mit dieser Lektüre nach Mallorca träumen zu lassen, denn die Landschaftsbeschreibungen sind einmalig schön.


Fazit:
Leichte Urlaubslektüre, schönes Setting in Mallorca, und ernste Themen unterhaltsam verpackt. Hätte gerne mehr Humor vertragen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Rezensionen von Katzenmicha:

Die Schönen und Mächtigen

Bella Donna. Die Schöne von Florenz von Catherine Aurel

Florenz 1469,die alternde Kurtisane Cosima Bellani -die in ihrer Jugendzeit nur so von den Männern umschwärmt wurde,nach ihr dreht sich keiner oder nur noch wenige um.Das setzt Cosimar sehr zu ,mehr als sie zugeben will.Als dann die junge adelige Simonetta Vespucci zu ihr kommt um sich von ihr in Liebes-Schönheitsfragen beraten zu lassen,kommt Cosima eine Geschäftsidee.

Mit selbstgemachter Kosmetika gelingt es Cosima Simonetta zur schönsten Frau von Florenz zu machen.Es ist kein Wunder als der wohlhabende Giuliano de Medici und der Maler Sandro Botticelli um Simonetta werben.Als dann ein Machtkampf der Wohlhabenden und Einflussreichen in Florenz ausbricht ,geraten Cosima und Simonetta zwischen die Fronten…

Die Autorin Catherine Aurel hat einen schönen Schreibstil,mit ihrer Erzählung glaubte man sich im 15.Jahrhundert mitten in Florenz,mitten in der Geschichte zu befinden.Sie brachte mir die Charaktere sehr nah,ließ mich ihre Geschichte erleben-die spannend war.Ich hatte das Gefühl in die Renaissance einzutauchen-5 Sterne sehr gerne dafür.Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Serie.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Katzenmicha

Rezensionen von TheLidel:

Der Graben zwischen Wissenschaft und Religion, den es nicht bräuchte

Die Gottesmaschine von Reinhard Kleindl

Bischof Lombardi wird von einem alten Freund in ein Kloster geschickt, da dieser sich Sorgen um seinen Ziehsohn, Pater Sébastien macht. In diesem Kloster wird der Versuch unternommen, Glaube und Wissenschaft zu vereinen. In den alten Gemäuern befindet sich ein Supercomputer, an dem Wissenschaftler aus aller Welt ihre Forschung betreiben können und es sieht so aus, als hätte Sébastien dabei eine alles verändernde Entdeckung gemacht.

Da davon nicht alle Ordensleute begeistert sind, trifft Lombardi nicht nur auf viele Geheimnisse, sondern auch auf gefährliche Widersacher, die die Veröffentlichung der Ergebnisse um jeden Preis verhindern wollen.

Ab der ersten Seiten hat man ein ungutes Gefühl. Lombardi wird nicht gerade herzlich aufgenommen und auch mit Informationen halten sich die Äbte sehr bedeckt. Im Laufe der Geschichte lernt man den Bischof zwar besser kennen, erfährt das ein oder andere aus seiner Vergangenheit, trotzdem ist er für mich bis zum Ende nicht wirklich greifbar geworden. Die Figur bleibt distanziert und würde es nicht ab und zu erwähnt werden, würde man ihn auch nicht für einen Mann der Kirche halten. Nichtsdestotrotz ist er ein sympathischer Protagonist. Zur gleichen Zeit befindet sich die Wissenschaftlerin Samira Amirpour für ihre Forschung im Kloster. Ihren Charakter finde ich klasse. Sie weiß ruhig und gelassen Vorurteile mit rationalen Argumenten gegenüberzutreten und sie zu entschärfen. Mit Hilfe dieser beiden Charaktere, schafft es der Autor ganz nebenbei auf verständliche Weise Erklärungen zu religiösen Sachverhalten und Phänomenen der Elementarphysik einfließen zu lassen.

Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Davon abgesehen, dass ich einen Supercomputer definitiv nicht als göttlich betrachte, gibt es die ein oder andere Situation, die, zumindest für mich, unlogisch erscheinen. Oft ist nicht so ganz klar, wie manches abgelaufen sein soll. Außerdem werden zwar einige Handlungsstränge angeschnitten, aber nicht alle konsequent zu Ende erzählt.

Mir persönlich hat auch etwas die mystische Spannung gefehlt. Die alten Gemäuer, uralte, geheime Bücher und Rituale hätten so viel Spielraum dafür hergegeben. Teilweise tauchen Zeichen und Rätsel auf, deren Lösung aber dann recht rasch vonstattengeht. Vielleicht hat man auch trotz der Bemühung, jedes Buch als eigenständiges Werk zu sehen, die bekannten Werke dieses Genres im Hinterkopf und zieht, auch unfairerweise, Vergleiche.

Dieses Genre anzugehen finde ich definitiv mutig. Denn jede begonnene Geschichte braucht nun mal ein Ende, egal wie es aussieht. Einerseits bin ich hier schwer zufriedenzustellen, vermutlich kann es aber auch einfach kein Ende geben, welches nicht utopisch ist. Dementsprechend war ich vom Ausgang dieser Geschichte leicht enttäuscht. Jedoch warten nochmal einige Wendungen auf, mit denen man sicherlich nicht gerechnet hat und dem Ganzen im Endspurt nochmal richtig Spannung verleihen.

Insgesamt steigt die Spannung mit fortlaufender Geschichte immer mehr an. Man lernt viel über die spannenden Grundkonzepte der Physik und im Bereich der Supercomputer. Die Protagonisten begleitet man gerne durch die Handlung und wird am Ende nochmal richtig überrascht. Für mich ein durchaus lesenswertes Buch mit kleineren Schwächen, die dem Lesevergnügen aber wenig Abbruch tun. Von mir vier Sterne, da ich trotz diesen Kritikpunkten die Lesezeit sehr genossen habe. Als allerletztes erwartet den Leser noch ein Rätsel, welches aufmerksamen Rätselfreunden nochmal ein paar spannende – zumindest in meinem Fall leider – Stunden schenkt. Für mich ein definitiv gelungenes Extra.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von TheLidel

Rezensionen von brauneye29:

Mal ein anderer Charakter

Pirlo - Gegen alle Regeln von Ingo Bott

Zum Inhalt:
Pirlo ist ein Strafverteidiger wie er sonderbarer nicht sein kann. Charismatisch, chaotisch und unter Druck gesetzt durch seine Familie. Weil er sich von der Familie losgesagt hat, soll er jetzt Schulden für sie begleichen und dafür muss er unbedingt den aktuellen Fall gewinnen. Wird er das schaffen? Alle glauben, dass die Mandantin schuldig ist, aber er muss ein Weg finden, das Gegenteil zu beweisen.

Meine Meinung:
Pirlo ist mal ein Charakter, den man sich nicht unbedingt als Strafverteidiger vorstellt. Mir hat Pirlo als Figur gut gefallen. Auch wie er den Fall angeht, hat mir gut gefallen. Irgendwie unkonventionell und anders als man das sonst so gewöhnt ist. Mir hat auch die Geschichte des Buches sehr gut gefallen, auch Pirlos Partnerin fand ich richtig klasse. Ich kann mir gut vorstellen, weitere Bücher mit Pirlo zu lesen. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen.
Fazit:
Mal ein anderer Charakter

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von carola1475:

zu viel gewollt

Die Gottesmaschine von Reinhard Kleindl

Weihbischof Lombardi reist in ein abgelegenes Kloster, um dort Sébastien zu treffen, den Ziehsohn eines Freundes. Sébastien ist nicht nur Mönch, sondern auch Wissenschaftler und arbeitet mit Hilfe eines Supercomputers an der Erforschung der Geheimnisse der Schöpfung.
Lombardi findet jedoch nur die Leiche Sébastiens und versucht zusammen mit der Physikerin Amirpour herauszufinden, warum der junge Mann sterben musste und welche Entdeckung er vor seinem Tod gemacht hat.

Die Erzählung steigert sich kontinuierlich, wird immer komplexer und auch spannender. Aber blasse und wenig authentische Charaktere, hölzerne Dialoge, gelegentlich eine sprachlich ungeschickte Wortwahl, ein einfacher, nicht immer flüssiger Schreibstil mit manchmal umständlichen Beschreibungen beeinträchtigen nicht nur den Lesefluss, sondern auch die Freude am Buch.
Erst gegen Ende des Romans wird klar, dass Lombardis Orientierungslosigkeit im Kloster auch Sinnbild für ihn selbst ist. Schade, dass seine Verunsicherung in Bezug auf seinen Glauben und auch seine Zukunft nicht eher thematisiert wird, das hätte dem Protagonisten mehr Tiefe verliehen. Nur vage Andeutungen haben leider dazu geführt, dass mein Interesse an der Person im Lauf des Buches eher nachgelassen hat.

Es werden sehr viele Themen angesprochen, dadurch zerfleddert jedoch die Erzählung und manche Aspekte werden nicht wieder aufgenommen und weitergeführt, sondern enden in Sackgassen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Auch die kurzen Kapitel, die das ganze Buch über mit Cliffhangern enden und oft auch den Schauplatz wechseln, unterbrechen eher den Lesefluss als die Spannung zu steigern.

Die verschiedenen angesprochenen Versuche, Gottes Existenz oder auch Nicht-Existenz zu beweisen, sowie ganz allgemein die wissenschaftlichen Teile des Buchs zeigen, dass der Autor Wissen auf spannende Weise vermitteln kann. Das reicht aber nicht für einen Thriller.
Das Cover ist gut gewählt, aber den Titel finde ich missverständlich, er weckt falsche Erwartungen. Genau so die „Schlagzeile“ auf dem hinteren Cover (Wer nach Gott sucht, wird den Tod finden) – das ist inhaltlich nicht zutreffend.

Zugute halten kann ich dem Buch, dass ich viel gelernt habe, auch über die katholische Kirche, ich hab viel nachgelesen über Physik und Mathematik und auch über Kirchenkritiker.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von carola1475

Rezensionen von begine:

Zeitgeschichte

Julius oder die Schönheit des Spiels von Tom Saller



Julius oder die Schönheit des Spiels von dem Schriftsteller Tom Saller ist ein fesselndes Stück Zeitgeschichte.
Julius von Berg ist eine fiktive Person, die aber nach der Kindheit an die Figur des Tennisspielers Gottfried von Cramm angelehnt wurde.

Julius wächst mit zwei Schwestern auf einer Burg über dem Rhein auf.

Sein Großvater und Julius Verhältnis zu ihm ist besonders angenehm.
Julius lernt schon als Kind Tennis zu spielen.
Zum Studium geht er nach Berlin, aber Tennis ist ihm am wichtigsten. Sein unpolitischen Denken ist in den Dreißiger Jahren ein Problem.

Später kommt es zu zwei Zeitebenen. Einmal Julius 1938 in Berliner Gefängnis.
seine Gedanken sind beeindruckend dargestellt.
Dann kommt ein alter Mann 1986 ins Spiel. Er war der Gegner in Julius in seinem letzten Wimbledon Matsch.

Es werden einige problematischen Themen eingeflochten, die zu der Zeit das Leben kosten konnten.

Tom Saller ist wieder ein brillanter Roman gelungen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine

Rezensionen von MeinSohnPrinzAndreas:

Tiefsinniger, stimmiger Roman über ein Zugunglück und noch vieles mehr.

Besichtigung eines Unglücks von Gert Loschütz

Im Dezember 1939 kommt es zwischen Berlin und Magdeburg zu einem katastrophalen Zugunglück. Unzählige Menschen sterben dabei, Existenzen werden zerstört, Menschen verlieren ihre Liebsten. Das ganze liegt jetzt aber nun schon einige Jahrzehnte zurück, als der Journalist Thomas Vandersee beginnt, nach Fakten zu graben und die Geschichte von vorne und hinten aufzurollen.

Er will herausfinden, wie es zu diesem schlimmen Unglück kommen konnte, merkt aber bereits sehr schnell, dass er seine Mutter, die die ersten drei Jahrzehnte ihres Lebens in der Stadt des Unglücks verbracht hatte, in Verbindung setzten kann, und so auch etwas über sie und letztendlich über sich selbst herausfinden kann.

Thematisch ist die Geschichte aufgeteilt in mehrere Themenbereiche, die mit dem Unglück zusammenhängen, und nach und nach vom Erzähler erforscht werden. So berichtet der Autor mit einem nüchternen, schon fast klinischem Stil über das Unglück selbst, die Stunden davor und danach, über Carla und Richard, zwei Menschen deren Leben durch das Unglück aus den Angeln gehoben wurde, und schließlich über Vandersees Mutter, wie sich ihr Leben und damit auch seines verändert hat, ob durch den Einfluss des Zugunglücks oder nicht. An und für sich hat mich der sprachliche Stil des Autors wirklich sehr angesprochen. Faktenbasiert, unübertrieben und ehrlich. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Geschichte vor allem in der ersten Hälfte ein wenig zu clean war. Ich habe es einfach nicht geschafft, mich in einem solchen Maße mit den Protagonisten zu verknüpfen, wie ich es gerne gewollt hätte. In dieser Hinsicht ging mir dann aber in der zweiten Hälfte definitiv der Knopf auf. Es kam mir vor, als würde ich Vandersee schon lange kennen, mit ihm eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames Schicksal teilen. Ich konnte mich hervorragend in seine Situation versetzen und seine philosophischen Gedanken waren beim Lesen wirklich ein Hochgenuss. Diese philosophischen Aspekte sind es - mal ganz abgesehen von der hervorragenden Recherchearbeit des Autors zu dem Unglück - was mich so für die Geschichte begeistern konnte. Man wird zum nachdenken angeregt, nimmt Weisheiten mit auf den Weg und ist, nachdem man das Buch beendet hat um mehrere Sichtweisen und -punkte reicher im Leben.

Nachdem ich das Buch beendet habe kann ich sagen, dass es einen unglaublichen Mehrwert hat, und die Leser:innen nicht nur über eines der tragischsten Zugunglücke der deutschen Geschichte informiert, sondern sehr viel mehr bietet. Ich kann das Buch wirklich an alle weiterempfehlen, die sprachlich vollendete Literatur schätzen, auch wenn ich mir anfangs ein wenig schwer damit getan habe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von MeinSohnPrinzAndreas

Rezensionen von froschman:

Londoner Thriller

Die Verlorenen von Simon Beckett

Jonah Colley, Mitglied einer Spezialeinheit der Londoner Polizei, hat nach einer Familientragödie (sein Sohn Theo ist vor 10 Jahren spurlos verschwunden, seine Ehe wurde daraufhin geschieden) alle Kontakte abgebrochen, auch zu seinem besten Freund und Arbeitskollegen Gavin. Sein Leben liegt in Scherben.

Plötzlich meldet sich Gavin und bittet Jonah um Hilfe – er hat noch nie jemand um etwas gebeten, also muss es wirklich wichtig sein. Doch Jonah kommt zu spät, findet in dem verlassen gelegenen Lagerhaus nur noch seinen toten Freund. Drei weitere Opfer, alle in Plastikfolien eingewickelt, liegen in einer finsteren Ecke. Eine junge Frau lebt aber noch. Jonah versucht, sie zu befreien und merkt dabei zu spät, dass noch jemand hier ist. Er wird niedergeschlagen und dabei schwer verletzt.
Simon Becket hat mit diesem Buch den Anfang zu einer neuen Thriller-Reihe mit Jonah Colley als Hauptdarsteller geschrieben. Leicht zu lesen, teilweise vorhersehbare Handlung. Aber als Gesamtwerk nicht mehr aus der Hand zu legen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von froschman