Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Rasanter Fall mit Anwalt in einer Wohnzimmerkanzlei
Pirlo - Gegen alle Regeln von Ingo Bott
Endlich mal ein rasanter Krimi, der auf mehreren Ebenen überzeugt hat. Mir hat das Lesen richtig Spaß gemacht, denn Pirlo vereint interessante Gegensätze und schlägt sich auf hohem Niveau durch ein Leben und einen Fall, der nicht ganz konventionell ist. Anton Pirlo ist erfolgreicher Strafverteidiger, raus aus einer Kanzlei durch Mobbing und muss nun schauen wie er weiter macht und eröffnet kurzerhand seine „Wohnzimmerkanzlei“ in der er mit der jungen Anwältin Sophie Mahler den Fall einer angeblichen Mörderin übernimmt.
Die beiden Anwälte sind von ihrer Unschuld überzeugt, aber da gibt es dann noch eine Verflechtung mit Pirlos Familie…. Das Anwaltsduo findet so einiges nach und nach heraus.
Spannend zu diesem Krimi ist zu wissen, dass der Autor Dr. Ingo Bott viel mit Pirlo gemeinsam hat, es aber nicht ist. Denn Bott ist auch Anwalt, lebt auch in Düsseldorf, hat auch eine Wohnzimmerkanzlei gegründet und ist einer der erfolgreichsten Anwälte Deutschlands und nun auch noch Autor mit diesem Serienauftakt „Pirlo – Gegen alle Regeln“.
Mir hat der erste Fall für den Strafverteidiger wirklich gut gefallen, denn die Prozessführung ist ein starkes Element in diesem Buch und somit ein Justizkrimi. Auch merkt man, dass der Autor hier viel aus seiner primären Profession als Wissensquelle zieht und einbaut. Das schätze ich sehr. Ach, und wer den Handlungsort Düsseldorf gut kennt, hat sicherlich auch seine Freude am Lesen!
Fazit: Schauen wir mal was Pirlo als nächstes für einen Fall an Land zieht und den sicherlich wieder mit Sophie Mahler löst!
PS: Ich frag mich ob die optische Ähnlichkeit zwischen Autor, Titel und dem italienischen Fußballspieler/-trainer Andrea Pirlo beabsichtigt ist…
Rezensionen von C. P.:
Aufregend, spannend und voller Überraschungen
Flüsterwald - Durch das Portal der Zeit von Andreas Suchanek
Sehnsüchtigst erwartet und sofort im Abenteuer versunken: In Band 3 der Flüsterwald-Reihe reisen die Kinder Lukas und Ella gemeinsam mit Elfe Felicitas, Beschützerkatze Punchy und Menok Rani in die Vergangenheit der Stadt Winterstein zu einer früheren Ausgabe von Ellas Großvater, Professor Archibald von Thun.
Nur durch dessen Blut können sie den Entdecker des Flüsterpulvers in der Gegenwart aus dem Baumgefängnis befreien. Natürlich läuft von vorn bis hinten alles anders als geplant. Diesmal ist es aber nicht Felicitas‘ Schuld - Ehrenwort!
Auch der dritte Band steckt voller Abenteuer, spannender und lustiger Szenen und jeder Menge Überraschungen. Neben neuen magischen Details und Wesen darf diesmal auch der Dunkle Magier ein wenig mitmischen und lädt zum Spekulieren ein, wer wohl hinter dem gefährlichen Feind des Flüsterwaldes stecken könnte. Auch erfährt man ein Geheimnis um Felicitas, welches sie selbst noch nicht wusste. Und Rani darf wieder ein wenig ganz aus seiner Perspektive erzählen, in der er natürlich der absolute Oberheld ist. Schmunzler sind da garantiert.
Ein gelungener dritter Band eines fantastischen Abenteuers, wieder mit vielen liebevollen Details, Überraschungen, Action und Humor. Die Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels machen das Buch auch optisch wieder zu einem Highlight. Absolute Leseempfehlung, kann ich euch flüstern.
Rezensionen von C. P.:
Fängt stark an, lässt stark nach
Der dunkle Schwarm von Marie Graßhoff
Programmiererin Atlas alias Oracle verdient sich im Jahr 2100 illegal ein wenig Geld durch den Diebstahl und Verkauf von Erinnerungen dazu, bevorzugt Industriespionage. Eine Besonderheit ihres Mindchip-Implantats macht es möglich, dass sie mehr Zugriffsmöglichkeiten in den Hives, so eine Art Gedanken-Gruppenchats, hat als normalerweise üblich.
An ihrer Seite arbeitet Julien, ein ehemaliger Kampfandroide und für Atlas Beschützer und Familie in einem. Ihr neuester Auftrag stellt jedoch alle bisherigen Aufträge in den Schatten: Noah bittet sie, den Mord an seiner Schwester aufzuklären, welche bei einem Anschlag auf einen gesamten Hive getötet wurde. Zufall? Ökoterrorismus? Oder steckt einer der Großkonzerne dahinter?
Was zunächst wie ein Kriminalfalll in einer dystopischen Zukunft wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem gesellschaftskritischen Science-Fiction-Thriller. Der Erdball ist ausgebeutet und mit 11 Milliarden Menschen restlos überbevölkert, die Schere zwischen arm und reich klafft weit auseinander. Echte Lebensmittel und schulische Bildung sind den Reichen vorbehalten, während in den unteren Bereichen der Megacities im ewigen Schatten die Armen ums Überleben kämpfen. Eine Vereinigung names „The Cell“ macht im Kampf für die Umwelt seit langem radikal Stimmung gegen die Konzerne. Zudem lassen sich einige interessante Zukunftstechnologien im Roman entdecken.
Atlas mogelt sich in dieser Welt durch - woher sie ihre aussergewöhnlichen Fähigkeiten hat, weiß sie nicht. Als Charakter ist sie eine durchaus interessante Figur: Tough, intelligent, aber leider auch recht distanziert und einsam. Zwar entwickelt sie sich im Laufe des Romans weiter, allerdings wird dies enttäuschenderweise nur erwähnt, statt diese Charakterentwicklungen richtig miterleben zu können. Ebenso missfiel mir, dass sie mit der Zeit „from zero to hero“-Eigenschaften entwickelte, ihre Fähigkeiten auf unerklärliche Weise passend zur Handlung immer umfangreicher wurden, bis es ab einem gewissen Punkt auf mich nur noch unglaubwürdig wirkte. Neben der angedeuteten Gesellschaftskritik vermisste ich eine ethische Auseinandersetzung mit den Androiden, die mal dem Menschen gleichgestellt wirkten, dann aber plötzlich nur wie „Dinge“ behandelt wurden. Das blieb im Roman leider genauso undeutlich wie das Setting selbst, welches ich mir anhand einiger eingeworfener Details doch größtenteils selbst zurechtfantasieren musste. Hintergründe zur Entwicklung der ADICs (wofür steht diese Abkürzung?), der implantierten Hive-Chips, finden sich leider auch nicht im Buch. Der Spannungsbogen, welcher zunächst vielversprechend aussah, nahm zum Ende hin leider auch rapide ab, da es statt überraschender Twists nur noch eine vorhersehbare, gradlinige Handlung ohne viel Tiefgang gab.
Auch wenn die Idee faszinierend ist, hat mich doch der diesmal recht detailarme Stil nicht überzeugen können. Zuviel blieb oberflächlich oder wurde nicht ausreichend erläutert, manches driftete zum Ende hin in den Superlativ ab, blieb oberflächlich und vorhersehbar. Gelungene SF war das leider nicht, sorry.
Rezensionen von C. P.:
Aussergewöhnliches Eiszeit-Abenteuer mit wunderschönen Illustrationen
Die Legende von Frostherz 1. Die Reise beginnt von Jamie Littler
In einem Land nach unserer Zeit: Die Welt ist bedeckt von ewigem Eis und Schnee, selbst im Sommer. Unter der Schneedecke verborgen liegen nicht nur die Erfindungen früherer Völker, sondern auch gefährliche Monster, Leviathane, welche Jagd auf Mensch und Tier machen. In einem kleinen Dorf hoch im Norden wohnt der kleine Junge Ash.
Als herauskommt, dass er die verbotene Magie des Klangwebens beherrscht, wird er zusammen mit Jäger Tobu verbannt, einem Yeti, der den kleinen Ash um alles in der Welt beschützen will. Zusammen mit der Crew des Eisschiffs Frostherz erleben sie fortan gefährliche Abenteuer.
Inhaltlich sowie optisch ein absolutes Lese-Highlight! Neben einer umfangreichen Karte der Welt beinhaltet das Buch unzählige Illustrationen rund um die Abenteuer von Ash, Tobu und der Crew der Frostherz. Neben Menschen und Yetis gibt es noch Charaktere, die an Walrosse und Polarfüchse erinnern. Durch seine besondere Magie sind Ash gegenüber einige Leute feindlich gesinnt, während er in der aufgeweckten und mutigen Lunah eine neue beste Freundin findet. Und auch mit dem wortkargen Yeti Tobu muss Ash sich erstmal zusammenraufen, die beiden sind doch sehr verschieden. Hervorragend ist der Zusammenhalt der Schiffscrew dargestellt, selbst in gefährlichsten Situationen halten alle zusammen und sind füreinander da. Zudem sind die beiden Kinder Ash und Lunah so gestaltet, dass die jungen Leser sich problemlos mit ihnen identifizieren können.
Eine aussergewöhnliche, frostige Welt mit magischen Elementen und faszinierenden Charakteren, die gemeinsam höchst spannende Abenteuer erleben.
Rezensionen von C. P.:
Ermittler wird Opfer eines perfiden Spiels
Die Verlorenen von Simon Beckett
Mit „Die Verlorenen“ bietet Simon Beckett einen neuen Ermittler: Jonah Colley, Mitglied einer Spezialeinheit der Londoner Polizei. Eben noch hat Jonah sich einen gemütlichen Abend mit seinen Kollegen gegönnt, als ihn sein ehemals bester Freund nach zehn Jahren überraschend anruft und ihn um ein nächtliches Treffen bittet.
Dort angekommen, findet Noah seinen Freund jedoch nur noch tot vor, neben ihm drei weitere Mordopfer. Bevor er Verstärkung rufen kann, wird er selbst aufs Übelste angegriffen, überlebt nur schwerverletzt. Nach seinem Erwachen gehen die Probleme jedoch erst richtig los, als er erfährt, dass ein gewisser Owen Stokes ins Visier der Ermittler geraten ist - ebendieser wurde vor zehn Jahren verdächtigt, Jonahs Sohn entführt zu haben, der nie gefunden wurde. Obwohl die Beweise damals gegen Owen Stokes sprachen, kochen die Erinnerungen in Jonah erneut hoch. Regelrecht auf Stokes fixiert ermittelt Jonah von nun an auf eigene Faust - bis plötzlich die Indizien gegen ihn selbst sprechen.
Tatsächlich entwickelt sich der Roman nach und nach in ein perfides Katz- und Maus-Spiel, welches sowohl für Jonah wie auch für den Leser undurchsichtig bleibt und zuletzt für eine unvorhersehbare Überraschung sorgt. Jonahs Selbstvorwürfe der Mitschuld am Verschwinden seines Sohnes spielen eine nicht unwichtige Rolle, sorgen jedoch leider dafür, dass er während seiner Ermittlungen einen Anfängerfehler macht, der mich beim Lesen arg störte: Statt Indizien zu sammeln und daraus Schlüsse zu ziehen, hat Jonah den Schuldigen für sich bereits längst gekennzeichnet und interpretiert sämtliche Geschehnisse so, dass sie seinen Verdacht bestätigen. Wobei der reguläre Ermittler in dem Fall auch gerne hier und da voreilige Schlüsse zieht.
Der Fall selbst ist wohldurchdacht und komplex gestaltet, so dass der Roman bis zum Schluss spannend bleibt. Schade ist, dass Jonah Colley sowie der offizielle Ermittler nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiten und beide zu vorschnellen Schlüssen neigen. Dennoch ein gelungener Start in eine neue Ermittler-Reihe.
Rezensionen von C. P.:
Eiskalte Leichen und Zimtgebäck
Eis. Kalt. Tot. von Anne Nordby
Bei -15°C wird in Kopenhagen eine kopflose Leiche aus dem Wasser gefischt. Weitere bizarr arrangierte Opfer folgen. Eine große Herausforderung für die Kollegen von der Mordkommission, ein gefundenes Fressen für die Presse. Dank der Hilfe der Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ergibt sich schon bald eine erste Spur.
Ein hervorragender Nordic-Noir-Thriller. Nicht nur die Temperaturen laden beim Lesen zum Frösteln ein, sondern auch die Art und Weise, wie die Opfer der Mordserie arrangiert werden. Getragen wird der Roman primär von drei Hauptcharakteren, wobei auch die Täterseite ein paar Seiten abbekommt. Kommissarin Kirsten Vinther als Leiterin der Ermittlergruppe ist intelligent und zielstrebig, steht allerdings auch ziemlich unter Druck, Erfolge zu liefern. Jesper Bæk als Neuling in Kopenhagen muss sich zunächst noch etwas einleben und obwohl er einiges auf dem Kasten hat, stört sich Kirsten Vinther daran, ihn nicht komplett durchschauen zu können, was zu einigem Misstrauen zwischen den beiden führt. Meine Favoritin Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen bringt nicht nur dank ihrer aussergewöhnlichen Fähigkeiten viel Spannung in den Roman. Neben ihrer direkten Art sind es vor allem ihre Hintergründe sowie ihre frühere Kindheit in Grönland, welche den Thriller abwechslungsreich gestalten und gewissermaßen zielführend in dem Fall sind.
Die Atmosphäre sämtlicher Szenen wurde mithilfe der passenden Details von der Autorin gut dargestellt, selbst das typische Zimtgebäck bei den Teambesprechungen durfte da nicht fehlen. Die Charaktere sind vielschichtig gestaltet, der Kriminalfall höchst komplex und bis zum Schluss undurchsichtig. Ein Thriller, der eiskalte Spannung bis zur letzten Seite bietet!
Rezensionen von petris:
Das Gute im Menschen
Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte
Martin ist 11 Jahre alt und hat ein schweres Leben hinter sich. Er besitzt nichts, er hat niemanden, der sich um ihn kümmert, nur sein schwarzer Hahn steht ihm zur Seite, wärmt ihn, hört ihm zu und spricht mit ihm. In einer Wahnsinnstat hat sein Vater die ganze Familie ermordet, nur Martin hat überlebt.
Seither ist er dem Dorf unheimlich, denn trotz der schweren Geschichte ist er ein guter Mensch, immer freundlich. Und klug noch dazu. Täglich führt er ihnen alleine durch seine Existenz vor Augen, dass sie ihn alleine gelassen haben, dass sie nicht für ihn da waren, dass niemand bereit war, ihn aufzunehmen. Als eines Tages ein Maler ins Dorf kommt, weiß Martin nur eines: Er wird mit ihm gehen. Und er wird sich auf die Suche machen nach dem Geheimnis der verschwundenen Kinder, die jedes Jahr von dunklen Reitern entführt werden. Und er wird wiederkommen, um Franzi zu holen, die zweite gute Seele in seinem Dorf.
Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, auf der Martin die Abgründe der Menschen noch besser kennenlernen wird. Immer an seiner Seite – der Hahn.
Dieser Roman ist sehr ungewöhnlich, er spielt in einer nicht genau benannten Gegend in einer alten Zeit vor der Industrialisierung, man würde die Geschichte wohl im Mittelalter einordnen. Doch mit der Zeit nimmt die Geschichte immer märchenhaftere Züge an, der Hahn spricht wirklich, nicht nur in Martins Vorstellung, die Kinder werden von einer bösen, alten Fürstin entführt, gleich der Hexe oder bösen Stiefmutter im Märchen. Und die Figuren (bis auf einige wenige) sind entweder böse oder gut. Wobei das Böse eindeutig im Vordergrund steht.
Mich hat das irritiert, weil für mich nicht ganz klar war, was der Roman eigentlich sein will – Märchen? Oder doch eine Schilderung der „alten Zeiten“? Eine Gleichnis über das Gute und Böse? Für mich hat sich das bis zum Schluss nicht ganz geklärt. Auch sprachlich glitt es dafür manchmal zu sehr in modernes Deutsch ab. Zudem erinnerte mich der Roman sehr an „Halbbart“ von Charles Lewinsky, den ich sowohl sprachlich als auch inhaltlich wesentlich dichter, vielschichtiger und besser fand.
Auf alle Fälle ist „Junge mit schwarzem Hahn“ ein ungewöhnlicher, gut geschriebener Roman, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Zur vollen Sterneanzahl hat es allerdings nicht gereicht.
Rezensionen von Petra Gruber:
Das Gute im Menschen
Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte
Martin ist 11 Jahre alt und hat ein schweres Leben hinter sich. Er besitzt nichts, er hat niemanden, der sich um ihn kümmert, nur sein schwarzer Hahn steht ihm zur Seite, wärmt ihn, hört ihm zu und spricht mit ihm. In einer Wahnsinnstat hat sein Vater die ganze Familie ermordet, nur Martin hat überlebt.
Seither ist er dem Dorf unheimlich, denn trotz der schweren Geschichte ist er ein guter Mensch, immer freundlich. Und klug noch dazu. Täglich führt er ihnen alleine durch seine Existenz vor Augen, dass sie ihn alleine gelassen haben, dass sie nicht für ihn da waren, dass niemand bereit war, ihn aufzunehmen. Als eines Tages ein Maler ins Dorf kommt, weiß Martin nur eines: Er wird mit ihm gehen. Und er wird sich auf die Suche machen nach dem Geheimnis der verschwundenen Kinder, die jedes Jahr von dunklen Reitern entführt werden. Und er wird wiederkommen, um Franzi zu holen, die zweite gute Seele in seinem Dorf.
Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, auf der Martin die Abgründe der Menschen noch besser kennenlernen wird. Immer an seiner Seite – der Hahn.
Dieser Roman ist sehr ungewöhnlich, er spielt in einer nicht genau benannten Gegend in einer alten Zeit vor der Industrialisierung, man würde die Geschichte wohl im Mittelalter einordnen. Doch mit der Zeit nimmt die Geschichte immer märchenhaftere Züge an, der Hahn spricht wirklich, nicht nur in Martins Vorstellung, die Kinder werden von einer bösen, alten Fürstin entführt, gleich der Hexe oder bösen Stiefmutter im Märchen. Und die Figuren (bis auf einige wenige) sind entweder böse oder gut. Wobei das Böse eindeutig im Vordergrund steht.
Mich hat das irritiert, weil für mich nicht ganz klar war, was der Roman eigentlich sein will – Märchen? Oder doch eine Schilderung der „alten Zeiten“? Eine Gleichnis über das Gute und Böse? Für mich hat sich das bis zum Schluss nicht ganz geklärt. Auch sprachlich glitt es dafür manchmal zu sehr in modernes Deutsch ab. Zudem erinnerte mich der Roman sehr an „Halbbart“ von Charles Lewinsky, den ich sowohl sprachlich als auch inhaltlich wesentlich dichter, vielschichtiger und besser fand.
Auf alle Fälle ist „Junge mit schwarzem Hahn“ ein ungewöhnlicher, gut geschriebener Roman, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Zur vollen Sterneanzahl hat es allerdings nicht gereicht.
Rezensionen von brauneye29:
Gib niemals auf
Die Heimkehr der Störche von Theresia Graw
Zum Inhalt:
Dora ist nach der Vertreibung aus Ostpreußen in der Lüneburger Heide gelandet. Sie träumt davon Tierärztin zu werden, statt ständig mit der Bäuerin aneinander zu geraten. Es gelingt ihr tatsächlich einen Studienplatz in Berlin zu ergattern, dort erfährt sie auch, dass Curt noch lebt aber im Gefängnis ist.
Sie setzt alles daran, ihn frei zu bekommen, gerät aber in die Unruhen von 1953 und muss fliehen. Wird sie Curt je wiedersehen?
Meine Meinung:
Mir hatte ja der erste Teil schon richtig gut gefallen, doch dieser Teil ist noch um Längen besser. Besonders die ganzen Ereignisse im Osten, das Unterdrucksetzen, die ganzen Verhältnisse, fand ich ungeheuer interessant erzählt. Klar ist es ein Roman, aber es ist so vorstellbar, dass es so war. Auch die Unruhen von 1953 waren sehr gut beschrieben. Das Buch, dass nun wirklich einiges an Seiten zu bieten hat, war in knapp zwei Tagen gelesen, weil es so spannend und gut geschrieben war.
Fazit:
Gib niemals auf
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Einen Versuch ist es wert! Tolles Buch-Geschenk
Ich hätte da was für Sie von Vera Cordes
Vera Cordes liebt es, Tipps und Empfehlungen zum Thema Gesundheit weiterzugeben. Zum Glück hat sie, dank des familiären Zuspruchs, beschlossen, ein paar davon in einem Buch zu sammeln; denn wahrscheinlich kennt nicht jeder die Sendung Visite im NDR Fernsehen, die sie seit 1998 moderiert. Aus dieser Erfahrung hat sie ihre erprobten Favoriten zusammengetragen, die „in der Regel auf Studien beruhen“ und neuste „Do-it-yourself-Medizin ohne Risiko, aber mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit“ bieten.
Ein höhst unterhaltsames Buch, dass durch eine bunte und ansprechende Aufmachung besticht, den locker leichten Schreibstil und die motivierenden Ratschläge, die meistens leicht umzusetzen sind. Vera Cordes hat dieTipps alle selbst ausprobiert bzw. wendet sie regelmäßig an, und diese authentische Leidenschaft, anderen diese hilfreichen Empfehlungen nicht vorzuenthalten, macht Lust, es wirklich einfach mal auszuprobieren. Insgesamt zweiundzwanzig Tipps, mit vielen separaten Empfehlungen, zu umfassenden körperlichen und geistigen Gesundheit, um sowohl akute Beschwerde zu behandeln, als auch vorzubeugen. Besonders gefallen hat mir, dass einiges dabei war, was ich noch nicht wusste. Selbst, wenn’s mal nicht viel Neues zu erfahren gab, habe ich die Kapitel gern gelesen und so mein Wissen aufgefrischt. Jedenfalls hat mich die Lektüre in vielen Bereichen inspiriert. Meinen Tipp-Favoriten habe ich bereits angewandt und war nach kurzer Zeit über erste Erfolge ganz überrascht. Offenbar lohnt sich ein Versuch, auch wenn man erstmal skeptisch ist. Ich wünschte, das hätte ich früher gewusst. Alles, was einem nicht behagt, lässt man einfach sein; wenn nur ein paar Tipps dabei sind, die helfen, hat sich das Buch doch schon gelohnt!
Mit „Ich hätte da was für sie“ schreibt Vera Cordes auch über ein optimistischen Lebensgefühl, die Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, um das Leben aktiv zu gestalten und dient auch als Vorbild dafür, dass man in jedem Alter mit wenig Aufwand etwas tun kann. Der richtige Ratgeber zur richtigen Zeit. Wer wissen möchte, was an kalten Kartoffeln so toll ist, wie man den Blutdruck senken kann und was eine Winterjacke mit braunem Fett zutun hat, sollte dieses Buch lesen.
Ich habe jetzt schon einige Freunde, die es sich unbedingt ausleihen wollen und schon einige Tipps weitergegeben. Vorher war ich skeptisch, aber jetzt kann ich das Buch ehrlich weiterempfehlen.










