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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Interessante Ausflugsziele

Schiffe, Salz und Seen von Klaus Bovers; Christine Paxmann

Das Autoren-Duo beschäftigt sich mit besonderen Landschaften, nämlich mit denen von Inn und Salzach geprägten zwischen Freilassing und Passau.

Diese Landstriche sind von der letzten Eiszeit geformt und bieten durch ihre sanften Höhenrücken und tiefen Einschnitte, eine bezaubernde Landschaft. Seen, Moore wechseln sich mit Wäldern und fruchtbaren Ackerböden ab.

Durch den Salz- und Holzhandel reich gewordene Städte zieren die Ufer der Flüsse Inn und Salzach. Und wer sagt, dass (Grenz)Flüsse immer eine trennende Barriere sein müssen, wird hier eines Besseren belehrt. Zahlreiche Brücken (18!) verbinden Österreich und Deutschland. Daher ist das erste Kapitel den Brücken gewidmet.

Dem Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ist ebenfalls ein ganzes Kapitel gewidmet. Dazu gibt es in Oberndorf eine „Stille-Nacht-Runde“.

Auf mehr als 40 Wanderungen, Fahrrad- und/oder Städtetouren lassen sich verborgene Plätze und kulturelle Kleinode entdecken. Jeder Ausflug enthält eine Fülle von Informationen und zahlreiche Fotos. Leider fehlen Ausschnitte aus (Wander)Karten, sodass man hier extra recherchieren muss. Die Übersichtskarte im Vorsatz bringt zwar, wie der Name schon sagt, einen Überblick, aber das nützliche Detail fehlt.

Fazit:

Ein besonderer Streifzug durch eine besondere Gegend, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

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Eine gelungene Fortsetzung

Totenreich von Michael Jensen

Endlich ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Die Siegermächte beginnen mit dem großen Aufräumen und versuchen der zahlreichen Nazi-Verbrecher habhaft zu werden. Durch eine gezielte Intrige gerät Jens Druwe auf die Liste der Kriegsverbrecher und wird inhaftiert.

Es sieht so aus, als ob ihm niemand helfen kann.

Weder Freundin Eva noch deren Bruder, der Kommunist, der desillusioniert einen Schnaps nach dem anderen in sich hineinkippt. Druwe wird zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Dann eröffnet sich eine kleine Chance: Er soll hier im Zuchthaus für den britischen Geheimdienst arbeiten, um untergetauchte Nazis ausfindig zu machen. Der Not gehorchend, nimmt er den gefährlichen Auftrag an.

Meine Meinung:

In diesem dritten Krimi nimmt sich Autor Michael Jensen eines schwierigen Themas an. Die Siegermächte sind ob der Gräueltaten des NS-Regimes teilweise überfordert. Sie sind bei der Jagd nach den NS-Schergen natürlich Aussagen und Listen angewiesen. Viele Nazis benützen das, um entweder mit falschem Namen unterzutauchen oder sich selbst in besserem Licht darzustellen. Einige nützen ihr altes Netzwerk, um sich bei den neuen Machthabern anzubiedern, und führen ihre alte Gewohnheiten, nämlich ihnen unliebsame Menschen ans Messer zu liefern, munter weiter. Vor allem die Amerikaner gehen ihnen in die Falle. Zudem zeigt sich, dass die Allianz der Siegermächte eine sehr fragil ist und bald auseinanderbricht. Die Briten sind mit ihren internen Kleinkriegen beschäftigt. Während die Russen als Reparationsleistung Maschinen und Menschen abtransportieren, sind die Amerikaner mehr an den Wissenschaftlern interessiert und sehen bei einigen sehr großzügig über deren NS-Vergangenheit weg.

Als sich dann die Westmächte zusammenschließen, um in den zuvor verbündeten Russen den neuen (alten) Feind zu sehen, freuen sich zahlreiche Nazis über deren laxe Entnazifizierungsmaßnahmen.

In genau diesem Spannungsfeld befindet sich Jens Druwe. Nur mit viel Glück und zahlreichen Klimmzügen gelingt es ihm, seine Haft zu überleben.

Autor Michael Jensen hat einen sehr fesselnden dritten Teil geschrieben. Der eigentliche Ermittlungsteil, wie wir es von einem Krimi gewöhnt sind, tritt zugunsten der Zeitgeschichte in den Hintergrund.

Diese Zeit, unmittelbar nach dem Ende des Krieges, in dem das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht etabliert ist, finde ich, ist äußerst spannend erzählt.

Fazit:

Spannend und gründlich recherchiert, ein fesselnder Krimi über die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Eine gelungene Fortsetzung

Tod an der Alster von Anke Küpper

In ihrem zweiten Fall für Svea Kopetzki entführt uns Autorin Anke Küpper an die Alster. Während das Feuerwerk in der Nacht des 15. August für ein farbenprächtiges Spektakel sorgt, taumelt eine Frau vor einen Touristenbus und stirbt. Allerdings ist der Tod nicht durch den Verkehrsunfall eingetreten, sondern durch eine Stichwunde am Hals.

Schnell stellt sich heraus, dass Helene Pahde, die Tote, eine bekannte Schönheitschirurgin ist, die mit ihrem Geschäftspartner eine lukrative Klinik in der Nähe führt.

Auf der Suche nach Motiv und Täter eröffnen sich für Svea Kopetzki zahlreiche Spuren, die akribisch verfolgt werden müssen. Wer hat ein Motiv? Der vernachlässigte Ehemann? Ein eventueller Geliebter oder doch ein unzufriedener Patient? Wie passt da die Witwe, Pahde für den Selbstmord ihres Mannes verantwortlich macht und die Klinikfassade beschmiert hat, ins Bild? Warum fehlen eine Menge Bargeld und ein teurer Ring? Ist das Ganz doch nur ein missglückter Einbruch?

Das Team von Svea Kopetzki hat jede Menge zu tun, um die offenen Fragen zu beantworten. Dabei sind die Kollegen Tamme Claußen und Franziska „Franzi“ Grüner nicht ganz so belastbar wie üblich. Tamme, der von seiner Frau verlassen worden ist, muss sich um seine drei Töchter kümmern, und die kluge Franzi denkt über ein Sabbatical nach. Und Svea? Sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Meine Meinung:

Anke Küpper ist ein verzwickter Krimi gelungen, bei dem wenig so ist, wie es scheint. Geschickt führt sie ihre Leser in die Irre. So manche, anfangs vielversprechende Spur, endet in einer Sackgasse.
Die Ermittlungen sind realistisch geschildert. Auch das schlechte Gewissen Sveas wirkt authentisch. Bin schon gespannt, ob wir in einem dritten Fall das gesamte Ausmaß erfahren werden.

Gut gelungen ist auch die Darstellung der Probleme, die Alleinerziehende haben, um Job und Kinder unter einen Hut zu bringen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, warum die drei Töchter bei Tamme bleiben, und nicht bei der Mutter. Die hätte es als Lehrerin mit geregelter Arbeitszeit ja leichter als Tamme.

Fazit:

Der Krimi ist ein ausgewogener Mix aus Lokalkolorit, persönlichen Konflikten, solider Polizeiarbeit und Spannung. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Eintauchen in die Welt der Römer am Rhein

Verrat in Colonia von Maria W. Peter

"Aber der Mensch denkt, das Schicksal lenkt - und als Sklave weiß man ohnehin nie, was der nächste Tag mit sich bringt."

Dieser vierte historische Krimi rund um die Sklavin Invita führt uns an den Rhein, genauer gesagt in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium oder abgekürzt CCAA, in das heutige Köln.

Man schreibt das Jahr 260 nach Christus. Es ist die Zeit der Soldatenkaiser. Machtkämpfe, Intrigen und Mordkomplotte sind an der Tagesordnung. Wehe dem, der zwischen die Fronten der rivalisierenden Parteien gerät.

Kurz vor dem Ziel werden die Reisenden von einer Gruppe Germanen überfallen. Zwar kommt ihnen der Centurio Mucius Longinus mit seinen Soldaten zu Hilfe, kann aber nicht verhindern, dass die Staatskasse geraubt wird.

Wenig später wird Flavus, Invitas Gefährte, des Mordes an einem hochrangigen Politiker beschuldigt. Dass ausgerechnet Mucius Longinus mit der Aufklärung betraut wird, deuten Marcella und Invita für ein gutes Zeichen, scheint er doch Marcella, mehr als gewogen zu sein. Doch mit dem untrüglichen Instinkt einer intelligenten Sklavin macht sich Invita auf, um eigene Indizien und Eindrücke zu sammeln. Ihre Nachforschungen bleiben indes nicht unbeobachtet und sowohl Invita als auch Marcella geraten in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Auch dieser vierte Band rund um die starrköpfige Sklavin Invita hat mich in das Römische Reich eintauchen lassen.

Autorin Maria W. Peter hat sich wieder tief in die Geschichte des Römischen Reiches vergraben und penible Recherchen angestellt. Farbenprächtig wird das Leben der Reichen und Mächtigen in den Palästen am Rhein geschildert. Doch kommen neben feinen Mosaiken in Badehäusern auch die Schattenseiten dieser Zeit ans Tageslicht. Das Römische Reich mit seiner riesigen Ausdehnung hat seinen Zenit längst überschritten und kann seine Grenzen kaum sichern. Nebenbei sind die römischen Kaiser inzwischen mehr als dekadent und können nur mehr auf loyale Soldaten zählen. Doch ohne Geld keine Musik, besser gesagt, wenn der Sold ausbleibt, ist es mit der Loyalität der Truppen nicht mehr ganz so weit her. Die politischen Querelen führen zu einer Belagerung der CCAA, in der dann noch die Pest ausbricht.

Diese akribischen Recherchen lassen die Römische Welt so bildhaft auferstehen, dass ich das Geräusch der genagelten Caligae, die über die Steinfußböden marschieren, direkt hören kann.

Gut gefällt mir (wie immer) das Nachwort, in dem die Autorin viele wissenswerte Details über die römische Antike für ihre Leser bereitstellt. Obwohl ich einiges über diese Epoche weiß, erfahre ich dennoch immer wieder Neues.

Herrlich sind die Figuren herausgearbeitet. Allen voran natürlich die Sklavin Invita, aus deren Perspektive dieser historische Krimi geschrieben ist. Diesmal erfahren wir einiges von ihrer Herkunft.

Neben den politischen Intrigen entspinnt sich auch ein unsichtbarer Machtkampf der Religionen. Die alten Götter der Römer scheinen langsam ausgedient zu haben und sowohl der Mithras-Kult, dem sehr viel Soldaten anhängen, als auch das Christentum (wenn auch noch im Geheimen) sind auf dem Vormarsch. Marcella ist ja bekennende Christin, was sie immer wieder in Gefahr bringt, und glaubt n Mucius Longinus einen Glaubensbruder gefunden zu haben. Doch der kocht sein eigenes Süppchen in diesem Intrigantenstadl und büßt letztlich mit seinem eigenen Leben.

Fazit:

Auch der vierte Teil der Invita-Reihe hat mich wieder überzeugt. Daher gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Frauenleben im Wien von 1946

Verrat in Colonia von Maria W. Peter

Autorin Anni Bürkl, deren Krimis um Teelady Berenike und jene um Wolf Nowak sowie die beiden hist. Romane („Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ und „Die Spionin von Wien“) ich kenne, entführt ihre Leser diesmal in eine ganz andere Welt.

In zwei Zeitebenen, nämlich 1938 im sudetendeutschen Reichenberg (tschechisch Liberec) und 1946 in Wien, begleiten wir Loretta, die Tochter des Leiters einer Nervenklinik, und Marek Patzak, einen tschechischen Arzt.

Nach der Annexion des Sudetenlandes an Hitler-Deutschland erhält auch die Nervenklinik von Lorettas Vater eine regimetreue Verwaltung. Kurz darauf werden Kranke abgeholt und verlegt. Wie wir heute alle wissen, werden die Menschen „als unwertes Leben“ in Hartheim und Hadamar ermordet. Marek gelingt es, einige wenige zu retten. Als dann die sowjetischen Truppen vor Liberec stehen, werden alle Deutsche vertrieben und Loretta verliert Marek aus den Augen.

„...Essen fühlte sich falsch an. Alles fühlte sich falsch an. Alles war falsch ohne Marek...“

Loretta gelingt es, sich nach Wien zu ihrer Tante Emmy Kraft durchzuschlagen. Hier im zerstörten und von den vier Siegermächten besetzten Wien erlebt Loretta die schwierige Nachkriegszeit. Es mangelt an allem, an Wohnraum, an Nahrung und Medikamenten. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Loretta ist, vie viele andere auch, schwer traumatisiert. Ihr einziger Lebensinhalt ist, ihren Marek zu finden. Dafür freundet sie sich auch mit einem Offizier der Sowjetarmee an, was der amtlich zugewiesenen Mitbewohnerin Ingrid missfällt, obwohl sie selbst ein Verhältnis mit einem Engländer eingeht.

Während die Briefträgerin Ursula, die Hausmeisterin Paula und auch Tante Emmy geradlinige Frauen sind, haftet Ingrid etwas Verschlagenes, Nicht-Greifbares an. Manchmal entkommt Ingrid der eine oder andere Halbsatz, aus dem man erkennen kann, welcher Ideologie sie angehört.

Meine Meinung:

Anni Bürkl ist ein recht authentisches Bild des Jahres 1946 zu zeichnen. Die zerstörte Stadt spiegelt die zerstörten Menschen wieder. Es sind hauptsächlich Frauen, die hier ums Überleben kämpfen. Die Männer gefallen, verwundet, verschleppt oder in Kriegsgefangenschaft sind in der Minderheit.
Sehr interessant ist die Schicksalsgemeinschaft der fünf Frauen Loretta, Emmy, Paula, Ursula und Ingrid. Obwohl Ingrid wird wider Willen zur Lebensretterin, als sie gestohlene Medikamente für Paulas kleine Tochter zur Verfügung stellt, bzw. das eine oder andere am Schwarzmarkt gegen Lebensmittel tauscht. Damit verbirgt sie allerdings ihre wahren Absichten.

Während die Wochen und Monate in Wien detailliert und deutlich beschrieben werden, erhält der Leser über Lorettas Vertreibung aus Liberec/Reichenberg nur spärliche Informationen. Zwar erfahren wir einiges - so quasi als Backflash - über die Zeit vor 1938 und dann bis 1945. Über die Umstände der Flucht kann Loretta noch (?) nichts preisgeben, das verdrängt sie beharrlich. Doch der geneigte Leser kann sich die traumatischen Ereignisse vorstellen.

Berührend ist, wie Tante Emmy, Witwe nach einem bekannten Arzt, alle Hebel in Bewegung setzt, um der an Fleckfieber erkrankten Tochter Paulas zu helfen. Dazu beruft sie eine Art Benefizveranstaltung ins Leben, bei der die katastrophale medizinische Versorgung thematisiert wird. Eine Frau bringt es auf den Punkt: Die Versorgung sei deswegen so katastrophal, weil die Ärzte fehlen. Entweder gefallen oder ermordet. Ermordet und vertrieben weil sie Juden waren.

Interessant ist auch die Darstellung der Offizier der Siegermächte. Als „Honorar“ für seine Erkundigungen nach Marek, verlangt der russische Major keine sexuellen Gefälligkeiten, sondern das Loretta den englischen Offizier bespitzelt, mit dem Ingrid ein Verhältnis hat. Auch hier zeigt sich, wie mit zweierlei Maß gemessen wird: Ingrid rümpft über die russischen Soldaten die Nase, hält sie für minderwertig und nützt gleichzeitig den Engländer für ihre Zwecke.

Der Schreibstil passt gut zum Thema, schnörkellos oft abgehackt. Das Ende macht neugierig ob und wie es mit Loretta weitergeht. Ist Marek wirklich am 31. Mai 1945 von seinen tschechischen Landsleuten als Kollaborateur ermordet worden? Ich kann mir eine Fortsetzung sehr gut vorstellen. Eventuell aus Sicht von Marek?

Fazit:

Eine dramatische Geschichte aus dem Wien von 1946, der ich gerne 5 Sterne gebe.

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Hat mich sehr gut unterhalten

Zuagroast von Martina Parker

Gleich vorweg, aufgrund des Covers ist dieser Krimi nicht ganz einfach, als solcher zu identifizieren, was aber der Spannung während des Lesens keinen Abbruch tut.

Worum geht`s?

Journalistin Vera Horvath ist, sehr zum Leidwesen ihrer pubertierenden Tochter, aus der lauten Großstadt in das Haus ihrer Großmutter im Südburgenland zurückgekehrt.

Nun kämpft sie gegen die Invasion von Nacktschnecken und ähnlichem Getier. Um Abhilfe zu schaffen, tritt sie dem neu gegründeten Gartenstammtisch bei und lernt dort die zuagroaste Eva kennen, die großes Interesse an Pflanzen und deren Verarbeitung zeigt.

Doch die scheinbare Idylle des Dorfes trügt. Neben Nacktschnecken und anderem Getier im Garten, tun sich hinter den geschlossenen Vorhängen wahre Abgründe auf.

Meine Meinung:

Autorin Martina Parker legt hier einen schwarzhumorigen Krimi vor, dessen Spannungsbogen sich langsam entwickelt. Lustvoll beschreibt sie die dörflich Idylle, die so gemütlich gar nicht ist. Zum einen liegt es an den Männern, die gerne dem Alkohol zusprechen oder wie Evas Mann veritable Haustyrannen sind - selbstgefällige Machos eben.

Herrlich ist der „Klub der grünen Daumen“ - hier erfahren Mitspielerinnen und Leser alles über das Räuchern, Blumen, Sträucher, Kräuterlimonaden und auch den Nutzen der Inkaerde Terrapreta. Einige der neu gewonnenen Erkenntnisse werden von Eva gleich einmal angewendet.

Gut gefällt mir, wie Land und Leute in den Krimi verquickt sind. Neugierige Nachbarn und Lästermäuler gibt es überall, doch hier sind sie gelungen auf die Spitze getrieben. Herrlich auch, wie der Dialekt eingebunden ist und für Nicht-Südburgenländer in Fußnoten übersetzt wird.


Eine sehr nette Idee ist auch, jedem Kapitel ist Wissenswertes über Flora und Fauna voranzustellen.

Der Krimi war trotz seiner 480 Seiten viel zu schnell gelesen. Doch die Ankündigung einer Fortsetzung namens „Hamdraht“, die im Frühjahr 2022 erscheinen wird, freut mich sehr.

Fazit:

Wer Freude an Regionalkrimis hat, sollte hier unbedingt zugreifen, weil man neben der Krimihandlung, auch viel über das Südburgenland erfährt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Hat mich gut unterhalten

Mein Helgoland von Isabel Bogdan

Isabel Bogdan ist eine bekannte Übersetzerin und Autorin („Der Pfau“, „Der Salzpfad“) und setzt der Insel Helgoland und ihrem berühmtesten Sohn, James Krüss, ein Denkmal. Sie zieht sich immer wieder zum Schreiben auf die Insel zurück, die nur wenige Einwohner hat und die man zu Fuß innerhalb von nur zehn Minuten durchqueren kann.

Helgoland, im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen als Festung erbaut und von den alliierten Bombern nahezu dem Erdboden gleichgemacht, ist ein heute Paradies für Ornithologen.

Zwischen Ratschlägen zum Schreiben, die man befolgen kann oder auch nicht, lässt sich trefflich der Kopf durch Spaziergänge freibekommen.

„Ich werde wiederkommen müssen. Immer wieder. Und schreiben werde ich auch wieder.“

Die eine oder andere Kuriose gibt es natürlich auch zu berichten: Fahrradfahren ist verboten. Für Kinder, die später aufs Festland in weiterführende Schulen müssen, gibt es allerdings Radfahrkurse. Eine Zeit lang gab es sogar eine Ampel. Aber nicht des Autoverkehrs wegen (der ist verboten), sondern weil die Landebahn des kleinen Inselflughafens die Spazierwege kreuzt. Also, wenn ein Helogländer erklärt, dass bei einer roten Ampel ein Flugzeug landet, ist er nicht plemplem.

Zahlreiche Zitate aus den Werken von James Krüss vervollständigen diese Hommage an das sturmumtoste Eiland, das von Hamburg aus in ca. Viert Stunden per Schiff erreichbar ist. Also, wenn das Wetter passt.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Hommage an Helgoland vier Sterne. Für mich hätte das Buch noch viele Seiten länger sein können.

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Knödel haben immer Saison

Knödelschatz von Ingrid Pernkopf; Christoph Wagner

Egal ob aus Semmelwürfel, Grieß oder Kartoffelteig, süß oder deftig gefüllt, als Hauptspeise oder Beilage, Knödel in Bayern bzw. Österreich, Klöße im nördlichen Teil Deutschlands oder knedlicek bei unseren tschechischen Nachbarn, Knödel haben immer Saison.

Das Autorenduo ist den unterschiedlichsten Knödeln auf der Spur.

Wir erfahren allerlei Wissenswertes zum Teig und dessen Verarbeitung.

Knödel als Suppeneinlage
Knödel als Vorspeise
Knödel als Beilage
Knödelreste
Süße Knödel
Teige, Füllungen und Begleiter

Ein ausführlicher Rezeptteil lässt einem ob der tollen Fotos das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die Rezepte finden sich im Anhang alphabetisch und nach Themengruppe aufgezählt. Da es sich um ein österreichisches Kochbuch handelt, darf ein ausführliches Glossar auch nicht fehlen.

Ein altes Sprichwort sagt: “Wenn einer jungen Frau oder Magd die Knödel gut gelingen, dann hat sie das Zeug zum Heiraten.“

Fazit:

Ein Kochbuch, das Lust macht das eine oder andere Rezept auszuprobieren. Gerne gebe hier 5 Knödel (Sterne).

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Ein gelungener Reihenauftakt

Trüffelgold von Julie Dubois

Dieser Krimi ist der Auftakt zu einer neuen Reihe aus Frankreich, genau genommen aus dem für seine lukullischen Genüsse bekannten Perigord.

Marie Mercier, Kriminalkommissarin in Paris, hat von ihrer Großmutter ein Haus im Periogord geerbt und nimmt sich nun ein Jahr Auszeit, um dem gewalttätigem Alltag in der Hauptstadt zu entfliehen.

Doch mit der entspannten Ruhe und den interessanten Gesprächen mit Tante Léonie wird vorerst nichts, denn ein Radfahrer, mit dem sie kurz zuvor noch gesprochen hat, wird vor ihren Augen erschossen.
Obwohl Michel Leblanc der offizielle Ermittler ist, schaltet Marie sofort wieder in den Arbeitsmodus, zumal sich Leblanc auf eine Person als Täter festgelegt hat und keine andere Idee zulässt. Marie beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und gerät in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Dieser Reihenauftakt gefällt mir. Die Personen haben so alle ihre Ecken und Kanten, die Spannung hält sich und der Leser darf miträtseln, wer der Täter ist, wobei das Opfer nicht ganz so zufällig den Tod findet.

Dieser Krimi ist ein echtes Urlaubshighlight und lässt sich leicht und locker lesen. Großen Anteil an dem Wohlfühlkrimi haben die Wortgeplänkel zwischen Marie und Michel, die gut gelungen sind.

Fazit:

Eine neue Krimi-Reihe, die ich gerne weiterverfolgen werde und mit 4 Sternen belohne.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine sehr emotionale Reise in die Vergangenheit

Weil ich an uns glaubte von Heike Fröhling

Lena erfährt kurz vor ihrem 30. Geburtstag, dass ihre totgeglaubte Oma Marlies lebt und sich mit ihr treffen möchte. Warum haben ihre Mutter Susanne und ihr über alles geliebter Opa Peter ihr diese Lüge aufgetischt? Dabei muss sie sich gerade selbst den Wirren um ihre Liebe zu Maximilian stellen, der sich, wie sie glaubt, bei einem schicken Essen mit seinen Eltern mit ihr verloben will.

Günther Steinhäusler ist 16, als seine Eltern beschließen die DDR zu verlassen. Dass damit auch das Ende seiner großen Liebe verbunden ist, kann und will er nicht akzeptieren. Er gibt sie Suche auch nach ihr auch nach vielen Jahren nicht auf.


Heike Fröhling hat es mit ihren Geschichten bisher immer geschafft, mich zu fesseln und mit zu reißen. Dies ist ihr auch diesmal mit der sehr emotionalen Familiengeschichte um Marlies/Marianne, Susanne und Lena gelungen.
„Weil ich an uns glaubte“ spielt abwechselnd mit Marianne in den 1950 Jahren in der DDR und mit Lena in der Hauptrolle in der Gegenwart.

Marianne ist in der damaligen Zeit ein sehr selbstbewusstes Mädchen und eine junge Frau, die sich nicht gerne gängeln lässt. Ihre Geschichte und was sie dadurch hat erdulden müssen hat mich sehr getroffen. Sie habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Genauso wie ihre Enkelin Lena, die mit ihren 29 Jahren immer noch nicht weiß, was sie denn nun genau will. Jetzt, wo ich die Geschichte ihrer Oma und ihrer Mutter kennt, kann ich sie etwas besser verstehen.
Heike Fröhling zeichnet die Menschen der Geschichte mit ihren vielen Facetten sehr deutlich und ich habe mein Kopfkino ständig mit neuen Informationen füttern können. Dadurch fühle ich mich den Menschen, von denen ich hier lese, noch näher und noch mehr in der Geschichte drin. Dabei sind mir absolut nicht alle, die ich hier kennenlerne sympathisch.

Wenn ich mir vorstelle, dass es in der ehemaligen DDR vielleicht genau solche Schicksale gegeben hat, erschreckt es mich jedes mal wieder und es macht mich einfach nur wütend, was da alles vor sich gegangen ist. Vor allem auch durch Menschen, von denen man es absolut nicht vermutet hätte. Was hätte aus Marianne und Günni werden können…

Ich bin sehr gerne mit Marlies und Lena am Gollinsee in der Nähe der Stadt Templin in der Uckermark gesessen und mit ihnen in die Vergangenheit gereist. Lena drücke ich die Daumen, dass sie ihren Entschluss, den sie gefasst hat, nicht bereut.
Und da dies der Auftakt zu einer Reihe ist, freue ich mich heute schon auf den 2. Teil.

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