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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Dana:

tolles Kinderbuch, super gesprochen, fröhlich, witzig und trotzdem mit wichtigen Umweltthemen

Tschakka! – Huhn voraus von Mara Andeck

Die Ferien stehen kurz bevor und eigentlich wollte Tabea mit ihrer Familie in ein Ferienhaus fahren, wie die Jahre zuvor. Doch aus daraus wird nichts, daher muss ein neuer Plan her und nachdem die Zehnjährige mit ihren ersten Wünschen nicht so erfolgreich war, wünscht sie sich Freiheit! Die möchte in ihrem Heimatort mit ihrem besten Freund kleine Abenteuer erleben und ganz nebenbei die Welt retten.

Ein ambitionierter Wunsch aber den beiden Schülern ist natürlich klar, dass sie nicht in einem Sommer die gesamte Welt retten können, deswegen fangen sie klein an, mit einem entlaufenden Huhn und reichlich Müll, der achtlos in der Gegend rumliegt…

Dieses Hörbuch hat so unglaublich viel Spaß gemacht! Die Sprecherin liest einfach grandios und hat Tabea und auch die anderen aus der Familie, sowie Schulfreund Einstein sehr lebendig werden lassen. Ich konnte mir die Zehnjährige mit all ihren unterschiedlichen Gefühlslagen sehr gut vorstellen und mochte besonders, wie gut die Stimmungen transportiert wurden. Genervt, frustriert, erfreut, aufgeregt, zufrieden – die Bandbreite bei der Schülerin ist groß, schließlich gibt ihre Umgebung ihr immer wieder neuen Anlass irgendwas zu denken und zu fühlen. Auf mich wirkte es sehr authentisch und passend, wie Autorin Mara Andeck die Protagonistin agieren lässt. Tabea kann und will natürlich noch nicht alles so durchdenken, wie ein Erwachsener, das heißt aber eben auch, dass sie nicht alles so zerdenkt und manchmal auch einfach macht oder ausprobiert, erlebt, Erfahrungen sammelt und sich über Dinge freut, die andere so vielleicht schon nicht mehr wahrnehmen. Sie clever und hartnäckig, wenn sie weiß, dass sie noch eine Chance hat, versucht sie Situationen zu ihrem Vorteil zu nutzen, sie kennt ihre Familie aber auch gut genug, um zu wissen, wenn es nicht mehr viel bringt oder ein neuer Plan her muss. Mit vielen von Tabeas Gedanken wird sich die Zielgruppe der Geschichte bestimmt gut identifizieren können, denn selbst für mich als Erwachsene gab es immer wieder Momente, in denen ich dachte „oh ja, als Kind sieht man das eben so“. ???? Man kann immer wieder Schmunzeln und lachen, es macht einfach Spaß Tabea zu begleiten und sie und ihre Familie besser kennen zu lernen.
Bei ihrem Abenteuer mit Freund Einstein machen die beiden auch mal Dinge, die man vielleicht nicht unbedingt machen sollte, das wird in der Handlung aus meiner Sicht aber gut thematisiert, so dass es klar wird, warum sie es machen und was ihre Gedanken dazu sind. Ihre Absichten sind stets gut, auch wenn nicht immer alles so klappt, wie erhofft. Erfolg und Misserfolg gehört zum Großwerden eben mit dazu.
Schön in die Handlung eingebunden fand ich auch umweltbezogene Themen, die immer wieder auftauchen. So sensibilisiert die temporeiche Geschichte gleichzeitig noch für Umweltschutz und ökologischeres Denken, nicht einfach Dinge achtlos wegzuwerfen und solche Aspekte. Trotz dieser wichtigen Thematik ist die Geschichte locker-leicht und hat eine positive und fröhliche Grundstimmung, selbst wenn Tabea zwischendurch eben auch mal etwas niedergeschlagen ist. Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, schwierigere Ausdrücke werden erklärt, damit die jungen Leser oder Zuhörer wissen, was damit gemeint ist oder worum es geht. Ich habe mir auch die Leseprobe mal angesehen und war davon ebenfalls begeistert. Das Buch ist unglaublich toll gestaltet und illustriert, es gibt auf den unterschiedlichen Seiten viel zu entdecken. Sowohl die Gefühlsäußerungen, als auch im Text enthaltene Elemente sind schön hervorgehoben oder in kleinen Zeichnungen dargestellt. Dadurch wird es noch lebendiger und anschaulicher und ich kann mir gut vorstellen, dass auch das Lesen richtig viel Freude machen wird. Nachdem ich gesehen habe, was da auf den Seiten alles los ist, wie die Illustrationen und extra geschriebenen Worte die Handlung unterstützen und beeinflussen bzw. direkt dazu gehören, finde ich es noch beeindruckender, wie Monika Oschek das Buch gelesen hat, weil die Unterstützung durch die Bilder und Grafiken hier ja fehlt. Trotzdem ist die Handlung sehr lebhaft, detailliert und anschaulich bei mir angekommen und ich fühlte mich gut mitgenommen und unterhalten. Einige der Beschriftungen von den Zeichnungen werden auch mit vorgelesen, da diese für den Fortgang der Geschichte wichtig sind und man die Inhalte von den Listen oder die Beschreibungen der Personen eben benötigt, auch wenn man die Bilder nicht sehen kann. Trotzdem wirkte es sehr harmonisch und toll in den Lesefluss eingebunden.
Fazit

Ein tolles, facettenreiches Kinderbuch in dem Tabea und ihr Schulfreund kleine Abenteuer erleben und dabei ein Stückchen Welt retten. Toll fand ich die Mischung aus Familienmomenten und eigenständigen Erlebnissen, gepaart mit den umweltbezogenen Themen, die an unterschiedlichen Stellen eingeflochten werden. Es ist eine fröhliche, temporeiche Geschichte in der immer etwas los ist. Tabea wirkte für mich sehr authentisch und auch wenn sie die meiste Zeit gut gelaunt, neugierig und aktiv ist, gibt es eben auch Situationen, in denen ihre Stimmung gedämpft wird, sie nachdenklich oder frustriert ist. das Hörbuch ist super toll gelesen, aber auch die Leseprobe vom Buch macht einen klasse Eindruck mit all den Illustrationen und hervorgehobenen Wörtern.

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Rezensionen von Dana:

solider Thriller mit kleinen Schwächen

Die Verlorenen Jonah Colley von Simon Beckett

Seitdem Jonahs Sohn Theo verschwunden ist, ist für ihn nichts mehr, wie es einmal war. Obwohl inzwischen zehn Jahre vergangen sind, beschäftigen ihn die schlimmen Ereignisse, die Ungewissheit nagt an ihm und die Schuldgefühle sind sein ewiger Begleiter. Etwa genauso lange hat der Ermittler einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei keinen Kontakt mehr zu seinem ehemaligen besten Freund.

Als dieser sich überraschend bei ihm meldet, gibt es für Jonah keinen Zweifel: er kommt der Bitte von Gavin nach und begibt sich zu dem ausgemachten Treffpunkt. Was ihn dort jedoch erwartet, wird sein Leben erneut auf den Kopf stellen…

Der Großteil des Buches spielt in der Gegenwart, zwischendurch gibt es jedoch auch Rückblicke in die Vergangenheit, die dazu dienen, einige Zusammenhänge herzustellen und zu zeigen, welche Geschehnisse die Charaktere geprägt haben, welche Verbindungen und Verknüpfungen es zwischen ihnen und auch einigen der Ereignisse gibt oder geben könnte. Dadurch bekommt man vor allem zu Jonah noch einen intensiveren Bezug und versteht, welche Dinge vorgefallen sind, die ihn auch nach zehn Jahren noch nicht loslassen. Aber auch einige der anderen Personen spielten in der Vergangenheit bereits eine Rolle. Die meiste Zeit begleitet man den Protagonisten Jonah Colley, um den sich das Hauptgeschehen rankt. Perspektivwechsel ermöglichen es jedoch auch, einige andere Einblicke zu bekommen, an denen der Polizist nicht beteiligt ist.

Im Verlauf der Geschichte setzen sich Stück für Stück die Hinweise und Beweise zusammen, die am Ende dann zur Auflösung des verstrickten Falles führen. Durch einige Ungereimtheiten, Möglichkeiten und fehlende logische Erklärungen rückt auch Jonah immer wieder selbst in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Jonah selbst hält sich allerdings auch nicht immer an die Vorschriften und Regeln, was es für die anderen Polizisten nicht leicht macht, mit ihm zu arbeiten und zu wissen, inwieweit sie ihm vertrauen und glauben können. Für Jonah steht dadurch schnell mehr auf dem Spiel, als er zu Beginn erwartet hätte.
Insgesamt gesehen war der Stil von Simon Beckett angenehm zu verfolgen. Es gab einige Überraschungen und Offenbarungen im Laufe des Buches, andere Dinge kamen jedoch nicht unbedingt unerwartet. Das Tempo innerhalb der Geschichte war unterschiedlich. Einige Passagen waren sehr turbulent und temporeich, die Ereignisse überschlugen sich, es wurde teilweise ziemlich brutal und blutig. In anderen Abschnitten war es deutlich ruhiger und man hatte das Gefühl, es geht nicht so ganz voran, auch wenn einige Ermittlungen und Recherchen natürlich auch einfach Zeit benötigen. Zusätzlich ausgebremst wurde Jonah durch seine schwere Verletzung, die ihn für meinen Geschmack manchmal jedoch eigentlich noch zu wenig beeinflusst hat, wenn man bedenkt, was er immer wieder und immer wieder einstecken musste. Trotzdem war es insgesamt auf jeden Fall interessant Colley zu begleiten, auch wenn er als Beteiligter die Ermittlungen nicht offiziell führt. Je nachdem auf wen er getroffen ist, hat sich dann auch sein Verhalten geändert und man hat hin und wieder auch ein paar privatere Einblicke bekommen. Viele der anderen Charaktere sind eher blass geblieben, was in einem Thriller allerdings auch nicht komplett ungewöhnlich ist. Von Kommissar Fletcher, der die Aufklärung des Falles leitet, bekommt man hingegen einen recht genauen Eindruck: er ist ein absolutes Ekelpaket, für den ich keine Sympathie entwickeln konnte, aber vermutlich soll man das auch nicht.
Manche der Gespräche haben mir richtig gut gefallen, es gab auch hin und wieder schlagfertige Auseinandersetzungen, sehr deutliche Worte und dadurch in die Enge getriebene Figuren auf unterschiedlichen Seiten. Leider waren andere Dialoge dagegen etwas platt und mir zu nichtssagend. Ich kann noch gar nicht mal genau sagen, ob das jetzt nur inhaltlich war oder ob es daran lag, dass mir kleinere Passagen zu emotionslos gelesen waren. Teilweise kam für mich die Stimmung nicht besonders intensiv rüber, ich konnte mich nicht so richtig einfinden und einfühlen und dadurch ist die Atmosphäre zwischenzeitlich auf der Strecke geblieben. Das war nicht dauerhaft der Fall und an sich hat mir die Klangfarbe des Sprechers auch gut gefallen. Die Stimme passte für mich zu dem Protagonisten und durch Anpassungen in der Tonlage, dem Sprechtempo und der Betonung waren die unterschiedlichen Personen gut voneinander zu unterscheiden. Es hätte jedoch einfach noch düsterer, bedrückender und bedrohlicher an der einen oder anderen Stelle sein können, da ich den Eindruck hatte, dass der Text das eben durchaus hergibt und man es beim selbstlesen vielleicht auch anders empfunden hätte. Ich würde daher sagen, für mich ist bei der Hörbuchumsetzung in einigen Abschnitten ein bisschen Atmosphäre auf der Strecke geblieben, auch wenn mir andere Passagen wiederrum gut gefallen haben.
Fazit

Insgesamt gesehen war es kein schlechter Thriller. Es gab spannende und turbulente Passagen, auch blutige und brutale Momente, Verstrickungen und Überraschungen, auch wenn nicht jede Wendung völlig aus dem Nichts kam. Für Jonah Colley wurde es zu einem ziemlich persönlichen Fall, der ihn auf unterschiedliche Art und Weise gefordert und an seine Grenzen gebracht hat. Vielleicht lag es an der Kürzung im Hörbuch, vielleicht auch an der Handlung selbst, an einigen Stellen wirkte es für mich nicht hundertprozentig stimmig und rund und leider sind für mich in manchen Dialogen, aber teilweise auch in anderen, kleineren Szenen die Emotionen und die unheimliche Atmosphäre etwas auf der Strecke geblieben.

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Rezensionen von KimVi:

Trifft mitten ins Herz

A Reason To Stay (Intensive New-Adult-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) (Liverpool-Reihe 1) von Jennifer Benkau

Ihr altes Leben hat Billy fluchtartig hinter sich gelassen. In Liverpool wagt sie einen Neuanfang. Mittlerweile hat sie eine Unterkunft, eine Freundin und einen Job gefunden. Nun setzt sie alles daran, ihren Traum, von einem Job im Museum, zu verwirklichen. Durch Zufall lernt sie Cedric kennen. Er sieht gut aus, ist witzig und scheint an ihr interessiert zu sein.

Doch dann sind da noch die Gerüchte, dass Cedric keine Beziehungen eingeht, sondern nur eine Nacht mit einer Frau verbringt. Cedric steht dazu und sagt Billy offen, dass dieses Gerücht stimmt. Er nennt ihr seine Gründe, dennoch scheint es so, als ob er Billy nicht widerstehen könnte. Doch auch Billy hat Probleme, über die sie allerdings nicht offen spricht..

Dieses Buch hat viel mehr zu bieten, als eine normale Liebesgeschichte. Denn es werden einige ernste Themen angesprochen. Das gelingt der Autorin allerdings auf einfühlsame Art und Weise, wodurch man sich mühelos auf die Charaktere und ihre Probleme einlassen kann. 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Jennifer Benkau beschreibt Handlungsorte und Charaktere so lebendig, dass man sich alles mühelos vorstellen kann. Trotz der ernsten Themen, ist die Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, nicht erdrückend.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Dadurch lernt man beide Hauptcharaktere näher kennen, erfährt, was sie bewegt und beobachtet, wie sie aufeinander wirken. Billy und Cedric wirken sehr sympathisch. Sie wachsen einem beim Lesen immer mehr ans Herz und die Wortgefechte, die sie sich zuweilen liefern, sorgen außerdem dafür, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt. Cedric steht zu seinen Problemen und macht kein Geheimnis daraus. Bei Billy sieht das anders aus, denn fast bis zum Schluss ist nicht klar, welche Probleme sie fluchtartig hinter sich gelassen hat. Diese holen sie schließlich doch noch ein und dann wird die Geschichte so spannend, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen mag.

Ein Roman, die viel mehr zu bieten hat, als eine normale Liebesgeschichte und dabei so einfühlsam geschrieben ist, dass er mitten ins Herz trifft. 

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Rezensionen von petris:

Der Restaurator als Fälscher

Rochade von Reinhard Tötschinger

Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, 2022, der junge Kanzler (Ähnlichkeiten mit dem tatsächlichen österreichischen Kanzler, sowie diverser anderer Persönlichkeiten sind gut gelungen!) hat viel erreicht. Medien, Gerichtbarkeit, Demonstrationsrecht sind noch weiter eingeschränkt, der Wille des Kanzlers ist Befehl.

Clemens Hartmann, Chefrestaurator im Kunsthistorischen Museum, bekommt das zu spüren. Der nach einem Attentat schwer beschädigte Vermeer „Die Malkunst“ soll in einer Rekordzeit restauriert werden, weil ihn der Kanzler in seinem Büro hängen haben will. Ähnlich wie ihn Hitler für sich beansprucht hatte. Doch Hartmann findet, dass das Gemälde der Allgemeinheit gehört, die Idee, eine Kopie für den Kanzler anzufertigen, wird jedoch abgelehnt. Soll er sich widersetzen? Die Kopie heimlich anfertigen? Wie soll das gehen? Doch auch sein Assistent findet diese Idee gut. Wird es gelingen? Werden sie sich trauen?
In seinem sehr spannenden, sehr schön erzählten Roman nimmt uns Tötschinger mit in die Welt der Kunst. Er spart nicht an Kritik an der Gesellschaft, an den politischen Tendenzen und an einer Welt, in der es nur um Optimierung und Zahlen geht. Doch das lässt er wie nebenher in seine Geschichte einfließen, ohne dass der Erzählfluss darunter leidet. Zwischendurch wird auch die Geschichte des Gemäldes erzählt und wir erfahren am Rande auch noch etwas über Naziraubkunst und Restitution. All diese Teile fügen sich zu einem schönen Roman voller Hintergrundwissen und lebendig gezeichneten Charakteren.
Mich hat „Rochade“ auf allen Ebenen überzeugt. Das Buch ist unglaublich spannend zu lesen, sprachlich gelungen und voller interessanter Themen. Lesegenuss pur!

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Rezensionen von Petra Gruber:

Der Restaurator als Fälscher

Rochade von Reinhard Tötschinger

Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, 2022, der junge Kanzler (Ähnlichkeiten mit dem tatsächlichen österreichischen Kanzler, sowie diverser anderer Persönlichkeiten sind gut gelungen!) hat viel erreicht. Medien, Gerichtbarkeit, Demonstrationsrecht sind noch weiter eingeschränkt, der Wille des Kanzlers ist Befehl.

Clemens Hartmann, Chefrestaurator im Kunsthistorischen Museum, bekommt das zu spüren. Der nach einem Attentat schwer beschädigte Vermeer „Die Malkunst“ soll in einer Rekordzeit restauriert werden, weil ihn der Kanzler in seinem Büro hängen haben will. Ähnlich wie ihn Hitler für sich beansprucht hatte. Doch Hartmann findet, dass das Gemälde der Allgemeinheit gehört, die Idee, eine Kopie für den Kanzler anzufertigen, wird jedoch abgelehnt. Soll er sich widersetzen? Die Kopie heimlich anfertigen? Wie soll das gehen? Doch auch sein Assistent findet diese Idee gut. Wird es gelingen? Werden sie sich trauen?
In seinem sehr spannenden, sehr schön erzählten Roman nimmt uns Tötschinger mit in die Welt der Kunst. Er spart nicht an Kritik an der Gesellschaft, an den politischen Tendenzen und an einer Welt, in der es nur um Optimierung und Zahlen geht. Doch das lässt er wie nebenher in seine Geschichte einfließen, ohne dass der Erzählfluss darunter leidet. Zwischendurch wird auch die Geschichte des Gemäldes erzählt und wir erfahren am Rande auch noch etwas über Naziraubkunst und Restitution. All diese Teile fügen sich zu einem schönen Roman voller Hintergrundwissen und lebendig gezeichneten Charakteren.
Mich hat „Rochade“ auf allen Ebenen überzeugt. Das Buch ist unglaublich spannend zu lesen, sprachlich gelungen und voller interessanter Themen. Lesegenuss pur!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Gute Unterhaltung

Das Auktionshaus von Amelia Martin

Amelia Martin entführt ihre Leser in das London von 1910. Sarah lebt mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen in Soho. Der Vater Alkoholiker, der seinen Lohn versäuft, die Mutter arbeitet als Näherin im Modeatelier von Mrs. Weaver, um die Kinder durchzubringen. Sarah, die älteste, noch dazu ein Bastard, träumt davon, die Armut hinter sich zu lassen.

Auch sie arbeitet bei Mrs. Weaver. Die Chance ergibt sich, als Lady Sudbury eines Tages in das Modeatelier kommt.

„...Die kostbare Brosche lag auf dem Tisch direkt vor ihr. Sarah zögerte nicht und griff das Schmuckstück und auch die Handtasche, die Lady Sudbury gehörten...“

Lady Sudbury nimmt Sarah unter ihre Fittiche und stellt sie als Gesellschafterin an. Damit hat Sarah das große Los gezogen, allerdings sitzt sie zwischen zwei Stühlen. Die anderen Bediensten begegne ihr mit Neid und Missgunst.

„...Denk ja nicht, dass du was Besseres bist als wir. Du bist nur ein einfaches Dienstmädchen, sonst nichts!...“

Erst als sie durch Lady Sudbury eine Anstellung im Londoner Auktionshaus erhält, bekommt sie Anerkennung und Wertschätzung. Doch auch hier neidet man ihr den Erfolg, den sie sich durch harte Arbeit erwirtschaftet. Sie selbst vergisst ihre Herkunft aus Soho niemals.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman ist ein interessanter Einblick in die Welt der Auktionshäuser. Wir Leser erfahren viel über die Arbeit in einer solchen Institution, die vornehmlich im Hintergrund abläuft. Das Katalogisieren, Beschreiben von Objekten, die versteigert werden sollen, ist mir bislang nicht so bekannt gewesen. Das ist das Schöne am Lesen: Man lernt immer etwas dazu!

Die aktuelle politische Lage vor und während des Ersten Weltkriegs wird ebenso beleuchtet wie die Klassenunterschiede der Gesellschaft. Das Dilemma der Frauen, die während des Krieges als die Männer an der Front sind, deren Arbeit übernehmen, um dann wieder an den Herd zurückgedrängt werden, wird ebenso thematisiert, wie das Leiden der Kriegsinvaliden, zu denen auch ein Bruder Sarahs gehört. Ohne Sozialversicherung und Krankenfürsorge, wie wir es heute kennen, bleibt für viele nur das Betteln um Almosen und der Schnaps.

Geschickt wird auch eine zarte Liebesgeschichte eingeflochten. Da ist zum einen Charles aus Soho, der Sarah schon immer liebt, aber auf keine Erfüllung hoffen kann, und zum anderen der Fotograf Maynard, der aus Familienräson eine reiche Erbin heiraten muss.

Sarahs Geschichte wird flüssig erzählt. Der zweite Band, der Anfang 2022 erscheinen wird, wird in Wien spielen. Darauf freue ich mich besonders. Denn Wien hat mit dem 1707 von Kaiser Joseph I. Gegründeten Auktionshaus „Dorotheum“ eine lange Tradition.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

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Rezensionen von v_im_wunderland:

die Familienmitglieder

Der Panzer des Hummers von Caroline Albertine Minor

Das Cover finde ich sehr gut gestaltet. Das Buch handelt von den einzelnen Familienmitgliedern der Familie Gabel. Genauer gesagt handelt es von den drei Geschwistern Sidsel, Niels und Ea. Diese haben leider schon früh ihre Eltern verloren und sind somit auf sich allein gestellt. Das Buch geht immer nacheinander auf die einzelnen Geschwister ein und enthüllt so nach und nach die Geschichten der jeweiligen Personen.

Diese sind miteinander verwoben, aber auch nicht so richtig und stehen somit auch für sich alleine. Niels und Sidsel haben am meisten miteinander zu tun, da sie beide in Kopenhagen wohnen und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Ea lebt weit weg von den beiden Anderen in Amerika. Dort hat sie sich eine eigene Familie aufgebaut und lebt ihr Leben. Sie versucht jedoch durch ein medium Kontakt zu der verstorbenen Mutter aufzunehmen. Ich finde das Buch gelungen, auch wenn es leider kein richtiges Ende hat.

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Rezensionen von cr:

spannendes Familientrauma

Die Überlebenden von Alex Schulman

spannendes Familientrauma

Das Cover ist unscheinbar - mein Interesse würde es nicht wecken.

In "Die Überlebenden" finden nach dem Tod ihrer Mutter die drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils wieder zueinander. Der letzte Wille der Mutter ist es, dass ihre Asche am Ufer des Sees verstreut wird, an dem die Familie früher viele Sommer verbracht hat.

Zusammen schwelgen sie in den Kindheitserinnerungen und denken an alte Zeiten. Nach und nach erfährt man, was passiert ist in der Vergangenheit, und warum die Brüder keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Eine Familiengeschichte die nachwirkt.
Der Schreibstil ist toll und lässt sich super lesen - durch die Zeitwechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird ein Spannungsbogen aufgebaut, und man fliegt nur so durch die Zeiten. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Benjamin - dem mittleren Bruder. Man erhält somit auch einen sehr persönlichen Einblick in die Geschichte.
Inhaltlich ist das Buch sehr emotional - und beschäftigt auch nach dem Lesen noch.

Das Buch konnte mich absolut überzeugen und hat mich gefesselt - von mir gibt es eine Empfehlung für alle, die gerne Familienromane lesen.

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Rezensionen von nuean:

Extrem heiß und voller Humor

Boston Belles - Hunter von L. J. Shen

Boston Belles hat mich sofort aufgrund des Covers angezogen und der Klappentext war ganz nach meinem Geschmack. Es ist das erste Buch der Autorin für mich und ich danke ganz herzlich Lyx und netgalley, dass ich Hunter und Sailors Geschichte schon lesen durfte.
Sailor ist wahnsinnig ehrgeizig und möchte unbedingt als Bogenschützin zu den Olympischen Spielen fahren.

Sie achtet weder auf ihr Aussehen noch hat sie Augen für Männer, nur ihr Ziel ist ihr wichtig. Hunter ist der typische reiche Playboy, der nichts als Frauen und Party im Kopf hat. Als er es aber übertreibt holt sein Vater ihn nach Boston um im Familienunternehmen zu arbeiten, außerdem droht er damit ihn zu enterben, wenn er noch einmal in die Schlagzeilen mit seinen Frauengeschichten gerät. Er soll nun 6 Monate unter Aufsicht leben und sich benehmen. Als „Nanny“ kommt ihm Sailor gerade recht, sie soll auf Hunter aufpassen und Hunters Vater hilft ihr bei der Werbung für Olympia.
Hunter und Sailor zusammen sind eine explosive Mischung, sie lässt sich nichts gefallen und schlägt zurück wo sie nur kann, allerdings kann sie auch die Anziehungskraft nicht ignorieren, die Hunter auf sie ausübt.
Am Anfang war ich etwas überrascht von der doch derben Sprache, derer Hunter sich bedient, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Da ich von der Autorin noch nichts gelesen habe war ich nur nicht darauf vorbereitet. Ich mochte die abwechselnden Erzählperspektiven, da man so die Charaktere viel besser kennenlernt. Hunter ist nicht nur der Nichtsnutzt sondern hat noch eine Menge mehr zu bieten und auch Sailor ist mehr als nur Sportlerin. Beide haben mit Ihrer Vergangenheit zu kämpfen und haben Hoffnungen für die Zukunft.
Der Schreibstil war locker, leicht und flüssig mit viel Humor und tollen Schlagabtauschen. Auch die Charaktere mochte ich gern, auch die Familie und Freunde der beiden sind gut gelungen. Ich freue mich auf mehr von den Boston Belles!
Fazit: Extrem heiß und voller Humor

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Rezensionen von nil_liest:

Für alle die gerne auf Basis von Wissen und Fakten entscheiden!

Boston Belles - Hunter von L. J. Shen

Absurd, aber wahr, ich habe dieses Hörbuch ‚ Klimawandel - Ein Appell‘ meist beim Autofahren gehört. Ja, würde Fred Vargas das mitbekommen, würde sie mich sicher schweigend anschauen und fragen, ob ich ab jetzt mit dem Fahrrad fahre, wo ich doch nun um so viele Informationen reicher bin.
Und das ist man nach diesem sehr interessanten Hörbuch.

Absolut fantastisch gesprochen von Elke Schützhold, man mag förmlich den französischen Subtext durchhören – pure Einbildung, ich weiß.
Der Text der uns hier vorgestellt wird, ist schon etwas älter und man merkt ihm das auch an und auch, dass viele Fakten, politischer Ohnmacht und absurde Verwaltungsakte französischer Natur sind. Nichtsdestotrotz sind die umwelttechnischen Fakten global gültig und treffen auch auf uns zu und die Probleme, die wir politisch haben, mögen nicht exakt die gleichen sein, aber es ähnelt sich doch sehr.
Eindringlich auf pragmatisches Handeln bedacht will uns Fred Vargas, die sonst so großartige Krimischreiberin, überzeugen, dass wir alle als Erdbevölkerung JETZT handeln müssen. Sie präsentiert viele Fakten und Unmengen an Zahlen, die ich meist sofort wieder vergaß, aber das beklemmende Gefühl wir müssen ganz schnell ins Handeln kommen blieb und sie hat mich mit der Verzahnung ihrer Informationen überzeugt.
Definitiv hörenswert, auch wenn es etwas unaktuell und auch sehr Französisch ist, ist es eine Bereicherung für alle Menschen, die gerne die Fakten hinter einer Diskussion kennen. Vor allem geht sie analytisch vor was mich sehr anspricht. Kratzt nicht an der Oberfläche sondern taucht tief ein und bewertet ganzheitlich.
So, nun hol ich mal mein Rad aus dem Schuppen und fahre zum örtlichen Bauer. Auf das es unserer Welt noch lange gut geht, wir haben doch nur die eine!

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