Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gluecksklee:
Berührend, nachdenklich stimmend und hoffnungsvoll
The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen von Matt Haig
Den britischen Autor Matt Haig kannte ich bisher nur über seine Romane - "Wie man die Zeit anhält" und "Die Mitternachtsbibliothek" sind hier zwei Beispiele für Bücher des Autors, die mir sehr gefallen haben. Daher war ich sehr neugierig auf "The Comfort Book" - dessen Cover mich an einen Sonneauf- oder Sonnenuntergang erinnert und das meiner Meinung nach extrem gut zur Thematik der Textsammlung passt, die Matt Haig hier veröffentlicht hat.
Dass Matt Haig selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte und hat, das war mir bis zum Erscheinen von "The Comfort Book" nicht bewusst. In dem Buch steckt genau das drin, was der Titel verspricht - Trost, in Form von Worten, Gedanken, Erinnerungen, der Betrachtung philosophischer Weisheiten... und auch wenn mir nicht alle enthaltenen Texte, die mal länger, mal kürzer sind, extrem gut gefallen haben, so finde ich, dass das Buch in seiner Gesamtheit wundervoll gelungen ist.
Bei einigen Abschnitten musste ich tatsächlich das eine oder andere Tränchen vergießen oder auch mal ein bisschen schwer schlucken. Matt Haig lässt über seine Texte einen tiefen Einblick in sein Innenleben zu - auch in die dunkleren Momente, die, von denen Menschen anderen Menschen sonst nicht unbedingt so offen erzählen.
Er lässt seine Leser aber auch an den Gedanken und Erlebnissen teilhaben, die ihm wieder Hoffnung gegeben haben, die ihm immer noch Hoffnung geben. Und ich finde, viele dieser Gedanken und Ausführungen sind wirklich lesenswert und geben hoffnungsvolle Impulse, können dazu anregen, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen mal aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten.
"The Comfort Book" ist kein Selbsthilfebuch. Es ermöglichte mir einen Einblick in das Seelenleben eines Autors, in dessen Büchern auch immer eine gewisse Mischung aus Hoffnung und Melancholie mitschwingt. Für mich ist es eine Bereicherung, über diese Texte dem Autor Matt Haig näher gekommen zu sein. Ich habe mir immer wieder Textpassagen markiert, die mich persönlich nachdenklich gemacht haben, die etwas in mir zum Klingen gebracht haben.
"The Comfort Book" ist meiner Meinung nach ein wundervolles Buch, das man immer wieder zu Hand nehmen kann, um einzelne oder mehrere Textpassagen erneut zu lesen und erhält von mir volle fünf Sterne.
Rezensionen von Miro:
Punkrock in Romanform
Liebe Rock von Tom Zürcher
Timm ist Schulabbrecher, jobbt in einem Supermarkt und bezeichnet sich selbst als Schriftsteller. Er hat zwar noch kein Buch veröffentlich, aber er schreibt zusammenhanglose Sätze in sein Wachspapierheft, das er immer und überall dabei hat.
Außerdem kann er ganz ordentlich trinken, wie ein richtiger Schriftsteller.
Seine Zeit verbringt er bevorzugt in einer Spelunke, wo seine Angebetete Rock kellnert. Um nicht mehr bei den Eltern wohnen zu müssen, zieht er kurzerhand in die Rumpelkammer zu Rock und Marc und bringt ordentlich Wirbel in die WG.
Eigentum hat er keins und respektiert auch fremdes nicht. Er bedient sich in Marks Zimmer auch noch, als dieser es mit einem zusätzlichen Vorhängeschloss sichert.
Und er schafft es tatsächlich einen Roman zu veröffentlichen. Aus seinen Sätzen und Marks Dissertation bastelt er mit der Cut-up Methode ein Buch mit dem Titel 1.
Er lügt, betrügt und bleibt dabei in seiner kindlichen Naivität doch irgendwie sympathisch, bis er gegen Ende hin den Bogen in seiner Bessenheit Rock zu erobern, überspannt.
"Liebe Rock" ist ein Briefroman. Von Anfang an wird die Erwählte angesprochen und Timm's ganzes Handeln auf sie ausgerichtet, obwohl Rock wirklich nichts tut, was ihn dazu auffordert. Timm ist ein interessanter Charakter. Er wirkt kindlich naiv und überschreitet pausenlos sämtliche Grenzen, die er finden kann. Trotzdem hat damit irgendwie Erfolg und verliert auch nicht die Sympathie der Mitmenschen und der Leser*innen.
Mich hat das Buch hervorragend unterhalten, obwohl ich unendlich dankbar war, niemals einen Mitbewohner wie ihn gehabt zu haben.
Spannend fand ich auch, dass die Kapitel als Countdown angelegt sind. Das Buch beginnt bei 100 und als Leser*in kann man sofort rätseln, worauf es zusteuern wird.
Und lustig fand ich, wie der Autor das Feuilleton aufs Korn nimmt. Diese Abschnitte darf man natürlich mit einem Augenzwinkern lesen, man darf aber auch laut lachen!
Rezensionen von Petra Sch.:
fantastische Tierwesen aus der Anderwelt auf der Drachenfarm in Land's End
Die Farm der fantastischen Tiere: Voll angekokelt! von Michael Peinkofer
Die Zwillinge Petronella und Montgomery, von allen nur Nell und Monty genannt, müssen die Ferien bei ihrer unbekannten Tante Ally auf Dragonford verbringen, da ihre Eltern arbeiten müssen.
Die beiden sind nicht erfreut, und haben Angst vor langweiligen Ferien auf dem Land.
Doch dann bemerken sie, dass auf der Farm ihrer Tante geheime Wesen leben, und dass ihre Tante gar keine Künstlerin, sondern eine HMK, eine Hüterin magischer Kreaturen, ist.
Und dann ist da noch eine Drachin, die ganz dringend Hilfe braucht.
Meine Meinung:
Im ersten Band der Farm der fantastischen Tiere lernt man die Zwillinge Nell und Monty kennen, ihre Tante Ally und deren Farm, und wie und warum die Kids dort hingekommen sind und sich zurechtfinden.
Die Geschichte ist so fantasievoll, fantastische Wesen, die auf der Drachenfarm sind, weil sie Pflege brauchen. Von Tante Ally unsichtbar gezaubert, da niemand etwas davon erfahren soll. Doch Monty und Nell entdecken natürlich dieses Geheimnis, da sie eine ebensolche Gabe wie ihre Tante haben.
Diese vielen magischen Wesen sind einfach wundervoll gezeichnet und regen die Fantasie an, mein Liebling ist natürlich das Pegasus-Fohlen mit dem verkümmerten Flügel. Hilfreich für Kinder finde ich den Baku, der sich von schlechten Gedanken ernährt.
Ebenfalls spannend fand ich den Weg, wie man in die Anderwelt kommt: durch die Bilder in Tante Allys Stiegenhaus, mittels Zauberstab und -spruch.
Wie es sich für ein Fantasy-Story gehört, gibt es natürlich einen Bösewicht, den es zu besiegen gilt. Dies und die Drachen-rettungsaktion war ein packendes Abenteuer und man hat mit den Kids mitgefiebert.
Obwohl Fantasy nicht mein Ding ist, war ich von Anfang an von dem Buch verzaubert! Die Zwillinge und Tante Ally sind sympathisch, die Tiere unterschiedlich und interessant, und ein spannendes Abenteuer muss auch überstanden werden.
Für Kids wichtige Themen werden kindgerecht verarbeitet: Familie, Ferien, Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft.
Viele detailreiche schwarz-weiß Illustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt, untermalen das Gelesene.
Fazit:
Ein fantasievolles und spannendes Abenteuer mit magischen Tieren, einem Bösewicht und einer aufregenden Rettungsaktion. Volle Leseempfehlung!
Rezensionen von April1985 :
Der Horror geht in die nächste Runde
Bloom - Sie schlüpfen auch in deiner Stadt von Kenneth Oppel
Wo sind die Fans von trashigem Horror a la Tremors oder Die Körperfresser kommen? Ich hätte da nämlich eine wahnsinnig gute Buchempfehlung für euch!
Den ersten Teil von Bloom habe ich ja schon mit Begeisterung gelesen, aber mit der Fortsetzung toppt Kenneth Oppel nochmal alles. Die Menschen sind immer größeren Gefahren ausgesetzt.
Kaum wurde ein Herpizid gegen das schwarze Gras gefunden, wird die Erde von allesfressenden Riesenwürmern und virusverbreitenden Stechvögel bevölkert. Und unsere Helden Petra, Anaya und Seth entwickeln sich stetig weiter in eine kryptogene Lebensform. Eben noch als Retter gefeiert, werden sie zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt, in einem Militärbunker gefangen gehalten und grausamen Experimenten ausgesetzt - genauso wie eine Vielzahl weiterer Jugendlicher, die wie sie Mischwesen sind.
Im Gegensatz zum ersten Band, der einige Längen bereit gehalten hat, hat sich der zweite Teil wie ein mitreißender Splatter-Horror-Film in einem Rutsch durchlesen lassen. Die Geschichte setzt mehr oder weniger nahtlos an das Ende des ersten Buches an, wobei der Spannungsbogen dieses Mal wirklich von der ersten bis zur letzten Seite zum Zerreißen gespannt war.
Da ist zunächst einmal die Tatsache, dass sich Petra, Anaya und Seth plötzlich in einer Ausnahmesituation befinden. Erst noch vom Militär und Geheimdienst beschützt, werden sie plötzlich verraten, ihren Eltern entzogen und in Gefangenschaft genommen. Während sie versuchen mit der Situation irgendwie zurecht zu kommen und einen Ausweg suchen, müssen sie sich auch noch mit der unausweichlichen Situation abfinden, dass sie selber immer mehr zum Alien werden und ihr menschliches Äußeres nach und nach verlieren. Doch auch untereinander entstehen Spannungen, gehören die 3 nämlich unterschiedlichen Spezies an, deren Ansichten sich teilweise sehr unterscheiden. Es entstehen aber auch neue Freundschaften und Verbindungen , die Petra, Anaya und Seth ein Gefühl des Dazugehörens und des Zusammenhalts vermitteln.
Kenneth Oppel hat es geschafft mich an die Seiten zu fesseln. Hinter all dem Horror steht die ganze Zeit die große Frage wem man eigentlich noch Vertrauen kann. Wer ist gut, wer ist böse? Welche Absichten haben die Außerirdischen? Sind sie auf Hilfe angewiesen oder wollen sie die Menschheit vernichten? Ich habe meine Meinung zu dem Ganzen mehrfach geändert. Es sind einfach so viele neue Erkenntnisse, die plötzlich alles bisher Kennengelernte umwerfen und überraschende Wendungen, die die Menschen und deren Handlungen in ein völlig neues Licht stellen. Eine Achterbahnfahrt zwischen Hoffnungslosigkeit und aufmunternden Lichtblicken, die mit einem unfassbaren Knall endet. Ich habe selten so einen fiesen Cliffhanger erlebt.
Ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen, wenn man Dystopien und trashigen Horror mag. Auch wenn man das Buch eigenständig lesen kann, würde ich empfehlen auf jeden Fall mit Band 1 zu starten, um auch wirklich alles zu verstehen und die Story einfach mehr genießen zu können.
Fazit
Nachdem der Regen erst schwarzes Gras gebracht hat, bringt er jetzt menschenfressende Würmer, die es zu vernichten gilt. Der Horror geht in die nächste Runde und stellt die 3 Helden Petra, Anaya und Seth vor neue Herausforderungen - auch in persönlicher Hinsicht.
Kenneth Oppel hat auch mit Bloom 2 einen fesselnden, mitreißenden, actiongeladenen Pageturner geschrieben. Neben dem ganzen Trash und Horror geht es aber auch um wichtige Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen.
Ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgesuchtet und kann es kaum erwarten, dass der 3. Band erscheint. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von Tara:
Erschreckende Mischung aus Fakten und Fiktion
Ritchie Girl von Andreas Pflüger
„Ritchie Girl“ ist ein fesselnder und erschreckender Roman des in Berlin lebenden Autors Andreas Pflüger über die deutsche Geschichte.
Paula Bloom ist die Tochter eines amerikanischen Geschäftsmanns, der in Berlin lebt. Nach ihrer Ausbildung in Maryland in Camp Ritchie - einem Ausbildungslager der US Army - geht es für sie zurück nach Deutschland.
Dort werden bereits Kriegsverbrecher verurteilt und es ist mit an Paula herauszubekommen was der Wahrheit entspricht und was nicht – eine Aufgabe, an der sie zu zerbrechen droht.
Der Schreibstil des Autors ist unglaublich intensiv. Mit jeder Seite wird man weiter in die Vergangenheit zurückversetzt und spürt Entsetzen über die damaligen Ereignisse aufsteigen. Schnell wird deutlich wie ausgiebig hier recherchiert wurde. Das Camp Ritchie gab es wirklich und dort wurden knapp 20.000 Soldaten ausgebildet, die in der US-Armee den Kampf gegen die NS-Diktatur aufnehmen sollten.
Die Charaktere wirken authentisch, Paulas Verzweiflung, ihr innerer Zwiespalt sind nachvollziehbar.
Ich habe schon einige Bücher über den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach gelesen. Aber noch keines, das sich mit dieser Thematik beschäftigt und die Ereignisse aus dieser Perspektive dargestellt hat. Mit diesem Roman wird ein Stück Geschichte lebendig. Die Mischung aus Fiktion und Fakten ist Andreas Pflüger so brillant gelungen, dass ich das ich das Buch trotz der heftigen Ereignisse kaum aus der Hand legen konnte.
Rezensionen von Tara:
Ein Abenteuer mit Botschaft
Evie und die Macht der Tiere von Matt Haig
Ich habe schon einige Bücher des britischen Autors Matt Haig mit Begeisterung gelesen, aber „Evie und die Macht der Tiere“ war das erste Kinder- bzw. Jugendbuch von ihm und mit diesem hat er mich ebenso überzeugt wie auch mit den übrigen Büchern, die ich von ihm kenne.
Die elfjährige Evie lebt mit ihrem Vater in England und hat eine ganz besondere Gabe.
Sie kann mit Tieren sprechen. Aber ihr Vater möchte das nicht, da er in Sorge ist, dass sie sich damit in Schwierigkeiten bringen könnte. Das geht eine ganze Weile gut, aber ein unheimlicher Mann, der ebenfalls eine ungewöhnliche Gabe besitzt, sorgt dafür, dass Gefahr für die gesamte Stadt droht. Um die Katastrophe zu verhindern ist tierische Hilfe von Nöten….
Der Schreibstil von Matt Haig ist angenehm zu lesen. Die Sätze sind einfach, genau richtig für die Zielgruppe der jungen Leser für die das Buch gedacht ist und gleichzeitig auch sehr lebendig. Es wird schnell spannend und durch die Geschichte werden wichtige Botschaften vermittelt. Es geht um Tierliebe, Oberflächlichkeit, Gedankenlosigkeit und vieles mehr.
Evie ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie ist sehr einfühlsam und handelt ausgesprochen clever.
In dem Buch befinden sich zahlreiche süße Zeichnungen der Illustratorin Emily Gravett, die das Leseerlebnis perfekt abrunden.
Ich kann das Buch empfehlen und das nicht nur für junge Leser oder Fans von Matt Haig, sondern allen, die spannende Geschichten mit ein wenig Magie und viel Liebe zu Tieren mögen.
Rezensionen von Liliane Schemeth:
Fesselnd aber es geht viel zu schnell
Celestial City - Akademie der Engel von Leia Stone
Brielle wurde von Lucifer höchst persönlich in die Hölle entführt. Ihre Familie und Freunde glauben sie sei tot. Sie erlebt eine schlimme Zeit in dort unten und erfährt, dass Lucifer sie und ihre Waffe Sera für seine Pläne benötigt.
Da der dritte Band direkt an den Vorgänger anschließt, ist es zu empfehlen, die ersten beiden Bände zu lesen.
Der Schreibstil von Leia Stone ist locker und leicht, es lässt sich super flüssig lesen. Zudem ist er unterhaltsam und fesselt einen regelrecht an das Buch.
Die Zeit in der Hölle hat mir gut gefallen. Die Autorin lässt sich Zeit und der Einstieg in Band drei ist sehr gut. Aber ab ungefähr der Hälfte des Buches geht alles wieder sehr schnell. Die einzelnen Szenen und Probleme werden nacheinander abgehandelt und alles geht viel zu glatt. Selbst die gefährlichsten Situationen werden einfach, schnell und ohne große Probleme gemeistert. Einiges geht Schlag auf Schlag und das hat mir nicht ganz so gut gefallen. Da hätten es ein paar mehr Seiten mit ausführlicheren Erklärungen und Beschreibungen nicht geschadet. Es gab auch einige Ideen der Autorin, die Fragen aufgeworfen haben aber keine davon wurde beantwortet.
Dennoch hat mich die Geschichte total fesseln können und ich mochte die Unterhaltungen zwischen Sera und Brielle unheimlich gerne. Ich bin schon gespannt wie es weiter geht und hoffe der nächste Band lässt nicht allzu lange auf sich warten.
Rezensionen von Das Echo vom Alpenrand:
Der Verrat
Die Verlorenen von Simon Beckett
Spezialagent Jonah Colley, der vor zehn Jahren seinen Sohn verloren hat, ist nach dem mysteriösen Anruf seines Exfreundes Gavin total verunsichert. In der Hoffnung endlich etwas über das Schicksal seines Sohnes zu erfahren, lässt er sich auf ein Treffen mit dem alten Freund ein. Doch damit beginnt für ihn ein gefährliches Spiel, das sich als emotionale Belastungsprobe erweist, die ihn schon bald an die Grenzen seiner Leistungs- und Leidensfähigkeit bringt.
Obwohl ihm längst bewusst ist, dass er auf verlorenem Posten kämpft, ist er nicht bereit aufzugeben. In der Hoffnung endlich die Wahrheit über das Verschwinden seines Sohnes zu erfahren, setzt er alles auf eine Karte.
FAZIT
Ein vielversprechender Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe, der mit vielen falschen Fährten und unerwarteten Wendungen, bis zum Ende durchgängig spannend bleibt.
Rezensionen von Claudia R:
Lebensschritte ...
Der nächste beste Schritt von Jule Pieper
Klappentext:
Kann man ein Leben noch einmal von vorne beginnen?
Falsche Entscheidungen rückgängig machen und mutiger sein, als man es jemals für möglich gehalten hätte?
Alex Schulze hat jahrelang eine Lüge gelebt. Die perfekte Beziehung entpuppt sich als unperfekte Freundschaft. Nachdem sie die Reißleine zieht, befindet sie sich nun im freien Fall.
Durch die Trennung verändert sich vieles in ihrem Leben, aber kaum etwas zum Positiven. Sie stürzt sich in ihre Arbeit und es dauert nicht lange, bis sich ihr Körper über dieses Pensum beschwert.
Schließlich erkennt sie, dass sie raus muss, um sich selbst zu retten.
Sie begibt sich auf eine Wanderung, die sie bis ans Ende der Welt führt, und findet dabei Schritt für Schritt zu sich selbst.
Cover:
Eine sehr schöne Zeichnung ziert das Cover. Eine Frau ist erkennbar und leichte schemenhafte Hintergründe und Farben wurden verwendet, die eine sehr zarte, leichte positive Stimmung verbreiten. Ein Wohlfühlcover mit einer sehr natürlichen Stimmung und Atmosphäre.
Meinung:
Gefühlvoll, emotional und fesselnd bekommt man durch die Geschichte wunderschöne Lesemomente, die sich Lohnen und zum Nachdenken anregen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und lässt sich sehr gut und locker lesen. man kommt sehr schnell in die Geschichte und Geschehnisse hinein. Der Erzählstil ist sehr locker und bildlich und man kann leicht in die Geschichte und auch die Emotionen der Charaktere eintauchen.
Die Gliederung ist sehr schön gewählt in einzelne Teile und wiederum in viele kleinere Kapitel und Abschnitte. Die Überschriften sind deutlich gekennzeichnet und geben mit Ort und Zeitpunkt wieder, so das man dies sehr gut einordnen kann. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge, so dass dies einen angenehmen Lesefluss fördert.
Ängste, Gedanken und Lebensweisheiten werden hier beiläufig und sehr elegant miteingebet, so dass man sich selbst als Leser an manchen Stellen hinterfragt und die Gedankengänge der Protagonisten aufgreift und diese dadurch zum Nachdenken anregen. Ein emotionales und berührendes Werk, welches nachdenklich stimmt, aber auch Mut fasst und sehr fesselnd den Leser durch wunderschöne Lesestunden begleitet.
Die Geschichte wirkt sehr authentisch und wird sehr real und bildlich beschrieben. Man kann diese sehr gut nachempfinden und greifen. Man begibt sich Schritt für Schritt auf dem Weg durchs Leben und durchschreitet dabei ganz unterschiedliche Etappen. Höhen und Tiefen, Ängste und Glücksgefühle, eine wundervolle Mischung, die für fesselnde und emotionale Unterhaltung sorgt.
Ein Buch, das bewegt, berührt und mich begeistern konnte. Daher empfehle ich es sehr gern weiter. Man merkt, dass Herzblut, dass die Autorin hineingesetzt hat. Es ist einfach wundervoll geschrieben und gibt dem Leser sehr viel zurück, wenn man sich darauf einlässt. Fesselnd, emotional und bewegend.
Fazit:
Höhen und Tiefen, Ängste und Glücksgefühle, eine wundervolle Mischung, die für fesselnde und emotionale Unterhaltung sorgt.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Am Ende müsste die Geschichte anfangen
Kim Jiyoung, geboren 1982 von Nam-joo Cho
Kim Jiyoungs Geschichte steht beispielhaft für das Leben der Frauen in Südkorea. Es geht um die systematische Unterdrückung und Misshandlung der Frauen, eine permanente Angstkultur und überhohe Anforderungen.
Jiyoungs unklare psychiatrische Symptome nach der Geburt des Kindes bilden den Ausgangspunkt der Geschichte, ab dem aus Sicht eines Psychiaters in die Vergangenheit zurück erzählt wird.
Leider bleibt es auch bei dem Rückblick, sodass der Aufhänger, die ungewöhnlichen Symptome, keinen Raum mehr bekommt. Die Frage ist, wie geht es weiter mit Jiyoung? Was machen sie und ihr Umfeld daraus? Gibt es einen Lernprozess?
Doch auch der Rückblick hat was für sich. Die Erzählung ist umso spektakulärer, weil sie stellvertretend für jedes Frauenleben in Südkorea stehen soll. Doch ist das alles so allgemeingültig? Und wie gehen andere Frauen damit um? Es entstehen viele Fragen, die offen bleiben. Die Geschichte regt an, die Ungerechtigkeit macht wütend. Trotz dem nüchternen und distanzierten Bericht des Psychiaters birgt die Erzählung viel Raum für Emotionalität, vielleicht auch, weil Jiyoung ihre Gefühle selbst so wenig spürt und auslebt.
Die Einschätzung des Psychiaters am Ende wirkt unklar, kein Wunder bei diesen unrealistischen Symptomen. Wäre es eine dissoziative Störung, wären es abgespaltene Anteile ihrer selbst, dann würde sie aber nicht plötzlich ihre Mutter oder ihre Freundin sein und Dinge wissen können, die nur diese wussten. Unrealistisch! So erscheint es eher als erzählerisches Mittel, um zu verdeutlichen, dass Jiyoungs Geschichte eine von vielen ist und in ihr die gesamte Ungerechtigkeit angelegt ist. Nach dem Motto: erzählt man von einem Leben, kennt man alle.
Fazit: Sehr bewegende, nüchterne Erzählung über Benachteiligungen von Frauen in Südkorea, mit unrealistischen Anteilen und einem unbefriedigenden Ende.











